{"id":658351,"date":"2026-04-23T11:16:52","date_gmt":"2026-04-23T09:16:52","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-senat-fur-anwaltssachen-beschluss-2022-09-28-anwz-brfg-11-22\/"},"modified":"2026-04-23T11:16:52","modified_gmt":"2026-04-23T09:16:52","slug":"bundesgerichtshof-senat-fur-anwaltssachen-beschluss-2022-09-28-anwz-brfg-11-22","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-senat-fur-anwaltssachen-beschluss-2022-09-28-anwz-brfg-11-22\/","title":{"rendered":"Bundesgerichtshof, Senat f\u00fcr Anwaltssachen, Beschluss, 2022-09-28, AnwZ (Brfg) 11\/22"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Antrag der Beklagten auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des 4. Senats des Bayerischen Anwaltsgerichtshofs vom 22. M\u00e4rz 2022 wird abgelehnt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte tr\u00e4gt die Kosten des Zulassungsverfahrens.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Wert des Zulassungsverfahrens wird auf 5.000 \u20ac festgesetzt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>I.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4gerin ist Mitglied der Beklagten. Sie wendet sich gegen mehrere Beschl\u00fcsse, mit denen die Kammerversammlung der Beklagten im Zeitraum vom 18. November 2020 bis 8. Dezember 2020 Antr\u00e4ge betreffend die Nutzung des S.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0in S.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0annahm.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das S.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0ist ein am St.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0gelegenes Anwesen, das auf Grund eines Erbfalls im Eigentum der Beklagten steht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>In der Abstimmung der Kammerversammlung wurden unter anderem die folgenden, unter der Ziffer &#171;5. Antrag: Gr\u00fcndung einer S.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0-Stiftung&#187; zusammengefassten Antr\u00e4ge mit Mehrheit angenommen:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">&#171;5.1 Die RAK M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0initiiert die Gr\u00fcndung einer Stiftung als Tr\u00e4ger des \u201eS.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u201c in S.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">5.2 Die RAK M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0bringt das \u201eHausmeistergrundst\u00fcck\u201c, FlNr.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0S.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0, als Verbrauchsverm\u00f6gen in die zu gr\u00fcndende Stiftung ein.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">5.3 Die RAK M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00fcberl\u00e4sst der zu gr\u00fcndenden Stiftung das \u201eS.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0FlNr.\u00a0\u00a0\u00a0in S.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0gegen ein symbolisches Entgelt in Erbpacht zum Betrieb des S.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0in der Form, in der es in der Vergangenheit betrieben wurde.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">5.4 Die RAK M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0gew\u00e4hrt der zu gr\u00fcndenden Stiftung zu markt\u00fcblichen Bedingungen ausreichende Darlehen, um den Betrieb der Stiftung aufnehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">5.5 Sollten die vorstehenden Ziff. 1 bis 4 einzeln, oder in Kombination, zu steuerlichen Belastungen f\u00fchren, die wirtschaftlich nicht vertretbar sind, oder aus rechtlichen Gr\u00fcnden nicht durchf\u00fchrbar sind, wird der Kammervorstand beauftragt, eine rechtliche L\u00f6sung zu erarbeiten, die dem Zweck der Erhaltung des S.