{"id":662335,"date":"2026-04-23T19:07:07","date_gmt":"2026-04-23T17:07:07","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundessozialgericht-7-senat-urteil-2022-07-13-b-7-14-as-57-21-r\/"},"modified":"2026-04-23T19:07:07","modified_gmt":"2026-04-23T17:07:07","slug":"bundessozialgericht-7-senat-urteil-2022-07-13-b-7-14-as-57-21-r","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundessozialgericht-7-senat-urteil-2022-07-13-b-7-14-as-57-21-r\/","title":{"rendered":"Bundessozialgericht, 7. Senat, Urteil, 2022-07-13, B 7\/14 AS 57\/21 R"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Wird geringeres Arbeitslosengeld II abschlie\u00dfend festgesetzt als vorl\u00e4ufig bewilligt mit der Folge, dass nach Anrechnung der vorl\u00e4ufig erbrachten Leistungen \u00dcberzahlungen zu erstatten sind, ist der Anspruch auf R\u00fccknahme der abschlie\u00dfenden Festsetzungsentscheidung im sog Zugunstenverfahren nicht durch die Verfallfrist von einem Jahr beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Auf die Revisionen der Kl\u00e4ger wird das Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen vom 28. Mai 2021 aufgehoben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Sache wird zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das Landessozialgericht zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Streitig ist &#8212; im sog Zugunstenverfahren &#8212; abschlie\u00dfend festzusetzendes Alg II bis zur H\u00f6he der vorl\u00e4ufig erbrachten Leistungen f\u00fcr Juli bis Dezember 2016.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das beklagte Jobcenter bewilligte den Kl\u00e4gern vorl\u00e4ufig Alg II f\u00fcr Juli bis Oktober 2016 sowie f\u00fcr November und Dezember 2016 <em>(jeweils letzte vorl\u00e4ufige \u00c4nderungsbescheide mit den h\u00f6chsten Leistungen vom 30.1.2017).<\/em> Sodann entschied er abschlie\u00dfend f\u00fcr ua Juli bis Oktober 2016 <em>(Bescheid vom 5.4.2017)<\/em> sowie ua f\u00fcr November und Dezember 2016 <em>(Bescheid vom 6.7.2017).<\/em> Im Unterschied zu den vorl\u00e4ufig bewilligten Leistungen nahm der Beklagte kleinere Korrekturen bei den Einnahmen aus Erwerbst\u00e4tigkeit vor und ber\u00fccksichtigte monatlich zus\u00e4tzlich sonstiges Einkommen des Kl\u00e4gers iHv rund 333 Euro. Die Bescheide enthielten keinen Hinweis auf ggf zu erstattende Leistungen und wurden bestandskr\u00e4ftig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit Bescheiden vom 15.2.2018 forderte der Beklagte jeweils von der Kl\u00e4gerin und dem Kl\u00e4ger auf der Grundlage der abschlie\u00dfenden Festsetzung des Alg II f\u00fcr Juli bis Oktober 2016 sowie nach Anrechnung der vorl\u00e4ufig erbrachten Leistungen die Erstattung von monatlich etwa 170 Euro. Ebenso entschied der Beklagte f\u00fcr November und Dezember 2016 <em>(Bescheide vom 24.7.2018)<\/em>. Die Widerspruchs- bzw Klageverfahren zu diesen Bescheiden ruhen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Anfang August 2018 beantragten die Kl\u00e4ger die \u00dcberpr\u00fcfung der abschlie\u00dfenden Festsetzungen f\u00fcr den verfahrensgegenst\u00e4ndlichen Zeitraum. Bei dem Einkommen iHv rund 333 Euro habe es sich um ein Darlehen ihrer Tochter gehandelt, das sie wie vereinbart zur\u00fcckgezahlt h\u00e4tten. Der Beklagte lehnte eine \u00c4nderung der Bescheide ab <em>(Bescheid vom 11.10.2018 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 24.1.2019)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Klagen und Berufungen sind ohne Erfolg geblieben <em>(Urteil des SG vom 21.7.2020; Urteil des LSG vom 28.5.2021)<\/em>. Der Beklagte sei aufgrund der einj\u00e4hrigen Ausschlussfrist des \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 Nr 2 SGB II iVm \u00a7 44 Abs 4 Satz 1 SGB X nicht verpflichtet, SGB II-Leistungen r\u00fcckwirkend f\u00fcr 2016 zu erbringen. Die vorl\u00e4ufige und sodann abschlie\u00dfende Leistungserbringung gem\u00e4\u00df \u00a7 41a SGB II rechtfertige kein anderes Ergebnis. Es h\u00e4nge von den Besonderheiten des Falls ab, ob Leistungsberechtigte, die eine