{"id":632655,"date":"2026-04-21T07:08:52","date_gmt":"2026-04-21T05:08:52","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundessozialgericht-2-senat-urteil-2023-06-22-b-2-u-11-20-r\/"},"modified":"2026-04-21T07:08:52","modified_gmt":"2026-04-21T05:08:52","slug":"bundessozialgericht-2-senat-urteil-2023-06-22-b-2-u-11-20-r","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundessozialgericht-2-senat-urteil-2023-06-22-b-2-u-11-20-r\/","title":{"rendered":"Bundessozialgericht, 2. Senat, Urteil, 2023-06-22, B 2 U 11\/20 R"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die posttraumatische Belastungsst\u00f6rung (PTBS) ist eine Krankheit, die wegen der besonderen Einwirkungen, denen Rettungssanit\u00e4ter gegen\u00fcber der \u00fcbrigen Bev\u00f6lkerung ausgesetzt sind, die allgemeinen Voraussetzungen f\u00fcr die Anerkennung als Wie-Berufskrankheit bei dieser Personengruppe erf\u00fcllt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Auf die Revision des Kl\u00e4gers wird das Urteil des Landessozialgerichts Baden-W\u00fcrttemberg vom 13. Dezember 2019 aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an dieses Gericht zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger begehrt die Feststellung einer Posttraumatischen Belastungsst\u00f6rung (PTBS) als Wie-Berufskrankheit (Wie-BK).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger ist Rettungssanit\u00e4ter. Im Juli 2016 legte er der Beklagten einen Reha-Entlassungsbericht vor, in dem unter anderem eine PTBS festgestellt wurde. Der Bericht f\u00fchrte aus, der Kl\u00e4ger habe im Rettungsdienst viele traumatisierende Erlebnisse gehabt (zB Amoklauf, Suizide und andere das Leben sehr belastende Momente). Gleichzeitig habe er \u00fcber Personalknappheit und \u00e4hnliche ihn belastende Vorg\u00e4nge in der Rettungswache berichtet. Konkret habe die beschriebene Symptomatik nach zwei Amokl\u00e4ufen begonnen, als der Kl\u00e4ger als Helfer eingesetzt worden sei, sowie nach Suiziden von zwei miteinander befreundeten M\u00e4dchen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte lehnte die Anerkennung einer Berufskrankheit (BK) ab. Gleichzeitig stellte sie fest, dass die Erkrankung auch nicht als Wie-BK anzuerkennen sei <em>(Bescheid vom 25.8.2016)<\/em>. Der allein hierauf gerichtete Widerspruch blieb ohne Erfolg <em>(Widerspruchsbescheid vom 27.2.2017)<\/em>. Klage und Berufung waren ebenfalls erfolglos <em>(Urteil des SG vom 8.11.2018; Urteil des LSG vom 13.12.2019)<\/em>. Zur Begr\u00fcndung hat das LSG ausgef\u00fchrt, es gehe davon aus, dass Rettungssanit\u00e4ter wie der Kl\u00e4ger w\u00e4hrend ihrer Arbeitszeit einem erh\u00f6hten Risiko der Konfrontation mit traumatisierenden Ereignissen ausgesetzt seien. Ausreichend gesicherte neue medizinische Erkenntnisse \u00fcber ein deutlich erh\u00f6htes Risiko bei Rettungssanit\u00e4tern, eine beruflich verursachte PTBS zu entwickeln, l\u00e4gen aber ebenso wenig vor wie \u00fcber den Umstand, dass (allein) die wiederholte Konfrontation der Ersthelfer mit traumatischen Ereignissen bei anderen Personen generell geeignet sei, eine PTBS zu verursachen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit seiner Revision r\u00fcgt der Kl\u00e4ger die Verletzung insbesondere materiellen Rechts <em>(\u00a7 9 Abs 2 SGB VII)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Senat hat nach Stellungnahmen des Bundesministeriums f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS) sowie des \u00c4rztlichen Sachverst\u00e4ndigenbeirats Berufskrankheiten beim BMAS (\u00c4SVB) ein Sachverst\u00e4ndigengutachten zum Auftreten und zu Ursachenzusammenh\u00e4ngen einer PTBS in der Berufsgruppe der Rettungssanit\u00e4ter eingeholt. Der Sachverst\u00e4ndige hat in seinem Gutachten unter anderem festgestellt, dass Rettungssanit\u00e4ter einer Personengruppe angeh\u00f6rten, die aufgrund ihrer beruflichen T\u00e4tigkeit ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr die Exposition mit traumatischen Ereignissen habe. Dies k\u00f6nne zu einer sekund\u00e4ren Traumatisierung dadurch f\u00fchren, dass Rettungssanit\u00e4ter nicht selbst Opfer, aber berufsbedingt als Zeugen und Helfer in die traumatische Situation anderer Menschen involviert seien. Wissenschaftliche Erkenntnisse \u00fcber die H\u00e4ufigkeit der Erkrankung an einer PTBS, dh der Pr\u00e4valenz, spezifisch innerhalb der Gruppe der Rettungssanit\u00e4ter h\u00e4tten bislang nicht vorgelegen. Bez\u00fcglich des Ursachenzusammenhanges sei f\u00fcr die PTBS die Kausalit\u00e4t im naturwissenschaftlich-philosophischen Sinne zu bejahen, wenn ein den Diagnosewerken entsprechendes Trauma und eine entsprechende Symptomatik festgestellt werden k\u00f6nnten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Sachverst\u00e4ndige hat zeitgleich eine Metaanalyse durchgef\u00fchrt. Darin gelangen er und weitere Autoren zu der Feststellung, dass die 12-Monatspr\u00e4valenz einer PTBS in der Gruppe der Rettungssanit\u00e4ter im Vergleich zur Allgemeinbev\u00f6lkerung fast siebenfach erh\u00f6ht ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger beantragt,<br \/>die Urteile des Landessozialgerichts Baden-W\u00fcrttemberg vom 13. Dezember 2019 und des Sozialgerichts Stuttgart vom 8. November 2018 sowie die Entscheidung \u00fcber die Ablehnung einer Wie-Berufskrankheit in dem Bescheid der Beklagten vom 25. August 2016 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 27. Februar 2017 aufzuheben und die Beklagte zu verpflichten, die bei ihm diagnostizierte Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung als Wie-Berufskrankheit im Sinne des \u00a7 9 Abs 2 SGB VII festzustellen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte wiederholt den Beweisantrag vom 31. August 2022 und beantragt im \u00dcbrigen,<br \/>die Revision des Kl\u00e4gers zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die zul\u00e4ssige Revision des Kl\u00e4gers ist im Sinne der Aufhebung des angefochtenen Urteils und der Zur\u00fcckverweisung der Sache an das LSG begr\u00fcndet <em>(\u00a7 170 Abs 2 Satz 2 SGG)<\/em>. Der Senat kann mangels hinreichender Feststellungen nicht abschlie\u00dfend entscheiden, ob der Kl\u00e4ger einen Anspruch gegen die Beklagte auf Feststellung einer PTBS als Wie-BK hat.