{"id":658859,"date":"2026-04-23T12:22:00","date_gmt":"2026-04-23T10:22:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-14-septembre-2022-n-5a-71-2022\/"},"modified":"2026-04-23T12:22:00","modified_gmt":"2026-04-23T10:22:00","slug":"tribunal-federal-suisse-14-septembre-2022-n-5a-71-2022","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-14-septembre-2022-n-5a-71-2022\/","title":{"rendered":"Tribunal f\u00e9d\u00e9ral suisse, 14 septembre 2022, n\u00b0 5A 71-2022"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<p>Bundesgericht<\/p>\n<p>Tribunal f\u00e9d\u00e9ral<\/p>\n<p>Tribunale federale<\/p>\n<p>Tribunal federal<\/p>\n<p>5A_71\/2022<\/p>\n<p>Urteil vom 14. September 2022<\/p>\n<p>II. zivilrechtliche Abteilung<\/p>\n<p>Besetzung<\/p>\n<p>Bundesrichter Herrmann, Pr\u00e4sident,<\/p>\n<p>Bundesrichter Marazzi, von Werdt, Sch\u00f6bi, Bovey,<\/p>\n<p>Gerichtsschreiber Sieber.<\/p>\n<p>Verfahrensbeteiligte<\/p>\n<p>A.________,<\/p>\n<p>vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Thomas Castelberg,<\/p>\n<p>Beschwerdef\u00fchrer,<\/p>\n<p>gegen<\/p>\n<p>B.________,<\/p>\n<p>vertreten durch Rechtsanw\u00e4ltin Seraina Aebli,<\/p>\n<p>Beschwerdegegnerin.<\/p>\n<p>Gegenstand<\/p>\n<p>Herausgabe (Eigentum),<\/p>\n<p>Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts von Graub\u00fcnden, II. Zivilkammer, vom 22. Dezember 2021 (ZK2 21 32).<\/p>\n<p>Sachverhalt:<\/p>\n<p>A.<\/p>\n<p>A.a. Mit schriftlichem Vertrag vom 20. Januar 2006 schenkte C.________ das Carigiet-Bild &quot;yyy&quot; ihrer Nichte B.________. Das Bild befand sich im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses im Haus, das die Schenkerin bewohnte. Gem\u00e4ss Vertrag behielt sich die Schenkerin die Nutzniessung am Gem\u00e4lde vor, solange sie in diesem Haus wohnte.<\/p>\n<p>A.b. Mit \u00f6ffentlich beurkundetem Vertrag vom 27. Januar 2006 verkaufte C.________ ihr Haus ihrem Enkel A.________. Der Kaufpreis entsprach dem Verkehrswert der Liegenschaft gem\u00e4ss amtlicher Sch\u00e4tzung. Gleichzeitig begr\u00fcndeten die Vertragsparteien eine lebensl\u00e4ngliche Nutzniessung zugunsten der Verk\u00e4uferin.<\/p>\n<p>Ziffer IV.4 der weiteren Vertragsbestimmungen lautete, wie folgt: &quot;Die Einrichtungsgegenst\u00e4nde sind Gegenstand des vorliegenden Kaufvertrages, soweit diese nicht durch Schenkungen und oder Verm\u00e4chtnisse Drittpersonen zugewendet werden.&quot;<\/p>\n<p>A.c. Am 3. September 2009 verfasste C.________ einen handschriftlichen Testamentszusatz, mit dem sie A.________ s\u00e4mtliche M\u00f6bel, Bilder, Teppiche und s\u00e4mtliches Inventar vermachte.<\/p>\n<p>A.d. Am 8. M\u00e4rz 2017 zog C.________ ins Altersheim. B.________ ersuchte daraufhin A.________, das Carigiet-Bild ihr als Eigent\u00fcmerin herauszugeben.<\/p>\n<p>A.e. Am 13. Dezember 2017 verstarb C.________.<\/p>\n<p>B.<\/p>\n<p>B.a. Nach erfolgloser Schlichtung klagte B.________ am 15. August 2019 beim Regionalgericht Imboden auf Herausgabe des Bildes. Mit Entscheid vom 9. Februar 2021 hiess das Regionalgericht die Klage gut und verpflichtete A.________, das Bild herauszugeben.<\/p>\n<p>B.b. Am 30. Juni 2021 erhob A.