{"id":689354,"date":"2026-04-26T04:04:06","date_gmt":"2026-04-26T02:04:06","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundessozialgericht-5-senat-urteil-2021-06-16-b-5-re-5-20-r\/"},"modified":"2026-04-26T04:04:06","modified_gmt":"2026-04-26T02:04:06","slug":"bundessozialgericht-5-senat-urteil-2021-06-16-b-5-re-5-20-r","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundessozialgericht-5-senat-urteil-2021-06-16-b-5-re-5-20-r\/","title":{"rendered":"Bundessozialgericht, 5. Senat, Urteil, 2021-06-16, B 5 RE 5\/20 R"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Auch Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge, die f\u00fcr eine Pflegeperson zu Unrecht entrichtet worden sind, d\u00fcrfen vom Rentenversicherungstr\u00e4ger nach Ablauf der Verj\u00e4hrungsfrist f\u00fcr einen Erstattungsanspruch nicht mehr beanstandet werden und sind als zu Recht entrichtete Pflichtbeitr\u00e4ge vorzumerken.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Revision der Beklagten gegen das Urteil des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen vom 21. Mai 2019 wird zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte hat der Kl\u00e4gerin die au\u00dfergerichtlichen Kosten auch f\u00fcr das Revisionsverfahren zu erstatten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beteiligten streiten \u00fcber die Ber\u00fccksichtigung von Zeiten nicht erwerbsm\u00e4\u00dfiger Pflege im Rentenversicherungskonto (Versicherungsverlauf) der Kl\u00e4gerin.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die 1961 geborene Kl\u00e4gerin pflegte ihren im Jahr 1987 erheblich behindert zur Welt gekommenen Sohn seit dessen Geburt. Ab Inkrafttreten der leistungsrechtlichen Bestimmungen der Pflegeversicherung am 1.4.1995 bewilligte die beigeladene Pflegekasse f\u00fcr ihn Leistungen nach Pflegestufe I. Dem lag ein Pflegegutachten vom 24.2.1995 zugrunde, nach dem die Kl\u00e4gerin ihren Sohn mindestens 21 Stunden pro Woche pflegte und ein Pflegebedarf von im Tagesdurchschnitt mindestens 1,5 Stunden bestand<em>.<\/em> Das nachfolgende Gutachten vom 31.10.1997 wies einen w\u00f6chentlichen Pflegeaufwand der Kl\u00e4gerin von mindestens 28 Stunden aus und bezifferte den Mehraufwand im Vergleich zu einem nicht behinderten Kind auf t\u00e4glich ca 93 Minuten<em>. <\/em>Im Gutachten vom 11.5.2000 war der Umfang der pflegerischen Versorgung durch die Kl\u00e4gerin mit weniger als 14 Stunden pro Woche und der erforderliche Zeitaufwand mit 92 Minuten pro Tag angegeben<em>. <\/em>Da nach dem weiteren Pflegegutachten vom 13.2.2006 keine Ma\u00dfnahmen der Grundpflege mehr erforderlich waren, wurden die Voraussetzungen f\u00fcr eine Pflegestufe nunmehr verneint<em>.<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4gerin beantragte am 14.5.1996 bei der Beigeladenen f\u00fcr ihre Pfleget\u00e4tigkeit die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Beigeladene teilte der Kl\u00e4gerin mit, dass sie dem Rentenversicherungstr\u00e4ger die Zeit vom 1.4. bis zum 31.8.1995 als nicht erwerbsm\u00e4\u00dfige Pfleget\u00e4tigkeit mit einem beitragspflichtigen Entgelt von 5413 DM gemeldet und entsprechende Beitr\u00e4ge abgef\u00fchrt habe. Nachfolgend gab die Beigeladene an, f\u00fcr die Pfleget\u00e4tigkeit vom 1.7. bis zum 31.12.1995 Beitr\u00e4ge auf der Grundlage eines Entgelts von 6496 DM abgef\u00fchrt zu haben. Unter dem 19.3.2002 erstellte die Beigeladene eine Jahresmeldung, in der f\u00fcr die Pfleget\u00e4tigkeit der Kl\u00e4gerin vom 1.9. bis zum 31.12.1995 beitragspflichtige Einnahmen in H\u00f6he von 4331 DM best\u00e4tigt wurden. Eine von der Beigeladenen im Jahr 2011 angefertigte Aufstellung wies f\u00fcr das Jahr 1995 f\u00fcr die Zeitr\u00e4ume vom 1.4. bis zum 30.6. (3248 DM) und vom 1.9. bis zum 31.12. (4331 DM) gezahlte Beitr\u00e4ge f\u00fcr die Pfleget\u00e4tigkeit der Kl\u00e4gerin aus<em>.<\/em> Auch f\u00fcr die Folgezeit bis zum 31.3.2006 bescheinigte die Beigeladene der Kl\u00e4gerin fortlaufend die f\u00fcr ihre Pfleget\u00e4tigkeit an den Rentenversicherungstr\u00e4ger entrichteten Beitr\u00e4ge<em>.<\/em> Insgesamt f\u00fchrte die Beigeladene f\u00fcr die elf Jahre zwischen dem 1.4.1995 und dem 31.3.2006 Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge f\u00fcr die Kl\u00e4gerin in H\u00f6he von 79 130,54 Euro ab<em>.<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Nachdem in einem am 5.8.2010 f\u00fcr die Kl\u00e4gerin erstellten Versicherungsverlauf Pflegezeiten f\u00fcr die Monate Juli und August 1995 fehlten, bat die Kl\u00e4gerin im Dezember 2010 den beklagten Rentenversicherungstr\u00e4ger um Ber\u00fccksichtigung auch dieser beiden Monate als Zeiten nicht erwerbsm\u00e4\u00dfiger Pflege. Bei einer daraufhin von der Beklagten veranlassten \u00dcberpr\u00fcfung kam die Beigeladene zu dem Ergebnis, dass f\u00fcr die Kl\u00e4gerin aufgrund einer w\u00f6chentlichen Pflegezeit von stets weniger als 14 Stunden von Beginn an keine Rentenversicherungspflicht bestanden habe. Hier\u00fcber informierte die Beigeladene im Mai 2011 auch die Kl\u00e4gerin und teilte ihr mit, dass die Beklagte einer Verrechnung der zu Unrecht gezahlten Beitr\u00e4ge zugestimmt habe. Die Kl\u00e4gerin widersprach und machte geltend, sie habe darauf vertraut, aus den urspr\u00fcnglich gemeldeten Beitr\u00e4gen eine Rente zu erhalten. Daraufhin gab die Beigeladene den Vorgang zur Bescheidung an die Beklagte ab.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte stellte zun\u00e4chst die im Versicherungsverlauf der Kl\u00e4gerin bis Ende 2004 enthaltenen Daten verbindlich fest <em>(Bescheid vom 18.7.2011)<\/em>. Zeiten aufgrund nicht erwerbsm\u00e4\u00dfiger Pflege waren darin &#8212; anders als noch im Versicherungsverlauf vom 5.8.2010 &#8212; nicht mehr enthalten. Auf den Widerspruch der Kl\u00e4gerin teilte die Beklagte mit, dass sie \u00fcber die Pflegezeiten bislang noch nicht abschlie\u00dfend entschieden habe; ihre Einw\u00e4nde w\u00fcrden ohne rechtliche Nachteile als Antrag auf Vormerkung behandelt. Nachfolgend lehnte die Beklagte das als &#171;Antrag auf Zahlung von Rentenversicherungsbeitr\u00e4gen als Pflegeperson f\u00fcr die Zeit vom 01.04.1995 &#8212; 31.03.2006&#187; gedeutete Begehren der Kl\u00e4gerin ab, weil der Umfang der Pfleget\u00e4tigkeit unter 14 Stunden pro Woche gelegen habe <em>(Bescheid vom 6.9.2011)<\/em>. Den Widerspruch der Kl\u00e4gerin, mit dem sie eine besondere H\u00e4rte sowie Vertrauensschutz geltend machte, wies die Beklagte zur\u00fcck <em>(Widerspruchsbescheid vom 31.7.2013)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Im Klageverfahren hat die Beklagte einen weiteren Bescheid vom 5.12.2014 zur Feststellung der im Versicherungsverlauf der Kl\u00e4gerin enthaltenen und l\u00e4nger als sechs Kalenderjahre zur\u00fcckliegenden Daten erlassen und dem SG vorgelegt. Auch dieser Versicherungsverlauf weist f\u00fcr die Jahre 1995 bis 2006 keine Zeiten der Versicherungspflicht wegen Pflege aus. Das SG hat den Bescheid vom 6.9.2011 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 31.7.2013 ge\u00e4ndert und die Beklagte zu der Feststellung verurteilt, dass die vom 1.4. bis zum 30.6.1995 sowie vom 1.9.1995 bis zum 31.3.2006 f\u00fcr die Pflege entrichteten Beitr\u00e4ge