{"id":602908,"date":"2026-04-19T08:48:03","date_gmt":"2026-04-19T06:48:03","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-19-fevrier-2024-n-7b-615-2023\/"},"modified":"2026-04-19T08:48:03","modified_gmt":"2026-04-19T06:48:03","slug":"tribunal-federal-suisse-19-fevrier-2024-n-7b-615-2023","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-19-fevrier-2024-n-7b-615-2023\/","title":{"rendered":"Tribunal f\u00e9d\u00e9ral suisse, 19 f\u00e9vrier 2024, n\u00b0 7B 615-2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<p>Bundesgericht<\/p>\n<p>Tribunal f\u00e9d\u00e9ral<\/p>\n<p>Tribunale federale<\/p>\n<p>Tribunal federal<\/p>\n<p>7B_615\/2023, 7B_616\/2023<\/p>\n<p>Urteil vom 19. Februar 2024<\/p>\n<p>II. strafrechtliche Abteilung<\/p>\n<p>Besetzung<\/p>\n<p>Bundesrichter Abrecht, Pr\u00e4sident,<\/p>\n<p>Bundesrichterin Koch, Bundesrichter Hurni,<\/p>\n<p>Gerichtsschreiber Hahn.<\/p>\n<p>Verfahrensbeteiligte<\/p>\n<p>A.________,<\/p>\n<p>vertreten durch Rechtsanwalt Rainer L. Fringeli,<\/p>\n<p>Beschwerdef\u00fchrerin,<\/p>\n<p>gegen<\/p>\n<p>1. B.________ AG,<\/p>\n<p>vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Thomas Sprenger,<\/p>\n<p>2. C.________ AG in Liquidation,<\/p>\n<p>3. D.________ AG in Liquidation,<\/p>\n<p>beide vertreten durch P.________ AG, Rechtsanw\u00e4ltin Melanie Gasser,<\/p>\n<p>4. E.________ SA,<\/p>\n<p>vertreten durch Rechtsanwalt Reto Marbacher,<\/p>\n<p>5. F.________ AG,<\/p>\n<p>vertreten durch Rechtsanwalt Andreas B\u00e4ttig,<\/p>\n<p>6. G.________ AG,<\/p>\n<p>vertreten durch Rechtsanwalt Stephan Erbe,<\/p>\n<p>7. H.________,<\/p>\n<p>8. I.________ AG,<\/p>\n<p>beide vertreten durch Rechtsanw\u00e4ltin Dr. Vera Delnon,<\/p>\n<p>9. J.________ SA,<\/p>\n<p>vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Markus D\u00f6rig,<\/p>\n<p>10. K.________ SA,<\/p>\n<p>vertreten durch Rechtsanwalt Martin Romann,<\/p>\n<p>11. L.________ AG,<\/p>\n<p>vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Alex Ertl,<\/p>\n<p>12. M.________,<\/p>\n<p>13. N.________,<\/p>\n<p>Beschwerdegegner,<\/p>\n<p>Bundesanwaltschaft,<\/p>\n<p>Guisanplatz 1, 3003 Bern,<\/p>\n<p>O.________ AG.<\/p>\n<p>Gegenstand<\/p>\n<p>Beschlagnahme, Kostenfolge,<\/p>\n<p>Beschwerde gegen die prozessleitenden Verf\u00fcgungen des Bundesstrafgerichts, Berufungskammer, Einzelrichterin, vom 12. Juli 2023 und 4. August 2023 (CA.2021.18).<\/p>\n<p>Sachverhalt:<\/p>\n<p>A.<\/p>\n<p>A.a. A.________ wurde mit Urteil der Strafkammer des Bundesstrafgerichts vom 30. August 2021 der mehrfachen Urkundenf\u00e4lschung, des gewerbsm\u00e4ssigen Betrugs sowie der Misswirtschaft schuldig gesprochen und zu einer Freiheitsstrafe von 45 Monaten verurteilt. Hinsichtlich des Vorwurfs der Urkundenf\u00e4lschung und des Betrugs f\u00fcr Handlungen vor dem 31. August 2006 sowie bez\u00fcglich des Vorwurfs der Geldw\u00e4scherei wurde das Verfahren eingestellt. Betreffend den Vorwurf der Urkundenf\u00e4lschung wurde die Beschuldigte teilweise freigesprochen. Im Urteil wurden zudem Ersatzforderungen zu Lasten von A.________ begr\u00fcndet, unter anderem zu Gunsten der Eidgenossenschaft, des Drittbetroffenen M.________ sowie der L.________ AG. \u00dcberdies wurde A.________ verpflichtet, der Privatkl\u00e4gerin E.________ SA Schadenersatz zu bezahlen, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen Zivilklagen auf den Zivilweg verwiesen wurden. Gegen das Urteil der Strafkammer wurde von verschiedenen Parteien Berufung bzw. Anschlussberufung erkl\u00e4rt. Das Verfahren ist bei der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts h\u00e4ngig.