{"id":831658,"date":"2026-05-04T10:49:55","date_gmt":"2026-05-04T08:49:55","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/beschluss-vom-21-mai-2025\/"},"modified":"2026-05-04T10:49:55","modified_gmt":"2026-05-04T08:49:55","slug":"beschluss-vom-21-mai-2025","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/beschluss-vom-21-mai-2025\/","title":{"rendered":"Beschluss vom 21. Mai 2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<div class=\"bverfg-rubrum\">\n<p>BUNDESVERFASSUNGSGERICHT<\/p>\n<p><\/p>\n<p>&#8212; 2 BvE 3\/20 &#8212;<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Beschlussf\u00e4higkeit des Bundestages III<\/p>\n<p><\/p>\n<h2 class=\"has-eagle\"><strong>IM NAMEN DES VOLKES<\/strong><\/h2>\n<p class=\"center\"><strong>In dem Verfahren<\/strong><br \/>\n<strong>\u00fcber<\/strong><br \/>\n<strong>die Antr\u00e4ge festzustellen,<\/strong><\/p>\n<p>1. \u00a0 \u00a0 dass die Vizepr\u00e4sidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth, die verfassungsm\u00e4\u00dfigen Rechte der Antragstellerin wie auch die verfassungsm\u00e4\u00dfigen Rechte des gesamten Deutschen Bundestages dadurch verletzt hat, dass sie die 107. Sitzung des Deutschen Bundestages am 27.\/28. Juni 2019, am Freitag, den 28. Juni 2019, um 1.27 Uhr, trotz der ordnungsgem\u00e4\u00dfen Bezweiflung der Beschlussf\u00e4higkeit des Deutschen Bundestages durch die Antragstellerin gem\u00e4\u00df \u00a7 45 Absatz 2 der Gesch\u00e4ftsordnung des Deutschen Bundestages, fortgesetzt hat, statt im Wege des \u201eHammelsprungs\u201c gem\u00e4\u00df \u00a7 51 Absatz 2 der Gesch\u00e4ftsordnung die Beschlussf\u00e4higkeit des Deutschen Bundestages feststellen zu lassen, und stattdessen die Beschlussfassung \u00fcber das Zweite Gesetz zur Anpassung des Datenschutzrechts an die Verordnung (EU) 2016\/679 und zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016\/680 (Zweites Datenschutz-Anpassungs- und Umsetzungsgesetz EU &#8212; 2. DSAnpUG-EU), das Gesetz zur Umsetzung der EU-Richtlinie 2016\/680 im Strafverfahren sowie zur Anpassung datenschutzrechtlicher Bestimmungen an die EU-Verordnung 2016\/679 sowie das Gesetz zur \u00c4nderung des Gesetzes \u00fcber Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzma\u00dfnahmen durch einen offensichtlich nicht beschlussf\u00e4higen Bundestag herbeif\u00fchrte,<\/p>\n<p><\/p>\n<p>2. \u00a0 \u00a0 dass der Vizepr\u00e4sident des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Friedrich, die verfassungsm\u00e4\u00dfigen Rechte der Antragstellerin dadurch verletzt und die verfassungsm\u00e4\u00dfigen Rechte des gesamten Deutschen Bundestages dadurch gef\u00e4hrdet hat, dass er auf die formelle Bezweiflung der Beschlussf\u00e4higkeit des Deutschen Bundestages seitens der Antragstellerin hin in der 124. Sitzung des Deutschen Bundestages am Freitag, den 8. November 2019, gegen 1.45 Uhr sitzungsleitend ge\u00e4u\u00dfert hat, der Bundestag sei beschlussf\u00e4hig, obwohl nur 133 Parlamentarier anwesend waren, worin zugleich der Versuch lag, den von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf zur \u00c4nderung des Energiewirtschaftsgesetzes zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2019\/692 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates \u00fcber gemeinsame Vorschriften f\u00fcr den Erdgasbinnenmarkt durch einen beschlussunf\u00e4higen Bundestag trotz vorheriger entsprechender R\u00fcge der Antragstellerin beschlie\u00dfen zu lassen,<\/p>\n<p><\/p>\n<p>3. \u00a0 \u00a0 dass das Pr\u00e4sidium des Deutschen Bundestages die Rechte der Antragstellerin da\u00addurch verletzt hat, dass es eine heimliche Abrede getroffen hat, nach der seitens der Antragstellerin gem\u00e4\u00df \u00a7 45 Absatz 2 Satz 1 der Gesch\u00e4ftsordnung vorgetragene Bezweiflungen der Beschlussf\u00e4higkeit des Deutschen Bundestages wenn irgend m\u00f6glich unabh\u00e4ngig von der tats\u00e4chlichen Sachlage und ohne jede tats\u00e4chliche Bem\u00fchung die Aufkl\u00e4rung der Zahl der tats\u00e4chlich im Plenarsaal anwesenden Parlamentarier jeweils mit der einm\u00fctigen Bejahung der Beschlussf\u00e4higkeit seitens des jeweils amtierenden Sitzungsvorstandes zu beantworten seien,<\/p>\n<p><\/p>\n<p>4. \u00a0 \u00a0 dass die Beschlussf\u00e4higkeit des Deutschen Bundestages gem\u00e4\u00df \u00a7 45 Absatz 2 Satz 1 dieser Gesch\u00e4ftsordnung, wo sie objektiv-faktisch offensichtlich nicht gegeben ist, nicht durch das jeweilige Sitzungspr\u00e4sidium kontrafaktisch ausgerufen werden kann,<\/p>\n<p><\/p>\n<p>5. \u00a0 \u00a0 dass die Bundesrepublik Deutschland der Antragstellerin die notwendigen Auslagen zu erstatten hat,<\/p>\n<p>Antragstellerin:<br \/>\nAfD-Fraktion im Deutschen Bundestag,\u00a0<br \/>\nvertreten durch die Fraktionsvorsitzenden Dr. Alice Weidel und Tino Chrupalla,<br \/>\nPlatz der Republik 1, 11011 Berlin,<br \/>\n\u00a0<\/p>\n<p>&#8212; Bevollm\u00e4chtigter: Rechtsanwalt (\u2026) &#8212;<br \/>\n\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Antragsgegner:<br \/>\n1. \u00a0 \u00a0Deutscher Bundestag,\u00a0<br \/>\nvertreten durch die Bundestagspr\u00e4sidentin Julia Kl\u00f6ckner,<br \/>\nPlatz der Republik 1, 11011 Berlin,<\/p>\n<p>2. \u00a0 \u00a0Vizepr\u00e4sidentin des Deutschen Bundestages \u00a0\u00a0<br \/>\nClaudia Roth,\u00a0<br \/>\nPlatz der Republik 1, 11011 Berlin,<\/p>\n<p>3. \u00a0 \u00a0Vizepr\u00e4sident des Deutschen Bundestages <br \/>\nDr. Hans-Peter Friedrich,\u00a0<br \/>\nPlatz der Republik 1, 11011 Berlin,<\/p>\n<p>4. \u00a0 \u00a0Pr\u00e4sidium des Deutschen Bundestages,\u00a0<br \/>\nvertreten durch die Bundestagspr\u00e4sidentin Julia Kl\u00f6ckner,<br \/>\nPlatz der Republik 1, 11011 Berlin,<br \/>\n\u00a0<\/p>\n<p>&#8212; Bevollm\u00e4chtigter zu 1.: (\u2026) &#8212;<br \/>\n\u00a0<\/p>\n<p><\/p>\n<p>hat das Bundesverfassungsgericht &#8212; Zweiter Senat &#8212;<br \/>\nunter Mitwirkung der Richterinnen und Richter<br \/>\nVizepr\u00e4sidentin K\u00f6nig,<br \/>\n\u00a0<br \/>\nLangenfeld,<br \/>\n\u00a0<br \/>\nWallrabenstein,<br \/>\n\u00a0<br \/>\nFetzer,<br \/>\n\u00a0<br \/>\nOffenloch,<br \/>\n\u00a0<br \/>\nFrank,<br \/>\n\u00a0<br \/>\nW\u00f6ckel<\/p>\n<p>am 21. Mai 2025 gem\u00e4\u00df \u00a7 24 BVerfGG beschlossen:<\/p>\n<\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<p><strong>Die Antr\u00e4ge werden verworfen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Der Antrag der Antragstellerin auf Erstattung ihrer notwendigen Auslagen wird abgelehnt.<\/strong><\/p>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<p class=\"center\"><strong>G r \u00fc n d e :<\/strong><\/p>\n<h3>A.<\/h3>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"1\">1<\/p>\n<p class=\"justify\">Das Organstreitverfahren betrifft Fragen der Beschlussf\u00e4higkeit des Deutschen Bundestages, nachdem die Antragstellerin, eine Fraktion des Bundestages, diese bezweifelt hat.<\/p>\n<h3>I.<\/h3>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"2\">2<\/p>\n<p class=\"justify\">Die Antragstellerin bezweifelte in der 107.\u00a0und 124.\u00a0Sitzung des 19.\u00a0Deutschen Bundestages dessen Beschlussf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"3\">3<\/p>\n<p class=\"justify\">1. Vor diesen beiden Sitzungen des Deutschen Bundestages hatte die Antragstellerin bereits in vier Plenarsitzungen zwischen Januar 2018 und Anfang Juni 2019 dessen Beschlussf\u00e4higkeit bezweifelt. Dies geschah zum Teil ausdr\u00fccklich in Reaktion darauf, dass kurz zuvor eines ihrer Mitglieder nicht in eine parlamentarische Position gew\u00e4hlt worden war, f\u00fcr die der Antragstellerin das Vorschlagsrecht zustand.