{"id":691972,"date":"2026-04-26T12:03:37","date_gmt":"2026-04-26T10:03:37","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\/"},"modified":"2026-04-26T12:03:37","modified_gmt":"2026-04-26T10:03:37","slug":"bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\/","title":{"rendered":"Bundesgerichtshof, 5. Strafsenat, Urteil, 2021-05-12, 5 StR 4\/21"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>1. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft wird das Urteil des Landgerichts Berlin vom 17. August 2020<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">a) im Schuldspruch dahingehend ge\u00e4ndert, dass der Angeklagte des Handeltreibens mit Bet\u00e4ubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz einer Schusswaffe und von Munition schuldig ist,<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">b) im Straf- und Ma\u00dfregelausspruch aufgehoben; jedoch bleiben die zugeh\u00f6rigen Feststellungen aufrechterhalten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die weitergehende Revision wird verworfen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>3. Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch \u00fcber die Kosten des Rechtsmittels, an eine andere Strafkammer des Landgerichts zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>&#8212; Von Rechts wegen &#8212;<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Handeltreibens mit Bet\u00e4ubungsmitteln in nicht geringer Menge zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt und eine Einziehungsentscheidung getroffen. Zudem hat es die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Die auf die Verletzung materiellen Rechts gest\u00fctzte, vom Generalbundesanwalt vertretene Revision der Staatsanwaltschaft hat in dem aus dem Tenor ersichtlichen Umfang Erfolg. Im \u00dcbrigen hat die rechtliche Nachpr\u00fcfung des Urteils weder Rechtsfehler zugunsten des Angeklagten noch zu dessen Lasten (\u00a7 301 StPO) ergeben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>I.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Im ersten Rechtsgang hatte das Landgericht den Angeklagten am 9. Januar 2020 wegen bewaffneten Handeltreibens mit Bet\u00e4ubungsmitteln in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz einer Schusswaffe und von Munition zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt. Zudem hatte es eine &#8212; der Anordnung im angefochtenen Urteil entsprechende &#8212; Einziehungsentscheidung getroffen. Von einer Unterbringung des ausreisepflichtigen Angeklagten in einer Entziehungsanstalt hatte es im Hinblick auf das Fehlen einer Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis abgesehen. Auf die mit der Sachr\u00fcge gef\u00fchrte Revision des Angeklagten hat der Senat das Urteil mit Beschluss vom 12. Mai 2020 aufgehoben, weil er anhand der Urteilsgr\u00fcnde nicht hatte nachpr\u00fcfen k\u00f6nnen, ob der Angeklagte die sichergestellte Schusswaffe bei dem Bet\u00e4ubungsmittelhandel im Sinne des \u00a7 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG mit sich f\u00fchrte, da der zeitliche Aufwand zur Herstellung ihrer Einsatzbereitschaft unklar war. Der Rechtsfehler hat die Aufhebung der an sich rechtsfehlerfreien tateinheitlichen Verurteilung wegen unerlaubten Besitzes einer Schusswaffe und von Munition nach sich gezogen. Die Feststellungen hat der Senat aufrechterhalten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Das Landgericht hatte im ersten Rechtsgang folgende Feststellungen zur Tat getroffen:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Angeklagte lagerte gut 1 Kilogramm eines urspr\u00fcnglichen Vorrats von 11 Kilogramm Cannabis zum gewinnbringenden Verkauf in einer Nische des Balkons seiner Einzimmerwohnung. Zum Verpacken der Bet\u00e4ubungsmittel nutzte er ein in der K\u00fcche stehendes Laminierger\u00e4t. In der Wohnung