________ gegen diesen Entscheid erfolglos Berufung beim Kantonsgericht Graub\u00fcnden (Urteil vom 22. Dezember 2021; er\u00f6ffnet am 27. Dezember 2022).<\/p>\n<p>C.<\/p>\n<p>Mit Beschwerde in Zivilsachen vom 31. Januar 2022 wendet sich A.________ (Beschwerdef\u00fchrer) an das Bundesgericht. Er verlangt unter Kosten- und Entsch\u00e4digungsfolge und unter Aufhebung des Urteils des Kantonsgerichts und des Entscheids des Regionalgerichts die Klageabweisung.<\/p>\n<p>Das Bundesgericht hat die vorinstanzlichen Akten, aber keine Vernehmlassungen eingeholt.<\/p>\n<p>Erw\u00e4gungen:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Die fristgerecht von der vorinstanzlich unterlegenen Partei erhobene Beschwerde richtet sich gegen einen kantonal letztinstanzlichen, auf Rechtsmittel hin ergangenen Endentscheid betreffend die Herausgabe einer beweglichen Sache (Art. 641 Abs. 2 ZGB; rei vindicatio). Der Streit ist verm\u00f6gensrechtlicher Natur, wobei der Streitwert den gesetzlichen Mindestbetrag von Fr. 30&#039;000.&#8212; \u00fcberschreitet. Die Beschwerde in Zivilsachen ist zul\u00e4ssig (Art. 72 Abs. 1, Art. 74 Abs. 1 Bst. b, Art. 75, 76 Abs. 1, Art. 90 und 100 Abs. 1 i.V.m. Art. 46 Abs. 1 Bst. c BGG).<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>2.1. Mit der Beschwerde in Zivilsachen k\u00f6nnen Rechtsverletzungen gem\u00e4ss Art. 95 f. BGG geltend gemacht werden. Das Bundesgericht wendet Bundesrecht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG) und pr\u00fcft mit freier Kognition, ob der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Indes pr\u00fcft es grunds\u00e4tzlich nur die geltend gemachten R\u00fcgen, sofern die rechtlichen M\u00e4ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 140 III 115 E. 2). Wird eine Rechtsfrage aufgeworfen, ist das Bundesgericht weder an die von den Parteien geltend gemachten Gr\u00fcnde noch an die rechtliche W\u00fcrdigung der Vorinstanz gebunden. Es kann die Beschwerde aus einem anderen als dem von der beschwerdef\u00fchrenden Partei angerufenen Grund gutheissen und es kann sie mit einer von der Argumentation der Vorinstanz abweichenden Begr\u00fcndung abweisen (BGE 141 III 426 E. 2.4 [einleitend]). Das Bundesgericht befasst sich nur mit formell ausreichend begr\u00fcndeten Einw\u00e4nden (Art. 42 Abs. 2 BGG). In der Beschwerdebegr\u00fcndung ist daher in gedr\u00e4ngter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid rechtswidrig sein soll. Die Begr\u00fcndung muss sachbezogen sein und sich auf den Streitgegenstand beziehen und beschr\u00e4nken. Die beschwerdef\u00fchrende Partei hat in gezielter Auseinandersetzung mit den f\u00fcr das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erw\u00e4gungen plausibel aufzuzeigen, welche Rechte bzw. Rechtsnormen die Vorinstanz verletzt haben soll (BGE 142 I 99 E. 1.7.1; 140 III 86 E. 2 S. 89).