{"id":641204,"date":"2026-04-21T23:09:47","date_gmt":"2026-04-21T21:09:47","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bpatg-munchen-35-senat-beschluss-vom-26-03-2026-35-w-pat-437-23\/"},"modified":"2026-05-17T21:53:27","modified_gmt":"2026-05-17T19:53:27","slug":"bpatg-munchen-35-senat-beschluss-vom-26-03-2026-35-w-pat-437-23","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/en\/jurisprudences\/bpatg-munchen-35-senat-beschluss-vom-26-03-2026-35-w-pat-437-23\/","title":{"rendered":"BPatG M\u00fcnchen 35. Senat, Beschluss vom 26.03.2026, 35 W (pat) 437\/23"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Erkennung von Netzwerkbedrohungen <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Wird w\u00e4hrend Streitgebrauchsmuster eines laufenden ver\u00e4u\u00dfert Gebrauchsmuster-L\u00f6schungsverfahrens das und im Register auf eine neue Rechtsinhaberin umgeschrieben, so erh\u00e4lt die neue Inhaberin hierdurch nicht ohne Weiteres die Beschwerdeberechtigung. Die Regelung des \u00a7 30 Abs. 3 Satz 3 PatG ist auf das Gebrauchsmuster-L\u00f6schungsverfahren nicht entsprechend anwendbar. Die neue Rechtsinhaberin muss, um zur Beschwerde berechtigt zu sein, noch vor Beschwerdeeinlegung gem\u00e4\u00df \u00a7 265 Abs. 2 ZPO mit Zustimmung der Antragstellerin das Verfahren an Stelle der Rechtsvorg\u00e4ngerin \u00fcbernommen haben (Abgrenzung zu BPatGE 33, 260 ff. = GRUR 1993, 549 ff. &#8211; Beschwerderecht). <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:90pt\">\n                  <strong>In der Beschwerdesache<\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>\u2026<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:90pt\">\n                  <strong><br \/>\n                     <span style=\"text-decoration:underline\">betreffend das Gebrauchsmuster 20 2016 008 885<\/span><br \/>\n                  <\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:90pt\">(hier: L\u00f6schungsbeschwerdeverfahren)<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>hat der 35. Senat (Gebrauchsmuster-Beschwerdesenat) des Bundespatentgerichts auf die m\u00fcndliche Verhandlung vom 26. M\u00e4rz 2026 unter Mitwirkung des Vorsitzenden Richters Eisenrauch sowie der Richter Dr.-Ing. Ball und Dipl.-Ing. J\u00fcrgensen<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>beschlossen:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">1. Die Beschwerde der Antragsgegnerin, die X \u2026 Limited, gegen den Beschluss der Gebrauchsmusterabteilung des Deutschen Patent- und Markenamts vom 19. Juli 2023 wird als unzul\u00e4ssig verworfen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Antragsgegnerin und Beschwerdef\u00fchrerin zu tragen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:90pt\">\n                  <strong>I.<\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Parteien streiten dar\u00fcber, ob der Gegenstand des Gebrauchsmusters 20 2016 008 885 (Streitgebrauchsmuster) betreffend eine Computervorrichtung schutzf\u00e4hig ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Streitgebrauchsmuster ist von der Y \u2026 , Inc., mit Sitz in Z \u2026 (USA) angemeldet und am 28. Mai 2020 zu deren Gunsten eingetragen worden. Im Wege der Abzweigung aus der europ\u00e4ischen Patentanmeldung EP 16 84 0343 hat das Streitgebrauchsmuster als Anmeldetag den 16. Dezember 2016 und die Unionspriorit\u00e4t der in den USA get\u00e4tigten, internationalen Anmeldung PCT\/US2016\/067111 mit dem 23. Dezember 2015 erhalten; auch bei diesen beiden Voranmeldungen handelte es sich um solche der Y \u2026 , Inc., mit Sitz in den USA (im Folgenden: ehemalige Antragsgegnerin).