{"id":783413,"date":"2026-04-30T15:42:00","date_gmt":"2026-04-30T13:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesverfassungsgericht-2-senat-3-kammer-stattgebender-kammerbeschluss-2018-08-13-2-bvr-2071-16\/"},"modified":"2026-04-30T15:42:00","modified_gmt":"2026-04-30T13:42:00","slug":"bundesverfassungsgericht-2-senat-3-kammer-stattgebender-kammerbeschluss-2018-08-13-2-bvr-2071-16","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesverfassungsgericht-2-senat-3-kammer-stattgebender-kammerbeschluss-2018-08-13-2-bvr-2071-16\/","title":{"rendered":"Bundesverfassungsgericht, 2. Senat 3. Kammer, Stattgebender Kammerbeschluss, 2018-08-13, 2 BvR 2071\/16"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 23. August 2016 &#8212; 3 Ws 522\/16 &#8212; und der Beschluss des Landgerichts Limburg a. d. Lahn vom 2. Mai 2016 &#8212; 1 StVK 110\/15 &#8212; verletzen den Beschwerdef\u00fchrer in seinem Grundrecht aus Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 in Verbindung mit Artikel 104 Absatz 1 des Grundgesetzes.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 23. August 2016 &#8212; 3 Ws 522\/16 &#8212; wird aufgehoben. Die Sache wird zur erneuten Entscheidung \u00fcber die Kosten und die notwendigen Auslagen des Beschwerdef\u00fchrers an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Im \u00dcbrigen wird die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Das Land Hessen hat dem Beschwerdef\u00fchrer seine notwendigen Auslagen zu erstatten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Wert des Gegenstands der anwaltlichen T\u00e4tigkeit wird auf 10.000 \u20ac (in Worten: zehntausend Euro) festgesetzt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Verfassungsbeschwerde betrifft die Verletzung des Freiheitsrechts des Beschwerdef\u00fchrers insbesondere durch die Nichteinhaltung der \u00dcberpr\u00fcfungsfrist des \u00a7 67e Abs. 2 StGB bei der Entscheidung \u00fcber die Fortdauer seiner Unterbringung in der Sicherungsverwahrung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<h2>I.<\/h2>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Der bereits zuvor einschl\u00e4gig vorbestrafte Beschwerdef\u00fchrer wurde durch Urteil des Landgerichts Wiesbaden vom 16. November 2004 wegen Brandstiftung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt. Seine Unterbringung in der Sicherungsverwahrung wurde angeordnet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die Freiheitsstrafe war am 18. April 2008 vollst\u00e4ndig vollstreckt. Durch Beschluss des Landgerichts Gie\u00dfen vom 15. Februar 2008 wurde festgestellt, dass der Zweck der Ma\u00dfregel nach wie vor die Unterbringung des Beschwerdef\u00fchrers in der Sicherungsverwahrung erfordert. Mit Beschluss des Landgerichts Marburg vom 25. November 2013 wurde die Aussetzung der Sicherungsverwahrung zur Bew\u00e4hrung abgelehnt und gleichzeitig angeordnet, dass die Ma\u00dfregel k\u00fcnftig in einer Entziehungsanstalt gem\u00e4\u00df \u00a7 64 StGB zu vollziehen ist. In Umsetzung dieser Entscheidung wurde der Beschwerdef\u00fchrer am 30. Januar 2014 in den Ma\u00dfregelvollzug der Vitos Klinik f\u00fcr forensische Psychiatrie in Hadamar \u00fcberwiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Nach Abgabe des Verfahrens durch das Landgericht Marburg ordnete das Landgericht Limburg a. d. Lahn mit angegriffenem Beschluss vom 16. Januar 2015 gem\u00e4\u00df \u00a7 67a Abs. 2 und 3 StGB die R\u00fcck\u00fcberweisung des Beschwerdef\u00fchrers