<\/p>\n<p>2.2. Was den Sachverhalt angeht, legt das Bundesgericht seinem Urteil die vorinstanzlichen Feststellungen zugrunde (Art. 105 Abs. 1 BGG). Diesbez\u00fcglich kann nur vorgebracht werden, diese Feststellungen seien offensichtlich unrichtig, das heisst willk\u00fcrlich, oder w\u00fcrden auf einer anderen Bundesrechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG (z.B. einer Verletzung von Art. 29 Abs. 2 BV oder Art. 8 ZGB) beruhen. In der Beschwerde ist \u00fcberdies darzutun, inwiefern die Behebung der ger\u00fcgten M\u00e4ngel f\u00fcr den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 BGG). Es gilt das strenge R\u00fcgeprinzip nach Art. 106 Abs. 2 BGG. Das Bundesgericht pr\u00fcft daher nur klar und detailliert erhobene und soweit m\u00f6glich belegte R\u00fcgen, w\u00e4hrend es auf ungen\u00fcgend substanziierte R\u00fcgen und rein appellatorische Kritik am Sachverhalt nicht eintritt (BGE 141 IV 317 E. 5.4; 140 III 264 E. 2.3 S. 266). Tatfrage ist auch die Beweisw\u00fcrdigung, womit die Anfechtung der diesbez\u00fcglichen vorinstanzlichen Feststellungen ebenfalls der qualifizierten Begr\u00fcndungspflicht unterliegt (Urteil 5A_438\/2018 vom 30. Oktober 2018 E. 1.3; vgl. auch BGE 144 V 50 E. 4.1).<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>3.1. Die Vorinstanz hat die Berufung mit doppelter Begr\u00fcndung abgewiesen. Zum einen h\u00e4lt sie daf\u00fcr, dass es sich beim Carigiet-Bild, dessen Herausgabe die Beschwerdegegnerin verlangt, nicht um einen Einrichtungsgegenstand gem\u00e4ss Ziffer IV.4 des Kaufvertrags vom 27. Januar 2006 handelt, weshalb es dem Beschwerdef\u00fchrer nicht \u00fcbertragen worden sei. Zum andern spricht die Vorinstanz dem Beschwerdef\u00fchrer den guten Glauben zum Erwerb des Eigentums ab. Wie von der Rechtsprechung verlangt, wehrt sich der Beschwerdef\u00fchrer gegen beide Begr\u00fcndungen (vgl. BGE 142 III 364 E. 2.4 mit Hinweisen).<\/p>\n<p>3.2.<\/p>\n<p>3.2.1. Zur Gutgl\u00e4ubigkeit des Beschwerdef\u00fchrers erw\u00e4gt die Vorinstanz, dass der Kaufvertrag in Ziffer IV.4 Schenkungen und\/oder Verm\u00e4chtnisse der Verk\u00e4uferin \u00fcber Einrichtungsgegenst\u00e4nde an Drittpersonen vorbehalte. Die Formulierung k\u00f6nne im Sinne der Gegenwarts- wie auch der Zukunftsform verstanden werden. Eine Beschr\u00e4nkung des Vorbehalts auf gegenw\u00e4rtige und k\u00fcnftige Schenkungen mache Sinn, zumal die Parteien \u00fcber bereits rechtsg\u00fcltig verschenkte Gegenst\u00e4nde keine Vereinbarungen mehr treffen k\u00f6nnten. Aus dieser Formulierung der Klausel k\u00f6nne der Beschwerdef\u00fchrer nichts f\u00fcr sich ableiten. Entweder sei \u00fcber ein Gegenstand bereits verf\u00fcgt worden oder er w\u00fcrde unter die Vorbehaltsklausel fallen. Jedenfalls k\u00f6nne und d\u00fcrfe der Beschwerdef\u00fchrer nach Treu und Glauben nicht davon ausgehen, dass er bestimmte Gegenst\u00e4nde jemals erhalten werde. Aufgrund des Wortlauts der Vorbehaltsklausel habe er allen Grund gehabt, sich nach deren Tragweite zu erkundigen. H\u00e4tte der Beschwerdef\u00fchrer einen Erwerb des Bildes sicherstellen wollen, h\u00e4tte er eine Konkretisierung der Vorbehaltsklausel verlangen und dieses vom Vorbehalt ausnehmen m\u00fcssen. Dies alles habe ihm bei zumutbarer Aufmerksamkeit bewusst sein m\u00fcssen. Ein gutgl\u00e4ubiger Erwerb des Carigiet-Bildes sei damit ausgeschlossen. Wer