h\u00f6here abschlie\u00dfende Bewilligung durchsetzten, eine Nachzahlung von Leistungen erhielten oder sich dadurch &#171;nur&#187; eine Erstattungsforderung reduziere. In beiden F\u00e4llen gehe es um r\u00fcckwirkende Leistungsanspr\u00fcche, die bei der Ausschlussfrist des \u00a7 44 Abs 4 Satz 1 SGB X nicht unterschiedlich behandelt werden m\u00fcssten. Dem stehe das Urteil des BSG vom 13.2.2014 (<em>B 4 AS 19\/13 R)<\/em> nicht entgegen. F\u00fcr Rechtsmissbrauch durch den Beklagten gebe es keinen Anhalt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit ihren Revisionen r\u00fcgen die Kl\u00e4ger eine Verletzung von \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 SGB II iVm \u00a7 44 Abs 4 SGB X. Die begehrte h\u00f6here Festsetzung des Alg II mit der Folge der Verringerung der Erstattungsforderungen sei keine Erbringung von Leistungen iS von \u00a7 44 Abs 4 SGB X. Erbringen im Sinne dieser Vorschrift bedeute &#171;tats\u00e4chliches Leisten&#187;. Der Beklagte sei grunds\u00e4tzlich verpflichtet, die abschlie\u00dfende Festsetzung mit der Erstattungsforderung zu verbinden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4ger beantragen,<br \/>die Urteile des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen vom 28. Mai 2021 und des Sozialgerichts Gelsenkirchen vom 21. Juli 2020 sowie den Bescheid des Beklagten vom 11. Oktober 2018 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 24. Januar 2019 aufzuheben und den Beklagten zu verpflichten, die Bescheide vom 5. April und 6. Juli 2017 zu \u00e4ndern und h\u00f6heres Alg II f\u00fcr Juli bis Dezember 2016 abschlie\u00dfend festzusetzen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Beklagte beantragt,<br \/>die Revisionen zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die zul\u00e4ssigen Revisionen der Kl\u00e4ger sind im Sinne der Aufhebung und Zur\u00fcckverweisung begr\u00fcndet <em>(\u00a7 170 Abs 2 Satz 2 SGG)<\/em>. Dem Anspruch der Kl\u00e4ger auf inhaltliche Entscheidung \u00fcber den Zugunstenantrag steht die einj\u00e4hrige Ausschlussfrist des \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 Nr 2 SGB II iVm \u00a7 44 Abs 4 Satz 1 SGB X nicht entgegen. Da es &#8212; ausgehend vom rechtlichen Standpunkt des LSG &#8212; an ausreichenden Feststellungen \u00fcber die Alg II-Anspr\u00fcche der Kl\u00e4ger fehlt, ist dem Senat eine abschlie\u00dfende Entscheidung verwehrt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Streitgegenstand des Revisionsverfahrens sind die Urteile der Vorinstanzen und der Bescheid vom 11.10.2018 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 24.1.2019, mit dem der Beklagte die von den Kl\u00e4gern begehrte \u00c4nderung der Bescheide vom 5.4. und 6.7.2017 und die abschlie\u00dfende Bewilligung von h\u00f6herem Alg II f\u00fcr Juli bis Dezember 2016 abgelehnt hatte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Verfahrenshindernisse stehen einer Sachentscheidung des Senats nicht entgegen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Zutreffende Klageart ist die im Wege der objektiven Klageh\u00e4ufung <em>(\u00a7 56 SGG)<\/em> verfolgte Anfechtungs- und Verpflichtungsklage <em>(\u00a7 54 Abs 1 Satz 1 SGG)<\/em>, gerichtet auf die Aufhebung des die \u00dcberpr\u00fcfung ablehnenden Bescheids vom 11.10.2018 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 24.1.2019 sowie die Verpflichtung des Beklagten, (1) die Bescheide vom 5.4. und 6.7.2017 f\u00fcr den streitgegenst\u00e4ndlichen Zeitraum zu \u00e4ndern und (2) h\u00f6heres Alg II als bislang abschlie\u00dfend festgesetzt zu bewilligen<em>.