{"id":767419,"date":"2026-04-30T00:41:04","date_gmt":"2026-04-29T22:41:04","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesarbeitsgericht-2-senat-urteil-2019-05-21-2-azr-574-18\/"},"modified":"2026-04-30T00:41:04","modified_gmt":"2026-04-29T22:41:04","slug":"bundesarbeitsgericht-2-senat-urteil-2019-05-21-2-azr-574-18","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesarbeitsgericht-2-senat-urteil-2019-05-21-2-azr-574-18\/","title":{"rendered":"Bundesarbeitsgericht, 2. Senat, Urteil, 2019-05-21, 2 AZR 574\/18"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Begr\u00fcndet der Berufungskl\u00e4ger seine Berufung ausschlie\u00dflich mit neuen Angriffs- oder Verteidigungsmitteln, hat er diese zu bezeichnen und grunds\u00e4tzlich darzulegen, warum sie das angefochtene Urteil im Ergebnis infrage stellen sollen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:54pt\">1. Auf die Revision der Beklagten wird das Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm vom 11.\u00a0Oktober 2018 &#8212;\u00a017\u00a0Sa 565\/18\u00a0&#8212; aufgehoben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:54pt\">2. Die Sache wird zur neuen Verhandlung und Entscheidung &#8212;\u00a0auch \u00fcber die Kosten des Revisionsverfahrens\u00a0&#8212; an das Landesarbeitsgericht zur\u00fcckverwiesen. <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Parteien streiten \u00fcber die Wirksamkeit einer ordentlichen K\u00fcndigung der Beklagten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger ist seit 1992 bei der Beklagten besch\u00e4ftigt. Diese k\u00fcndigte das zwischen den Parteien bestehende Arbeitsverh\u00e4ltnis mit Schreiben vom 25.\u00a0Januar 2018 aus personenbedingten Gr\u00fcnden zum 31.\u00a0August 2018. Hiergegen hat der Kl\u00e4ger rechtzeitig K\u00fcndigungsschutzklage erhoben und zuletzt beantragt,<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">festzustellen, dass das zwischen den Parteien bestehende Arbeitsverh\u00e4ltnis nicht durch die ordentliche K\u00fcndigung der Beklagten vom 25.\u00a0Januar 2018, zugegangen am 26.\u00a0Januar 2018, aufgel\u00f6st worden ist,<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">die Beklagte zu verurteilen, ihm ein Zwischenzeugnis zu erteilen, das sich auf Art, Dauer sowie F\u00fchrung und Leistung erstreckt,<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">3.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">die Beklagte zu verurteilen, ihn bis zum rechtskr\u00e4ftigen Abschluss des K\u00fcndigungsschutzverfahrens als Mitarbeiter in der Oberfl\u00e4chenbearbeitung (Galvanik) zu sonst gleichbleibenden Arbeitsbedingungen weiterzubesch\u00e4ftigen.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte hat Klageabweisung beantragt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Arbeitsgericht hat der Klage stattgegeben. Das Landesarbeitsgericht hat die ausschlie\u00dflich auf neues Tatsachenvorbringen gest\u00fctzte Berufung der Beklagten als unzul\u00e4ssig verworfen. Mit der Revision verfolgt diese ihren Klageabweisungsantrag weiter.