verwahrte er einen funktionsf\u00e4higen Revolver und Patronen verschiedener Kaliber. Die Schusswaffe und die in einem verknoteten Zellophanbeutel eingewickelte Revolver- und Pistolenmunition befanden sich in einer T\u00fcte hinter dem losen und leeren Waschbeckenunterschrank im Badezimmer. Sowohl vom Balkon als auch aus der K\u00fcche war das Badezimmer \u201emit wenigen Schritten binnen Sekunden\u201c zu erreichen. Der Angeklagte h\u00e4tte die Schusswaffe daher, wie er wusste, bei dem Bet\u00e4ubungsmittelhandel jederzeit \u201eohne nennenswerten Zeitaufwand\u201c laden und einsetzen k\u00f6nnen. Revolver und Munition hatten zwei fl\u00fcchtige Bekannte des Angeklagten (\u201eI.\u00a0\u00a0\u201c und \u201eL.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u201c) mit dessen Zustimmung in der Wohnung deponiert.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. In dem nunmehr angefochtenen Urteil hat das Landgericht Folgendes erg\u00e4nzend festgestellt:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Abziehen des Waschtischunterschranks, das Hervorholen des Revolvers, das Heraussuchen der passenden Munition und das Laden des Revolvers war f\u00fcr einen Waffenexperten in etwa 14 Sekunden zu bew\u00e4ltigen. Der waffenunkundige, mit dem Unterschied von Revolver- und Pistolenmunition nicht vertraute Angeklagte h\u00e4tte hierf\u00fcr hingegen mehrere Minuten ben\u00f6tigt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Strafkammer hat nicht feststellen k\u00f6nnen, dass \u201eder Angeklagte mitbekam, wo \u201aI.\u00a0\u00a0\u2018 und \u201aL.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u2018 den Revolver und die Munition deponiert hatten oder &#8230; sp\u00e4ter von dem Versteck, im Bad erfuhr\u201c.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Das Landgericht hat zum Schuld- und Ma\u00dfregelausspruch &#8212; abweichend vom ersten Rechtsgang &#8212; nunmehr folgende Wertungen getroffen:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Angesichts des zur Herstellung der Gebrauchsbereitschaft des Revolvers erforderlichen Zeitaufwands von mehreren Minuten sei der Qualifikationstatbestand des \u00a7 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG nicht verwirklicht. Mangels Kenntnis vom Aufbewahrungsort der Schusswaffe und der Munition habe der Angeklagte sich nicht wegen unerlaubten Besitzes einer Schusswaffe und von Munition im Sinne des \u00a7 52 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a und b WaffG strafbar gemacht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Die Voraussetzungen f\u00fcr eine Unterbringung nach \u00a7 64 StGB seien gegeben. Insbesondere bestehe eine hinreichend konkrete Erfolgsaussicht. Der aufenthaltsrechtliche Status des Angeklagten stehe dem nicht entgegen, da der Behandlungserfolg auch ohne Ausg\u00e4nge in der Lockerungsphase erreicht werden k\u00f6nne. Ungeachtet dessen \u201ed\u00fcrfte die Verpflichtung des Angeklagten, sich dem Ma\u00dfregelvollzug zu stellen\u201c, einen Anspruch auf eine Duldung nach \u00a7 60a Abs. 2 AufenthG und \u201egegebenenfalls\u201c die M\u00f6glichkeit der Teilnahme an Lockerungsma\u00dfnahmen begr\u00fcnden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>II.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Revision der Staatsanwaltschaft ist \u00fcberwiegend begr\u00fcndet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Der Schuldspruch h\u00e4lt der rechtlichen Nachpr\u00fcfung nicht stand, soweit das Landgericht von einer Verurteilung des Angeklagten wegen unerlaubten Besitzes einer Schusswaffe und von Munition (\u00a7 52 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a und b WaffG) abgesehen hat.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Die Vorgehensweise des Landgerichts begegnet insoweit mit Blick auf die innerprozessuale Bindungswirkung der aufrechterhaltenen Feststellungen des Urteils im ersten Rechtsgang durchgreifenden rechtlichen Bedenken.