<\/em> Die Kl\u00e4ger beanstanden die Ber\u00fccksichtigung eines sonstigen Einkommens iHv rund 333 Euro erstmals bei den abschlie\u00dfenden Festsetzungen. Unter Ber\u00fccksichtigung dieses Vorbringens geht es ihnen nicht um h\u00f6here als die vorl\u00e4ufig festgestellten und bereits ausgezahlten Leistungen. Daher wird das Verpflichtungsbegehren hinsichtlich der abschlie\u00dfenden Festsetzung h\u00f6herer Leistungen nicht durch eine allgemeine Leistungsklage konsumiert <em>(vgl Keller in Meyer-Ladewig\/Keller\/Leitherer\/Schmidt, SGG, 13. Aufl 2020, \u00a7 54 SGG RdNr 20c)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Klagen sind in analoger Anwendung des \u00a7 130 Abs 1 SGG zutreffend auf den Erlass eines Grundurteils gerichtet, das auch bei Anwendung des \u00a7 44 SGB X ergehen kann <em>(vgl f\u00fcr Anfechtungs-, Verpflichtungs- und Leistungsklagen BSG vom 4.9.2001 &#8212; B 7 AL 84\/00 R &#8212; BSGE 88, 299, 300 = SozR 3-4300 \u00a7 137 Nr 1 S 2, juris RdNr 13; BSG vom 28.2.2013 &#8212; B 8 SO 4\/12 R &#8212; RdNr 9)<\/em>. Dass die Kl\u00e4ger keine (weiteren) Leistungen in Geld verlangen k\u00f6nnen, weil aufgrund der Anrechnung der vorl\u00e4ufig erbrachten Leistungen <em>(\u00a7 41a Abs 6 Satz 1 SGB II)<\/em> Erf\u00fcllung eingetreten ist, steht dem Erlass eines Grundurteils nicht entgegen. Anderenfalls verhinderte \u00a7 41a Abs 6 Satz 1 SGB II, der das Verwaltungsverfahren erleichtern soll, die Beschleunigung des Gerichtsverfahrens und eine Entlastung der Gerichte von den notwendigen Feststellungen \u00fcber die H\u00f6he des Anspruchs<em> (vgl schon f\u00fcr das Grundurteil bei Klagen gegen im Vergleich zur vorl\u00e4ufigen Bewilligung niedrigere abschlie\u00dfende Festsetzungen BSG vom 11.11.2021 &#8212; B 14 AS 41\/20 R &#8212; RdNr 13, vorgesehen f\u00fcr SozR 4-4200 \u00a7 11b Nr 14)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das erforderliche Rechtsschutzbed\u00fcrfnis ist unabh\u00e4ngig vom zeitlichen Verlauf der Widerspruchs- bzw Klageverfahren gegen die Anrechnungs- und Erstattungsbescheide vom 15.2. und 24.7.2018 gegeben. Denn diese Bescheide bilden keine rechtliche Einheit mit den Verwaltungsakten vom 5.4. und 6.7.2017 \u00fcber die abschlie\u00dfende Festsetzung der Leistungsanspr\u00fcche. Ebenso wenig hat der Beklagte hier\u00fcber am 15.2. und 24.7.2018 Zweitbescheide erlassen <em>(dazu sogleich)<\/em>. Daher ist das mit der Klage im Ergebnis verfolgte Ziel der \u00c4nderung der abschlie\u00dfenden Festsetzung der Leistungsanspr\u00fcche nicht mit der unmittelbareren Korrekturm\u00f6glichkeit in diesen Widerspruchs- bzw Klageverfahren zu erreichen <em>(zum Rechtsschutzbed\u00fcrfnis im Verh\u00e4ltnis von Anfechtungs- und Leistungsklage, zur Anfechtungs-, Verpflichtungs- und Leistungsklage BSG vom 30.10.2013 &#8212; B 7 AY 7\/12 R &#8212; BSGE 114, 302 = SozR 4-3520 \u00a7 1a Nr 1, RdNr 19; vgl auch BSG vom 27.7.2004 &#8212; B 7 AL 76\/03 R &#8212; <\/em><br \/>\n                  <em>SozR 4-4300 \u00a7 330 Nr 2 RdNr 17)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Ob schon die hier zwischen den Bescheiden vom 5.4.2017 und 15.2.2018 (f\u00fcr Juli bis Oktober 2016) bzw 6.7.2017 und 24.7.2018 (f\u00fcr November und Dezember 2016) abgelaufene Zeit der Annahme einer rechtlichen Einheit zwischen den Bescheiden \u00fcber die abschlie\u00dfende Festsetzung der Leistungsanspr\u00fcche und den (Anrechnungs- und) Erstattungsbescheiden entgegenst\u00fcnde, muss nicht entschieden werden <em>(vgl einen noch hinreichenden zeitlichen Zusammenhang bei einem Zeitabstand von etwas mehr als einem Monat annehmend BSG vom 17.6.2008 &#8212; B 8 AY 9\/07 R &#8212; RdNr 12; zu einem Zeitabstand von etwas weniger als einem Monat BSG vom 18.8.2005 &#8212; B 7a\/7 AL 94\/04 R &#8212; BSGE 95, 80 = SozR 4-4300 \u00a7 140 Nr 2, RdNr 5)<\/em>. Die rechtliche Einheit von zwei der Form nach getrennt voneinander erlassenen Verwaltungsakten setzt voraus, dass beide Bescheide &#8212; wechselseitig &#8212; aufeinander bezogen sind <em>(vgl BSG vom 18.8.2005 &#8212; B 7a AL 4\/05 R &#8212; SozR 4-1500 \u00a7 95 Nr 1 RdNr 12; BSG vom 11.11.2021 &#8212; B 14 AS 41\/20 R &#8212; RdNr 14, vorgesehen f\u00fcr SozR <\/em><br \/>\n                  <em>4-4200 \u00a7 11b Nr 14; zur Bindungswirkung bei ausdr\u00fccklicher Nichtanfechtung der abschlie\u00dfenden Entscheidung BSG vom 28.11.2018 &#8212; B 14 AS 34\/17 R &#8212; SozR 4-4200 \u00a7 38 Nr 5 RdNr 13 f; insoweit zum Meistbeg\u00fcnstigungsprinzip BSG vom 26.11.2019 &#8212; B 2 U 