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"4\">4<\/p>\n<p class=\"justify\">In der 7.\u00a0Sitzung des 19.\u00a0Deutschen Bundestages am 18.\u00a0Januar 2018 ging dem Bezweifeln der Beschlussf\u00e4higkeit die Wahl der Mitglieder des Parlamentarischen Kontrollgremiums voraus, bei der der Kandidat der Antragstellerin nicht die erforderliche Stimmenzahl erhielt (vgl. BTPlenProt\u00a019\/7, S.\u00a0508&lt;B&gt;, 530&lt;D&gt;). Um 22.38\u00a0Uhr bezweifelte die Antrag\u00adstellerin bei der Abstimmung \u00fcber die \u00dcberweisung eines Gesetzentwurfs an Aussch\u00fcsse des Bundestages dessen Beschlussf\u00e4higkeit (vgl. BTPlenProt\u00a019\/7, S.\u00a0619&lt;B&gt;). Die Abstimmung wurde nach \u00a7\u00a051 Abs.\u00a02 Gesch\u00e4ftsordnung des Deutschen Bundestages (im Folgenden: GO-BT) als \u201eHammelsprung\u201c durchgef\u00fchrt. Infolge der Feststellung, dass lediglich 312\u00a0Abgeordnete daran teilgenommen hatten, wurde die Sitzung um 23.19\u00a0Uhr aufgehoben (vgl. BTPlenProt\u00a019\/7, S.\u00a0619&lt;C&gt;-621&lt;D&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"5\">5<\/p>\n<p class=\"justify\">Auch in der 56.\u00a0Sitzung des 19.\u00a0Deutschen Bundestages am 12.\u00a0Oktober 2018 hatte das Bezweifeln der Beschlussf\u00e4higkeit seitens der Antragstellerin um 16.18\u00a0Uhr (vgl. BTPlenProt 19\/56, S.\u00a06239&lt;B,\u00a0C&gt;) die Durchf\u00fchrung einer Abstimmung mit Z\u00e4hlung der Stimmen nach \u00a7\u00a051 Abs.\u00a02 GO-BT und mangels Beschlussf\u00e4higkeit die Aufhebung der Sitzung zur Folge (vgl. BTPlenProt\u00a019\/56, S.\u00a06239&lt;D&gt;-6240&lt;D&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"6\">6<\/p>\n<p class=\"justify\">In der 72.\u00a0Sitzung des 19.\u00a0Deutschen Bundestages am 14.\u00a0Dezember 2018 bezweifelte die Antragstellerin um 11.38\u00a0Uhr die Beschlussf\u00e4higkeit (vgl. BTPlenProt\u00a019\/72, S.\u00a08472&lt;B&gt;), nachdem am Vortag die Wahl einer ihrer Abgeordneten zur Vizepr\u00e4sidentin gescheitert war (vgl. BTPlenProt\u00a019\/71, S.\u00a08254&lt;A&gt;, 8271&lt;C&gt;). Obwohl im Sitzungsprotokoll vermerkte \u00c4u\u00dferungen von Abgeordneten darauf hinweisen, dass die Abgeordneten der Antragstellerin weit \u00fcberwiegend an der Abstimmung, bei der die Beschlussf\u00e4higkeit bezweifelt worden war, nicht teilnahmen (vgl. BTPlenProt\u00a019\/72, S.\u00a08472&lt;B&gt;), war mehr als die H\u00e4lfte der Mitglieder des Bundestages anwesend, sodass die Sitzung fortgesetzt wurde (vgl. BTPlenProt 19\/72, S.\u00a08474&lt;B&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"7\">7<\/p>\n<p class=\"justify\">In der 104.\u00a0Sitzung des 19.\u00a0Deutschen Bundestages am 6.\u00a0Juni 2019 scheiterte erneut die Wahl eines Mitglieds der Antragstellerin zum Vizepr\u00e4sidenten (vgl. BTPlenProt\u00a019\/104, S.\u00a012667&lt;A&gt;, 12680&lt;B,\u00a0C&gt;). Auf das Bezweifeln der Beschlussf\u00e4higkeit durch die Antragstellerin um 20.40\u00a0Uhr (vgl. BTPlenProt\u00a019\/104, S.\u00a012738&lt;D&gt;) antwortete der amtierende Pr\u00e4sident, dass sich der Sitzungsvorstand einig sei und die Beschlussf\u00e4higkeit nicht bezweifle. Er begr\u00fcndete dies \u201evor allen Dingen\u201c damit, dass der Sitzungsvorstand wisse, dass er mehrere Hundert Abgeordnete, die nebenan auf dem Sommerfest der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft seien, herbeirufen k\u00f6nne (vgl. BTPlenProt\u00a019\/104, S.\u00a012738&lt;D&gt;-12739&lt;A&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"8\">8<\/p>\n<p class=\"justify\">2. In der streitgegenst\u00e4ndlichen 107.Sitzung des 19.Deutschen Bundestages vom 27.\u00a0Juni 2019 bezweifelte die Antragstellerin gegen 1.27\u00a0Uhr am 28.\u00a0Juni 2019 die Beschlussf\u00e4higkeit, unmittelbar bevor es zur Abstimmung \u00fcber die im Antrag zu\u00a01. genannten Gesetzentw\u00fcrfe in zweiter Lesung kommen sollte (vgl. BTPlenProt\u00a019\/107, S.\u00a013294&lt;D&gt;). Die die Sitzung leitende Antragsgegnerin zu\u00a02. erwiderte, der Sitzungsvorstand habe miteinander diskutiert und sei der Meinung, dass die Beschlussf\u00e4higkeit gegeben sei (vgl. BTPlenProt 19\/107, S.\u00a013295&lt;A&gt;). Die Abstimmungen \u00fcber die Gesetzentw\u00fcrfe erfolgten sodann ohne Z\u00e4hlung der Stimmen sowohl in zweiter als auch im unmittelbaren Anschluss hieran in dritter Lesung (vgl. BTPlenProt\u00a019\/107, S.\u00a013295&lt;C&gt;-13296&lt;B&gt;). Die Gesetzentw\u00fcrfe erhielten die Mehrheit der abgegebenen Stimmen ebenso wie ein sp\u00e4ter zur Abstimmung gestellter und gleichfalls im Antrag zu\u00a01. genannter Gesetzentwurf (vgl. BTPlenProt\u00a019\/107, S.\u00a013301&lt;C,\u00a0D&gt;). Aufnahmen des Parlamentsfernsehens zeigen, dass nur wenige Abgeordnete zu diesem Zeitpunkt anwesend waren.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"9\">9<\/p>\n<p class=\"justify\">Noch im Laufe des 28.\u00a0Juni 2019 befasste sich der \u00c4ltestenrat auf Antrag der Antragstellerin mit der Entscheidung des Sitzungsvorstandes, keinen \u201eHammelsprung\u201c nach \u00a7\u00a051 Abs.\u00a02 GO-BT zur Stimmz\u00e4hlung durchzuf\u00fchren. Der Pr\u00e4sident des Deutschen Bundestages erkl\u00e4rte in einer Pressemitteilung, das Pr\u00e4sidium des Bundestages sei einhellig der Auffassung, dass der Sitzungsvorstand die Vorschriften der Gesch\u00e4ftsordnung \u00fcber die Feststellung der Beschlussf\u00e4higkeit korrekt angewendet habe.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"10\">10<\/p>\n<p class=\"justify\">Am 7.\u00a0Juli 2019 beantragte die Antragstellerin beim Bundesverfassungsgericht den Erlass einer einstweiligen Anordnung, die dem Bundespr\u00e4sidenten bis zur endg\u00fcltigen Kl\u00e4rung der Rechtslage untersagen sollte, die drei im Antrag zu\u00a01. genannten Gesetze gegenzuzeichnen, auszufertigen und im Bundesgesetzblatt zu verk\u00fcnden. Mit Beschluss vom 17.\u00a0September 2019 lehnte der Zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts diesen Eil\u00adantrag ab (BVerfGE\u00a0152, 55 \u2013 Beschlussf\u00e4higkeit des Bundestages\u00a0II).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"11\">11<\/p>\n<p class=\"justify\">3. In der ebenfalls streitgegenst\u00e4ndlichen 124.\u00a0Sitzung des 19.\u00a0Deutschen Bundestages am 7.\u00a0November 2019 verfehlte zun\u00e4chst ein Abgeordneter der Antragstellerin erneut die f\u00fcr die Wahl zum Vizepr\u00e4sidenten erforderliche Mehrheit (vgl. BTPlenProt\u00a019\/124, S.\u00a015347&lt;A&gt;, 15352&lt;D&gt;). Gegen 1.45\u00a0Uhr am 8.\u00a0November 2019 rief der amtierende Pr\u00e4sident, der Antragsgegner zu\u00a03., zur Abstimmung \u00fcber einen von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf auf. Ein Abgeordneter der Antragstellerin zweifelte f\u00fcr seine Fraktion die Beschlussf\u00e4higkeit des Bundestages an (vgl. BTPlenProt\u00a019\/124, S.\u00a015475&lt;B&gt;). Der Antragsgegner zu\u00a03. antwortete hierauf: \u201eEs sieht aber ganz gut aus. \u2013 Also, wir sind im Pr\u00e4sidium der Meinung, dass die Beschlussf\u00e4higkeit gegeben ist\u201c (vgl. BTPlenProt\u00a019\/124, S.\u00a015475&lt;B&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"12\">12<\/p>\n<p class=\"justify\">Daraufhin wandte ein weiterer Abgeordneter der Antragstellerin ein, dass laut der Gesch\u00e4ftsordnung eine Fraktion bis zum Beginn der Abstimmung eine namentliche Abstimmung beantragen k\u00f6nne und die Antragstellerin dies hiermit tue (vgl. BTPlenProt\u00a019\/124, S.