<\/p>\n<p>A.b. Im Rahmen der Strafuntersuchung beschlagnahmte die Bundesanwaltschaft mit Verf\u00fcgung vom 11. August 2010 das im Eigentum der L.________ AG stehende und von A.________ und ihrem Ehemann bewohnte Wohnhaus an der U.________strasse in V.________. Mit Verf\u00fcgung vom 20. September 2010 beschlagnahmte die Bundesanwaltschaft zudem diverses Mobiliar und Kunstgegenst\u00e4nde etc., welche sich im Wohnhaus befanden. Die beschlagnahmten Gegenst\u00e4nde wurden dem Ehepaar zur weiteren Nutzung belassen mit der Androhung, wonach insbesondere der Abtransport, jegliches Ver\u00e4ussern oder Verschenken sowie Verpf\u00e4nden ein Ungehorsam gegen eine amtliche Verf\u00fcgung im Sinne von Art. 292 StGB darstelle und mit Busse bestraft werde. Die Liegenschaft an der U.________strasse in V.________ wurde im Jahr 2018 auf Ersuchen der L.________ AG verkauft, wobei die Bundesanwaltschaft die Grundbuchsperre unter der Bedingung aufhob, den Verkaufserl\u00f6s wiederum zu beschlagnahmen.<\/p>\n<p>Aufgrund des Liegenschaftsverkaufs mussten A.________ und ihr Ehemann den Umzug des beschlagnahmten Mobiliars organisieren. Die Bundesanwaltschaft bewilligte dem Ehepaar den Transport des Mobilliars in das Tessin unter der Auflage der sofortigen Mitteilung des neuen Lagerorts. Die ersuchte Freigabe der Verm\u00f6genswerte wies sie ab. In der Folge beauftragte A.________ die O._______ AG f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des Umzugs. Dabei liess sie die beschlagnahmten Gegenst\u00e4nde nicht ins Tessin transportieren, sondern neben privaten Gegenst\u00e4nden bei der O._______ AG in W.______ einlagern. Die Bundesanwaltschaft wurde dar\u00fcber nicht informiert. Kenntnis von der Einlagerung der beschlagnahmten Gegenst\u00e4nde erhielt die Bundesanwaltschaft im Februar 2021, als die O._______ AG sie dar\u00fcber informierte, dass A.________ einen Grossteil der Rechnungen f\u00fcr den Transport und die Lagerung des Mobiliars nicht bezahlt habe.<\/p>\n<p>A.c. Nach diversen Abkl\u00e4rungen und einer Vernehmlassung unter allen Verfahrensbeteiligten hob die aufgrund des h\u00e4ngigen Berufungsverfahrens nunmehr mit der Verfahrensleitung betraute Vorsitzende der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts mit Verf\u00fcgung vom 12. Juli 2023 die Beschlagnahme diverser Gegenst\u00e4nde (Dispositiv-Ziffern 1 und 2) &#8212; abgesehen von wenigen Ausnahmen mit entweder Sch\u00e4tzwerten von \u00fcber Fr. 10&#039;000.&#8212; oder von kleineren, bei der Bundesanwaltschaft zu lagernden Gegenst\u00e4nden (Dispositiv-Ziffer 3) &#8212; auf mit der Begr\u00fcndung, die Lagerungskosten st\u00fcnden nicht mehr im Verh\u00e4ltnis zu einem derzeitigen oder k\u00fcnftig zu erzielenden Verwertungserl\u00f6s. Eine Beschlagnahme sei weder aus \u00f6konomischen noch prozess\u00f6konomischen Gr\u00fcnden weiterhin zweck- und verh\u00e4ltnism\u00e4ssig. F\u00fcr die Verf\u00fcgung erhob die Verfahrensleitung keine Kosten und hielt fest, allf\u00e4llige Entsch\u00e4digungen w\u00fcrden im Endentscheid festgesetzt (Dispositiv-Ziffer 5).<\/p>\n<p>B.<\/p>\n<p>Mit Eingabe vom 21. Juli 2023 beantragte A.________ bei der Verfahrensleitung der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts, die aufgelaufenen Transport- und Lagerungskosten der O.