8\/18 R &#8212; SozR 4-2700 \u00a7 8 Nr 71 RdNr 10 mwN; zur Meistbeg\u00fcnstigung im Verwaltungsverfahren BSG vom 8.10.1987 &#8212; 9a RVs 10\/87 &#8212; juris RdNr 11 mwN)<\/em>. Daran fehlt es hier, weil in den Bescheiden vom 5.4. und 6.7.2017 &#8212; soweit hier von Interesse &#8212; allein die abschlie\u00dfende Bewilligung von Alg II geregelt ist. Den Erlass von Erstattungsverwaltungsakten hat der Beklagte in diesen Bescheiden auch nicht angek\u00fcndigt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Beklagte hat die abschlie\u00dfenden Festsetzungsbescheide vom 5.4. und 6.7.2017 anl\u00e4sslich des Erlasses der Anrechnungs- und Erstattungsbescheide vom 15.2. und 24.7.2018 auch nicht durch Zweitbescheide <em>(zu dieser Rechtsfigur BSG vom 7.4.2016 &#8212; B 5 R 26\/15 R &#8212; SozR 4-2600 \u00a7 89 Nr 3 RdNr 18; Littmann in Hauck\/Noftz, SGB X, \u00a7 31 RdNr 49, Stand Dezember 2011; B. Schmidt in Meyer-Ladewig\/Keller\/Leitherer\/Schmidt, SGG, 13. Aufl 2020, Anh \u00a7 54 RdNr 9a)<\/em> ersetzt, in deren Folge sich die Bescheide vom 5.4. und 6.7.2017 auf andere Weise erledigt h\u00e4tten <em>(vgl \u00a7 39 Abs 2 SGB X)<\/em>. Es gibt keine Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass der Beklagte nach dem 5.4. und 6.7.2017 erneut die Pr\u00fcfung der Leistungsanspr\u00fcche der Kl\u00e4ger vorgenommen hat, weder von Amts wegen noch auf Antrag der Kl\u00e4ger. Daher kann nicht angenommen werden, mit dem Widerspruch gegen die hier nicht verfahrensgegenst\u00e4ndlichen Bescheide vom 15.2. und 24.7.2018 sei zugleich eine abschlie\u00dfende, noch nicht bestandskr\u00e4ftig gewordene Entscheidung \u00fcber die H\u00f6he des Alg II angefochten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Rechtsgrundlage f\u00fcr die R\u00fccknahme der abschlie\u00dfenden Entscheidungen des Beklagten ist \u00a7 40 Abs 1 SGB II <em>(idF des Neunten Gesetzes zur \u00c4nderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch &#8212; Rechtsvereinfachung &#8212; sowie zur vor\u00fcbergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht vom 26.7.2016, BGBl I 1824)<\/em> iVm \u00a7 44 SGB X sowie &#8212; in materiell-rechtlicher Hinsicht &#8212; \u00a7\u00a7 19 und \u00a7\u00a7 7 ff idF des SGB II, die es vor den streitbefangenen Zeitr\u00e4umen jeweils zuletzt durch das Gesetz zur Modernisierung der Finanzaufsicht \u00fcber Versicherungen vom 1.4.2015 <em>(BGBl I 434)<\/em> sowie das Integrationsgesetz vom 31.7.2016<em> (BGBl I 1939)<\/em> erhalten hat<em>.<\/em> In Rechtsstreitigkeiten \u00fcber schon abgeschlossene Bewilligungszeitr\u00e4ume ist das zum damaligen Zeitpunkt geltende Recht anzuwenden <em>(Geltungszeitraumprinzip; vgl letztens BSG vom 9.3.2022 &#8212; B 7\/14 AS 79\/20 R &#8212; RdNr 12, vorgesehen f\u00fcr BSGE und SozR).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Auch nach Unanfechtbarkeit ist gem\u00e4\u00df \u00a7 40 Abs 1 SGB II iVm \u00a7 44 Abs 1 Satz 1 SGB X ein Verwaltungsakt mit Wirkung f\u00fcr die Vergangenheit zur\u00fcckzunehmen, soweit sich im Einzelfall ergibt, dass bei seinem Erlass das Recht unrichtig angewandt oder von einem Sachverhalt ausgegangen worden ist, der sich als unrichtig erweist, und soweit deshalb Leistungen zu Unrecht nicht erbracht worden sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Die sachliche Pr\u00fcfung im Rahmen des \u00a7 44 Abs 1 Satz 1 SGB X ist, anders als es das LSG angenommen hat, er\u00f6ffnet. Indes kann anhand der bisherigen Feststellungen nicht beurteilt werden, ob der Beklagte die Leistungsanspr\u00fcche der H\u00f6he nach zutreffend abschlie\u00dfend festgesetzt hat. Das gilt insbesondere im Hinblick auf das Vorbringen der Kl\u00e4ger, Zahlungen der Tochter seien darlehensweise erfolgt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a7 44 Abs 1 Satz 1 SGB X ist entsprechend anzuwenden auf F\u00e4lle, in denen geringere Leistungen als zuvor vorl\u00e4ufig bewilligt und gezahlt abschlie\u00dfend festgesetzt werden mit der Folge, dass auch nach der Anrechnung der vorl\u00e4ufig erbrachten Leistungen \u00dcberzahlungen zu erstatten sind <em>(\u00a7 41a Abs 6 SGB II)<\/em>. \u00a7 41a SGB II ist der abschlie\u00dfenden Entscheidung des Beklagten vom 5.4. und 6.7.2017 und der R\u00fcckabwicklung des Leistungsvorgangs zugrunde zu legen, weil beide Teilzeitr\u00e4ume der verfahrensgegenst\u00e4ndlichen Zeit Bewilligungszeitr\u00e4umen zuzuordnen sind, die vor dem 1.8.2016 noch nicht beendet waren <em>(\u00a7 80 Abs 2 Nr 2 SGB II in idF des Neunten Gesetzes zur \u00c4nderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch &#8212; Rechtsvereinfachung &#8212; sowie zur vor\u00fcbergehenden Aussetzung der Insolvenzantragspflicht vom 26.7.2016, BGBl I 1824; BSG vom 11.7.2019 &#8212; B 14 AS 44\/18 R &#8212; SozR 4-4200 \u00a7 41a Nr 2 RdNr 17 mwN)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Den Kl\u00e4gern sind Sozialleistungen iS des \u00a7 44 Abs 1 Satz 1 SGB X zwar nicht &#171;nicht erbracht&#187; worden. Schon die Zahlungen aufgrund der vorl\u00e4ufigen Bewilligung sind in diesem Sinne &#171;erbracht&#187;. \u00a7 41a SGB II greift wie \u00a7 328 SGB III und \u00a7 43 SGB I den Begriff des Erbringens von Leistungen als Inhalt einer vorl\u00e4ufigen Entscheidung auf. Gemeint ist mit &#171;Erbringen&#187; allgemein die Zahlung <em>(vgl auch \u00a7 50 Abs 1 und 2 SGB X, dazu Klerks in info also 2022, 83, 85 Anm zu LSG Nordrhein-Westfalen vom 28.5.2021 &#8212; L 21 AS 1280\/20)<\/em> bzw tats\u00e4chliches Leisten <em>(BSG vom 6.3.1991 &#8212; 9b RAr 7\/90 &#8212; BSGE 68, 180, 181 = SozR 3-1300 \u00a7 44 Nr 1 S 3, juris RdNr 13)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Keine Bedeutung hat f\u00fcr die Frage der (Nicht-)Erbringung der Sozialleistung, dass vorl\u00e4ufig bewilligte Leistungen ein aliud gegen\u00fcber abschlie\u00dfend bewilligten Leistungen bilden. Die Eigenschaft als aliud bezieht sich auf die Frage der Bindungswirkung f\u00fcr die endg\u00fcltige Leistung <em>(vgl BSG vom 29.4.2015 &#8212; B 14 AS 31\/14 R &#8212; SozR 4-4200 \u00a7 40 Nr 9 RdNr 22 f; BSG vom 12.9.2018 &#8212; B 4 AS 39\/17 R &#8212; BSGE 126, 294 = SozR 4-4200 \u00a7 41a Nr 1, RdNr 18; BSG vom 11.7.2019 &#8212; B 14 AS 44\/18 R &#8212; SozR 4-4200 \u00a7 41a Nr 2 RdNr 33)<\/em>. Die Bindungswirkung ist f\u00fcr die &#171;Erbringung&#187; ohne Bedeutung. Dass der Art nach im Ausgangspunkt dieselben Leistungen, n\u00e4mlich zuschussweise zu zahlendes Alg II, Gegenstand der vorl\u00e4ufigen wie der abschlie\u00dfenden Regelung sind, steht au\u00dfer Zweifel <em>(zu den Auswirkungen einer Zahlung als Zuschuss oder als Darlehen BSG vom 6.3.1991 &#8212; 9b RAr 7\/90 &#8212; BSGE 68, 180, 181 = SozR 3-1300 \u00a7 44 Nr 1 S 4, juris RdNr 16; BSG vom 28.2.2003 &#8212; B 8 SO 4\/12 R &#8212; RdNr 11)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Auch nach der Gesetzessystematik ist nicht ausgeschlossen, dass vorl\u00e4ufige Leistungen im Sinne von \u00a7 44 Abs 1 SGB X erbracht worden sind. \u00a7 41a SGB II ist keine abschlie\u00dfende Sonderregelung f\u00fcr die Korrektur vorl\u00e4ufiger Verwaltungsakte im SGB II, die \u00a7\u00a7 44 ff SGB X verdr\u00e4ngt. Das zeigt schon \u00a7 41a Abs 2 Satz 5 SGB II, der &#8212; als R\u00fcckausnahme zur Anwendbarkeit des \u00a7 45 Abs 2 SGB X &#8212; dessen grunds\u00e4tzliche Geltung auch im Bereich der Korrektur vorl\u00e4ufiger Verwaltungsakte voraussetzt. Die Materialien zu \u00a7 41a SGB II erw\u00e4hnen im Zusammenhang mit der Korrektur des vorl\u00e4ufigen Bewilligungsverwaltungsakts w\u00e4hrend eines laufenden Bewilligungszeitraums ausdr\u00fccklich dessen Aufhebung zugunsten Leistungsberechtigter mit Wirkung f\u00fcr die Vergangenheit, um die Bedarfsdeckung sicherstellen zu k\u00f6nnen <em>(Gesetzentwurf der Bundesregierung zum Neunten Gesetz zur \u00c4nderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch &#8212; Rechtsvereinfachung &#8212; BR-Drucks 66\/16, S 57)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Nach der Rechtsprechung des BSG erfasst \u00a7 44 Abs 1 Satz 1 SGB X nach seinem Regelungszweck nicht nur Fallgestaltungen, in denen