als zu Recht entrichtete Beitr\u00e4ge gelten. Im \u00dcbrigen &#8212; hinsichtlich der Monate Juli und August 1995 &#8212; hat es die Klage abgewiesen, weil in dieser Zeit keine Versicherungspflicht der Kl\u00e4gerin bestanden und die Beigeladene insoweit auch keine Beitr\u00e4ge abgef\u00fchrt habe. F\u00fcr die weiteren Zeitr\u00e4ume ergebe sich der Anspruch aus \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 iVm \u00a7 27 Abs 2 Satz 1 SGB IV <em>(Urteil vom 17.8.2016)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Berufung der Beklagten ist ohne Erfolg geblieben <em>(Urteil vom 21.5.2019)<\/em>. Das LSG hat lediglich den Tenor des SG-Urteils neu gefasst und die Beklagte verpflichtet, die Zeitr\u00e4ume vom 1.4. bis zum 30.6.1995 und vom 1.9.1995 bis zum 31.3.2006 als Beitragszeiten f\u00fcr eine nicht erwerbsm\u00e4\u00dfige Pfleget\u00e4tigkeit sowie die dazugeh\u00f6rigen beitragspflichtigen Einnahmen festzustellen. Die Beklagte habe die Vormerkung der Pfleget\u00e4tigkeit als Beitragszeit zu Unrecht abgelehnt. Es bestehe ein rechtlich gesch\u00fctztes Vertrauen der Kl\u00e4gerin darauf, dass die von der Beigeladenen f\u00fcr sie entrichteten Beitr\u00e4ge als zu Recht entrichtete Pflichtbeitr\u00e4ge g\u00e4lten, selbst wenn die Voraussetzungen f\u00fcr eine Versicherungspflicht nach \u00a7 3 Satz 1 Nr 1a SGB VI nicht vorgelegen h\u00e4tten. Auch wenn der Beanstandungsschutz nach den S\u00e4tzen 1 und 2 des \u00a7 26 Abs 1 SGB IV nur Pflichtversicherungsverh\u00e4ltnisse betreffe, die auf einem Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis iS des \u00a7 1 SGB VI beruhten, erfasse die Regelung in Satz 3 aaO alle Pflichtbeitr\u00e4ge zur Rentenversicherung und somit auch Beitr\u00e4ge sonstiger Versicherter. Die Voraussetzungen dieser Vorschrift seien erf\u00fcllt. Der Vierjahreszeitraum f\u00fcr eine Beanstandung der zuletzt f\u00fcr die Monate Januar bis M\u00e4rz 2006 von der Beigeladenen entrichteten Beitr\u00e4ge habe mit Ablauf des 31.12.2010 geendet. Die Beigeladene habe erstmals im Mai 2011 gegen\u00fcber der Beklagten eine Erstattung dieser Beitr\u00e4ge geltend gemacht. Da die von der Beigeladenen entrichteten Beitr\u00e4ge f\u00fcr die H\u00f6he der k\u00fcnftigen Rente der Kl\u00e4gerin von Bedeutung seien, m\u00fcssten die entsprechenden Zeitr\u00e4ume auch in einem Vormerkungsbescheid festgestellt werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte r\u00fcgt mit ihrer vom Senat zugelassenen Revision eine Verletzung des \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV. Da die dieser Vorschrift vorangehenden S\u00e4tze 1 und 2 nur Pflichtbeitr\u00e4ge aus einem Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis betr\u00e4fen, m\u00fcsse nach den systematischen Zusammenh\u00e4ngen und nach ihrem Sinn und Zweck dasselbe auch f\u00fcr Satz 3 gelten. Dieser sei geschaffen worden, weil Finanzdienstleister die bis dahin geltende Rechtslage dazu missbraucht h\u00e4tten, um insbesondere f\u00fcr mitarbeitende Familienangeh\u00f6rige oder GmbH-Gesellschafter oftmals nach Jahrzehnten erstmals geltend zu machen, dass in Wirklichkeit kein abh\u00e4ngiges Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis bestanden habe; der Erstattungsbetrag sei sodann in eine private Alterssicherung investiert worden. Die Regelung in \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV solle einerseits den Sozialversicherungsschutz der betroffenen Arbeitnehmer sicherstellen und andererseits die Versichertengemeinschaft vor dem Entzug erheblicher Beitragsmittel bewahren. Der Gesetzgeber habe vermeintlich Pflichtversicherte sch\u00fctzen wollen, die \u00fcber Jahre davon ausgegangen seien, dass sie in einem abh\u00e4ngigen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnis t\u00e4tig gewesen seien und dementsprechend Beitr\u00e4ge selbst entrichtet h\u00e4tten. Demgegen\u00fcber habe die Kl\u00e4gerin selbst keinerlei Beitragsrisiko getragen; f\u00fcr sie habe allein die Pflegekasse Beitr\u00e4ge entrichtet. Dass \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV in dieser Fallkonstellation keine Anwendung finde, entspreche auch den &#171;Gemeinsamen Grunds\u00e4tzen f\u00fcr die Erstattung und Verrechnung zu Unrecht gezahlter Beitr\u00e4ge zur Rentenversicherung f\u00fcr nicht erwerbsm\u00e4\u00dfig t\u00e4tige Pflegepersonen&#187; der GKV-Spitzenverb\u00e4nde, der DRV Bund und des Verbands der privaten Krankenversicherung eV <em>(vom 28.12.2009 &#8212; mittlerweile abgel\u00f6st durch Grunds\u00e4tze unter Einbeziehung der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit vom 1.8.2016 bzw vom 30.11.2017)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte beantragt,<br \/>die Urteile des Landessozialgerichts Niedersachsen-Bremen vom 21. Mai 2019 und des Sozialgerichts Osnabr\u00fcck vom 17. August 2016 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4gerin beantragt,<br \/>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Sie h\u00e4lt die Entscheidung des LSG f\u00fcr zutreffend. Es sei kein vern\u00fcnftiger Grund daf\u00fcr ersichtlich, dass der Vertrauensschutz nach \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV nur f\u00fcr abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigte gelten sollte. Sie &#8212; die Kl\u00e4gerin &#8212; habe aufgrund der regelm\u00e4\u00dfigen Mitteilungen der Beigeladenen \u00fcber die Abf\u00fchrung von Beitr\u00e4gen zur Rentenversicherung darauf vertraut, dass sie in den streitbefangenen elf Jahren Beitragszeiten in der Rentenversicherung erwerbe. L\u00fccken in ihrer Altersvorsorge, die bei einer erfolgreichen Beanstandung der Beitr\u00e4ge entst\u00fcnden, seien kaum mehr zu schlie\u00dfen. Sie habe keinen Anlass gehabt, am Bestehen der Rentenversicherungspflicht zu zweifeln; ihren Mitwirkungspflichten sei sie stets gewissenhaft nachgekommen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beigeladene hat sich am Revisionsverfahren nicht beteiligt<em>.<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die zul\u00e4ssige Revision der Beklagten hat in der Sache keinen Erfolg <em>(\u00a7 170 Abs 1 Satz 1 SGG)<\/em>. Das LSG hat ihre Berufung gegen das zusprechende Urteil des SG zu Recht zur\u00fcckgewiesen. Die Kl\u00e4gerin kann auf der Grundlage von \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV verlangen, dass die im Berufungs- und Revisionsverfahren allein noch streitbefangenen Zeitr\u00e4ume vom 1.4. bis zum 30.6.1995 und vom 1.9.1995 bis zum 31.3.2006 in ihrem Versicherungsverlauf als Pflichtbeitragszeiten wegen nicht erwerbsm\u00e4\u00dfiger Pflege festgestellt werden, auch wenn die Voraussetzungen f\u00fcr die Rentenversicherungspflicht nicht bzw nicht in dem gesamten Zeitraum vorlagen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. a) Gegenstand des Verfahrens ist der Bescheid der Beklagten vom 6.9.2011 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 31.7.2013. Den Vormerkungsbescheid vom 18.7.2011 mit verbindlichen Feststellungen f\u00fcr den Zeitraum vom 1.1.1993 bis zum 31.12.2004 hat die Kl\u00e4gerin nicht angegriffen. Dasselbe gilt f\u00fcr den im Verlauf des sozialgerichtlichen Verfahrens ergangenen weiteren Vormerkungsbescheid vom 5.12.2014, der Feststellungen f\u00fcr die