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Hebt das Revisionsgericht ein Urteil auf, erh\u00e4lt es die Feststellungen aber in Anwendung des \u00a7 353 Abs. 2 StPO aufrecht, weil diese nicht von dem Rechtsfehler betroffen sind, ist das Tatgericht im weiteren Verfahren an diese Feststellungen gebunden. Er darf sie zwar noch erg\u00e4nzen; die erg\u00e4nzenden Feststellungen d\u00fcrfen den bindend gewordenen jedoch nicht widersprechen. Beweisergebnisse, die im Widerspruch zu bindenden Feststellungen stehen, haben au\u00dfer Betracht zu bleiben (vgl. BGH, Urteile vom 27. November 1959 &#8212; 4 StR 394\/59, BGHSt 14, 30, 36 f.; vom 14. Januar 1982 &#8212; 4 StR 642\/81, BGHSt 30, 340, 342 f.; vom 12. Juni 2014 \u2212 3 StR 139\/14, NStZ 2015, 182, 183; Meyer-Go\u00dfner\/Schmitt, StPO, 64. Aufl., \u00a7 353 Rn. 21; KK-Gericke, StPO, 8. Aufl., \u00a7 353 Rn. 34).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Gemessen daran hat das Landgericht seiner rechtlichen Bewertung eine erg\u00e4nzende Feststellung zugrunde gelegt, die im Widerspruch zu den nach \u00a7 353 Abs. 2 StPO aufrechterhaltenen und damit innerprozessual bindenden steht. Nach den Feststellungen im ersten Rechtsgang \u201ewusste\u201c der Angeklagte, dass er die am Tag seiner Festnahme im Badezimmer aufbewahrte Schusswaffe \u201ejederzeit\u201c h\u00e4tte einsetzen k\u00f6nnen. Dies setzt die Kenntnis des Aufenthaltsortes voraus. Das Landgericht hatte mithin im ersten Rechtszug bindend festgestellt, dass der Angeklagte den Aufbewahrungsort der Waffe und der Munition kannte. Dies ist aber nicht mit der nunmehr getroffenen Feststellung vereinbar, wonach ihm zu keinem Zeitpunkt bewusst gewesen sei, wo die Waffe deponiert worden war.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Das Landgericht ist zudem zugunsten des Angeklagten von einem zu engen Besitzbegriff des \u00a7 52 Abs. 3 Nr. 2 WaffG ausgegangen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Gem\u00e4\u00df Anlage 1 Abschnitt 2 Nr. 2 zu \u00a7 1 Abs. 4 WaffG besitzt eine Waffe oder Munition, wer die tats\u00e4chliche Gewalt dar\u00fcber aus\u00fcbt. Der Besitz im waffenrechtlichen Sinn entspricht daher grunds\u00e4tzlich dem unmittelbaren Besitz des \u00a7 854 BGB (BGH, Beschluss vom 29. Oktober 1974 &#8212; 1 StR 5\/74, NJW 1975, 226, 227; Pauckstadt-Maihold\/Lutz in Erbs\/Kohlhaas, Strafrechtliche Nebengesetze, 234. EL. Januar 2021, Waffengesetz, \u00a7 1 Rn. 22). Neben der objektiven Sachherrschaft ist ein Herrschaftswille und somit die Kenntnis vom Entstehen der (objektiven) Sachherrschaft erforderlich. Bei Gegenst\u00e4nden, die sich in der eigenen Wohnung befinden, ist hierf\u00fcr nicht notwendig, dass der Herrschaftswille stets aktuell vorhanden ist. Es gen\u00fcgt vielmehr ein genereller Herrschaftswille \u00fcber die Gegenst\u00e4nde, die sich im eigenen Herrschaftsbereich befinden (vgl. M\u00fcKoStGB\/Heinrich, 3. Aufl., WaffG, \u00a7 1 Rn. 164; Pauckstadt-Maihold\/Lutz, aaO; siehe auch Palandt\/Herrler, BGB, 80. Aufl., \u00a7 854 Rn. 4).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Gemessen daran h\u00e4lt die Ablehnung einer Verurteilung wegen einer Straftat nach \u00a7 52 Abs. 3 Nr. 2 Buchst. a und b WaffG der rechtlichen \u00dcberpr\u00fcfung nicht stand. Denn der Angeklagte \u00fcbte die tats\u00e4chliche Gewalt \u00fcber Waffe und Munition danach dadurch aus, dass er &#8212; wie im ersten Rechtsgang und damit bindend festgestellt &#8212; die von seinen fl\u00fcchtigen Bekannten \u201emit seiner Zustimmung\u201c in seiner Wohnung deponierten Gegenst\u00e4nde \u201everwahrte\u201c.