{"id":562880,"date":"2026-04-15T00:25:40","date_gmt":"2026-04-14T22:25:40","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bgh-4-zivilsenat-urteil-vom-25-03-2026-iv-zr-30-25\/"},"modified":"2026-04-15T00:25:40","modified_gmt":"2026-04-14T22:25:40","slug":"bgh-4-zivilsenat-urteil-vom-25-03-2026-iv-zr-30-25","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bgh-4-zivilsenat-urteil-vom-25-03-2026-iv-zr-30-25\/","title":{"rendered":"BGH 4. Zivilsenat, Urteil vom 25.03.2026, IV ZR 30\/25"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Auf die Revision des Kl\u00e4gers wird das Urteil des 9.\u00a0Zivilsenats des Oberlandesgerichts K\u00f6ln vom 21.\u00a0Januar 2025 im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als die Klage auf Feststellung, dass die Beklagte aus dem Rechtsschutzversicherungsvertrag mit der Versicherungsnummer\u00a00\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0verpflichtet ist, f\u00fcr die erstinstanzliche Geltendmachung von Schadensersatzanspr\u00fcchen gegen die M\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0AG aufgrund des Fahrzeugkaufs vom 15.\u00a0Mai 2017 (FIN:\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0) bedingungsgem\u00e4\u00dfen Deckungsschutz zu gew\u00e4hren, abgewiesen worden ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Im Umfang der Aufhebung wird die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung, auch \u00fcber die Kosten des Revisionsverfahrens, an das Berufungsgericht zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Im \u00dcbrigen wird die Revision zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Streitwert f\u00fcr das Revisionsverfahren wird auf bis 3.000\u00a0\u20ac festgesetzt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align: center\">Von Rechts wegen<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger nimmt die Beklagte, ein Schadensabwicklungsunternehmen des Rechtsschutzversicherers, auf Feststellung der Verpflichtung zur Gew\u00e4hrung von Deckungsschutz f\u00fcr die erstinstanzliche Wahrnehmung seiner rechtlichen Interessen gegen die Fahrzeugherstellerin wegen der Verwendung unzul\u00e4ssiger Abschalteinrichtungen f\u00fcr die Abgasreinigung bei einem von ihm erworbenen Pkw sowie auf Schadensersatz wegen Nichterteilung der Deckungszusage in Anspruch.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger unterh\u00e4lt bei der A\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Versicherung AG seit Mai 2006 eine Verkehrs-Rechtsschutzversicherung nach &#8220;\u00a7\u00a021 VRB 2008 f\u00fcr private Nutzung &#8211; 1\u00a0PKW&#8221;. Dem Versicherungsvertrag liegen &#8220;Verkehrs-Rechtsschutz-Versicherungsbedingungen der A\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0-Rechtsschutz Versicherungs-AG (VRB) 2008&#8221; (im Folgenden: VRB 2008) zugrunde, die auszugsweise &#8211; nach den insoweit nicht angegriffenen Feststellungen des Berufungsgerichts wortgleich mit den vorgelegten &#8220;VRB 2006&#8221; &#8211; folgende Regelungen enthalten:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 40px !important\">&#8220;\u00a7\u00a02\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Leistungsarten<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 40px !important\">Die verschiedenen Formen des A\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0-Rechtsschutzes werden in den Paragrafen 21 bis 25 geregelt. Dort wird der Versicherungsschutz hinsichtlich bestimmter Fahrzeuge oder im Rahmen bestimmter Eigenschaften der versicherten Personen aus den folgenden Leistungsarten gebildet:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Schadenersatz-Rechtsschutz<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">f\u00fcr die Geltendmachung von Schadenersatzanspr\u00fcchen des Versicherten, die auf gesetzlicher Haftpflicht des Sch\u00e4digers beruhen;<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 120px !important\">a)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0f\u00fcr die Wahrnehmung rechtlicher Interessen aus Schuldverh\u00e4ltnissen und aus dinglichen Rechten an Fahrzeugen;<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">\u2026<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 40px !important\">\u00a7\u00a04\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Zeitliche Voraussetzungen f\u00fcr den Rechtsschutzanspruch<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(1)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Anspruch auf Rechtsschutz kann nur bestehen, wenn der Rechtsschutzfall nach dem aus \u00a7\u00a07 ersichtlichen Beginn des Versicherungsschutzes und vor dessen Ende eingetreten ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(2)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Der Rechtsschutzfall tritt ein, wenn die Wahrnehmung der rechtlichen Interessen des Versicherten erforderlich wird. Die Interessenwahrnehmung gilt als erforderlich:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 120px !important\">a)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0f\u00fcr die Geltendmachung von