{"id":804448,"date":"2026-05-01T11:29:15","date_gmt":"2026-05-01T09:29:15","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-2-strafsenat-urteil-2018-01-10-2-str-150-15\/"},"modified":"2026-05-01T11:29:15","modified_gmt":"2026-05-01T09:29:15","slug":"bundesgerichtshof-2-strafsenat-urteil-2018-01-10-2-str-150-15","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-2-strafsenat-urteil-2018-01-10-2-str-150-15\/","title":{"rendered":"Bundesgerichtshof, 2. Strafsenat, Urteil, 2018-01-10, 2 StR 150\/15"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>1. Der Umstand, dass der T\u00e4ter mit T\u00f6tungsabsicht gehandelt hat, kann beim vors\u00e4tzlichen T\u00f6tungsdelikt strafsch\u00e4rfend ber\u00fccksichtigt werden. Hierin liegt grunds\u00e4tzlich kein Versto\u00df gegen das Verbot der Doppelverwertung von Tatbestandsmerkmalen (\u00a7 46 Abs. 3 StGB).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die Entscheidung dar\u00fcber, ob das Handeln des T\u00e4ters mit T\u00f6tungsabsicht im Einzelfall als ein Strafsch\u00e4rfungsgrund anzusehen ist, obliegt dem Tatgericht. Es ist verpflichtet, bei seiner Entscheidung auch gegenl\u00e4ufig wirkende strafmildernde Gesichtspunkte, die sich aus den Vorstellungen, Zielen und Absichten des T\u00e4ters ergeben k\u00f6nnen, zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Revision des Angeklagten gegen das Urteil des Landgerichts K\u00f6ln vom 27. Oktober 2014 wird als unbegr\u00fcndet verworfen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Beschwerdef\u00fchrer tr\u00e4gt die Kosten seines Rechtsmittels und die der Nebenkl\u00e4gerin hierdurch entstandenen notwendigen Auslagen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Von Rechts wegen<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Landgericht hat den Angeklagten wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von elf Jahren verurteilt. Gegen dieses Urteil richtet sich die auf Verfahrensbeanstandungen und sachlich-rechtliche Einwendungen gest\u00fctzte Revision des Angeklagten. Das Rechtsmittel des Angeklagten ist unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>A.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Nach den Feststellungen des Schwurgerichts beschloss der 74 Jahre alte Angeklagte\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0R.\u00a0\u00a0\u00a0am 22. Oktober 2013, seine erheblich j\u00fcngere und Trennungsabsichten hegende Ehefrau\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0R\u00fc.\u00a0\u00a0\u00a0zu t\u00f6ten. In Ausf\u00fchrung dieses Tatentschlusses griff er sie auf der Kellertreppe des gemeinsamen Wohnanwesens an und schlug ihr einen Gegenstand gegen den Kopf, wodurch sie zu Fall kam und die Kellertreppe hinabst\u00fcrzte. Nunmehr ergriff der Angeklagte einen etwa 2,8 Kilogramm schweren Feuerl\u00f6scher und schlug damit in T\u00f6tungsabsicht mindestens f\u00fcnf Mal wuchtig auf den Kopf seiner am Boden liegenden Ehefrau ein. Sie erlitt durch diese mehrfachen, massiven Gewalteinwirkungen multiple offene Sch\u00e4del-Hirn-Verletzungen. Weitere stumpfe Gewalteinwirkungen gegen den Oberk\u00f6rper des Tatopfers f\u00fchrten zu zahlreichen Rippenbr\u00fcchen, die zu einer mehrfachen Durchsetzung der Brusth\u00f6hle und zu Einblutungen in die Lunge f\u00fchrten. Die Ehefrau des Angeklagten verstarb aufgrund der erlittenen massiven Verletzungen innerhalb weniger Minuten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Schwurgericht hat bei der Pr\u00fcfung der Frage, ob die Tat als ein (sonst) minder schwerer Fall des Totschlags im Sinne des \u00a7 213 StGB anzusehen ist, zu Lasten des Angeklagten ber\u00fccksichtigt, dass er \u201eden Tod seiner Ehefrau absichtlich und zielgerichtet herbeif\u00fchren wollte\u201c. Auch im Rahmen der Strafzumessung im engeren Sinne hat das Schwurgericht neben der brutalen Tatausf\u00fchrung strafsch\u00e4rfend \u201edie Tatsache\u201c ber\u00fccksichtigt, dass der Angeklagte seine Ehefrau \u201eabsichtlich get\u00f6tet hat\u201c.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>B.