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Antragstellerin hat am 3. Februar 2022 beim Deutschen Patent- und Markenamt gest\u00fctzt auf die L\u00f6schungsgr\u00fcnde mangelnde Schutzf\u00e4higkeit und unzul\u00e4ssige Erweiterung die vollumf\u00e4ngliche L\u00f6schung des Streitgebrauchsmusters beantragt. Die ehemalige Antragsgegnerin, hat dem ihr am 14. Februar 2022 zugestellten L\u00f6schungsantrag mit Schriftsatz vom 8. M\u00e4rz 2022 rechtzeitig und in vollem Umfang widersprochen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Streitgebrauchsmuster ist am 17. M\u00e4rz 2023 im Register auf die X \u2026 Limited mit Sitz in \u2026 (im Folgenden: gegenw\u00e4rtige Antragsgegnerin) umgeschrieben worden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>In der m\u00fcndlichen Verhandlung vor der Gebrauchsmusterabteilung, die am 19. Juli 2023 stattfand, ist das Streitgebrauchsmuster &#8211; ausgewiesen durch das Protokoll \u00fcber die m\u00fcndliche Verhandlung &#8211; weiterhin von der ehemaligen Antragsgegnerin, verteidigt worden. Im Anschluss an die m\u00fcndliche Verhandlung hat die Gebrauchsmusterabteilung das Streitgebrauchsmuster in vollem Umfang gel\u00f6scht, wobei die ehemalige Antragsgegnerin auch in dem mit Gr\u00fcnden versehenen Beschluss, der jeweils am 3. August 2023 den beiderseitigen anwaltlichen Vertreter zugestellt worden ist, als Verfahrensbeteiligte genannt wird.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Gegen den genannten Beschluss haben die anwaltlichen Vertreter der Antragsgegnerseite mit Eingabe vom 29. August 2023 Beschwerde eingelegt, wobei in den Betreffzeilen nach der Angabe \u201eBeschwerdef\u00fchrerin\u201c die \u201eX \u2026 Ltd.\u201c, also die gegenw\u00e4rtige Antragsgegnerin, auf die das Streitgebrauchsmuster am 17. M\u00e4rz 2023 umgeschrieben worden war, genannt wird. Die Nennung der gegenw\u00e4rtigen Antragsgegnerin setzt sich auch in den nachfolgenden, im Beschwerdeverfahren eingereichten Schrifts\u00e4tzen fort.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der erkennende Senat hat in der m\u00fcndlichen Verhandlung, die am 26. M\u00e4rz 2026 stattfand, darauf hingewiesen, dass er die in der Beschwerdeschrift als Beschwerdef\u00fchrerin bezeichnete, gegenw\u00e4rtige Antragsgegnerin, also die X \u2026 Limited mit Sitz in \u2026 , als Beschwerdef\u00fchrerin ansehe. Hinsichtlich dieser best\u00fcnden aber Zweifel an der Beschwerdeberechtigung, da nicht diese, sondern die Y \u2026 , Inc., mit Sitz in den USA Verfahrensbeteiligte des patentamtlichen L\u00f6schungsverfahren gewesen sei. Die anwaltlichen Vertreter der Antragsgegnerseite haben hierauf erwidert, dass es sich bei der in der Beschwerdeschrift gemachten Angabe \u201eX \u2026 Ltd.\u201c um ein offenkundiges Versehen handele. In der Schrift sei zudem erkl\u00e4rt worden, dass \u201eNamens und im Auftrag unserer Mandantin Beschwerde\u201c eingelegt werde, womit offensichtlich nur die ehemalige, erstinstanzlich am L\u00f6schungsverfahren beteiligte Antragsgegnerin, also die Y \u2026 , Inc., gemeint sein k\u00f6nne.