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Revision der Beklagten ist begr\u00fcndet. Das Landesarbeitsgericht hat ihre Berufung gegen das der Klage stattgebende\u00a0Urteil des Arbeitsgerichts zu Unrecht als unzul\u00e4ssig verworfen. Die Berufungsbegr\u00fcndung gen\u00fcgt den gesetzlichen Anforderungen <em>(\u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 ZPO)<\/em>. Dies f\u00fchrt zur Aufhebung des Berufungsurteils <em>(\u00a7\u00a0562 Abs.\u00a01 ZPO)<\/em> und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das Landesarbeitsgericht <em>(\u00a7\u00a0563\u00a0Abs.\u00a01 ZPO)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>I. Das Landesarbeitsgericht hat rechtsfehlerhaft angenommen, die Beklagte habe ihre Berufung nicht ordnungsgem\u00e4\u00df begr\u00fcndet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Nach \u00a7\u00a064 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 ArbGG gelten f\u00fcr das Verfahren vor den Landesarbeitsgerichten, soweit das Arbeitsgerichtsgesetz nichts anderes bestimmt, die Vorschriften der Zivilprozessordnung \u00fcber die Berufung entsprechend. Nach \u00a7\u00a0520 Abs.\u00a01 ZPO iVm. \u00a7\u00a066 Abs.\u00a01 ArbGG muss der Berufungskl\u00e4ger die Berufung innerhalb der Berufungsbegr\u00fcndungsfrist begr\u00fcnden. Von der Bezugnahme in \u00a7\u00a064 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 ArbGG sind grunds\u00e4tzlich auch die in \u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 ZPO bestimmten Anforderungen an die Berufungsbegr\u00fcndung umfasst. Nach der vorgenannten Vorschrift muss diese &#8212;\u00a0neben den Berufungsantr\u00e4gen <em>(Nr.\u00a01)<\/em>\u00a0&#8212; die Bezeichnung der Umst\u00e4nde, aus denen sich die Rechtsverletzung und deren Erheblichkeit f\u00fcr die angefochtene Entscheidung ergibt <em>(Nr.\u00a02)<\/em>, die Bezeichnung konkreter Anhaltspunkte, die Zweifel an der Richtigkeit oder Vollst\u00e4ndigkeit der Tatsachenfeststellungen im angefochtenen Urteil begr\u00fcnden und deshalb eine erneute Feststellung gebieten <em>(Nr.\u00a03)<\/em> oder die Bezeichnung der neuen Angriffs- und Verteidigungsmittel sowie der Tatsachen, aufgrund derer die neuen Angriffs- und Verteidigungsmittel nach \u00a7\u00a0531 Abs.\u00a02 ZPO zuzulassen sind <em>(Nr.\u00a04)<\/em>, enthalten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die Annahme des Landesarbeitsgerichts, die Berufungsbegr\u00fcndung der Beklagten, die ihr Rechtsmittel ausschlie\u00dflich auf neues Tatsachenvorbringen gest\u00fctzt hat, gen\u00fcge nicht den in \u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 Satz 2 Nr.\u00a02 und Nr.\u00a03 ZPO bestimmten Anforderungen, l\u00e4sst keinen Rechtsfehler erkennen. Auch die Revision erhebt insoweit keine R\u00fcge. <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Das Berufungsgericht hat aber die nach \u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 Satz 2 Nr.\u00a04 ZPO iVm. \u00a7\u00a064 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 ArbGG f\u00fcr die Begr\u00fcndung einer Berufung geltenden Anforderungen verkannt. Die Beklagte musste keinen Vortrag zu den Tatsachen halten, die eine Zulassung ihres in der Berufungsbegr\u00fcndung enthaltenen Vorbringens begr\u00fcnden k\u00f6nnten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Allerdings hat das Landesarbeitsgericht im Ausgangspunkt zutreffend angenommen, dass \u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 Nr.