{"id":846075,"date":"2026-05-06T06:40:36","date_gmt":"2026-05-06T04:40:36","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesfinanzhof-10-senat-beschluss-2026-04-08-x-b-45-25\/"},"modified":"2026-05-06T06:40:36","modified_gmt":"2026-05-06T04:40:36","slug":"bundesfinanzhof-10-senat-beschluss-2026-04-08-x-b-45-25","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/en\/jurisprudences\/bundesfinanzhof-10-senat-beschluss-2026-04-08-x-b-45-25\/","title":{"rendered":"Bundesfinanzhof, 10. Senat, Beschluss, 2026-04-08, X B 45\/25"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>1. NV: Wird der Wert eines ausgepr\u00e4gt disquotal ausgestatteten GmbH-Anteils (hohe Beteiligung an einem k\u00fcnftigen Liquidationserl\u00f6s, niedrige Beteiligung an Gewinn und Stimmrechten) in Anwendung der indirekten Methode ermittelt, indem der Anteil am Gesamtwert der GmbH nach Ma\u00dfgabe der Gewinnbeteiligungsquote angesetzt und ein Zuschlag f\u00fcr die h\u00f6here Beteiligung am Liquidationserl\u00f6s vorgenommen wird, kann der Zuschlag aus dem Ertragswert abgeleitet werden, wenn eine Liquidation aus Sicht des Bewertungsstichtags zeitlich in so gro\u00dfer und unabsehbarer Ferne liegt, dass der Substanzwert des Bewertungsstichtags keine nennenswerte Indizwirkung f\u00fcr einen k\u00fcnftigen Liquidationswert hat.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>2. NV: Die Frage, ob die in der Zivilrechtsprechung unter dem Schlagwort &#8220;Business Judgement Rule&#8221; entwickelten Grunds\u00e4tze zur Begrenzung der Haftung gesellschaftsrechtlicher Organe auch im Rahmen der Vertrauensschutzregelung des \u00a7 10b Abs. 4 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes anwendbar sind, k\u00f6nnte in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren nicht gekl\u00e4rt werden, wenn im zugrunde liegenden Fall die grobe Fahrl\u00e4ssigkeit auch bei Anwendung der genannten Grunds\u00e4tze zu bejahen w\u00e4re.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beschwerde der Kl\u00e4ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M\u00fcnster vom 26.03.2025 &#8211; 7 K 3210\/17 E wird als unbegr\u00fcndet zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl\u00e4ger zu tragen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align:center\">I.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4ger und Beschwerdef\u00fchrer (Kl\u00e4ger) sind die Gesamtrechtsnachfolger des w\u00e4hrend des Klageverfahrens im zweiten Rechtsgang verstorbenen Erblassers (E). Dieser war als Treugeber wirtschaftlich zu 20\u00a0% an der X-Holding-GmbH beteiligt. Treuh\u00e4nder und zivilrechtlicher Alleingesellschafter der X-Holding-GmbH war Herr\u00a0X, ein Steuerberater und Wirtschaftspr\u00fcfer.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit notariellen Urkunden vom 04.12.2007 teilte X seine 100\u00a0%-Beteiligung an der X-Holding-GmbH in drei Gesch\u00e4ftsanteile auf. Dabei wurde ein Anteil, auf den 89\u00a0% des Stammkapitals entfielen, so ausgestattet, dass er nur noch jeweils 1\u00a0% des Jahresergebnisses und der Stimmrechte vermitteln sollte; bei der Beteiligung von 89\u00a0% am Liquidationserl\u00f6s blieb es hingegen. Diesen Anteil \u00fcbertrug X schenkweise an eine gemeinn\u00fctzige Stiftung zur Erh\u00f6hung deren Grundstockverm\u00f6gens. Die \u00c4nderung des Gesellschaftsvertrags hinsichtlich der Ausstattung der Gesch\u00e4ftsanteile an der X-Holding-GmbH wurde mit Eintragung in das Handelsregister am 28.12.2007 wirksam. Diese Eintragung war gleichzeitig aufschiebende Bedingung f\u00fcr das Wirksamwerden der Schenkung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Stiftung erstellte f\u00fcr E eine Zuwendungsbest\u00e4tigung \u00fcber eine Sachzuwendung im Wert von 8.305.302\u00a0\u20ac, die von X unterschrieben wurde. Dem lag eine Wertermittlung der X-GmbH Steuerberatungsgesellschaft zugrunde, deren Gesellschafter und damals einziger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer X war. Als Wertermittlungsstichtag war der 20.12.2007 &#8211;ein Datum, das vor dem Wirksamwerden der \u00c4nderung des Gesellschaftsvertrags liegt&#8211; gew\u00e4hlt. Der Wert der auf die Stiftung \u00fcbertragenen Beteiligung wurde auf der Grundlage des Stuttgarter Verfahrens mit 41.526.510\u00a0\u20ac (davon 20\u00a0%\u00a0= 8.305.302\u00a0\u20ac) angegeben, ohne hierf\u00fcr rechnerische Grundlagen anzuf\u00fchren. Auf die Vorschrift des \u00a7\u00a011 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 des Bewertungsgesetzes in der damals geltenden Fassung (BewG a.F.), die die Anwendung des Stuttgarter Verfahrens f\u00fcr ertragsteuerliche Zwecke ausschloss, ging die Wertermittlung nicht ein. Ebenso befasste sich die Wertermittlung nicht mit der stark disquotalen Ausstattung des auf die Stiftung \u00fcbertragenen Anteils.