\u00a015475&lt;C&gt;). Das Protokoll vermerkt hierzu den Zwischenruf eines Abgeordneten der CDU\/CSU-Fraktion: \u201eNein! Wir sind in der Abstimmung!\u201c (vgl. BTPlenProt\u00a019\/124, S.\u00a015475&lt;C&gt;). Der Antragsgegner zu\u00a03. antwortete dem Abgeordneten der Antragstellerin, dass man eine namentliche Abstimmung durchf\u00fchren werde. Zuvor unterbreche er jedoch kurz die Sitzung, weil einige technische Vorkehrungen getroffen und die personelle Ausstattung sichergestellt werden m\u00fcssten (vgl. BTPlenProt\u00a019\/124, S.\u00a015475&lt;C,\u00a0D&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"13\">13<\/p>\n<p class=\"justify\">Nach drei Minuten setzte der Antragsgegner zu\u00a03. die Sitzung fort. Dabei lie\u00df er zun\u00e4chst \u00fcber den von der Bundesregierung eingebrachten Gesetzentwurf in der Fassung der Be\u00adschlussempfehlung des Ausschusses in zweiter Lesung durch Handzeichen mit Gegenprobe abstimmen und stellte anschlie\u00dfend fest, dass der Gesetzentwurf in der zweiten Beratung mit den Stimmen der Fraktionen von CDU\/CSU, SPD und FDP gegen die Stimmen der Fraktionen von AfD und B\u00fcndnis\u00a090\/Die Gr\u00fcnen bei Enthaltung der Fraktion der Linken angenommen sei (vgl. BTPlenProt\u00a019\/124, S.\u00a015475&lt;D&gt;). Sodann rief er die dritte Beratung dieses Gesetzentwurfs und die Schlussabstimmung hierzu auf und f\u00fchrte diese dem Antrag der Antragstellerin entsprechend als namentliche Abstimmung nach \u00a7\u00a052 GO-BT durch. Die Ausz\u00e4hlung ergab 133\u00a0abgegebene Stimmen. Daraufhin stellte der Antragsgegner zu\u00a03. die Beschlussunf\u00e4higkeit des Bundestages fest und hob die Sitzung auf (vgl. BTPlenProt\u00a019\/124, S.\u00a015475&lt;D&gt;-15476&lt;C&gt;).<\/p>\n<h3>II.<\/h3>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"14\">14<\/p>\n<p class=\"justify\">Mit Schriftsatz vom 7.\u00a0Mai 2020, eingegangen am selben Tag, hat die Antragstellerin ein Organstreitverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht eingeleitet, mit dem sie die im Rubrum aufgef\u00fchrten Feststellungen begehrt.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"15\">15<\/p>\n<p class=\"justify\">1. Sie tr\u00e4gt vor, sie habe bereits im Vorfeld der 107.\u00a0und 124.\u00a0Sitzung des 19.\u00a0Deutschen Bundestages mehrfach dessen Beschlussunf\u00e4higkeit ger\u00fcgt, namentlich in der 7.\u00a0Sitzung am 18.\u00a0Januar 2018 und in der 72.\u00a0Sitzung am 14.\u00a0Dezember 2018. In diesen Sitzungen sei dem Gesch\u00e4ftsordnungsrecht entsprechend ein \u201eHammelsprung\u201c durchgef\u00fchrt worden. In einem Fall sei daraufhin die Beschlussunf\u00e4higkeit festgestellt worden, im anderen Fall dagegen die Beschlussf\u00e4higkeit.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"16\">16<\/p>\n<p class=\"justify\">a) Unter den sitzungsleitenden Vizepr\u00e4sidenten habe man im Anschluss an diese beiden Sitzungen offenbar nach Methoden gesucht, den Rekurs der Antragstellerin auf das Gesch\u00e4ftsordnungsrecht grunds\u00e4tzlich und effektiv zu unterbinden. Es sei offensichtlich innerhalb des Pr\u00e4sidiums, dem Antragsgegner zu\u00a04., eine Vereinbarung geschlossen worden, wonach k\u00fcnftige \u201eBezweiflungen der Beschlussunf\u00e4higkeit\u201c durch die Antragstellerin durch ein einm\u00fctiges Bejahen der Beschlussf\u00e4higkeit seitens des Sitzungsvorstandes ins Leere laufen sollten. Ob der Pr\u00e4sident des Deutschen Bundestages eingeweiht gewesen sei, wisse sie nicht.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"17\">17<\/p>\n<p class=\"justify\">In der Folge habe der Sitzungsvorstand der 107.\u00a0Sitzung des 19.\u00a0Deutschen Bundestages unter Leitung der Antragsgegnerin zu\u00a02. die Beschlussf\u00e4higkeit einm\u00fctig festgestellt, obwohl diese bei etwa 90\u00a0anwesenden Abgeordneten ganz offensichtlich nicht bestanden habe. Eine interne Diskussion \u00fcber die Beschlussf\u00e4higkeit sei innerhalb des Sitzungsvorstandes nicht erkennbar gewesen. Schon zeitlich h\u00e4tten zwischen der R\u00fcge und deren Ablehnung nur einige Sekunden gelegen. Das lasse darauf schlie\u00dfen, dass die Schriftf\u00fchrer vorab \u00fcber den Inhalt der Vereinbarung, die unter den Mitgliedern des Antragsgegners zu\u00a04. getroffen worden sei, entsprechend instruiert worden seien. Der Deutsche Bundestag, der Antragsgegner zu\u00a01., habe infolgedessen die im Antrag zu\u00a01. genannten Gesetze beschlossen, ohne beschlussf\u00e4hig zu sein.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"18\">18<\/p>\n<p class=\"justify\">Die Vorg\u00e4nge h\u00e4tten sich in der 124.\u00a0Sitzung des 19.\u00a0Deutschen Bundestages unter Leitung des Antragsgegners zu\u00a03. wiederholt. Erneut habe der Sitzungsvorstand ein auf den ersten Blick erkennbar nicht beschlussf\u00e4higes Plenum f\u00fcr beschlussf\u00e4hig gehalten. Dabei h\u00e4tten weder der Antragsgegner zu\u00a03. noch die \u00fcbrigen Mitglieder des Sitzungsvorstandes \u00fcberhaupt versucht, die Zahl der anwesenden Abgeordneten zu ermitteln oder abzusch\u00e4tzen. Erst der Antrag auf namentliche Abstimmung habe den Versuch vereitelt, Gesetze durch einen offensichtlich nicht beschlussf\u00e4higen Bundestag beschlie\u00dfen zu lassen.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"19\">19<\/p>\n<p class=\"justify\">Es sei ausgeschlossen, dass die Antragsgegner zu\u00a02. und\u00a03. in der 107.\u00a0und 124.\u00a0Sitzung ernstlich davon ausgegangen seien, dass jeweils mehr als 355\u00a0Parlamentarier anwesend seien. Ebenso sei ausgeschlossen, dass sie \u00fcbereinstimmend der Rechtsauffassung gewesen seien, ihnen stehe die Befugnis zu, die Beschlussf\u00e4higkeit schlicht zu fingieren, wenn diese nachweislich nicht bestehe. Das identische, geradezu einstudiert wirkende Verhalten der Antragsgegner zu\u00a02. und\u00a03. k\u00f6nne kein Zufall sein. Es sei Folge einer \u201eUnrechtsvereinbarung\u201c, die die Mitglieder des Antragsgegners zu\u00a04. zu einem unbekannten Zeitpunkt nach dem 14.\u00a0Dezember 2018 getroffen h\u00e4tten und in die auch diejenigen Schriftf\u00fchrer eingeweiht gewesen sein m\u00fcssten, die nicht der Antragstellerin angeh\u00f6rten. Nach dieser Vereinbarung habe der jeweilige Sitzungsvorstand auf entsprechende R\u00fcgen der Antragstellerin ohne R\u00fccksicht auf die wahren Tatsachen und ohne weitere Pr\u00fcfung einm\u00fctig die Beschlussf\u00e4higkeit des Deutschen Bundestages ausrufen sollen. \u00dcber den genauen Inhalt der heimlichen Vereinbarung sei durch das Bundesverfassungsgericht Beweis durch Vernehmung der Mitglieder des Antragsgegners zu\u00a04. und der jeweiligen Schriftf\u00fchrer als Zeugen zu erheben. Ebenso sei \u00fcber die genauen Vorkommnisse in der 107.\u00a0und 124.\u00a0Sitzung Beweis zu erheben.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"20\">20<\/p>\n<p class=\"justify\">b) \u00a7 45 Abs. 2 Satz 1 GO-BT berechtige den jeweiligen Sitzungsvorstand nicht dazu, die Beschlussf\u00e4higkeit des Deutschen Bundestages \u201ekontrafaktisch\u201c auszurufen, obwohl diese objektiv und unstreitig nicht im Sinne von \u00a7 45 Abs. 1 GO-BT bestehe. Die Bestimmung des \u00a7 45 Abs. 2 Satz 1 GO-BT diene lediglich dem Schutz vor missbr\u00e4uchlichen R\u00fcgen der Beschlussunf\u00e4higkeit, die allein zu dem Zweck erhoben w\u00fcrden, das Gesetzgebungsverfahren sinnlos zu verz\u00f6gern. In solchen F\u00e4llen, in denen die Beschlussf\u00e4higkeit offensichtlich gegeben sei, k\u00f6nne der Sitzungsvorstand sie einm\u00fctig bejahen. Die Vorschrift stelle hingegen keine Erm\u00e4chtigung dar, eine offensichtlich nicht gegebene Beschlussf\u00e4higkeit zu fingieren. Dieses Ergebnis werde durch einen Vergleich mit der Vorschrift des \u00a7 51 Abs. 1 GO-BT gest\u00fctzt. Danach k\u00f6nne eine Ausz\u00e4hlung der abgegebenen Stimmen unterbleiben, wenn der Sitzungsvorstand \u00fcber das Ergebnis einer Abstimmung einig sei. Es sei indes offenkundig, dass der Sitzungsvorstand \u00fcber das Ergebnis einer parlamentarischen Abstim\u00admung nicht einm\u00fctig abweichend befinden k\u00f6nne. Nichts anderes k\u00f6nne bei der Anwendung des \u00a7 45 Abs. 2 Satz 1 GO-BT gelten.