{"id":567163,"date":"2026-04-15T10:27:23","date_gmt":"2026-04-15T08:27:23","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bgh-senat-fur-anwaltssachen-beschluss-vom-23-12-2025-anwz-brfg-34-25\/"},"modified":"2026-04-15T10:27:23","modified_gmt":"2026-04-15T08:27:23","slug":"bgh-senat-fur-anwaltssachen-beschluss-vom-23-12-2025-anwz-brfg-34-25","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bgh-senat-fur-anwaltssachen-beschluss-vom-23-12-2025-anwz-brfg-34-25\/","title":{"rendered":"BGH Senat f\u00fcr Anwaltssachen, Beschluss vom 23.12.2025, AnwZ (Brfg) 34\/25"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Antrag des Kl\u00e4gers auf Zulassung der Berufung gegen das am 9.\u00a0Juli 2025 verk\u00fcndete Urteil des Anwaltsgerichtshofs Berlin &#8212;\u00a0II.\u00a0Senat\u00a0&#8212; wird abgelehnt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger tr\u00e4gt die Kosten des Zulassungsverfahrens.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Wert des Zulassungsverfahrens wird auf 50.000\u00a0\u20ac festgesetzt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align: center\">I.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Der Kl\u00e4ger ist seit 2013 zur Rechtsanwaltschaft zugelassen. Mit Bescheid vom 9.\u00a0Oktober 2024 widerrief die Beklagte die Zulassung des Kl\u00e4gers zur Rechtsanwaltschaft wegen Verm\u00f6gensverfalls (\u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Nr.\u00a07 BRAO). Die Klage gegen den Widerrufsbescheid hat der Anwaltsgerichtshof abgewiesen. Der Kl\u00e4ger beantragt die Zulassung der Berufung gegen das Urteil des Anwaltsgerichtshofs.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align: center\">II.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Der Zulassungsantrag hat keinen Erfolg. Ein Zulassungsgrund nach \u00a7\u00a0124 Abs.\u00a02 VwGO ist nicht gegeben (vgl. \u00a7\u00a0112e Satz\u00a02 BRAO, \u00a7\u00a0124a Abs.\u00a05 Satz\u00a02 VwGO).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a01. Ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils bestehen nicht (\u00a7\u00a0112e Satz\u00a02 BRAO, \u00a7\u00a0124 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 VwGO). Dieser Zulassungsgrund setzt voraus, dass ein einzelner tragender Rechtssatz oder eine erhebliche Tatsachenfeststellung des angefochtenen Urteils mit schl\u00fcssigen Argumenten in Frage gestellt wird. Zweifel an der Richtigkeit einzelner Rechtss\u00e4tze oder tats\u00e4chlicher Feststellungen f\u00fcllen den Zulassungsgrund dann nicht aus, wenn sie nicht die Richtigkeit des Ergebnisses erfassen (st.\u00a0Rspr.; Senat, Beschluss vom 27.\u00a0September 2023 &#8212;\u00a0AnwZ (Brfg) 18\/23, NJW-RR 2023, 1609 Rn.\u00a03 mwN).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<span style=\"color: rgb(0, 0, 0)\">Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Nr.\u00a07 BRAO ist die Zulassung zur Rechtsanwaltschaft zu widerrufen, wenn der Rechtsanwalt in Verm\u00f6gensverfall geraten ist, es sei denn, dass dadurch die Interessen der Rechtsuchenden nicht gef\u00e4hrdet sind. F\u00fcr die Beurteilung der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des Widerrufs einer Zulassung zur Rechtsanwaltschaft wegen Verm\u00f6gensverfalls ist nach der Rechtsprechung des Senats allein auf den Zeitpunkt des Abschlusses des beh\u00f6rdlichen Widerrufsverfahrens, also auf den Erlass des Widerspruchsbescheids oder &#8212;\u00a0wenn das grunds\u00e4tzlich vorgeschriebene Vorverfahren entbehrlich ist\u00a0&#8212; auf den Ausspruch der Widerrufsverf\u00fcgung abzustellen; die Beurteilung danach eingetretener Entwicklungen ist einem Wiederzulassungsverfahren vorbehalten (st.