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der gew\u00e4hlten Gestaltung lagen Entw\u00fcrfe eines externen Beraters (B) zugrunde, der als Rechtsanwalt und Steuerberater f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Kanzlei t\u00e4tig war. Dieser war urspr\u00fcnglich damit beauftragt worden, Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine Umgestaltung der Beteiligungsstruktur der X-Holding-GmbH zu erarbeiten. Dies sollte verhindern, dass es mit dem Ableben eines Gesellschafters zu einer Zersplitterung des Beteiligungsverm\u00f6gens kam. Zudem sollten hohe Abfindungsanspr\u00fcche von Erben eines Gesellschafters sowie hohe Erbschaftsteuerzahlungen vermieden werden. B schlug zun\u00e4chst die Beteiligung einer Management Holding GmbH, alternativ ein Doppelstiftungsmodell vor, jeweils mit disquotalen Gewinnbezugs- und Stimmrechten. Er stellte dies den Gesellschaftern in einer Besprechung am 02.11.2006 mittels einer Pr\u00e4sentation vor, deren Schwerpunkt auf gesellschafts- sowie erbschaftsteuerrechtlichen Fragen lag; spendenrechtliche Fragen wurden in dieser Pr\u00e4sentation nicht behandelt. Auf Seite\u00a025 der Pr\u00e4sentation hei\u00dft es in Bezug auf die H\u00f6he der Schenkungsteuer, die bei \u00dcbertragung eines Gesch\u00e4ftsanteils auf eine Familienstiftung anfallen w\u00fcrde, nach den Grunds\u00e4tzen des H\u00a0106 der Erbschaftsteuer-Hinweise 2003 sei ein \u00fcberproportionales Gewinnrecht zu ber\u00fccksichtigen. Es folgte eine Beispielsrechnung nach Ma\u00dfgabe des Stuttgarter Verfahrens.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Diese Vorschl\u00e4ge wurden allerdings nicht umgesetzt. Mit einem an X gerichteten Schreiben vom 07.11.2007 \u00fcbersandte B die Entw\u00fcrfe zu den sp\u00e4ter tats\u00e4chlich errichteten notariellen Urkunden und Vertr\u00e4gen. Er wies dabei ausdr\u00fccklich darauf hin, dass die gemeinn\u00fctzige Stiftung an der Verminderung des Werts der ihr \u00fcbertragenen Gesch\u00e4ftsanteile nicht mitwirken d\u00fcrfe. Daher m\u00fcssten die auf die Stiftung \u00fcbertragenen Anteile im Zeitpunkt der \u00dcbertragung bereits mit dem verminderten Gewinnbezugsrecht ausgestattet sein.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Am 03.12.2007 fand eine abschlie\u00dfende Besprechung zwischen B und den f\u00fcnf Gesellschaftern statt. In der vorbereitenden Pr\u00e4sentation wurde zun\u00e4chst die Erbschaftsteuerbelastung ausf\u00fchrlich dargestellt. In Bezug auf den Spendenabzug hei\u00dft es, der gemeine Wert der Sachspende sei nach dem Stuttgarter Verfahren zu sch\u00e4tzen. Auf Seite\u00a017 dieser Pr\u00e4sentation wurde die im Stuttgarter Verfahren vorgesehene Mischbewertung nach Ma\u00dfgabe des Verm\u00f6genswerts und des Ertragshundertsatzes vorgenommen; hier floss die disquotale Ausstattung des Anteils mit ein. Auf \u00a7\u00a011 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 BewG a.F. ging B in der Pr\u00e4sentation nicht ein.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Rechtsvorg\u00e4nger des Beklagten und Beschwerdegegners (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) gew\u00e4hrte E zun\u00e4chst einen erkl\u00e4rungsgem\u00e4\u00dfen Spendenabzug. In dem vorliegend angefochtenen ge\u00e4nderten Einkommensteuerbescheid vom 22.12.2014 ber\u00fccksichtigte er f\u00fcr die Zuwendung an die Stiftung hingegen nur noch einen Spendenabzug von 168.062\u00a0\u20ac.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Einspruch gegen den \u00c4nderungsbescheid blieb ebenso erfolglos wie das Klageverfahren im ersten Rechtsgang. Auf die Revision des E verwies der beschlie\u00dfende Senat die Sache an das Finanzgericht (FG) zur\u00fcck (Senatsurteil vom 16.11.2022\u00a0&#8211; X\u00a0R\u00a017\/20, BFHE 279, 44, BStBl II 2023, 484).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Im zweiten Rechtsgang gab das FG der weiterhin auf Ber\u00fccksichtigung eines Spendenabzugs in H\u00f6he von 8.305.302\u00a0\u20ac gerichteten Klage nur zu einem kleinen Teil statt. Es gew\u00e4hrte einen Spendenabzug von 194.463\u00a0\u20ac, den es wie folgt ermittelte:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">&#8211;\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">gesamter Ertragswert der X-Holding-GmbH (unstreitig)<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<p style=\"text-align:right\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a092.601.573,00\u00a0\u20ac<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">&#8211;\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Anteil der Stiftung am Ertragswert nach Ma\u00dfgabe ihres Gewinnbezugs- und Stimmrechts von 1\u00a0%\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<p