{"id":846302,"date":"2026-05-06T07:25:38","date_gmt":"2026-05-06T05:25:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesverwaltungsgericht-6-senat-beschluss-2026-04-13-6-b-34-25\/"},"modified":"2026-05-06T07:25:38","modified_gmt":"2026-05-06T05:25:38","slug":"bundesverwaltungsgericht-6-senat-beschluss-2026-04-13-6-b-34-25","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/en\/jurisprudences\/bundesverwaltungsgericht-6-senat-beschluss-2026-04-13-6-b-34-25\/","title":{"rendered":"Bundesverwaltungsgericht, 6. Senat, Beschluss, 2026-04-13, 6 B 34.25"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beschwerde des Kl\u00e4gers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts f\u00fcr das Land Nordrhein-Westfalen vom 23. September 2025 wird zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger tr\u00e4gt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Wert des Streitgegenstandes wird f\u00fcr das Beschwerdeverfahren auf 5 000 \u20ac festgesetzt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>I<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger begehrt die gerichtliche Feststellung, dass der Vollzug von ihn betreffenden Ausschreibungsma\u00dfnahmen des Bundesamtes f\u00fcr Verfassungsschutz (BfV) nach \u00a7 17 Abs. 3 BVerfSchG rechtswidrig war.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Verwaltungsgericht hat die Klage mit Urteil vom 30. November 2023 abgewiesen und die Berufung wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache zugelassen. Das Urteil wurde dem fr\u00fcheren Prozessbevollm\u00e4chtigten des Kl\u00e4gers am 7. Dezember 2023 zugestellt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Am 24. Januar 2024 hat der Kl\u00e4ger Berufung eingelegt und Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragt. Das Oberverwaltungsgericht hat die Berufung nach Anh\u00f6rung der Beteiligten mit Beschluss vom 23. September 2025 als unzul\u00e4ssig verworfen. Dem Kl\u00e4ger k\u00f6nne infolge des Verschuldens seines fr\u00fcheren Prozessbevollm\u00e4chtigten keine Wiedereinsetzung in die vers\u00e4umte Berufungsfrist gew\u00e4hrt werden. Die Zurechnung des Verschuldens f\u00fchre vorliegend nicht &#8211; wie grunds\u00e4tzlich im Strafverfahren &#8211; zu einem schlechterdings unertr\u00e4glichen Ergebnis.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die vom Kl\u00e4ger vorgetragenen pers\u00f6nlichen Folgen der Ausschreibung des BfV, die \u00dcbermittlung der nachrichtendienstlichen Einsch\u00e4tzung seiner Person sowie seiner Flugdaten an den marokkanischen Geheimdienst, die \u00dcbergabe an die marokkanischen Beh\u00f6rden, die in Marokko erlittene Folter und die rechtsstaatlich bedenkliche Verurteilung zu einer langen Haftstrafe in Marokko seien nicht unmittelbar und zwangsl\u00e4ufig mit der Ausschreibung verbunden, sondern durch die marokkanische Staatsgewalt eingetreten. Die Ma\u00dfnahme des BfV wirke sich nicht wie eine strafrechtliche Verurteilung in Deutschland unmittelbar auf das gesamte Leben des Betroffenen aus.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Es sei verfassungsrechtlich nicht bedenklich, dass dem Kl\u00e4ger eine \u00dcberpr\u00fcfung des erstinstanzlichen Urteils in weiteren Instanzen verschlossen bleibe. Wenn er vortrage, ihm habe weder ein au\u00dfergerichtliches Pr\u00fcfungsverfahren noch ein sonstiges Verwaltungsverfahren zur Verf\u00fcgung gestanden, um seine Rechtsposition zu vertreten, lasse er au\u00dfer Acht, dass sein Rechtsschutzbegehren bereits durch ein Gericht gepr\u00fcft worden sei.