{"id":562706,"date":"2026-04-14T23:56:32","date_gmt":"2026-04-14T21:56:32","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesfinanzhof-10-senat-beschluss-2026-03-16-x-k-4-25\/"},"modified":"2026-04-15T03:59:31","modified_gmt":"2026-04-15T01:59:31","slug":"bundesfinanzhof-10-senat-beschluss-2026-03-16-x-k-4-25","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bundesfinanzhof-10-senat-beschluss-2026-03-16-x-k-4-25\/","title":{"rendered":"BFH 10. Senat, Beschluss vom 16.03.2026, X K 4\/25"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>1. NV: Der Beklagte erkennt einen Anspruch &#8220;sofort&#8221; auch dann an, wenn dies erst innerhalb der Klageerwiderungsfrist geschieht, die ein nach \u00a7 17a Abs. 1 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) zust\u00e4ndig gewordenes Gericht setzt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>2. NV: Die Erhebung einer Verz\u00f6gerungsr\u00fcge im Sinne des \u00a7 198 Abs. 3 Satz 1 GVG ersetzt eine vorgerichtliche Zahlungsaufforderung nicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Nach Erledigung des Rechtsstreits in der Hauptsache werden die Kosten des Verfahrens nach \u00a7 143 Abs. 1 i.V.m. \u00a7 138 Abs. 1 der Finanzgerichtsordnung den Kl\u00e4gern auferlegt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align:center\">I. <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4ger reichten am 23.01.2020 eine Klage beim Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg ein. Diese betraf die Festsetzung der Einkommensteuern, des Solidarit\u00e4tszuschlags und von Zinsen f\u00fcr die Jahre 2012 bis 2015.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Nachdem die Kl\u00e4ger mit Schreiben vom 22.10.2020, eingegangen beim FG am 23.10.2020, nach dem Sachstand gefragt hatten, erhoben sie am 23.10.2023 Verz\u00f6gerungsr\u00fcge.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit Urteil vom 12.03.2024\u00a0&#8211; 8\u00a0K\u00a010023\/20 wies das FG die Klage im Wesentlichen als unbegr\u00fcndet ab. Das Urteil ist den Kl\u00e4gern am 21.03.2024 zugestellt worden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Am 13.09.2024 haben die Kl\u00e4ger Entsch\u00e4digungsklage beim Kammergericht (KG) Berlin erhoben. Nachdem der Vorschuss im Sinne des \u00a7\u00a012 Abs.\u00a01 Satz\u00a01, \u00a7\u00a012a des Gerichtskostengesetzes (GKG) von den Kl\u00e4gern eingezahlt worden ist, hat das KG die Klage dem Beklagten, vertreten durch den Pr\u00e4sidenten des Finanzgerichts, am 06.10.2025 zugestellt und diesen aufgefordert, binnen zwei Wochen ab Zustellung die Absicht zur Verteidigung zu erkl\u00e4ren. Dieser hat die Absicht zur Verteidigung mit Schreiben vom 13.10.2025 erkl\u00e4rt und auf die Unzust\u00e4ndigkeit des KG hingewiesen. Er hat die Verweisung an den zust\u00e4ndigen Bundesfinanzhof (BFH) angeregt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Nachdem auch die Kl\u00e4ger mit Schreiben vom 17.10.2025 eine Verweisung der Klage beantragt hatten, hat das KG mit Beschluss vom 30.10.2025\u00a0&#8211; 9\u00a0EK\u00a018\/24 die Entsch\u00e4digungsklage nach \u00a7\u00a017a Abs.\u00a02 Satz\u00a01 des Gerichtsverfassungsgesetzes (GVG) an den BFH verwiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Im Anschluss an den vom BFH verlangten bezifferten Antrag und Zahlung eines Kostenvorschusses nach \u00a7\u00a012 Abs.\u00a01 Satz\u00a01, \u00a7\u00a012a GKG ist die Klage dem Beklagten mit Schreiben vom 08.12.2025 zugestellt worden. Er ist um Stellungnahme bis zum 02.02.2026 gebeten worden. Der Beklagte hat mit Schreiben vom 17.12.2025 die geltend gemachte Entsch\u00e4digung anerkannt und die Hauptsache f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt. Dem haben sich die Kl\u00e4ger im Schreiben vom 20.01.2026 angeschlossen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beteiligten beantragen, die Kosten jeweils der anderen Seite aufzuerlegen. Die Kl\u00e4ger verweisen insoweit auf die erhobene Verz\u00f6gerungsr\u00fcge.