style=\"text-align:right\">926.015,73\u00a0\u20ac<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">&#8211;\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">5\u00a0% Zuschlag f\u00fcr die h\u00f6here Beteiligung der Stiftung an einem k\u00fcnftigen Liquidationserl\u00f6s<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<p style=\"text-align:right\">\n                           <span style=\"text-decoration:underline\">+\u00a046.300,79\u00a0\u20ac<\/span>\n                        <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">&#8211;\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Gesamtwert des der Stiftung zugewendeten Anteils an der X-Holding-GmbH<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<p style=\"text-align:right\">972.316,52\u00a0\u20ac<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">&#8211;\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Anteil des E an der Zuwendung (20\u00a0%)<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<p style=\"text-align:right\">194.463,30\u00a0\u20ac<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Aus Sicht des Bewertungsstichtags sei nicht innerhalb eines \u00fcberschaubaren Zeitraums mit einer Liquidation der X-Holding-GmbH zu rechnen gewesen. Gleichwohl sei der Anteil der Stiftung nicht allein nach Ma\u00dfgabe des mit ihm verbundenen Gewinnbezugs- und Stimmrechts zu bewerten, sondern ein Zuschlag f\u00fcr die wesentlich h\u00f6here Beteiligung an einem k\u00fcnftigen Liquidationserl\u00f6s vorzunehmen. Dieser Zuschlag k\u00f6nne nicht auf der Grundlage des Substanzwerts bemessen werden, weil damit Gesichtspunkte der Ertrags- und Substanzbewertung vermischt w\u00fcrden. Auch entspreche der Substanzwert am 28.12.2007 nicht einem k\u00fcnftigen Liquidationswert. Vielmehr sei ein griffweiser Zuschlag auf den ermittelten Ertragswert anzusetzen, was im Leitfaden der Oberfinanzdirektionen M\u00fcnster und D\u00fcsseldorf ausdr\u00fccklich vorgesehen sei. Die Untergrenze des Sch\u00e4tzungsrahmens liege bei dem anteiligen Stammkapital (22.250\u00a0\u20ac), weil ein potenzieller Erwerber infolge der Kapitalerhaltungsvorschriften insoweit sehr sicher mit einer Auskehrung rechnen k\u00f6nne. Dies entspreche einem Anteil von 2,4\u00a0% an dem auf die Stiftung entfallenden Ertragswert. Die Obergrenze des Sch\u00e4tzungsrahmens liege bei 5\u00a0%, weil der Bundesfinanzhof (BFH) vorgegeben habe, dass ein eventueller Zuschlag &#8220;nur sehr gering ausfallen&#8221; d\u00fcrfe (Senatsurteil vom 16.11.2022\u00a0&#8211; X\u00a0R\u00a017\/20, BFHE 279, 44, BStBl II 2023, 484, Rz\u00a0135). Aufgrund der extrem disquotalen Ausgestaltung erscheine es sachgerecht, an die obere Grenze des Sch\u00e4tzungsrahmens (5\u00a0%) zu gehen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Dem E sei kein Vertrauensschutz in die Richtigkeit der Angaben in der Zuwendungsbest\u00e4tigung zu gew\u00e4hren. Allerdings sei ihm selbst keine grobe Fahrl\u00e4ssigkeit vorzuhalten. Aufgrund der Beratung durch B habe er nicht davon ausgehen k\u00f6nnen, dass das Stuttgarter Verfahren nicht anwendbar gewesen sei. Auch sei die disquotale Ausgestaltung der Anteile in den von B vorgelegten Unterlagen nicht vollst\u00e4ndig ausgeblendet worden, sondern in der Pr\u00e4sentation im Rahmen einer Mischbewertung nach dem Stuttgarter Verfahren bei der Festlegung des Ertragshundertsatzes ber\u00fccksichtigt worden, wenn auch mit einer ganz erheblich anderen Gewichtung. Demgegen\u00fcber habe X grob fahrl\u00e4ssig gehandelt. Er h\u00e4tte als Steuerberater und Wirtschaftspr\u00fcfer wissen m\u00fcssen, dass die Anwendung des Stuttgarter Verfahrens f\u00fcr ertragsteuerliche Zwecke schon seit dem 13.12.2006 gesetzlich ausgeschlossen gewesen sei (\u00a7\u00a011 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 BewG a.F.) und daher auf die Anwendung eines rechtlich zul\u00e4ssigen Bewertungsverfahrens dr\u00e4ngen m\u00fcssen. Die grobe Fahrl\u00e4ssigkeit des X sei dem E zuzurechnen, da X als Treuh\u00e4nder und Bevollm\u00e4chtigter des E in die Abwicklung der Zuwendung eingeschaltet und insoweit Erf\u00fcllungsgehilfe gewesen sei. Eventuell abweichende straf- oder haftungsrechtliche Zurechnungsgrunds\u00e4tze seien im Rahmen der Vertrauensschutzvorschrift des \u00a7\u00a010b Abs.\u00a04 Satz\u00a01 des Einkommensteuergesetzes (EStG) nicht anzuwenden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4ger begehren die Zulassung der Revision wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache und eines Verfahrensmangels.