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Der Senat hat den Schuldspruch in entsprechender Anwendung des \u00a7 354 Abs. 1 StPO ge\u00e4ndert. Dies f\u00fchrt zur Aufhebung des Strafausspruchs, weil der Senat nicht ausschlie\u00dfen kann, dass das Landgericht bei zutreffender Rechtsanwendung zu einer h\u00f6heren Strafe gelangt w\u00e4re (\u00a7 337 Abs. 1 StPO). Die Einziehungsentscheidung nach \u00a7\u00a7 73, 73c StGB kann hingegen bestehen bleiben, da sie von dem Rechtsfehler nicht ber\u00fchrt und bei der Strafbemessung nicht zu ber\u00fccksichtigen ist (vgl. BGH, Urteil vom 24. Mai 2018 &#8212; 5 StR 623\/17 und 5 StR 624\/17).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Soweit sich das Landgericht aufgrund der erg\u00e4nzend getroffenen Feststellungen an einer Verurteilung wegen bewaffneten Handeltreibens mit Bet\u00e4ubungsmitteln in nicht geringer Menge nach \u00a7 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG gehindert gesehen hat, weist der Schuldspruch keinen durchgreifenden Rechtsfehler zugunsten des Angeklagten auf.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Entgegen der Auffassung der Beschwerdef\u00fchrerin hat das Landgericht mit den insoweit erg\u00e4nzend getroffenen Feststellungen nicht in durchgreifender Weise gegen die innerprozessuale Bindungswirkung der aufrechterhaltenen Feststellungen des Urteils im ersten Rechtsgang versto\u00dfen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Hinsichtlich des Mitsichf\u00fchrens einer Schusswaffe im Sinne des \u00a7 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG war lediglich die Feststellung bindend geworden, dass das Badezimmer (in dem sich die Schusswaffe und die Munition befand) sowohl vom Balkon (auf dem der Angeklagte die Bet\u00e4ubungsmittel lagerte) als auch von der K\u00fcche (wo er die Drogen verpackte) \u201emit wenigen Schritten binnen Sekunden\u201c zu erreichen war. Die darauf fu\u00dfende Annahme des Landgerichts im ersten Rechtsgang, der Angeklagte h\u00e4tte die Waffe \u201eohne nennenswerten Zeitaufwand\u201c einsetzen k\u00f6nnen, hatte sich hingegen als ein nicht tragf\u00e4hig begr\u00fcndeter Schluss erwiesen, weshalb insoweit keine innerprozessuale Bindungswirkung eingetreten war.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Danach durfte und musste die Strafkammer erg\u00e4nzende Feststellungen treffen. Denn ein bewaffnetes Handeltreiben liegt nur dann vor, wenn der T\u00e4ter die Schusswaffe oder sonstige, \u00e4hnlich gef\u00e4hrliche Gegenst\u00e4nde bewusst gebrauchsbereit in der Weise bei sich hat, dass er sich ihrer in irgendeinem Stadium des Tathergangs jederzeit ohne nennenswerten Zeitaufwand und ohne besondere Schwierigkeiten bedienen kann (vgl. BGH, Urteil vom 23. Januar 2020 &#8212; 3 StR 433\/19, NStZ 2020, 554; Beschluss vom 23. Oktober 2018 &#8212; 1 StR 355\/18 jeweils mwN). In einer wie der hier gegebenen Fallkonstellation ist mithin nicht der f\u00fcr das Erreichen des Aufbewahrungsortes der Waffe, sondern der zur Herstellung der Gebrauchsbereitschaft erforderliche Zeitaufwand entscheidend. Diesen hatte das Landgericht im ersten Rechtsgang indes gerade nicht tragf\u00e4hig festgestellt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Unter Ber\u00fccksichtigung der &#8212; auf einer rechtsfehlerfreien Beweisw\u00fcrdigung beruhenden &#8212; erg\u00e4nzenden Feststellungen des insoweit sachverst\u00e4ndig beratenen Landgerichts weist die Ablehnung eines bewaffneten Handeltreibens keinen durchgreifenden Rechtsfehler auf. Denn danach w\u00e4re es zwar f\u00fcr einen Waffenexperten m\u00f6glich gewesen, die ungeladene Schusswaffe binnen vierzehn Sekunden ab dem Betreten des Badezimmers gebrauchsbereit zu machen. Der waffenunkundige Angeklagte &#8212; als T\u00e4ter des Handeltreibens mit Bet\u00e4ubungsmitteln &#8212; h\u00e4tte daf\u00fcr hingegen mehrere Minuten ben\u00f6tigt. Angesichts dessen ist es rechtlich unbedenklich, dass das Landgericht ein Mitsichf\u00fchren einer Schusswaffe im Sinne des \u00a7 30a Abs. 2 Nr. 2 BtMG verneint hat (vgl. BGH, aaO; Beschluss vom 23. Juni 2010 &#8212; 2 StR 203\/10, BGHR BtMG \u00a7 30a Abs. 2 Mitsichf\u00fchren 11). Mangels Anhaltspunkten hat sich das Landgericht &#8212; anders als vom Generalbundesanwalt vermisst &#8212; nicht mit der Frage auseinandersetzen m\u00fcssen, ob der Angeklagte irrig davon ausgegangen sein k\u00f6nnte, dass die Waffe einsatzbereit gewesen sei.