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>A. Statthafte Klageart ist die kombinierte Anfechtungs- und Verpflichtungsklage <em>(\u00a7 54 Abs 1 Satz 1 Var 1 und 3, \u00a7 56 SGG)<\/em>. Die Anfechtungsklage zielt auf die gerichtliche Aufhebung der Ablehnungsentscheidung der Beklagten in dem Bescheid vom 25.8.2016 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 27.2.2017 <em>(\u00a7 95 SGG)<\/em> und die Verpflichtungsklage auf die gerichtliche Verpflichtung der Beklagten zur Feststellung einer PTBS als Wie-BK <em>(\u00a7 9 Abs 2 SGB VII)<\/em>. Der Zul\u00e4ssigkeit der Verpflichtungsklage steht nicht entgegen, dass der Kl\u00e4ger sein Begehren zun\u00e4chst mit der kombinierten Anfechtungs- und Feststellungsklage<em> (\u00a7 54 Abs 1 S 1 Var 1, \u00a7 55 Abs 1 Nr 1, \u00a7 56 SGG)<\/em> verfolgt hat. Denn nach st\u00e4ndiger Senatsrechtsprechung ist der \u00dcbergang von der Feststellungs- zur Verpflichtungsklage (und umgekehrt) jedenfalls bei einem Streit um die Feststellung eines Versicherungsfalls in der gesetzlichen Unfallversicherung <em>(\u00a7 7 Abs 1 SGB VII) <\/em>eine nach \u00a7 99 Abs 3 Nr 2 SGG zul\u00e4ssige Antrags\u00e4nderung <em>(zB BSG Urteile vom 6.5.2021 &#8212; B 2 U 15\/19 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 8 Nr 77 RdNr 11, vom 19.6.2018 &#8212; B 2 U 1\/17 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 2 Nr 42 RdNr 8 und vom 23.1.2018 &#8212; B 2 U 8\/16 R &#8212; BSGE 125, 129 = SozR 4-2700 \u00a7 2 Nr 38, RdNr 9 mwN)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>B. Rechtsgrundlage f\u00fcr die Feststellung einer Wie-BK ist \u00a7 9 Abs 2 SGB VII in der seit dem 1.1.1997 geltenden Fassung des Gesetzes zur Einordnung des Rechts der gesetzlichen Unfallversicherung in das Sozialgesetzbuch <em>(Unfallversicherungs-Einordnungsgesetz &lt;UVEG&gt; vom 7.8.1996, BGBl I 1254)<\/em>. Danach haben die Unfallversicherungstr\u00e4ger eine Krankheit, die nicht in der Berufskrankheiten-Verordnung (BKV) bezeichnet ist oder bei der die dort bestimmten Voraussetzungen nicht vorliegen, wie eine BK als Versicherungsfall anzuerkennen, sofern im Zeitpunkt der Entscheidung nach neuen Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft die Voraussetzungen f\u00fcr eine Bezeichnung nach \u00a7 9 Abs 1 Satz 2 SGB VII erf\u00fcllt sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a7 9 Abs 2 SGB VII stellt keinen Auffangtatbestand und keine allgemeine H\u00e4rtefallregelung dar, um im Einzelfall individuelle H\u00e4rtelagen auszugleichen <em>(BSG Urteil vom 23.6.1977 &#8212; 2 RU 53\/76 &#8212; BSGE 44, 90 = SozR 2200 \u00a7 551 Nr 9 = juris RdNr 20; s auch Gegen\u00e4u\u00dferung der BReg zum Vorschlag des BR zur Einf\u00fchrung einer H\u00e4rtefallregelung bei Seltenheit von Gef\u00e4hrdungen, geringen Betroffenenzahlen oder in F\u00e4llen des Zusammenwirkens von mehreren potenziell krebserzeugenden Gefahrstoffen, BT-Drucks 19\/17586 S 153, 163 zu einem Entwurf eines Siebten Gesetzes zur \u00c4nderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze &#8212; 7. SGB IV -\u00c4nderungsgesetzes &#8212; vom 4.3.2020)<\/em>. Vielmehr darf die Anerkennung einer Wie-BK nur erfolgen, wenn neben den Voraussetzungen der sch\u00e4digenden Einwirkungen aufgrund der versicherten T\u00e4tigkeit, der Erkrankung und der haftungsbegr\u00fcndenden Kausalit\u00e4t im Einzelfall auch die allgemeinen Voraussetzungen nach \u00a7 9 Abs 1 Satz 2 SGB VII f\u00fcr die Aufnahme der betreffenden Einwirkungs-Krankheits-Kombination in die Liste der BKen nach neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen erf\u00fcllt sind, der Verordnungsgeber die Krankheit also als neue Listen-BK in die BKV einf\u00fcgen d\u00fcrfte, aber noch nicht t\u00e4tig geworden ist <em>(vgl BSG Urteile vom 18.6.2013 &#8212; B 2 U 6\/12 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 22 RdNr 15 mwN und vom 20.7.2010 &#8212; B 2 U 19\/09 R &#8212; juris RdNr 19 mwN; s auch <\/em><br \/>\n                  <em>Spellbrink, SR 2014, 140, 153 ff; zur insoweit inhaltsgleichen Vorg\u00e4ngerregelung des \u00a7 551 Abs 2 RVO BSG Urteil vom 13.2.2013 &#8212; B 2 U 33\/11 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 21 RdNr 17)<\/em>. Liegen die Voraussetzungen des \u00a7 9 Abs 2 SGB VII vor, ergibt sich ein Rechtsanspruch <em>(\u00a7 38 SGB I)<\/em> auf Anerkennung einer Wie-BK, dessen Ablehnung uneingeschr\u00e4nkt gerichtlich \u00fcberpr\u00fcfbar ist <em>(vgl BSG Urteil vom 27.4.2010 &#8212; B 2 U 13\/09 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 18 RdNr 15)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>C. Aufgrund fehlender Feststellungen des LSG kann der Senat nicht beurteilen, ob alle Voraussetzungen f\u00fcr die Feststellung einer PTBS als Wie-BK bei dem Kl\u00e4ger erf\u00fcllt sind. Zwar liegen f\u00fcr die nicht in der BKV enthaltene psychische Erkrankung einer PTBS die allgemeinen Voraussetzungen f\u00fcr ihre Bezeichnung als BK nach \u00a7 9 Abs 1 Satz 2 SGB VII vor <em>(dazu 1.)<\/em>. Die medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse hierzu sind rechtlich auch neu <em>(dazu 2.)<\/em>. Der Senat kann jedoch nicht abschlie\u00dfend entscheiden, ob bei dem Kl\u00e4ger auch die individuellen Voraussetzungen f\u00fcr die Feststellung einer PTBS als Wie-BK vorliegen. Die hierzu erforderlichen Feststellungen wird das LSG nachzuholen haben <em>(dazu 3.)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Nach \u00a7 9 Abs 1 Satz 2 SGB VII ist f\u00fcr die Bezeichnung einer Krankheit als BK <em>(dazu a)<\/em> auf genereller Ebene erforderlich, dass eine bestimmte Personengruppe durch ihre versicherte T\u00e4tigkeit in erheblich h\u00f6herem Grade als die \u00fcbrige Bev\u00f6lkerung besonderen Einwirkungen ausgesetzt ist <em>(dazu b)<\/em>, die abstrakt-generell nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft Ursache einer Erkrankung der geltend gemachten Art sind. Hierf\u00fcr ist nicht zwingend eine Feststellung erforderlich, dass die Personengruppe tats\u00e4chlich im Vergleich zur Gesamtbev\u00f6lkerung in erh\u00f6htem Grade an der betreffenden Krankheit leidet <em>(dazu c)<\/em>. Die in fr\u00fcheren Entscheidungen des Senats neben dieser generellen Geeignetheit verwendeten Begriffe der Gruppentypik und gruppentypischen oder -spezifischen Risikoerh\u00f6hung dienten allein der Erl\u00e4uterung oder Umschreibung der