{"id":661736,"date":"2026-04-23T18:01:38","date_gmt":"2026-04-23T16:01:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-15-juillet-2022-n-2c-1041-2020\/"},"modified":"2026-04-23T18:01:38","modified_gmt":"2026-04-23T16:01:38","slug":"tribunal-federal-suisse-15-juillet-2022-n-2c-1041-2020","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-15-juillet-2022-n-2c-1041-2020\/","title":{"rendered":"Tribunal f\u00e9d\u00e9ral suisse, 15 juillet 2022, n\u00b0 2C 1041-2020"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<p>Bundesgericht<\/p>\n<p>Tribunal f\u00e9d\u00e9ral<\/p>\n<p>Tribunale federale<\/p>\n<p>Tribunal federal<\/p>\n<p>2C_1041\/2020<\/p>\n<p>Urteil vom 15. Juli 2022<\/p>\n<p>II. \u00f6ffentlich-rechtliche Abteilung<\/p>\n<p>Besetzung<\/p>\n<p>Bundesrichterin Aubry Girardin, Pr\u00e4sidentin,<\/p>\n<p>Bundesrichter Donzallaz,<\/p>\n<p>Bundesrichter Beusch,<\/p>\n<p>Gerichtsschreiber Quinto.<\/p>\n<p>Verfahrensbeteiligte<\/p>\n<p>Eidgen\u00f6ssisches Justiz- und Polizeidepartement, Bundesamt f\u00fcr Justiz, Direktionsbereich \u00d6ffentliches Recht, Bundesrain 20, 3003 Bern,<\/p>\n<p>Beschwerdef\u00fchrer,<\/p>\n<p>gegen<\/p>\n<p>A.________ AG,<\/p>\n<p>Beschwerdegegnerin,<\/p>\n<p>Aufsichtskommission \u00fcber die Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte im Kanton Z\u00fcrich,<\/p>\n<p>c\/o Obergericht des Kantons Z\u00fcrich, Hirschengraben 13\/15, 8001 Z\u00fcrich.<\/p>\n<p>Gegenstand<\/p>\n<p>Anforderungen an eine Anwaltsk\u00f6rperschaft zur Eintragung in das kantonale Anwaltsregister,<\/p>\n<p>Beschwerde gegen die Verf\u00fcgung des Verwaltungsgerichts des Kantons Z\u00fcrich, 3. Abteilung, vom 14. Oktober 2020 (VB.2020.00288, VB.2020.00289).<\/p>\n<p>Sachverhalt:<\/p>\n<p>A.<\/p>\n<p>Die A.________ AG wurde am 3. Dezember 2019 in das Handelsregister eingetragen und bezweckt die Erbringung von Rechtsdienstleistungen im In- und Ausland durch in der Schweiz registrierte Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte und andere qualifizierte Berater. Auf Gesuch der Rechtsanw\u00e4lte B.________ und C.________, welche die A.________ AG als Pr\u00e4sident des Verwaltungsrates respektive als Verwaltungsratsmitglied vertraten, stellte die Aufsichtskommission \u00fcber die Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte des Kantons Z\u00fcrich (Aufsichtskommission) mit Beschluss vom 5. M\u00e4rz 2020 fest, die Anwaltsk\u00f6rperschaft A.________ AG erf\u00fclle die einschl\u00e4gigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Eine weitere Ziffer dieses Beschlusses sowie ein zus\u00e4tzlicher Beschluss gleichen Datums betrafen die Anpassung der Eintr\u00e4ge von Rechtsanwalt B.________ und Rechtsanw\u00e4ltin D.________ bzw. die Neueintragung von Rechtsanwalt C.________ im kantonalen Anwaltsregister im Hinblick auf deren T\u00e4tigkeit f\u00fcr die genannte Anwaltsk\u00f6rperschaft.<\/p>\n<p>B.<\/p>\n<p>Mit Beh\u00f6rdenbeschwerde vom 6. Mai 2020 an das Verwaltungsgericht des Kantons Z\u00fcrich gest\u00fctzt auf Art. 89 Abs. 2 lit. a i.V.m. Art. 111 Abs. 2 BGG beantragte das Eidgen\u00f6ssische Justiz- und Polizeidepartement EJPD die Aufhebung der beiden vorgenannten Beschl\u00fcsse der Aufsichtskommission (vom 5. M\u00e4rz 2020). Es machte geltend, Letztere entspr\u00e4chen nicht den Vorgaben von Art. 8 Abs. 1 lit. d BGFA (Bundesgesetz vom 23. Juni 2000 \u00fcber die Freiz\u00fcgigkeit der Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte; SR 935.61) respektive des bundesgerichtlichen Leitentscheids BGE 144 II 147 bez\u00fcglich institutioneller Unabh\u00e4ngigkeit. W\u00e4hrend des Schriftenwechsels passte die A.