Leistungsberechtigten ein rechtlicher Nachteil durch das unrechtm\u00e4\u00dfige Vorenthalten einer Sozialleistung entstanden ist, sondern auch solche, in denen Betroffene &#8212; wie vorliegend &#8212; zun\u00e4chst Sozialleistungen erhalten haben, deren Bewilligung jedoch nachtr\u00e4glich aufgehoben worden ist <em>(BSG vom 21.10.2020 &#8212; B 13 R 19\/19 R &#8212; SozR 4-1300 \u00a7 45 Nr 25 RdNr 11 mwN; f\u00fcr das SGB II BSG vom 13.2.2014 &#8212; B 4 AS 19\/13 R &#8212; BSGE 115, 121 = SozR 4-1300 \u00a7 44 Nr 29, RdNr 14; zum Ursprung dieser Rspr BSG vom 12.12.1996 &#8212; 11 RAr 31\/96 &#8212; SozR 3-1300 \u00a7 44 Nr 19 S 34, juris RdNr 16; BVerwG vom 15.11.1990 &#8212; 5 C 78.88 &#8212; BVerwGE 87, 103, 107, juris RdNr 13; gegen \u00a7 44 Abs 2 SGB X <\/em><br \/>\n                  <em>schon Kopp, Anm zu BSG vom 16.1.1986 &#8212; 4b\/9a RV 9\/85 &#8212; SozR 1300 \u00a7 44 Nr 22, SGb 1987, 121)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Rechtsprechung zur entsprechenden Anwendbarkeit von \u00a7 44 Abs 1 Satz 1 SGB X auf Aufhebungs- und Erstattungsbescheide ist auf abschlie\u00dfende Festsetzungsbescheide, die niedrigere Leistungen bewilligen als eine vorangegangene vorl\u00e4ufige Entscheidung, zu \u00fcbertragen. Die niedrigere abschlie\u00dfende Festsetzung der Leistungsanspr\u00fcche zieht im Grundsatz zwingend die Pflicht zum Erlass eines Erstattungsbescheids nach sich. Nach der Konzeption des \u00a7 41a Abs 3 und Abs 6 SGB II sollen der abschlie\u00dfende Festsetzungsbescheid und die Erstattungsverf\u00fcgung eine rechtliche Einheit bilden. Abweichende Umsetzungen im Einzelfall f\u00fchren nicht zum Austausch der Rechtsgrundlage einer R\u00fccknahmeentscheidung. Diese wandelt sich nicht in eine solche nach \u00a7 44 Abs 2 SGB X. Daraus folgt auch, dass das Jobcenter kein Ermessen bei der R\u00fccknahme mit Wirkung f\u00fcr die Vergangenheit auszu\u00fcben hat <em>(\u00a7 44 Abs 2 Satz 2 SGB X)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Ein solches Verst\u00e4ndnis tr\u00e4gt dem Gebot effektiven Rechtsschutzes Rechnung. Der Anspruch auf effektiven Rechtsschutz aus Art 19 Abs 4 GG hat Vorwirkungen f\u00fcr das Verwaltungsverfahren. Das Verwaltungsverfahren darf nicht darauf angelegt sein, den gerichtlichen Rechtsschutz unzumutbar zu vereiteln oder zu erschweren. Daraus ergeben sich Anforderungen an das Verhalten der verfahrensf\u00fchrenden Beh\u00f6rde im Verwaltungsverfahren: Sie darf Beteiligte nicht \u00fcber gerichtliche Rechtsschutzm\u00f6glichkeiten irreleiten oder sp\u00e4tere Nachpr\u00fcfungsm\u00f6glichkeiten des Gerichts ausschalten <em>(BVerfG vom 8.7.1982 &#8212; 2 BvR 1187\/80 &#8212; BVerfGE 61, 82, 110, juris RdNr 78)<\/em>. Ferner darf Beteiligten, deren Verhalten im Verwaltungsverfahren dazu gef\u00fchrt hat, dass ihnen ein Recht nicht zuerkannt worden ist, nicht die M\u00f6glichkeit genommen oder unzumutbar erschwert werden, vor einem Gericht geltend zu machen, ihnen stehe das Recht zu <em>(BVerfG vom 24.4.1985 &#8212; 2 BvF 2\/83 ua &#8212; BVerfGE 69, 49, juris RdNr 107; BSG vom 16.3.2021 &#8212; B 2 U 17\/19 R &#8212; RdNr 30, vorgesehen f\u00fcr SozR 4-1500 \u00a7 55 Nr 28 mwN zur Rspr des BVerfG)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Werden abschlie\u00dfend niedrigere Leistungsanspr\u00fcche festgesetzt, sind die \u00fcberzahlten Leistungen auszugleichen, wor\u00fcber ebenfalls ein Bescheid zu ergehen hat. Der effektive Rechtsschutz wird erschwert, wenn beide Verwaltungsakte gesondert angegriffen werden m\u00fcssen, weil sie nicht miteinander verbunden, sondern getrennt voneinander erlassen werden. Das gilt erst Recht, wenn der Festsetzungsbescheid keinen Hinweis auf eine anstehende Erstattungsentscheidung enth\u00e4lt, obwohl aufgrund der erstmaligen Anrechnung eines (sonstigen) Einkommens ohne wesentliche \u00c4nderung der anderen Parameter der Anspruchsberechnung im Bewilligungszeitraum klar ist, dass Erstattungen zu leisten sein werden. In diesem Fall ist absehbar, dass bei Eintritt der Bestandskraft der abschlie\u00dfenden Festsetzung der Rechtsschutz gegen die die vorl\u00e4ufige Bewilligung insgesamt abwickelnden Entscheidungen nach \u00a7 41a Abs 3 und 6 SGB II nicht nur prozessuale Doppelungen erzeugt, sondern auch inhaltlich erschwert wird.