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0als Fortbildungs- und Versammlungszentrum f\u00fcr und der Nutzung durch Rechtsanw\u00e4lte zu eigenen Zwecken jeweils mit Unterbringungsm\u00f6glichkeiten zu dienen, geeignet ist.&#187;<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Auf die Klage der Kl\u00e4gerin hat der Anwaltsgerichtshof die Beschl\u00fcsse zu den Ziffern 5.1 bis 5.4 f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt und die Klage hinsichtlich des Beschlusses zu der Ziffer 5.5 als unzul\u00e4ssig abgewiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte beantragt, die Berufung gegen das Urteil des Anwaltsgerichtshofs insoweit zuzulassen, als die Klage Erfolg gehabt hat.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>II.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Antrag auf Zulassung der Berufung ist nach \u00a7 112e Satz 2 BRAO, \u00a7 124a Abs. 4 VwGO statthaft und auch im \u00dcbrigen zul\u00e4ssig. Er bleibt jedoch ohne Erfolg. Die geltend gemachten Zulassungsgr\u00fcnde (\u00a7 112e Satz 2 BRAO, \u00a7 124 Abs. 2 Nr. 1 bis 5 VwGO) liegen nicht vor.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Ernstliche Zweifel an der Richtigkeit des angefochtenen Urteils bestehen nicht (\u00a7 112e Satz 2 BRAO, \u00a7 124 Abs. 2 Nr. 1 VwGO).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Dieser Zulassungsgrund setzt voraus, dass ein einzelner tragender Rechtssatz oder eine erhebliche Tatsachenfeststellung mit schl\u00fcssigen Argumenten in Frage gestellt wird (Senat, Beschluss vom 19. April 2022 &#8212; AnwZ (Brfg) 51\/21, juris Rn. 11). Diese Anforderung erf\u00fcllt das Vorbringen der Beklagten nicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Die Beklagte wendet sich gegen die Auffassung des Anwaltsgerichtshofs, dass die Beschl\u00fcsse dem Aufgabenbereich &#171;Verwaltung des Kammerverm\u00f6gens&#187; zuzuordnen seien und somit der Zust\u00e4ndigkeit des Pr\u00e4sidiums unterfielen. Im Gegensatz zu den Beschl\u00fcssen der Kammerversammlung im Jahr 2019, die dem Verfahren BayAGH III-4-6\/19 (juris) des Bayerischen Anwaltsgerichtshofs zugrunde gelegen h\u00e4tten, handle es sich nicht um konkrete Handlungsauftr\u00e4ge hinsichtlich des Kammerverm\u00f6gens, sondern um eine grunds\u00e4tzliche Organisationsentscheidung zur Gr\u00fcndung einer Stiftung (Ziffer 5.1) und um die Umsetzung dieser Organisationsentscheidung (Ziffern 5.2 bis 5.4). Die grunds\u00e4tzliche Organisationsentscheidung sei im Ausgangspunkt vergleichbar mit der Ausgliederung eines Betriebs auf eine zu diesem Zweck gegr\u00fcndete Tochtergesellschaft durch eine Aktiengesellschaft. Diesbez\u00fcglich habe der Bundesgerichtshof am 25. Februar 1982 entschieden, dass unter bestimmten Umst\u00e4nden eine ungeschriebene Zust\u00e4ndigkeit der Hauptversammlung f\u00fcr eine solche Ausgliederungsma\u00dfnahme bestehen k\u00f6nne. Bei den \u00fcbrigen Beschl\u00fcssen ergebe sich die Zust\u00e4ndigkeit der Kammerversammlung aus einer Annexkompetenz beziehungsweise einer Kompetenz kraft Sachzusammenhangs.