seinem Vertragspartner das Recht einr\u00e4ume, \u00fcber Vertragsgegenst\u00e4nde weiterhin frei zu verf\u00fcgen, k\u00f6nne sich nicht ohne offensichtlichen Widerspruch gleichzeitig auf den Standpunkt stellen, er habe im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses von einer bereits erfolgten Schenkung nichts gewusst und sei daher in seinem gutgl\u00e4ubigen Erwerb zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Mit dem Grundst\u00fcckkaufvertrag vom 27. Januar 2006 sei der Verk\u00e4uferin die lebensl\u00e4ngliche Nutzniessung an der Liegenschaft einger\u00e4umt worden. Ihr sei somit das Recht auf den Besitz, den Gebrauch, die Verwaltung und die Nutzung der Liegenschaft verblieben. Somit sei es beim Vertragsabschluss nicht zu einer \u00dcbergabe des Kaufobjekts an den K\u00e4ufer gekommen. Der Erwerber, der sich auf den guten Glauben berufen wolle, m\u00fcsse sich diejenigen Umst\u00e4nde entgegenhalten lassen, die ihm bei der \u00dcbergabe der Sache bekannt geworden w\u00e4ren. Bei einem mit dem Eigentums\u00fcbergang zusammenfallenden Besitzesantritt h\u00e4tte sich aber zweifellos herausgestellt, dass das Carigiet-Bild bereits mittels Schenkung in das Eigentum der Beschwerdegegnerin \u00fcbergegangen war und C.________ nicht mehr dar\u00fcber verf\u00fcgen konnte, zumal die Schenkung nur eine Woche vor Abschluss des Kaufvertrags erfolgt sei. Somit sei ein gutgl\u00e4ubiger Erwerb auch unter diesem Gesichtspunkt ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Zu keinem anderen Ergebnis f\u00fchre der Testamentszusatz vom 3. September 2009. Dieser best\u00e4tige zun\u00e4chst, dass C.________ die volle Verf\u00fcgungsberechtigung \u00fcber s\u00e4mtliche Einrichtungsgegenst\u00e4nde in Form von Schenkungen und Verm\u00e4chtnissen behalten habe und dass diese Gegenst\u00e4nde nicht bereits mit dem Grundst\u00fcckkaufvertrag auf den Beschwerdef\u00fchrer \u00fcbertragen worden seien. Der Testamentszusatz k\u00f6nne sich nur auf Gegenst\u00e4nde beziehen, \u00fcber die nicht bereits durch Schenkung oder Verm\u00e4chtnis anderweitig verf\u00fcgt worden sei. Soweit der Beschwerdef\u00fchrer mit dem Testamentszusatz seinen guten Glauben zu belegen versuche, k\u00f6nne ihm schliesslich schon deshalb nicht gefolgt werden, weil der Zusatz erst rund dreieinhalb Jahre nach Abschluss des Kaufvertrags erfolgt sei.<\/p>\n<p>3.2.2. Der Beschwerdef\u00fchrer wendet ein, es komme entgegen dem Kantonsgericht auf seinen guten Glauben hinsichtlich der Verf\u00fcgungsmacht der Grussmutter bei Inkrafttreten des Kaufvertrags und nicht darauf an, ob diese aufgrund der Vorbehaltsklausel nach Vertragsabschluss noch Einrichtungsgegenst\u00e4nde g\u00fcltig habe verschenken k\u00f6nnen. Der Beschwerdef\u00fchrer habe keinen Grund gehabt, am Eigentum der Grossmutter am Bild zu zweifeln. Nicht massgebend sei, dass aufgrund der Vorbehaltsklausel die M\u00f6glichkeit bestanden habe, dass das Bild sp\u00e4ter verschenkt werde. Der Beschwerdef\u00fchrer sei der festen \u00dcberzeugung gewesen, seine Grossmutter w\u00fcrde nichts ohne seine Kenntnis und Zustimmung verschenken und ihn wie