\u00a0Rspr.; vgl. nur Senatsbeschl\u00fcsse vom 29.\u00a0Juni 2011 &#8212;\u00a0AnwZ (Brfg) 11\/10, BGHZ 190, 187 Rn.\u00a09\u00a0ff.; vom 10.\u00a0M\u00e4rz 2014 &#8212;\u00a0AnwZ (Brfg) 77\/13, juris Rn.\u00a03 mwN und vom 12.\u00a0Dezember 2018 &#8212;\u00a0AnwZ (Brfg) 60\/17, juris Rn.\u00a04).<\/span>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0a) Ein Verm\u00f6gensverfall wird vermutet, wenn der Rechtsanwalt in das vom Vollstreckungsgericht zu f\u00fchrende Verzeichnis (\u00a7\u00a0882b ZPO) eingetragen ist (\u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Nr.\u00a07 Halbsatz\u00a02 BRAO). <span style=\"color: rgb(0, 0, 0)\">Ein Rechtsanwalt, der in diesem Verzeichnis eingetragen ist, muss nach st\u00e4ndiger Senatsrechtsprechung zur Widerlegung der Vermutung des Verm\u00f6gensverfalls ein vollst\u00e4ndiges und detailliertes Verzeichnis seiner Gl\u00e4ubiger und Verbindlichkeiten vorlegen und konkret darlegen sowie belegen, dass seine Verm\u00f6gens- und Einkommensverh\u00e4ltnisse nachhaltig geordnet sind (z.B. Senat, Beschl\u00fcsse vom 30.\u00a0Mai 2022 &#8212;\u00a0AnwZ (Brfg) 6\/22, juris Rn.\u00a06 und vom 18.\u00a0Juli 2025 &#8212;\u00a0AnwZ (Brfg) 3\/25, juris Rn.\u00a05; jew. mwN).<\/span>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Daneben sind Beweisanzeichen f\u00fcr einen Verm\u00f6gensverfall des Rechtsanwalts gegen ihn bestehende offene Forderungen, Titel und Vollstreckungsma\u00dfnahmen (vgl. etwa Senat, Beschl\u00fcsse vom 29.\u00a0April 2019 &#8212;\u00a0AnwZ (Brfg) 21\/19, juris Rn.\u00a05; vom 16.\u00a0Oktober 2019 &#8212;\u00a0AnwZ\u00a0(Brfg) 46\/19, juris Rn.\u00a05, vom 17.\u00a0November 2020 &#8212;\u00a0AnwZ (Brfg) 20\/20, juris Rn.\u00a014 und vom 30.\u00a0August 2024 &#8212;\u00a0AnwZ\u00a0(Brfg) 22\/24, juris Rn.\u00a06; jeweils mwN). Ein Rechtsanwalt, bei dem Beweisanzeichen f\u00fcr den Verm\u00f6gensverfall wie offene Forderungen und Titel vorliegen, kann diese Schlussfolgerung nur dadurch entkr\u00e4ften, dass er umfassend darlegt, wie er die Forderungen zur\u00fcckf\u00fchren oder anderweitig regulieren wollte (vgl. Senat, Beschl\u00fcsse vom 29.\u00a0April 2019, aaO Rn.\u00a06; vom 16.\u00a0Oktober 2019, aaO Rn.\u00a07 und vom 30.\u00a0August 2024 aaO Rn.\u00a07; jeweils mwN). Er muss zudem ein vollst\u00e4ndiges und detailliertes Verzeichnis seiner Gl\u00e4ubiger und Verbindlichkeiten vorlegen und konkret darlegen, dass seine Verm\u00f6gens- und Einkommensverh\u00e4ltnisse nachhaltig geordnet sind (Senat, Beschl\u00fcsse vom 21. Oktober 2019 &#8212;\u00a0AnwZ\u00a0(Brfg) 32\/19, ZInsO 2019, 2520 Rn.\u00a07, vom 17.\u00a0November 2020, aaO Rn.\u00a025 und vom 30.\u00a0August 2024 aaO).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Der Kl\u00e4ger hat sich zum ma\u00dfgeblichen Zeitpunkt des Widerrufsbescheides vom 9.\u00a0Oktober 2024 in Verm\u00f6gensverfall befunden. Der Anwaltsgerichtshof hat dies aus der gesetzlichen Vermutung des \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Nr.\u00a07 Halbsatz\u00a02 BRAO hergeleitet, da im Hinblick auf den Kl\u00e4ger im Zeitpunkt des Widerrufs in dem vom Vollstreckungsgericht zu f\u00fchrenden Verzeichnis zwei Eintragungen bestanden (S.\u00a04\u00a0f des angefochtenen Urteils). Zudem hat der Anwaltsgerichtshof den Verm\u00f6gensverfall des Kl\u00e4gers aus offenen Forderungen, Titeln und Vollstreckungshandlungen gegen den Kl\u00e4ger hergeleitet (S.