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Auf das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 25. Februar 1982 kann die Beklagte ihre Auffassung schon deshalb nicht st\u00fctzen, weil sich daraus nur ergibt, dass bei bestimmten Entscheidungen der Vorstand verpflichtet sein kann, eine Vorlage an die Hauptversammlung vorzunehmen. Es gebe grundlegende Entscheidungen, die durch die Au\u00dfenvertretungsmacht des Vorstands, seine gem\u00e4\u00df \u00a7 82 Abs. 2 AktG begrenzte Gesch\u00e4ftsf\u00fchrungsbefugnis wie auch den Wortlaut der Satzung formal noch gedeckt seien, gleichwohl aber so tief in die Mitgliedsrechte der Aktion\u00e4re und deren im Anteilseigentum verk\u00f6rpertes Verm\u00f6gensinteresse eingriffen, dass der Vorstand vern\u00fcnftigerweise nicht annehmen k\u00f6nne, er d\u00fcrfe sie in ausschlie\u00dflich eigener Verantwortung treffen, ohne die Hauptversammlung zu beteiligen (BGH, Urteil vom 25. Februar 1982 &#8212; II ZR 174\/80, BGHZ 83, 122, 131). Dem Urteil l\u00e4sst sich somit nicht entnehmen, dass in derartigen F\u00e4llen eine Kompetenzverlagerung vom Vorstand auf die Hauptversammlung stattfinden soll. Es geht ausdr\u00fccklich davon aus, dass die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr Ma\u00dfnahmen von der beschriebenen Tragweite beim Vorstand verbleibt, dieser jedoch verpflichtet ist, die Zustimmung der Hauptversammlung f\u00fcr die von ihm geplanten Ma\u00dfnahmen einzuholen (BGH, Urteil vom 25. Februar 1982, aaO S. 131 f.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Zudem kann die Beklagte nicht aufzeigen, dass ein wesentlicher Unterschied darin bestehen soll, dass die Kammerversammlung eine grunds\u00e4tzliche Organisationsentscheidung gefasst hat und dem Pr\u00e4sidium nicht &#8212; wie im Jahr 2019 &#8212; einen konkreten Handlungsauftrag erteilt hat. Weder \u00a7 79 Abs. 2 Satz 1 BRAO noch den sonstigen Normen, die die Zust\u00e4ndigkeiten der Organe der Beklagten regeln, ist zu entnehmen, dass die Verm\u00f6gensverwaltungsbefugnis des Pr\u00e4sidiums inhaltlich oder dem Umfang nach beschr\u00e4nkt ist (Senat, Beschluss vom 19. April 2022 &#8212; AnwZ (Brfg) 51\/21, juris Rn. 28). Auch grunds\u00e4tzliche Organisationsentscheidungen k\u00f6nnen den Aufgabenbereich &#171;Verwaltung des Kammerverm\u00f6gens&#187; betreffen und einen Eingriff in die Zust\u00e4ndigkeit des Pr\u00e4sidiums darstellen. Wenn der Beschluss der Kammerversammlung beinhaltet, dass ein Verm\u00f6gensgegenstand nicht mehr der Verwaltung des Pr\u00e4sidiums unterstehen, sondern durch eine neu geschaffene Organisationseinheit verwaltet werden soll, stellt sich der Eingriff sogar weitreichender dar als die Verpflichtung, eine bestimmte Ma\u00dfnahme hinsichtlich dieses Verm\u00f6gensgegenstands durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Die Beklagte f\u00fchrt aus, entgegen der Ansicht des Anwaltsgerichtshofs ergebe sich eine Zust\u00e4ndigkeit der Kammerversammlung aus \u00a7 89 Abs. 1 Satz 2 BRAO. Die Rechtsprechung vertrete die Auffassung, dass sich der Aufgabenbereich der Rechtsanwaltskammer auf alle Angelegenheiten erstrecke, welche von allgemeiner &#8212; nicht nur rein wirtschaftlicher &#8212; Bedeutung f\u00fcr die Rechtsanwaltschaft seien. Im vorliegenden Kontext m\u00fcsse dies so ausgelegt werden, dass es auf die Bedeutung f\u00fcr die Mitglieder der jeweiligen Rechtsanwaltskammer und nicht auf die Bedeutung f\u00fcr die Gesamtheit der Rechtsanwaltskammern ankomme, so dass grunds\u00e4tzliche Organisationsentscheidungen darunter fielen. Daher best\u00fcnden auch ernstliche Zweifel an der Auffassung des Anwaltsgerichtshofs, dass sich die Kammerversammlung rechtswidrig ein Weisungsrecht gegen\u00fcber dem ausschlie\u00dflich zust\u00e4ndigen Organ angema\u00dft habe.