bei allen Schenkungen oder sonstigen Rechtsgesch\u00e4ften von gewisser Tragweite beiziehen, wie sie dies auch bei anderen Gelegenheiten getan habe. Die vorinstanzliche Behauptung, dass sich bei einem mit dem Eigentums\u00fcbergang zusammenfallenden Besitzesantritt zweifellos herausgestellt h\u00e4tte, dass das Carigiet-Bild bereits ins Eigentum der Beschwerdegegnerin \u00fcbergegangen war, sei haltlos. Das Haus w\u00e4re vollst\u00e4ndig m\u00f6bliert inkl. des Carigiet-Bildes \u00fcbergeben worden und es h\u00e4tte keinen Hinweis auf die fehlende Verf\u00fcgungsberechtigung der Grossmutter gegeben. Dies sei bei der \u00dcbergabe des Hauses am 8. M\u00e4rz 2017 denn auch der Fall gewesen.<\/p>\n<p>Die Gutgl\u00e4ubigkeit sei zu vermuten. Es bestehe f\u00fcr den Erwerber keine allgemeine Erkundigungspflicht. Eine solche setze einen konkreten Verdacht voraus. Vorbehalten blieben Gesch\u00e4ftszweige, die in besonderem Masse dem Angebot von Waren zweifelhafter Herkunft ausgesetzt seien. Vorliegend gehe es um ein Vertragsverh\u00e4ltnis zwischen Grossmutter und Enkelsohn, wobei zwischen den Vertragsparteien ein sehr enges Verh\u00e4ltnis bestanden habe. Der Beschwerdef\u00fchrer habe keinerlei Verdacht oder Anlass zu Misstrauen in Bezug auf die Verf\u00fcgungsberechtigung seiner Grossmutter an dem Carigiet-Bild gehabt. Vielmehr habe er davon ausgehen d\u00fcrfen, dass C.________ ihn sp\u00e4testens anl\u00e4sslich der Beurkundung des Grundst\u00fcckkaufvertrags und der Besprechung von dessen Ziffer IV.4 \u00fcber eine solch gewichtige Schenkung, die lediglich eine Woche zuvor erfolgt sei, informiere. Dies gelte umso mehr, als die Verk\u00e4uferin gewusst habe, dass er, der Beschwerdef\u00fchrer davon ausgehen w\u00fcrde, dass das Carigiet-Bild in ihrem Eigentum stand. Es liege folglich kein Fall von Art. 3 Abs. 2 ZGB vor und das Urteil der Vorinstanz sei offensichtlich unbillig und in stossender Weise ungerecht. Der offensichtlich durch eine juristische Laiin angefertigte Testamentszusatz vom 3. September 2009 best\u00e4tige denn auch nicht, dass die Einrichtungsgegenst\u00e4nde nicht bereits mit dem Grundst\u00fcckkaufvertrag auf den Beschwerdef\u00fchrer \u00fcbergegangen seien. Vielmehr wiederhole und verdeutliche dieser den Wunsch der Grossmutter, dass dem Beschwerdef\u00fchrer diese Gegenst\u00e4nde zukommen sollten.<\/p>\n<p>3.3.<\/p>\n<p>3.3.1. Zur \u00dcbertragung des Fahrniseigentums bedarf es des \u00dcberganges des Besitzes auf den Erwerber (Art. 714 Abs. 1 ZGB). Der Besitz wird \u00fcbertragen durch die \u00dcbergabe der Sache selbst oder der Mittel, die dem Empf\u00e4nger die Gewalt \u00fcber die Sache verschaffen (Art. 922 Abs. 1 ZGB). Ohne \u00dcbergabe kann der Besitz einer Sache erworben werden, wenn ein Dritter oder der Ver\u00e4usserer selbst auf Grund eines besonderen Rechtsverh\u00e4ltnisses im Besitz der Sache verbleibt (Art. 924 Abs. 1 ZGB [Besitzeskonstitut]). Wer eine bewegliche Sache in gutem Glauben zu Eigentum oder zu einem beschr\u00e4nkten dinglichen Recht \u00fcbertragen erh\u00e4lt, ist in seinem Erwerbe auch dann zu sch\u00fctzen, wenn sie dem