in eine f\u00fcr die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung gem\u00e4\u00df \u00a7 66 StGB geeignete Anstalt an. Am 24. Februar 2015 wurde der Beschwerdef\u00fchrer zum Vollzug der Sicherungsverwahrung in die Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt verlegt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. In Erg\u00e4nzung seines Beschlusses vom 16. Januar 2015 ordnete das Landgericht Limburg a. d. Lahn mit Beschluss vom 30. September 2015 die Fortdauer der Unterbringung des Beschwerdef\u00fchrers in der Sicherungsverwahrung an. Auf die hiergegen gerichtete sofortige Beschwerde hob das Oberlandesgericht Frankfurt am Main mit Beschluss vom 7. Januar 2016 den Beschluss des Landgerichts Limburg a. d. Lahn vom 30. September 2015 wegen eines wesentlichen Verfahrensmangels auf und verwies die Sache zu neuer Entscheidung an das Landgericht zur\u00fcck.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>5. Mit ebenfalls angegriffenem Beschluss vom 2. Mai 2016 ordnete das Landgericht Limburg a. d. Lahn in Erg\u00e4nzung seines Beschlusses vom 16. Januar 2015 erneut die Fortdauer der Unterbringung des Beschwerdef\u00fchrers in der Sicherungsverwahrung an.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>6. Die hiergegen gerichtete sofortige Beschwerde verwarf das Oberlandesgericht Frankfurt am Main mit ebenfalls angegriffenem Beschluss vom 23. August 2016. In den Gr\u00fcnden stellte es fest, dass die \u00dcberpr\u00fcfungsfrist, die mit dem Beschluss des Landgerichts Marburg vom 25. November 2013 zu laufen begonnen habe, um zehn Monate \u00fcberschritten sei (\u00a7 67e Abs. 2 und Abs. 4 Satz 2 StGB).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>7. Die hiergegen gerichtete Anh\u00f6rungsr\u00fcge wies das Oberlandesgericht Frankfurt am Main mit ebenfalls angegriffenem Beschluss vom 20. September 2016 zur\u00fcck.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>8. Nach Erhebung der vorliegenden Verfassungsbeschwerde wurde die Fortdauer der Unterbringung des Beschwerdef\u00fchrers in der Sicherungsverwahrung mit rechtskr\u00e4ftigem Beschluss des Landgerichts Marburg vom 20. Oktober 2017 erneut angeordnet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<h2>II.<\/h2>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der anwaltlich vertretene Beschwerdef\u00fchrer r\u00fcgt mit seiner Verfassungsbeschwerde unter anderem eine Verletzung seines Grundrechts aus Art. 2 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit Art. 104 Abs. 1 GG durch eine \u00dcberschreitung der \u00dcberpr\u00fcfungsfrist des \u00a7 67e Abs. 2 StGB, die weder vom Landgericht Limburg a. d. Lahn noch vom Oberlandesgericht Frankfurt am Main begr\u00fcndet worden sei. Infolge der fehlenden Begr\u00fcndung sei nicht erkennbar, ob die Frist\u00fcberschreitung trotz sorgf\u00e4ltiger F\u00fchrung des Verfahrens zustande gekommen sei oder ob sie auf einer Fehlhaltung gegen\u00fcber dem das Grundrecht sichernden Verfahrensrecht beruhe.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<h2>III.<\/h2>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof h\u00e4lt die Verfassungsbeschwerde f\u00fcr nicht erfolgversprechend; sie sei bereits unzul\u00e4ssig. Insbesondere gen\u00fcge der Vortrag zur Frist\u00fcberschreitung den Substantiierungsanforderungen nicht. Es sei davon auszugehen, dass die Frist\u00fcberschreitung auf einem Versehen beruhe, weil das Landgericht bei seiner Entscheidung vom 16. Januar 2015 unzutreffend angenommen habe, f\u00fcr die Entscheidung \u00fcber die Fortdauer der Unterbringung nicht zust\u00e4ndig zu sein. Damit h\u00e4tte der Beschwerdef\u00fchrer sich auseinandersetzen m\u00fcssen, zumal dies ohne Weiteres erkennbar gewesen sei.