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Revision des Angeklagten bleibt ohne Erfolg. Der Schuldspruch ist rechtlich nicht zu beanstanden. Auch der Strafausspruch ist frei von Rechtsfehlern. Die strafsch\u00e4rfende Ber\u00fccksichtigung von T\u00f6tungsabsicht sowohl bei der Strafrahmenwahl als auch bei der konkreten Strafzumessung begegnet keinen rechtlichen Bedenken.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>I.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Nach bisheriger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs wurde es \u00fcberwiegend als ein Versto\u00df gegen das in \u00a7 46 Abs. 3 StGB verankerte Verbot der Doppelverwertung von Tatbestandsmerkmalen und damit als rechtsfehlerhaft angesehen, wenn der Tatrichter das subjektive Tatbestandsmerkmal direkten T\u00f6tungsvorsatzes strafsch\u00e4rfend ber\u00fccksichtigt (vgl. BGH, Beschluss vom 11. M\u00e4rz 2015 \u2013 1 StR 3\/15, NStZ-RR 2015, 171 (Ls.); Senat, Beschl\u00fcsse vom 25. Juni 2015 \u2013 2 StR 83\/15, BGHR StGB \u00a7 46 Abs. 3 T\u00f6tungsvorsatz 7, vom 21. Januar 2004 \u2013 2 StR 449\/03, vom 23. Oktober 1992 \u2013 2 StR 483\/92, StV 1993, 72 und vom 1. Dezember 1989 \u2013 2 StR 555\/89, BGHR StGB \u00a7 46 Abs. 3 T\u00f6tungsvorsatz 3; BGH, Beschl\u00fcsse vom 5. Oktober 1977 \u2013 3 StR 369\/77, vom 8. Februar 1978 \u2013 3 StR 425\/77 und vom 13. Mai 1981 \u2013 3 StR 126\/81, NJW 1981, 2204; BGH, Urteil vom 28. Juni 1968 \u2013 4 StR 226\/68; Beschl\u00fcsse vom 16. September 1986 \u2013 4 StR 457\/86, BGHR StGB \u00a7 46 Abs. 3 T\u00f6tungsvorsatz 1, vom 26. April 1988 \u2013 4 StR 157\/88, NStE Nr. 41 zu \u00a7 46 StGB, vom 30. Juli 1998 \u2013 4 StR 346\/98, NStZ 1999, 23, vom 3. Februar 2004 \u2013 4 StR 403\/03 und vom 14. Oktober 2015 \u2013 5 StR 355\/15, NStZ-RR 2016, 8). Der Tatbestand des Totschlags setze vors\u00e4tzliche Tatbegehung voraus, deren \u201eRegelfall\u201c die T\u00f6tung mit direktem Vorsatz sei (Senat, Beschluss vom 1. Dezember 1989 \u2013 2 StR 555\/89, BGHR StGB \u00a7 46 Abs. 3 T\u00f6tungsvorsatz 3; BGH, Beschluss vom 5. Oktober 1977 \u2013 3 StR 369\/77, juris Rn. 6; BGH, Urteil vom 14. August 2008 \u2013 4 StR 223\/08, NStZ 2008, 624). Dem Handeln mit direktem T\u00f6tungsvorsatz komme kein f\u00fcr sich genommen gesteigerter Unrechtsgehalt zu, w\u00e4hrend die T\u00f6tung mit bedingtem T\u00f6tungsvorsatz eine geringere Tatschwere aufweise (BGH, Beschluss vom 19. M\u00e4rz 2009 \u2013 4 StR 53\/09, NStZ 2009, 564).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Abweichende Entscheidungen sind \u2013 soweit ersichtlich \u2013 vereinzelt geblieben. Der 3. Strafsenat hat jedoch in seinem Beschluss vom 17. September 1990 (3 StR 313\/90, BGHR StGB \u00a7 46 Abs. 3 T\u00f6tungsvorsatz 4) darauf hingewiesen, dass die strafsch\u00e4rfende Wertung direkten Vorsatzes im Zusammenhang mit den Vorstellungen und Zielen des Angeklagten sich nicht in jedem Fall als rechtsfehlerhaft erweisen m\u00fcsse. Mit Beschluss vom 28. Juni 2012 (2 StR 61\/12, NStZ 2012, 689) hat der Senat entschieden, dass es zwar \u201ein der Regel\u201c gegen das Doppelverwertungsverbot des \u00a7 46 Abs. 3 StGB versto\u00dfe, wenn der Tatrichter das Vorliegen direkten T\u00f6tungsvorsatzes straferschwerend bewerte, dies jedoch nicht f\u00fcr die T\u00f6tungsabsicht gelte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Diese Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, die eine isolierte strafsch\u00e4rfende Ber\u00fccksichtigung der Vorsatzform als rechtsfehlerhaft einstufte, hat \u00fcberwiegend Zustimmung erfahren (vgl. Sch\u00e4fer\/Sander\/van Gemmeren, Praxis der Strafzumessung, 6. Aufl., Rn. 618; LK StGB\/J\u00e4hnke, 11. Aufl., \u00a7 212 Rn. 45; LK StGB\/Theune, 12. Aufl. \u00a7 46 Rn. 77; ders. StV 1985, 205, 206; M\u00fcKoStGB\/Miebach\/Maier, 3. Aufl. \u00a7 46 Rn. 194; M\u00fcKoStGB\/Schneider, 3. Aufl., \u00a7 212, Rn. 79; SK-StGB\/Sinn, 9. Aufl., \u00a7 212 Rn. 71; Streng, in: Kindh\u00e4user\/Neumann\/Paeffgen, 5. Aufl., StGB \u00a7 46 Rn. 55; ders., StV 2017, 526 ff. SSW\/Momsen, 3. Aufl., \u00a7 212 Rn. 27; Matt\/Renzikowski\/Safferling \u00a7 212 Rn. 91; Saliger, ZStW 109 (1997), S. 302, 322 f.; Lackner\/K\u00fchl StGB, 28. Aufl. \u00a7 46 Rn. 33). Kritische Stimmen (vgl. Jescheck\/Weigend Strafrecht AT, 5. Aufl. S. 887; SSW-StGB\/Eschelbach, 2. Aufl. \u00a7 46 Rn. 93, 185; Frisch, in: 50 Jahre Bundesgerichtshof, Festgabe