Ver\u00e4usserer ohne jede Erm\u00e4chtigung zur \u00dcbertragung anvertraut worden war (Art. 933 ZGB). Dies gilt auch dann, wenn der Erwerb des Eigentums mittels Besitzeskonstitut erfolgt (vgl. Urteil 5C.179\/2002 vom 28. M\u00e4rz 2003 E. 1.6 mit Hinweisen; STARK\/LINDENMANN, Berner Kommentar, 4. Aufl. 2016, N. 84 zu Art. 933 ZGB; SUTTER-SOMM, Schweizerisches Privatrecht V\/1, Eigentum und Besitz, 2. Aufl. 2014, Rz. 1429, der den gutgl\u00e4ubigen Erwerber im Fall des Besitzeskonstituts nur in dem Umfang sch\u00fctzen m\u00f6chte, als er auch bei k\u00f6rperlicher Sach\u00fcbergabe gesch\u00fctzt w\u00e4re).<\/p>\n<p>3.3.2. Umstritten ist, ob der Beschwerdef\u00fchrer bez\u00fcglich der Verf\u00fcgungsmacht der Grossmutter \u00fcber das streitbetroffene Bild gutgl\u00e4ubig war, als ihm am 27. Januar 2006 das Haus samt Einrichtungsgegenst\u00e4nden verkauft wurde. Diesbez\u00fcglich gilt, was folgt: Das Dasein des guten Glaubes wird vermutet (Art. 3 Abs. 1 ZGB). Diese Vermutung greift aber nur, wenn derjenige, der sich auf den guten Glauben beruft, den Nachweis daf\u00fcr erbringt, den Umst\u00e4nden entsprechend aufmerksam gewesen zu sein (Art. 3 Abs. 2 ZGB). Namentlich wenn konkrete Verdachtsgr\u00fcnde vorliegen sowie beim Handel mit Kunst- und mit Occasionsgegenst\u00e4nden trifft den K\u00e4ufer rechtsprechungsgem\u00e4ss die Obliegenheit abzukl\u00e4ren, ob der Verk\u00e4ufer auch tats\u00e4chlich befugt ist, \u00fcber die Sache zu verf\u00fcgen (BGE 139 III 305 E. 3-5; Urteile 5A_962\/2017 vom 29. M\u00e4rz 2018 E. 5.1; 5A_925\/2013 vom 15. April 2014 E. 3).<\/p>\n<p>3.3.3. Der Beschwerdef\u00fchrer weist zu Recht darauf hin, dass der streitbetroffene Kauf nicht unter die bisher vom Bundesgericht beurteilten F\u00e4lle bejahter Erkundigungsobliegenheiten im Kunst- und Occasionshandel f\u00e4llt. Das allein weist den angefochtenen Entscheid allerdings noch nicht als bundesrechtswidrig aus. Art. 3 Abs. 2 ZGB kn\u00fcpft an die Umst\u00e4nde des Einzelfalls an und verlangt vom Gericht einen Billigkeitsentscheid (Art. 4 ZGB). Die Vorinstanz verletzt kein Bundesrecht, wenn sie in Ziffer IV.4 des Grundst\u00fcckkaufvertrags vom 27. Januar 2006 einen Umstand erblickt, der den Beschwerdef\u00fchrer h\u00e4tte veranlassen m\u00fcssen, sich bei der Verk\u00e4uferin nach bereits erfolgten Verf\u00fcgungen zu erkundigen. Wer wie der Beschwerdef\u00fchrer damit einverstanden ist, dass die Verk\u00e4uferin weiterhin frei \u00fcber Einrichtungsgegenst\u00e4nde verf\u00fcgen kann, darf allenfalls bereits erfolgte Verf\u00fcgungen nicht einfach ignorieren. Entsprechend h\u00e4tte sich der Beschwerdef\u00fchrer bei der Verk\u00e4uferin erkundigen m\u00fcssen, ob das Carigiet-Bild bereits Gegenstand einer Schenkung oder eines Verm\u00e4chtnisses ist. Daran \u00e4ndert die besondere N\u00e4he des Beschwerdef\u00fchrers zur Verk\u00e4uferin nichts und dieser macht auch nicht geltend, die Grossmutter h\u00e4tte ihm gegen\u00fcber eine vertragliche Aufkl\u00e4rungspflicht verletzt.