\u00a05 des angefochtenen Urteils).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Die hiergegen gerichteten R\u00fcgen des Kl\u00e4gers begr\u00fcnden keine ernstlichen Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0aa) <span style=\"color: rgb(0, 0, 0)\">Soweit der Kl\u00e4ger auf seine werthaltigen Immobilien verweist, wird auf die zutreffenden und nicht erg\u00e4nzungsbed\u00fcrftigen Ausf\u00fchrungen des Anwaltsgerichtshofs zum Erfordernis eines liquiden Verm\u00f6genswertes Bezug genommen (S.\u00a05 des angefochtenen Urteils).<\/span>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0bb) Zwar kommt die Vermutung des Verm\u00f6gensverfalls nach \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Nr.\u00a07 Halbsatz\u00a02 BRAO nicht zur Geltung, wenn der Rechtsanwalt nachweist, dass die der Eintragung in das vom Vollstreckungsgericht zu f\u00fchrende Verzeichnis zugrundeliegende Forderung im ma\u00dfgeblichen Zeitpunkt bereits getilgt war (Senat, Beschluss vom 27.\u00a0September 2023, aaO Rn.\u00a06 mwN). Die insofern erhobene R\u00fcge des Kl\u00e4gers, der Anwaltsgerichtshof habe nicht ausreichend ber\u00fccksichtigt, dass er, der Kl\u00e4ger, die vollstreckten Forderungen beglichen gehabt habe und laufende Vollstreckungsma\u00dfnahmen s\u00e4mtlich aufgehoben worden seien, das Finanzamt W.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 habe an ihn zwischenzeitlich sogar \u00fcberzahlte Steuern von 5.000\u00a0\u20ac zur\u00fcckerstattet, vermag ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils nicht zu begr\u00fcnden. Der Anwaltsgerichtshof (S.\u00a05 des angefochtenen Urteils) weist vielmehr zu Recht darauf hin, dass der Kl\u00e4ger nicht substantiiert dargelegt hat, dass er die gegen ihn gerichteten Forderungen beglichen hat. Dies geschieht auch in der Begr\u00fcndung des Antrags des Kl\u00e4gers auf Zulassung der Berufung nicht. Seine dortigen Ausf\u00fchrungen betreffen bereits nur Forderungen des Finanzamts W.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 und nicht die &#8212;\u00a0zum Zeitpunkt des Widerrufsbescheides der Beklagten vom 9.\u00a0Oktober 2024 ebenfalls in Vollstreckung befindlichen\u00a0&#8212; Forderungen des Versorgungswerks der Rechtsanw\u00e4lte. Insofern hat der Prozessbevollm\u00e4chtigte der Beklagten in der m\u00fcndlichen Verhandlung vor dem Anwaltsgerichtshof ein Schreiben des Versorgungswerk\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0vom 11.\u00a0Juni 2025 \u00fcberreicht, nach dem selbst zu diesem Zeitpunkt noch Vollstreckungsma\u00dfnahmen gegen den Kl\u00e4ger anh\u00e4ngig waren. Zudem geht aus der vom Kl\u00e4ger vorgelegten Anlage K\u00a03 nicht hervor, worauf die dort ausgewiesene Erstattung des Finanzamts C.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 vom 9.\u00a0September 2024 erfolgt ist. Die in der Anlage genannte Erstattungsmitteilung, aus der sich dies m\u00f6glicherweise ergibt, legt der Kl\u00e4ger nicht vor.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<span style=\"color: rgb(0, 0, 0)\">b) Ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils bestehen auch nicht, soweit dort ausgef\u00fchrt wird, eine Sondersituation, die die Gef\u00e4hrdung der Interessen der Rechtsuchenden trotz Verm\u00f6gensverfalls ausschlie\u00dfe, sei nicht ersichtlich (S.\u00a06 des angefochtenen Urteils).