\u00a04 ZPO in der dort normierten Form im arbeitsgerichtlichen Berufungsverfahren keine Anwendung findet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Die Berufung kann nur darauf gest\u00fctzt werden, dass die Entscheidung auf einer Rechtsverletzung <em>(\u00a7\u00a0546 ZPO)<\/em> beruht oder nach \u00a7\u00a0529 ZPO zugrunde zu legende Tatsachen eine andere Entscheidung rechtfertigen <em>(\u00a7\u00a0513 Abs.\u00a01 ZPO iVm. \u00a7\u00a064 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 ArbGG)<\/em>. Nach \u00a7\u00a0529 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 ZPO muss das Berufungsgericht seiner Entscheidung grunds\u00e4tzlich die vom erstinstanzlichen Gericht festgestellten Tatsachen zugrunde legen, soweit nicht konkrete Anhaltspunkte Zweifel an der Richtigkeit oder Vollst\u00e4ndigkeit der entscheidungserheblichen Feststellungen begr\u00fcnden und deshalb eine erneute Feststellung gebieten <em>(BAG 29.\u00a0Juni 2017 &#8212;\u00a02\u00a0AZR 47\/16\u00a0&#8212; Rn.\u00a060, BAGE\u00a0159, 250)<\/em>. F\u00fcr die Ber\u00fccksichtigung von neuen Angriffs- und Verteidigungsmitteln gilt \u00a7\u00a0529 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 ZPO. Danach hat das Berufungsgericht seiner Verhandlung und Entscheidung neue Tatsachen zugrunde zu legen, soweit deren Ber\u00fccksichtigung zul\u00e4ssig ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Im zivilgerichtlichen Berufungsverfahren bestimmt sich die Ber\u00fccksichtigung neuer Angriffs- und Verteidigungsmittel nach \u00a7\u00a0531 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 ZPO. Diese sind nur zuzulassen, wenn sie einen Gesichtspunkt betreffen, der vom Gericht des ersten Rechtszugs erkennbar \u00fcbersehen oder f\u00fcr unerheblich gehalten worden ist <em>(Nr.\u00a01)<\/em>, infolge eines Verfahrensmangels im ersten Rechtszug nicht geltend gemacht wurden <em>(Nr.\u00a02)<\/em> oder im ersten Rechtszug nicht geltend gemacht worden sind, ohne dass dies auf einer Nachl\u00e4ssigkeit der Partei beruht <em>(Nr.\u00a03)<\/em>. Das Berufungsgericht kann die Glaubhaftmachung der Tatsachen verlangen, aus denen sich die Zul\u00e4ssigkeit der neuen Angriffs- und Verteidigungsmittel ergibt <em>(\u00a7\u00a0531 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 ZPO)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) F\u00fcr das Berufungsverfahren vor den Landesarbeitsgerichten gilt \u00a7\u00a0531 Abs.\u00a02 ZPO hingegen nicht. Vielmehr enth\u00e4lt \u00a7\u00a067 Abs.\u00a01 bis Abs.\u00a04 ArbGG eine eigenst\u00e4ndige und in sich abgeschlossene Regelung \u00fcber die Zul\u00e4ssigkeit von neuen Angriffs- und Verteidigungsmitteln, die nach \u00a7\u00a064 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 ArbGG die zivilprozessuale Pr\u00e4klusionsvorschrift verdr\u00e4ngt <em>(vgl. BAG 19.\u00a0Dezember 2018 &#8212;\u00a010\u00a0AZR 233\/18\u00a0&#8212; Rn.\u00a074; 25.\u00a0April 2007 &#8212;\u00a06\u00a0AZR 436\/05\u00a0&#8212; Rn.\u00a020, BAGE\u00a0122, 190)<\/em>. Im Gegensatz zu den f\u00fcr den Zivilprozess geltenden Vorschriften sind im arbeitsgerichtlichen Verfahren neue Angriffs- und Verteidigungsmittel im zweiten Rechtszug grunds\u00e4tzlich zu ber\u00fccksichtigen und nur unter den in \u00a7\u00a067 Abs.