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"21\">21<\/p>\n<p class=\"justify\">2. Die Antragstellerin h\u00e4lt ihre Antr\u00e4ge f\u00fcr zul\u00e4ssig.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"22\">22<\/p>\n<p class=\"justify\">a) Zur Beteiligtenf\u00e4higkeit der Antragsgegner zu\u00a02. bis\u00a04. f\u00fchrt die Antragstellerin aus, dass diese als Organteile des Deutschen Bundestages nach \u00a7\u00a063 BVerfGG Beteiligte eines Organstreitverfahrens sein k\u00f6nnten. Die Antragsgegner zu\u00a02. und\u00a03. seien als Vizepr\u00e4sidenten durch die Gesch\u00e4ftsordnung des Deutschen Bundestages mit eigenen Rechten ausgestattet und daher jedenfalls sonstige Beteiligte im Sinne des Art.\u00a093 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 GG\u00a0a.F. Sollte der Antragsgegner zu\u00a04., der als Pr\u00e4sidium ein Organteil des Deutschen Bundestages sei, nicht durch die Gesch\u00e4ftsordnung mit eigenen Rechten ausgestattet und damit nicht organstreitf\u00e4hig sein, so seien dies zumindest der Pr\u00e4sident und die Vizepr\u00e4sidenten des Deutschen Bundestages.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"23\">23<\/p>\n<p class=\"justify\">b) Die vier Antr\u00e4ge betr\u00e4fen jeweils taugliche Antragsgegenst\u00e4nde.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"24\">24<\/p>\n<p class=\"justify\">Die Zur\u00fcckweisung ihrer R\u00fcge der fehlenden Beschlussf\u00e4higkeit in der 107.\u00a0Sitzung des 19.\u00a0Deutschen Bundestages durch die Antragsgegnerin zu\u00a02. stelle als Entscheidung einer Rechtsangelegenheit eine rechtlich erhebliche Ma\u00dfnahme und damit einen tauglichen Antragsgegenstand dar. Gleiches gelte f\u00fcr die anschlie\u00dfende Beschlussfassung \u00fcber die im Antrag zu\u00a01. genannten Gesetze durch den Antragsgegner zu\u00a01.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"25\">25<\/p>\n<p class=\"justify\">Als rechtserhebliche Ma\u00dfnahme sei auch die sitzungsleitende Entscheidung des Antragsgegners zu\u00a03. zu werten, die 124.\u00a0Sitzung des 19.\u00a0Deutschen Bundestages trotz der von der Antragstellerin ge\u00e4u\u00dferten Zweifel an der Beschlussf\u00e4higkeit fortzusetzen, ohne einen \u201eHammelsprung\u201c durchzuf\u00fchren. Die Rechtserheblichkeit der Ma\u00dfnahme werde nicht da\u00addurch infrage gestellt, dass das eigentliche politische Ziel der Ma\u00dfnahme \u2013\u00a0n\u00e4mlich die weitere Fortsetzung der Sitzung \u00fcber geraume Zeit hinweg und der Beschluss weiterer Gesetze, speziell und unmittelbar des im Antrag zu\u00a02. genannten Gesetzes\u00a0\u2013 dann doch nicht erreicht worden sei, weil die Antragstellerin anschlie\u00dfend einen Antrag auf namentliche Abstimmung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a052 Satz\u00a01 GO-BT gestellt und sich bei Durchf\u00fchrung derselben die Beschlussunf\u00e4higkeit erwiesen habe. Denn bei der Zur\u00fcckweisung der R\u00fcge der Beschlussunf\u00e4higkeit und der namentlichen Abstimmung handele es sich um verschiedene und voneinander getrennte Vorg\u00e4nge.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"26\">26<\/p>\n<p class=\"justify\">Einen tauglichen Antragsgegenstand stelle auch die geheime Vereinbarung unter den Mitgliedern des Antragsgegners zu\u00a04. dar, in die diejenigen Schriftf\u00fchrer eingeweiht worden seien, die nicht der Antragstellerin angeh\u00f6rten. Dieser \u201eUnrechtspakt\u201c sei als \u201egemeinschaftliche Verabredung zur Rechtsbeugung\u201c eine rechtserhebliche und nicht lediglich unverbindliche Ma\u00dfnahme.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"27\">27<\/p>\n<p class=\"justify\">Der Antrag zu\u00a04. beziehe sich auf die Vorschrift des \u00a7\u00a067 Satz\u00a03 BVerfGG. Das Bundesverfassungsgericht m\u00fcsse in Aus\u00fcbung des ihm zustehenden pflichtgem\u00e4\u00dfen Ermessens im Tenor der Entscheidung klarstellen, dass es sich bei der Beschlussf\u00e4higkeit des Deutschen Bundestages um eine im Verfassungsrecht vorausgesetzte \u00e4u\u00dfere Tatsache handele, nicht aber um eine rein gesch\u00e4ftsordnungsrechtliche Dezision aufgrund irgendwelcher Geheimabreden.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"28\">28<\/p>\n<p class=\"justify\">c) Die Antragstellerin sieht sich durch die Ma\u00dfnahmen der Antragsgegner in ihren eigenen verfassungsm\u00e4\u00dfigen Rechten verletzt und f\u00fchrt hierzu weiter aus. Auch macht sie in Prozessstandschaft Mitwirkungsrechte des Deutschen Bundestages an der Gesetzgebung geltend, die in der 107.\u00a0Sitzung verletzt und in der 124.\u00a0Sitzung unmittelbar gef\u00e4hrdet gewesen seien.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"29\">29<\/p>\n<p class=\"justify\">d) Die Organklage sei insgesamt fristgem\u00e4\u00df erhoben. Dies gelte auch f\u00fcr den Antrag zu\u00a01. Wenngleich sich der zugrundeliegende Vorgang bereits am 28.\u00a0Juni 2019 ereignet habe, sei dieser durch den \u201eUnrechtspakt\u201c, den Gegenstand des Antrags zu\u00a03., vorstrukturierend verklammert mit den Ereignissen vom 8.\u00a0November 2019, dem Gegenstand des Antrags zu\u00a02. Die Frist des \u00a7\u00a064 Abs.\u00a03 BVerfGG k\u00f6nne ohnehin erst dann zu laufen beginnen, wenn die Beteiligten des \u201eUnrechtspaktes\u201c dessen genauen Inhalt verschriftlicht h\u00e4tten, sodass sich die Antragstellerin mit diesem n\u00e4her auseinandersetzen k\u00f6nne. Daran gemessen sei die Frist zur Einreichung einer Organklage noch gar nicht in Gang gesetzt worden.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"30\">30<\/p>\n<p class=\"justify\">3. Die Antr\u00e4ge seien auch begr\u00fcndet. Die angegriffenen Ma\u00dfnahmen verletzten den Grundsatz der parlamentarischen Demokratie und speziell die Rechte des Deutschen Bundestages bei der Gesetzgebung sowie die verfassungsrechtlichen Verfahrens-, Teilhabe- und Gleichbehandlungsrechte der Antragstellerin. Die Vorschriften der Art.\u00a040 Abs.\u00a01 Satz\u00a02, Art.\u00a042 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 und Art.\u00a077 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 GG enthielten als Schutzvorschriften auch subjektiv-rechtliche Komponenten. Zudem sei das Gleichheitsrecht der in ihr organisierten Abgeordneten aus Art.\u00a038 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 GG verletzt, weil sie die fehlende Beschlussf\u00e4higkeit des Bundestages nicht mehr effektiv r\u00fcgen k\u00f6nne. Auch zur Begr\u00fcndetheit ihrer Antr\u00e4ge f\u00fchrt die Antragstellerin weiter aus.<\/p>\n<h3>III.