allgemeinen Voraussetzungen, ohne dass damit andere Anforderungen an die Anerkennung einer Wie-BK gestellt werden sollten <em>(BSG Urteil vom 18.6.2013 &#8212; B 2 U 6\/12 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 22 RdNr 15 mwN)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das BSG ist zur Ermittlung der allgemeinen Voraussetzungen des \u00a7 9 Abs 1 Satz 2 SGB VII, insbesondere der generellen Geeignetheit, befugt und konnte daher auch im Revisionsverfahren ein Sachverst\u00e4ndigengutachten zu den zugrunde liegenden generellen Tatsachen einholen. Allgemeine (generelle) Tatsachen (Rechtstatsachen) sind dadurch gekennzeichnet, dass sie nicht nur f\u00fcr die Rechtsfindung im Einzelfall, sondern f\u00fcr eine Vielzahl von F\u00e4llen gleicherma\u00dfen bedeutsam sind. Welche Bedeutung ihnen zukommt, kann daher nicht von Fall zu Fall und von Gericht zu Gericht unterschiedlich bewertet werden. Es ist vielmehr Aufgabe des Revisionsgerichts, durch Ermittlung, Feststellung und W\u00fcrdigung derartiger Tatsachen die Einheitlichkeit der Rechtsprechung sicherzustellen und so die Rechtseinheit zu wahren <em>(vgl BSG Urteil vom 28.6.2022 &#8212; B 2 U 9\/20 R &#8212; juris RdNr 23 mwN; zur Einstufung der allgemeinen Voraussetzungen als generelle Tatsachen s auch BSG Urteil vom 2.4.2009 &#8212; B 2 U 9\/08 R &#8212; BSGE 103, 59 = SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 14, RdNr 15)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Die PTBS ist eine Krankheit iS des \u00a7 9 SGB VII. Gesetz- und Verordnungsgeber haben den im Recht der BKen vorausgesetzten Krankheitsbegriff nicht n\u00e4her festgelegt, sondern von einer Definition abgesehen, weil der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt st\u00e4ndige Anforderungen dessen bewirkt, was als Krankheit erkannt werden kann. In der Sozialversicherung umschreiben Rechtsprechung und Literatur Krankheiten auch im BK-Bereich als regelwidrigen K\u00f6rper- und Geisteszustand. Dabei kommt nicht jeder k\u00f6rperlichen Regelwidrigkeit iS einer Normabweichung <em>(normativer Krankheitsbegriff)<\/em> Krankheitswert im Rechtssinne zu. Erforderlich ist vielmehr, dass der Versicherte in seinen K\u00f6rperfunktionen beeintr\u00e4chtigt wird <em>(funktioneller Krankheitsbegriff)<\/em>. Hierzu ist es grunds\u00e4tzlich notwendig aber auch ausreichend, dass die Einwirkung \u00fcber zun\u00e4chst innerk\u00f6rperliche Reaktionen oder Strukturver\u00e4nderungen hinaus zu irgendeiner Funktionsst\u00f6rung f\u00fchrt <em>(vgl zuletzt BSG Urteil vom 30.3.2023 &#8212; B 2 U 2\/21 R &#8212; zur Ver\u00f6ffentlichung in BSGE und SozR 4 vorgesehen &#8212; juris RdNr 24 mwN)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die PTBS ist fester Bestandteil der anerkannten und g\u00e4ngigen Diagnosewerke <em>(ICD = Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, herausgegeben von der Weltgesundheitsorganisation &lt;WHO&gt;; DSM = Diagnostisches und statistisches Manual psychischer St\u00f6rungen der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung &lt;APA&gt;; vgl hierzu BSG Urteil vom 28.6.2022 &#8212; B 2 U 9\/20 R &#8212; juris RdNr 20 ff)<\/em>. Sie wird darin den Reaktionen auf schwere Belastungen und Anpassungsst\u00f6rungen (ICD-10, ICD-11) bzw den Trauma- und belastungsbezogenen (Gesundheits-)St\u00f6rungen (DSM-V) zugeordnet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die PTBS \u00e4u\u00dfert sich in unterschiedlichen, indes auch eingegrenzten Symptomen, die ihrerseits f\u00fcr die Diagnose positiv festgestellt werden m\u00fcssen <em>(vgl hierzu BSG Urteil vom 28.6.2022 &#8212; B 2 U 9\/20 R &#8212; juris RdNr 30 mwN)<\/em>. Die Vielfalt der Symptome einer PTBS hindert die Einordnung der PTBS als Krankheit iS von \u00a7 9 Abs 2 SGB VII nicht <em>(vgl zu m\u00f6glichen Einordnung auch einer PTBS als Gesundheitsschaden iS von \u00a7 8 Abs 1 Satz 2 SGB VII BSG Urteil vom 26.11.2019 &#8212; B 2 U 8\/18 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 8 Nr 71 RdNr 19 ff, 24; zur m\u00f6glichen Identit\u00e4t &#171;Unfallfolge&#187; und Gesundheitserstschaden bei psychischen Gesundheitssch\u00e4den Pitz\/Strametz, SGb 2021, 405, 408).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Die Personengruppe der Rettungssanit\u00e4ter ist durch die versicherte T\u00e4tigkeit besonderen Einwirkungen in Gestalt traumatisierender Ereignisse in erheblich h\u00f6herem Grade als die \u00fcbrige Bev\u00f6lkerung ausgesetzt. Die positive Feststellung dieser Voraussetzung erfordert in einem ersten Schritt die Ermittlung der Einwirkungen innerhalb der betroffenen Personengruppe <em>(dazu aa)<\/em> und in einem weiteren Schritt die Zurechnung zur versicherten T\u00e4tigkeit <em>(dazu bb)<\/em>. Die Personengruppe muss den Einwirkungen im Vergleich zur Allgemeinbev\u00f6lkerung in erheblich h\u00f6herem Ma\u00dfe ausgesetzt sein <em>(dazu cc)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Einwirkung kann alles sein, was von au\u00dfen auf den menschlichen K\u00f6rper einwirkt, mithin kommen auch psychische Einwirkungen durch blo\u00dfe Wahrnehmung der Sinnesorgane in Betracht <em>(vgl BSG Urteile vom 27.4.2010 &#8212; B 2 U 13\/09 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 18, RdNr 18 ff und vom 20.7.2010 &#8212; B 2 U 19\/09 R &#8212; juris RdNr 23; aus dem Bereich des Arbeitsunfalls vgl auch BSG Urteile vom 6.5.2021 &#8212; B 2 U 15\/19 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 8 Nr 77 RdNr 18 mwN und vom 26.11.2019 &#8212; B 2 U 8\/18 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 8 Nr 71 RdNr 18 mwN; &#171;Wahrnehmungen&#187; als &#171;\u00e4u\u00dfere Ereignisse&#187; ablehnend Forchert, MedSach 2021, 15, 18)<\/em>. An die bestimmte Personengruppe sind keine besonderen Anforderungen hinsichtlich ihrer Gr\u00f6\u00dfe oder sonstiger charakterisierender Merkmale zu stellen. Durch den &#171;Gruppen-Bezug&#187; wird der Unterschied zwischen der hier anzustellenden allgemeinen und abstrakten Pr\u00fcfung der Voraussetzungen einer BK-Bezeichnung gegen\u00fcber der Pr\u00fcfung der Voraussetzungen einer BK im Einzelfall betont <em>(BSG Urteil vom 27.4.2010 &#8212; B 2 U 13\/09 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 18 RdNr 19)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Dazu hat das LSG festgestellt, dass