Zeit vom 1.1.2005 bis zum 31.12.2007 trifft. Die Bestandskraft dieser Vormerkungsbescheide <em>(vgl \u00a7 77 SGG) <\/em>steht hier aufgrund der besonderen verfahrensrechtlichen Konstellation einer Klage gegen den Bescheid vom 6.9.2011 nicht entgegen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Bescheid vom 6.9.2011 kn\u00fcpft inhaltlich an den Vormerkungsbescheid vom 18.7.2011 an. Auf den Widerspruch der Kl\u00e4gerin dagegen, dass dort Feststellungen zu den Pflegezeiten im Zeitraum vom 1.4.1995 bis zum 31.3.2006 fehlten, hat die Beklagte mitgeteilt, insoweit liege noch keine abschlie\u00dfende Entscheidung vor, die im Rahmen eines Widerspruchsverfahrens \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnte. Mit der Zusicherung, sie werde die Einw\u00e4nde der Kl\u00e4gerin als Antrag auf Vormerkung entsprechender Zeiten betrachten und ohne Rechtsnachteile gesondert bescheiden, hat die Beklagte jedenfalls dem am 6.9.2011 erlassenen Bescheid das Gepr\u00e4ge eines &#171;ausgelagerten&#187; Vormerkungsbescheids zu diesem speziellen rentenrechtlichen Sachverhalt gegeben. Der Bescheid verlautbarte vor diesem Hintergrund aus Sicht der Kl\u00e4gerin <em>(zum ma\u00dfgeblichen objektivierten Empf\u00e4ngerverst\u00e4ndnis vgl BSG Urteil vom 16.3.2021 &#8212; B 2 U 7\/19 R &#8212; juris RdNr 13 mwN, zur Ver\u00f6ffentlichung auch in BSGE und SozR vorgesehen) <\/em>erstmals die Feststellung im Sinne des \u00a7 149 Abs 5 Satz 1 SGB VI, dass in ihrem Versicherungsverlauf eine Rentenversicherungspflicht wegen nicht erwerbsm\u00e4\u00dfiger Pflege im Zeitraum vom 1.4.1995 bis zum 31.3.2006 nicht zu ber\u00fccksichtigen sei <em>(zur Befugnis des Rentenversicherungstr\u00e4gers, auf Antrag auch solche Daten durch Bescheid festzustellen, die noch keine sechs Jahre zur\u00fcckliegen, vgl BSG Urteil vom 21.3.2018 &#8212; B 13 R 19\/14 R &#8212; SozR 4-2600 \u00a7 149 Nr 5 RdNr 15)<\/em>. Das r\u00e4umt die Beklagte mit ihrer Revision ausdr\u00fccklich ein. Der nachfolgende Vormerkungsbescheid vom 5.12.2014 traf zu diesem Sachverhalt keine eigenst\u00e4ndige Regelung. Er erfasste zwar teilweise auch den hier bedeutsamen Zeitraum, aber ausdr\u00fccklich nur solche Daten, zu denen nicht bereits fr\u00fcher Feststellungen getroffen worden sind (hier: Ablehnung der Pflegezeiten im Bescheid vom 6.9.2011). Damit enthalten die Vormerkungsbescheide vom 18.7.2011 und vom 5.12.2014 zu den hier streitbefangen Pflegezeiten keine bindend gewordenen Feststellungen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Zutreffende Klageart f\u00fcr das Begehren der Kl\u00e4gerin ist die kombinierte Anfechtungs- und Verpflichtungsklage <em>(\u00a7 54 Abs 1 Satz 1 Alt 1 und 3 iVm \u00a7 56 SGG &#8212; vgl BSG Urteil vom 24.10.2013 &#8212; B 13 R 1\/13 R &#8212; SozR 4-2600 \u00a7 57 Nr 1 RdNr 11; BSG Urteil vom 21.3.2018 &#8212; B 13 R 19\/14 R &#8212; SozR 4-2600 \u00a7 149 Nr 5 RdNr 12; s auch Bieresborn in Roos\/Wahrendorf\/M\u00fcller, BeckOGK SGG, Stand 1.5.2021, \u00a7 54 RdNr 227; Polster in Kasseler Komm, \u00a7 149 SGB VI RdNr 17, Stand der Einzelkommentierung Mai 2020)<\/em>. Der mit einer solchen Klage verfolgte Anspruch ist darauf gerichtet, dass die Beh\u00f6rde einen neuen &#8212; erg\u00e4nzten &#8212; Vormerkungsbescheid und damit einen feststellenden Verwaltungsakt erl\u00e4sst <em>(zur Verpflichtungsklage auf Erlass eines feststellenden Verwaltungsakts s auch BVerwG Urteil vom 20.11.2014 &#8212; 3 C 26\/13 &#8212; juris RdNr 24; BVerwG Urteil vom 19.2.2015 &#8212; 1 C 17\/14 &#8212; BVerwGE 151, 245 = juris RdNr 12 ff)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Soweit in anderen Bereichen des Sozialrechts davon ausgegangen wird, dass die Gerichte bei Klagen gegen feststellende Verwaltungsakte die zutreffende Rechtslage selbst feststellen m\u00fcssen und aus diesem Grund eine kombinierte Anfechtungs- und Feststellungsklage bef\u00fcrwortet wird <em>(vgl BSG Urteil vom 11.9.2019 &#8212; B 6 KA 2\/18 R &#8212; SozR 4-2500 \u00a7 95 Nr 38 RdNr 26 mwN auch zur Rspr des 2., 3. und 9. Senats; zur Anfechtungs- und Feststellungsklage gegen einen feststellenden Verwaltungsakt s auch BVerwG Urteil vom 9.5.2001 &#8212; 3 C 2\/01 &#8212; BVerwGE 114, 226 = juris RdNr 12 f)<\/em>, kann das auf Klagen gegen einen rentenrechtlichen Vormerkungsbescheid nicht \u00fcbertragen werden. Ein Vormerkungsbescheid zeichnet sich durch die f\u00fcr einen bestimmten Zeitabschnitt grunds\u00e4tzlich zusammenh\u00e4ngende und umfassende Darstellung aller rentenrechtlich relevanten Umst\u00e4nde aus<em> (vgl \u00a7 149 Abs 1 Satz 2, Abs 2 Satz 1 SGB VI)<\/em>. Sie kann schon nach dem Wortlaut des \u00a7 149 Abs 5 Satz 1 SGB VI und nicht zuletzt auch unter dem Gesichtspunkt der Praktikabilit\u00e4t nur vom &#171;Versicherungstr\u00e4ger&#187; erstellt werden, der das Versicherungskonto f\u00fchrt. Eine gerichtliche Entscheidung in Vormerkungsstreitigkeiten ist auf die Entscheidung der im Einzelfall konkret bestehenden Streitfragen beschr\u00e4nkt. Sie verpflichtet dementsprechend den Versicherungstr\u00e4ger gegebenenfalls zum Erlass eines neuen Vormerkungsbescheids, der die Feststellungen des Gerichts zu den streitigen Rechtsverh\u00e4ltnissen ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die Klage ist begr\u00fcndet. Die Vorinstanzen haben zutreffend entschieden, dass der Bescheid vom 6.9.2011 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 31.7.2013 rechtswidrig ist. Die Kl\u00e4gerin kann den Erlass eines Vormerkungsbescheids beanspruchen, der die Zeitr\u00e4ume vom 1.4. bis zum 30.6.1995 und vom 1.9.1995 bis zum 31.3.2006 als Pflichtbeitragszeiten f\u00fcr eine nicht erwerbsm\u00e4\u00dfige Pfleget\u00e4tigkeit sowie die zugeh\u00f6rigen beitragspflichtigen Einnahmen <em>(vgl \u00a7 166 Abs 2 SGB VI) <\/em>feststellt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Rechtsgrundlage ist \u00a7 149 Abs 5 Satz 1 SGB VI. Die Vorschrift bestimmt, dass der Versicherungstr\u00e4ger nach Kl\u00e4rung des Versicherungskontos die im Versicherungsverlauf enthaltenen und nicht bereits festgestellten Daten, die l\u00e4nger als sechs Kalenderjahre zur\u00fcckliegen, durch Bescheid feststellt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Versicherungsverlauf besteht nach der Legaldefinition in \u00a7 149 Abs 3 SGB VI aus den im Versicherungskonto gespeicherten Sozialdaten, die f\u00fcr die Feststellung der H\u00f6he einer Rentenanwartschaft erheblich sind. N\u00e4here normative Vorgaben dazu, welche Sozialdaten in welcher Weise in einem Versicherungsverlauf zu speichern sind, bestehen nicht. Die auf der Grundlage von \u00a7 152 Nr 6 SGB VI ergangene Verordnung des Bundesministeriums f\u00fcr Arbeit und Sozialordnung \u00fcber die Versicherungsnummer, die Kontof\u00fchrung und den Versicherungsverlauf in der gesetzlichen Rentenversicherung <em>(VKVV &#8212; vom 30.3.2001, BGBl I 475)<\/em> enth\u00e4lt hierzu keine konkretisierenden Regelungen. In \u00a7 7 Abs 1 Satz 1 VKVV ist unter teilweiser Wiederholung des Wortlauts von \u00a7 149 Abs 3 SGB VI lediglich bestimmt, dass im Versicherungskonto Sozialdaten gespeichert werden, &#171;die f\u00fcr die H\u00f6he einer Rentenanwartschaft erheblich sind&#187;.