\u00a01 bis Abs.\u00a04 ArbGG normierten Voraussetzungen ausgeschlossen. <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Aufgrund der Verdr\u00e4ngung von \u00a7\u00a0531 ZPO durch \u00a7\u00a067 ArbGG findet \u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 Satz 2 Nr.\u00a04 ZPO im arbeitsgerichtlichen Berufungsverfahren in der dort normierten Form keine Anwendung. Die in dessen Halbs.\u00a02 bestimmte Anforderung, wonach der Berufungskl\u00e4ger nicht nur die neuen Angriffs- und Verteidigungsmittel, sondern auch die Tatsachen, aufgrund derer diese zuzulassen sind, vorzutragen hat, gilt nicht f\u00fcr das Berufungsverfahren vor den Landesarbeitsgerichten. Das folgt aus \u00a7\u00a064 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 ArbGG. Nach dieser Norm verdr\u00e4ngen nicht nur die spezielleren arbeitsgerichtlichen Regelungen diejenigen der Zivilprozessordnung. Die Norm bewirkt gleicherma\u00dfen eine \u201epassgenaue\u201c Anwendung der zivilprozessualen Regelungen des Berufungsverfahrens, wenn deren Voraussetzungen &#8212;\u00a0wie vorliegend\u00a0&#8212; wegen der unterschiedlichen Regelung der Pr\u00e4klusionsvorschriften weder unmittelbar noch sinngem\u00e4\u00df herangezogen werden k\u00f6nnen. Wird die Berufung ganz oder teilweise auf neue Angriffs- oder Verteidigungsmittel gest\u00fctzt, muss der Berufungskl\u00e4ger entgegen der Auffassung des Landesarbeitsgerichts in der Berufungsbegr\u00fcndung keinen Vortrag zur Zul\u00e4ssigkeit des neuen Vorbringens halten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Nach \u00a7\u00a0529 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02, \u00a7\u00a0531 Abs.\u00a02 ZPO ist die Ber\u00fccksichtigung von neuen Angriffs- und Verteidigungsmitteln im zivilgerichtlichen Berufungsverfahren nur zul\u00e4ssig, wenn <em>(a)<\/em> der Berufungskl\u00e4ger in der Berufungsbegr\u00fcndung die Tatsachen bezeichnet, aufgrund derer seine neuen Angriffs- und Verteidigungsmittel zuzulassen seien, er <em>(b)<\/em> ggf. die die Zulassung des neuen Vorbringens tragenden Tatsachen glaubhaft macht und <em>(c)<\/em> das Gericht nach der in \u00a7\u00a0294 ZPO vorgesehenen Beweisf\u00fchrung davon \u00fcberzeugt ist, dass die angef\u00fchrten und glaubhaft gemachten Tatsachen vorliegen. Das Erfordernis, wonach dem Berufungskl\u00e4ger f\u00fcr die unter <em>(a)<\/em> und <em>(b)<\/em> bezeichneten Punkte die entsprechenden Darlegungen obliegen, ist nach der Regelungssystematik der Zivilprozessordnung \u00fcber die Pr\u00e4klusion von neuen Angriffs- und Verteidigungsmitteln sachgerecht und konsequent. Anders als das Berufungsgericht verf\u00fcgt der Berufungskl\u00e4ger \u00fcber die Kenntnis der Tatsachen, aus denen er die Zul\u00e4ssigkeit der neuen Angriffs- oder Verteidigungsmittel herleiten will. Diese k\u00f6nnen von ihm daher in der Berufungsbegr\u00fcndung benannt und ggf. glaubhaft gemacht werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Im arbeitsgerichtlichen Berufungsverfahren kann der Berufungskl\u00e4ger hingegen in der Berufungsbegr\u00fcndung keinen Vortrag zur Zul\u00e4ssigkeit der von ihm neu vorgebrachten Angriffs- oder Verteidigungsmittel halten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Voraussetzung f\u00fcr die Zur\u00fcckweisung von neuen Angriffs- und Verteidigungsmitteln nach \u00a7\u00a067 Abs.