aus der Wissenschaft, 2000, Band IV, S. 269, 290 f.; H\u00f6rnle, Tatproportionale Strafzumessung, 1999, S. 260, 263; Gr\u00fcnewald, Das vors\u00e4tzliche T\u00f6tungsdelikt, 2010, S. 148 ff.; Foth, JR 1985, 397, 398; Bruns, JR 1981, 512, 513; M\u00fcller, NStZ 1985, 158, 161) haben darauf hingewiesen, dass die Auffassung, wonach die Vorsatzform als eine eigenst\u00e4ndige Strafzumessungstatsache ausscheide, den aus dem besonderen Teil des Strafgesetzbuchs ersichtlichen gesetzgeberischen Wertungen widerspreche (vgl. Foth, JR 1985, 398; Fahl, Zur Bedeutung des Regeltatbildes bei der Bemessung der Strafe, Diss. 1996, S. 154). Ihr ist au\u00dferdem entgegen gehalten worden, dass der Tatbestand des \u00a7 212 StGB bereits bei Vorliegen bedingten T\u00f6tungsvorsatzes erf\u00fcllt sei und die Feststellung direkten T\u00f6tungsvorsatzes in Form von T\u00f6tungsabsicht deshalb als eine Schuldsteigerung anzusehen sei, welche die Tatschuld regelm\u00e4\u00dfig erh\u00f6he (vgl. Bruns, JR 1981, 513; Fahl, aaO, S. 153 ff.; ders. JR 2017, 391, 393). Die strafsch\u00e4rfende Ber\u00fccksichtigung der hierin liegenden Schuldsteigerung gerate weder mit dem in \u00a7 46 Abs. 3 StGB verankerten Doppelverwertungsverbot von Tatbestandsmerkmalen (SSW-StGB\/Eschelbach, aaO, \u00a7 46 Rn. 93, 185; von Heintschel-Heinegg, Streng-FS 2017 S. 229, 239) noch mit dem Gedanken in Konflikt, dass es sich um das Regeltatbild des Totschlags handele (Fahl, JR 2017, 391, 393; M\u00fcKo\/Schneider, aaO, \u00a7 212 Rn. 82; Tomiak, HRRS 2017, 225 ff.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>II.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Senat hat mit Beschluss vom 1. Juni 2016 (NStZ 2017, 216) ein Anfrageverfahren nach \u00a7 132 Abs. 3 GVG eingeleitet, weil er von der bisherigen Rechtsprechung abzuweichen beabsichtigt. Er ist der Ansicht, dass beim vors\u00e4tzlichen T\u00f6tungsdelikt die Feststellung von T\u00f6tungsabsicht zu Lasten des Angeklagten strafsch\u00e4rfend ber\u00fccksichtigt werden kann, und hat bei den anderen Strafsenaten angefragt, ob sie dem zustimmen oder an entgegenstehender Rechtsprechung festhalten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Der Senat hat seine Rechtsauffassung, wonach die T\u00f6tungsabsicht zu Lasten des Angeklagten im Einzelfall strafsch\u00e4rfend ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nne, in seinem Anfragebeschluss vom 1. Juni 2016 (zustimmend Fahl, JR 2017, 301 ff. und Tomiak, HRRS 2017, 225 ff.: ablehnend Streng StV 2017, 526 ff.) im Wesentlichen wie folgt begr\u00fcndet:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Gem\u00e4\u00df \u00a7 46 Abs. 1 Satz 1 StGB sei die Schuld des T\u00e4ters Grundlage f\u00fcr die Zumessung der Strafe. Zur Ermittlung der f\u00fcr die Straffrage ma\u00dfgeblichen Strafzumessungsschuld seien alle Umst\u00e4nde heranzuziehen, die den Unrechts- und Schuldgehalt der Tat im Einzelfall kennzeichneten. \u00a7 46 Abs. 2 StGB benenne beispielhaft und nicht abschlie\u00dfend einige Bereiche derjenigen Umst\u00e4nde, die f\u00fcr die Strafzumessung aussagekr\u00e4ftig seien. Bewertungsrichtung und Gewicht dieser Strafzumessungstatsachen bestimmten in erster Linie das Tatgericht, dem hierbei von Rechts wegen ein weiter Entscheidungs- und Wertungsspielraum er\u00f6ffnet sei.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Zu den Tatsachen, die f\u00fcr die Strafzumessung relevant sein k\u00f6nnten, z\u00e4hlten auch die \u201eBeweggr\u00fcnde und die Ziele des T\u00e4ters\u201c. Der damit angesprochene subjektive Bereich, die innere Einstellung des T\u00e4ters zu seiner Tat und die mit ihr verfolgten Absichten, seien damit grunds\u00e4tzlich f\u00fcr die Strafzumessung bedeutsam.