{"id":871711,"date":"2026-05-09T22:05:49","date_gmt":"2026-05-09T20:05:49","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-4-strafsenat-urteil-2017-04-27-4-str-434-16\/"},"modified":"2026-05-09T22:05:49","modified_gmt":"2026-05-09T20:05:49","slug":"bundesgerichtshof-4-strafsenat-urteil-2017-04-27-4-str-434-16","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/ru\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-4-strafsenat-urteil-2017-04-27-4-str-434-16\/","title":{"rendered":"Bundesgerichtshof, 4. Strafsenat, Urteil, 2017-04-27, 4 StR 434\/16"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Magdeburg vom 2. Mai 2016 mit den Feststellungen aufgehoben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Sache wird zu neuer Verhandlung und Entscheidung, auch \u00fcber die Kosten des Rechtsmittels, an eine als Schwurgericht zust\u00e4ndige Strafkammer des Landgerichts zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Von Rechts wegen<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Landgericht hat den Angeklagten wegen tateinheitlich begangenen Mordes in zwei F\u00e4llen, jeweils in weiterer Tateinheit mit Raub mit Todesfolge und mit Brandstiftung, zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt und festgestellt, dass seine Schuld besonders schwer wiegt. Ferner hat es die Unterbringung des Angeklagten in einer Entziehungsanstalt angeordnet. Die auf die Verletzung formellen und materiellen Rechts gest\u00fctzte Revision des Angeklagten hat mit der Sachr\u00fcge Erfolg.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>I.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Das Landgericht hat folgende Feststellungen getroffen:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Angeklagte und der Zeuge A.\u00a0\u00a0\u00a0B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0, die beide um die Zuneigung der\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0konkurrierten, hatten in der Vergangenheit mehrfach das Anwesen von E.\u00a0\u00a0\u00a0und W.\u00a0\u00a0\u00a0Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0, der sp\u00e4teren Tatopfer, aufgesucht und dort Bier, Zigaretten, Werkzeug, Gartenger\u00e4te und Portemonnaies gestohlen. E.\u00a0\u00a0\u00a0Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0war zur Tatzeit 87 Jahre alt und sehbehindert, sein 57j\u00e4hriger Sohn W.\u00a0\u00a0\u00a0war von Geburt an k\u00f6rperlich behindert. Der Angeklagte hatte den Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0s auch eine EC-Karte gestohlen, kannte jedoch nicht die dazugeh\u00f6rige PIN.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0, die schwanger war, hatte sich vor der Tat dem Angeklagten zugewandt und machte ihm am 13. August 2015 nachdr\u00fccklich klar, dass er als vermeintlicher Vater des ungeborenen Kindes finanzielle Verpflichtungen habe. Der Angeklagte begab sich deshalb in der darauffolgenden Nacht durch den Kellereingang in das Haus der Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0s. Er wollte dort insbesondere nach Bargeld und der PIN f\u00fcr die EC-Karte suchen. Unterwegs nahm der Angeklagte aus einer Werkstatt eine ca. 7 Kilogramm schwere Eisenstange mit. Er fand die beiden Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0s schlafend im Wohnzimmer vor. W\u00e4hrend der Angeklagte das Wohnzimmer durchsuchte und Diebesgut in eine Tasche des W.\u00a0\u00a0\u00a0Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0packte, erwachte E.\u00a0\u00a0\u00a0Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0. Der Angeklagte nahm nun die abgestellte Eisenstange und versetzte E.\u00a0\u00a0\u00a0Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0mindestens zwei wuchtige Schl\u00e4ge gegen die rechte Seite des Kopfes. Auf W.\u00a0\u00a0\u00a0Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0s Kopf schlug der Angeklagte mindestens sechsmal mit gro\u00dfer Wucht ein. Beide erlitten schwerste Sch\u00e4delverletzungen und verstarben nach kurzer Zeit. Der Angeklagte setzte die Durchsuchung von Wohnzimmer und K\u00fcche fort. Anschlie\u00dfend verlie\u00df er das Haus wieder durch den Keller. Er entschloss sich nun, das Haus anzuz\u00fcnden, um m\u00f6gliche Spuren zu beseitigen. Mit einem auf dem Grundst\u00fcck gefundenen Benzinkanister kehrte er zur\u00fcck in das Wohnzimmer und goss das Benzin im Bereich der Klappcouch aus. Weiteres Benzin goss er bis zur T\u00fcr aus und z\u00fcndete es an. Der Angeklagte verlie\u00df dann mit der Tasche mit Beute den Tatort.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Vater des Zeugen B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0, U.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0, informierte die Polizei am 1. September 2015, dass sein Sohn in der Wohnung der\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0eine vom Angeklagten mitgebrachte Tasche mit Sachen der Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0s gefunden habe. Bei seiner anschlie\u00dfenden polizeilichen Vernehmung bestritt der Angeklagte eine Tatbeteiligung und gab an, A.