<\/h3>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"31\">31<\/p>\n<p class=\"justify\">Der Senat hat den Organklageantrag den Antragsgegnern und der Pr\u00e4sidentin des Deutschen Bundestages sowie dem Bundespr\u00e4sidenten, der Bundesregierung und dem Bundesrat zugestellt und Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"32\">32<\/p>\n<p class=\"justify\">1. Der Deutsche Bundestag hat als Antragsgegner zu\u00a01. auf das Vorbringen der Antragstellerin erwidert. Er h\u00e4lt den Antrag f\u00fcr unzul\u00e4ssig und unbegr\u00fcndet. Hierbei f\u00fchrt er unter anderem aus, dass die Antragsgegner zu\u00a02. bis\u00a04. nicht Beteiligte eines Organstreitverfahrens sein k\u00f6nnten. Es gen\u00fcge nicht, dass die Beteiligten in der Gesch\u00e4ftsordnung des Deutschen Bundestages lediglich erw\u00e4hnt w\u00fcrden. Ihnen m\u00fcssten auch eigene organschaftliche Befugnisse verliehen werden. Solche fehlten jedoch f\u00fcr die Vizepr\u00e4sidenten und das Pr\u00e4sidium. Nur der Pr\u00e4sident k\u00f6nne als ein mit eigenen Rechten ausgestatteter Organteil des Bundestages Antragsgegner sein. Er \u00fcbe die Sitzungsleitung in eigener Verantwortung und unabh\u00e4ngig aus. Die beanstandeten sitzungsleitenden Ma\u00dfnahmen seien daher weder dem Deutschen Bundestag noch den Vizepr\u00e4sidenten noch dem Pr\u00e4sidium, sondern stets dem Pr\u00e4sidenten zuzurechnen.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"33\">33<\/p>\n<p class=\"justify\">2. Die Antragsgegner zu\u00a02. und\u00a03. haben sich der Erwiderung des Antragsgegners zu\u00a01. angeschlossen. Der Antragsgegner zu\u00a04. hat sich nicht ge\u00e4u\u00dfert.<\/p>\n<h3>IV.<\/h3>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"34\">34<\/p>\n<p class=\"justify\">Die Antragstellerin hat auf die Antragserwiderung des Antragsgegners zu\u00a01. hin weiter ausgef\u00fchrt, ohne hierbei auf den Einwand einzugehen, die beanstandeten Ma\u00dfnahmen m\u00fcssten dem Pr\u00e4sidenten des Deutschen Bundestages zugerechnet und daher die Organklage gegen ihn gerichtet werden.<\/p>\n<p><\/p>\n<h3>B.<\/h3>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"35\">35<\/p>\n<p class=\"justify\">Die Antr\u00e4ge sind \u2013\u00a0soweit es sich nicht ohnehin um eine blo\u00dfe Anregung handelt\u00a0\u2013 unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<h3>I.<\/h3>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"36\">36<\/p>\n<p class=\"justify\">Der Antrag zu\u00a01. ist verfristet.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"37\">37<\/p>\n<p class=\"justify\">1. Nach \u00a7\u00a064 Abs.\u00a03 BVerfGG muss der Antrag im Organstreitverfahren binnen sechs Monaten, nachdem die beanstandete Ma\u00dfnahme oder Unterlassung dem Antragsteller bekannt geworden ist, gestellt werden. Die Vorschrift enth\u00e4lt eine gesetzliche Ausschlussfrist, nach deren Ablauf im Organstreitverfahren Rechtsverletzungen nicht mehr geltend gemacht werden k\u00f6nnen (vgl. BVerfGE\u00a0118, 277 &lt;320&gt;; 151, 191 &lt;197\u00a0f. Rn.\u00a017&gt; \u2013 Bundesverfassungsrichterwahl II; 166, 93 &lt;154 Rn.\u00a0164&gt; \u2013 Finanzierung Desiderius-Erasmus-Stiftung).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"38\">38<\/p>\n<p class=\"justify\">Mit dieser Ausschlussfrist sollen im Organstreitverfahren angreifbare Rechtsverletzungen nach einer bestimmten Zeit im Interesse der Rechtssicherheit au\u00dfer Streit gestellt werden (vgl. BVerfGE\u00a080, 188 &lt;210&gt;; 92, 80 &lt;89&gt;; 114, 107 &lt;116&gt;; 140, 1 &lt;22 Rn.\u00a059&gt;). Fristvorschriften sind formale Ordnungsvorschriften. Daher m\u00fcssen Fristen aus dem Gesetzestext sofort, eindeutig und klar erkennbar sein. Sie k\u00f6nnen nicht erst aus Sinn und Zusammenhang der Gesetze durch eine ausdehnende Auslegung gefunden werden (vgl. BVerfGE\u00a04, 31 &lt;37&gt;; vgl. auch BVerfG, Beschluss der 3.\u00a0Kammer des Zweiten Senats vom 27.\u00a0M\u00e4rz 2001 &#8212;\u00a02\u00a0BvR 2211\/97\u00a0\u2011, juris, Rn.\u00a014).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"39\">39<\/p>\n<p class=\"justify\">Die Wahrung der Frist ist f\u00fcr jeden einzelnen (Haupt- und\/oder Hilfs-)Antrag gesondert festzustellen (vgl. BVerfGE\u00a084, 304 &lt;320&gt;; 118, 277 &lt;320&gt;). Jede ger\u00fcgte Rechtsverletzung muss jeweils innerhalb der Sechs-Monats-Frist im Organstreitverfahren angegriffen werden (vgl. BVerfGE\u00a0131, 152 &lt;191\u00a0ff.&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"40\">40<\/p>\n<p class=\"justify\">2. Nach diesen Ma\u00dfst\u00e4ben wahrt der Antrag zu\u00a01. die Frist des \u00a7\u00a064 Abs.\u00a03 BVerfGG nicht (a). Daran vermag auch die von der Antragstellerin geltend gemachte Verklammerung des Geschehens mit sp\u00e4teren Ereignissen durch die \u2013\u00a0von ihr vermutete\u00a0\u2013 heimliche Abrede nichts zu \u00e4ndern (b).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"41\">41<\/p>\n<p class=\"justify\">a) Mit dem Antrag zu\u00a01. beanstandet die Antragstellerin das Vorgehen der Antragsgegnerin zu\u00a02. als Vizepr\u00e4sidentin in der 107.\u00a0Sitzung des 19.\u00a0Deutschen Bundestages am Freitag, den 28.\u00a0Juni 2019. Da die Antragstellerin hiervon unmittelbar Kenntnis erlangte, begann die sechsmonatige Ausschlussfrist insoweit am selben Tag, also am 28.\u00a0Juni 2019, zu laufen. Der entsprechende Antrag wurde indes erst am 7.\u00a0Mai 2020 und damit nach Fristablauf gestellt.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"42\">42<\/p>\n<p class=\"justify\">Auf die sp\u00e4tere Verk\u00fcndung der im Antrag zu\u00a01. genannten Gesetze am 25.\u00a0November 2019 kommt es f\u00fcr den Beginn der Frist des \u00a7\u00a064 Abs.\u00a03 BVerfGG nicht an. Zwar beginnt die Sechs-Monats-Frist erst mit der Verk\u00fcndung des Gesetzes zu laufen, wenn sich der Antrag gegen den Erlass eines Gesetzes richtet (vgl. BVerfGE\u00a024, 252 &lt;258&gt;; 92, 80 &lt;87&gt;; 118, 277 &lt;320\u00a0f.&gt;; 140, 1 &lt;22 Rn.\u00a059&gt;). Der Antrag zu\u00a01. wendet sich jedoch nicht gegen den Erlass der darin bezeichneten Gesetze. Durch diese Gesetze sieht sich die Antragstellerin nicht in ihren Rechten verletzt. Vielmehr beanstandet sie als Ma\u00dfnahme im Sinne des \u00a7\u00a064 Abs.\u00a01 BVerfGG allein den Umgang mit den von ihr ge\u00e4u\u00dferten Zweifeln an der Beschlussf\u00e4higkeit des Bundestages am 28.\u00a0Juni 2019 durch die Antragsgegnerin zu\u00a02., die, ohne die Beschlussf\u00e4higkeit feststellen zu lassen, die Sitzung fort- und eine Beschlussfassung durch den Antragsgegner zu\u00a01. herbeif\u00fchrte. Wird \u2013\u00a0wie hier\u00a0\u2013 lediglich ein Einzelakt des mehrgliedrigen Normsetzungsverfahrens (vgl. BVerfGE\u00a0118, 277 &lt;317&gt;) beanstandet, spielt die sp\u00e4tere Verk\u00fcndung des Gesetzes f\u00fcr den Fristlauf keine Rolle (vgl. Bethge, in: Schmidt-Bleibtreu\/Klein\/Bethge, BVerfGG, \u00a7\u00a064 Rn.\u00a0132 &lt;Jan.\u00a02017&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"43\">43<\/p>\n<p class=\"justify\">b) An diesem Fristlauf vermag die Behauptung der Antragstellerin, unter den Mitgliedern des Antragsgegners zu\u00a04. habe eine heimliche Abrede bestanden, die die Vorg\u00e4nge in den Sitzungen am 27.\/28.\u00a0Juni 2019 und 7.\/8.\u00a0November 2019 verklammere, nichts zu \u00e4ndern. Eine solche Abrede k\u00f6nnte \u2013\u00a0ihr Vorliegen unterstellt\u00a0\u2013 nicht dazu f\u00fchren, dass die mit den Antr\u00e4gen zu\u00a01. und\u00a02. ger\u00fcgten Vorg\u00e4nge eine im Hinblick auf den Fristlauf einheitliche Ma\u00dfnahme oder Unterlassung darstellen. Eine Gesamtbetrachtung beider Antragsgegenst\u00e4nde widerspr\u00e4che schon dem Wesen der Fristvorschriften als formale Ordnungsvorschriften, die der Rechtssicherheit dienen (vgl. BVerfGE\u00a04, 31 &lt;37&gt;). Konsequenterweise stellt die Antragstellerin auch zwei getrennte Antr\u00e4ge.<\/p>\n<h3>II.