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Nach herrschender, terminologisch nicht in jeder Hinsicht einheitlicher Auffassung seien im Bereich des Vorsatzes drei Vorsatzformen zu unterscheiden, die vom bedingten Vorsatz \u00fcber den \u201edolus directus 2. Grades\u201c bis zum \u201edolus directus 1. Grades\u201c, also der Absicht, reichten. Darin komme eine Schuldschwereskala zum Ausdruck, die \u2013 wie der Senat in seinem Anfragebeschluss im Einzelnen dargelegt hat \u2013 grunds\u00e4tzlich auch durch den Gesetzgeber anerkannt sei. Sie gelte auch und gerade im Bereich der T\u00f6tungsdelikte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der mit T\u00f6tungsabsicht handelnde T\u00e4ter setze sich nicht nur \u00fcber die durch \u00a7 212 StGB strafbewehrte Verhaltensnorm, Handlungen zu unterlassen, durch die eine andere Person zu Tode kommen kann, hinweg und nehme dabei den Eintritt des tatbestandlichen Erfolges in Kauf. Es komme ihm vielmehr auf die Herbeif\u00fchrung dieses tatbestandlichen Erfolges an. Sein Handeln ziele im Wortsinne auf die Herbeif\u00fchrung des Todes einer anderen Person ab, diese sei nicht nur billigend in Kauf genommene oder wissentlich herbeigef\u00fchrte Folge, sondern Ziel seines Handelns. Dieses Streben sei in besonderem Ma\u00dfe mit einem sozialen Unwerturteil belegt. Dass der auf die Rechtsgutsverletzung gerichtete Wille eine h\u00f6here Gefahr f\u00fcr das gesch\u00fctzte Rechtsgut darstelle, weil der mit dolus directus 1. Grades handelnde T\u00e4ter sein Handlungsziel zielstrebig verfolge, liege auf der Hand.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Gleichwohl lasse sich nicht feststellen, dass ein Handeln mit direktem T\u00f6tungsvorsatz stets und schlechthin auf eine besonders verwerfliche Gesinnung oder auf eine besondere St\u00e4rke des verbrecherischen Willens eines T\u00e4ters hindeute. Eine mit bedingtem T\u00f6tungsvorsatz begangene Tat k\u00f6nne \u2013 je nach den Umst\u00e4nden des Einzelfalls \u2013 sogar eine h\u00f6here Tatschuld aufweisen als eine mit direktem T\u00f6tungsvorsatz begangene Tat. Deshalb k\u00f6nne der (isolierte) Hinweis auf die Vorsatzform im Einzelfall zur Beschreibung h\u00f6herer Tatschuld zu kurz greifen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Die strafsch\u00e4rfende Ber\u00fccksichtigung von T\u00f6tungsabsicht versto\u00dfe nicht gegen das Doppelverwertungsverbot des \u00a7 46 Abs. 3 StGB.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Nach dem in \u00a7 46 Abs. 3 StGB verankerten \u201eDoppelverwertungsverbot von Tatbestandsmerkmalen\u201c d\u00fcrften Umst\u00e4nde, die schon Merkmale des gesetzlichen Tatbestands sind, im Rahmen der Strafzumessung nicht noch einmal ber\u00fccksichtigt werden. Das Doppelverwertungsverbot hindere den Tatrichter jedoch nicht daran, im Rahmen der Strafzumessung zugunsten oder zum Nachteil eines Angeklagten den Auspr\u00e4gungsgrad oder die konkrete Modalit\u00e4t eines \u2013 objektiven oder subjektiven \u2013 Merkmals des gesetzlichen Tatbestands zu ber\u00fccksichtigen. Seien Tatbestandmerkmale steigerungsf\u00e4hig, so k\u00f6nne die Form ihrer Verwirklichung im Einzelfall im Rahmen der Strafzumessung (\u00a7 46 Abs. 2 StGB) ber\u00fccksichtigt werden. Dar\u00fcber hinaus greife das Doppelverwertungsverbot auch dann nicht ein, wenn ein Straftatbestand zwei unterschiedlich schwer wiegende Alternativen zur Verf\u00fcgung stelle.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Jedenfalls bei T\u00f6tungsabsicht handele es sich um gegen\u00fcber dem zur Tatbestandserf\u00fcllung hinreichenden bedingten T\u00f6tungsvorsatz um eine Steigerung der Vorsatzform, die den Unrechtsgehalt der Tat grunds\u00e4tzlich erh\u00f6hen k\u00f6nne. Sie k\u00f6nne daher strafsch\u00e4rfend ber\u00fccksichtigt werden. Es handele sich bei der T\u00f6tung eines Menschen mit dolus directus 1. Grades oder mit Absicht auch nicht um den normativen Regelfall des \u00a7 212 Abs. 1 StGB, der eine strafsch\u00e4rfende Ber\u00fccksichtigung des zielgerichteten Vorgehens ausschl\u00f6sse (vgl. zur Begr\u00fcndung im Einzelnen den Beschluss des Senats vom 1. Juni 2016 \u2013 2 StR 150\/15, NStZ 2017, 216).