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Rechtsprechung entnimmt \u00a7 149 Abs 5 Satz 1 SGB VI das &#171;Gebot der tatbestandsm\u00e4\u00dfigen Feststellung einer Beitrags-, Versicherungs-, Ersatz- oder Ausfallzeit&#187; <em>(vgl BSG Urteil vom 21.3.2018 &#8212; B 13 R 19\/14 R &#8212; SozR 4-2600 \u00a7 149 Nr 5 RdNr 16). <\/em>Die Kommentarliteratur geht davon aus, dass zu den festzustellenden Sozialdaten ua Angaben \u00fcber geleistete Beitr\u00e4ge, zur\u00fcckgelegte rentenrechtlich erhebliche Zeiten und Daten der Leistungserbringung geh\u00f6ren <em>(vgl Paulus in jurisPK-SGB VI, 3. Aufl 2021, \u00a7 149 RdNr 49; Diel in Hauck\/Noftz, SGB VI, K \u00a7 149 RdNr 31, Stand der Einzelkommentierung Dezember 2009)<\/em>. Von den vorzumerkenden rentenrechtlichen Zeiten umfasst sind insbesondere Zeiten, f\u00fcr die nach Bundesrecht Beitr\u00e4ge gezahlt worden sind<em> (vgl Westphal in Kreikebohm\/Ro\u00dfbach, SGB VI, 6. Aufl 2021, \u00a7 149 RdNr 10)<\/em>. Das Versicherungskonto eines Versicherten muss danach auch Angaben \u00fcber von ihm oder f\u00fcr ihn geleistete Beitr\u00e4ge, die Beitragszeiten und die sonstigen Zeiten enthalten <em>(vgl Ruland in KomGRV, \u00a7 149 Anm 2.3, Stand der Einzelkommentierung Oktober 2019; Rehbein in Ruland\/D\u00fcnn, GK-SGB VI, \u00a7 149 RdNr 17, Stand der Einzelkommentierung April 2020).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Die im Bescheid vom 6.9.2011 in der Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 31.7.2013 ausgesprochene Ablehnung, im Versicherungsverlauf der Kl\u00e4gerin f\u00fcr die Zeit vom 1.4.1995 bis zum 31.3.2006 Pflichtbeitragszeiten wegen nicht erwerbsm\u00e4\u00dfiger Pflege sowie die hierf\u00fcr gezahlten Beitr\u00e4ge festzustellen, ist rechtswidrig und beschwert die Kl\u00e4gerin <em>(\u00a7 54 Abs 2 Satz 1 SGG)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) \u00a7 3 Satz 1 Nr 1a SGB VI <em>(hier noch anzuwenden in der bis zum 31.12.2012 geltenden Fassung von Art 5 Nr 2 Buchst a des Gesetzes zur sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebed\u00fcrftigkeit vom 26.5.1994, BGBl I 1014 &#8212; im Folgenden: aF)<\/em> bestimmt, unter welchen Voraussetzungen f\u00fcr nicht erwerbsm\u00e4\u00dfig t\u00e4tige Pflegepersonen Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung besteht. Die Vorschrift trifft n\u00e4here Regelungen zu den im Grundsatz in \u00a7 44 SGB XI vorgesehenen Leistungen zur sozialen Sicherung der Pflegepersonen. Nach der im hier streitbefangenen Zeitraum ma\u00dfgeblichen Normfassung <em>(\u00a7 44 Abs 1 SGB XI in der &lt;Satz 1&gt; ab 1.4.1995 bzw &lt;Satz 3 bis 5&gt; in der ab 25.6.1996 geltenden Fassung von Art 1 Nr 21 Buchst a 1. SGB XI-\u00c4ndG vom 14.6.1996, BGBl I 830 &#8212; aF; Satz 2 in der ab 1.4.1995 geltenden Fassung von Art 1 PflegeVG &lt;BGBl I 1994, 1014&gt; zum 1.1.2005 in hier nicht relevanter Weise ge\u00e4ndert durch Art 10 Nr 1 RVOrgG vom 9.12.2004, BGBl I 3242) <\/em>waren Personen versicherungspflichtig in der Zeit, in der sie einen Pflegebed\u00fcrftigen iS des \u00a7 14 SGB XI nicht erwerbsm\u00e4\u00dfig wenigstens 14 Stunden w\u00f6chentlich in seiner h\u00e4uslichen Umgebung pflegten, wenn der Pflegebed\u00fcrftige Anspruch auf Leistungen aus der sozialen oder einer privaten Pflegeversicherung hatte. Gem\u00e4\u00df der erst mit Wirkung vom 25.6.1996 eingef\u00fchrten Regelung in \u00a7 44 Abs 1 Satz 3 SGB XI aF hatte der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) im Einzelfall festzustellen, ob und in welchem zeitlichen Umfang h\u00e4usliche Pflege durch eine Pflegeperson erforderlich ist. Die Pflegekasse hatte nach \u00a7 44 Abs 3 SGB XI aF dem zust\u00e4ndigen Rentenversicherungstr\u00e4ger die in der Rentenversicherung zu versichernde Pflegeperson zu melden <em>(Satz 1 aaO) <\/em>und dabei ua den Beginn und das Ende der Pfleget\u00e4tigkeit sowie die ma\u00dfgeblichen beitragspflichtigen Einnahmen anzugeben <em>(Satz 2 Nr 6 und 8 aaO). <\/em>Der Inhalt dieser Meldung war der Pflegeperson schriftlich mitzuteilen <em>(\u00a7 44 Abs 4 SGB XI aF)<\/em>. Der Spitzenverband Bund der Pflegekassen sowie der Verband der privaten Krankenversicherung eV konnten mit dem Verband Deutscher Rentenversicherungstr\u00e4ger (ab 1.1.2005: mit der DRV Bund) und den Tr\u00e4gern der Unfallversicherung N\u00e4heres \u00fcber das Meldeverfahren vereinbaren <em>(\u00a7 44 Abs 2 Satz 3 SGB XI)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Ob nach diesen Vorgaben die Kl\u00e4gerin im hier streitbefangenen Zeitraum aufgrund der Pfleget\u00e4tigkeiten f\u00fcr ihren Sohn durchg\u00e4ngig nicht rentenversicherungspflichtig war, l\u00e4sst sich auf der Grundlage der tats\u00e4chlichen Feststellungen des LSG nicht zuverl\u00e4ssig beurteilen. Im Tatbestand des angefochtenen Urteils ist erw\u00e4hnt, dass aus den vom MDK in dieser Zeit erstellten Gutachten ein zeitlicher Umfang der Pfleget\u00e4tigkeit von w\u00f6chentlich wenigstens 14 Stunden &#171;nicht bzw. nicht eindeutig&#187; hervorgehe. Dementsprechend ist in den Entscheidungsgr\u00fcnden ausgef\u00fchrt, die Kl\u00e4gerin habe nach allen vorliegenden Pflegegutachten des MDK in den streitgegenst\u00e4ndlichen Zeitr\u00e4umen &#171;die Pfleget\u00e4tigkeit unterhalb von 14 Stunden in der Woche ausge\u00fcbt bzw. l\u00e4sst sich nicht eindeutig eine Pfleget\u00e4tigkeit von wenigstens 14 Stunden in der Woche belegen&#187;, ohne dass die Verteilung der objektiven Beweislast in solchen Konstellationen n\u00e4her beleuchtet wird <em>(zur Vermutung aufgrund ordnungsgem\u00e4\u00dfer Meldungen vgl \u00a7 199 Satz 3 SGB VI)<\/em>. M\u00f6glicherweise wollte das LSG mit seiner Formulierung aufgreifen, dass im ersten Pflegegutachten vom 24.2.1995 der Zeitaufwand f\u00fcr die Pflege des Sohnes der Kl\u00e4gerin mit &#171;Pflegestufe I &#8212; mind. 1,5 Std.&#187; angegeben war und die n\u00e4chste &#171;Pflegestufe II &#8212; mind. 3 Std.&#187; nicht erreicht wurde, sodass nach diesem Gutachten der Pflegeaufwand in einem Korridor zwischen w\u00f6chentlich mindestens 10,5 Stunden und knapp 21 Stunden lag.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Einer weiteren Aufkl\u00e4rung des Sachverhalts in tats\u00e4chlicher Hinsicht bedarf es hier indes nicht. Das LSG hat seine Entscheidung ma\u00dfgeblich darauf gest\u00fctzt, dass selbst bei Nichterf\u00fcllung der materiellen Voraussetzungen des \u00a7 3 Satz 1 Nr 1a SGB VI eine Feststellung der streitbefangenen Pflegezeiten als rentenrechtlich relevante Pflichtbeitragszeiten im Fall der Kl\u00e4gerin bereits aufgrund der Regelung in \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV erfolgen m\u00fcsse. Die Vorschrift sei auch auf zu Unrecht gezahlte Beitr\u00e4ge f\u00fcr sonstige Versicherte iS des \u00a7 3 SGB VI anzuwenden. Diese von der Revision angegriffene Rechtsansicht des LSG teilt der Senat aus folgenden Gr\u00fcnden:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Der Wortlaut des \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV enth\u00e4lt keine Begrenzung des Anwendungsbereichs auf Beitr\u00e4ge, die f\u00fcr Besch\u00e4ftigte entrichtet worden sind. Die Vorschrift wurde durch Art 1 Nr 14 des Gesetzes zur \u00c4nderung des Vierten Buches Sozialgesetzbuch und anderer Gesetze vom 19.12.2007 <em>(BGBl I 3024)<\/em> mit Wirkung vom 1.1.2008 angef\u00fcgt. Sie lautet: &#171;Gleiches gilt f\u00fcr zu Unrecht entrichtete Beitr\u00e4ge nach Ablauf der in \u00a7 27 Absatz 2 Satz 1 bestimmten Frist.