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align:center\">II. <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Der Rechtsstreit ist in der Hauptsache infolge der \u00fcbereinstimmenden Erkl\u00e4rungen der Beteiligten erledigt. Der Berichterstatter entscheidet deshalb durch Beschluss \u00fcber die Kosten des Verfahrens nach billigem Ermessen; der bisherige Sach- und Streitstand ist zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Zur Entscheidung berufen ist der Berichterstatter des Senats. Dies folgt daraus, dass in Entsch\u00e4digungsklageverfahren wegen \u00fcberlanger Verfahrensdauer gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0155 Satz\u00a02 der Finanzgerichtsordnung (FGO) die Vorschriften \u00fcber das Verfahren im ersten Rechtszug gelten (vgl. nur Senatsbeschluss vom 05.03.2013\u00a0&#8211; X\u00a0K\u00a010\/12, BFH\/NV 2013, 953, Rz\u00a012\u00a0ff.). Damit ergibt sich die Zust\u00e4ndigkeit des Berichterstatters f\u00fcr die Entscheidung im vorbereitenden Verfahren bei Erledigung des Rechtsstreits in der Hauptsache gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a079a Abs.\u00a01 Nr.\u00a03, Abs.\u00a04 FGO.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7\u00a0138 Abs.\u00a01 i.V.m. \u00a7\u00a0155 Satz\u00a02 FGO.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4ger haben die Kosten hinsichtlich des vom Beklagten anerkannten Betrags gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0138 Abs.\u00a01 FGO zu tragen. Zwar hat der Beklagte dem Entsch\u00e4digungsbegehren der Kl\u00e4ger materiell-rechtlich voll entsprochen. Die Kl\u00e4ger haben es jedoch vers\u00e4umt, ihren Entsch\u00e4digungsanspruch vor Klageerhebung beim Beklagten geltend zu machen. Nach dem Rechtsgedanken des \u00a7\u00a093 der Zivilprozessordnung (ZPO) fielen den Kl\u00e4gern deshalb die Prozesskosten zur Last, da der Beklagte den Anspruch &#8220;sofort&#8221; anerkannt hat, das hei\u00dft, jedenfalls innerhalb der ihm vom Senat gesetzten Klageerwiderungsfrist bis zum 02.02.2026.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Zwar bedarf es keiner erfolglosen vorgerichtlichen Zahlungsaufforderung, um eine Entsch\u00e4digungsklage erfolgreich erheben zu k\u00f6nnen. Entscheidet sich ein Entsch\u00e4digungskl\u00e4ger jedoch unmittelbar zur Klageerhebung, tr\u00e4gt er das Risiko, die Kosten des Entsch\u00e4digungsklageverfahrens gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a093 ZPO tragen zu m\u00fcssen (so schon Senatsurteil vom 29.11.2017\u00a0&#8211; X\u00a0K\u00a01\/16, BFHE 259, 499, BStBl II 2018, 132, Rz\u00a056, m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Nach dem Rechtsgedanken des \u00a7\u00a093 ZPO fallen die Prozesskosten einem Kl\u00e4ger jedoch nur zur Last, wenn der Beklagte den Anspruch &#8220;sofort&#8221; anerkannt hat. Dies ist vorliegend geschehen, da der Beklagte erst innerhalb der vom Senat ausgesprochenen Klageerwiderungsfrist den Anspruch anerkennen musste. Ein Anerkenntnis w\u00e4hrend des vor dem unzust\u00e4ndigen KG zun\u00e4chst gef\u00fchrten Klageverfahrens bedurfte es noch nicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Durch die h\u00f6chstrichterliche Rechtsprechung ist gekl\u00e4rt, dass eine beklagte Partei ihr Kostenprivileg aus \u00a7\u00a093 ZPO nicht verliert, wenn sie ihre Verteidigungsbereitschaft anzeigt, obwohl eine Klage zun\u00e4chst unschl\u00fcssig ist, und nach entsprechend erg\u00e4nztem Sachvortrag einer klagenden Partei anerkennt. Denn eine Partei ist nicht gehalten, einen Klageanspruch auf Verdacht als begr\u00fcndet anzuerkennen, nur um die Kostentragungslast