________ AG ihre Statuten den genannten Vorgaben an, worauf die Aufsichtskommission mit einem weiteren Beschluss vom 11. Juni 2020 erneut feststellte, die A.________ AGerf\u00fclle die aufsichtsrechtlichen Anforderungen, und gleichzeitig die Eintr\u00e4ge der betroffenen Rechtsanw\u00e4lte bzw. Rechtsanw\u00e4ltin im kantonalen Anwaltsregister anpasste.<\/p>\n<p>Mit Verf\u00fcgung vom 14. Oktober 2020 schrieb das Verwaltungsgericht (Einzelrichterin) das vorgenannte Verfahren als gegenstandslos ab. Die kantonalen Gerichtskosten von Fr. 1&#039;255.&#8212; wurden gem\u00e4ss Ziff. 3 Dispositiv zu je einem Drittel dem EJPD, &quot;der Beschwerdegegnerschaft 1 &#8212; 4&quot; (bestehend aus der A.________ AG, Rechtsanwalt B.________, Rechtsanw\u00e4ltin D.________ und Rechtsanwalt C.________, unter solidarischer Haftung) und der Aufsichtskommission auferlegt.<\/p>\n<p>C.<\/p>\n<p>Mit Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht vom 14. Dezember 2020 beantragt das Eidgen\u00f6ssische Justiz- und Polizeidepartement EJPD (Beschwerdef\u00fchrer) die Aufhebung der Verf\u00fcgung des Verwaltungsgerichts vom 14. Oktober 2020 (Antrag 1). Der Beschwerdef\u00fchrer sei von allen Gerichtskosten zu befreien und letztere seien der A.________ AG (Beschwerdegegnerin 1) und\/oder der Aufsichtskommission (Beschwerdegegnerin 2) aufzuerlegen (Antrag 2).<\/p>\n<p>Die Vorinstanz beantragt vernehmlassungsweise die Abweisung der Beschwerde, soweit darauf eingetreten werde. Eventualiter sei die Beschwerde teilweise gutzuheissen, soweit darauf eingetreten werde, und Ziff. 3 Dispositiv der angefochtenen Verf\u00fcgung (vgl. Bst. B oben) dahingehend abzu\u00e4ndern, dass die Kosten des kantonalen Verfahrens zur H\u00e4lfte der Aufsichtskommission und zur H\u00e4lfte der privaten Beschwerdegegnerschaft auferlegt w\u00fcrden. Die Beschwerdegegnerin 1 beantragt die Abweisung der Beschwerde. Der Beschwerdef\u00fchrer repliziert mit Eingabe vom 9. Februar 2021 und pr\u00e4zisiert seine Antr\u00e4ge dahingehend, dass sich die Beschwerde einzig gegen Ziff. 3 Dispositiv der angefochtenen Verf\u00fcgung (vgl. Bst. B oben) richte und der zweite Antrag der Beschwerde (vom 14. Dezember 2020) als Pr\u00e4zisierung des ersten Antrags (auf Aufhebung der angefochtenen Verf\u00fcgung) zu verstehen sei. Die Beschwerdegegnerin 2 hat auf eine Vernehmlassung verzichtet.<\/p>\n<p>Erw\u00e4gungen:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>1.1. Aufgrund der Beschwerdebegr\u00fcndung, in deren Lichte die Antr\u00e4ge auszulegen sind (BGE 136 V 131 E. 1.2), und der Replik ist davon auszugehen, dass der Beschwerdef\u00fchrer neben dem reformatorischen Antrag bez\u00fcglich Kostenverteilung einzig die Aufhebung von Ziff. 3 Dispositiv der angefochtenen Verf\u00fcgung beantragt. Streitgegenstand ist mithin ausschliesslich die vorinstanzliche Gerichtskostenverteilung, nicht mehr dagegen die (abschliessend positiv beantwortete) Frage, ob die A.