<\/h3>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"44\">44<\/p>\n<p class=\"justify\">Der Antrag zu\u00a02. gen\u00fcgt den Begr\u00fcndungsanforderungen nicht. Die Antragstellerin schildert weder ein Verhalten des Antragsgegners zu\u00a03., das ein von ihr geltend gemachtes Recht verletzt haben k\u00f6nnte, noch legt sie dar, dass sich ihr Antrag gegen den richtigen Antragsgegner richtet.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"45\">45<\/p>\n<p class=\"justify\">1. Die Anforderungen an die Begr\u00fcndung eines Organklageantrags regeln \u00a7\u00a064 Abs.\u00a01 und\u00a02 sowie \u00a7\u00a023 Abs.\u00a01 BVerfGG (a). Aus ihnen folgt, dass die Antragsschrift zu den Antragsvoraussetzungen hinreichend nachvollziehbare Darlegungen enthalten muss (b).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"46\">46<\/p>\n<p class=\"justify\">a) Ein Antrag im Organstreitverfahren ist gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a064 Abs.\u00a01 BVerfGG nur zul\u00e4ssig, wenn der Antragsteller schl\u00fcssig behauptet (vgl. BVerfGE\u00a0129, 356 &lt;365&gt;), dass er oder das Organ, dem er angeh\u00f6rt, durch eine Ma\u00dfnahme oder Unterlassung des Antragsgegners in seinen ihm durch das Grundgesetz \u00fcbertragenen Rechten und Pflichten verletzt oder unmittelbar gef\u00e4hrdet ist. Schl\u00fcssig ist die Behauptung einer Rechtsverletzung, wenn sie nach dem vorgetragenen Sachverhalt m\u00f6glich erscheint (vgl. BVerfGE\u00a080, 188 &lt;209&gt;; 129, 356 &lt;365&gt;; f\u00fcr weitere Verfahrensarten vgl. BVerfGE\u00a093, 195 &lt;204&gt;; 102, 224 &lt;232&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"47\">47<\/p>\n<p class=\"justify\">Neben der Vorgabe des \u00a7\u00a064 Abs.\u00a02 BVerfGG, dass im Antrag die Bestimmung des Grundgesetzes zu bezeichnen ist, gegen die durch die beanstandete Ma\u00dfnahme oder Unterlassung des Antragsgegners versto\u00dfen wird, gilt auch f\u00fcr das Organstreitverfahren die allgemeine Verfahrensvorschrift des \u00a7\u00a023 Abs.\u00a01 BVerfGG (vgl. BVerfGE\u00a024, 252 &lt;258&gt;; 157, 300 &lt;310 Rn.\u00a025&gt; m.w.N. \u2013 Unterschriftenquoren Bundestagswahl). \u00a7\u00a023 Abs.\u00a01 und \u00a7\u00a064 Abs.\u00a01 und\u00a02 BVerfGG regeln gemeinsam die Anforderungen an die Substantiierung des Antrags. Im Organstreit ist substantiiert darzulegen, dass ausgehend von der benannten Verfassungsbestimmung die M\u00f6glichkeit der behaupteten Rechtsverletzung besteht (vgl. BVerfGE\u00a0165, 270 &lt;288 Rn.\u00a055&gt; \u2013 PartGua\u00c4ndG\u00a02018 \u2013 Organstreit). Dies verlangt eine \u00fcber die blo\u00dfe Bezeichnung der Zul\u00e4ssigkeitsvoraussetzungen des \u00a7\u00a064 BVerfGG hinausgehende n\u00e4here Substantiierung der Begr\u00fcndung (vgl. BVerfGE\u00a024, 252 &lt;258&gt;; 157, 1 &lt;20 Rn.\u00a061&gt; m.w.N. \u2013 CETA-Organstreit I).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"48\">48<\/p>\n<p class=\"justify\">b) Der Antragsteller muss hierf\u00fcr den die Rechtsverletzung enthaltenden Vorgang, also die rechtserhebliche Ma\u00dfnahme oder Unterlassung (aa), und die Verantwortlichkeit des Antragsgegners hierf\u00fcr (bb) nachvollziehbar darlegen.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"49\">49<\/p>\n<p class=\"justify\">aa) Im Organstreitverfahren muss die beanstandete Ma\u00dfnahme beziehungsweise Unterlassung gem\u00e4\u00df 64 Abs. 2 BVerfGG hinreichend konkret bezeichnet werden (vgl. BVerfGE 118, 244 &lt;255\u00a0ff.&gt;; 139, 194 &lt;220 Rn.\u00a097&gt;; 166, 93 &lt;138 Rn.\u00a0127&gt;), weil nur auf dieser Grundlage die Pr\u00fcfung einer Verletzung der organschaftlichen Rechte m\u00f6glich ist. Der Antragsteller muss konkrete Ma\u00dfnahmen nachvollziehbar darlegen und sich mit deren Inhalt sowie Wirkungen n\u00e4her auseinandersetzen (vgl. BVerfGE\u00a0166, 93 &lt;138 Rn.\u00a0127&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"50\">50<\/p>\n<p class=\"justify\">Die m\u00f6gliche Rechtsverletzung, deren Feststellung der Antragsteller mit der Organklage begehrt, muss sich aus seinem Sachvortrag ergeben (vgl. BVerfGE\u00a02, 347 &lt;366&gt;; 13, 123 &lt;125&gt;; 57, 1 &lt;5&gt;; 60, 374 &lt;381&gt;; 134, 141 &lt;195 Rn.\u00a0161&gt;). Handelt es sich um Verfahrens\u00adabl\u00e4ufe im Deutschen Bundestag, muss der Antragsteller den f\u00fcr den Antragsgegenstand relevanten Ablauf des parlamentarischen Geschehens entsprechend dem Sitzungsprotokoll vollst\u00e4ndig und widerspruchsfrei darstellen, um sich auf dieser Grundlage mit der angegriffenen Ma\u00dfnahme oder Unterlassung auseinandersetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"51\">51<\/p>\n<p class=\"justify\">Zwar kann das Bundesverfassungsgericht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a026 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BVerfGG die zur Erforschung der Wahrheit erforderlichen Beweise erheben. Es gilt der Untersuchungsgrundsatz (vgl. Lenz\/Hansel, BVerfGG, 4.\u00a0Aufl. 2024, \u00a7\u00a026 Rn.\u00a01). Bei der Pr\u00fcfung von Verfassungsbeschwerden ist das Bundesverfassungsgericht jedoch nicht gehalten, sich den Sachverhalt durch langwieriges Recherchieren aus weiteren Unterlagen zu erschlie\u00dfen (vgl. BVerfGE 83, 216 &lt;228&gt;; 131, 66 &lt;82&gt;). Es ist nicht seine Aufgabe, aufgrund eines undifferenzierten Hinweises auf noch beizuziehende Akten, fr\u00fchere Schrifts\u00e4tze, auf Gutachten oder Stellungnahmen den dortigen Vortrag auf verfassungsrechtlich relevante Lebenssachverhalte hin zu untersuchen oder sich diese Unterlagen gar selbst zu beschaffen. Zumindest die tats\u00e4chlichen Umst\u00e4nde, aus denen die Grundrechtsverletzung abgeleitet wird, sind in der Beschwerdeschrift selbst zu nennen (vgl. BVerfGE\u00a080, 257 &lt;263&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"52\">52<\/p>\n<p class=\"justify\">Entsprechendes gilt auch im Organstreitverfahren (vgl. Barczak, in: ders., BVerfGG, 2018, \u00a7\u00a064 Rn.\u00a02). Zwar muss das Bundesverfassungsgericht in diesem Verfahren die streiterheblichen Tatsachen feststellen (vgl. Walter, in: Walter\/Gr\u00fcnewald, BeckOK BVerfGG, \u00a7\u00a026 Rn.\u00a01 &lt;Dez.\u00a02024&gt;). Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Antragsteller auf einen hinreichend konkreten und nachvollziehbaren Vortrag zu der angegriffenen Ma\u00dfnahme oder Unterlassung verzichten k\u00f6nnte. Das Bundesverfassungsgericht muss aus der Antragsschrift heraus den Sachverhalt erkennen k\u00f6nnen, aus dem sich die behauptete Verletzung oder unmittelbare Gef\u00e4hrdung eines organschaftlichen Rechts nachvollziehbar ergibt (vgl. Schorkopf, in: Burkiczak\/Dollinger\/Schorkopf, BVerfGG, 2.\u00a0Aufl. 2022, \u00a7\u00a064 Rn.\u00a032). Denn der Streitgegenstand wird nach \u00a7\u00a064 Abs.\u00a01 und\u00a02 BVerfGG durch den Antragsteller bestimmt, indem er in seinem Antrag die Ma\u00dfnahme oder Unterlassung sowie die Grundgesetzbestimmung bezeichnet, gegen die diese versto\u00dfen haben soll. Das Bundesverfassungsgericht ist an diese Begrenzung des Streitstoffs gebunden (vgl. BVerfGE\u00a02, 347 &lt;367\u00a0f.&gt;; 68, 1 &lt;63&gt;; 138, 102 &lt;108 Rn.\u00a023&gt;; 162, 207 &lt;224\u00a0f. Rn.\u00a057&gt; \u2013 \u00c4u\u00dferungsbefugnisse der Bundeskanzlerin; 165, 270 &lt;287 Rn.\u00a054&gt;; 166, 93 &lt;145 Rn.\u00a0145&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"53\">53<\/p>\n<p class=\"justify\">bb) Ebenso muss das Antragsvorbringen darlegen, dass sich die Organklage gegen den richtigen Antragsgegner richtet. Gegen welche Person oder Institution der Antrag zu richten ist, h\u00e4ngt davon ab, wer die beanstandete Ma\u00dfnahme oder Unterlassung verursacht hat und rechtlich verantworten muss (vgl. BVerfGE\u00a0118, 277 &lt;322&gt;; 140, 115 &lt;140 Rn.