Schadenersatzanspr\u00fcchen ab dem Zeitpunkt, in dem das dem Schadenersatzanspruch zugrundeliegende Schadenereignis eingetreten ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">\u2026<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 40px !important\">\u00a7\u00a017\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Deckungsablehnung wegen ungen\u00fcgender Erfolgsaussicht<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(1)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Soweit die Wahrnehmung der rechtlichen Interessen keine hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet, kann der Versicherer den Rechtsschutz ganz oder teilweise ablehnen; \u2026<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(2)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Die Ablehnung ist dem Versicherten unter Angabe der Gr\u00fcnde unverz\u00fcglich mitzuteilen, sobald der Sachverhalt gen\u00fcgend gekl\u00e4rt ist. Gleichzeitig ist der Versicherte darauf hinzuweisen, dass er anstelle einer gerichtlichen Kl\u00e4rung zun\u00e4chst ein Schiedsgutachterverfahren einleiten kann, dessen Kosten der Versicherer tr\u00e4gt. Dazu veranlasst der Versicherte seinen Rechtsanwalt, eine begr\u00fcndete Stellungnahme dar\u00fcber abzugeben, ob die Wahrnehmung seiner rechtlichen Interessen hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(3)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Die unparteiische Entscheidung des Gutachters ist f\u00fcr beide Seiten bindend, es sei denn, dass sie offenbar von der wirklichen Sach- oder Rechtslage erheblich abweicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">\u2026<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 40px !important\">\u00a7\u00a021\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Verkehrs-Rechtsschutz mit Vorsorgeversicherung und Personen-Verkehrs-Rechtsschutz<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(1)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Versicherungsschutz besteht f\u00fcr den Versicherungsnehmer in seiner Eigenschaft als Eigent\u00fcmer, Halter, Fahrer und Insasse des bei Vertragsabschluss auf ihn zugelassenen und im Versicherungsschein genannten Fahrzeugs. Ist auf den Versicherungsnehmer kein Fahrzeug zugelassen, bezieht sich der Versicherungsschutz auf das Fahrzeug, das auf seinen Ehepartner oder den mit ihm in h\u00e4uslicher Gemeinschaft lebenden Partner oder das minderj\u00e4hrige Kind zugelassen ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(2)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Ferner besteht Versicherungsschutz hinsichtlich aller sp\u00e4ter w\u00e4hrend der Vertragsdauer auf den Versicherungsnehmer und die im Abs. 1 Satz 2 genannten Personen (versicherte Personen) zugelassenen Fahrzeuge der im Versicherungsschein genannten Gruppe. Der Versicherungsnehmer ist verpflichtet, alle auf ihn und diese Personen zugelassenen Fahrzeuge einer schon im Versicherungsschein genannten Gruppe zu melden (siehe auch Abs. 8).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(3)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Als Fahrzeuge einer Gruppe gelten jeweils:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">&#8211; PKW, \u2026<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">\u2026<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(6)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Der Versicherungsschutz umfasst:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 120px !important\">a)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Schadenersatz-Rechtsschutz (\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01),<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 120px !important\">b)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht (\u00a7\u00a02 Nr.\u00a02 a),<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">\u2026<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(8)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Die Vorsorgeversicherung wird wirksam, wenn sich nach Vertragsabschluss die Gesamtzahl der auf die versicherten Personen zugelassenen Fahrzeuge der Gruppe eines im Versicherungsschein genannten Fahrzeugs erh\u00f6ht. Hinzukommende Fahrzeuge aus den ersten zwei Gruppen sind vom Zeitpunkt der Zulassung bis zum Ende des Versicherungsjahrs ohne Mehrbeitrag mitversichert. Bei den anderen Gruppen ist der anteilige Beitrag zum Ende des Versicherungsjahres nach zu entrichten. Wird ein Fahrzeug hinzu erworben, das in die Gruppe eines versicherten Fahrzeugs f\u00e4llt, so besteht Versicherungsschutz auch f\u00fcr Rechtsschutzf\u00e4lle, die im Zusammenhang mit dem Vertrag \u00fcber den Erwerb stehen. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug zum gewerblichen Weiterverkauf erworben wird.