________ AG bzw. Beschwerdegegnerin 1 und die damit verbundenen Eintr\u00e4ge der betroffenen Rechtsanw\u00e4lte bzw. Rechtsanw\u00e4ltin im kantonalen Anwaltsregister den aufsichtsrechtlichen Anforderungen gen\u00fcgen.<\/p>\n<p>1.2. Der Streitgegenstand betrifft die Kostenverteilung in einem Verfahren gem\u00e4ss BGFA und damit eine Angelegenheit des \u00f6ffentlichen Rechts (Art. 82 lit. a BGG). Ein Ausschlussgrund nach Art. 83 BGG liegt nicht vor. Bei der angefochtenen Verf\u00fcgung (vom 14. Oktober 2020) handelt es sich um einen Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.<\/p>\n<p>1.3. Der Beschwerdef\u00fchrer beruft sich bez\u00fcglich Beschwerdeberechtigung auf Art. 89 Abs. 2 lit. a BGG, wonach (unter anderem) Departemente des Bundes zur Beschwerde berechtigt sind, wenn der angefochtene Akt die Bundesgesetzgebung in ihrem Aufgabenbereich verletzen kann (sog. Beh\u00f6rdenbeschwerde), und Art. 111 Abs. 2 BGG. Dass die vorliegende Angelegenheit den Aufgabenbereich des Beschwerdef\u00fchrers (Beh\u00f6rdenbeschwerden bzw. Aufsicht im Bereich BGFA) betrifft, ist unbestritten und zutreffend (vgl. Art. 7 Abs. 1 lit. d Organisationsverordnung vom 17. November 1999 f\u00fcr das Eidgen\u00f6ssische Justiz- und Polizeidepartement [OV-EJPD]; SR 172.213.1). Da die \u00fcbrigen Sachurteilsvoraussetzungen erf\u00fcllt sind (Art. 42, Art. 86 Abs. 1 lit. d und Abs. 2, Art. 100 Abs. 1 BGG), ist auf die vorliegende Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten bzw. Beh\u00f6rdenbeschwerde einzutreten.<\/p>\n<p>1.4. Der Beschwerdef\u00fchrer richtet seine Beschwerde (neben der Aufsichtskommission als Beschwerdegegnerin 2) nur gegen die A.________ AG als Beschwerdegegnerin 1, nicht aber gegen Rechtsanwalt B.________, Rechtsanw\u00e4ltin D.________ und Rechtsanwalt C.________, obwohl letztere gem\u00e4ss Ziff. 3 Dispositiv der angefochtenen Verf\u00fcgung als weitere Beschwerdegegner (n\u00e4mlich Beschwerdegegner 2 &#8212; 4) aufgef\u00fchrt waren und ihnen ein Teil der vorinstanzlichen Gerichtskosten auferlegt wurde (vgl. Bst. B oben). Nachdem jedoch die genannten Personen die Kostenverteilung der vorinstanzlichen Verf\u00fcgung nicht angefochten haben und gem\u00e4ss Antrag 2 des Beschwerdef\u00fchrers lediglich die A.________ AG und\/oder die Aufsichtskommission (vorliegend Beschwerdegegnerinnen 1 und 2) mit den vorinstanzlichen Gerichtskosten belastet werden sollen, rechtfertigt es sich, auf den Einbezug der vorgenannten Rechtsanw\u00e4ltin beziehungsweise (zwei) Rechtsanw\u00e4lte als weitere Beschwerdegegner im vorliegenden Verfahren (mangels Rechtsschutzinteresse) zu verzichten.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>2.1. Mit der Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann insbesondere die Verletzung von Bundesrecht ger\u00fcgt werden (Art. 95 lit. a BGG). Bei der Pr\u00fcfung wendet das Bundesgericht das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), wobei es unter Ber\u00fccksichtigung der allgemeinen R\u00fcge- und Begr\u00fcndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) grunds\u00e4tzlich nur die geltend gemachten Rechtsverletzungen pr\u00fcft, sofern rechtliche M\u00e4ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 142 I 135 E. 1.5). Der Eingriff in kantonales oder kommunales