<\/p>\n<p>Der Beschwerdef\u00fchrer behauptet nicht, dass er solche Erkundigungen angestellt h\u00e4tte und erst recht macht er nicht geltend, dass seine Grossmutter ihm nicht die Wahrheit gesagt h\u00e4tte, wenn er sie nach bereits erfolgten Schenkungen und Verm\u00e4chtnissen gefragt h\u00e4tte. Davon ist umso weniger auszugehen, als die Schenkung im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses erst eine Woche zur\u00fccklag und die Grossmutter keinen Grund gehabt h\u00e4tte, dem Beschwerdef\u00fchrer diese zu verheimlichen, nachdem er sogar mit der k\u00fcnftigen Ver\u00e4usserung von Einrichtungsgegenst\u00e4nden einverstanden war. Im Ergebnis kann sich der Beschwerdef\u00fchrer nicht erfolgreich auf seinen guten Glauben berufen, und zwar weder im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch sp\u00e4ter, als er das Haus tats\u00e4chlich in Besitz genommen hat. Entsprechend ist er auch nicht Eigent\u00fcmer des Carigiet-Bildes geworden. Daran \u00e4ndert nichts, dass er sp\u00e4tere \u00c4usserungen von C.________, namentlich den Testamentszusatz vom 3. September 2009, so verstanden haben will, dass er und nicht die Beschwerdegegnerin das Bild erhalten soll. Vor Bundesgericht ist ganz im Gegenteil nicht mehr strittig, dass das Eigentum am Bild bereits mit der Schenkung vom 20. Januar 2006 auf B.________ \u00fcberging.<\/p>\n<p>3.3.4. Steht fest, dass der Beschwerdef\u00fchrer nicht Eigent\u00fcmer des Carigiet-Bildes wurde, vermag er dem ihm gegen\u00fcber geltend gemachten Herausgabeanspruch bereits aus diesem Grund nichts entgegenzusetzen und kann die vor der Vorinstanz weiter strittige Frage offen bleiben, ob es sich bei diesem Bild um einen Einrichtungsgegenstand im Sinn von Ziffer IV.4 dieses Vertrags handelt.<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>Nach dem Gesagten ist die Beschwerde abzuweisen. Bei diesem Ausgang des Verfahrens sind die Gerichtskosten dem Beschwerdef\u00fchrer aufzuerlegen (Art. 66 Abs. 1 BGG). Eine Entsch\u00e4digung der Beschwerdegegnerin (Art. 68 Abs. 1 BGG) entf\u00e4llt, da diese zur Beschwerde keine Stellung nehmen musste.<\/p>\n<p>Demnach erkennt das Bundesgericht:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Die Beschwerde wird abgewiesen.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Die Gerichtskosten von Fr. 4&#039;000.&#8212; werden dem Beschwerdef\u00fchrer auferlegt.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht von Graub\u00fcnden, II. Zivilkammer, mitgeteilt.<\/p>\n<p>Lausanne, 14. September 2022<\/p>\n<p>Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung<\/p>\n<p>des Schweizerischen Bundesgerichts<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident: Herrmann<\/p>\n<p>Der Gerichtsschreiber: Sieber<\/p>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&#038;type=highlight_simple_query&#038;page=8&#038;from_date=&#038;to_date=&#038;sort=relevance&#038;insertion_date=&#038;top_subcollection_aza=all&#038;query_words=eigentum&#038;rank=79&#038;azaclir=aza&#038;highlight_docid=aza%3A%2F%2F14-09-2022-5A_71-2022&#038;number_of_ranks=3652\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Source officielle Tribunal federal suisse. 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