Rettungssanit\u00e4ter einem erh\u00f6hten Risiko der Konfrontation mit traumatisierenden Ereignissen ausgesetzt sind. Insoweit best\u00e4tigt auch der Sachverst\u00e4ndige D in seinem Gutachten vom 19.6.2022, dass Rettungssanit\u00e4ter w\u00e4hrend ihrer beruflichen T\u00e4tigkeit auch tats\u00e4chlich unter anderem potentiell traumatisierenden Erfahrungen in Gestalt erfolgloser Rettungsma\u00dfnahmen, der Bergung von Schwerverletzten oder Unfalltoten, des Auffindens von Suizidenten und insbesondere des Auffindens und Bergens von Kindern ausgesetzt sind. Zu ber\u00fccksichtigen ist auch, dass Rettungssanit\u00e4ter regelm\u00e4\u00dfig als Ersthelfer in direkten und unverf\u00e4lschten Kontakt mit schwerverletzten, verst\u00fcmmelten oder sterbenden Menschen und der entsprechenden Auffindesituation gelangen und so dramatischen und schockierenden Eindr\u00fccken potentiell ausgesetzt sind <em>(vgl Molkentin, SGb 2019, 200, 205; s auch Pitz\/Strametz, SGb 2021, 405, 411)<\/em>. Es ist damit in der Gesamtschau f\u00fcr den Senat ohne Zweifel, dass die Personengruppe der Rettungssanit\u00e4ter psychischen Einwirkungen in Form des wiederholten Erlebens von potentiell traumatisierenden Geschehnissen ausgesetzt ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Die versicherte T\u00e4tigkeit der Rettungssanit\u00e4ter &#8212; wie hier &#8212; als Besch\u00e4ftigte nach \u00a7 2 Abs 1 Nr 1 SGB VII f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zu einem Kontakt mit den beschriebenen Einwirkungen, sodass diese ihr zuzurechnen sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Rettungssanit\u00e4ter sind den benannten Einwirkungen in erheblich h\u00f6herem Grade als die \u00fcbrige Bev\u00f6lkerung ausgesetzt. Es kommt daf\u00fcr auf einen Vergleich mit der Allgemeinbev\u00f6lkerung an. Zu ber\u00fccksichtigen sind auch Einwirkungen, denen die \u00fcbrige Bev\u00f6lkerung nicht ausgesetzt ist, weil dies zwangsl\u00e4ufig ein Ausgesetztsein in erheblich h\u00f6herem Grade nach sich zieht <em>(BSG Urteil vom 27.4.2010 &#8212; B 2 U 13\/09 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 18 RdNr 20)<\/em>. Das Ausma\u00df, in dem Rettungssanit\u00e4ter in ihrer versicherten T\u00e4tigkeit potentiell traumatisierenden Erlebnissen ausgesetzt sind, \u00fcbersteigt das zu vergleichende Ausma\u00df innerhalb der allgemeinen Bev\u00f6lkerung deutlich. Die Feststellung der &#171;Erheblichkeit&#187; erfordert nach \u00a7 9 Abs 1 Satz 2 SGB VII keinen zu ermittelnden Grenzwert etwa im Sinne einer Verdoppelung des Erkrankungsrisikos <em>(ablehnend hierzu BSG Urteil vom 23.3.1999 &#8212; B 2 U 12\/98 R &#8212; BSGE 84, 30 = SozR 3-2200 \u00a7 551 Nr 12 = juris RdNr 35)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) \u00dcber die generelle Geeignetheit iS einer Einwirkungs- und Verursachungsbeziehung zwischen der auch wiederholten Wahrnehmung von traumatisierenden Ereignissen und der Entstehung einer PTBS liegen medizinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse vor.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Einwirkungen, denen die Personengruppe durch die versicherte T\u00e4tigkeit ausgesetzt ist, m\u00fcssen abstrakt-generell nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft Ursache einer Erkrankung der geltend gemachten Art sein <em>(dazu aa)<\/em>. Der Feststellung einer tats\u00e4chlich erh\u00f6hten Pr\u00e4valenz innerhalb der versicherten Personengruppe bedarf es hierf\u00fcr nicht <em>(dazu bb)<\/em>. Jedenfalls f\u00fcr die PTBS leitet sich der abstrakt-generelle Zusammenhang zwischen Einwirkung und Erkrankung aus den anerkannten Diagnosewerken sowie den aktuellen Leitlinien zur Klassifizierung psychischer Erkrankungen ab <em>(dazu cc)<\/em> und ist f\u00fcr die Personengruppe der Rettungssanit\u00e4ter zu bejahen <em>(dazu dd)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Die generelle Geeignetheit im Sinne des generellen Ursachenzusammenhangs zwischen den Einwirkungen und der Krankheit beurteilt sich nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft. Die Feststellung unterscheidet sich aufgrund der hierf\u00fcr ma\u00dfgeblichen Abstraktheit von der Feststellung der haftungsbegr\u00fcndenden Kausalit\u00e4t beim einzelnen Arbeitsunfall oder der Listen-BK im Einzelfall. Dennoch gilt auch insofern die Theorie der wesentlichen Bedingung <em>(vgl BSG Urteile vom 20.7.2010 &#8212; B 2 U 19\/09 R &#8212; juris RdNr 24 und vom 27.4.2010 &#8212; B 2 U 13\/09 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 18 RdNr 29; grundlegend BSG Urteil vom 9.5.2006 &#8212; B 2 U 1\/05 R &#8212; BSGE 96, 196 = SozR 4-2700 \u00a7 8 Nr 17)<\/em>. Insoweit muss auch hier die naturwissenschaftliche\/naturphilosophische Kausalit\u00e4tspr\u00fcfung erfolgen. Es muss mit wissenschaftlichen Methoden und \u00dcberlegungen zu begr\u00fcnden sein, dass bestimmte Einwirkungen die generelle Eignung besitzen, bestimmte Krankheiten zu verursachen. Entsprechende Erkenntnisse liegen in der Regel vor, wenn die Mehrheit der medizinischen Sachverst\u00e4ndigen, die auf den jeweils in Betracht kommenden Gebieten \u00fcber besondere Erfahrungen und Kenntnisse verf\u00fcgen, zu derselben wissenschaftlich fundierten Meinung gelangt ist. Hierbei muss es sich um gesicherte sowie im Entscheidungszeitpunkt aktuelle Erkenntnisse handeln <em>(BSG Urteile vom 18.6.2013 &#8212; B 2 U 6\/12 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 22 RdNr 17 und vom 20.7.2010 &#8212; B 2 U 19\/09 R &#8212; juris RdNr 24; s auch BSG Urteil vom 23.3.1999 &#8212; B 2 U 12\/98 R &#8212; BSGE 84, 30 = SozR 3-2200 \u00a7 551 Nr 12 = juris RdNr 30 mwN; zum Erfordernis der Aktualit\u00e4t der Erkenntnisse BSG Urteil vom 28.6.2022 &#8212; B 2 U 9\/20 R &#8212; juris RdNr 21 mwN; BT-Drucks 13\/2204 S 77 f).