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das FA h\u00e4lt die Beschwerde f\u00fcr unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align:center\">II. <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beschwerde ist unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Keiner der von den Kl\u00e4gern geltend gemachten Zulassungsgr\u00fcnde ist tats\u00e4chlich gegeben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Die von den Kl\u00e4gern zur Sch\u00e4tzung des Zuschlags f\u00fcr die Beteiligung am Liquidationserl\u00f6s formulierte Rechtsfrage begr\u00fcndet keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache im Sinne des \u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Grunds\u00e4tzliche Bedeutung kommt einer Rechtssache nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des BFH zu, wenn die f\u00fcr die Beurteilung des Streitfalls ma\u00dfgebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber\u00fchrt. Au\u00dferdem muss die Rechtsfrage kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig und in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren kl\u00e4rungsf\u00e4hig sein (Senatsbeschluss vom 05.11.2020\u00a0&#8211; X\u00a0B\u00a050\/20, BFH\/NV 2021, 290, Rz\u00a07, m.w.N.). Eine Fragestellung, deren Beantwortung von den Umst\u00e4nden des Einzelfalls abh\u00e4ngt, erf\u00fcllt das Kriterium der Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit nicht (BFH-Beschluss vom 30.05.2025\u00a0&#8211; V\u00a0B\u00a061\/23, BFH\/NV 2025, 1039, Rz\u00a012).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Die Kl\u00e4ger werfen die Rechtsfrage auf, ob sich bei disquotaler Ausgestaltung von Anteilen mit einem sehr geringen Gewinnbezugsrecht, aber einer sehr hohen Beteiligung am Liquidationserl\u00f6s, wenn der Nachweis einzelfallbezogener Umst\u00e4nde f\u00fcr eine zeitnahe Liquidation nicht gelingt, der gering anzusetzende Zuschlag f\u00fcr die hohe Beteiligung am Liquidationserl\u00f6s im Rahmen der Ermittlung des gemeinen Werts nach \u00a7\u00a09 BewG auf Grundlage eines Zuschlags auf den Substanzwert oder als Zuschlag auf den nach dem Gewinnbezugsrecht verteilten Ertragswert ermittelt. Hierzu erl\u00e4utern sie, nach der Methodik des FG (griffweiser Zuschlag von 5\u00a0% des Ertragswerts) entfalle auf E lediglich ein Zuschlag von 9.260,16\u00a0\u20ac. Das FG h\u00e4tte aber auch einen Zuschlag von 5\u00a0% auf den Substanzwert vornehmen k\u00f6nnen, der sich dann auf 548.273,96\u00a0\u20ac belaufen h\u00e4tte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Der Senat ist &#8211;mit der Beschwerdeerwiderung des FA&#8211; der Auffassung, dass diese Rechtsfrage nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig ist, weil sie von den Umst\u00e4nden des Einzelfalls abh\u00e4ngig ist. F\u00fcr die fehlende Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit spricht bereits der &#8211;auch von den Kl\u00e4gern ausdr\u00fccklich gesehene&#8211; Befund, dass die aufgeworfene Frage in der Literatur nicht diskutiert wird.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4ger begehren nicht etwa die Anwendung einer anderen Sch\u00e4tzungsmethode als die vom FG gew\u00e4hlte, da ihre Frage sich &#8211;bei grunds\u00e4tzlicher Ankn\u00fcpfung an die vom FG herangezogene Methode der griffweisen Sch\u00e4tzung&#8211; lediglich auf die Bemessungsgrundlage f\u00fcr den gegriffenen Zuschlag bezieht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Im Rahmen einer griffweisen Sch\u00e4tzung sind beide Bemessungsgrundlagen m\u00f6glich. Die von den Kl\u00e4gern pr\u00e4ferierte Heranziehung eines Anteils am Substanzwert d\u00fcrfte dann vorzuziehen sein, wenn eine Liquidation in nicht ganz weiter Ferne liegen k\u00f6nnte, da im Rahmen einer solchen Liquidation der Substanzwert eine gr\u00f6\u00dfere Bedeutung erlangt. Im vorliegenden Fall war nach der &#8211;rechtlich bedenkenfreien und auch von den Kl\u00e4gern nicht in Zweifel gezogenen&#8211; W\u00fcrdigung des FG allerdings nicht innerhalb eines \u00fcberschaubaren Zeitraums mit einer Liquidation der X-Holding-GmbH zu rechnen. Dann bestehen keine rechtlichen Bedenken gegen die Vornahme eines griffweisen Zuschlags auf den Ertragswert. Denn auch ein gedachter Erwerber (\u00a7\u00a09 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 BewG) h\u00e4tte in einer solchen Situation keine Anhaltspunkte f\u00fcr die H\u00f6he eines k\u00fcnftigen Liquidationserl\u00f6ses und den anzusetzenden Abzinsungsfaktor. Das FG hat zutreffend gesehen, dass der griffweise Zuschlag eine unsichere Sch\u00e4tzungsmethode ist. Es hat allerdings angesichts der v\u00f6lligen Ungewissheit, die in Bezug auf den Zeitpunkt einer Liquidation und die H\u00f6he eines k\u00fcnftigen Liquidationserl\u00f6ses besteht, die M\u00f6glichkeit der Anwendung einer anderen (genaueren) Sch\u00e4tzungsmethode f\u00fcr ausgeschlossen erachtet. Diese Erw\u00e4gungen sind sachgerecht. Sie schlie\u00dfen zwar nicht aus, innerhalb der zutreffend ausgew\u00e4hlten Methode der griffweisen Sch\u00e4tzung auch andere Parameter heranzuziehen. Die Wahl dieser Parameter ist aber eine Frage des Einzelfalls.