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Oberverwaltungsgericht hat die Revision nicht zugelassen. Dagegen richtet sich die Beschwerde des Kl\u00e4gers, der die Beklagte entgegentritt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>II<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beschwerde des Kl\u00e4gers gegen die Nichtzulassung der Revision hat keinen Erfolg. Aus den Darlegungen in der Beschwerdebegr\u00fcndung, auf deren Pr\u00fcfung der Senat gem\u00e4\u00df \u00a7 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO f\u00fcr die Entscheidung \u00fcber die Revisionszulassung beschr\u00e4nkt ist, ergibt sich keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung der Rechtssache im Sinne des \u00a7 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Grunds\u00e4tzliche Bedeutung im Sinne von \u00a7 132 Abs. 2 Nr. 1 VwGO kommt einer Rechtssache nur zu, wenn eine konkrete fall\u00fcbergreifende und bislang h\u00f6chstrichterlich ungekl\u00e4rte Rechtsfrage des revisiblen Rechts f\u00fcr die angefochtene Entscheidung der Vorinstanz von Bedeutung war, deren Kl\u00e4rung im Revisionsverfahren zu erwarten und zur Erhaltung der Einheitlichkeit der Rechtsprechung oder zur Weiterentwicklung des Rechts geboten ist. Die Beschwerde muss gem\u00e4\u00df \u00a7 133 Abs. 3 Satz 3 VwGO erl\u00e4utern, dass und inwiefern die erstrebte Revisionsentscheidung zur Kl\u00e4rung einer bisher revisionsgerichtlich nicht beantworteten fall\u00fcbergreifenden Rechtsfrage des revisiblen Rechts f\u00fchren kann (BVerwG, Beschl\u00fcsse vom 23. Januar 2001 &#8211; 6 B 35.00 &#8211; WissR 2001, 377 Rn. 2; vom 9. Juli 2019 &#8211; 6 B 2.18 &#8211; Buchholz 310 \u00a7 132 Abs. 2 Ziff. 2 VwGO Nr. 31 Rn. 7 und vom 27. M\u00e4rz 2024 &#8211; 6 B 71.23 &#8211; N&amp;R 2024, 168 Rn. 7).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beschwerde erachtet folgende Fragen als grunds\u00e4tzlich bedeutsam:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>&#8220;1. Kann eine Zurechnung des Verschuldens eines Prozessbevollm\u00e4chtigten gegen\u00fcber der von ihm vertretenen Partei gem\u00e4\u00df \u00a7 173 S. 1 VwGO i. V. m. \u00a7 85 Abs. 2 ZPO in verwaltungsgerichtlichen Verfahren \u00fcber die nachtr\u00e4gliche Feststellung der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit einer auf Terrorismusvorw\u00fcrfen fu\u00dfenden Fahndungsausschreibung gem\u00e4\u00df \u00a7 17 Abs. 3 BVerfSchG zu ebenso &#8216;unertr\u00e4glichen Ergebnissen&#8217; f\u00fchren, wie sie das Bundesverfassungsgericht in seiner Grundsatzentscheidung BVerfGE 60, 253 sonst lediglich &#8216;grunds\u00e4tzlich im Strafverfahren&#8217; annimmt, eine Verschuldenszurechnung in derartigen Fallgestaltungen also dem Grunde nach ausscheiden?<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>2. a) Ist es f\u00fcr die Annahme von &#8216;unertr\u00e4glichen Ergebnissen&#8217; durch die Verschuldenszurechnung nach \u00a7 173 S. 1 VwGO i. V. m. \u00a7 85 Abs. 2 ZPO im Sinne der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfGE 60, 253) und des Bundesverwaltungsgerichts (vgl. etwa BVerwG, Beschl. v. 23.02.2021 &#8211; 2 C 11.19) und damit f\u00fcr die Annahme eines Ausnahmefalles von dieser Verschuldenszurechnung erforderlich, dass das dem Rechtsstreit zugrunde liegende Rechtsverh\u00e4ltnis unmittelbar und nicht lediglich mittelbar auf die h\u00f6chstpers\u00f6nlichen Rechtsg\u00fcter des Betroffenen wirkt?<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>bzw. im Umkehrschluss:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>b) F\u00fchrt der Umstand, dass die Folgen der Verschuldenszurechnung im verwaltungsgerichtlichen Verfahren gem\u00e4\u00df \u00a7 173 S. 1 VwGO i. V. m. \u00a7 85 Abs. 2 ZPO sich auf wichtige h\u00f6chstpers\u00f6nliche Rechtsg\u00fcter des Rechtsschutzsuchenden erst nach Erlass weiterer, auf einer beh\u00f6rdlichen Einordnung fu\u00dfender Ma\u00dfnahmen auswirkt dazu, dass eine Vergleichbarkeit zu den Folgen eines Strafverfahrens im Sinne der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (etwa BVerfGE 60, 253) grunds\u00e4tzlich ausscheidet?