Recht bildet &#8212; soweit vorliegend interessierend &#8212; nur insofern einen eigenst\u00e4ndigen Beschwerdegrund, als die Verletzung kantonaler verfassungsm\u00e4ssiger Rechte geltend gemacht wird (Art. 95 lit. c BGG). Abgesehen davon kann das Bundesgericht die Auslegung und Anwendung kantonalen Rechts lediglich daraufhin \u00fcberpr\u00fcfen, ob dadurch Bundes-, V\u00f6lker- oder interkantonales Recht verletzt wird (Art. 95 lit. a, b und e BGG). In der Praxis steht die Verletzung verfassungsm\u00e4ssiger Rechte, insbesondere des Willk\u00fcrverbots (Art. 9 BV), im Vordergrund (BGE 142 V 94 E. 1.3; 138 I 162 E. 3.3; 136 I 241 E. 2.5.2). Diesbez\u00fcglich und in Bezug auf die Verletzung von kantonalem und interkantonalem Recht gilt eine qualifizierte R\u00fcge- und Begr\u00fcndungspflicht, d. h. es ist klar und detailliert anhand der Erw\u00e4gungen des angefochtenen Entscheids aufzuzeigen, inwiefern die entsprechenden Rechtsnormen verletzt worden sein sollen (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 147 I 73 E. 2.1; 139 I 229 E. 2.2 mit Hinweisen).<\/p>\n<p>2.2. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Eine Berichtigung oder Erg\u00e4nzung der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen ist von Amtes wegen (Art. 105 Abs. 2 BGG) oder auf R\u00fcge hin (Art. 97 Abs. 1 BGG) m\u00f6glich, wobei eine Sachverhaltsr\u00fcge substanziiert vorzubringen ist (BGE 147 I 73 E. 2.2; 140 III 264 E. 2.3; 139 II 404 E. 10.1; 137 I 58 E. 4.1).<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>3.1. Der Beschwerdef\u00fchrer r\u00fcgt zun\u00e4chst eine Verletzung von Art. 66 Abs. 4 BGG sowie von Art. 49 Abs. 2 und Art. 186 Abs. 4 BV. Er macht im Wesentlichen geltend, in Art. 66 Abs. 4 BGG komme der bundesrechtliche Grundsatz zum Ausdruck, wonach Beh\u00f6rden, welche gemeinsam amtliche Aufgaben wahrnehmen w\u00fcrden, sich nicht gegenseitig Kosten auferlegen. Bundesbeh\u00f6rden d\u00fcrften im Rahmen einer Beh\u00f6rdenbeschwerde im Sinne von Art. 89 Abs. 2 lit. a BGG aufgrund Bundesrecht auch im kantonalen Verfahren keine Gerichtskosten auferlegt werden. Art. 66 Abs. 4 BGG sei bei Beh\u00f6rdenbeschwerden des Bundes im kantonalen Verfahren zumindest sinngem\u00e4ss wenn nicht direkt anzuwenden. Gem\u00e4ss Art. 111 Abs. 2 BGG werde das kantonale Rechtsmittelsystem bei der Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes f\u00fcr die Zwecke der Bundesaufsicht instrumentalisiert. Dass dem Beschwerdef\u00fchrer vor kantonaler Instanz Gerichtskosten auferlegt worden seien, verletze auch Sinn und Geist der Bundesaufsicht nach Art. 49 Abs. 2 BV i.V.m. Art. 186 Abs. 4 BV. Die Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes sei ein Aufsichtsmittel desselben im Rahmen von Art. 49 Abs. 2 BV.<\/p>\n<p>3.2. Die Vorinstanz hat im Wesentlichen erwogen, das Verwaltungsrechtspflegegesetz vom 24. Mai 1959 des Kantons Z\u00fcrich (VRG ZH; LS 175.2) enthalte keine Vorschrift \u00fcber die Kostenauflage bei Gegenstandslosigkeit des Verfahrens. Es sei nicht auszuschliessen, dass die A.