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die von den Kl\u00e4gern angenommene methodische Widerspr\u00fcchlichkeit ist dem FG jedenfalls nicht vorzuhalten. Zwar mag der Substanzwert grunds\u00e4tzlich zu pr\u00e4ferieren sein, wenn es um die Sch\u00e4tzung der H\u00f6he eines k\u00fcnftigen Liquidationserl\u00f6ses geht. Im vorliegenden Fall lag eine Liquidation aus Sicht des Bewertungsstichtags nach der rechtlich bedenkenfreien W\u00fcrdigung des FG aber zeitlich in so gro\u00dfer und unabsehbarer Ferne, dass der Substanzwert am Tag der Schenkung keine nennenswerte Indizwirkung f\u00fcr einen k\u00fcnftigen Liquidationswert an einem in ferner Zukunft liegenden Liquidationsstichtag hat.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Auch die im Zusammenhang mit der \u00dcbertragung der Grunds\u00e4tze zur &#8220;Business Judgement Rule&#8221; aufgeworfene Rechtsfrage hat keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Die Kl\u00e4ger formulieren hierzu die Rechtsfrage, welche abstrakten Anforderungen an eine Wissens- und Verschuldenszurechnung in Bezug auf das Vorliegen einer groben Fahrl\u00e4ssigkeit im Rahmen von \u00a7\u00a010b Abs.\u00a04 Satz\u00a01 EStG zu stellen sind, wenn eine grunds\u00e4tzlich aufgrund ihrer Ausbildung fachlich gebildete Zurechnungsperson zur spendenrechtlichen Bewertung Rechtsrat eines anerkannten Spezialisten einholt und sich der eingeholte Rechtsrat im Nachhinein als nicht belastbar erweist. Sie erl\u00e4utern dies dahingehend, dass zu kl\u00e4ren sei, ob die zur gesellschaftsrechtlichen Organhaftung unter dem Schlagwort &#8220;Business Judgement Rule&#8221; entwickelten Grunds\u00e4tze auch auf die Feststellung der groben Fahrl\u00e4ssigkeit im Rahmen des \u00a7\u00a010b Abs.\u00a04 Satz\u00a01 EStG \u00fcbertragbar sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Zum einen w\u00e4re diese Rechtsfrage in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren bereits nicht kl\u00e4rungsf\u00e4hig. Denn sie setzt voraus, dass Rechtsrat von einem &#8220;anerkannten&#8221; Spezialisten eingeholt wurde. Das FG hat aber nicht festgestellt, dass es sich bei B um einen &#8220;anerkannten&#8221; Spezialisten handelte. Auch die Kl\u00e4ger haben keine Anhaltspunkte daf\u00fcr vorgetragen, aus denen der Schluss gezogen werden k\u00f6nnte, dass B ein &#8220;anerkannter&#8221; Spezialist f\u00fcr Fragen der Bewertung einer Sachspende gewesen sei.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Dar\u00fcber hinaus fehlt es aber auch deshalb an der Kl\u00e4rungsf\u00e4higkeit der aufgeworfenen Rechtsfrage in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren im Streitfall, weil in einem solchen Verfahren offenbleiben k\u00f6nnte, ob die Grunds\u00e4tze zur &#8220;Business Judgement Rule&#8221; auf die F\u00e4lle des \u00a7\u00a010b Abs.\u00a04 Satz\u00a01 EStG \u00fcbertragbar sind, da das FG die hierzu ergangene Rechtsprechung der Zivilgerichte jedenfalls zutreffend auf den Streitfall angewendet h\u00e4tte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Vorstandsmitglieder einer Aktiengesellschaft haben bei ihrer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung die Sorgfalt eines ordentlichen und gewissenhaften Gesch\u00e4ftsleiters anzuwenden (\u00a7\u00a093 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 des Aktiengesetzes &#8211;AktG&#8211;). Wenn sie ihre Pflichten verletzen, sind sie der Gesellschaft zum Ersatz des daraus entstandene Schadens verpflichtet (\u00a7\u00a093 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 AktG). In diesem Zusammenhang bestimmt \u00a7\u00a093 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 AktG, dass eine Pflichtverletzung nicht vorliegt, wenn das Vorstandsmitglied bei einer unternehmerischen Entscheidung vern\u00fcnftigerweise annehmen durfte, auf der Grundlage angemessener Information zum Wohle der Gesellschaft zu handeln.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Nach der von den Kl\u00e4gern herangezogenen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) zur Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerhaftung gegen\u00fcber der Gesellschaft bei deren Zahlungsunf\u00e4higkeit nach dem mittlerweile aufgehobenen \u00a7\u00a064 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschr\u00e4nkter Haftung (GmbHG) kann sich der selbst nicht hinreichend sachkundige Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer einer GmbH durch die Empfehlung eines externen Sachverst\u00e4ndigen nur dann vom Vorwurf einer Pflichtverletzung entlasten, wenn der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer sich unter umfassender Darstellung der Verh\u00e4ltnisse der Gesellschaft und Offenlegung der erforderlichen Unterlagen von einer unabh\u00e4ngigen, f\u00fcr die zu kl\u00e4renden