<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>3. F\u00fchrt der Umstand, dass das Rechtsschutzbegehren des Betroffenen bereits in einem gerichtlichen Verfahren gepr\u00fcft worden ist dazu, dass dem Grundsatz der Rechtssicherheit durch die uneingeschr\u00e4nkte und ausnahmslose Anwendung der Verschuldenszurechnung nach \u00a7 173 S. 1 VwGO i. V. m. \u00a7 85 Abs. 2 ZPO stets der Vorrang vor der Herbeif\u00fchrung materieller Gerechtigkeit einzur\u00e4umen ist?&#8221;<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Diese Fragen sind, soweit sie einen verallgemeinerungsf\u00e4higen Kern beinhalten und sich durch Rechtssatzbildung beantworten lassen, in der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung bereits gekl\u00e4rt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Nach dem im Verwaltungsprozess \u00fcber \u00a7 173 Satz 1 VwGO anwendbaren \u00a7 85 Abs. 2 ZPO steht das Verschulden des Bevollm\u00e4chtigten dem Verschulden der Partei gleich. Diese Zurechnungsregel schr\u00e4nkt den gerichtlichen Rechtsschutz nicht in verfassungswidriger Weise ein. Denn sie dient der Rechtssicherheit; ihre f\u00fcr das zivil- und das verwaltungsgerichtliche Verfahren einheitliche Regelung liegt im rechtsstaatlichen Interesse an der Klarheit, Einfachheit und Sicherheit des Prozessrechts. Deshalb durfte der Gesetzgeber im Interesse der Rechtssicherheit die damit verbundene Einbu\u00dfe an Chancen einer Partei, in jedem Einzelfall die materielle Rechtslage durch eine (weitere) gerichtliche Instanz kl\u00e4ren zu lassen, in Kauf nehmen. Diese gesetzgeberische Wertung steht regelm\u00e4\u00dfig im Einklang mit dem Grundgesetz (vgl. BVerfG, Beschluss vom 20. April 1982 &#8211; 2 BvL 26\/81 &#8211; BVerfGE 60, 253 &lt;288 f.&gt;; BVerwG, Beschluss vom 20. Juli 2016 &#8211; 6 B 35.16 &#8211; Buchholz 421.0 Pr\u00fcfungswesen Nr. 425 Rn. 6).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Sofern &#8211; wie im Verwaltungsprozess &#8211; die Ausgestaltung der gerichtlichen Verfahrensordnung eine umfassende Nachpr\u00fcfung des Verfahrensgegenstandes in tats\u00e4chlicher und rechtlicher Hinsicht gew\u00e4hrleistet, ist damit dem aus Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG wie aus etwaigen materiellen Grundrechtsverb\u00fcrgungen folgenden Schutzanspruch grunds\u00e4tzlich Gen\u00fcge getan (vgl. BVerfG, Beschluss vom 20. April 1982 &#8211; 2 BvL 26\/81 &#8211; BVerfGE 60, 253 &lt;297&gt;). Gesetzgeber und Fachgerichte sind hiernach im Grundsatz nicht gehalten, bei der Anwendung der Zurechnungsvorschrift anhand der jeweils inmitten stehenden materiellen subjektiven Rechte einschlie\u00dflich der Grundrechte zu differenzieren. Aus materiellen Grundrechten k\u00f6nnten konkrete normative Folgerungen f\u00fcr die Ausgestaltung des gerichtlichen Verfahrensrechts \u00fcber die Gew\u00e4hrleistungen des Art. 19 Abs. 4 Satz 1 GG und die Verfahrensgrundrechte hinaus nur unter ganz besonderen Umst\u00e4nden und nur dann gezogen werden, wenn sich unzweideutig erg\u00e4be, dass rechtsstaatlich unverzichtbare Erfordernisse hinreichenden Rechtsschutzes nicht mehr gewahrt w\u00e4ren (BVerwG, Beschluss vom 20. Juli 2016 &#8211; 6 B 35.16 &#8211; Buchholz 421.0 Pr\u00fcfungswesen Nr. 425 Rn. 7 m. w. N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Umstand, dass es einem Kl\u00e4ger in F\u00e4llen der vorliegenden Art nicht mehr m\u00f6glich ist, eine Sachentscheidung des Berufungsgerichts zu erhalten, liegt in der Natur der Endg\u00fcltigkeit der Verschuldenszurechnung (vgl. BVerfG, Beschluss vom 20. April 1982 &#8211; 2 BvL 26\/81 &#8211; BVerfGE 60, 253 &lt;298 f.&gt;); sie stellt keine Besonderheit des Verfahrens der \u00dcberpr\u00fcfung des Handelns von Verfassungsschutzbeh\u00f6rden dar. Von Verfassungs wegen w\u00e4re diese Rechtsfolge erst dann zu beanstanden, wenn sie zu schlechterdings unertr\u00e4glichen Ergebnissen &#8211; wie grunds\u00e4tzlich im Strafverfahren &#8211; f\u00fchren w\u00fcrde (vgl. BVerfG, Beschluss vom 20. April 1982 &#8211; 2 BvL 26\/81 &#8211; BVerfGE 60, 263 &lt;299&gt;).