________ AG ihre Statuten bereits angepasst h\u00e4tte, wenn sie vom Beschwerdef\u00fchrer telefonisch oder postalisch auf die Vorbehalte aufmerksam gemacht worden w\u00e4re. Letzterem sei es allerdings frei gestanden, Beschwerde zu erheben, wobei er an die 30-t\u00e4gige Beschwerdefrist gebunden gewesen sei. Da alle Parteien zu einem gewissen Teil das Verfahren erforderlich gemacht bzw. dessen Gegenstandslosigkeit verursacht h\u00e4tten, erscheine es gerechtfertigt die Gerichtskosten den Beteiligten gest\u00fctzt auf \u00a7 65a Abs. 2 i.V.m. \u00a7 13 Abs. 2 Satz 1 VRG ZH zu je einem Drittel aufzuerlegen (vgl. im Detail Bst. B oben).<\/p>\n<p>3.3. Das Bundesgericht hat j\u00fcngst bei derselben Ausgangslage die sich vorliegend stellenden Rechtsfragen mit Urteil 2C_1038\/2020 vom 15. M\u00e4rz 2022 (zur Publikation vorgesehen) wie folgt entschieden:<\/p>\n<p>3.3.1. Es hat im Wesentlichen erwogen, die Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes im Sinne von Art. 111 Abs. 2 bzw. Art. 89 Abs. 2 lit. a BGG sei Ausfluss von Art. 49 Abs. 2 BV, wonach der Bund \u00fcber die Einhaltung des Bundesrechts durch die Kantone zu wachen habe. Sie sei ein priorit\u00e4r zu ergreifendes Instrument der Bundesaufsicht. Das Bundesrecht nutze gem\u00e4ss Art. 111 BGG die kantonalen Rechtsmittel und die Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes sei zudem &quot;autonom&quot;, da sie entgegen Art. 89 Abs. 1 lit. a BGG auch erst gegen den letztinstanzlichen, kantonalen Entscheid erhoben werden k\u00f6nne und nicht an Einschr\u00e4nkungen des Streitgegenstandes im kantonalen Verfahren gebunden sei. Art. 111 Abs. 2 BGG verweise zwar nicht auf Art. 66 Abs. 4 BGG, wonach dem Bund in der Regel keine Gerichtskosten auferlegt werden d\u00fcrfen, wenn er in seinem amtlichen Wirkungskreis betroffen ist und es sich nicht um seine Verm\u00f6gensinteressen handelt. Angesichts der Nutzung des kantonalen Rechtsmittelsystems stelle sich jedoch die Frage, ob sich die diesbez\u00fcgliche Kostenverteilungsregel nicht aus Bundesrecht ergebe bzw. ob die Bundesbeh\u00f6rde das Risiko der Auferlegung kantonaler Gerichtskosten in Kauf nehmen m\u00fcsse (Urteil 2C_1038\/2020 vom 15. M\u00e4rz 2022 E. 3.3.1-3.3.3, zur Publ. vorgesehen).<\/p>\n<p>3.3.2. Weiter hat das Bundesgericht im genannten Urteil erwogen, eine spezifische Regelung, wie die Kosten im Falle einer Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes sowie bei Gegenstandslosigkeit des Verfahrens auf kantonaler Ebene zu verteilen seien, enthalte das VRG ZH nicht. Rechtsprechungsgem\u00e4ss d\u00fcrfe kantonales Verfahrensrecht von Bundesrechts wegen nicht so ausgestaltet oder angewendet werden, dass dadurch die Verwirklichung von Bundesrecht vereitelt oder wesentlich erschwert werde. Dies folge aus Art. 49 Abs. 1 BV bzw. dem Vorrang von Bundesrecht gegen\u00fcber kantonalem Recht. Es erscheine naheliegend, bez\u00fcglich der Kostenverteilung den Fokus auf den Sinn und Zweck der Beh\u00f6rdenbeschwerde zu legen, was insofern angezeigt sei, als die Kostenbelastung einer Bundesbeh\u00f6rde, welche mittels Beh\u00f6rdenbeschwerde auf kantonaler Ebene ihre Aufsichtsfunktion wahrnehme, in der Summe mehrerer Verfahren durchaus geeignet sei, die Ergreifung der Beh\u00f6rdenbeschwerde auf kantonaler Ebene und damit die Verwirklichung von Bundesrecht wesentlich zu erschweren. Die Beh\u00f6rdenbeschwerde der Bundesbeh\u00f6rden als &quot;autonomes&quot; Rechtsmittel m\u00fcsse konsequenterweise bez\u00fcglich Kostenbelastung entsprechend ihrer