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Diese Erkenntnisse werden aufgrund der regelm\u00e4\u00dfig multifaktoriellen Ursache von Krankheiten oftmals erst durch statistisch-epidemiologische Studien zu erlangen sein <em>(zB BSG Urteil vom 4.6.2002 &#8212; B 2 U 16\/01 R &#8212; juris RdNr 19 mwN)<\/em>. Insoweit trifft die Annahme der Beklagten zu, dass der &#171;wissenschaftliche Goldstandard&#187; zur Ermittlung von Kausalit\u00e4ten kontrollierte und prospektive Studien in definierten Stichproben mit definierten Kontrollgruppen sind, in denen eine Vielzahl von intervenierenden Variablen kontrolliert wird. Die wissenschaftlichen Fachdisziplinen sind indes rechtlich nicht an diese Erkenntnisquelle gebunden, sie ist nur eine von mehreren Methoden zur Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Liegt umfangreiches Zahlenmaterial aus verschiedensten Ver\u00f6ffentlichungen vor, l\u00e4sst sich unter Umst\u00e4nden bereits hieraus die generelle Geeignetheit erkennen <em>(BSG Urteile vom 4.6.2002 &#8212; B 2 U 20\/01 R &#8212; juris RdNr 27 und vom 23.3.1999 &#8212; B 2 U 12\/98 R &#8212; BSGE 84, 30 = SozR 3-2200 \u00a7 551 Nr 12 = juris RdNr 30 mwN; grundlegend BSG Urteil vom 9.5.2006 &#8212; B 2 U 1\/05 R &#8212; BSGE 96, 196 = SozR 4-2700 \u00a7 8 Nr 17, RdNr 18: zu weiteren Methoden s auch Sch\u00f6nberger\/Mehrtens\/Valentin, Arbeitsunfall und Berufskrankheit, 9. Aufl 2017, S 72)<\/em>. Dem steht nicht entgegen, dass der Verordnungsgeber bestimmte Einwirkungsdosen &#8212; mit einer damit verbundenen tats\u00e4chlichen Kausalit\u00e4tsvermutung im Einzelfall &#8212; als Voraussetzung in den Tatbestand einer BK aufnehmen kann, wenn nur bei deren Erreichen die generelle Geeignetheit im Sinne einer Dosis-Wirkungs-Beziehung wissenschaftlich gesichert ist <em>(vgl zur BK Nr 4104 BSG Urteil vom 30.1.2007 &#8212; B 2 U 15\/05 R &#8212; SozR 4-5671 Anl 1 Nr 4104 RdNr 24)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Gesicherte Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft f\u00fcr die rechtliche Anerkennung einer Wie-BK erfordern danach nicht stets eine Absicherung durch die Feststellung einer erh\u00f6hten Pr\u00e4valenz. Weder dem Wortlaut noch dem Sinn und Zweck nach lassen sich der Regelung des \u00a7 9 Abs 2 SGB VII belastbare Hinweise daf\u00fcr entnehmen, dass die rechtliche Anerkennung einer Wie-BK stets die Feststellung einer erh\u00f6hten Pr\u00e4valenz erfordert, die Krankheit innerhalb einer bestimmten Personengruppe im Rahmen der versicherten T\u00e4tigkeit im Vergleich zur \u00fcbrigen Bev\u00f6lkerung also h\u00e4ufiger auftreten muss. Der Senat stellt insoweit klar, dass er an anderslautender fr\u00fcherer Rechtsprechung nicht ohne Ausnahme festh\u00e4lt <em>(ausdr\u00fccklich noch zB BSG Urteil vom 23.3.1999 &#8212; B 2 U 12\/98 R &#8212; BSGE 84, 30 = SozR 3-2200 \u00a7 551 Nr 12 = juris RdNr 29; missverst\u00e4ndlich BSG Urteil vom 18.6.2013 &#8212; B 2 U 6\/12 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 22 RdNr 17; ebenso gegen das zwingende Kriterium einer geh\u00e4uften Erkrankungsrate Brandenburg in Schlegel\/Voelzke, jurisPK-SGB VII, 3. Aufl 2022, \u00a7 9 RdNr 75, Stand 19.01.2022; R\u00f6mer in Hauck\/Noftz, SGB VII, \u00a7 9 RdNr 40, Stand 4. EL 2021; Presting, Die Erfassung psychischer Erkrankungen in der gesetzlichen Unfallversicherung, Diss 2022, S 97; Hollo, Das Verfahren zur Anerkennung von Berufskrankheiten, Diss 2018, S 187; zu einer diesbzgl Reformbed\u00fcrftigkeit von \u00a7 9 Abs 1 Satz 2 SGB VII Kranig, NZS 2022, 162, 170).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Bereits der Wortlaut des von \u00a7 9 Abs 2 SGB VII in Bezug genommenen \u00a7 9 Abs 1 Satz 2 SGB VII stellt nicht auf die H\u00e4ufung einer Erkrankung innerhalb einer bestimmten Personengruppe ab, sondern auf einen erh\u00f6hten Einwirkungsgrad. Damit kommt es auf ein generelles Gef\u00e4hrdungspotential der versicherten T\u00e4tigkeit an (expositionsspezifische Risikoerh\u00f6hung), nicht aber auf die erh\u00f6hte Realisierung dieser Gefahr <em>(vgl hierzu auch den Wortlaut des Vermutungstatbestandes von \u00a7 9 Abs 3 SGB VII). <\/em>F\u00fcr die Entbehrlichkeit einer gesicherten Erkrankungsh\u00e4ufung spricht auch der Sinn und Zweck der Voraussetzung der generellen Geeignetheit in \u00a7 9 Abs 1 Satz 2 SGB VII. Dieser liegt in der Feststellung des wissenschaftlich gesicherten abstrakt-generellen und damit allgemeinen Ursachenzusammenhanges. Zwar ist bei einem erh\u00f6hten Krankheitsauftreten innerhalb einer bestimmten versicherten Personengruppe eine entsprechende Korrelation mit konkret festgestellten Einwirkungen naheliegend <em>(vgl so auch BSG Urteil vom 30.1.1986 &#8212; 2 RU 80\/84 &#8212; BSGE 59, 295 = SozR 2200 \u00a7 551 Nr 27 RdNr 14). <\/em>In solch einem Fall k\u00f6nnen dann m\u00f6glicherweise vereinfachte Anforderungen an den sonst strengen Nachweis der Einwirkung und der Erkrankung gestellt werden <em>(vgl hierzu BSG Urteil vom 23.3.1999 &#8212; B 2 U 12\/98 R &#8212; BSGE 84, 30 = SozR 3-2200 \u00a7 551 Nr 12, RdNr 33 zur Einf\u00fchrung der BK Nr 2108)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die positive Erkenntnis einer tats\u00e4chlichen Krankheitsh\u00e4ufung ist demgegen\u00fcber nicht zwingende Voraussetzung. Setzt eine Krankheitsdiagnose n\u00e4mlich nach den jeweils aktuellen medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen bereits im Ansatz hinreichend geeignete und insoweit monokausale Einwirkungen von besonderer Qualit\u00e4t voraus, beruht diese Diagnose ihrerseits auf hinreichend gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen. In diesen F\u00e4llen ist das Ziel der Gewissheit \u00fcber die generelle Eignung auch ohne weitere gruppenbezogene Erhebungen erreicht <em>(s <\/em><br \/>\n                  <em>zum Verzicht auf epidemiologische Nachweise bei monokausaler Verursachung auch Kranig in Freiheit &#8212; Gerechtigkeit &#8212; Sozial(es) Recht, Festschrift f\u00fcr Eberhard Eichenhofer, 2015, S 380)<\/em>. Der Verzicht auf das zwingende Erfordernis einer Pr\u00e4valenz stellt insoweit auf normativer Ebene sicher, dass der Pr\u00e4ventionsauftrag der Unfallversicherungstr\u00e4ger <em>(\u00a7 3 Abs 1 Satz 1 BKV) <\/em>nicht ins Leere l\u00e4uft <em>(zu psychischen Erkrankungen als h\u00e4ufigster Ursache f\u00fcr eine Erwerbsminderungsrente vgl zB Mitteilung der DRV vom 30.11.2021: <a href=\"https:\/\/www.deutsche-rentenversicherung.de\/Bund\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/pressemitteilungen_archive\/2021\/2021_11_30_psych_erkrankungen_erwerbsminderung.html\" rel=\"nofollow\">https:\/\/www.deutsche-rentenversicherung.de\/Bund\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/pressemitteilungen_archive\/2021\/2021_11_30_psych_erkrankungen_erwerbsminderung.html<\/a>).