vermeiden zu k\u00f6nnen (vgl. nur Beschluss des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 03.03.2004\u00a0&#8211; IV\u00a0ZB\u00a021\/03, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht &#8211;NJW-RR&#8211; 2004, 999, Rz\u00a011\u00a0f.). Gleiches gilt, wenn eine Klage zun\u00e4chst unzul\u00e4ssig ist. Auch in diesem Fall der &#8211;\u00f6rtlichen oder sachlichen&#8211; Unzust\u00e4ndigkeit darf der Beklagte zuwarten. Stellt ein Kl\u00e4ger in diesem Fall keinen Verweisungsantrag nach \u00a7\u00a0281 ZPO, ist die Klage n\u00e4mlich durch Prozessurteil als unzul\u00e4ssig abzuweisen (so Oberlandesgericht &#8211;OLG&#8211; Koblenz, Beschluss vom 15.11.2012\u00a0&#8211; 6\u00a0W\u00a0557\/12, Rz\u00a017, m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Nichts anderes gilt, wenn ein Kl\u00e4ger zun\u00e4chst einen unzul\u00e4ssigen Rechtsweg beschreitet. In diesem Fall entscheidet das Gericht ohne Verweisungsantrag \u00fcber die Zul\u00e4ssigkeit des Rechtswegs (\u00a7\u00a017a Abs.\u00a02, Abs.\u00a03 GVG). Es erfolgt zwar keine Abweisung durch Prozessurteil als unzul\u00e4ssig, doch ist die Rechtswegentscheidung nach \u00a7\u00a017a Abs.\u00a04 Satz\u00a03 GVG beschwerdef\u00e4hig. Dies gilt gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a017a Abs.\u00a04 Satz\u00a04 GVG f\u00fcr einen Beschluss des oberen Landesgerichts an den obersten Gerichtshof des Bundes jedoch nur, wenn die Beschwerde in dem Beschluss zugelassen worden ist. Unabh\u00e4ngig hiervon kann die beklagte Partei wie im Fall der sonstigen Unzust\u00e4ndigkeit erst nach Ergehen eines Beschlusses nach \u00a7\u00a017a Abs.\u00a01, Abs.\u00a02 GVG sicher sein, nach welchen prozessualen Regeln das Klageverfahren zu behandeln ist. Folglich darf sie das weitere Verfahren zun\u00e4chst abwarten, auch wenn sie bereits ihre Verteidigungsbereitschaft erkl\u00e4rt hat.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Hierf\u00fcr spricht auch, dass einer unzul\u00e4ssigen Klage schrifts\u00e4tzlich und ohne Kostennachteil widersprochen werden darf. Wird dann im ersten Termin zur m\u00fcndlichen Verhandlung anerkannt, ist dieses Anerkenntnis ein sofortiges (vgl. OLG D\u00fcsseldorf, Beschluss vom 28.6.1990\u00a0&#8211; 4\u00a0W\u00a033\/90, Zeitschrift f\u00fcr Wirtschaftsrecht 1990, 1423, unter 2., und OLG Koblenz, Urteil vom 23.05.2002\u00a0&#8211; 5\u00a0U\u00a01620\/01, NJW-RR 2002, 1171, unter 5., m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>dd) Hiervon ausgehend reichte es aus, dass der Beklagte erst w\u00e4hrend der Klageerwiderungsfrist, die vom nach \u00a7\u00a017a Abs.\u00a01 GVG als zust\u00e4ndig anzusehenden BFH gesetzt worden ist, die von den Kl\u00e4gern geforderte Entsch\u00e4digung anerkannt hat.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Im \u00dcbrigen ist der BFH auch zu Recht als sachlich zust\u00e4ndiges Gericht angesehen worden. Denn nach \u00a7\u00a0155 Satz\u00a02 FGO gelten n\u00e4mlich die den Rechtsschutz bei \u00fcberlangen Gerichtsverfahren und strafrechtlichen Ermittlungsverfahren betreffenden Vorschriften des Siebzehnten Titels des Gerichtsverfassungsgesetzes mit der Ma\u00dfgabe entsprechend, dass an die Stelle des OLG und des BGH der BFH tritt und die Finanzgerichtsordnung anwendbar ist. Wird ein Entsch\u00e4digungsanspruch wegen der (angeblich) unangemessenen Dauer eines finanzgerichtlichen Verfahrens gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0198 GVG geltend gemacht, ist somit anstelle des OLG (\u00a7\u00a0201 GVG) der BFH zust\u00e4ndig (vgl. auch Senatsbeschluss vom 23.01.2014\u00a0&#8211; X\u00a0S\u00a040\/13\u00a0(PKH), BFH\/NV 2014, 569, Rz\u00a04).