Funktion behandelt werden. Letzterer &#8212; der Sicherstellung der einheitlichen und korrekten Anwendung von Bundesrecht mittels Bundesaufsicht &#8212; sei durch verfassungs- respektive bundesrechtskonforme Auslegung des VRG ZH Rechnung zu tragen. Der Zweck der Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes werde wesentlich erschwert, wenn \u00a7 13 VRG ZH bzw. das VRG ZH in einer Weise angewendet werde, dass Bundesbeh\u00f6rden bei Einlegung des genannten Rechtsmittels auf kantonaler Stufe die Gerichtskosten auferlegt werden k\u00f6nnten (unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausnahmen). Eine solche Auslegung und Anwendung kantonalen Rechts verstosse gegen den Sinn und Geist von Art. 49 Abs. 2 BV und Art. 111 Abs. 2 BGG und habe deshalb als bundesrechtswidrig zur\u00fcckzutreten (Urteil 2C_1038\/2020 vom 15. M\u00e4rz 2022 E. 3.3.4-3.3.7, zur Publ. vorgesehen).<\/p>\n<p>3.3.3. Davon abzugrenzen seien, wie das Bundesgericht im zitierten Urteil weiter erwogen hat, Konstellationen, bei denen gem\u00e4ss expliziter bundesrechtlicher Vorschrift im kantonalen Verfahren der unterliegenden Partei die (kantonalen) Gerichtskosten aufzuerlegen seien (vgl. beispielsweise Art. 144 Abs. 1 und Art. 145 Abs. 2 DBG) und die Bundesbeh\u00f6rde mit ihrer Beh\u00f6rdenbeschwerde nicht nur eine Aufsichtsfunktion wahrnehme, sondern auch Verm\u00f6gensinteressen verfolge (sog. Doppelnatur der Beh\u00f6rdenbeschwerde). Ebenso m\u00fcsse die M\u00f6glichkeit vorbehalten bleiben, einer Bundesbeh\u00f6rde im Rahmen eines Beh\u00f6rdenbeschwerdeverfahrens ausnahmsweise die kantonalen Gerichtskosten aufzuerlegen, wenn sie unn\u00f6tige Kosten verursacht habe (vgl. Art. 66 Abs. 4 i.V.m. Art. 66 Abs. 3 BGG, wobei der Gesetzeswortlaut &quot;in der Regel&quot; von Art. 66 Abs. 4 BGG daf\u00fcr den n\u00f6tigen Spielraum lasse).<\/p>\n<p>Konsequenterweise hat das Bundesgericht im zitierten Urteil verneint, dass einer Bundesbeh\u00f6rde, welche im Rahmen einer Beh\u00f6rdenbeschwerde ihre spezialgesetzlich vorgesehene Aufsichtsfunktion (ohne jegliche Verm\u00f6gensinteressen) im kantonalen Verfahren wahrnimmt, auch dann kantonale Gerichtskosten auferlegt werden k\u00f6nnen, wenn keine Ausnahme im Sinne von Art. 66 Abs. 4 BGG vorliegt. Dies gelte entsprechend auch f\u00fcr \u00a7 13 VRG ZH bzw. das VRG ZH generell (Urteil 2C_1038\/2020 vom 15. M\u00e4rz 2022 E. 3.3.7 und 3.3.8, zur Publ. vorgesehen).<\/p>\n<p>3.3.4. Die vorgenannten Erw\u00e4gungen und Grunds\u00e4tze (E. 3.3.1 &#8212; 3.3.3) kommen auch vorliegend zum Tragen.<\/p>\n<p>3.3.5. Ausserdem verfolgte der Beschwerdef\u00fchrer vorliegend mit seiner Beh\u00f6rdenbeschwerde im Rahmen des kantonalen Rechtsmittelverfahrens lediglich eine Aufsichtsfunktion und keine Verm\u00f6gensinteressen, setzte er sich doch daf\u00fcr ein, dass eine kantonale Aufsichtsbeh\u00f6rde die einschl\u00e4gige Rechtsprechung des Bundesgerichts beachte (vgl. Bst. B oben). Der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin 1 nach Eingang der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde w\u00e4hrend des Schriftenwechsels ihre Statuten anpasste (vgl. Bst. B oben), bedeutet zudem nicht, dass die Ergreifung dieses Rechtsmittels unn\u00f6tig war bzw. der Beschwerdef\u00fchrer unn\u00f6tige Kosten verursacht hat, im Gegenteil.