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Soweit der Generalbundesanwalt zu Recht darauf hingewiesen hat, dass das Landgericht in Bezug auf ein Detail des Sachverhalts gegen die innerprozessuale Bindungswirkung versto\u00dfen hat, beruht das Urteil hierauf nicht (\u00a7 337 Abs. 1 StPO). Die Strafkammer ist abweichend von den aufrechterhaltenen Feststellungen davon ausgegangen, dass sich die Revolverpatronen und die Pistolenmunition jeweils in einem eigenen Zellophanbeutel befanden. Diesem nebens\u00e4chlichen Umstand hat sie indes keine Bedeutung f\u00fcr die inmitten stehende Frage beigemessen. Der Senat kann daher ausschlie\u00dfen, dass das Landgericht bei zutreffender Rechtsanwendung zu einem wesentlich k\u00fcrzeren Zeitaufwand und damit zu einer anderen Entscheidung gelangt w\u00e4re.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt nach \u00a7 64 StGB kann ebenfalls keinen Bestand haben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Denn das Landgericht hat seine Entscheidung im Hinblick auf die hinreichend konkrete Erfolgsaussicht einer Therapie nicht in der gebotenen Weise nachvollziehbar dargestellt. So hat es sich mit etlichen Risikofaktoren in der Person des Angeklagten f\u00fcr einen Therapieerfolg, wie seinen langj\u00e4hrigen und polyvalenten Substanzmittelmissbrauch sowie seine feste Strukturen vermeidende Lebensweise, nicht auseinandergesetzt. Soweit das Landgericht im Hinblick auf die fehlende Aufenthaltserlaubnis des erheblich vorbestraften, in seinem Heimatland verlobten und nur wenige Monate nach seiner Wiedereinreise erneut straff\u00e4llig gewordenen Angeklagten gemeint hat, den damit verbundenen Hindernissen in der Umsetzung der Therapiekonzepte und dem nicht m\u00f6glichen Aufbau von eine abstinente Lebensweise st\u00fctzenden Strukturen nach der Entlassung allein mit dem Hinweis auf die M\u00f6glichkeit einer \u201erein intramuralen\u201c Behandlung, begegnen zu k\u00f6nnen, gen\u00fcgt es den Darlegungsanforderungen nicht, zumal es verabs\u00e4umt hat, die therapeutischen Auswirkungen einer solchen Behandlung n\u00e4her darzustellen (vgl. auch BT-Drucks. 16\/5137, S. 10; 16\/1344, S. 12 f.; BGH, Urteile vom 25. April 2018 &#8212; 2 StR 14\/18 mwN; vom 18. Dezember 2007 &#8212; 1 StR 411\/07, StV 2008, 138, 139).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Soweit das Landgericht darauf verwiesen hat, dass die Anordnung nach \u00a7 64 StGB einen Anspruch des Angeklagten auf eine Duldung nach \u00a7 60a Abs. 2 AufenthG begr\u00fcnden \u201ed\u00fcrfte\u201c, ist dies rechtlich unzutreffend. Nach \u00a7 60a Abs. 2 Satz 1 AufenthG ist die Abschiebung eines Ausl\u00e4nders auszusetzen, solange die Abschiebung aus tats\u00e4chlichen oder rechtlichen Gr\u00fcnden unm\u00f6glich ist. Die Anordnung der Unterbringung im Ma\u00dfregelvollzug begr\u00fcndet ein solches Abschiebungshindernis jedoch nicht. Dies folgt schon daraus, dass die Staatsanwaltschaft nach \u00a7 456a Abs. 1 StPO von der Vollstreckung der Ma\u00dfregel absehen kann, wenn der Verurteilte abgeschoben wird (vgl. auch BGH, Urteile vom 25. April 2018 &#8212; 2 StR 14\/18 mwN; vom 18. Dezember 2007 &#8212; 1 StR 411\/07; StV 2008, 138, 139).