Fragestellungen fachlich qualifizierten Person hat beraten lassen und das Pr\u00fcfergebnis einer Plausibilit\u00e4tskontrolle unterzieht (BGH-Entscheidungen vom 27.03.2012\u00a0&#8211; II\u00a0ZR\u00a0171\/10, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2012, 1286, Rz\u00a016; vom 26.01.2016\u00a0&#8211; II\u00a0ZR\u00a0394\/13, DStR 2016, 1480, Rz\u00a034, und vom 24.09.2019\u00a0&#8211; II\u00a0ZR\u00a0248\/17, DStR 2020, 179, Rz\u00a021). Denn es w\u00e4re nicht zu rechtfertigen, einem organschaftlichen Vertreter abzuverlangen, unabh\u00e4ngigen, fachkundigen Rat zur Kl\u00e4rung des Bestehens einer Insolvenzlage einzuholen und es ihm gleichwohl als schuldhaften Versto\u00df gegen seine Sorgfaltspflichten anzulasten, wenn er sich &#8211;trotz fehlender eigener ausreichender Sachkunde&#8211; dem fachkundigen Rat entsprechend verh\u00e4lt (BGH-Urteil vom 14.05.2007\u00a0&#8211; II\u00a0ZR\u00a048\/06, DStR 2007, 1174, Rz\u00a018).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Diese Grunds\u00e4tze sind auf die Haftung von Vorstandsmitgliedern gegen\u00fcber der Gesellschaft nach \u00a7\u00a093 AktG \u00fcbertragen worden (BGH-Urteile vom 20.09.2011\u00a0&#8211; II\u00a0ZR\u00a0234\/09, DStR 2011, 2362, Rz\u00a018, und vom 28.04.2015\u00a0&#8211; II\u00a0ZR\u00a063\/14, DStR 2015, 1635, Rz\u00a028, beide sogar mit dem Erfordernis einer &#8220;sorgf\u00e4ltigen Plausibilit\u00e4tskontrolle&#8221;). Dabei beinhaltet die Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung &#8211;deren Grundlage die unzutreffende Rechtsauskunft, nicht aber die wirkliche Rechtslage ist&#8211; bei einem selbst nicht rechtskundigen Vorstandsmitglied nicht die rechtliche \u00dcberpr\u00fcfung der erhaltenen Rechtsauskunft, sondern die Pr\u00fcfung, ob dem Berater nach dem Inhalt der Auskunft alle erforderlichen Informationen zur Verf\u00fcgung standen, er die Informationen verarbeitet hat und alle sich in der Sache f\u00fcr einen Rechtsunkundigen aufdr\u00e4ngenden Fragen widerspruchsfrei beantwortet hat oder sich aufgrund der Auskunft weitere Fragen aufdr\u00e4ngen (BGH-Urteil vom 28.04.2015\u00a0&#8211; II\u00a0ZR\u00a063\/14, DStR 2015, 1635, Rz\u00a033, 37). Die haftungsrechtliche Entlastung eines Vorstandsmitglieds setzt zudem Darlegungen zur sachlichen Unabh\u00e4ngigkeit des Beraters voraus; dieser muss seine Auskunft unbeeinflusst von unmittelbaren oder mittelbaren Vorgaben hinsichtlich des Ergebnisses erteilt haben, was Darlegungen zu den Umst\u00e4nden der Auftragserteilung und zum weiteren Verlauf erfordert (BGH-Urteil vom 28.04.2015\u00a0&#8211; II\u00a0ZR\u00a063\/14, DStR 2015, 1635, Rz\u00a036).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Auf solche Organmitglieder, die selbst fachkundig sind, lassen sich diese Grunds\u00e4tze hingegen nicht \u00fcbertragen. So kann sich ein Aufsichtsratsmitglied, das zugleich Rechtsanwalt ist, bei einer eindeutigen Rechtslage grunds\u00e4tzlich nicht auf einen unverschuldeten Rechtsirrtum aufgrund einer entsprechenden Beratung berufen. Verf\u00fcgt ein Aufsichtsratsmitglied \u00fcber beruflich erworbene Spezialkenntnisse, unterliegt es insoweit, als sein Spezialgebiet betroffen ist, einem erh\u00f6hten Sorgfaltsma\u00dfstab (zur Haftung von Aufsichtsratsmitgliedern nach \u00a7\u00a0116 i.V.m. \u00a7\u00a093 AktG BGH-Urteil vom 20.09.2011\u00a0&#8211; II\u00a0ZR\u00a0234\/09, DStR 2011, 2362, Rz\u00a028). Ebenso ist von einer GmbH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin, die als Volkswirtin mit langj\u00e4hriger Gesch\u00e4ftsf\u00fchrungserfahrung zur Pr\u00fcfung einer Bilanz in der Lage ist, zumindest eine gewisse Plausibilit\u00e4tspr\u00fcfung einer Bilanz zu erwarten (vgl. das von den Kl\u00e4gern angef\u00fchrte Urteil des Schleswig-Holsteinischen Oberlandesgerichts vom 11.02.2010\u00a0&#8211; 5\u00a0U\u00a060\/09, DStR 2010, 564, Rz\u00a062).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Vorliegend hat das FG den Sachverhalt dahingehend gew\u00fcrdigt, dass die Nichtbeachtung des \u00a7\u00a011 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 BewG a.F. durch X, den das FG zutreffend als Erf\u00fcllungsgehilfen des E in Bezug auf die Abwicklung der Spende angesehen hat, &#8220;eindeutig&#8221; als grob fahrl\u00e4ssig anzusehen ist und er sp\u00e4testens im Rahmen der Pr\u00e4sentation am 03.12.2007 h\u00e4tte darauf hinweisen und darauf dr\u00e4ngen m\u00fcssen, ein rechtlich zul\u00e4ssiges Bewertungsverfahren anstelle des Stuttgarter Verfahrens anzuwenden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_32\">32<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Diese W\u00fcrdigung steht im Einklang mit den dargestellten Grunds\u00e4tzen der BGH-Rechtsprechung zu \u00a7\u00a064 GmbHG und \u00a7\u00a093 AktG. X war als Steuerberater und Wirtschaftspr\u00fcfer hinsichtlich der ertragsteuerrechtlichen Bewertung einer Sachzuwendung mit dem gemeinen Wert (\u00a7\u00a010b Abs.