<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>4.1. Die Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erweist sich damit als begr\u00fcndet und ist gutzuheissen. Ziff. 3 Dispositiv der angefochtenen Verf\u00fcgung ist aufzuheben. Angesichts der besonderen Ausgangslage &#8212; insbesondere da Streitgegenstand die vorinstanzliche Kostenverteilung ist und die H\u00f6he der entsprechenden Gerichtskosten feststeht &#8212; rechtfertigt es sich vorliegend, dass das Bundesgericht von seiner M\u00f6glichkeit Gebrauch macht und die Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens (Fr. 1&#039;255.&#8212;) selbst neu verteilt (Art. 67 BGG). Die vorinstanzlichen Gerichtskosten werden demnach im Sinne der vorangegangenen Erw\u00e4gungen, d.h. ohne Kostenbelastung des Beschwerdef\u00fchrers, der Beschwerdegegnerin 1 und der Beschwerdegegnerin 2 (Aufsichtskommission) je zur H\u00e4lfte auferlegt.<\/p>\n<p>4.2. Damit er\u00fcbrigt es sich, auf die weitere R\u00fcge des Beschwerdef\u00fchrers, wonach die Vorinstanz \u00a7 13 Abs. 2 VRG ZH willk\u00fcrlich angewendet habe, einzugehen.<\/p>\n<p>4.3. Bei diesem Verfahrensausgang werden die Gerichtskosten des bundesgerichtlichen Verfahrens in reduziertem Umfang der Beschwerdegegnerin 1 auferlegt (Art. 65, Art. 66 Abs. 1 BGG). Eine Parteientsch\u00e4digung ist nicht geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).<\/p>\n<p>Demnach erkennt das Bundesgericht:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Die Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wird gutgeheissen. Ziff. 3 Dispositiv der Verf\u00fcgung des Verwaltungsgerichts des Kantons Z\u00fcrich (Einzelrichterin), 3. Abteilung, vom 14. Oktober 2020 wird aufgehoben.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Die Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens im Betrag von Fr. 1&#039;255.&#8212; werden je zur H\u00e4lfte der Beschwerdegegnerin 1 und der Beschwerdegegnerin 2 auferlegt.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Der Beschwerdegegnerin 1 werden f\u00fcr das bundesgerichtliche Verfahren Gerichtskosten im Betrag von Fr. 500.&#8212; auferlegt.<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Verwaltungsgericht des Kantons Z\u00fcrich, 3. Abteilung, mitgeteilt.<\/p>\n<p>Lausanne, 15. Juli 2022<\/p>\n<p>Im Namen der II. \u00f6ffentlich-rechtlichen Abteilung<\/p>\n<p>des Schweizerischen Bundesgerichts<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sidentin: F. Aubry Girardin<\/p>\n<p>Der Gerichtsschreiber: C. Quinto<\/p>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&#038;type=highlight_simple_query&#038;page=1&#038;from_date=&#038;to_date=&#038;sort=relevance&#038;insertion_date=&#038;top_subcollection_aza=all&#038;query_words=oeffentliches+recht&#038;rank=2&#038;azaclir=aza&#038;highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-07-2022-2C_1041-2020&#038;number_of_ranks=4117\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Source officielle Tribunal federal suisse. Contenu HTML public, PDF non garanti en version gratuite.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesgericht Tribunal f\u00e9d\u00e9ral Tribunale federale Tribunal federal 2C_1041\/2020 Urteil vom 15. 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