\u00a02 und Abs.\u00a03 ArbGG ist die Verz\u00f6gerung des Rechtsstreits. Eine solche liegt vor, wenn das Verfahren bei Zulassung des versp\u00e4teten Vorbringens l\u00e4nger dauern w\u00fcrde als bei dessen Zur\u00fcckweisung <em>(BGH 3.\u00a0Juli 2012 &#8212;\u00a0VI\u00a0ZR 120\/11\u00a0&#8212; Rn.\u00a011)<\/em>, wobei die zeitliche Verschiebung der Beendigung nicht ganz unerheblich sein darf<em> (BAG 19.\u00a0Mai 1998 &#8212;\u00a09\u00a0AZR 362\/97\u00a0&#8212; zu\u00a0II\u00a02\u00a0e der Gr\u00fcnde)<\/em>. Die Gestaltung des Verfahrensablaufs und die Anberaumung eines Verhandlungstermins oder eines nach \u00a7\u00a0128 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 ZPO gleichgestellten Beratungs- und Verk\u00fcndungstermins obliegen allein dem Berufungsgericht. Selbst bei einem Bestreiten der neuen Angriffs- und Verteidigungsmittel durch die andere Partei bleibt es Aufgabe des Gerichts, von sich aus und ohne einen darauf bezogenen Antrag der jeweiligen Partei eine Verz\u00f6gerung so weit wie m\u00f6glich durch prozessleitende Ma\u00dfnahmen zu vermeiden <em>(vgl. BAG 23.\u00a0November 1988 &#8212;\u00a04\u00a0AZR 393\/88\u00a0&#8212; BAGE\u00a060, 174)<\/em>. <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Die Beurteilung der Verz\u00f6gerung iSv. \u00a7\u00a067 Abs.\u00a02 und Abs.\u00a03 ArbGG ist danach &#8212;\u00a0anders als im zivilprozessualen Berufungsverfahren\u00a0&#8212; nicht vom Vorliegen von Tatsachen abh\u00e4ngig, die vom Berufungskl\u00e4ger vorgetragen <em>(\u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 Nr.\u00a04 Halbs.\u00a02 ZPO)<\/em> und ggf. nach \u00a7\u00a0531 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 ZPO glaubhaft gemacht werden m\u00fcssen <em>(vgl. Ulrici jurisPR-ArbR\u00a03\/2015 Anm.\u00a02)<\/em>. \u00a7\u00a067 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 ArbGG sieht lediglich vor, dass auf Verlangen des Landesarbeitsgerichts der in der Sph\u00e4re der Partei liegende \u201eEntschuldigungsgrund\u201c glaubhaft zu machen ist. Hingegen besteht eine solche Pflicht nicht f\u00fcr das Merkmal der \u201eVerz\u00f6gerung\u201c und die kausale Verkn\u00fcpfung zwischen Versp\u00e4tung und Verz\u00f6gerung. Diese Beurteilung stellt das Gesetz vielmehr in die freie \u00dcberzeugung des Berufungsgerichts, das eine Prognoseentscheidung zu treffen und dabei einen weiten Spielraum hat, der zugunsten der versp\u00e4tet vortragenden Partei auszunutzen ist <em>(vgl. M\u00fcKoZPO\/Pr\u00fctting 5.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0296 Rn.\u00a0175)<\/em>. Dem Berufungskl\u00e4ger k\u00f6nnen bei der Begr\u00fcndung seines Rechtsmittels &#8212;\u00a0ebenso wie dem Berufungsbeklagten bei der Berufungsbeantwortung\u00a0&#8212; auch keine vorsorglichen Ausf\u00fchrungen zu einem Entschuldigungsgrund iSv. \u00a7\u00a067 Abs.