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die Hessische Staatskanzlei hat von der Abgabe einer Stellungnahme abgesehen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Dem Bundesverfassungsgericht hat das Vollstreckungsheft vorgelegen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<h2>IV.<\/h2>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kammer nimmt die Verfassungsbeschwerde zur Entscheidung an, soweit der Beschwerdef\u00fchrer eine \u00dcberschreitung der \u00dcberpr\u00fcfungsfrist r\u00fcgt, und gibt ihr insoweit statt, weil dies zur Durchsetzung seines Freiheitsgrundrechts gem\u00e4\u00df Art. 2 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit Art. 104 Abs. 1 GG angezeigt ist (\u00a7 93a Abs. 2 Buchstabe b BVerfGG). Nach den Ma\u00dfst\u00e4ben, die in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts bereits gekl\u00e4rt sind (vgl. zuletzt BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 16. August 2017 &#8212; 2 BvR 2077\/14 -, juris), ist die Verfassungsbeschwerde in diesem Umfang zul\u00e4ssig und offensichtlich begr\u00fcndet (\u00a7 93b, \u00a7 93c Abs. 1 Satz 1 BVerfGG).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Im \u00dcbrigen wird die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen; insoweit wird gem\u00e4\u00df \u00a7 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG von einer Begr\u00fcndung abgesehen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Der Zul\u00e4ssigkeit der Verfassungsbeschwerde steht nicht entgegen, dass die weitere Fortdauer der Ma\u00dfregel zwischenzeitlich mit rechtskr\u00e4ftigem Beschluss des Landgerichts Marburg vom 20. Oktober 2017 angeordnet worden ist. Denn die angegriffenen Entscheidungen des Landgerichts Limburg a. d. Lahn vom 2. Mai 2016 und des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 23. August 2016 waren Grundlage eines tiefgreifenden Eingriffs in das Grundrecht des Beschwerdef\u00fchrers auf Freiheit der Person aus Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG (vgl. BVerfGE 128, 326 &lt;389&gt;). Der Beschwerdef\u00fchrer hat daher ein fortbestehendes schutzw\u00fcrdiges Interesse an einer nachtr\u00e4glichen verfassungsrechtlichen \u00dcberpr\u00fcfung und gegebenenfalls einer hierauf bezogenen Feststellung der Verfassungswidrigkeit dieses Grundrechtseingriffs durch das Bundesverfassungsgericht (vgl. BVerfGE 9, 89 &lt;92 ff.&gt;; 32, 87 &lt;92&gt;; 53, 152 &lt;157 f.&gt;; 91, 125 &lt;133&gt;; 104, 220 &lt;234 f.&gt;).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Soweit der Beschwerdef\u00fchrer eine \u00dcberschreitung der \u00dcberpr\u00fcfungsfrist r\u00fcgt, ist die Verfassungsbeschwerde offensichtlich begr\u00fcndet. Die angegriffenen Beschl\u00fcsse des Landgerichts Limburg a. d. Lahn vom 2. Mai 2016 und des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 23. August 2016 verletzen den Beschwerdef\u00fchrer in seinem Grundrecht aus Art. 2 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit Art. 104 Abs. 1 GG.