______ AG seien durch Freigabe beschlagnahmter Verm\u00f6genswerte bzw. durch den Staat zu bezahlen oder zu bevorschussen, da es sich hierbei um Verfahrenskosten handle. Mit prozessleitender Verf\u00fcgung vom 4. August 2023 wies die Verfahrensleitung die gestellten Antr\u00e4ge einstweilen ab (Dispositiv-Ziffer 1). Zudem entschied sie, \u00fcber allf\u00e4llige Entsch\u00e4digungen werde im Endentscheid befunden (Dispositiv-Ziffer 2).<\/p>\n<p>C.<\/p>\n<p>C.a.<\/p>\n<p>Mit jeweils separaten Eingaben vom 13. September 2023 f\u00fchrt A.________ Beschwerde in Strafsachen gegen die Verf\u00fcgungen der Verfahrensleitung der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts vom 12. Juli 2023 und vom 4. August 2023. Das Bundesgericht er\u00f6ffnete hierzu die Beschwerdeverfahren 7B_615\/2023 und 7B_616\/2023. Die Beschwerdef\u00fchrerin beantragt, unter Aufhebung der Verf\u00fcgung vom 4. August 2023 sowie der Dispositiv-Ziffer 5 der Verf\u00fcgung vom 12. Juli 2023 seien die gesamten R\u00e4umungs-, Transport-, Lager- und Lagerr\u00e4umungskosten in Anwendung von Art. 417 StPO durch den Staat zu zahlen. Eventualiter seien die Umzugs-, Transport- und Lagerkosten entsprechend einer von ihr vorgeschlagenen Regelung aufzuteilen. Subeventualiter sei die Verf\u00fcgung vom 4. August 2023 sowie Dispositiv-Ziffer 5 der Verf\u00fcgung vom 12. Juli 2023 aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung an die Vorinstanz zur\u00fcckzuweisen. In prozessualer Hinsicht ersucht sie um Gew\u00e4hrung der unentgeltlichen Rechtspflege. Zudem beantragt sie die Erteilung der aufschiebenden Wirkung sowie den Erlass vorsorglicher Massnahmen.<\/p>\n<p>Die Bundesanwaltschaft beantragt die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin 2 beantragt als Privatkl\u00e4gerin die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf einzutreten sei. Die Beschwerdegegnerin 11 beantragt als Drittbetroffene die Gutheissung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin 10 hat auf eine Vernehmlassung verzichtet. Die \u00fcbrigen Parteien haben sich nicht vernehmen lassen. Die Beschwerdef\u00fchrerin hat am 5. Dezember 2023 repliziert.<\/p>\n<p>C.b.<\/p>\n<p>Mit Verf\u00fcgung vom 13. Oktober 2023 hat der Pr\u00e4sident der II. Strafrechtlichen Abteilung des Bundesgerichts die Beschwerdeverfahren 7B_615\/2023 und 7B_616\/2023 vereinigt. Zudem wies er die Gesuche um Erteilung der aufschiebenden Wirkung sowie den Erlass vorsorglicher Massnahmen ab.<\/p>\n<p>Erw\u00e4gungen:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>1.1. Angefochten sind zwei Entscheide der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts in einer strafrechtlichen Angelegenheit. Dagegen steht die Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. BGG grunds\u00e4tzlich offen (Art. 79 e contrario und Art. 80 Abs. 1 BGG). In Bezug auf die angefochtene Verf\u00fcgung vom 12. Juli 2023 gilt es indes zu ber\u00fccksichtigen, dass diese die Aufhebung einer Beschlagnahmung von Verm\u00f6genswerten zum Gegenstand hat. Entgegen der Auffassung der Beschwerdef\u00fchrerin gilt bei derartigen strafprozessualen Zwischenentscheiden der Fristenstillstand gem\u00e4ss Art. 46 Abs. 1 BGG nicht (BGE 143 IV 357 E. 1.2.1 f.; 135 I 257 E. 1.5). Nachdem der Beschwerdef\u00fchrerin die Verf\u00fcgung nach eigenen Angaben am 13. Juli 2023 zugestellt wurde, begann die Rechtsmittelfrist am 14. Juli 2023 zu laufen (Art. 44 Abs. 1 BGG) und endete am 14. August 2023 (Art. 45 Abs. 1 BGG). Die beim Bundesgericht am 13. September 2023 eingereichte Beschwerde gegen die Verf\u00fcgung vom 12. Juli 2023 (Beschwerdeverfahren 7B_615\/2023) erfolgte damit weit nach Ablauf der Beschwerdefrist von 30 Tagen (Art. 100 Abs. 1 BGG), weshalb auf sie nicht einzutreten ist.