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Damit vermag die Beklagte keine Zweifel an der Auslegung der Zust\u00e4ndigkeitsvorschriften durch den Anwaltsgerichtshof zu begr\u00fcnden. Die Aufgaben der Rechtsanwaltskammern werden durch \u00a7 73 BRAO, der die Aufgaben des Kammervorstands regelt, und durch \u00a7 89 BRAO, der die Befugnisse der Kammerversammlung zum Gegenstand hat, definiert. Beide Bestimmungen zusammen umschreiben den Aufgaben- oder &#171;Funktionsbereich&#187; der Rechtsanwaltskammer. Nach st\u00e4ndiger Senatsrechtsprechung umfasst dabei der dergestalt umrissene Aufgabenbereich nicht nur die den Rechtsanwaltskammern ausdr\u00fccklich zugewiesenen Aufgaben, sondern erstreckt sich auf alle Angelegenheiten, welche von allgemeiner &#8212; nicht nur rein wirtschaftlicher &#8212; Bedeutung f\u00fcr die Rechtsanwaltschaft sind (Senat, Beschluss vom 18. April 2005 &#8212; AnwZ (B) 27\/04, juris Rn. 13 mwN).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kammerversammlung hat gem\u00e4\u00df \u00a7 89 Abs. 1 Satz 2 BRAO Angelegenheiten, die von allgemeiner Bedeutung f\u00fcr die Rechtsanwaltschaft sind, zu er\u00f6rtern. Die Fragen, die er\u00f6rtert werden, m\u00fcssen nach der Intention des Gesetzgebers die Rechtspflege als solche, an der mitzuwirken die Rechtsanwaltschaft berufen ist, irgendwie ber\u00fchren (vgl. BT-Drucks. 3\/120, S. 91). Dieses Normverst\u00e4ndnis liegt im Wesentlichen auch den Kommentierungen zu dieser Vorschrift zugrunde (vgl. BeckOK BRAO\/Diem, Stand: 1. August 2020, \u00a7 89 Rn. 3 f.; Hartung in Henssler\/Pr\u00fctting, BRAO, 5. Aufl., \u00a7 89 Rn. 4 f.; Weyland, BRAO, 10. Aufl., \u00a7 89 Rn. 1 und 12 ff.; Kleine-Cosack, BRAO, 9. Aufl., \u00a7 89 Rn. 1; Lauda in Gaier\/Wolf\/G\u00f6cken, Anwaltliches Berufsrecht, 3. Aufl., \u00a7 89 Rn. 1 ff.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Aus dem Er\u00f6rterungsrecht der Kammerversammlung folgt kein Recht der Kammerversammlung, in ihr nicht zur Entscheidung zustehenden Angelegenheiten den zust\u00e4ndigen Organen inhaltlich bindende Vorgaben zu machen (Senat, Beschluss vom 19. April 2022 &#8212; AnwZ (Brfg) 51\/21, juris Rn. 31; Lauda in Gaier\/Wolf\/G\u00f6cken, Anwaltliches Berufsrecht, 3. Aufl., \u00a7 89 Rn. 2). Etwas Anderes ergibt sich auch nicht aus der von der Beklagten in Bezug genommenen Kommentierung von Weyland. Dieser vertritt die Auffassung, dass die Vorschrift des \u00a7 89 Abs. 1 Satz 2 BRAO auch die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, aufgrund der Diskussion eine <em>Entscheidung durch die Kammerversammlung zu fassen,<\/em> die allgemeine Meinungs\u00e4u\u00dferungen und auch konkrete Vorschl\u00e4ge f\u00fcr die Gesetzgebung enthalten k\u00f6nne, wobei das Gebot der politischen Neutralit\u00e4t der Rechtsanwaltskammer zu beachten sei (vgl. Weyland, BRAO, 10. Aufl., \u00a7 89 Rn. 12a). Derartige Inhalte erheben nicht den Anspruch, den Adressaten der Entscheidung zu einem bestimmten Verhalten zu verpflichten, so dass auch die Ansicht von Weyland nicht als Beleg f\u00fcr die von der Beklagten gew\u00fcnschte Auslegung der Vorschrift herangezogen werden kann.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die Rechtssache weist keine besondere tats\u00e4chliche oder rechtliche Schwierigkeit auf (\u00a7 112e Satz 2 BRAO, \u00a7 124 Abs. 2 Nr. 2 VwGO). Der Zulassungsgrund setzt voraus, dass die Rechtssache wegen einer erheblich \u00fcber dem Durchschnitt liegenden Komplexit\u00e4t des Verfahrens oder der ihr zu Grunde liegenden Rechtsmaterie in tats\u00e4chlicher oder rechtlicher Hinsicht das normale Ma\u00df nicht unerheblich \u00fcberschreitende Schwierigkeiten verursacht und sich damit von den \u00fcblichen verwaltungsrechtlichen Anwaltssachen deutlich abhebt (Senat, Beschluss vom 30. September 2021 &#8212; AnwZ (Brfg) 20\/21, NJW-RR 2022, 67 Rn. 11).