\u00a03 EStG, \u00a7\u00a09 BewG) selbst sach- und fachkundig. Die von den Kl\u00e4gern angef\u00fchrte Rechtsprechung zum reduzierten Haftungsma\u00dfstab organschaftlicher Vertreter nach \u00a7\u00a064 GmbHG und \u00a7\u00a093 AktG gilt lediglich f\u00fcr solche Vertreter, die selbst nicht fachkundig sind. Hingegen kann sich ein fachkundiges Organmitglied bei einer eindeutigen Rechtslage grunds\u00e4tzlich nicht durch einen fehlerhaften Rat eines Dritten entlasten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_33\">33<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Senat kann daher offenlassen, ob diese Grunds\u00e4tze &#8211;die den Ma\u00dfstab f\u00fcr die Haftung von Organmitgliedern f\u00fcr Sch\u00e4den der von ihnen geleiteten Gesellschaft betreffen&#8211; \u00fcberhaupt auf \u00a7\u00a010b Abs.\u00a04 Satz\u00a01 EStG \u00fcbertragbar sind, wo es nicht um eine Haftung f\u00fcr Dritten zugef\u00fcgte Sch\u00e4den geht, sondern um das Handeln im Rahmen des eigenen steuerrechtlichen Pflichtenkreises.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_34\">34<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Ebenfalls keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung hat die Frage, ob eine Zurechnung fremden Verschuldens eines in die Abwicklung eingebundenen Wirtschaftspr\u00fcfers und Steuerberaters auch dann angenommen werden kann, wenn feststeht, dass dem Steuerpflichtigen kein eigenes Verschulden vorzuwerfen ist und dieser neben der potenziellen Zurechnungsperson zum Gro\u00dfteil selbst in die ma\u00dfgebenden Vorg\u00e4nge, insbesondere die Entscheidung \u00fcber die Umsetzung der Struktur auf Grundlage externer, von der potenziellen Zurechnungsperson personenverschiedener Beratung eingebunden war, er also seinen Handlungsrahmen durch die potenzielle Zurechnungsperson nicht in relevanter Weise erweitert hat. Diese Frage ist teils nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig und im \u00dcbrigen nicht kl\u00e4rungsf\u00e4hig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_35\">35<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Nicht kl\u00e4rungsbed\u00fcrftig ist der erste Teil der Frage (&#8220;kann eine Zurechnung fremden Verschuldens eines in die Abwicklung eingebundenen Wirtschaftspr\u00fcfers und Steuerberaters auch dann angenommen werden, wenn feststeht, dass dem Steuerpflichtigen kein eigenes Verschulden vorzuwerfen ist&#8221;). Es liegt in der Natur der Sache, dass eine Zurechnung fremden Verschuldens erst dann relevant wird, wenn dem Steuerpflichtigen kein eigenes Verschulden vorzuwerfen ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_36\">36<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Der zweite Teil der Frage w\u00e4re in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren im Streitfall nicht kl\u00e4rungsf\u00e4hig. Sie basiert auf der Wertung, dass der Steuerpflichtige seinen Handlungsrahmen durch die potenzielle Zurechnungsperson nicht in relevanter Weise erweitert hat. Diese Wertung l\u00e4sst sich allerdings aus den Feststellungen und W\u00fcrdigungen des FG &#8211;wie auch das FA in der Beschwerdeerwiderung zutreffend anf\u00fchrt&#8211; nicht ableiten. Das FG hat den Sachverhalt dahingehend gew\u00fcrdigt, dass E ein rechtlicher Laie gewesen sei und ihm selbst keine grobe Fahrl\u00e4ssigkeit hinsichtlich der Bewertung der Sachzuwendung vorzuhalten sei. Im Zusammenhang mit seiner weiteren W\u00fcrdigung, wonach X mit Wissen und Wollen des E t\u00e4tig geworden sei, hat das FG dann ausgef\u00fchrt, E sei aufgrund seiner Teilnahme an einzelnen Vorbesprechungen (am 02.11.2006 und am 03.12.2007) sowie der ihm vorliegenden Vertragsentw\u00fcrfe und der zusammenfassenden Pr\u00e4sentation des B &#8220;umfassend \u00fcber den Vorgang informiert&#8221; gewesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_37\">37<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Hieraus kann allerdings keinesfalls der Schluss gezogen werden, E habe seinen Handlungsrahmen durch die &#8220;potenzielle Zurechnungsperson&#8221; (hier X) nicht in relevanter Weise erweitert. Im Gegenteil war der nach den Feststellungen des FG in Rechts- und Bewertungsfragen unkundige E auf die fachliche Expertise des X angewiesen, um die Gestaltung umzusetzen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_38\">38<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Soweit die Beschwerdebegr\u00fcndung auf eine Fundstelle aus der Kommentarliteratur Bezug nimmt (Kulosa in Herrmann\/Heuer\/Raupach, \u00a7\u00a010b EStG Rz\u00a0148), geht es dort um einen anderen Sachverhalt. Dort wird im Zusammenhang mit der Haftungsregelung des \u00a7\u00a010b Abs.