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Oberverwaltungsgericht hat diese Rechtss\u00e4tze seiner Entscheidung zugrunde gelegt. Anders als die Beschwerde insinuiert, hat es aber das Vorliegen eines Ausnahmefalles, in dem die Anwendung der Zurechnungsvorschrift zu &#8220;unertr\u00e4glichen Ergebnissen&#8221; f\u00fchrt, f\u00fcr die vorliegende Fallkonstellation weder prinzipiell noch rechtssatzm\u00e4\u00dfig ausgeschlossen. Vielmehr hat es im Rahmen seiner offenen Pr\u00fcfung, ob hier ein Ausnahmefall vorliegt, die den konkreten Einzelfall des Kl\u00e4gers kennzeichnenden tats\u00e4chlichen Umst\u00e4nde f\u00fcr die (Nicht-)\u00dcberschreitung der Schwelle eines &#8220;schlechterdings unertr\u00e4glichen Ergebnisses&#8221; argumentativ gew\u00fcrdigt und gewichtet. Die Vorinstanz hat &#8211; entgegen der Annahme der Beschwerde &#8211; weder das Vorliegen eines Ausnahmefalles von der Zurechnung gem\u00e4\u00df \u00a7 85 Abs. 2 ZPO f\u00fcr F\u00e4lle gerichtlicher \u00dcberpr\u00fcfung verfassungsschutzrechtlicher Fahndungsausschreibungen prinzipiell ausgeschlossen noch die f\u00fcr die Pr\u00fcfung herangezogenen Kriterien, ob ein &#8220;schlechterdings unertr\u00e4gliches Ergebnis&#8221; vorliegt, in den Rang generell notwendiger Voraussetzungen erhoben. Demzufolge erweisen sich die in der Beschwerdebegr\u00fcndung aufgeworfenen Fragestellungen &#8211; soweit sie nicht bereits gekl\u00e4rt sind &#8211; weder als entscheidungserheblich noch als kl\u00e4rungsf\u00e4hig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Selbst wenn man &#8211; zugunsten der Beschwerde &#8211; in rechtsschutzfreundlichem Verst\u00e4ndnis ihres Vorbringens annehmen wollte, dass sie damit zugleich eine Verfahrensr\u00fcge einer vom Berufungsgericht zu Unrecht verweigerten Sachentscheidung gem\u00e4\u00df \u00a7 132 Abs. 2 Nr. 3 VwGO erheben wollte, w\u00fcrde auch das nicht zum Erfolg f\u00fchren. Denn die Einzelfallw\u00fcrdigung des Oberverwaltungsgerichts, dass hier kein schlechterdings unertr\u00e4gliches Ergebnis vorliegt, ist nicht zu beanstanden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Von einer weiteren Begr\u00fcndung sieht der Senat ab (\u00a7 133 Abs. 5 Satz 2 Halbs. 2 VwGO).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kostenentscheidung folgt aus \u00a7 154 Abs. 2 VwGO. Die Streitwertfestsetzung beruht auf \u00a7 47 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 3 i. V. m. \u00a7 52 Abs. 1 GKG.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-WBRE202600274&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BVerwG_6_B_34_25_WBRE202600274.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tenor Die Beschwerde des Kl\u00e4gers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts f\u00fcr das Land Nordrhein-Westfalen vom 23. September 2025 wird zur\u00fcckgewiesen. Der Kl\u00e4ger tr\u00e4gt die Kosten des Beschwerdeverfahrens. Der Wert des Streitgegenstandes wird f\u00fcr das Beschwerdeverfahren auf 5 000 \u20ac festgesetzt. 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Senat, Beschluss, 2026-04-13, 6 B 34.25 - Ma\u00eetre Hassan Kohen, avocat en droit p\u00e9nal \u00e0 Paris<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kohenavocats.com\/en\/jurisprudences\/bundesverwaltungsgericht-6-senat-beschluss-2026-04-13-6-b-34-25\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Bundesverwaltungsgericht, 6. Senat, Beschluss, 2026-04-13, 6 B 34.25\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Tenor Die Beschwerde des Kl\u00e4gers gegen die Nichtzulassung der Revision in dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts f\u00fcr das Land Nordrhein-Westfalen vom 23. September 2025 wird zur\u00fcckgewiesen. Der Kl\u00e4ger tr\u00e4gt die Kosten des Beschwerdeverfahrens. 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