\u00a02 ArbGG abverlangt werden. Auf diesen kommt es erst dann an, wenn der Eintritt einer Verz\u00f6gerung feststeht. Bis dahin k\u00f6nnten beide Parteien \u00fcber die Terminlage des Berufungsgerichts nur spekulieren oder versuchen, s\u00e4mtliche aus ihrer Sicht bestehenden Umst\u00e4nde auszuschlie\u00dfen, aufgrund derer bei einem (m\u00f6glichen) Bestreiten ihres Vortrags durch die andere Partei trotz aller gebotenen prozessleitenden gerichtlichen Ma\u00dfnahmen ausnahmsweise doch eine Verz\u00f6gerung eintreten k\u00f6nnte. Solche Anforderungen w\u00e4ren daher eine aus Sachgr\u00fcnden nicht zu rechtfertigende Erschwerung des Zugangs zu dem vom Arbeitsgerichtsgesetz er\u00f6ffneten Instanzenzug <em>(f\u00fcr die Zivilprozessordnung vgl. BGH 9.\u00a0Oktober 2014 &#8212;\u00a0V\u00a0ZB 225\/12\u00a0&#8212; Rn.\u00a05)<\/em>. \u00dcberdies w\u00e4re es aus Gleichheitsgesichtspunkten kaum zu rechtfertigen, wenn beim Berufungskl\u00e4ger allein der fehlende Vortrag zu einer f\u00fcr ihn nicht absehbaren Verz\u00f6gerung des Rechtsstreits zur Unzul\u00e4ssigkeit seines Rechtsmittels f\u00fchrte, w\u00e4hrend der Berufungsbeklagte zun\u00e4chst den Eintritt der Verz\u00f6gerung abwarten d\u00fcrfte und erst dann seinen Entschuldigungsgrund darlegen und ggf. glaubhaft machen m\u00fcsste. \u00a7\u00a067 Abs.\u00a03 ArbGG verlangt der betreffenden Partei ebenfalls nicht die Darlegung und Glaubhaftmachung von Tatsachen ab, aus denen folgen soll, dass sie Vorbringen im ersten Rechtszug nicht aus grober Nachl\u00e4ssigkeit unterlassen hat. Das Vorliegen von \u201egrober Nachl\u00e4ssigkeit\u201c ist vom Gericht positiv festzustellen <em>(zu \u00a7\u00a0296 Abs.\u00a02 ZPO vgl. BGH 2.\u00a0September 2013 &#8212;\u00a0VII\u00a0ZR 242\/12\u00a0&#8212; Rn.\u00a013)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Der Dispens von Darlegungen nach \u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 Nr.\u00a04 Halbs.\u00a02 ZPO bedeutet nicht, dass der Berufungskl\u00e4ger keine Mindestanforderungen an die Begr\u00fcndung seines Rechtsmittels zu erf\u00fcllen h\u00e4tte, wenn er es ausschlie\u00dflich auf neue Angriffs- und Verteidigungsmittel st\u00fctzt. Zwar muss er sich dann nicht mit den Gr\u00fcnden des angefochtenen Urteils auseinandersetzen <em>(vgl. BGH 27.\u00a0M\u00e4rz 2007 &#8212;\u00a0VIII\u00a0ZB 123\/06\u00a0&#8212; Rn.\u00a08)<\/em>. Jedoch hat er die neuen Angriffs- und Verteidigungsmittel zu bezeichnen <em>(\u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 Nr.\u00a04 Halbs.\u00a01 ZPO)<\/em> und grunds\u00e4tzlich darzulegen, warum diese das angefochtene Urteil im Ergebnis infrage stellen sollen <em>(vgl. Musielak\/Voit\/Ball ZPO 16.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0520 Rn.\u00a037)<\/em>. Die Entscheidungserheblichkeit braucht allerdings ausnahmsweise nicht gesondert dargetan zu werden, wenn sie sich unmittelbar aus dem angefochtenen Urteil und den Ausf\u00fchrungen in der Berufungsbegr\u00fcndung ergibt <em>(vgl. BGH 10.\u00a0M\u00e4rz 2015 &#8212;\u00a0VI\u00a0ZB 28\/14\u00a0&#8212; Rn.\u00a013, BGHZ 204, 251)<\/em>. <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>d) Der Senat kann ohne Anfrage nach \u00a7\u00a045 Abs.\u00a03 ArbGG beim Sechsten Senat des Bundesarbeitsgerichts entscheiden, dass \u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 Nr.\u00a04 Halbs.\u00a02 ZPO im arbeitsgerichtlichen Verfahren aufgrund einer anderen Bestimmung im Arbeitsgerichtsgesetz iSv. \u00a7\u00a064 Abs.