&#187; Die Regelung ist, wie das BSG bereits entschieden hat <em>(vgl BSG Urteil vom 5.3.2014 &#8212; B 12 R 1\/12 R &#8212; SozR 4-2400 \u00a7 26 Nr 3 RdNr 19 ff)<\/em>, auch f\u00fcr &#8212; wie hier &#8212; vor dem Jahr 2008 entrichtete Beitr\u00e4ge anzuwenden. Ihr Wortlaut umfasst einschr\u00e4nkungslos alle Arten von zu Unrecht entrichteten Beitr\u00e4gen. F\u00fcr diese soll als Rechtsfolge &#171;Gleiches&#187; gelten wie im unmittelbar vorangehenden Satz 2. Das bedeutet, die Beitr\u00e4ge d\u00fcrfen nicht mehr beanstandet werden und gelten als zu Recht entrichtete Pflichtbeitr\u00e4ge, sofern der eigenst\u00e4ndige Tatbestand des Satzes 3 erf\u00fcllt, mithin die in \u00a7 27 Abs 2 Satz 1 SGB IV normierte Frist von vier Jahren f\u00fcr die Verj\u00e4hrung eines Anspruchs auf Erstattung zu Unrecht entrichteter Beitr\u00e4ge abgelaufen ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Die gesetzessystematischen Zusammenh\u00e4nge sprechen eher f\u00fcr die Anwendbarkeit der Regelung in \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV auch auf Beitr\u00e4ge, die f\u00fcr sonstige Versicherte zu Unrecht gezahlt worden sind. Richtig ist allerdings, dass Abs 1 in der Gestalt, in der die Vorschrift &#8212; lediglich aus den S\u00e4tzen 1 und 2 der heute geltenden Fassung bestehend &#8212; mit Wirkung vom 1.1.1989 in \u00a7 26 SGB IV eingef\u00fcgt wurde <em>(Art 1 Nr 3 des Gesetzes zur Einordnung der Vorschriften \u00fcber die Meldepflichten des Arbeitgebers in der Kranken- und Rentenversicherung sowie im Arbeitsf\u00f6rderungsrecht und \u00fcber den Einzug des Gesamtsozialversicherungsbeitrags in das Vierte Buch Sozialgesetzbuch &#8212; Gemeinsame Vorschriften f\u00fcr die Sozialversicherung &#8212; vom 20.12.1988, BGBl I 2330),<\/em> nur die Beanstandung zu Unrecht entrichteter Beitr\u00e4ge f\u00fcr Besch\u00e4ftigte geregelt hat <em>(vgl Gesetzentwurf BT-Drucks 11\/2221 S 19; aA M. Krasney in Schlegel\/Voelzke, jurisPK-SGB IV, 1. Aufl 2006, \u00a7 26 RdNr 25 bis 44)<\/em>. Die Verortung der zum 1.1.2008 neu geschaffenen Regelung im Anschluss hieran als Satz 3 des \u00a7 26 Abs 1 SGB IV l\u00e4sst es auf den ersten Blick als naheliegend erscheinen, dass auch die neue Bestimmung denselben sachlichen Anwendungsbereich hat. Dagegen spricht indes die inhaltliche Ausgestaltung der Vorschrift. Satz 3 aaO enth\u00e4lt eine Rechtsfolgenverweisung auf der Grundlage einer eigenst\u00e4ndigen Tatbestandsvoraussetzung <em>(&#171;f\u00fcr zu Unrecht entrichtete Beitr\u00e4ge nach Ablauf der der in \u00a7 27 Absatz 2 Satz 1 bezeichneten Frist&#187;)<\/em>. Die dabei in Bezug genommene Verj\u00e4hrungsregelung in \u00a7 27 Abs 2 Satz 1 SGB IV gilt f\u00fcr alle Anspr\u00fcche auf Erstattung von zu Unrecht entrichteten Beitr\u00e4gen gem\u00e4\u00df \u00a7 26 Abs 2 SGB IV<em> (vgl Fasshauer\/Reimann\/Rische\/Ruland, KomGRV, \u00a7 26 SGB IV Anm 4, Stand der Einzelkommentierung Oktober 2015; Zieglmeier in Kasseler Komm, \u00a7 26 SGB IV RdNr 26, Stand der Einzelkommentierung M\u00e4rz 2020; Ro\u00dfbach in Knickrehm\/Kreikebohm\/Waltermann, Komm zum Sozialrecht, 7. Aufl 2021, \u00a7 26 SGB IV RdNr 8)<\/em>. Der Standort der Regelung im Kontext des \u00a7 26 Abs 1 Satz 1 und 2 SGB IV erkl\u00e4rt sich im Lichte dessen ohne Weiteres daraus, dass Abs 1 Sonderregelungen f\u00fcr Pflichtbeitr\u00e4ge in der gesetzlichen Rentenversicherung trifft, w\u00e4hrend die \u00fcbrigen Abs\u00e4tze des \u00a7 26 SGB IV Regelungen f\u00fcr zu Unrecht entrichtete Beitr\u00e4ge in allen Versicherungszweigen enthalten <em>(vgl BSG Urteil vom 24.3.1983 &#8212; 8 RK 36\/81 &#8212; SozR 2200 \u00a7 381 Nr 49 S 131 = juris RdNr 10 &lt;zu \u00a7 26 SGB IV aF&gt;)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">(3) Auch die Gesetzesmaterialien und die Entstehungsgeschichte der Vorschrift lassen keine Hinweise darauf erkennen, dass die Regelung ausschlie\u00dflich f\u00fcr Pflichtbeitr\u00e4ge aus einer abh\u00e4ngigen Besch\u00e4ftigung oder dem Bezug von Vorruhestandsgeld gedacht war. Ausweislich des Gesetzentwurfs der Bundesregierung f\u00fcr ein Gesetz zur \u00c4nderung des SGB IV und anderer Gesetze sollte mit diesem Gesetz auch den Forderungen von Tr\u00e4gern der Rentenversicherung nach &#171;Klarstellungen f\u00fcr die Verwaltungspraxis&#187; nachgekommen werden. Dazu geh\u00f6rte auch die &#171;Klarstellung, dass zu Unrecht entrichtete Beitr\u00e4ge nach Ablauf der Verj\u00e4hrungsfrist als Pflichtbeitr\u00e4ge zu behandeln sind&#187; <em>(BT-Drucks 16\/6540 S 1)<\/em>. Im Allgemeinen Teil der Begr\u00fcndung wird dazu unter der \u00dcberschrift &#171;11. Umwandlung von zu Unrecht entrichteten Beitr\u00e4gen in Pflichtbeitr\u00e4ge nach Ablauf der Verj\u00e4hrung&#187; ausgef\u00fchrt:<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">&#171;Die bisherige Rechtslage, wonach zu Unrecht entrichtete Beitr\u00e4ge zur gesetzlichen Rentenversicherung im Einzelfall viele Jahre r\u00fcckwirkend erstattet werden m\u00fcssen, soll ge\u00e4ndert werden. Zu Unrecht entrichtete Beitr\u00e4ge in der gesetzlichen Rentenversicherung gelten nach Ablauf der Verj\u00e4hrungsfrist von vier Jahren nach \u00a7 27 Abs. 2 Satz 1 SGB IV als zu Recht entrichtete Pflichtbeitr\u00e4ge. Damit bleiben die Beitr\u00e4ge als solche erhalten, eine Erstattung ist nicht m\u00f6glich. Es entsteht keine Schlechterstellung gegen\u00fcber der Situation, wenn der Antragsteller tats\u00e4chlich pflichtversichert gewesen w\u00e4re, wovon er bis zur Feststellung des Nichtvorliegens der Versicherungspflicht auch ausgegangen ist&#187; <em>(BT-Drucks 16\/6540 S 18).<\/em>\n                        <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Der Besondere Teil der Begr\u00fcndung erl\u00e4utert die Erg\u00e4nzung des \u00a7 26 Abs 1 SGB IV um einen Satz 3, wie er sp\u00e4ter unver\u00e4ndert Gesetz geworden ist, wie folgt:<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">&#171;Die bisherige Rechtslage, wonach zu Unrecht entrichtete Beitr\u00e4ge zur gesetzlichen Rentenversicherung im Einzelfall viele Jahre r\u00fcckwirkend erstattet werden m\u00fcssen, wird ge\u00e4ndert. Den Antragstellern wird erm\u00f6glicht, dass die zu Unrecht entrichteten Beitr\u00e4ge in der gesetzlichen Rentenversicherung nach Ablauf der Verj\u00e4hrungsfrist von vier Jahren nach \u00a7 27 Abs. 2 Satz 1 SGB IV als zu Recht entrichtete Pflichtbeitr\u00e4ge gelten. Damit bleiben die Beitr\u00e4ge als solche erhalten, eine Erstattung ist jedoch nicht m\u00f6glich. Es entsteht keine Schlechterstellung gegen\u00fcber der Situation, wenn der Antragsteller tats\u00e4chlich pflichtversichert gewesen w\u00e4re, wovon er bis zur Feststellung des Nichtvorliegens der Versicherungspflicht auch ausgegangen ist&#187;<em> (BT-Drucks 16\/6540 S 23 f &#8212; zu Nr 14 &lt;\u00a7 26&gt;).