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Umgekehrt schlie\u00dft der Verzicht auf das zwingende Erfordernis einer Krankheitsh\u00e4ufung im Einzelfall L\u00fccken im Versicherungsschutz und stellt auf diese Weise Einzelfallgerechtigkeit sicher, auf die \u00a7 9 Abs 2 SGB VII jenseits einer H\u00e4rtefallregelung gerade abzielt <em>(vgl zu \u00a7 551 Abs 2 RVO bereits BVerfG Beschluss vom 22.10.1981 &#8212; 1 BvR 1369\/79 &#8212; BVerfGE 58, 369 = SozR 2200 \u00a7 551 Nr 19, juris RdNr 13)<\/em>. So hat der Senat schon in seinen fr\u00fcheren Urteilen auf eine Krankheitsh\u00e4ufung regelm\u00e4\u00dfig nicht tragend abgestellt und nicht deswegen die Anerkennung einer Wie-BK abgelehnt <em>(vgl <\/em><br \/>\n                  <em>BSG Urteile vom 23.3.1999 &#8212; B 2 U 12\/98 R &#8212; BSGE 84, 30 = SozR 3-2200 \u00a7 551 Nr 12 = juris RdNr 29: &#171;grunds\u00e4tzlich&#187; und 18.6.2013 &#8212; B 2 U 6\/12 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 22 RdNr 17 nur missverst\u00e4ndliche Formulierung, i.\u00dc: &#171;regelm\u00e4\u00dfig&#187;).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_32\">32<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse k\u00f6nnen sich auch aus den international anerkannten Diagnosewerken der ICD und des DSM oder aus den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften eV (AWMF) ergeben. Die Inhalte der ICD und des DSM beruhen auf einem jeweiligen Konsens innerhalb der betroffenen medizinischen Wissenschaften und deren Vertreter. Gleiches gilt f\u00fcr die jeweiligen Leitlinien der AWMF, sofern sie zumindest die Entwicklungsstufe einer konsentierten Begutachtungsleitlinie (Stufe S2) aufweisen <em>(vgl zur Klassifikation der AWMF-Leitlinien: <a href=\"https:\/\/www.awmf.org\/regelwerk\/regeln-fuer-das-ll-register\" rel=\"nofollow\">https:\/\/www.awmf.org\/regelwerk\/regeln-fuer-das-ll-register<\/a>; zur Aussagekraft der AWMF-Leitlinien s auch BSG Urteile vom 20.7.2010 &#8212; B 2 U 19\/09 R &#8212; juris RdNr 24 mwN sowie grundlegend vom 9.5.2006 &#8212; B 2 U 1\/05 R &#8212; BSGE 96, 196 = SozR 4-2700 \u00a7 8 Nr 17, RdNr 26 mwN)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_33\">33<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das ICD stellt ein weltweit anerkanntes System dar, mit dem medizinische Diagnosen einheitlich benannt werden. Das DSM ist ein auf psychische St\u00f6rungen begrenztes Klassifikationssystem, welches im Vergleich zum ICD st\u00e4rker operationalisiert ist. Der Senat hat hierzu bereits festgestellt, dass insbesondere das DSM-V den repr\u00e4sentativen aktuellen Erkenntnisstand im Bereich der Psychiatrie darstellt <em>(vgl BSG Urteil vom 28.6.2022 &#8212; B 2 U 9\/20 R &#8212; juris RdNr 24 f; Falkai\/Wittchen, Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer St\u00f6rungen DSM-5, 2. Aufl 2018, S 5 ff)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_34\">34<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>dd) Jedenfalls f\u00fcr die Erkrankung an einer PTBS ist der generelle Ursachenzusammenhang im naturwissenschaftlich-medizinischen Sinn anhand dieser Erkenntnisquellen zu bejahen. Nach dem allgemeinen Erkenntnisstand in der medizinischen Wissenschaft kommt Ereignissen, die die Traumakriterien des DSM-V (oder der ICD-10\/-11 oder der qualifizierten AWMF-Leitlinie) erf\u00fcllen, f\u00fcr die naturwissenschaftlich-medizinische Ursachenbeziehung mit den Symptomkriterien und damit der abschlie\u00dfenden Diagnose PTBS eine herausgehobene Bedeutung zu. Denn die isoliert betrachtet unspezifischen Symptomkriterien werden erst durch ihre Verkn\u00fcpfung mit einem geeigneten traumatischen Erlebnis zu einer als solche zu diagnostizierenden PTBS als Traumafolgest\u00f6rung. Kommen mithin ohne ein geeignetes Trauma nur andere Traumafolgest\u00f6rungen in Betracht, so rechtfertigt umgekehrt die positive Feststellung eines geeigneten Traumas bei Vorliegen entsprechender Symptomkriterien den R\u00fcckschluss auf einen (damit monokausalen) Ursachenzusammenhang im naturwissenschaftlich-medizinischen Sinn<em> (vgl dazu bereits BSG Urteil vom 28.6.2022 &#8212; B 2 U 9\/20 R &#8212; juris RdNr 34 mwN<\/em>; <em>zu der herausgehobenen Stellung der PTBS auch Flatten\/Denis\/Ebbinghaus, Trauma &amp; Gewalt 2016, S 106, 110; s auch AWMF-Leitlinie Posttraumatische Belastungsst\u00f6rung, AWMF-Register-Nr 155\/001 Klasse S 3, &lt;\u00dcberarbeitung 2019\/04&gt;, S 6, 18 unter Hinweis auf m\u00f6gliche Differentialdiagnosen, insbesondere Depression, Angstst\u00f6rungen wie zB die generalisierte Angstst\u00f6rung, Panikst\u00f6rung, und auf somatoforme St\u00f6rungen).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_35\">35<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Hieraus ergibt sich zugleich, dass eine (weitere) Pr\u00fcfung zur generell rechtlichen Wesentlichkeit der Urs\u00e4chlichkeit nach der Theorie der wesentlichen Bedingung nicht erfolgt. Diese Wesentlichkeit wird f\u00fcr die PTBS bereits begrifflich unterstellt und bedarf im Rahmen der abstrakten Pr\u00fcfung einer Wie-BK keiner weiteren eigenst\u00e4ndigen Pr\u00fcfung des Ursachenzusammenhangs im juristischen Sinne <em>(dazu <\/em><br \/>\n                  <em>auch <\/em><br \/>\n                  <em>Pitz\/Strametz, SGb 2021, 405, 411; ebenso Molkentin, SGb 2021, 76, 80 und SGb 2019, 200, 204, nach dem die <\/em>medizinisch-wissenschaftliche Kausalit\u00e4t <em>dann &#171;eingepreist&#187; sei)<\/em>. Der Senat ist nicht gehindert, solche Erkenntnisse \u00fcber generelle Kausalzusammenh\u00e4nge heranzuziehen, denn sie stellen gerade die f\u00fcr die generelle Geeignetheit zu fordernden medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse dar. Insoweit hat der Senat bereits in der Vergangenheit grundlegend ausgef\u00fchrt, dass dann, wenn &#171;<em>eine bestimmte Diagnose ein Ereignis einer bestimmten Schwere voraussetzt, von einem entsprechenden aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand auszugehen sein&#187;<\/em> wird <em>(BSG Urteil vom 9.5.2006 &#8212; B 2 U 1\/05 R &#8212; BSGE 96, 196 = SozR 4-2700 \u00a7 8 Nr 17, RdNr 27)<\/em>. Davon zu unterscheiden ist die rechtliche Beurteilung der haftungsbegr\u00fcndenden Kausalit\u00e4t im Einzelfall <em>(BSG Urteil vom 27.4.2010 &#8212; B 2 U 13\/09 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 18 RdNr 