\u00a04 Satz\u00a02 EStG die Frage aufgeworfen, ob einem selbst nicht grob fahrl\u00e4ssig handelnden ehrenamtlichen Vereinsvorstand das grob fahrl\u00e4ssige Handeln eines Steuerberaters zugerechnet werden kann. Das FG hat X allerdings nicht etwa deshalb als Erf\u00fcllungsgehilfen des E angesehen, weil X Steuerberater und Wirtschaftspr\u00fcfer war, sondern weil E ihn in die Abwicklung der Spende eingeschaltet hatte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_39\">39<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Auch der von den Kl\u00e4gern ger\u00fcgte Verfahrensmangel (\u00a7\u00a0115 Abs.\u00a02 Nr.\u00a03 FGO) in Gestalt einer Nichtber\u00fccksichtigung des Gesamtergebnisses des Verfahrens (\u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO) ist dem FG tats\u00e4chlich nicht unterlaufen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_40\">40<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4ger machen geltend, das FG habe den Umstand, dass die disquotale Ausgestaltung der Anteile in der Pr\u00e4sentation des B am 03.12.2007 nicht ausgeblendet worden sei, nur in Bezug auf E entlastend ber\u00fccksichtigt, nicht aber in Bezug auf X. Es habe den Vorwurf der groben Fahrl\u00e4ssigkeit insoweit vielmehr allein auf die Nichtbeachtung des \u00a7\u00a011 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 BewG a.F. und seine Qualifikation als Wirtschaftspr\u00fcfer und Steuerberater gest\u00fctzt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_41\">41<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Indes gen\u00fcgte im Streitfall f\u00fcr die Annahme grober Fahrl\u00e4ssigkeit nach der &#8211;insoweit ma\u00dfgeblichen, aber auch zutreffenden&#8211; W\u00fcrdigung des FG schon die Nichtbeachtung einer eindeutigen und einschl\u00e4gigen gesetzlichen Vorschrift durch einen Wirtschaftspr\u00fcfer und Steuerberater. Ob dem X mit der Au\u00dferachtlassung der &#8211;sehr&#8211; ausgepr\u00e4gten disquotalen Ausgestaltung der Anteile ein weiteres grob fahrl\u00e4ssiges Handeln anzulasten war, ist danach f\u00fcr die Beurteilung des Streitfalls nicht erheblich.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_42\">42<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>5. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7\u00a0135 Abs.\u00a02 FGO.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_43\">43<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>6. Von einer weiteren Darstellung des Sachverhalts sowie einer weiteren Begr\u00fcndung sieht der Senat gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0116 Abs.\u00a05 Satz\u00a02 Halbsatz\u00a02 FGO ab.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-STRE202650078&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BFH_X_B_45-25_STRE202650078.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. NV: Wird der Wert eines ausgepr\u00e4gt disquotal ausgestatteten GmbH-Anteils (hohe Beteiligung an einem k\u00fcnftigen Liquidationserl\u00f6s, niedrige Beteiligung an Gewinn und Stimmrechten) in Anwendung der indirekten Methode ermittelt, indem der Anteil am Gesamtwert der GmbH nach Ma\u00dfgabe der Gewinnbeteiligungsquote angesetzt und ein Zuschlag f\u00fcr die h\u00f6here Beteiligung am Liquidationserl\u00f6s vorgenommen wird, kann der Zuschlag aus dem Ertragswert abgeleitet werden, wenn eine Liquidation aus Sicht des Bewertungsstichtags zeitlich in so gro\u00dfer und unabsehbarer Ferne liegt, dass der Substanzwert des Bewertungsstichtags keine nennenswerte Indizwirkung f\u00fcr einen k\u00fcnftigen Liquidationswert hat. 2. NV: Die Frage, ob die in der Zivilrechtsprechung unter dem Schlagwort &#8220;Business Judgement Rule&#8221; entwickelten Grunds\u00e4tze zur Begrenzung der Haftung gesellschaftsrechtlicher Organe auch im Rahmen der Vertrauensschutzregelung des \u00a7 10b Abs. 4 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes anwendbar sind, k\u00f6nnte in einem k\u00fcnftigen Revisionsverfahren nicht gekl\u00e4rt werden, wenn im zugrunde liegenden Fall die grobe Fahrl\u00e4ssigkeit auch bei Anwendung der genannten Grunds\u00e4tze zu bejahen w\u00e4re.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":[],"kji_country":[7802],"kji_court":[8473],"kji_chamber":[9029],"kji_year":[7610],"kji_subject":[7646],"kji_keyword":[7808,8475,8215,8476],"kji_language":[7805],"class_list":["post-846075","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundesfinanzhof","kji_chamber-10-senat","kji_year-7610","kji_subject-divers","kji_keyword-beschluss","kji_keyword-bundesfinanzhof","kji_keyword-leitsatz","kji_keyword-senat","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.9 (Yoast SEO v27.9) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Bundesfinanzhof, 10. 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