\u00a061&gt;; BVerfG, Urteil des Zweiten Senats vom 18.\u00a0September 2024 &#8212; 2\u00a0BvE 1\/20, 2\u00a0BvE 10\/21 -, Rn.\u00a077). Der Antragsteller muss schl\u00fcssig dartun, dass der Antragsgegner die Verantwortung f\u00fcr die Ma\u00dfnahme oder Unterlassung tr\u00e4gt (vgl. BVerfGE\u00a0140, 115 &lt;140 Rn.\u00a061&gt;; 143, 101 &lt;131 Rn.\u00a099\u00a0f.&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"54\">54<\/p>\n<p class=\"justify\">2. Diesen Anforderungen gen\u00fcgt das Antragsvorbringen in Bezug auf den Antrag zu\u00a02. nicht.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"55\">55<\/p>\n<p class=\"justify\">Anders als der Antrag zu\u00a01. greift der Antrag zu\u00a02. nicht die Durchf\u00fchrung von Beschlussfassungen des Antragsgegners zu\u00a01. an. Vielmehr wendet sich die Antragstellerin in Bezug auf die 124.\u00a0Sitzung lediglich gegen die Reaktion des Antragsgegners zu\u00a03. auf ihr Bezweifeln der Beschlussf\u00e4higkeit. Warum das von ihr geschilderte Verhalten des Antragsgegners zu\u00a03. (m\u00f6glicherweise) rechtsverletzend sein soll, erschlie\u00dft sich aus ihrem Vorbringen nicht (a). Zudem fehlt substantiierter Vortrag dazu, dass sich der Antrag zu\u00a02. gegen den richtigen Antragsgegner richtet (b).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"56\">56<\/p>\n<p class=\"justify\">a) Die Antragstellerin legt den Gegenstand ihres Antrags nicht vollst\u00e4ndig dar. Worin eine m\u00f6gliche Rechtsverletzung oder unmittelbare Rechtsgef\u00e4hrdung liegen soll, ergibt sich aus ihrer Schilderung der Ma\u00dfnahmen und Unterlassungen des Antragsgegners zu\u00a03. nicht.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"57\">57<\/p>\n<p class=\"justify\">aa) Der Begriff der Ma\u00dfnahme umfasst hierbei nicht nur Rechts-, sondern auch Realakte (vgl. BVerfGE\u00a044, 125 &lt;137\u00a0f.&gt;; 140, 115 &lt;139 Rn.\u00a059&gt;). Die Ma\u00dfnahme muss jedoch rechtserheblich sein, da sie nur dann geeignet ist, die Rechtsstellung des Antragstellers zu beeintr\u00e4chtigen (vgl. BVerfGE\u00a0140, 115 &lt;139\u00a0f. Rn.\u00a059&gt;; 166, 93 &lt;138 Rn.\u00a0126&gt;). Zumindest muss sie sich zu einem die Rechtsstellung des Antragstellers beeintr\u00e4chtigenden, rechtserheblichen Verhalten verdichten k\u00f6nnen (vgl. BVerfGE\u00a057, 1 &lt;5&gt;; 60, 374 &lt;381&gt;; 97, 408 &lt;414&gt;; 120, 82 &lt;96&gt;; 138, 45 &lt;59\u00a0f. Rn.\u00a027&gt;). Dies k\u00f6nnen auch parlamentsinterne Organisationsma\u00dfnahmen sein, durch die verfassungsrechtliche Positionen der Antragsteller eines Organstreits betroffen sind (vgl. BVerfGE70, 324 &lt;350&gt;; 80, 188 &lt;209&gt;; 140, 115 &lt;139\u00a0f. Rn.\u00a059&gt;). In Betracht kommt etwa die konkrete Vorenthaltung gesch\u00e4ftsordnungsm\u00e4\u00dfiger Befugnisse (vgl. BVerfGE\u00a070, 324 &lt;350&gt;; 84, 304 &lt;317\u00a0f.&gt;).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"58\">58<\/p>\n<p class=\"justify\">bb) Die Antragstellerin macht zwar geltend, ihr seien gesch\u00e4ftsordnungsm\u00e4\u00dfige Befugnisse im Zusammenhang mit ihrem Bezweifeln der Beschlussf\u00e4higkeit vorenthalten worden. Sie tr\u00e4gt jedoch lediglich vor, der Antragsgegner zu\u00a03. habe auf ihr Bezweifeln der Beschlussf\u00e4higkeit hin die Sitzung fortgesetzt, ohne einen \u201eHammelsprung\u201c durchzuf\u00fchren. Die vollst\u00e4ndigen Abl\u00e4ufe im Einzelnen, insbesondere dass eine Abstimmung ohne Z\u00e4hlung der Stimmen erfolgte, schildert die Antragstellerin hingegen nicht.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"59\">59<\/p>\n<p class=\"justify\">Dies w\u00e4re jedoch notwendig. Denn nach dem Vorbringen der Antragstellerin, die der Auffassung ist, ihr habe nach \u00a7\u00a045 Abs.\u00a02 GO-BT ein Recht auf Abstimmung mit Stimmz\u00e4hlung zugestanden, kann die rechtserhebliche Ma\u00dfnahme des Antragsgegners zu\u00a03. nur die Durch\u00adf\u00fchrung der Abstimmung ohne Stimmz\u00e4hlung sein. Allein die Fortsetzung einer Sitzung stellt noch keine rechtserhebliche Ma\u00dfnahme des amtierenden Pr\u00e4sidenten dar. Rechtserheblich kann in diesem Zusammenhang nur das Unterlassen einer durch die Gesch\u00e4ftsordnung oder aus anderen Gr\u00fcnden gebotenen Ma\u00dfnahme sein.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"60\">60<\/p>\n<p class=\"justify\">Auch aus ihrem Vortrag zum weiteren Verlauf der streitgegenst\u00e4ndlichen Sitzung erschlie\u00dft sich nicht, welche rechtserhebliche Ma\u00dfnahme oder Unterlassung konkret beanstandet wird. Die Antragstellerin tr\u00e4gt zum einen vor, die Zur\u00fcckweisung ihrer R\u00fcge der Beschlussunf\u00e4higkeit habe die Rechte des Bundestages gef\u00e4hrdet, weil der Bundestag ohne einen Antrag der Antragstellerin auf namentliche Abstimmung unverz\u00fcglich in die Abstimmungsphase \u00fcbergegangen w\u00e4re. Zum anderen f\u00fchrt sie aus, die Verletzungshandlung in Bezug auf ihre Rechte sei bereits vollendet gewesen, weil die namentliche Abstimmung ein rechtlich neuer, unabh\u00e4ngiger Vorgang gewesen sei. Inwiefern sich aus diesem Vorgang, den die Antragstellerin mit ihrem Antrag auf namentliche Abstimmung selbst herbeigef\u00fchrt hat, eine Rechtsverletzung ergeben soll, ist nicht ersichtlich. Eine widerspruchsfreie Darstellung der behaupteten Rechtsverletzung liegt damit nicht vor.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"61\">61<\/p>\n<p>b) Zudem ergibt sich aus dem Vortrag der Antragstellerin nicht, dass der Antrag zu\u00a02. gegen den richtigen Antragsgegner gerichtet sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"62\">62<\/p>\n<p class=\"justify\">aa) Organstreitverfahren, die sitzungsleitende Entscheidungen im Rahmen der Plenarsitzungen des Deutschen Bundestages zum Gegenstand haben, sind gegen den Pr\u00e4sidenten oder die Pr\u00e4sidentin des Deutschen Bundestages zu richten (vgl. zur Aus\u00fcbung der Ordnungs- und Disziplinargewalt BVerfGE\u00a060, 374 &lt;378&gt;; zur Zulassung eines Wahlvorschlags BVerfGE\u00a0160, 368 &lt;377 Rn.\u00a028&gt; \u2013 Wahl eines Vizepr\u00e4sidenten des Bundestages \u2013 Vorschlagsrecht).<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"63\">63<\/p>\n<p class=\"justify\">Der Pr\u00e4sident des Deutschen Bundestages ist dabei auch dann der richtige Antragsgegner, wenn es um die Ma\u00dfnahme eines Stellvertreters geht, da die Stellvertreter als \u201eamtierende Pr\u00e4sidenten\u201c (\u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 GO-BT) an seiner Stelle handeln (vgl. BVerfGE\u00a060, 374 &lt;378&gt;; 160, 368 &lt;377 Rn.\u00a028&gt;). Das Handeln der Stellvertreter wird dem Pr\u00e4sidenten des Bundestages zugerechnet und von ihm verantwortet.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"64\">64<\/p>\n<p class=\"justify\">bb) Dies zugrunde gelegt bleibt auch nach W\u00fcrdigung des gesamten Vorbringens der Antragstellerin zweifelhaft, aus welchen Gr\u00fcnden es sich bei dem Antragsgegner zu\u00a03. um den richtigen Antragsgegner handeln soll. Insbesondere setzt die Antragstellerin der Antragserwiderung, die ausdr\u00fccklich Zweifel an der passiven Prozessf\u00fchrungsbefugnis des Antragsgegners zu\u00a03. ge\u00e4u\u00dfert hat, nichts entgegen. Der Hinweis der Antragstellerin dar\u00adauf, dass sie nicht wisse, ob der Pr\u00e4sident des Deutschen Bundestages von der \u201eheimlichen Abrede\u201c wisse, die seine Stellvertreter im Pr\u00e4sidium getroffen haben sollen, l\u00e4sst den Schluss auf eine eigene rechtliche Verantwortlichkeit der Vizepr\u00e4sidenten nicht zu.