\u00a06 Satz\u00a01 ArbGG keine Anwendung findet. Bei den Ausf\u00fchrungen des Sechsten Senats in seinem Urteil vom 25.\u00a0April 2007 <em>(-\u00a06\u00a0AZR 436\/05\u00a0&#8212; Rn.\u00a018, BAGE\u00a0122, 190)<\/em> handelt es sich nicht um solche, die f\u00fcr die Entscheidung tragend waren.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>e) Nach diesen Grunds\u00e4tzen hat die Beklagte ihre Berufung ausreichend iSv. \u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 Nr.\u00a04 Halbs.\u00a01 ZPO mit neuen Verteidigungsmitteln begr\u00fcndet. <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Ein neues Verteidigungsmittel iSv. \u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 Nr.\u00a04 ZPO kann in einem erstmaligen substanziierten Vorbringen des Beklagten zu den K\u00fcndigungsgr\u00fcnden liegen. Ob ein in zweiter Instanz konkretisiertes Vorbringen neu ist, h\u00e4ngt davon ab, wie allgemein es in erster Instanz ausgefallen ist. Wenn es einen nur sehr allgemein gehaltenen Vortrag der ersten Instanz konkretisiert oder erstmals substanziiert, ist es neu. Dagegen liegt kein neues Vorbringen in diesem Sinn vor, wenn ein bereits schl\u00fcssiges oder erhebliches Vorbringen aus der ersten Instanz durch weitere Tatsachenbehauptungen zus\u00e4tzlich konkretisiert, verdeutlicht oder erl\u00e4utert wird <em>(vgl. zu \u00a7\u00a0531 Abs.\u00a02 ZPO BGH 27.\u00a0November 2014 &#8212;\u00a0I\u00a0ZR 91\/13\u00a0&#8212; Rn.\u00a017)<\/em>. <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Bei dem in der Berufungsbegr\u00fcndung gehaltenen Vorbringen handelte es sich um neue Verteidigungsmittel der Beklagten. Das Arbeitsgericht hat &#8212;\u00a0allerdings ohne einen vorherigen Hinweis und entgegen \u00a7\u00a0139 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 ZPO\u00a0&#8212; deren Vorbringen zu krankheitsbedingten Fehlzeiten des Kl\u00e4gers und zur Betriebsratsanh\u00f6rung nicht ber\u00fccksichtigt, weil dieses nur aus Anlagen ersichtlich, nicht aber schrifts\u00e4tzlich aufbereitet worden sei. Dieses hat die Beklagte &#8212;\u00a0wovon auch das Landesarbeitsgericht ausgeht\u00a0&#8212; in der Berufungsbegr\u00fcndung nachgeholt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Der Tatsachenvortrag in der Berufungsbegr\u00fcndung war grunds\u00e4tzlich ber\u00fccksichtigungsf\u00e4hig. Das Arbeitsgericht hat ihn weder f\u00f6rmlich zur\u00fcckgewiesen <em>(\u00a7\u00a067 Abs.\u00a01 ArbGG)<\/em> noch ist er entgegen einer nach \u00a7\u00a061a Abs.\u00a03 ArbGG gesetzten Frist nicht vorgebracht worden <em>(\u00a7\u00a067 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 ArbGG)<\/em>. Das Arbeitsgericht hat der Beklagten in seinem Auflagenbeschluss ua. nur aufgegeben, \u201edie K\u00fcndigungsgr\u00fcnde im Einzelnen darzulegen und unter Beweis zu stellen\u201c. Dies gen\u00fcgt nicht den Anforderungen, die nach der vorgenannten Vorschrift f\u00fcr eine Auflage zur Darlegung der K\u00fcndigungsgr\u00fcnde gelten <em>(\u201ehinreichend konkret\u201c, vgl. BAG 25.