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Antragstellerin hat sich zur Beschwerdeberechtigung der X \u2026 Limited nicht ge\u00e4u\u00dfert und auch sonst keine Erkl\u00e4rungen abgegeben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Hinsichtlich der weiteren Einzelheiten des beiderseitigen Vorbringens wird auf den Inhalt der Akten, insbesondere auch auf das Protokoll \u00fcber die m\u00fcndliche Verhandlung vor dem erkennenden Senat vom 26. M\u00e4rz 2026, verwiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:90pt\">\n                  <strong>II.<\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die vorliegende Beschwerde war gem\u00e4\u00df \u00a7 18 Abs. 2 Satz 1 GebrMG i. V. m. \u00a7 79 Abs. 2 Satz 1 PatG als unzul\u00e4ssig zu verwerfen, weil die Beschwerdef\u00fchrerin nicht zur Beschwerde berechtigt war.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Gem\u00e4\u00df \u00a7 18 Abs. 2 Satz 1 GebrMG i. V. m. \u00a7 74 Abs. 1 PatG steht das Recht auf die Beschwerde nur solchen Personen zu, die am Verfahren vor dem Deutschen Patent- und Markenamt beteiligt waren. Dies trifft jedoch nicht auf die vorliegend als Beschwerdef\u00fchrerin anzusehende, gegenw\u00e4rtige Antragsgegnerin, die X \u2026 Limited mit Sitz in \u2026 , zu.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Die einzige Verfahrensbeteiligte vor dem patentamtlichen Gebrauchsmuster-L\u00f6schungsverfahren war die ehemalige Antragsgegnerin, n\u00e4mlich die Y \u2026 , Inc., mit Sitz in den USA. Nur an diese richtet sich auch der hier in Rede stehende Beschluss \u00fcber die vollumf\u00e4ngliche L\u00f6schung des Streitgebrauchsmusters, den die Gebrauchsmusterabteilung im Anschluss an die m\u00fcndliche Verhandlung vom 19. Juli 2023 verk\u00fcndet hat. Dar\u00fcber hinaus wird auch im Protokoll \u00fcber diese m\u00fcndliche Verhandlung nur die ehemalige Antragsgegnerin, also die Y \u2026 , Inc., erw\u00e4hnt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Eine Beteiligung der X \u2026 Limited mit Sitz in \u2026 am patentamtlichen L\u00f6schungsverfahren ist dagegen nicht ersichtlich; sie folgt jedenfalls nicht aus dem Umstand, dass das Streitgebrauchsmuster zwischenzeitlich, n\u00e4mlich am 17. M\u00e4rz 2023, im Register auf diese umgeschrieben worden war. Hier ist die Regelung des \u00a7 265 Abs. 2 ZPO zu beachten, wonach die Ver\u00e4u\u00dferung eines Schutzrechts keinen Einfluss auf ein anh\u00e4ngiges Verfahren hat und der Rechtsnachfolger nicht ohne weiteres, sondern nur mit Zustimmung des Gegners als Beteiligter an die Stelle seines Rechtsvorg\u00e4ngers in das Verfahren eintreten kann. Die Vorschrift des \u00a7 265 Abs. 2 ZPO geh\u00f6rt zu jenen Vorschriften der ZPO, die im Hinblick auf die Justizf\u00f6rmigkeit patentamtlicher Verfahrens auch ohne ausdr\u00fcckliche gesetzliche Anordnung auf diese Verfahren anwendbar sind (vgl. <em>Eisenrauch<\/em> in Fitzner\/Lutz\/Bodewig, PatRKomm, GebrMG \u00a7 16 Rn. 18; vgl. auch: BGH (Marke) GRUR 2010, 231, 233 &#8211; \u201eLegostein\u201c &#8211; und BGH GRUR 2014, 1024, 1025, Rz. 10 &#8211; \u201eVIVA FRISEURE \/ VIVA\u201c). Dass hier ein solcher Beteiligtenwechsel vollzogen worden w\u00e4re, ist nicht ersichtlich. Die Antragstellerin hat jedenfalls zu keiner Zeit eine entsprechende Zustimmung erkl\u00e4rt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Dass im vorliegenden Fall keine Beschwerde von der Y \u2026 , Inc., mit Sitz in den USA vorliegt, sondern diese von der X \u2026 Limited mit Sitz in \u2026 erhoben wurde, ergibt sich aus der am 29. August 2023 beim Deutschen Patent- und Markenamt eingegangenen Beschwerdeschrift. Diese Schrift enth\u00e4lt in den Betreffzeilen die Angabe \u201eBeschwerdef\u00fchrerin: X \u2026 Ltd.