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die Strafsenate des Bundesgerichtshofs haben in ihren Antwortbeschl\u00fcssen mitgeteilt, dass sie der durch den Senat formulierten Anfrage, dass beim vors\u00e4tzlichen T\u00f6tungsdelikt die Feststellung von T\u00f6tungsabsicht zu Lasten des Angeklagten ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nne, grunds\u00e4tzlich zustimmen und entgegenstehende eigene Rechtsprechung aufgeben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Der 5. Strafsenat ist in seiner Antwort vom 23. Februar 2017 (5 ARs 57\/16, JR 2017, 391) der Rechtsauffassung des anfragenden Senats beigetreten und hat eigene entgegenstehende Rechtsprechung aufgegeben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Der 3. Strafsenat hat in seinem Beschluss vom 7. M\u00e4rz 2017 (3 ARs 21\/16, NStZ-RR 2017, 237) dem im Tenor des Anfragebeschlusses formulierten Rechtssatz unter Aufgabe eigener entgegenstehender Rechtsprechung zugestimmt. Er ist der Auffassung, dass T\u00f6tungsabsicht ein taugliches Kriterium f\u00fcr eine Strafsch\u00e4rfung sein k\u00f6nne, wobei dies der Bewertung des Tatgerichts unter Ber\u00fccksichtigung der Umst\u00e4nde des konkreten Einzelfalls obliege. Die Festlegung, welche Bewertungsrichtung einzelnen Umst\u00e4nden zukomme, sei Teil der dem Tatgericht aufgegebenen Strafzumessung, die nur einer eingeschr\u00e4nkten revisionsgerichtlichen Kontrolle unterliege. Der Senat teile die Auffassung des anfragenden Senats, dass das unbedingte Streben nach der Herbeif\u00fchrung des tatbestandlichen Erfolges je nach den konkreten Umst\u00e4nden des Einzelfalls geeignet sei, die individuelle Tatschuld zu erh\u00f6hen. Nach der Wertentscheidung des Gesetzgebers, wie sie in den Straftatbest\u00e4nden des Besonderen Teils des Strafgesetzbuchs sichtbar werde, komme den drei Vorsatzformen prinzipiell ein unterschiedlicher Schuldgehalt zu. Die Schuldschwere steigere sich im Grundsatz vom dolus eventualis \u00fcber den dolus directus 2. Grades (Wissentlichkeit) hin zum dolus directus 1. Grades (Absicht). Die kriminelle Intensit\u00e4t des T\u00e4terwillens sei beim dolus directus 1. Grades in der Regel am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt. Dem lasse sich nicht entgegenhalten, dass das au\u00dfertatbestandliche Ziel des \u201enur\u201c wissentlich T\u00f6tenden ebenso verwerflich wie das tatbestandliche Ziel des absichtlich T\u00f6tenden sein k\u00f6nne. Nehme das Tatgericht einzelfallbezogen eine solche Verwerflichkeit an, so werde es das au\u00dfertatbestandliche Ziel im Rahmen der Strafzumessung ohne weiteres zum Nachteil des wissentlich T\u00f6tenden werten; dadurch st\u00fcnde dieser sogar schlechter als der absichtlich T\u00f6tende, wenn die T\u00f6tungsabsicht nicht strafsch\u00e4rfend ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nne. Der Senat hat offen gelassen, ob die strafsch\u00e4rfende Ber\u00fccksichtigung des dolus directus 2. Grades (Wissentlichkeit) unter dem Gesichtspunkt des \u201enormativen Regelfalls\u201c gegen das Doppelverwertungsverbot gem\u00e4\u00df \u00a7 46 Abs. 3 StGB versto\u00dfe.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Der 4. Strafsenat hat in seiner Antwort vom 7. Juni 2017 (4 ARs 22\/16, NStZ-RR 2017, 238) mitgeteilt, dass er der Rechtsauffassung des 2. Strafsenats beitrete und seine fr\u00fchere Rechtsprechung, wonach die strafsch\u00e4rfende Ber\u00fccksichtigung von T\u00f6tungsabsicht bei Verurteilung wegen Totschlags gegen das in \u00a7 46 Abs. 3 StGB verankerte Doppelverwertungsverbot von Tatbestandsmerkmalen versto\u00dfe, aufgebe.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der 4. Strafsenat ist jedoch der Auffassung des vorlegenden Senats entgegengetreten, \u201edass im Bereich des subjektiven Tatbestands eine vom Gesetzgeber grunds\u00e4tzlich anerkannte Schuldschwereskala\u201c gelte und \u201edeshalb das Vorliegen von T\u00f6tungsabsicht schon f\u00fcr sich genommen regelm\u00e4\u00dfig einen Straferschwernisgrund\u201c darstelle. Es komme vielmehr jeweils auf die Umst\u00e4nde des Einzelfalls an. Die in \u00a7 46 Abs. 2 Satz 1 StGB genannten Beweggr\u00fcnde und Ziele des T\u00e4ters seien \u201eLeitpunkte f\u00fcr die Bestimmung des subjektiven Handlungsunrechts\u201c. Die einzelnen Vorsatzformen tr\u00e4fen dazu \u2013 f\u00fcr sich genommen \u2013 keine unmittelbare Aussage und bed\u00fcrften deshalb stets einer W\u00fcrdigung im Zusammenhang mit den Vorstellungen und Zielen des T\u00e4ters. Dies gelte auch f\u00fcr die T\u00f6tungsabsicht. Diese liege vor, wenn es dem T\u00e4ter auf die Herbeif\u00fchrung des Todes ankomme. Dabei sei es gleichg\u00fcltig, ob die Erreichung des Todeserfolgs f\u00fcr sicher oder nur f\u00fcr m\u00f6glich gehalten werde. Gleichg\u00fcltig sei au\u00dferdem, ob die Herbeif\u00fchrung des Todes