<\/p>\n<h3>III.<\/h3>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"65\">65<\/p>\n<p class=\"justify\">Der Antrag zu\u00a03. bezieht sich nicht auf einen tauglichen Antragsgegenstand.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"66\">66<\/p>\n<p class=\"justify\">1. Voraussetzung daf\u00fcr, dass eine Ma\u00dfnahme oder Unterlassung Gegenstand eines Organstreits nach \u00a7\u00a064 Abs.\u00a01 BVerfGG sein kann, ist nicht nur, dass sie rechtserheblich ist (vgl. oben Rn.\u00a057). Erforderlich ist zudem, dass die ger\u00fcgte Ma\u00dfnahme oder Unterlassung objektiv vorliegt (vgl. BVerfGE\u00a0150, 163 &lt;166 Rn.\u00a011&gt;). Andernfalls ist eine Rechtsverletzung nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"67\">67<\/p>\n<p class=\"justify\">Hierzu muss der Antragsteller hinreichend vortragen. Dabei kann offenbleiben, ob ein Organklageantrag auch dann zul\u00e4ssig sein kann, wenn der Antragsteller von einer ger\u00fcgten Ma\u00dfnahme lediglich vom H\u00f6rensagen berichten kann (vgl. BVerfGE\u00a0140, 115 &lt;142\u00a0f. Rn.\u00a068&gt;). Jedenfalls gen\u00fcgen blo\u00dfe Vermutungen ins Blaue hinein nicht. Das Bundesverfassungsgericht ist lediglich bei hinreichend substantiiertem Vortrag zur Sachaufkl\u00e4rung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a026 Abs.\u00a01 BVerfGG verpflichtet.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"68\">68<\/p>\n<p class=\"justify\">2. Die Antragstellerin tr\u00e4gt hinsichtlich des Antrags zu\u00a03. lediglich vor, dass innerhalb des Pr\u00e4sidiums des Deutschen Bundestages (vgl. \u00a7\u00a05 GO-BT), eine \u201eheimliche Verabredung\u201c getroffen worden sei, wonach die Beschlussf\u00e4higkeit in s\u00e4mtlichen F\u00e4llen, in denen ihre Abgeordneten sie bezweifelten, einm\u00fctig durch den Sitzungsvorstand zu bejahen sei.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"69\">69<\/p>\n<p class=\"justify\">a) Damit legt sie mehr als vage Anhaltspunkte f\u00fcr eine solche Abrede, auf denen die Vermutung der Antragstellerin gr\u00fcndet, nicht dar. Die Antragstellerin nimmt lediglich die gleichartigen Vorgehensweisen der Antragsgegner zu\u00a02. und\u00a03. als Stellvertreter des Pr\u00e4sidenten in der 107.\u00a0und 124.\u00a0Sitzung zum Anlass ihrer Vermutung. Dabei \u00fcbergeht sie, dass das einm\u00fctige Bejahen der Beschlussf\u00e4higkeit durch den Sitzungsvorstand der 107.\u00a0Sitzung im \u00c4ltestenrat, in dem auch die Antragstellerin mit drei Mitgliedern vertreten war, noch am Tage der Sitzung, dem 28.\u00a0Juni 2019, diskutiert und nach dem Vorbringen der Antragstellerin mehrheitlich gebilligt wurde. Der Pr\u00e4sident des Deutschen Bundestages hatte anschlie\u00dfend durch eine Pressemitteilung bekannt gemacht, dass das Pr\u00e4sidium des Bundestages einhellig der Auffassung sei, der Sitzungsvorstand habe die Vorschriften der Gesch\u00e4ftsordnung \u00fcber die Feststellung der Beschlussf\u00e4higkeit korrekt angewandt. Vor diesem Hintergrund erschlie\u00dft sich nicht, dass ein vergleichbares Vorgehen eines amtierenden Pr\u00e4sidenten in einem sp\u00e4teren vergleichbaren Fall nicht auf der Diskussion im \u00c4ltestenrat \u2013\u00a0in dem die Antragstellerin vertreten war\u00a0\u2013 und der ver\u00f6ffentlichten Einsch\u00e4tzung des Pr\u00e4sidiums, sondern auf einer heimlichen Verabredung beruhen sollte.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"70\">70<\/p>\n<p class=\"justify\">b) Zudem w\u00e4re eine Abrede, wie die Antragstellerin sie behauptet, nicht rechtserheblich. Gespr\u00e4che insbesondere zur Abstimmung eines gemeinsamen Vorgehens geh\u00f6ren zu den notwendigen und gew\u00f6hnlichen Vorbereitungen parlamentarischen Handelns. Sie sind weder Teil des im Grundgesetz oder in der Gesch\u00e4ftsordnung geregelten Gesetzgebungs\u00adverfahrens, noch stellen sie sonst eine parlamentsinterne Ma\u00dfnahme dar. Insbesondere sind sie keine Beschl\u00fcsse des Bundestages oder seiner Organteile.<\/p>\n<h3>IV.<\/h3>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"71\">71<\/p>\n<p class=\"justify\">Bei dem Antrag zu\u00a04. handelt es sich lediglich um eine Anregung, das Bundesverfassungsgericht m\u00f6ge gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a067 Satz\u00a03 BVerfGG tenorieren.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"72\">72<\/p>\n<p class=\"justify\">Mit dem Antrag zu\u00a04. begehrt die Antragstellerin die Feststellung, die Beschlussf\u00e4higkeit des Bundestages d\u00fcrfe durch den Sitzungsvorstand nicht \u201ekontrafaktisch\u201c ausgerufen werden, wenn sie offensichtlich nicht gegeben sei. In den Ausf\u00fchrungen hierzu bezieht sich die Antragstellerin ausdr\u00fccklich auf \u00a7\u00a067 Satz\u00a03 BVerfGG.<\/p>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"73\">73<\/p>\n<p class=\"justify\">Nach dieser Vorschrift kann das Bundesverfassungsgericht in der Entscheidungsformel zugleich eine f\u00fcr die Auslegung der Bestimmung des Grundgesetzes erhebliche Rechtsfrage entscheiden, von der die Feststellung abh\u00e4ngt, ob die beanstandete Ma\u00dfnahme oder Unterlassung des Antragsgegners gegen eine Bestimmung des Grundgesetzes verst\u00f6\u00dft. Der Senat befindet insoweit nach freiem Ermessen von Amts wegen (vgl. BVerfGE\u00a01, 144 &lt;148&gt;; 1, 372 &lt;380&gt;; 166, 93 &lt;136 Rn.\u00a0119&gt;). Tauglicher Gegenstand eines eigenst\u00e4ndigen Antrags im Organstreitverfahren kann das insoweit geltend gemachte Begehren nicht sein, weil es sich bereits nicht auf eine Ma\u00dfnahme oder Unterlassung im Sinne von \u00a7\u00a064 Abs.\u00a01 BVerfGG bezieht (vgl. BVerfGE\u00a0166, 93 &lt;136 Rn.\u00a0119&gt;).<\/p>\n<h3>C.<\/h3>\n<p class=\"is-anchor\" id=\"74\">74<\/p>\n<p class=\"justify\">Der Antrag auf Erstattung der notwendigen Auslagen ist abzulehnen. Die Auslagenerstattung richtet sich im Organstreitverfahren nach \u00a7\u00a034a Abs.\u00a03 BVerfGG. Sie kommt nur ausnahmsweise in Betracht, wenn besondere Billigkeitsgr\u00fcnde vorliegen (vgl. BVerfGE\u00a096, 66 &lt;67&gt;; 150, 194 &lt;203 Rn.\u00a029&gt;; 154, 320 &lt;353 Rn.\u00a097&gt; \u2013 Seehofer-Interview auf der Homepage des BMI; 160, 411 &lt;426 Rn.\u00a046&gt; \u2013\u00a0Wahl eines Vizepr\u00e4sidenten des Bundestages). Solche Gr\u00fcnde sind hier nicht ersichtlich.<\/p>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Entscheidungen\/DE\/2025\/05\/es20250521_2bve000320.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.bundesverfassungsgericht.de\/SharedDocs\/Downloads\/DE\/2025\/05\/es20250521_2bve000320.pdf?__blob=publicationFile&#038;v=2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unzul\u00e4ssige Antr\u00e4ge der AfD-Fraktion zur Beschlussf\u00e4higkeit des Deutschen Bundestages<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_crdt_document":""},"kji_country":[7802],"kji_court":[8477],"kji_chamber":[],"kji_year":[8463],"kji_subject":[7660],"kji_keyword":[7808,8479],"kji_language":[7805],"class_list":["post-831658","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundesverfassungsgericht","kji_year-8463","kji_subject-constitutionnel","kji_keyword-beschluss","kji_keyword-bundesverfassungsgericht","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.5 (Yoast SEO v27.5) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Beschluss vom 21. 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