\u201c Zus\u00e4tzliche Angaben, die auf eine andere oder auf eine weitere Beschwerdef\u00fchrerin hindeuten k\u00f6nnten, sind aus der Schrift nicht erkennbar. Die Angabe \u201eX \u2026 Ltd.\u201c setzt sich zudem in allen sp\u00e4teren Schrifts\u00e4tzen der Antragsgegnerseite fort. Eine andere Sichtweise folgt auch nicht &#8211; entgegen der Meinung der anwaltlichen Vertreter &#8211; anhand einer Auslegung der in der Beschwerdeschrift enthaltenen Erkl\u00e4rung, wonach die Beschwerde \u201eNamens und im Auftrag unserer Mandantin\u201c eingelegt werde. Dieser Hinweise verhilft zu keinem anderen Verst\u00e4ndnis der Beschwerdeschrift. Um welche Person es sich bei der genannten \u201eMandantin\u201c handelt, ist wiederum anhand der Beschwerdeschrift selbst auszulegen, wobei gerade die Angabe \u201eBeschwerdef\u00fchrerin: X \u2026 Ltd.\u201c das eindeutige Auslegungsergebnis liefert.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Im \u00dcbrigen kann der in der Literatur mit Verweis auf die Entscheidung BPatGE 33, 260 ff., (= BPatG, Beschl. v. 11.01.1993. Az. 5 W (pat) 427\/92 &#8211; GRUR 1993, 549 ff. &#8211; \u201eBeschwerderecht\u201c) vertretenen Auffassung nicht gefolgt werden, wonach bei Inhaberwechsel und Registerumschreibung w\u00e4hrend des L\u00f6schungsverfahrens wahlweise sowohl dem fr\u00fcheren als auch dem eingetragenen Inhaber die Beschwerde zust\u00fcnde (so aber: Busse\/<em>Keukenschrijver<\/em>, PatG mit GebrMG, 9. Aufl., GebrMG \u00a7 18 Rn. 10 &#8211; m.w.N.). Unabh\u00e4ngig davon, dass der vom Bundespatentgericht in BPatGE 33, 260 ff., entschiedene Fall weitere, hier im Sachverhalt nicht vorhandene, aber wohl entscheidungsrelevante Besonderheiten aufwies, w\u00fcrde ein solches Wahlrecht jedenfalls einer Regelung gleichkommen, wie sie durch \u00a7 30 Abs. 3 Satz 3 PatG f\u00fcr das Patenteinspruchs- und -beschwerdeverfahren mit Wirkung zum 1. Mai 2022 in Kraft getreten ist; diese Regelung hat allerdings in der parallelen, gebrauchsmusterrechtlichen Vorschrift des \u00a7 8 Abs. 4 GebrMG keine Entsprechung gefunden. Fraglich ist bereits, ob es sich hierbei um eine planwidrige Gesetzesl\u00fccke handelt. Dar\u00fcber hinaus d\u00fcrfte es aber auch nicht interessengerecht sein, wenn es einem neu im Register eingetragenen Gebrauchsmusterinhaber (lediglich) durch Abgabe einer entsprechenden Erkl\u00e4rung erm\u00f6glicht w\u00fcrde, die \u00dcbernahme eines Gebrauchsmuster-L\u00f6schungs- oder &#8211; wie vorliegend &#8211; eines entsprechenden Beschwerdeverfahrens zu bewirken. Dies erscheint vor allem wegen der Kostenregelungen in \u00a7 17 Abs. 4 Satz 1 GebrMG und \u00a7 18 Abs. 2 Satz 2 GebrMG unangemessen; dort wird f\u00fcr Gebrauchsmuster-L\u00f6schungssachen (anders als bei Patent-Einspruchsverfahren) eine obligatorische Kostengrundentscheidung angeordnet. Ist daher mit dem Austausch eines Verfahrensbeteiligten &#8211; wie hier &#8211; gleichzeitig auch eine \u00c4nderung des Kostenschuldners verbunden, d\u00fcrfte eher dem Modell des \u00a7 265 Abs. 2 ZPO (vgl. oben unter 1. b)) zu folgen sein, das den wirksamen Austausch einer Hauptpartei zwingend von der Zustimmung des Gegners abh\u00e4ngig macht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:90pt\">\n                  <strong>III.