29)<\/em>. Daher ergibt sich mit der hier vorzunehmenden Beurteilung auch kein Widerspruch zu der in der Literatur ge\u00e4u\u00dferten Kritik an einer Heranziehung der Diagnosesysteme f\u00fcr die Beurteilung des rechtlich wesentlichen Ursachenzusammenhangs <em>(vgl Fabra<\/em>, <em>MedSach 2021, 6, 8; Forchert, MedSach 2021, 15, 24 ff; einschr\u00e4nkend Bultmann, MedSach 2017, 114, 116 f)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_36\">36<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Nach dem im DSM-V wiedergegebenen wissenschaftlich konsentierten Erfahrungssatz, der durch das ICD sowie die ma\u00dfgebliche Begutachtungsleitlinie der AWMF gest\u00fctzt wird, entspricht es dem aktuellen Erkenntnisstand, dass eine PTBS generell auch durch mehrere Ereignisse ausgel\u00f6st werden kann. Geeignet sind zudem die Beobachtung traumatischer Ereignisse an anderen Personen zB in Form drohender oder ernsthafter Verletzung, unnat\u00fcrliche Todesf\u00e4lle, h\u00e4usliche Gewalt, Unfall oder Naturkatastrophe, ohne Selbstbetroffenheit des Beobachters <em>(vgl DSM-V F 43.10, Traumakriterium A.2: &#171;Pers\u00f6nliches Erleben, eines oder mehrerer traumatischer Ereignisse bei anderen Personen&#187;, Traumakriterium A.4: &#171;Die Erfahrung wiederholter oder extremer Konfrontation mit aversiven Details von einem oder mehreren derartigen traumatischen Ereignissen (zB Ersthelfer, die menschliche Leichenteile aufsammeln oder Polizisten, die wiederholt mit schockierenden Details von Kindesmissbrauch konfrontiert werden)&#187;; Falkai\/Wittchen, Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer St\u00f6rungen DSM-5, 2. Aufl 2018, S 369, 374; Bolm-Audorff\/Petereit-Haack\/Seidler, Psychiatr Prax 2019, 184, 185)<\/em>. Soweit der Senat in seiner fr\u00fcheren Entscheidung vom 20.7.2010 <em>(B 2 U 19\/09 R &#8212; juris RdNr 26)<\/em> mit Bezug auf das Opferentsch\u00e4digungsrecht nicht tragend ausgef\u00fchrt hat, dass es im Fall der Beobachtung eines traumatischen Ereignisses an anderen Personen einer engen personellen Beziehung zum Opfer bed\u00fcrfe, wird zu Recht darauf hingewiesen, dass dies nur f\u00fcr den Fall des &#171;Erfahrens&#187; des Ereignisses im Sinne der Information durch Dritte dar\u00fcber gelten kann <em>(hierzu Molkentin, SGb 2019, 200, 205 und SGb 2021, 76, 81 jeweils in Auseinandersetzung mit BSG Urteil vom 20.7.2010 &#8212; B 2 U 19\/09 R &#8212; juris RdNr 26; s auch Falkai\/Wittchen, Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer St\u00f6rungen DSM-5, 2. Aufl 2018, S 374). <\/em>Das DSM-V ist seit Mai 2013 in Kraft. Angesichts des hier erst im Jahr 2016 vorgelegten Befundberichtes des Kl\u00e4gers l\u00e4sst es der Senat offen, ob Anhaltspunkte f\u00fcr einen entsprechenden Erkenntnisstand \u00fcberdies bereits dem DSM-IV aus dem Jahr 1994 zu entnehmen sind. Denn auch dieses umfasste jedenfalls die Beobachtung von Traumata an anderen Personen <em>(dazu Molkentin, SGb 2019, 200, 203 mwN; s auch Pitz\/Strametz, SGb 2021, 405, 411)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_37\">37<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Einer bestimmten &#171;Dosis&#187; an Einwirkungen bedarf es nach den Diagnosekriterien nicht. Bereits ein einmaliges Ereignis kann bei geeigneter Schwere eine PTBS ausl\u00f6sen, die dann indes einen Arbeitsunfall <em>(\u00a7 8 SGB VII) <\/em>begr\u00fcnden k\u00f6nnte. Die wiederholte Konfrontation mit traumatischen Erlebnissen, die in der Summe eine PTBS begr\u00fcnden, sind dagegen dem Bereich der BKen zuzuordnen. Dabei fehlen in den ma\u00dfgeblichen Diagnosewerken Hinweise darauf, dass dies nur dann der Fall sein soll, wenn diese Erlebnisse eine bereits vorbestehende PTBS (&#171;Indextrauma&#187;) reaktivieren oder in ihrer Auspr\u00e4gung verst\u00e4rken <em>(so Hessisches LSG Urteil vom 13.8.2019 &#8212; L 3 U 145\/14 &#8212; juris RdNr 32)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_38\">38<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die Erkenntnisse \u00fcber das Vorliegen der allgemeinen Voraussetzungen nach \u00a7 9 Abs 1 Satz 2 SGB VII sind neu iS des \u00a7 9 Abs 2 SGB VII.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_39\">39<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>&#171;Neu&#187; sind medizinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse auch dann, wenn sie zum Zeitpunkt der letzten \u00c4nderung der BKV zwar vorhanden, dem Verordnungsgeber aber noch nicht bekannt waren. Ebenso verh\u00e4lt es sich, wenn der Verordnungsgeber sie noch nicht gepr\u00fcft und gew\u00fcrdigt oder die Aufnahme der Krankheit in die BKV nicht bewusst abgelehnt hat. Das Unt\u00e4tigbleiben des Verordnungsgebers nach Vorliegen neuer Erkenntnisse steht einer (bewussten) Ablehnung nicht gleich <em>(BVerfG Beschluss vom 22.10.1981 &#8212; 1 BvR 1369\/79 &#8212; BVerfGE 58, 369 = SozR 2200 \u00a7 551 Nr 19, juris RdNr 15 f mwN; BSG Urteile vom 21.1.1997 &#8212; 2 RU 7\/96 &#8212; juris RdNr 17, vom 4.8.1981 &#8212; 5a\/5 RKnU 1\/80 &#8212; SozR 2200 \u00a7 551 Nr 18 = juris RdNr 36 und vom 23.6.1977 &#8212; 2 RU 53\/76 &#8212; BSGE 44, 90 = SozR 2200 \u00a7 551 Nr 9 = juris RdNr 21).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_40\">40<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Hier lagen die Erkenntnisse basierend auf dem DSM-V bereits seit dessen G\u00fcltigkeit in Deutschland ab 2013 vor und waren damit im ma\u00dfgeblichen Zeitpunkt der letzten m\u00fcndlichen Verhandlung <em>(vgl BSG Urteil vom 13.2.2013 &#8212; B 2 U 33\/11 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 21 RdNr 22 mwN) <\/em>objektiv bereits &#171;alt&#187;, weil die letzte \u00c4nderung der BKV durch die F\u00fcnfte Verordnung zur \u00c4nderung der BKV vom 29.6.2021 mit Wirkung vom 1.8.2021 erfolgte <em>(BGBl I 2245)<\/em>. Indes lag bis dahin keine Entscheidung des Verordnungsgebers \u00fcber die Aufnahme einer PTBS bei Rettungssanit\u00e4tern in die BKV vor. Zuletzt hat das BMAS mit Schreiben vom 2.11.2021 gegen\u00fcber dem Senat best\u00e4tigt, dass der das BMAS beratende \u00c4SVB die PTBS bei Rettungssanit\u00e4tern nicht (einmal) in die Vorpr\u00fcfung aufgenommen hat. Der \u00c4SVB ber\u00e4t \u00fcber konkrete Themen erst nach erfolgreicher Vorpr\u00fcfung, nach deren Abschluss er eine Empfehlung, Stellungnahme oder einen Abschlussvermerk erstellt <em>(\u00a7 9 Abs 3, 4 BKV; vgl zum Beratungsverlauf beim \u00c4SVB und zum Status der Vorpr\u00fcfung <\/em><br \/>\n                  <em>&lt;<a href=\"https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Soziales\/Gesetzliche-Unfallversicherung\/\" rel=\"nofollow\">https:\/\/www.bmas.de\/DE\/Soziales\/Gesetzliche-Unfallversicherung\/<\/a> Aerztlicher-Sachverstaendigenbeirat\/aerztliche-sachverstaendigenbeirat.html&gt;: &#171;In einer sog. Vorpr\u00fcfung pr\u00fcft der Beirat kursorisch, ob hinreichende wissenschaftliche Evidenz f\u00fcr einen Ursachenzusammenhang zwischen einer potentiell sch\u00e4digenden Einwirkung und der Entstehung einer bestimmten Krankheit besteht. Ist dies zu bejahen, beschlie\u00dft der Beirat, Beratungen aufzunehmen.