dem T\u00e4ter erw\u00fcnscht sei oder von ihm bedauert werde. Mit T\u00f6tungsabsicht handele deshalb auch, wer den Tod eines anderen nicht um seiner selbst willen herbeif\u00fchren wolle, in ihm aber ein notwendiges Zwischenziel auf dem Weg zu dem eigentlich angestrebten Ziel sehe. Zwar spreche es f\u00fcr eine besonders starke Abweichung von den Ma\u00dfst\u00e4ben der Rechtsordnung, dass der T\u00e4ter den Tod des Opfers als (Zwischen-) Ziel seiner Handlung anstrebe; dies belege jedoch f\u00fcr sich genommen noch nicht das Vorliegen einer besonders verwerflichen Gesinnung oder eine besondere St\u00e4rke des verbrecherischen Willens. Dies zeige sich beispielhaft in F\u00e4llen der Mitleidst\u00f6tung. Wer einem moribunden Angeh\u00f6rigen das Leben nehme, um ihn von schwerem Leiden zu befreien, t\u00f6te zwar absichtlich. Der Tod des Angeh\u00f6rigen werde aber nur deshalb angestrebt, um ein \u201efraglos strafmildernd zu bewertendes Handlungsziel\u201c \u2013 den Angeh\u00f6rigen von schwerem Leiden zu befreien \u2013 zu erreichen. \u00c4hnlich liege es, wenn ein T\u00e4ter \u2013 wie beispielsweise in den so genannten \u201eHaustyrannen-F\u00e4llen\u201c \u2013 aus einer notstands\u00e4hnlichen Situation heraus absichtlich t\u00f6te.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Eine isolierte Negativbewertung der T\u00f6tungsabsicht am Ma\u00dfstab einer generellen Schuldschwereskala im Bereich des subjektiven Tatbestands bei gleichzeitiger Positivbewertung des nur durch eine T\u00f6tung erreichbaren Handlungszieles w\u00fcrde zu einer Aufspaltung der Bewertung des \u201ean sich einheitlichen subjektiven Handlungsunrechts f\u00fchren\u201c. Es best\u00fcnde au\u00dferdem die Gefahr, dass es zu einer dem Strafzumessungsrecht wesensfremden Schematisierung komme.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>T\u00f6tungsabsicht k\u00f6nne aber f\u00fcr sich genommen dann als ein selbstst\u00e4ndiger Straferschwernisgrund herangezogen werden, wenn es dem T\u00e4ter auf die Herbeif\u00fchrung des Todes \u201eum seiner selbst willen\u201c ankomme und keine weiteren relevanten Handlungsziele festzustellen seien. In F\u00e4llen der genannten Art n\u00e4here sich das subjektive Handlungsunrecht dem Mordmerkmal der Mordlust an.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>d) Der 1. Strafsenat hat in seinem Antwortbeschluss vom 27. Juli 2017 (1 ARs 20\/16) der Rechtsauffassung des anfragenden Senats grunds\u00e4tzlich zugestimmt, jedoch darauf hingewiesen, dass entscheidend f\u00fcr eine strafsch\u00e4rfende Ber\u00fccksichtigung der T\u00f6tungsabsicht sei, ob dem T\u00e4ter angesichts seiner Handlungsweise eine h\u00f6here Tatschuld vorzuwerfen sei. Das Tatgericht habe sich daher in den Urteilsgr\u00fcnden stets mit den Vorstellungen und Zielen des T\u00e4ters auseinander zu setzen und vor diesem Hintergrund zu bewerten, ob danach eine h\u00f6here Tatschuld gegeben sei. Sei dies der Fall, st\u00fcnde \u00a7 46 Abs. 3 StGB einer strafsch\u00e4rfenden Ber\u00fccksichtigung der Vorsatzform nicht entgegen. Unter dieser Ma\u00dfgabe hat der 1. Strafsenat etwa entgegenstehende eigene Rechtsprechung aufgegeben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Nach dem Ergebnis des Anfrageverfahrens besteht unter den Strafsenaten des Bundesgerichtshofs Einigkeit dar\u00fcber, dass der Tatrichter den Umstand, dass der T\u00e4ter mit T\u00f6tungsabsicht gehandelt hat, strafsch\u00e4rfend ber\u00fccksichtigen kann. Die fr\u00fcher vertretene Rechtsansicht, wonach in der strafsch\u00e4rfenden Ber\u00fccksichtigung von T\u00f6tungsabsicht ungeachtet der konkreten Umst\u00e4nde des Einzelfalls regelm\u00e4\u00dfig ein Versto\u00df gegen das Verbot der Doppelverwertung von Tatbestandsmerkmalen (\u00a7 46 Abs. 3 StGB) liegt, ist danach aufgegeben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Keine vollst\u00e4ndige Einigkeit wurde dar\u00fcber erzielt, in welcher Weise der Tatrichter die T\u00f6tungsabsicht rechtsfehlerfrei ber\u00fccksichtigen kann. W\u00e4hrend der 3. und 5. Strafsenat mit dem anfragenden Senat ungeachtet des Umstands, dass der isolierte Hinweis auf die Vorsatzform im Einzelfall zur Beschreibung h\u00f6herer Tatschuld auch zu kurz greifen k\u00f6nne, der