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Cirener\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Gericke\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">K\u00f6hler<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Resch\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">von H\u00e4fen\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KORE642022021&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BGH_5_StR_4-21_KORE642022021.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tenor 1. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft wird das Urteil des Landgerichts Berlin vom 17. August 2020 a) im Schuldspruch dahingehend ge\u00e4ndert, dass der Angeklagte des Handeltreibens mit Bet\u00e4ubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz einer Schusswaffe und von Munition schuldig ist, b) im Straf- und Ma\u00dfregelausspruch aufgehoben; jedoch bleiben die zugeh\u00f6rigen Feststellungen aufrechterhalten. 2. Die weitergehende&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_crdt_document":""},"kji_country":[7802],"kji_court":[7803],"kji_chamber":[8711],"kji_year":[36297],"kji_subject":[7632],"kji_keyword":[7806,8712,7809,8017],"kji_language":[7805],"class_list":["post-691972","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundesgerichtshof","kji_chamber-5-strafsenat","kji_year-36297","kji_subject-penal","kji_keyword-bundesgerichtshof","kji_keyword-strafsenat","kji_keyword-tenor","kji_keyword-urteil","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.5 (Yoast SEO v27.5) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Bundesgerichtshof, 5. Strafsenat, Urteil, 2021-05-12, 5 StR 4\/21 - Ma\u00eetre Hassan Kohen, avocat en droit p\u00e9nal \u00e0 Paris<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"ru_RU\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Bundesgerichtshof, 5. Strafsenat, Urteil, 2021-05-12, 5 StR 4\/21\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Tenor 1. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft wird das Urteil des Landgerichts Berlin vom 17. August 2020 a) im Schuldspruch dahingehend ge\u00e4ndert, dass der Angeklagte des Handeltreibens mit Bet\u00e4ubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz einer Schusswaffe und von Munition schuldig ist, b) im Straf- und Ma\u00dfregelausspruch aufgehoben; jedoch bleiben die zugeh\u00f6rigen Feststellungen aufrechterhalten. 2. Die weitergehende...\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Ma\u00eetre Hassan Kohen, avocat en droit p\u00e9nal \u00e0 Paris\" \/>\n<meta name=\"twitter:card\" content=\"summary_large_image\" \/>\n<meta name=\"twitter:label1\" content=\"\u041f\u0440\u0438\u043c\u0435\u0440\u043d\u043e\u0435 \u0432\u0440\u0435\u043c\u044f \u0434\u043b\u044f \u0447\u0442\u0435\u043d\u0438\u044f\" \/>\n\t<meta name=\"twitter:data1\" content=\"11 \u043c\u0438\u043d\u0443\u0442\" \/>\n<script type=\"application\/ld+json\" class=\"yoast-schema-graph\">{\"@context\":\"https:\\\/\\\/schema.org\",\"@graph\":[{\"@type\":\"WebPage\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/jurisprudences\\\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/jurisprudences\\\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\\\/\",\"name\":\"Bundesgerichtshof, 5. Strafsenat, Urteil, 2021-05-12, 5 StR 4\\\/21 - Ma\u00eetre Hassan Kohen, avocat en droit p\u00e9nal \u00e0 Paris\",\"isPartOf\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/#website\"},\"datePublished\":\"2026-04-26T10:03:37+00:00\",\"breadcrumb\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/jurisprudences\\\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\\\/#breadcrumb\"},\"inLanguage\":\"ru-RU\",\"potentialAction\":[{\"@type\":\"ReadAction\",\"target\":[\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/jurisprudences\\\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\\\/\"]}]},{\"@type\":\"BreadcrumbList\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/jurisprudences\\\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\\\/#breadcrumb\",\"itemListElement\":[{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":1,\"name\":\"Home\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/avocats-en-droit-penal-a-paris-conseil-et-defense-strategique\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":2,\"name\":\"Jurisprudences\",\"item\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/jurisprudences\\\/\"},{\"@type\":\"ListItem\",\"position\":3,\"name\":\"Bundesgerichtshof, 