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Die Freiheit der Person darf nur aus besonders gewichtigen Gr\u00fcnden und unter strengen formellen Gew\u00e4hrleistungen eingeschr\u00e4nkt werden. Zu diesen wichtigen Gr\u00fcnden geh\u00f6ren in erster Linie solche des Strafrechts und des Strafverfahrensrechts. Eingriffe in die pers\u00f6nliche Freiheit auf diesem Gebiet dienen vor allem dem Schutz der Allgemeinheit (vgl. BVerfGE 22, 180 &lt;219&gt;; 45, 187 &lt;223&gt;; 58, 208 &lt;224 f.&gt;). Zugleich haben die gesetzlichen Eingriffstatbest\u00e4nde jedoch auch eine freiheitsgew\u00e4hrleistende Funktion, da sie die Grenzen zul\u00e4ssiger Einschr\u00e4nkung bestimmen. Das gilt entsprechend f\u00fcr die Unterbringung eines Straft\u00e4ters in der Sicherungsverwahrung nach Ma\u00dfgabe des \u00a7 66 StGB (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 10. Oktober 2016 &#8212; 2 BvR 1103\/16 -, juris, Rn. 13, m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Gesetzgeber hat im Hinblick auf das Gewicht des Freiheitsanspruchs des Untergebrachten f\u00fcr die Vollstreckung dieser Ma\u00dfregel besondere Regelungen getroffen, die deren Aussetzung zur Bew\u00e4hrung vorsehen, sobald verantwortet werden kann zu erproben, ob der Untergebrachte au\u00dferhalb des Ma\u00dfregelvollzugs keine rechtswidrigen Taten mehr begehen wird (\u00a7 67d Abs. 2 StGB). Die Strafvollstreckungskammer kann die Aussetzungsreife der Ma\u00dfregel jederzeit \u00fcberpr\u00fcfen; sie ist dazu &#8212; da der Vollzug der Unterbringung in der Sicherungsverwahrung im vorliegenden Fall im Zeitpunkt des jeweiligen Erlasses der angegriffenen Entscheidungen noch keine zehn Jahre andauerte &#8212; jeweils sp\u00e4testens vor Ablauf eines Jahres verpflichtet (\u00a7 67e Abs. 1 und 2 StGB).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Vorschriften \u00fcber die regelm\u00e4\u00dfige \u00dcberpr\u00fcfung der weiteren Vollstreckung der Unterbringung dienen der Wahrung des \u00dcberma\u00dfverbots bei der Beschr\u00e4nkung des Grundrechts aus Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG (vgl. BVerfGK 4, 176 &lt;181&gt;; 5, 67 &lt;68&gt;; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 10. Oktober 2016 &#8212; 2 BvR 1103\/16 -, juris, Rn. 15, m.w.N.). Ihre Missachtung kann dieses Grundrecht verletzen, wenn es sich um eine nicht mehr vertretbare Fehlhaltung gegen\u00fcber dem das Grundrecht sichernden Verfahrensrecht handelt, die auf eine grunds\u00e4tzlich unrichtige Anschauung von der Bedeutung des Grundrechts schlie\u00dfen l\u00e4sst (vgl. BVerfGE 18, 85 &lt;93&gt;; 72, 105 &lt;114 f.&gt;; 109, 133 &lt;163&gt;; BVerfGK 4, 176 &lt;181&gt;; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 10. Oktober 2016 &#8212; 2 BvR 1103\/16 -, juris, Rn. 15, m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Zwar f\u00fchrt nicht jede Verz\u00f6gerung des Gesch\u00e4ftsablaufs in Unterbringungssachen, die zu einer \u00dcberschreitung der einschl\u00e4gigen Fristvorgaben f\u00fchrt, automatisch auch zu einer Grundrechtsverletzung, weil es zu solchen Verz\u00f6gerungen auch bei sorgf\u00e4ltiger F\u00fchrung des Verfahrens kommen kann (vgl. BVerfGK 4, 176 &lt;181&gt;). Es muss jedoch sichergestellt sein, dass der Gesch\u00e4ftsgang der Kammer in der Verantwortung des Vorsitzenden oder des Berichterstatters eine Fristenkontrolle vorsieht, die die Vorbereitung einer rechtzeitigen Entscheidung vor Ablauf der Jahresfrist sicherstellt. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass der Betroffene in aller Regel pers\u00f6nlich anzuh\u00f6ren ist und dass auch f\u00fcr eine sachverst\u00e4ndige Begutachtung ausreichend Zeit verbleibt, soweit die Kammer eine solche f\u00fcr erforderlich halten sollte. Die gesetzliche Entscheidungsfrist von einem Jahr seit der letzten \u00dcberpr\u00fcfungsentscheidung l\u00e4sst daf\u00fcr ausreichend Raum (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 10. Oktober 2016 &#8212; 2 BvR 1103\/16 -, juris, Rn. 16, m.w.N.). Gr\u00fcnde f\u00fcr eine etwaige Frist\u00fcberschreitung sind zur verfahrensrechtlichen Absicherung des Grundrechts aus Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG in der Fortdauerentscheidung darzulegen (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 10. Oktober 2016 &#8212; 2 BvR 1103\/16 -, juris, Rn. 16, m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Diesen verfassungsrechtlichen Anforderungen werden die angegriffenen Beschl\u00fcsse des Landgerichts Limburg a. d. Lahn vom 2. Mai 2016 und des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 23. August 2016 nicht gerecht, da ihnen eine ausreichende Begr\u00fcndung der vorliegenden \u00dcberschreitung der \u00dcberpr\u00fcfungsfrist nicht entnommen werden kann.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Strafvollstreckungskammer des Landgerichts Marburg hatte mit Beschluss vom 25. November 2013 nach Ma\u00dfgabe des \u00a7 67d Abs. 2 StGB die Aussetzung der Unterbringung des Beschwerdef\u00fchrers in der Sicherungsverwahrung zur Bew\u00e4hrung abgelehnt. Eine erneute \u00dcberpr\u00fcfung der Fortdauer der Unterbringung des Beschwerdef\u00fchrers in der Sicherungsverwahrung h\u00e4tte somit gem\u00e4\u00df \u00a7 67e Abs. 2 StGB sp\u00e4testens bis zum 24. November 2014 erfolgen m\u00fcssen. Diese wurde jedoch erst mit Beschluss des Landgerichts Limburg a. d. Lahn vom 30. September 2015 vorgenommen, der durch Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 7. Januar 2016 aufgehoben wurde. Die Frist des \u00a7 67e Abs. 2 StGB war zu diesem Zeitpunkt um zehn Monate \u00fcberschritten. Der zuvor am 16. Januar 2015 getroffene Beschluss des Landgerichts Limburg a. d. Lahn, durch den der Beschwerdef\u00fchrer nach Ma\u00dfgabe des \u00a7 67a Abs. 3 StGB in den Vollzug der Sicherungsverwahrung r\u00fcck\u00fcberwiesen wurde, verh\u00e4lt sich zur Fortdauer der Unterbringung des Beschwerdef\u00fchrers in der Sicherungsverwahrung nicht. Er weist lediglich den handschriftlichen Zusatz auf, dass die Entscheidung \u00fcber den Antrag auf die Einholung eines Prognosegutachtens zur Frage der Fortdauer der Sicherungsverwahrung der nach Beendigung des Vollzugs in einer Entziehungsanstalt zust\u00e4ndigen Kammer vorbehalten bleibe.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Demgem\u00e4\u00df h\u00e4tten in den angegriffenen Beschl\u00fcssen die Gr\u00fcnde f\u00fcr die \u00dcberschreitung der \u00dcberpr\u00fcfungsfrist gem\u00e4\u00df \u00a7 67e Abs. 2 StGB dargelegt werden m\u00fcssen. Daran fehlt es. Das Landgericht Limburg a. d. Lahn hat sowohl in seinem Fortdauerbeschluss vom 30. September 2015, der durch das Oberlandesgericht Frankfurt am Main mit Beschluss vom 7. Januar 2016 aufgehoben wurde, als auch in seinem Beschluss vom 2. Mai 2016, der nach R\u00fcckverweisung der Sache durch das Oberlandesgericht Frankfurt am Main erging, keinerlei Ausf\u00fchrungen zu dem \u00dcberschreiten der \u00dcberpr\u00fcfungsfrist des \u00a7 67e Abs. 2 StGB gemacht. Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main stellt in seinem angegriffenen Beschluss vom 23. August 2016 zwar fest, dass die \u00dcberpr\u00fcfungsfrist um zehn Monate \u00fcberschritten wurde. Gr\u00fcnde, die zu dieser Frist\u00fcberschreitung gef\u00fchrt haben, nennt das Oberlandesgericht Frankfurt am Main jedoch nicht. Ebenso wenig verh\u00e4lt es sich zu der Frage, ob durch diese Frist\u00fcberschreitung in das Freiheitsrecht des Beschwerdef\u00fchrers aus Art. 2 Abs. 2 Satz 2 GG eingegriffen wurde. In dem ebenfalls angegriffenen Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 20. September 2016, der auf die Anh\u00f6rungsr\u00fcge des Beschwerdef\u00fchrers hin ergangen ist, wird die Problematik der Frist\u00fcberschreitung nicht aufgegriffen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Eine Frist\u00fcberschreitung trotz sorgf\u00e4ltiger F\u00fchrung des Verfahrens mit dem Ziel einer rechtzeitigen Entscheidung \u00fcber die Fortdauer der Unterbringung durch die Fachgerichte lassen die Gr\u00fcnde der angegriffenen Beschl\u00fcsse des Landgerichts Limburg a. d. Lahn vom 2. Mai 2016 und des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 23. August 2016 somit nicht erkennen. Es ist auch nicht ersichtlich, dass die Frist\u00fcberschreitung auf einem blo\u00dfen &#171;Versehen&#187; beruhte. Aus welchem Grund das Landgericht Limburg a. d. Lahn nicht innerhalb der gesetzlich vorgesehenen \u00dcberpr\u00fcfungsfrist \u00fcber die Fortdauer der Unterbringung entschied und sich stattdessen im Beschluss vom 16. Januar 2015 auf die Anordnung der R\u00fcck\u00fcberweisung des Beschwerdef\u00fchrers in die Sicherungsverwahrung beschr\u00e4nkte, ist nicht nachvollziehbar. Daher konnte der Beschwerdef\u00fchrer sich hierzu auch nicht verhalten. Vielmehr h\u00e4tten in den angegriffenen Beschl\u00fcssen die Gr\u00fcnde der Frist\u00fcberschreitung dargelegt werden m\u00fcssen, um eine Verletzung des Freiheitsrechts des Beschwerdef\u00fchrers ausschlie\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Es ist daher festzustellen, dass die angegriffenen Entscheidungen des Landgerichts Limburg a. d. Lahn vom 2. Mai 2016 und des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 23. August 2016 den Beschwerdef\u00fchrer in seinem Grundrecht aus Art. 2 Abs. 2 Satz 2 in Verbindung mit Art. 104 Abs. 1 GG verletzen (\u00a7 93c Abs. 2, \u00a7 95 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG). Der Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 23. August 2016 ist aufzuheben und die Sache ist angesichts der prozessualen \u00dcberholung durch die Entscheidung des Landgerichts Marburg vom 20. Oktober 2017 zur erneuten Entscheidung \u00fcber die Kosten und die notwendigen Auslagen des Beschwerdef\u00fchrers an das Oberlandesgericht Frankfurt am Main zur\u00fcckzuverweisen (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Zweiten Senats vom 22. M\u00e4rz 2018 &#8212; 2 BvR 1509\/15 -, juris, Rn. 29, m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Die Entscheidung \u00fcber die Auslagenerstattung beruht auf \u00a7 34a Abs. 2 BVerfGG.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>5. Die Festsetzung des Gegenstandswerts beruht auf \u00a7 37 Abs. 2 Satz 2 RVG.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Diese Entscheidung ist unanfechtbar.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KVRE427771801&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BVerfG_2_BvR_2071-16_KVRE427771801.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tenor Der Beschluss des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 23. 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