<\/em>\n                        <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Diese im wesentlichen inhaltsgleichen Ausf\u00fchrungen lassen allenfalls aufgrund der Erw\u00e4hnung nicht schlechter gestellter &#171;Antragsteller&#187; anklingen, dass Anlass f\u00fcr die Neuregelung Konstellationen waren, in denen (vermeintlich) Pflichtversicherte sp\u00e4ter &#8212; nach Reklamation der in Wirklichkeit fehlenden Versicherungspflicht, weil bis dahin kein Versicherungsfall eingetreten war &#8212; die Erstattung der von ihnen zu Unrecht gezahlten Beitr\u00e4ge beantragt haben, um damit eine als g\u00fcnstiger erachtete private Alterssicherung zu finanzieren. Eine ausdr\u00fcckliche oder jedenfalls beabsichtigte Beschr\u00e4nkung der nach ihrem Wortlaut weit gefassten Neuregelung auf solche Fallgestaltungen ergibt sich daraus nicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Auch in den Dokumenten zur parlamentarischen Beratung des Gesetzentwurfs deutet nichts darauf hin, dass die genannte Regelung ausschlie\u00dflich f\u00fcr zu Unrecht gezahlte Pflichtbeitr\u00e4ge aus einer Besch\u00e4ftigung gedacht war. Bei der ersten Lesung des Gesetzentwurfs forderte der Abgeordnete Haustein (FDP), &#171;vor dem Hintergrund der Streitf\u00e4lle der Vergangenheit bei im Betrieb mitarbeitenden Familienangeh\u00f6rigen&#187; solle noch einmal dar\u00fcber nachgedacht werden, in welche Richtung eine Angleichung vorgenommen werde. Dabei sei auch zu kl\u00e4ren, inwieweit die Sozialversicherungstr\u00e4ger die Folgen und Konsequenzen von Irrt\u00fcmern bei der Feststellung der Versicherungspflicht legitimerweise einseitig auf die Betroffenen abw\u00e4lzen d\u00fcrften <em>(Plenarprot 16\/118 vom 11.10.2007 S 12325 &lt;D&gt;, 12326 &lt;A&gt;)<\/em>. Die Abgeordnete Kipping (DIE LINKE) gab den Inhalt der Regelung wie folgt wieder: &#171;Zu Unrecht geleistete Beitr\u00e4ge zur gesetzlichen Rentenversicherung konnten bislang r\u00fcckwirkend erstattet werden. Nunmehr sollen nach Ablauf einer Verj\u00e4hrungsfrist von vier Jahren diese Beitr\u00e4ge als Pflichtbeitr\u00e4ge gewertet werden. Eine Erstattung ist nicht mehr m\u00f6glich.&#187; <em>(Plenarprot 16\/118 S 12326 &lt;B, C&gt;)<\/em>. Der Abgeordnete Kurth (B\u00dcNDNIS 90\/DIE GR\u00dcNEN) kritisierte &#171;die Pl\u00e4ne der Bundesregierung, Rentenversicherten das Recht auf Erstattung von zu Unrecht entrichteten Beitr\u00e4gen zu nehmen&#187; <em>(Plenarprot 16\/118 S 12327 &lt;A&gt;)<\/em>. In den Beratungen des Ausschusses f\u00fcr Arbeit und Soziales wiederholte die Fraktion der FDP ihre Bedenken dagegen, &#171;dass die Rentenbeitr\u00e4ge nur f\u00fcr vier Jahre zur\u00fcckerstattet werden k\u00f6nnten und nicht wie bisher vollst\u00e4ndig&#187;. Gleichwohl empfahl die Ausschussmehrheit gegen die Stimmen der Fraktion der FDP insoweit die unver\u00e4nderte Annahme des Gesetzentwurfs <em>(BT-Drucks 16\/6986 S 33)<\/em>. Diesen \u00c4u\u00dferungen ist gemeinsam, dass sie eine beabsichtigte Beschr\u00e4nkung des Anwendungsbereichs der neuen Regelung auf Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge, die f\u00fcr Besch\u00e4ftigte oder Bezieher von Vorruhestandsgeld zu Unrecht gezahlt worden sind, nicht erkennen lassen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_32\">32<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte tr\u00e4gt mit ihrer Revision vor, das LSG habe die in den genannten Gesetzesmaterialien zum Ausdruck kommende Intention des Gesetzgebers nur verk\u00fcrzt und missverst\u00e4ndlich wiedergeben, und verweist erg\u00e4nzend auf Entscheidungen des Bayerischen LSG <em>(Urteil vom 30.1.2013 &#8212; L 13 R 598\/10 &#8212; juris) <\/em>und des LSG Baden-W\u00fcrttemberg <em>(Urteil vom 1.3.2013 &#8212; L 4 R 5657\/10 &#8212; nicht ver\u00f6ffentlicht)<\/em>. Die genannten LSG-Entscheidungen befassen sich jedoch ausschlie\u00dflich mit der Problematik der Anwendung des \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV auch auf vor dem 1.1.2008 zu Unrecht entrichtete Beitr\u00e4ge. Soweit das Bayerische LSG dabei ma\u00dfgeblich auf eine Kommentarstelle Bezug nimmt, der zufolge mit der Regelung eine missbr\u00e4uchliche Nutzung durch Finanzdienstleister habe unterbunden werden sollen <em>(vgl Kreikebohm in ders &lt;Hrsg&gt;, SGB IV, 1. Aufl 2008, \u00a7 26 RdNr 9, &#8212; inhaltsgleich auch 3. Aufl 2018)<\/em>, findet sich dazu &#8212; wie bereits ausgef\u00fchrt &#8212; in den amtlichen Gesetzesmaterialien nichts <em>(zu deren Inhalt s auch BSG Urteil vom 5.3.2014 &#8212; B 12 R 1\/12 R &#8212; SozR 4-2400 \u00a7 26 Nr 3 RdNr 22; allgemein zur Bedeutung der Gesetzesmaterialien f\u00fcr die Auslegung vgl BVerfG &lt;Kammer&gt; Beschluss vom 26.11.2018 &#8212; 1 BvR 318\/17 ua &#8212; SGb 2019, 287 RdNr 31 = juris RdNr 32).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_33\">33<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Zwar mag die Eind\u00e4mmung als missbr\u00e4uchlich angesehener Vorgehensweisen von Finanzdienstleistern der Hintergrund f\u00fcr die im Deckblatt zum Gesetzentwurf erw\u00e4hnte, aber nicht n\u00e4her erl\u00e4uterte Forderung von Tr\u00e4gern der Rentenversicherung nach &#171;Klarstellungen f\u00fcr die Verwaltungspraxis&#187; gewesen sein. F\u00fcr die Auslegung der Norm ist aber der in ihr zum Ausdruck kommende objektivierte Wille des Gesetzgebers entscheidend, wie er sich aus dem Wortlaut der Vorschrift und dem Sinnzusammenhang ergibt, in den sie hineingestellt ist <em>(vgl BVerfG Urteil vom 19.3.2013 &#8212; 2 BvR 2628\/10 ua &#8212; BVerfGE 133, 168, 205; BVerfG Urteil vom 17.1.2017 &#8212; 2 BvB 1\/13 &#8212; BVerfGE 144, 20 RdNr 555)<\/em>. Dieser ist mit Hilfe der anerkannten Methoden der Gesetzesauslegung zu ermitteln, dh anhand des Wortlauts der Norm, ihrer systematischen Stellung, nach Sinn und Zweck sowie anhand der Gesetzesmaterialien und ihrer Entstehungsgeschichte <em>(vgl BVerfG Urteil vom 19.3.2013 &#8212; aaO; BVerfG Beschluss vom 25.3.2021 &#8212; 2 BvF 1\/20 ua &#8212; NJW 2021, 1377 RdNr 106). <\/em>Der Entstehungsgeschichte kommt f\u00fcr die Auslegung regelm\u00e4\u00dfig nur insoweit Bedeutung zu, als sie die Richtigkeit einer nach den allgemeinen Grunds\u00e4tzen ermittelten Auslegung best\u00e4tigt oder Zweifel ausr\u00e4umt, die ansonsten nicht behoben werden k\u00f6nnen <em>(vgl BVerfG Urteil vom 9.7.2007 &#8212; 2 BvF 1\/04 &#8212; BVerfGE 119, 96, 179; BVerfG Urteil vom 17.1.2017 aaO)<\/em>. Damit sind die Erwartungen der Rentenversicherungstr\u00e4ger an die Reichweite der von ihnen angesto\u00dfenen Erg\u00e4nzung des \u00a7 26 SGB IV f\u00fcr die Auslegung der Vorschrift nicht von entscheidendem Gewicht. Sie sind weder von den zur Gesetzgebung Befugten aufgegriffen worden noch haben sie sich im Wortlaut der Vorschrift niedergeschlagen noch sind sie nach deren Sinnzusammenhang geboten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_34\">34<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(4) Entscheidend spricht der Sinn und Zweck des \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV daf\u00fcr, diese Regelung auch im Fall von zu Unrecht gezahlten Rentenversicherungsbeitr\u00e4gen f\u00fcr vermeintlich pflichtversicherte Pflegepersonen anzuwenden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_35\">35<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Ziel der Regelung war die &#171;Klarstellung, dass zu Unrecht entrichtete Beitr\u00e4ge nach Ablauf der Verj\u00e4hrungsfrist als