5. Strafsenat, Urteil, 2021-05-12, 5 StR 4\\\/21\"}]},{\"@type\":\"WebSite\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/#website\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/\",\"name\":\"Kohen Avocats\",\"description\":\"Ma\u00eetre Hassan Kohen, avocat p\u00e9naliste \u00e0 Paris, intervient exclusivement en droit p\u00e9nal pour la d\u00e9fense des particuliers, notamment en mati\u00e8re d\u2019accusations de viol. Il assure un accompagnement rigoureux d\u00e8s la garde \u00e0 vue jusqu\u2019\u00e0 la Cour d\u2019assises, veillant au strict respect des garanties proc\u00e9durales.\",\"publisher\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/#organization\"},\"potentialAction\":[{\"@type\":\"SearchAction\",\"target\":{\"@type\":\"EntryPoint\",\"urlTemplate\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/?s={search_term_string}\"},\"query-input\":{\"@type\":\"PropertyValueSpecification\",\"valueRequired\":true,\"valueName\":\"search_term_string\"}}],\"inLanguage\":\"ru-RU\"},{\"@type\":\"Organization\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/#organization\",\"name\":\"Kohen Avocats\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/\",\"logo\":{\"@type\":\"ImageObject\",\"inLanguage\":\"ru-RU\",\"@id\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\",\"url\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2026\\\/01\\\/Logo-2-1.webp\",\"contentUrl\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/wp-content\\\/uploads\\\/2026\\\/01\\\/Logo-2-1.webp\",\"width\":2114,\"height\":1253,\"caption\":\"Kohen Avocats\"},\"image\":{\"@id\":\"https:\\\/\\\/kohenavocats.com\\\/ru\\\/#\\\/schema\\\/logo\\\/image\\\/\"}}]}<\/script>\n<!-- \/ Yoast SEO Premium plugin. -->","yoast_head_json":{"title":"Bundesgerichtshof, 5. Strafsenat, Urteil, 2021-05-12, 5 StR 4\/21 - Ma\u00eetre Hassan Kohen, avocat en droit p\u00e9nal \u00e0 Paris","robots":{"index":"index","follow":"follow","max-snippet":"max-snippet:-1","max-image-preview":"max-image-preview:large","max-video-preview":"max-video-preview:-1"},"canonical":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\/","og_locale":"ru_RU","og_type":"article","og_title":"Bundesgerichtshof, 5. Strafsenat, Urteil, 2021-05-12, 5 StR 4\/21","og_description":"Tenor 1. Auf die Revision der Staatsanwaltschaft wird das Urteil des Landgerichts Berlin vom 17. August 2020 a) im Schuldspruch dahingehend ge\u00e4ndert, dass der Angeklagte des Handeltreibens mit Bet\u00e4ubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz einer Schusswaffe und von Munition schuldig ist, b) im Straf- und Ma\u00dfregelausspruch aufgehoben; jedoch bleiben die zugeh\u00f6rigen Feststellungen aufrechterhalten. 2. Die weitergehende...","og_url":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\/","og_site_name":"Ma\u00eetre Hassan Kohen, avocat en droit p\u00e9nal \u00e0 Paris","twitter_card":"summary_large_image","twitter_misc":{"\u041f\u0440\u0438\u043c\u0435\u0440\u043d\u043e\u0435 \u0432\u0440\u0435\u043c\u044f \u0434\u043b\u044f \u0447\u0442\u0435\u043d\u0438\u044f":"11 \u043c\u0438\u043d\u0443\u0442"},"schema":{"@context":"https:\/\/schema.org","@graph":[{"@type":"WebPage","@id":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\/","url":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\/","name":"Bundesgerichtshof, 5. Strafsenat, Urteil, 2021-05-12, 5 StR 4\/21 - Ma\u00eetre Hassan Kohen, avocat en droit