<\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens waren gem\u00e4\u00df \u00a7 18 Abs. 2 Satz 2 GebrMG i. V. m. \u00a7 84 Abs. 2 Satz 2 PatG und \u00a7\u00a7 91 Abs. 1 Satz 1, 97 Abs. 1 ZPO der gegenw\u00e4rtigen Antragsgegnerin aufzuerlegen, da sie mit ihrer Beschwerde nicht durchgedrungen ist; Billigkeitsgr\u00fcnde, die eine andere Kostengrundentscheidung h\u00e4tten als geboten erscheinen lassen, sind nicht ersichtlich.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Der Festsetzung des Gegenstandeswertes f\u00fcr das Beschwerdeverfahren konnte nicht im Rahmen der vorliegenden Entscheidung erfolgen, da die Regelung des \u00a7 17 Abs. 5 GebrMG nicht auf das Beschwerdeverfahren anwendbar ist. Der Gegenstandeswert wird daher gem\u00e4\u00df \u00a7 33 Abs. 8 Satz 1 RVG zu gegebener Zeit durch Beschluss des Einzelrichters des Senats erfolgen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:90pt\">\n                  <strong>IV.<\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:90pt\">Zulassung der Rechtsbeschwerde<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Senat l\u00e4sst zur oben unter Abschnitt II. 3. genannten Rechtsfrage, ob bei Inhaberwechsel und Registerumschreibung w\u00e4hrend eines Gebrauchsmuster-L\u00f6schungsverfahrens wahlweise sowohl dem fr\u00fcheren als auch dem eingetragenen Inhaber die Beschwerde zusteht und ob dies ggf. auch auf eine entsprechende Anwendung von \u00a7 30 Abs. 3 Satz 3 PatG gest\u00fctzt werden kann, gem\u00e4\u00df \u00a7 18 Abs. 4 GebrMG die Rechtsbeschwerde zu. Hierbei handelt es sich um eine Rechtsfrage von grunds\u00e4tzlicher Bedeutung im Sinne von \u00a7 100 Abs. 2 Nr. 1 PatG, wobei auch die Fortbildung des Rechts im Sinne von \u00a7 100 Abs. 2 Nr. 2 PatG eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs erfordert.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-JURE269032286&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BPatG_M%C3%BCnchen_35_W__pat__437-23_JURE269032286.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erkennung von Netzwerkbedrohungen Wird w\u00e4hrend Streitgebrauchsmuster eines laufenden ver\u00e4u\u00dfert Gebrauchsmuster-L\u00f6schungsverfahrens das und im Register auf eine neue Rechtsinhaberin umgeschrieben, so erh\u00e4lt die neue Inhaberin hierdurch nicht ohne Weiteres die Beschwerdeberechtigung. Die Regelung des \u00a7 30 Abs. 3 Satz 3 PatG ist auf das Gebrauchsmuster-L\u00f6schungsverfahren nicht entsprechend anwendbar. Die neue Rechtsinhaberin muss, um zur Beschwerde berechtigt zu sein, noch vor Beschwerdeeinlegung gem\u00e4\u00df \u00a7 265 Abs. 2 ZPO mit Zustimmung der Antragstellerin das Verfahren an Stelle der Rechtsvorg\u00e4ngerin \u00fcbernommen haben (Abgrenzung zu BPatGE 33, 260 ff. = GRUR 1993, 549 ff. &#8211; Beschwerderecht).<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":[],"kji_country":[7802],"kji_court":[11873],"kji_chamber":[27936],"kji_year":[7610],"kji_subject":[7646],"kji_keyword":[7808,11875,8215,11876,8476],"kji_language":[7805],"class_list":["post-641204","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundespatentgericht","kji_chamber-35-senat","kji_year-7610","kji_subject-divers","kji_keyword-beschluss","kji_keyword-bpatg","kji_keyword-leitsatz","kji_keyword-munchen","kji_keyword-senat","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.9 (Yoast SEO v27.9) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>BPatG M\u00fcnchen 35. 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