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Im konkreten Streitfall ist es auch nicht unbillig, den Kl\u00e4gern die Kosten f\u00fcr den erledigten Rechtsstreit aufzuerlegen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Zum einen war im Zeitpunkt der Klageerhebung bereits das Senatsurteil vom 29.11.2017\u00a0&#8211; X\u00a0K\u00a01\/16 (BFHE 259, 499, BStBl II 2018, 132, dort Rz\u00a055\u00a0ff.) bekannt, wonach auch im Fall einer erfolgreichen Erhebung einer Entsch\u00e4digungsklage zwar keine erfolglose vorgerichtliche Zahlungsaufforderung zu erheben ist, jedoch die Kosten des Entsch\u00e4digungsverfahrens gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a093 ZPO bei sofortigem Anerkenntnis des Beklagten vom Entsch\u00e4digungskl\u00e4ger zu tragen sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Zum anderen reicht es nicht aus, dass die Kl\u00e4ger im Ausgangsverfahren eine Verz\u00f6gerungsr\u00fcge erhoben haben. Diese ersetzt eine vorgerichtliche Zahlungsaufforderung nicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Zwar setzt die Entsch\u00e4digung in Geld nach \u00a7\u00a0198 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 GVG voraus, dass der Verfahrensbeteiligte bei dem mit der Sache befassten Gericht die Dauer des Verfahrens ger\u00fcgt hat (Verz\u00f6gerungsr\u00fcge). Die Verz\u00f6gerungsr\u00fcge kann nach \u00a7\u00a0198 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 Halbsatz\u00a01 GVG auch erst erhoben werden, wenn Anlass zur Besorgnis besteht, dass das Verfahren nicht in einer angemessenen Zeit abgeschlossen wird (vgl. nur Senatsurteil vom 26.10.2016\u00a0&#8211; X\u00a0K\u00a02\/15, BFHE 255, 407, BStBl II 2017, 350, Rz\u00a046). Sie f\u00fchrt jedoch nicht zwangsl\u00e4ufig dazu, dass anschlie\u00dfend eine Entsch\u00e4digungsklage erhoben wird.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) \u00a7\u00a0198 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 GVG l\u00e4sst die Erhebung einer Entsch\u00e4digungsklage zwar fr\u00fchestens sechs Monate nach Erhebung der Verz\u00f6gerungsr\u00fcge zu. Dies bedeutet auch aus Sicht des Beklagten jedoch nicht zwingend, dass mit einer solchen Klageerhebung gerechnet werden muss. Vielmehr kn\u00fcpft \u00a7\u00a0198 Abs.\u00a05 Satz\u00a02 GVG eine Klageerhebung ansonsten daran, dass die Klage sp\u00e4testens sechs Monate nach Eintritt der Rechtskraft der Entscheidung, die das Verfahren beendet, oder einer anderen Erledigung des Verfahrens erhoben werden muss. Gerade dies macht deutlich, dass die Erhebung der Verz\u00f6gerungsr\u00fcge keine Voraussetzung f\u00fcr eine Klageerhebung ist und schon deshalb die Verz\u00f6gerungsr\u00fcge nicht zwingend zur Klageerhebung f\u00fchrt. Die Verz\u00f6gerungsr\u00fcge bleibt lediglich materielle Voraussetzung eines Anspruchs auf Geldentsch\u00e4digung (\u00a7\u00a0198 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 GVG, s.a. Senatsurteil vom 07.11.2013\u00a0&#8211; X\u00a0K\u00a013\/12, BFHE 243, 126, BStBl II 2014, 179, Rz\u00a024). Sie kann folglich eine vorgerichtliche Zahlungsaufforderung nicht ersetzen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(3) Eine prozessuale Wirkung kommt der Verz\u00f6gerungsr\u00fcge auch im \u00dcbrigen nicht zu. So f\u00fchrt das Fehlen einer Verz\u00f6gerungsr\u00fcge oder die nicht unverz\u00fcgliche Erhebung einer solchen R\u00fcge etwa nicht zur Unzul\u00e4ssigkeit der Entsch\u00e4digungsklage (Senatsurteil vom 07.11.2013\u00a0&#8211; X\u00a0K\u00a013\/12, BFHE 243, 126, BStBl II 2014, 179, Rz\u00a024). Auch eine Kostenfolge entsprechend \u00a7\u00a093 ZPO kann deshalb durch die Erhebung einer Verz\u00f6gerungsr\u00fcge nicht verhindert werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-STRE202650058&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BFH_X_K_4-25_STRE202650058.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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