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>5. Der Ablauf der Verfallfrist des \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 Nr 2 SGB II iVm \u00a7 44 Abs 4 Satz 1 SGB X steht der Pr\u00fcfung der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Bescheide vom 5.4. und 6.7.2017 nicht entgegen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 SGB II gilt abweichend von \u00a7 40 Abs 1 Satz 1 SGB II die Regelung des \u00a7 44 SGB X mit der Ma\u00dfgabe, dass rechtswidrige nicht beg\u00fcnstigende Verwaltungsakte nach den Abs\u00e4tzen 1 und 2 nicht sp\u00e4ter als vier Jahre nach Ablauf des Jahres, in dem der Verwaltungsakt bekanntgegeben wurde, zur\u00fcckzunehmen sind; ausreichend ist, wenn die R\u00fccknahme innerhalb dieses Zeitraums beantragt wird <em>(Nr 1)<\/em>, anstelle des Zeitraums von vier Jahren nach \u00a7 44 Abs 4 Satz 1 SGB X ein Zeitraum von einem Jahr tritt <em>(Nr 2)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>F\u00fcr die abschlie\u00dfende Festsetzung der Leistungsanspr\u00fcche in den Bescheiden vom 5.4. und 6.7.2017 greift nicht die verk\u00fcrzte Ausschlussfrist des \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 Nr 2 SGB II iVm \u00a7 44 Abs 4 Satz 1 SGB X, sondern die Vierjahresfrist des \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 Nr 1 SGB II.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Nach gefestigter Rechtsprechung des BSG hat die Beh\u00f6rde schon eine R\u00fccknahmeentscheidung nach \u00a7 44 Abs 1 SGB X nicht mehr zu treffen, wenn die rechtsverbindliche, grunds\u00e4tzlich zur\u00fcckzunehmende Entscheidung ausschlie\u00dflich Leistungen f\u00fcr Zeiten betrifft, die au\u00dferhalb der durch den R\u00fccknahmeantrag bestimmten Verfallfrist liegen <em>(vgl BSG vom 6.3.1991 &#8212; 9b RAr 7\/90 &#8212; BSGE 68, 180, 181 = SozR 3-1300 \u00a7 44 Nr 1 S 3, juris RdNr 12; BSG vom 13.2.2014 &#8212; B 4 AS 19\/13 R &#8212; BSGE 115, 121 = SozR 4-1300 \u00a7 44 Nr 29, RdNr 16; BSG vom 12.10.2016 &#8212; B 4 AS 37\/15 R &#8212; BSGE 122, 64 = SozR 4-4200 \u00a7 40 Nr 10, RdNr 16)<\/em>. Danach steht der Erfolg des Zugunstenantrags auch bei Rechtswidrigkeit des zur \u00dcberpr\u00fcfung gestellten Verwaltungsakts unter dem Vorbehalt, dass Sozialleistungen nach \u00a7 44 SGB X noch zu erbringen sind. Dieser Vorbehalt gilt in gleicher Weise bei der Verk\u00fcrzung der r\u00fcckwirkenden Leistungserbringung auf einen Zeitraum bis zu einem Jahr nach \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 Nr 2 SGB II <em>(BSG vom 12.10.2016 &#8212; B 4 AS 37\/15 R &#8212; BSGE 122, 64 = SozR 4-4200 \u00a7 40 Nr 10, RdNr 16)<\/em>. \u00dcbertragbar sind diese \u00dcberlegungen zur Verfallfrist des \u00a7 44 Abs 4 SGB X auch auf die &#8212; allein im SGB II geltende &#8212; Frist bei einem auf die R\u00fccknahme rechtswidriger, nicht beg\u00fcnstigender Verwaltungsakte nach \u00a7 44 Abs 1 und 2 SGB X gerichteten Zugunstenantrag.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_32\">32<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Grund\u00fcberlegung f\u00fcr die Beschr\u00e4nkung des \u00a7 44 Abs 4 SGB X war, dass laufende Sozialleistungen wegen ihres Unterhaltscharakters nicht f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum nachgezahlt werden sollen <em>(BSG vom 13.2.2014 &#8212; B 4 AS 19\/13 R &#8212; BSGE 115, 121 = SozR 4-1300 \u00a7 44 Nr 29, RdNr 20, 21 mwN)<\/em>. Diese Erw\u00e4gungen greifen in der vorliegenden Fallkonstellation nicht, weil es in Anbetracht der Bedeutung des Begriffs &#171;erbringen&#187; nicht um eine Nachzahlung geht. Vielmehr sind &#8212; wenn auch vorl\u00e4ufig geleistete &#8212; Zahlungen r\u00fcckabzuwickeln.