&#187;; s auch R\u00f6mer\/Brandenburg, SGb 2023, 14, 16)<\/em>. Dem \u00c4SVB kommt eine rein beratende und unterst\u00fctzende Funktion gegen\u00fcber dem BMAS zu <em>(\u00a7 9 Abs 1a SGB VII iVm \u00a7\u00a7 7 ff BKV; <\/em><br \/>\n                  <em>vgl auch BT-Drucks 19\/17586 S 101, 131)<\/em>. Auch das BMAS ist nicht der f\u00fcr die Entscheidung \u00fcber die Aufnahme oder Ablehnung weiterer BKen zust\u00e4ndige Verordnungsgeber, sondern die Bundesregierung zusammen mit dem Bundesrat <em>(\u00a7 9 Abs 1 SGB VII).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_41\">41<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der iS des \u00a7 9 Abs 1 BKV ma\u00dfgebliche Verordnungsgeber hat sich daher bis zur letzten m\u00fcndlichen Verhandlung zu keinem Zeitpunkt mit dem sich aus den Diagnosesystemen ableitbaren Ursachenzusammenhang auseinandergesetzt bzw eine Anerkennung oder Ablehnung der PTBS als (Listen-)BK bei Rettungssanit\u00e4tern gepr\u00fcft.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_42\">42<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Das LSG wird im weiteren Verfahren zu pr\u00fcfen haben, ob in der Person des Kl\u00e4gers auch die individuellen Voraussetzungen f\u00fcr die Feststellung einer PTBS als Wie-BK vorliegen. Dies erfordert die Feststellung von Art und Umfang geeigneter traumatisierender Einwirkungen, denen der Kl\u00e4ger in seiner versicherten T\u00e4tigkeit ausgesetzt gewesen ist, ferner die Feststellung des Vorliegens einer PTBS sowie die Pr\u00fcfung der haftungsbegr\u00fcndenden Kausalit\u00e4t. Die Ermittlung der beruflich bedingten traumatisierenden Erlebnisse ist auch deswegen bedeutsam, um sie je nach Verursachungsbeitrag ggf entweder dem Versicherungsfall des Arbeitsunfalls <em>(\u00a7 8 SGB VII) <\/em>oder der hier gegenst\u00e4ndlichen Wie-BK <em>(\u00a7 9 Abs 2 SGB VII) <\/em>zuzuordnen. Desweiteren ist zu kl\u00e4ren, ob und ggf ab wann eine PTBS beim Kl\u00e4ger festzustellen ist. Das LSG hat dies ausdr\u00fccklich dahinstehen lassen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_43\">43<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das LSG wird bei Vorliegen der Anerkennungsvoraussetzungen schlie\u00dflich auch den Zeitpunkt der m\u00f6glichen Anerkennung der Wie-BK festzulegen haben. Nach \u00a7 9 Abs 2a Nr 2 Halbsatz 1 SGB VII idF des 7. SGB IV-\u00c4nderungsgesetzes vom 12.6.2020 <em>(BGBl I 1248)<\/em> sind Krankheiten, die bei Versicherten vor der Bezeichnung als BK bereits entstanden waren, bei fehlender Empfehlung des \u00c4SVB r\u00fcckwirkend wie eine BK fr\u00fchestens zu dem Zeitpunkt anzuerkennen, in dem die neuen Erkenntnisse der medizinischen Wissenschaft vorgelegen haben <em>(so zur bisherigen Rechtslage auch BSG Urteil vom 29.11.2011 &#8212; B 2 U 26\/10 R &#8212; juris RdNr 26 mwN; zu \u00a7 551 Abs 1 Satz 2 RVO bereits BSG Urteil vom 2.12.2008 &#8212; B 2 KN 1\/08 U R &#8212; BSGE 102, 121 = SozR 4-2700 \u00a7 9 Nr 12, RdNr 23)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_44\">44<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Dem wiederholten Beweisantrag der Beklagten zur Einholung einer erneuten Stellungnahme beim \u00c4SVB \u00fcber das Vorliegen aktueller medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse war nicht zu folgen, weil die Ausf\u00fchrungen des Sachverst\u00e4ndigen zum aktuellen medizinischen Erkenntnisstand ebenso wenig entscheidungserheblich waren wie die von ihm zeitgleich erstellte Metaanalyse.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_45\">45<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>5. Die von dem Kl\u00e4ger im Revisionsverfahren erhobene Verfahrensr\u00fcge ist gegenstandslos, weil das Urteil des Berufungsgerichts hinsichtlich der begehrten Feststellung der Wie-BK aus materiell-rechtlichen Gr\u00fcnden aufzuheben war.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_46\">46<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">6. Das LSG wird auch \u00fcber die Kosten des Revisionsverfahrens zu entscheiden haben.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u00a0Roos\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<p style=\"text-align:center\">Karmanski<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"bottom\">\n<p style=\"text-align:right\">Karl\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KSRE162420222&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BSG_B_2_U_11-20_R_KSRE162420222.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die posttraumatische Belastungsst\u00f6rung (PTBS) ist eine Krankheit, die wegen der besonderen Einwirkungen, denen Rettungssanit\u00e4ter gegen\u00fcber der \u00fcbrigen Bev\u00f6lkerung ausgesetzt sind, die allgemeinen Voraussetzungen f\u00fcr die Anerkennung als Wie-Berufskrankheit bei dieser Personengruppe erf\u00fcllt.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_crdt_document":""},"kji_country":[7802],"kji_court":[9722],"kji_chamber":[10645],"kji_year":[24566],"kji_subject":[7712],"kji_keyword":[9723,8215,8476,8017],"kji_language":[7805],"class_list":["post-632655","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundessozialgericht","kji_chamber-2-senat","kji_year-24566","kji_subject-social","kji_keyword-bundessozialgericht","kji_keyword-leitsatz","kji_keyword-senat","kji_keyword-urteil","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.5 (Yoast SEO v27.5) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Bundessozialgericht, 2. 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