\u00a0M\u00e4rz 2004 &#8212;\u00a02\u00a0AZR 380\/03\u00a0&#8212; zu\u00a0B\u00a0II\u00a01\u00a0c\u00a0ee der Gr\u00fcnde)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>dd) Die Beklagte musste die Entscheidungserheblichkeit ihrer Ausf\u00fchrungen nicht gesondert aufzeigen. Zwar hat sie das neue Vorbringen in der Berufungsbegr\u00fcndung nicht als solches kenntlich gemacht. Auch hat sie nicht explizit dargetan, warum die erstinstanzliche Entscheidung aufgrund eines neuen Vorbringens im Ergebnis keinen Bestand haben k\u00f6nne. Solche Darlegungen waren jedoch ausnahmsweise entbehrlich, weil sich die neuen Verteidigungsmittel und deren Entscheidungserheblichkeit unmittelbar aus dem angefochtenen Urteil und der Berufungsbegr\u00fcndung ergeben. Es war nach deren Lekt\u00fcre offenkundig, dass die Beklagte die vom Arbeitsgericht vermisste schrifts\u00e4tzliche Aufbereitung der K\u00fcndigungsgr\u00fcnde und der Betriebsratsanh\u00f6rung nunmehr nachholen wollte. Gesondert ausf\u00fchren musste sie dies nicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Im Hinblick auf die weiteren Streitgegenst\u00e4nde (Zwischenzeugnis und Weiterbesch\u00e4ftigungsanspruch) bedurfte es im Streitfall keiner eigenst\u00e4ndigen und den Anforderungen des \u00a7\u00a0520 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 ZPO gen\u00fcgenden Berufungsbegr\u00fcndung. Besondere Ausf\u00fchrungen waren nicht erforderlich, weil die Antr\u00e4ge auf Erteilung eines qualifizierten Zwischenzeugnisses sowie vorl\u00e4ufige Weiterbesch\u00e4ftigung von der Entscheidung \u00fcber den K\u00fcndigungsschutzantrag abh\u00e4ngen <em>(vgl. BAG 25.\u00a0Mai 2016 &#8212;\u00a02\u00a0AZR 345\/15\u00a0&#8212; Rn.\u00a017, BAGE 155, 181)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>II. Der Senat kann nach den bisherigen Feststellungen weder \u00fcber den K\u00fcndigungsschutzantrag noch die weiteren Streitgegenst\u00e4nde entscheiden. Dies f\u00fchrt zur Zur\u00fcckverweisung an die Vorinstanz. Von Hinweisen sieht der Senat ab.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Koch\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Rachor\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Schl\u00fcnder\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Th. Gans\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Torsten Falke\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KARE600057865&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BAG_2_AZR_574-18_KARE600057865.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Begr\u00fcndet der Berufungskl\u00e4ger seine Berufung ausschlie\u00dflich mit neuen Angriffs- oder Verteidigungsmitteln, hat er diese zu bezeichnen und grunds\u00e4tzlich darzulegen, warum sie das angefochtene Urteil im Ergebnis infrage stellen sollen.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_crdt_document":""},"kji_country":[7802],"kji_court":[11468],"kji_chamber":[10645],"kji_year":[45029],"kji_subject":[7712],"kji_keyword":[11469,8215,8476,8017],"kji_language":[7805],"class_list":["post-767419","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundesarbeitsgericht","kji_chamber-2-senat","kji_year-45029","kji_subject-social","kji_keyword-bundesarbeitsgericht","kji_keyword-leitsatz","kji_keyword-senat","kji_keyword-urteil","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.6 (Yoast SEO v27.6) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Bundesarbeitsgericht, 2. 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