<\/p>\n<p>1.2. Die ebenfalls angefochtene Verf\u00fcgung vom 4. August 2023 betrifft alleine die Frage der Kostentragung der im Zusammenhang mit dem Transport und der Lagerung des beschlagnahmten Mobiliars der Beschwerdef\u00fchrerin entstandenen Kosten. Insoweit kann sich die Beschwerdef\u00fchrerin auf den Fristenstillstand gem\u00e4ss Art. 46 Abs. 1 lit. b BGG berufen und erfolgte die Beschwerde damit fristgerecht. Die Verf\u00fcgung vom 4. August 2023 schliesst das gegen die Beschwerdef\u00fchrerin gef\u00fchrte Strafverfahren indes nicht ab und betrifft weder die Zust\u00e4ndigkeit noch ein Ausstandsbegehren im Sinne von Art. 92 BGG. Es handelt sich somit um einen anderen selbstst\u00e4ndig er\u00f6ffneten Vor- und Zwischenentscheid im Sinne von Art. 93 BGG. Das Bundesgericht pr\u00fcft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob eine gegen einen solchen Zwischenentscheid eingereichte Beschwerde zul\u00e4ssig ist (BGE 143 IV 357 E. 1; 143 III 140 E. 1; 141 III 395 E. 2.1).<\/p>\n<p>1.3. Gegen andere selbstst\u00e4ndig er\u00f6ffnete Vor- und Zwischenentscheide ist die Beschwerde gem\u00e4ss Art. 93 Abs. 1 BGG nur zul\u00e4ssig, wenn diese einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken k\u00f6nnen (lit. a) oder &#8212; was vorliegend nicht der Fall ist &#8212; wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeif\u00fchren und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten f\u00fcr ein weitl\u00e4ufiges Beweisverfahren ersparen w\u00fcrde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Nach der Rechtsprechung muss der drohende nicht wieder gutzumachende Nachteil rechtlicher Natur sein, welcher sp\u00e4ter nicht mehr durch einen Endentscheid oder einen anderen, f\u00fcr die beschwerdef\u00fchrende Person g\u00fcnstigen Entscheid wieder gutgemacht werden kann. Diese Regelung st\u00fctzt sich auf die Verfahrens\u00f6konomie. In seiner Funktion als oberstes Gericht soll sich das Bundesgericht grunds\u00e4tzlich nur ein Mal mit einem Verfahren besch\u00e4ftigen m\u00fcssen, und dies nur dann, wenn sicher ist, dass der Beschwerdef\u00fchrer tats\u00e4chlich einen endg\u00fcltigen Nachteil erleidet. Rein tats\u00e4chliche Nachteile wie eine Verfahrensverl\u00e4ngerung oder -verteuerung reichen nicht aus (statt vieler: BGE 148 IV 155 E. 1.1 mit Hinweisen). Die beschwerdef\u00fchrende Person hat bei der Anfechtung von Zwischenentscheiden die Eintretensvoraussetzungen darzulegen (siehe Art. 42 Abs. 2 BGG; BGE 148 IV 155 E. 1.1; 141 IV 284 E. 2.3; je mit Hinweisen).<\/p>\n<p>1.4. Die Beschwerdef\u00fchrerin erblickt den nicht wieder gutzumachenden Nachteil gem\u00e4ss Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG darin, dass die O.______ AG entsprechend den vertraglich vereinbarten Lagerbestimmungen ihr Retentionsrecht an den bei ihr eingelagerten und nunmehr von der Verfahrensleitung der Berufungskammer freigegebenen beschlagnahmten Verm\u00f6genswerten geltend machen werde, da die aufgelaufenen Lagerkosten bislang unbezahlt geblieben seien. Weil sie nicht \u00fcber die n\u00f6tigen finanziellen Mitteln f\u00fcr die Bezahlung der Lagerkosten verf\u00fcge und die Vorinstanz in den angefochtenen Verf\u00fcgungen die \u00dcbernahme der Kosten durch den Staat einstweilen abgelehnt habe, drohe ihr somit der Verlust ihres Eigentums.