Pflichtbeitr\u00e4ge zu behandeln sind&#187; <em>(BT-Drucks 16\/6540 S 1)<\/em>. Der Gesetzgeber bewertete die bisherige Rechtslage, wonach zu Unrecht entrichtete Beitr\u00e4ge zur gesetzlichen Rentenversicherung im Einzelfall viele Jahre r\u00fcckwirkend erstattet werden mussten, als unangemessen und wollte dies \u00e4ndern <em>(BT-Drucks 16\/6540 S 18 &#8212; zu Nr 11 &#8212; bzw S 23 &#8212; zu Nr 14 &lt;\u00a7 26&gt;)<\/em>. Deshalb sollten zu Unrecht entrichtete Beitr\u00e4ge in der gesetzlichen Rentenversicherung nach Ablauf der vierj\u00e4hrigen Verj\u00e4hrungsfrist <em>(\u00a7 27 Abs 2 Satz 1 SGB IV)<\/em> als zu Recht entrichtete Pflichtbeitr\u00e4ge gelten. Die Regelung war als Ma\u00dfnahme zum Schutz vor hohen R\u00fcckerstattungsforderungen gedacht und diente somit in erster Linie der finanziellen Stabilit\u00e4t der Rentenversicherungstr\u00e4ger. Sie sollte aber mit einem Anspruch der vermeintlich Versicherten auf Ber\u00fccksichtigung der jetzt nicht mehr r\u00fcckzahlbaren Betr\u00e4ge als zu Recht entrichtete Pflichtbeitr\u00e4ge verkn\u00fcpft werden, um eine &#171;Schlechterstellung&#187; zu vermeiden. Damit wurden auch etwaige verfassungsrechtliche Bedenken ausger\u00e4umt. Der &#171;Beanstandungsschutz&#187; ist gleichsam die Kehrseite des R\u00fcckerstattungsschutzes. Das zeigt sich auch darin, dass \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV nach Ablauf der Verj\u00e4hrungsfrist einen &#171;absoluten Beanstandungsschutz&#187; zugunsten des Rentenversicherungstr\u00e4gers bewirkt, auf den der vermeintlich Versicherte nicht verzichten kann und der auch nicht &#8212; wie der &#171;konditionale Beanstandungsschutz&#187; nach Satz 1 aaO &#8212; von tats\u00e4chlich bestehendem schutzw\u00fcrdigem Vertrauen iS des \u00a7 45 Abs 2 SGB X abh\u00e4ngt <em>(vgl dazu Ro\u00dfbach in Knickrehm\/Kreikebohm\/Waltermann, Komm zum Sozialrecht, 7. Aufl 2021, \u00a7 26 SGB IV RdNr 4; Wa\u00dfer in jurisPK-SGB IV, 3. Aufl 2016, \u00a7 26 RdNr 58).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_36\">36<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Ziel des Gesetzgebers, die Rentenversicherungstr\u00e4ger vor hohen Beitragserstattungsforderungen zu sch\u00fctzen und damit deren finanzielle Stabilit\u00e4t zu wahren, ist bei zu Unrecht gezahlten Pflichtbeitr\u00e4gen f\u00fcr sonstige Versicherte, die nicht Besch\u00e4ftigte sind, ebenso von Bedeutung wie bei zu Unrecht gezahlten Beitr\u00e4gen f\u00fcr Besch\u00e4ftigte. Das zeigt anschaulich der Fall der Kl\u00e4gerin, in dem die Beigeladene gegen\u00fcber der Beklagten einen Erstattungsanspruch wegen zu Unrecht gezahlter Beitr\u00e4ge f\u00fcr nicht erwerbsm\u00e4\u00dfige Pfleget\u00e4tigkeit f\u00fcr einen Zeitraum von elf Jahren \u00fcber insgesamt 79 130,54 Euro geltend gemacht hat. Der durch \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV gew\u00e4hrleistete Schutz vor hohen Erstattungsforderungen kann sogar besonders bei vermeintlich Pflichtversicherten, die nicht Besch\u00e4ftigte sind, relevant werden. Bei Besch\u00e4ftigten iS des \u00a7 1 Satz 1 Nr 1 SGB VI wird regelm\u00e4\u00dfig ohnehin sp\u00e4testens nach vier Jahren der Beanstandungsschutz nach erfolgter Betriebspr\u00fcfung gem\u00e4\u00df \u00a7 26 Abs 1 Satz 1 SGB IV greifen. Hingegen besteht bei sonstigen Pflichtversicherten, die nicht von einer Betriebspr\u00fcfung erfasst werden <em>(zur Pr\u00fcfung der Zahlungspflichtigen vgl \u00a7 212a SGB VI &#8212; die Vorschrift verweist bislang jedoch nicht auf \u00a7 26 Abs 1 Satz 1 SGB IV)<\/em>, ein erheblich h\u00f6heres Risiko daf\u00fcr, dass eine zu Unrecht erfolgte Beitragszahlung erst nach l\u00e4ngerer Zeit offenbar wird. Es ist auch nicht ersichtlich, dass es dem Gesetzgeber bei Einf\u00fchrung des \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV ausschlie\u00dflich darum ging, die Rentenversicherungstr\u00e4ger vor hohen Beitragsr\u00fcckforderungen von vermeintlich Versicherten zu sch\u00fctzen und entsprechende R\u00fcckforderungen, die von Leistungstr\u00e4gern (zB von Pflegekassen oder privaten Versicherungsunternehmen) geltend gemacht werden, weiterhin erm\u00f6glicht werden sollten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_37\">37<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Vermeintlich pflichtversicherte Pflegepersonen sind f\u00fcr den Fall, dass sich Beitragszahlungen zur Rentenversicherung im Nachhinein als unberechtigt erweisen, in vergleichbarer Weise schutzbed\u00fcrftig wie vermeintlich pflichtversicherte Besch\u00e4ftigte. Zwar waren Pflegepersonen nicht mit Beitr\u00e4gen f\u00fcr ihre Alterssicherung belastet; diese wurden im Interesse einer F\u00f6rderung der h\u00e4uslichen Pflege <em>(vgl Gesetzentwurf zum PflegeVG, BT-Drucks 12\/5262 S 81: Vorrang der h\u00e4uslichen Pflege vor der station\u00e4ren Unterbringung) <\/em>vom Tr\u00e4ger der Pflegeversicherung allein getragen <em>(\u00a7 170 Abs 1 Nr 6 SGB VI)<\/em>. Trotzdem sind die Pflichtbeitragszeiten wegen h\u00e4uslicher Pfleget\u00e4tigkeit den Pflichtbeitragszeiten f\u00fcr eine versicherte Besch\u00e4ftigung gleichgestellt <em>(vgl \u00a7 55 Abs 2 Nr 2 SGB VI)<\/em>. Eine (vermeintlich versicherungspflichtige) Pflegeperson, die zur Erm\u00f6glichung der h\u00e4uslichen Pflege ihre eigene Erwerbst\u00e4tigkeit aufgibt oder einschr\u00e4nkt, ist f\u00fcr den Aufbau einer verl\u00e4sslichen Alterssicherung <em>(vgl \u00a7 4 Abs 2 Satz 1 Nr 2 SGB I) <\/em>und zum Erhalt ihres Invalidit\u00e4tsschutzes <em>(vgl \u00a7 43 Abs 1 Satz 1 Nr 2, Abs 2 Satz 1 Nr 2 SGB VI)<\/em> aber regelm\u00e4\u00dfig ebenso wie ein vermeintlich pflichtversicherter Besch\u00e4ftigter darauf angewiesen, dass die ihr fortlaufend bekanntgegebenen Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung Bestand haben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_38\">38<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Dass der Gesetzgeber das Schutzbed\u00fcrfnis der Besch\u00e4ftigten und der nicht erwerbsm\u00e4\u00dfig t\u00e4tigen Pflegepersonen f\u00fcr gleichwertig erachtet, hat er auch in \u00a7 199 SGB VI zum Ausdruck gebracht. Diese Regelung stellt beide Gruppen hinsichtlich des Vertrauensschutzes, der von einer ordnungsgem\u00e4\u00dfen Meldung von Beitragszahlungen f\u00fcr die Wirksamkeit der Beitr\u00e4ge ausgeht, gleich <em>(vgl \u00a7 199 Satz 1 und 3 SGB VI; s dazu auch Finke in Hauck\/Noftz, SGB VI, K \u00a7 199 RdNr 11, Stand der Einzelkommentierung Juni 2001; Mutschler in jurisPK-SGB VI, 3. Aufl 2021, \u00a7 199 RdNr 27 ff, 41)<\/em>. Eine (vermeintlich) pflichtversicherte Pflegeperson erh\u00e4lt regelm\u00e4\u00dfig eine Mitteilung der Pflegekasse \u00fcber die f\u00fcr sie zur Rentenversicherung abgef\u00fchrten Pflichtbeitr\u00e4ge <em>(vgl \u00a7 44 Abs 4 SGB XI)<\/em>, die der Mitteilung der Meldungen an die Einzugsstelle f\u00fcr abh\u00e4ngig Besch\u00e4ftigte entspricht <em>(vgl \u00a7 28a Abs 5 SGB IV).