Auffassung sind, dass eine vom Tatrichter vorgenommene isolierte Negativbewertung von T\u00f6tungsabsicht rechtlich unbedenklich sei, stehen der 1. und der 4. Strafsenat einer solchen isolierten Negativbewertung der Vorsatzform ablehnend gegen\u00fcber. Der 4. Strafsenat wendet sich gegen eine isolierte Negativbewertung am Ma\u00dfstab einer generellen Schuldschwereskala im Bereich des subjektiven Tatbestands, weil dies zu einer Aufspaltung der Bewertung des an sich einheitlichen subjektiven Handlungsunrechts f\u00fchre. Er h\u00e4lt daher eine Gesamtbewertung des subjektiven Handlungsunrechts unter strafsch\u00e4rfender Bewertung der T\u00f6tungsabsicht bei gleichzeitiger Einbeziehung der konkreten Handlungsmotive, der Beweggr\u00fcnde und der Ziele des T\u00e4ters f\u00fcr erforderlich. Eine Ausnahme hiervon will der 4. Strafsenat in F\u00e4llen anerkennen, in denen es dem T\u00e4ter auf die Herbeif\u00fchrung des Todes des Opfers \u201eum seiner selbst willen\u201c ankomme und keine weiteren relevanten Handlungsziele festgestellt werden k\u00f6nnten; in F\u00e4llen der genannten Art, in denen sich das subjektive Handlungsunrecht dem Mordmerkmal der Mordlust ann\u00e4here, k\u00f6nne die T\u00f6tungsabsicht isoliert strafsch\u00e4rfend herangezogen werden. Nach Auffassung des 1. Strafsenats ist im Rahmen einer Gesamtw\u00fcrdigung aller das subjektive Handlungsunrecht kennzeichnenden Umst\u00e4nde darzulegen, dass und aus welchen Gr\u00fcnden der festgestellten T\u00f6tungsabsicht im konkreten Einzelfall ein die Tatschuld erh\u00f6hendes Gewicht beigemessen werde. Das Tatgericht hat sich daher in den Urteilsgr\u00fcnden mit den Vorstellungen und Zielen des T\u00e4ters auseinanderzusetzen und zu bewerten, ob ihm wegen des Handelns mit T\u00f6tungsabsicht eine h\u00f6here Tatschuld vorzuwerfen ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Als Ergebnis des Anfrageverfahrens ist mithin \u2013 ungeachtet gewisser Unterschiede im Einzelnen \u2013 festzuhalten, dass die T\u00f6tungsabsicht nach Auffassung aller Strafsenate des Bundesgerichtshofs taugliches Kriterium f\u00fcr eine Strafsch\u00e4rfung sein kann. Die Frage, ob in der festgestellten T\u00f6tungsabsicht ein die Strafh\u00f6he beeinflussender, bestimmender Strafsch\u00e4rfungsgrund zu sehen ist, kann aber nur unter Ber\u00fccksichtigung der Umst\u00e4nde des jeweiligen Einzelfalls getroffen werden. Die Entscheidung hier\u00fcber obliegt dem Tatrichter, der hier \u2013 wie stets im Rahmen der Strafzumessung \u2013 gehalten ist, gegenl\u00e4ufig wirkende strafmildernde Umst\u00e4nde im konkreten Einzelfall zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>W\u00e4hrend der 1. und der 4. Strafsenat annehmen, dass die T\u00f6tungsabsicht in den gesamten Bereich des subjektiven Handlungsunrechts eingeordnet werden m\u00fcsse und eine strafsch\u00e4rfende W\u00fcrdigung nur in Betracht komme, wenn den Vorstellungen, Zielen und Absichten des T\u00e4ters unter Einschluss der T\u00f6tungsabsicht im Einzelfall ein negatives Gewicht beizumessen sei, ist der anfragende Senat mit dem 3. und dem 5. Strafsenat der Auffassung, dass eine isolierte Negativbewertung der T\u00f6tungsabsicht rechtlich unbedenklich sei, wenngleich dies nicht zu einer schematischen Betrachtungsweise f\u00fchren d\u00fcrfe; der Tatrichter habe deshalb je nach den Umst\u00e4nden des konkreten Einzelfalls auch die das Handlungsunrecht mildernden Umst\u00e4nde in den Blick zu nehmen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die strafsch\u00e4rfende Ber\u00fccksichtigung von T\u00f6tungsabsicht verst\u00f6\u00dft damit grunds\u00e4tzlich nicht gegen das Verbot der Doppelverwertung von Tatbestandsmerkmalen (\u00a7 46 Abs. 3 StGB). Mit der T\u00f6tungsabsicht verbindet sich regelm\u00e4\u00dfig \u2013 ergibt sich nicht aus gegenl\u00e4ufig zu gewichtenden Umst\u00e4nden eine andere Beurteilung des Handlungsunrechts \u2013 eine erh\u00f6hte Tatschuld des absichtsvoll T\u00f6tenden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>III.