<\/p>\n<p>1.5. Die Beschwerdef\u00fchrerin ficht vor Bundesgericht nur die Dispositiv-Ziffer 5 der Verf\u00fcgung vom 12. Juli 2023 sowie die Dispositiv-Ziffern 1 und 2 der Verf\u00fcgung vom 4. August 2023 an. Gegenstand des bundesgerichtlichen Verfahrens ist somit einzig die Frage, ob und gegebenenfalls inwieweit die aufgelaufenen Kosten f\u00fcr den Transport und die Lagerung des beschlagnahmten Mobiliars der Beschwerdef\u00fchrerin durch den Staat zu bezahlen oder zu bevorschussen sind. Insoweit wurde in der streitgegenst\u00e4ndlichen Verf\u00fcgung vom 4. August 2023 entschieden, dass die Kosten einstweilen nicht durch die \u00f6ffentliche Hand getragen oder bevorschusst werden und \u00fcber allf\u00e4llige Entsch\u00e4digungen erst im Endentscheid befunden werde. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrt die Vorinstanz im Wesentlichen aus, die Beschwerdef\u00fchrerin habe das beschlagnahmte Mobiliar &#8212; nebst weiteren privaten Gegenst\u00e4nden &#8212; ohne R\u00fccksprache und Einverst\u00e4ndnis der Bundesanwaltschaft bei der O.______ AG eingelagert. Die entstandenen Aufw\u00e4nde seien damit das Resultat eines von der Beschwerdef\u00fchrerin ohne Absprache mit der Verfahrensleitung abgeschlossenen Vertrags, dessen einzige Schuldnerin sie selber sei. Die aufgelaufenen Lager- und Transportkosten geh\u00f6rten damit nicht zu den Verfahrenskosten nach Art. 4 StPO und seien daher einstweilen nicht vom Bund zu tragen bzw. zu bevorschussen.<\/p>\n<p>1.6. Entgegen den Vorbringen der Beschwerdef\u00fchrerin kann bei dieser Sachlage nicht auf einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil i.S.v. Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG geschlossen werden. Der Umstand, dass w\u00e4hrend der Dauer eines Verfahrens eine Geldsumme bezahlt werden muss, ist angesichts der dargelegten Rechtsprechung lediglich ein tats\u00e4chlicher, aber kein rechtlicher Nachteil, da die Beschwerdef\u00fchrerin bei einem sp\u00e4teren Obsiegen in diesem Beschwerdepunkt von der Kostentragung befreit w\u00fcrde (BGE 138 III 333 E. 1.3.1 f.; Urteil 6B_1094\/2014 vom 17. M\u00e4rz 2015 E. 1; GR\u00c9GORY BOVEY, in: Commentaire de la LTF, 3. Aufl. 20, N. 20 zu Art. 93 BGG). Dies gilt vorliegend umso mehr, als die Vorinstanz die \u00dcbernahme der Transport- und Lagerkosten durch den Bund nur einstweilen abgelehnt hat, sie mithin noch keinen definitiven Entscheid \u00fcber die Kostentragung gef\u00e4llt hat. Anders verhalten k\u00f6nnte es sich, wenn der beschwerdef\u00fchrenden Partei aufgrund der durch den Zwischenentscheid zu leistenden Zahlungen beispielsweise der Konkurs oder andere erhebliche finanzielle Schwierigkeiten oder sonstige nicht wieder gutzumachende Nachteile drohen k\u00f6nnten (Urteile 5A_147\/2020 vom 24. August 2020 E. 2.3; 2C_836\/2017 vom 11. Oktober 2017 E. 3.4; FELIX UHLMANN, in: Basler Kommentar BGG, 3. Aufl. 2018, N. 12 zu Art. 93 BGG). Derartiges ist jedoch nicht ersichtlich und auch nicht dargetan. Nachdem die von der Vorinstanz mit Verf\u00fcgung vom 12. Juli 2023 aufgehobene Beschlagnahmung des Mobiliars der Beschwerdef\u00fchrerin von keiner Partei angefochten wurde, kann die O.______ AG insbesondere bereits seit Ablauf der Rechtsmittelfrist und damit grunds\u00e4tzlich unabh\u00e4ngig vom Ausgang des vorliegenden Verfahrens von ihrem Retentionsrecht Gebrauch machen. Das Argument der Beschwerdef\u00fchrerin, ihr drohe aufgrund des angefochtenen Zwischenentscheids der Verlust des Eigentums an ihrem vormals beschlagnahmten Mobiliar, verf\u00e4ngt damit nicht.