<\/em> Auch die Kl\u00e4gerin hat von der Beigeladenen entsprechende Mitteilungen \u00fcbermittelt bekommen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_39\">39<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>W\u00e4re die Regelung in \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV in F\u00e4llen wie hier nicht anwendbar, h\u00e4tte das zur Folge, dass der Rentenversicherungstr\u00e4ger gegen\u00fcber dem Erstattungsanspruch die Einrede der Verj\u00e4hrung <em>(vgl \u00a7 27 Abs 2 SGB IV) <\/em>erheben und damit die zu Unrecht an ihn gezahlten Beitr\u00e4ge dauerhaft vereinnahmen k\u00f6nnte, ohne dass dies zu Anwartschaften oder Leistungsanspr\u00fcchen der vermeintlich Versicherten f\u00fchren w\u00fcrde. Verzichtete der Rentenversicherungstr\u00e4ger hingegen auf die Einrede der Verj\u00e4hrung und damit zulasten seiner Versicherten auch auf den Schutz vor hohen Beitragsr\u00fcckforderungen, h\u00e4tte er die erhaltenen Beitr\u00e4ge an die Pflegekasse, die die fehlerhafte Beitragszahlung verursacht hat, zur\u00fcckzuzahlen. Das entspr\u00e4che zwar der materiellen Rechtslage, w\u00fcrde aber die Pflegeperson schutzlos stellen. Ihr st\u00fcnde &#8212; anders als einem vermeintlich Besch\u00e4ftigten, der die von ihm getragenen Beitragsteile zur\u00fcck erh\u00e4lt &#8212; der erstattete Betrag auch nicht als Grundlage f\u00fcr eine anderweitige Absicherung zur Verf\u00fcgung, sodass ihr Schutzbed\u00fcrfnis insofern eher noch h\u00f6her zu bewerten ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_40\">40<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Ein Schutzbed\u00fcrfnis der vermeintlich pflichtversicherten Pflegeperson soll auch nach der &#171;Verfahrensbeschreibung zur Feststellung der Rentenversicherungspflicht nicht erwerbsm\u00e4\u00dfig t\u00e4tiger Pflegepersonen&#187; <em>(Anhang I zum Rundschreiben &#171;Rentenversicherungspflicht der nicht erwerbsm\u00e4\u00dfig t\u00e4tigen Pflegepersonen&#187; des GKV-Spitzenverbands, der DRV Bund und des Verbands der privaten Krankenversicherung eV vom 28.12.2009; Anhang II enth\u00e4lt die von der Beklagten benannten &#171;Gemeinsamen Grunds\u00e4tze f\u00fcr die Erstattung und Verrechnung zu Unrecht gezahlter Beitr\u00e4ge zur Rentenversicherung f\u00fcr nicht erwerbsm\u00e4\u00dfig t\u00e4tige Pflegepersonen&#187;)<\/em> ber\u00fccksichtigt werden. Nach Abschnitt 6 dieser Verfahrensbeschreibung, auf die in Abschnitt 2 der Gemeinsamen Grunds\u00e4tze Bezug genommen wird, soll die Pflegekasse im Fall einer irrt\u00fcmlich angenommenen Versicherungspflicht zun\u00e4chst pr\u00fcfen, &#171;ob f\u00fcr die Pflegeperson Vertrauensschutz iS des \u00a7 45 SGB X besteht und es daher f\u00fcr die Vergangenheit oder auch weiterhin bei den bisherigen unzutreffenden Feststellungen bleibt&#187;. Zu diesem Zweck &#171;wird die vorangegangene Mitteilung der Pflegekasse \u00fcber die Aufnahme der Beitragszahlung so behandelt, als ob es sich dabei um einen Verwaltungsakt handeln w\u00fcrde&#187;. Die Pflegekasse soll sodann &#171;in Abh\u00e4ngigkeit vom Ergebnis dieser Pr\u00fcfung&#187; der Pflegeperson eine beabsichtigte \u00c4nderung der Beitragszahlung und den \u00c4nderungszeitpunkt mitteilen. Wenn danach ein Vertrauensschutz der Pflegeperson zu bejahen ist, kommt eine \u00c4nderung nur mit Wirkung f\u00fcr die Zukunft in Frage <em>(vgl \u00a7 45 Abs 4 Satz 1 SGB X)<\/em>. Ob diese Konstruktion zur Ber\u00fccksichtigung von Vertrauensschutz der Pflegepersonen in Bezug auf eine erfolgte Beitragszahlung &#8212; n\u00e4mlich allein durch eine Entscheidung der Pflegekasse und auf der Grundlage der Fiktion einer blo\u00dfen Mitteilung als Verwaltungsakt &#8212; mit den gesetzlichen Vorgaben vereinbar ist, muss hier nicht vertieft werden <em>(zur Entscheidungszust\u00e4ndigkeit des Rentenversicherungstr\u00e4gers vgl BSG Urteil vom 23.9.2003 &#8212; B 12 P 2\/02 R &#8212; SozR 4-2600 \u00a7 3 Nr 1 RdNr 8 f)<\/em>. Die Verfahrensbeschreibung der Spitzenverb\u00e4nde verdeutlicht jedenfalls, dass auch bei irrt\u00fcmlich angenommener Versicherungspflicht die Ber\u00fccksichtigung von Vertrauensschutz zugunsten der Pflegeperson geboten sein kann. Diesem Gesichtspunkt tr\u00e4gt die Anwendung des \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV auf zu Unrecht erfolgte Beitragszahlungen f\u00fcr nicht erwerbsm\u00e4\u00dfig t\u00e4tige Pflegepersonen auf gesetzlicher Grundlage Rechnung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_41\">41<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>dd) Nach alledem ist \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV auch hinsichtlich der von der Beigeladenen f\u00fcr die Kl\u00e4gerin m\u00f6glicherweise zu Unrecht entrichteten Pflichtbeitr\u00e4ge zur Rentenversicherung anwendbar. Damit gelten nach Ablauf der in \u00a7 27 Abs 2 Satz 1 SGB IV bestimmten Frist zur Verj\u00e4hrung des Beitragserstattungsanspruchs solche Beitr\u00e4ge ohne Weiteres als zu Recht entrichtete Pflichtbeitr\u00e4ge <em>(Rechtsfolgenverweisung auf \u00a7 26 Abs 1 Satz 2 SGB IV).<\/em> Eine zus\u00e4tzliche Pr\u00fcfung, ob auch die Voraussetzungen f\u00fcr einen Beanstandungsschutz nach \u00a7 26 Abs 1 Satz 1 SGB IV &#8212; dh berechtigter Vertrauensschutz entsprechend \u00a7 45 Abs 2 SGB X &#8212; vorliegen, findet im Rahmen der nur auf den Fristablauf abstellenden gesetzlichen Fiktion des \u00a7 26 Abs 1 Satz 3 SGB IV nicht statt. Die Frist von vier Jahren nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Beitr\u00e4ge entrichtet wurden, ist hier nach den Feststellungen des LSG auch hinsichtlich der letzten von der Beklagten f\u00fcr die Kl\u00e4gerin abgef\u00fchrten Beitr\u00e4ge (f\u00fcr Pflegezeiten bis M\u00e4rz 2006) verstrichen. Somit sind die von der Beigeladenen f\u00fcr die Kl\u00e4gerin zur Rentenversicherung gezahlten Beitr\u00e4ge mit den korrespondierenden Zeitr\u00e4umen im Versicherungsverlauf als zu Recht entrichtete Pflichtbeitr\u00e4ge zu erfassen. Die Beklagte ist verpflichtet, einen Versicherungsverlauf zu erstellen, der diese Zeitr\u00e4ume als Pflichtbeitragszeiten nach \u00a7 3 Satz 1 Nr 1a SGB VI zusammen mit den beitragspflichtigen Einnahmen <em>(vgl \u00a7 166 Abs 2 SGB VI) <\/em>ausweist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_42\">42<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7\u00a7 183, 193 Abs 1 und 4 SGG.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KSRE185230206&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BSG_B_5_RE_5-20_R_KSRE185230206.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge, die f\u00fcr eine Pflegeperson zu Unrecht entrichtet worden sind, d\u00fcrfen vom Rentenversicherungstr\u00e4ger nach Ablauf der Verj\u00e4hrungsfrist f\u00fcr einen Erstattungsanspruch nicht mehr beanstandet werden und sind als zu Recht entrichtete Pflichtbeitr\u00e4ge vorzumerken.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_crdt_document":""},"kji_country":[7802],"kji_court":[9722],"kji_chamber":[9072],"kji_year":[36297],"kji_subject":[7712],"kji_keyword":[9723,8215,8476,8017],"kji_language":[7805],"class_list":["post-689354","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundessozialgericht","kji_chamber-5-senat","kji_year-36297","kji_subject-social","kji_keyword-bundessozialgericht","kji_keyword-leitsatz","kji_keyword-senat","kji_keyword-urteil","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.5 (Yoast SEO v27.5) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Bundessozialgericht, 5. 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