\u00a0\u00a0\u00a0B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0sei mehrfach bei den Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0s gewesen und habe dort gestohlen; jener versuche, ihm etwas unterzuschieben. Nachdem an Socken in der sichergestellten Tasche DNA-Spuren des Angeklagten gefunden worden waren, wurde er am 17. November 2015 erneut polizeilich vernommen. Nun behauptete er, er habe in der Tatnacht gemeinsam mit dem Zeugen B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0, der ihm angeboten habe, ihm bei der Suche nach der PIN f\u00fcr die EC-Karte zu helfen, die Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0s aufgesucht. Er habe sich die Socken \u00fcber die H\u00e4nde gezogen, um sich den Schwei\u00df abzuwischen. B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0habe ihn beauftragt, eine Schlagwaffe zu holen. Als E.\u00a0\u00a0\u00a0Me.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0erwacht sei, habe ihn A.\u00a0\u00a0\u00a0B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0mit der Stange geschlagen. Er sei aus dem Zimmer gerannt und habe zwei weitere Schl\u00e4ge geh\u00f6rt. B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0habe ihn dann aufgefordert zur\u00fcckzukommen und weiter zu suchen, was er getan habe. Papiere habe er zur sp\u00e4teren Durchsicht in die Tasche gepackt; auch B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0habe Diebesgut an sich genommen. Er habe sodann das Haus mit B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0verlassen und die Eisenstange weggeworfen. Ihm sei dann die Idee gekommen, das Haus anzuz\u00fcnden, um Spuren zu vernichten, und er habe den Brand gelegt. In der Hauptverhandlung hat der Angeklagte zum Tatvorwurf geschwiegen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die Strafkammer hat die behauptete Beteiligung von A.\u00a0\u00a0\u00a0B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0an der Tat als Schutzbehauptung angesehen. Auf der Grundlage der getroffenen Feststellungen hat sie eine Strafbarkeit des Angeklagten als Alleint\u00e4ter wegen Mordes aus Habgier und zur Erm\u00f6glichung einer anderen Straftat bejaht. Mit Blick auf das \u201eeinheitliche Gesamtgeschehen\u201c hat die Strafkammer Tateinheit zwischen den beiden T\u00f6tungshandlungen nicht ausschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Tateinheitlich zu den Morden liege Raub mit Todesfolge und Brandstiftung vor.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>II.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Die Verfahrensr\u00fcge ist aus den Gr\u00fcnden der Antragsschrift des Generalbundesanwalts vom 10. November 2016 offensichtlich unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die in den Urteilsgr\u00fcnden mitgeteilte Beweisw\u00fcrdigung ist durchgreifend rechtsfehlerhaft.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Die zur richterlichen \u00dcberzeugung erforderliche pers\u00f6nliche Gewissheit des Richters setzt objektive Grundlagen voraus (vgl. BGH, Beschluss vom 8. November 1996 &#8212; 2 StR 534\/96, BGHR StPO \u00a7 261 \u00dcberzeugungsbildung 26). Die Beweisw\u00fcrdigung muss deshalb auf einer tragf\u00e4higen, verstandesm\u00e4\u00dfig einsehbaren Tatsachengrundlage unter vollst\u00e4ndiger Aussch\u00f6pfung des verf\u00fcgbaren Beweismaterials beruhen. Dies ist in den Urteilsgr\u00fcnden in einer dem Erfordernis der rationalen Nachvollziehbarkeit der Beweisw\u00fcrdigung entsprechenden Weise darzulegen (vgl. BGH, Urteil vom 10. Oktober 2013 &#8212; 4 StR 135\/13, NStZ-RR 2014, 15; Urteil vom 17. Juli 2007 &#8212; 5 StR 186\/07, NStZ-RR 2008, 148, 149 f.). Diese m\u00fcssen ergeben, dass alle Umst\u00e4nde, die die Entscheidung beeinflussen k\u00f6nnen, in die Beweisw\u00fcrdigung einbezogen worden sind (vgl. BGH, Urteil vom 29. Juli 1998 &#8212; 1 StR 94\/98, BGHSt 44, 153, 159 f.; Miebach in M\u00fcKo-StPO, \u00a7 261 Rn. 108 mwN) und gezogene Schlussfolgerungen nicht lediglich Vermutungen sind, f\u00fcr die es weder eine belastbare Tatsachengrundlage noch einen gesicherten Erfahrungssatz gibt (vgl. BGH Beschluss vom 8. November 1996 &#8212; 2 StR 534\/96, BGHR StPO \u00a7 261 \u00dcberzeugungsbildung 26). Die Wiedergabe einer bestimmten Zeugenaussage und deren W\u00fcrdigung sind danach geboten, wenn sich deren Er\u00f6rterung als wesentlicher Gesichtspunkt aufdr\u00e4ngte (vgl. BGH, Beschluss vom 17. Dezember 1982 &#8212; 3 StR 453\/82, NStZ 1983, 133).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Diesen Anforderungen wird das angefochtene Urteil nicht gerecht. Die mitgeteilte Beweisw\u00fcrdigung ist nicht ersch\u00f6pfend, weil sie die Angaben des A.\u00a0\u00a0\u00a0B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0, der ausweislich der Urteilsgr\u00fcnde \u201ein der Hauptverhandlung als Zeuge ausgesagt\u201c hat (UA 14), zu f\u00fcr die Entscheidung ma\u00dfgeblichen Umst\u00e4nden nicht wiedergibt und nicht bewertet. F\u00fcr die Schlussfolgerung, der Angeklagte sei mit A.\u00a0\u00a0\u00a0B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0so verfeindet gewesen, dass deshalb eine gemeinsame Tatbegehung ausscheide, fehlt es an einer ausreichenden Tatsachengrundlage, sodass sie nicht \u00fcberpr\u00fcft werden kann.