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Zusammengefasst erweisen sich die Beschwerden gegen die Verf\u00fcgungen der Verfahrensleitung der Berufungskammer des Bundesstrafgerichts vom 12. Juli 2023 und 4. August 2023 aus den genannten Gr\u00fcnden als unzul\u00e4ssig, weshalb auf sie nicht einzutreten ist. Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege sind wegen Aussichtslosigkeit der Beschwerden abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 BGG). Damit werden die Beschwerdef\u00fchrerin und die L.________ AG, welche die Gutheissung der Beschwerden beantragt hat, zu gleichen Teilen und unter solidarischer Haftung kostenpflichtig (Art. 66 Abs. 1 und 5 BGG). Zudem haben sie der C.________ AG in Liquidation eine angemessene Parteientsch\u00e4digung auszurichten (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG), zu gleichen Teilen und unter solidarischer Haftung (Art. 68 Abs. 4 in Verbindung mit Art. 66 Abs. 5 BGG). Die Bundesanwaltschaft hat keinen Anspruch auf eine Parteientsch\u00e4digung (Art. 68 Abs. 3 BGG). Dasselbe gilt f\u00fcr die Beschwerdegegnerin 10, die auf eine Vernehmlassung verzichtet hat und der im bundesgerichtlichen Verfahren somit keine Kosten entstanden sind.<\/p>\n<p>Demnach erkennt das Bundesgericht:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Die Gesuche um unentgeltliche Rechtspflege werden abgewiesen.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Die Gerichtskosten von Fr. 3&#039;000.&#8212; werden der Beschwerdef\u00fchrerin und der L.________ AG unter solidarischer Haftung auferlegt.<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>Die Beschwerdef\u00fchrerin und die L.________ AG haben die C.________ AG in Liquidation f\u00fcr das bundesgerichtliche Verfahren zu gleichen Teilen und unter solidarischer Haftung mit insgesamt Fr. 1&#039;000.&#8212; zu entsch\u00e4digen.<\/p>\n<p>5.<\/p>\n<p>Dieses Urteil wird den Parteien, der Bundesanwaltschaft, der O.________ AG und dem Bundesstrafgericht, Berufungskammer, Einzelrichterin, schriftlich mitgeteilt.<\/p>\n<p>Lausanne, 19. Februar 2024<\/p>\n<p>Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung<\/p>\n<p>des Schweizerischen Bundesgerichts<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident: Abrecht<\/p>\n<p>Der Gerichtsschreiber: Hahn<\/p>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&#038;type=highlight_simple_query&#038;page=3&#038;from_date=&#038;to_date=&#038;sort=relevance&#038;insertion_date=&#038;top_subcollection_aza=all&#038;query_words=erbe&#038;rank=29&#038;azaclir=aza&#038;highlight_docid=aza%3A%2F%2F19-02-2024-7B_615-2023&#038;number_of_ranks=456\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Source officielle Tribunal federal suisse. Contenu HTML public, PDF non garanti en version gratuite.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesgericht Tribunal f\u00e9d\u00e9ral Tribunale federale Tribunal federal 7B_615\/2023, 7B_616\/2023 Urteil vom 19. Februar 2024 II. strafrechtliche Abteilung Besetzung Bundesrichter Abrecht, Pr\u00e4sident, Bundesrichterin Koch, Bundesrichter Hurni, Gerichtsschreiber Hahn. Verfahrensbeteiligte A.________, vertreten durch Rechtsanwalt Rainer L. Fringeli, Beschwerdef\u00fchrerin, gegen 1. B.________ AG, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Thomas Sprenger, 2. C.________ AG in Liquidation, 3. 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