p\u00e9nal \u00e0 Paris","isPartOf":{"@id":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/#website"},"datePublished":"2026-04-26T10:03:37+00:00","breadcrumb":{"@id":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\/#breadcrumb"},"inLanguage":"ru-RU","potentialAction":[{"@type":"ReadAction","target":["https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\/"]}]},{"@type":"BreadcrumbList","@id":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-5-strafsenat-urteil-2021-05-12-5-str-4-21\/#breadcrumb","itemListElement":[{"@type":"ListItem","position":1,"name":"Home","item":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/avocats-en-droit-penal-a-paris-conseil-et-defense-strategique\/"},{"@type":"ListItem","position":2,"name":"Jurisprudences","item":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/"},{"@type":"ListItem","position":3,"name":"Bundesgerichtshof, 5. Strafsenat, Urteil, 2021-05-12, 5 StR 4\/21"}]},{"@type":"WebSite","@id":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/#website","url":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/","name":"Kohen Avocats","description":"Ma\u00eetre Hassan Kohen, avocat p\u00e9naliste \u00e0 Paris, intervient exclusivement en droit p\u00e9nal pour la d\u00e9fense des particuliers, notamment en mati\u00e8re d\u2019accusations de viol. Il assure un accompagnement rigoureux d\u00e8s la garde \u00e0 vue jusqu\u2019\u00e0 la Cour d\u2019assises, veillant au strict respect des garanties proc\u00e9durales.","publisher":{"@id":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/#organization"},"potentialAction":[{"@type":"SearchAction","target":{"@type":"EntryPoint","urlTemplate":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/?s={search_term_string}"},"query-input":{"@type":"PropertyValueSpecification","valueRequired":true,"valueName":"search_term_string"}}],"inLanguage":"ru-RU"},{"@type":"Organization","@id":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/#organization","name":"Kohen Avocats","url":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/","logo":{"@type":"ImageObject","inLanguage":"ru-RU","@id":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/#\/schema\/logo\/image\/","url":"https:\/\/kohenavocats.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Logo-2-1.webp","contentUrl":"https:\/\/kohenavocats.com\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/Logo-2-1.webp","width":2114,"height":1253,"caption":"Kohen Avocats"},"image":{"@id":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/#\/schema\/logo\/image\/"}}]}},"jetpack_likes_enabled":false,"jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/kji_decision\/691972","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/kji_decision"}],"about":[{"href":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/types\/kji_decision"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=691972"}],"wp:term":[{"taxonomy":"kji_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/kji_country?post=691972"},{"taxonomy":"kji_court","embeddable":true,"href":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/kji_court?post=691972"},{"taxonomy":"kji_chamber","embeddable":true,"href":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/kji_chamber?post=691972"},{"taxonomy":"kji_year","embeddable":true,"href":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/kji_year?post=691972"},{"taxonomy":"kji_subject","embeddable":true,"href":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/kji_subject?post=691972"},{"taxonomy":"kji_keyword","embeddable":true,"href":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/kji_keyword?post=691972"},{"taxonomy":"kji_language","embeddable":true,"href":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/wp-json\/wp\/v2\/kji_language?post=691972"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}