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Gemessen hieran begegnen die tatrichterlichen Ausf\u00fchrungen zur strafsch\u00e4rfenden Ber\u00fccksichtigung der T\u00f6tungsabsicht weder unter Ber\u00fccksichtigung der Auffassung des 2., 3. und 5. Strafsenats noch unter Ber\u00fccksichtigung des \u2013 abweichenden \u2013 Ma\u00dfstabs des 1. und des 4. Strafsenats durchgreifenden rechtlichen Bedenken. Das Schwurgericht hat im Rahmen der Pr\u00fcfung, ob sich die Tat als ein sonst minder schwerer Fall des Totschlags im Sinne des \u00a7 213 StGB darstellt, zwar zu Lasten des Angeklagten eingestellt, dass \u201edie Tat mit erheblicher Brutalit\u00e4t begangen wurde und der Angeklagte den Tod seiner Ehefrau absichtlich und zielgerichtet herbeif\u00fchren wollte\u201c. Auch hat es im Rahmen der Strafzumessung strafsch\u00e4rfend ber\u00fccksichtigt, dass der Angeklagte den Tod seiner Ehefrau \u201eabsichtlich und zielgerichtet herbeigef\u00fchrt hat\u201c. Das Tatgericht hat sich jedoch im Rahmen der Beweisw\u00fcrdigung sowie der rechtlichen W\u00fcrdigung bei Abhandlung der Mordmerkmale (Habgier, Heimt\u00fccke, niedrige Beweggr\u00fcnde) ausf\u00fchrlich mit den Vorstellungen, Zielen sowie den handlungsleitenden Motiven des Angeklagten auseinandergesetzt. Dabei hat es zwar Anhaltspunkte daf\u00fcr gesehen, dass der Angeklagte, der gegen\u00fcber seiner Ehefrau \u2013 nicht zuletzt aufgrund seiner narzisstischen Pers\u00f6nlichkeitsz\u00fcge \u2013 eine abwertende Haltung eingenommen habe, \u00fcber ihre Trennungsabsichten frustriert und zornig gewesen sei und Motive der Rache f\u00fcr die erlittene Kr\u00e4nkung bei der Tat eine Rolle gespielt haben k\u00f6nnten. Sichere Feststellungen zur eigentlichen Tatmotivation hat das Schwurgericht aber nicht zu treffen vermocht. Anhaltspunkte, die das Handeln des Angeklagten, in einem milderen Licht erscheinen lassen k\u00f6nnten, sind insgesamt nicht zutage getreten. Das Schwurgericht hat im \u00dcbrigen nicht \u00fcbersehen, dass beim Angeklagten zum Zeitpunkt der Tat eine \u201egro\u00dfe Entt\u00e4uschung, Frustration und Wut\u201c angesichts der Trennungsabsicht entstanden war.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_32\">32<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Vor diesem Hintergrund ist nicht zu besorgen, dass das Tatgericht der Vorsatzform isoliert und undifferenziert strafsch\u00e4rfende Wirkung beigemessen und das subjektive Handlungsunrecht nicht \u2013 wie dies nach Auffassung des 1. und des 4. Strafsenats regelm\u00e4\u00dfig erforderlich und in den Urteilsgr\u00fcnden auch darzulegen ist \u2013 insgesamt in den Blick genommen hat.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_33\">33<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die tatgerichtliche Wertung, dass der rechtsfehlerfrei festgestellten T\u00f6tungsabsicht strafsch\u00e4rfendes Gewicht beizumessen sei, h\u00e4lt sich sonach im Rahmen des tatrichterlichen Wertungsspielraums und ist von Rechts wegen nicht zu beanstanden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>IV.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_34\">34<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Anlass f\u00fcr eine Kompensationsentscheidung bestand nicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_35\">35<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Zwar hat das Revisionsverfahren, das am 5. Juni 2015 beim Bundesgerichtshof eingegangen ist, lange gedauert. Die Verfahrensdauer ist jedoch dem Umstand geschuldet, dass die Revisionshauptverhandlung am 1. Juni 2016 zur Durchf\u00fchrung des Anfrageverfahrens ausgesetzt worden ist. Nach Eingang der letzten Antwort auf den Anfragebeschluss am 8. August 2017 wurde mit Verf\u00fcgung vom 10. August 2017 neuer Hauptverhandlungstermin auf den 6. Dezember 2017 bestimmt. Eine fr\u00fchere Terminierung war in Ansehung der Terminslage des Senats nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Krehl\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Eschelbach\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Zeng\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Bartel\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Schmidt\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KORE301472018&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BGH_2_StR_150-15_KORE301472018.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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