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Dass der Streitgegenstand des Verfahrens sich von den \u00fcblichen verwaltungsrechtlichen Anwaltssachen unterscheidet, erf\u00fcllt diese Voraussetzungen noch nicht. Auch dass bestimmte Fragen zur Zust\u00e4ndigkeitsverteilung innerhalb einer Rechtsanwaltskammer von der Rechtsprechung noch nicht ausreichend beleuchtet worden sein sollen beziehungsweise dazu noch keine Rechtsprechung existieren soll, reicht nicht aus. Die Beklagte kann schon nicht darlegen, dass zu den hier einschl\u00e4gigen Vorschriften verschiedene Auffassungen vertreten w\u00fcrden und sich schwierige Auslegungsfragen stellten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Die Rechtssache hat keine grunds\u00e4tzliche Bedeutung (\u00a7 112e Satz 2 BRAO, \u00a7 124 Abs. 2 Nr. 3 VwGO). Dieser Zulassungsgrund ist gegeben, wenn der Rechtsstreit eine entscheidungserhebliche, kl\u00e4rungsbed\u00fcrftige und kl\u00e4rungsf\u00e4hige Rechtsfrage aufwirft, die sich in einer unbestimmten Vielzahl von F\u00e4llen stellen kann und deshalb das abstrakte Interesse der Allgemeinheit an einer einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber\u00fchrt (vgl. nur Senat, Beschluss vom 19. April 2022 &#8212; AnwZ (Brfg) 51\/21, juris Rn. 36). Diese Voraussetzungen sind vom Antragsteller darzulegen. Zur schl\u00fcssigen Darlegung geh\u00f6ren Ausf\u00fchrungen zur Kl\u00e4rungsbed\u00fcrftigkeit und Kl\u00e4rungsf\u00e4higkeit der aufgeworfenen Rechtsfrage sowie zu ihrer Bedeutung f\u00fcr eine unbestimmte Vielzahl von F\u00e4llen oder ihre Auswirkung auf die Allgemeinheit; begr\u00fcndet werden muss auch, warum ein korrigierendes Eingreifen des Bundesgerichtshofs erforderlich ist (vgl. nur Senat, Beschluss vom 19. April 2022, aaO mwN).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Rechtsstreit wirft nach Ansicht der Beklagten die Frage auf, ob nach der Bundesrechtsanwaltsordnung eine Zust\u00e4ndigkeit der Kammerversammlung f\u00fcr grunds\u00e4tzliche Organisationsentscheidungen wie die Entscheidung \u00fcber die Gr\u00fcndung einer juristischen Person, welche Aufgaben wahrnehmen solle, die zuvor durch die Rechtsanwaltskammer selbst wahrgenommen worden seien, bestehe. Die Beklagte legt jedoch nicht dar, dass, aus welchen Gr\u00fcnden, in welchem Umfang und von welcher Seite diese Frage umstritten ist (vgl. Senat, Beschluss vom 19. April 2022 &#8212; AnwZ (Brfg) 51\/21, juris Rn. 38).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>III.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7 112c Abs. 1 Satz 1 BRAO, \u00a7 154 Abs. 2 VwGO, die Streitwertfestsetzung auf \u00a7 194 Abs. 1 BRAO, \u00a7 52 Abs. 2 GKG.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Grupp\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Liebert\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Ettl\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Kau\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Merk\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KORE677382022&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BGH_Senat_f%C3%BCr_Anwaltssachen_AnwZ__Brfg__11-22_KORE677382022.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tenor Der Antrag der Beklagten auf Zulassung der Berufung gegen das Urteil des 4. 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