<\/span>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<span style=\"color: rgb(0, 0, 0)\">Nach der Rechtsprechung des Senats ist nach der in \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Nr.\u00a07 BRAO zum Ausdruck kommenden Wertung des Gesetzgebers mit dem Verm\u00f6gensverfall eines Rechtsanwalts grunds\u00e4tzlich eine Gef\u00e4hrdung der Interessen der Rechtsuchenden verbunden. Auch wenn diese Regelung nicht im Sinne eines Automatismus zu verstehen ist, die Gef\u00e4hrdung daher nicht zwangsl\u00e4ufig und ausnahmslos schon aus dem Vorliegen eines Verm\u00f6gensverfalls folgt, kann sie im nach der gesetzlichen Wertung vorrangigen Interesse der Rechtsuchenden nur in seltenen Ausnahmef\u00e4llen verneint werden, wobei den Rechtsanwalt hierf\u00fcr die Feststellungslast trifft (st.\u00a0Rspr.; vgl. Senat, Beschluss vom 11.\u00a0Mai 2023 &#8212;\u00a0AnwZ (Brfg) 33\/22, BRAK-Mitt. 2023, 328 Rn.\u00a011 m.zahlr.w.N.). Von einem solchen Ausnahmefall kann nur ausgegangen werden, wenn im Zeitpunkt des Widerrufs eine sichere Prognose dahingehend getroffen werden kann, dass sich im zu entscheidenden Einzelfall die typischen Gefahren, die mit dem Verm\u00f6gensverfall eines Anwalts verbunden sind, nicht realisieren werden (Senat, Beschl\u00fcsse vom 11.\u00a0Mai 2023, aaO und vom 10.\u00a0Oktober 2022 &#8212;\u00a0AnwZ\u00a0(Brfg) 19\/22 juris Rn.\u00a07 mwN).<\/span>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<span style=\"color: rgb(0, 0, 0)\">Soweit der Kl\u00e4ger in diesem Zusammenhang geltend macht, er nehme auf ihm geh\u00f6renden Konten keine Fremdgelder entgegen, damit sei organisatorisch sichergestellt, dass diese nicht f\u00fcr seine Zwecke verwendet w\u00fcrden, begr\u00fcndet dies keinen Ausnahmefall im Sinne der vorgenannten Senatsrechtsprechung. Entscheidend ist, dass es dem Kl\u00e4ger m\u00f6glich ist, jederzeit sein Verhalten zu \u00e4ndern und k\u00fcnftig &#8212;\u00a0un\u00fcberwacht\u00a0&#8212; wieder mit Mandantengeldern in Ber\u00fchrung zu kommen (vgl. Senat, Beschluss vom 7.\u00a0M\u00e4rz 2024 &#8212;\u00a0AnwZ (Brfg) 39\/23, juris Rn.\u00a07 mwN).<\/span>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a02. Dem Anwaltsgerichtshof ist kein Verfahrensfehler unterlaufen, auf dem das Urteil beruhen kann (\u00a7\u00a0112e Satz\u00a02 BRAO, \u00a7\u00a0124 Abs.\u00a02 Nr.\u00a05 VwGO). Soweit der Kl\u00e4ger die Verletzung rechtlichen Geh\u00f6rs r\u00fcgt, begr\u00fcndet er dies nicht. Die angefochtene Entscheidung stellt entgegen seiner Auffassung keine \u00dcberraschungsentscheidung dar.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align: center\">III.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7\u00a0112c Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BRAO, \u00a7\u00a0154 Abs.\u00a02 VwGO, die Streitwertfestsetzung auf \u00a7\u00a0194 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 BRAO.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Limperg\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Remmert\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Gr\u00fcneberg<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Merk\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Ge\u00dfner<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KORE705572026&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BGH_Senat_f%C3%BCr_Anwaltssachen_AnwZ__Brfg__34-25_KORE705572026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tenor Der Antrag des Kl\u00e4gers auf Zulassung der Berufung gegen das am 9. 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