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_33\">33<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Diese Auslegung stimmt \u00fcberein mit der gesetzgeberischen Abgrenzungsentscheidung in \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 Nr 1 gegen\u00fcber Nr 2 SGB II. Bei der Einf\u00fchrung des \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 Nr 1 SGB II ging es um die Reaktion auf Rechtsprechung des BSG, nach der die Frist des \u00a7 44 Abs 4 SGB X auf nicht beg\u00fcnstigende Verwaltungsakte keine Anwendung findet. In den Materialien ist dabei nicht abschlie\u00dfend auf verschiedene belastende Verwaltungsakte Bezug genommen worden, es gehe um &#171;insbesondere (beispielsweise oder u.a.) die Aufhebung, Erstattung und den Ersatz von bereits erbrachten Leistungen&#187; und darum, nicht f\u00fcr 30 Jahre bereits beglichene Forderungen zur\u00fcckzahlen zu m\u00fcssen <em>(Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses f\u00fcr Arbeit und Soziales zum Entwurf zum Neunten Gesetz zur \u00c4nderung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch &#8212; Rechtsvereinfachung &#8212; BT-Drucks 18\/8909, S 33)<\/em>. Diese Formulierungen verdeutlichen die allgemeine Interpretation des SGB II-Gesetzgebers zu \u00a7 44 Abs 4 SGB X, nach der Verwaltungsakte nicht erfasst werden, die dem im Verh\u00e4ltnis von Betroffenem und Beh\u00f6rde vorzunehmenden R\u00fcckausgleich zuvor geleisteter (&#171;erbrachter&#187;) Zahlungen dienen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_34\">34<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die geltend gemachte Korrektur der Bescheide des Beklagten f\u00fcr Juli bis Dezember 2016 ist im August 2018 und damit innerhalb der Vierjahresfrist des \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 Nr 1 SGB II iVm \u00a7 44 Abs 1 Satz 1 SGB X beantragt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_35\">35<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Im Rahmen der erforderlichen Entscheidung \u00fcber den Umfang der Leistungsanspr\u00fcche der Kl\u00e4ger durch das LSG als Tatsacheninstanz wird weiter aufzukl\u00e4ren sein, ob den Kl\u00e4gern Zahlungen als Darlehen der Tochter nicht zur endg\u00fcltigen Verwendung zur Verf\u00fcgung gestanden haben, womit sie kein Einkommen iS von \u00a7 11 Abs 1 Satz 1 SGB II sind <em>(so schon BSG vom 10.2.2010 &#8212; B 14 AS 32\/08 R &#8212; SozR 4-4200 \u00a7 9 Nr 9 RdNr 19; zuletzt BSG vom 8.12.2020 &#8212; B 4 AS 30\/20 R &#8212; BSGE 131, 123 = SozR 4-4200 \u00a7 11 Nr 89 RdNr 15 ff).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_36\">36<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das LSG wird abschlie\u00dfend auch \u00fcber die Kosten des Revisionsverfahrens zu entscheiden haben.<\/p>\n<p>S. Knickrehm\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Siefert\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Neumann<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KSRE156770227&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BSG_B_7-14_AS_57-21_R_KSRE156770227.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wird geringeres Arbeitslosengeld II abschlie\u00dfend festgesetzt als vorl\u00e4ufig bewilligt mit der Folge, dass nach Anrechnung der vorl\u00e4ufig erbrachten Leistungen \u00dcberzahlungen zu erstatten sind, ist der Anspruch auf R\u00fccknahme der abschlie\u00dfenden Festsetzungsentscheidung im sog Zugunstenverfahren nicht durch die Verfallfrist von einem Jahr beschr\u00e4nkt.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_crdt_document":""},"kji_country":[7802],"kji_court":[9722],"kji_chamber":[9577],"kji_year":[32183],"kji_subject":[7712],"kji_keyword":[9723,8215,8476,8017],"kji_language":[7805],"class_list":["post-662335","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundessozialgericht","kji_chamber-7-senat","kji_year-32183","kji_subject-social","kji_keyword-bundessozialgericht","kji_keyword-leitsatz","kji_keyword-senat","kji_keyword-urteil","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.5 (Yoast SEO v27.5) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Bundessozialgericht, 7. 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