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Landgericht hat angenommen, dass der Angeklagte als Alleint\u00e4ter gehandelt habe. Seine Einlassung im Ermittlungsverfahren, der Zeuge B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0sei ma\u00dfgeblich an der Tat beteiligt gewesen und habe auch die t\u00f6dlichen Schl\u00e4ge gef\u00fchrt, hat es als Schutzbehauptung zur\u00fcckgewiesen. Zur Begr\u00fcndung hat die Strafkammer ma\u00dfgeblich angef\u00fchrt, dass der Angeklagte und der Zeuge B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0verfeindet gewesen seien und zur Tatzeit keinerlei direkten Umgang miteinander gehabt h\u00e4tten. Dies ergebe sich aus den Angaben von zwei Zeugen, wonach der Angeklagte und der Zeuge B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0zerstritten bzw. \u201eTodfeinde\u201c gewesen seien, weil der Angeklagte dem Zeugen die Freundin &#8212; die Zeugin M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0&#8212; \u201eausgespannt\u201c habe. Eine Unterst\u00fctzung des Angeklagten durch den Zeugen B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0bei der Geldbeschaffung f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Beziehung des Angeklagten zur Zeugin M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0sei vor diesem Hintergrund \u201eabwegig\u201c. Dem stehe auch nicht entgegen, dass die Zeugin K.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0den Angeklagten und A.\u00a0\u00a0\u00a0B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0nach der Tat gemeinsam mit einer dritten Person in einem Auto gesehen habe. Denn es sei davon auszugehen, dass der Angeklagte und A.\u00a0\u00a0\u00a0B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u201ebei deeskalierender und verbindender Anwesenheit Dritter\u201c aufeinandertrafen und zusammen waren, ohne dass es zu Aggressionen kam. So h\u00e4tten der Angeklagte und A.\u00a0\u00a0\u00a0B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0auch am Tattag, nachdem der Brand entdeckt worden war, in Anwesenheit der Zeugin\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0kurze Zeit zusammen verbracht (UA 16).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Diese Bewertung der Strafkammer ist ohne eine Mitteilung der Angaben des in der Hauptverhandlung vernommenen Zeugen A.\u00a0\u00a0\u00a0B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0zur Frage einer m\u00f6glichen Tatbeteiligung, seines Verh\u00e4ltnisses zu dem Angeklagten zur Tatzeit und den Umst\u00e4nden, unter denen er mit dem Angeklagten noch nach der Tat zusammengetroffen ist, nicht nachvollziehbar. Zwar kann den Urteilsgr\u00fcnden noch entnommen werden, dass der Zeuge B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0jedenfalls das von der Zeugin M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0geschilderte Zusammentreffen nicht in Abrede gestellt hat (UA 16). Was er zum Anlass oder zu den Umst\u00e4nden seiner tatzeitnahen Zusammenk\u00fcnfte mit dem Angeklagten gesagt hat, teilen die Urteilsgr\u00fcnde dagegen nicht mit. Dem Senat ist es deshalb verwehrt, den allein auf der Grundlage der Aussage der Zeugin M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0, die sich darin ersch\u00f6pft, es habe in ihrem Beisein ein Zusammentreffen nach der Tat gegeben, und der von der Zeugin K.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0geschilderten Beobachtung gezogenen Schluss des Landgerichts, ein Zusammentreffen des Angeklagten mit dem mit ihm verfeindeten Zeugen B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0sei jedenfalls in Anwesenheit Dritter ohne Eskalation m\u00f6glich gewesen, umfassend zu \u00fcberpr\u00fcfen. Diese Annahme erweist sich &#8212; auch mit Blick auf das festgestellte Motiv f\u00fcr die Feindschaft zwischen A.\u00a0\u00a0\u00a0B.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0und dem Angeklagten &#8212; ohne eine weitere Begr\u00fcndung letztlich nur als eine nicht hinreichend mit Tatsachen belegte Vermutung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Der neue Tatrichter wird f\u00fcr den Fall, dass er bei einer erneuten Verurteilung des Angeklagten ebenfalls dessen Unterbringung in einer Entziehungsanstalt erw\u00e4gen sollte, Gelegenheit haben, die f\u00fcr eine entsprechende Ma\u00dfregelanordnung erforderlichen Feststellungen zur Gefahrenprognose zu treffen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Sost-Scheible\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Roggenbuck\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Franke<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Quentin\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Feilcke\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KORE616392017&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BGH_4_StR_434-16_KORE616392017.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tenor Auf die Revision des Angeklagten wird das Urteil des Landgerichts Magdeburg vom 2. 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