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(9)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Weist der Versicherungsnehmer nach, dass alle vom Versicherungsschutz umfassten Fahrzeuge weggefallen sind, so wird der Versicherungsvertrag ab dem Zeitpunkt des Wegfalls entsprechend \u00a7\u00a011 Absatz\u00a02 als Fahrer-Rechtsschutz und Personen-Verkehrs-Rechtsschutz nach \u00a7\u00a023 und \u00a7\u00a024 fortgef\u00fchrt. \u2026<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">\u2026<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 40px !important\">\u00a7\u00a023\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Fahrer-Rechtsschutz mit Vorsorgeversicherung<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(1)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Versicherungsschutz besteht nur f\u00fcr die im Versicherungsschein genannte Person in ihrer Eigenschaft als Fahrer von Fahrzeugen jeder Art, die nicht auf diese Person zugelassen sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">\u2026<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(2)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Der Versicherungsschutz umfasst:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 120px !important\">a)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Schadenersatz-Rechtsschutz (\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01),<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 120px !important\">b)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Rechtsschutz im Vertrags- und Sachenrecht (\u00a7\u00a02 Nr.\u00a02 a),<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">\u2026<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">(3)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Die Vorsorgeversicherung wird wirksam, wenn der Versicherungsnehmer ein Fahrzeug auf sich zul\u00e4sst. Dann wandelt sich der Vertrag um in einen solchen nach \u00a7\u00a021 (Verkehrs-Rechtsschutz), falls der Versicherungsnehmer nicht innerhalb eines Monats nach Zugang eines entsprechend ge\u00e4nderten Nachtrages zum Versicherungsschein widerspricht. Der im Tarif des A\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0-Rechtsschutzes daf\u00fcr festgelegte Beitragssatz wird erst ab dem Beginn des auf die Vertrags\u00e4nderung folgenden Versicherungsjahres berechnet. Versicherungsschutz besteht auch f\u00fcr Rechtsschutzf\u00e4lle, die im Zusammenhang mit dem Vertrag \u00fcber den Erwerb dieses Fahrzeuges stehen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left: 80px !important\">\u2026&#8221;<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger erwarb am 15. Mai 2017 einen gebrauchten Pkw mit einem Kilometerstand von 140.399 km zu einem Kaufpreis von 21.800\u00a0\u20ac (brutto). Das Fahrzeug ist mit einem Dieselmotor ausgestattet und verf\u00fcgt \u00fcber ein Thermofenster. Es wurde am 22. Mai 2017 nach dem Erwerb auf den Kl\u00e4ger zugelassen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte lehnte eine von dem Kl\u00e4ger erbetene Deckungszusage f\u00fcr die erstinstanzliche Geltendmachung eines deliktischen Schadensersatzanspruchs gegen die Herstellerin mit Schreiben vom 8.\u00a0Dezember 2021 ab; gleichzeitig wies sie darauf hin, dass au\u00dfergerichtlicher Kostenschutz bereits erteilt worden sei und diese Zusage aufrechterhalten bleibe. Die beabsichtigte Rechtsverfolgung habe keine Erfolgsaussichten. Auf die M\u00f6glichkeit der Abgabe einer begr\u00fcndeten Stellungnahme auf Kosten der Beklagten wies sie den Kl\u00e4ger hin. Trotz einer daraufhin erstellten Stellungnahme, in der die vorinstanzlichen Prozessbevollm\u00e4chtigten des Kl\u00e4gers die Frage, ob die Wahrnehmung der Interessen des Kl\u00e4gers hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet, bejahten, teilte die Beklagte mit Schreiben vom 28.\u00a0Dezember 2022 mit, dass sie an ihrer Ablehnung festhalte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger beauftragte zur gerichtlichen Geltendmachung seiner Anspr\u00fcche gegen die Herstellerin im Februar 2023 einen Prozesskostenfinanzierer, dem er eine Erfolgsprovision in H\u00f6he von 35\u00a0% bis maximal 49 % versprach.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit seiner Klage hat der Kl\u00e4ger die Feststellungen begehrt, dass die Beklagte verpflichtet ist, ihm einerseits f\u00fcr die erstinstanzliche Geltendmachung von Schadensersatzanspr\u00fcchen gegen die Herstellerin aufgrund des Fahrzeugkaufs im Mai 2017 bedingungsgem\u00e4\u00df Deckungsschutz zu gew\u00e4hren und andererseits s\u00e4mtliche materiellen Sch\u00e4den zu ersetzen, die aus der nicht erteilten Deckungszusage resultieren. Bereits im erstinstanzlichen Verfahren hat er erkl\u00e4rt, er werde sein Begehren im Prozess gegen die Herstellerin auf die Zahlung von 15\u00a0% des Bruttokaufpreises unter gegebenenfalls notwendiger Anrechnung eines Nutzungsersatzes konkretisieren.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Landgericht hat der Klage stattgegeben. Auf die Berufung der Beklagten hat das Oberlandesgericht das Urteil abge\u00e4ndert und die Klage abgewiesen. Mit der Revision begehrt der Kl\u00e4ger die Wiederherstellung des erstinstanzlichen Urteils.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Revision hat teilweise Erfolg.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>I. Nach Auffassung des Berufungsgerichts steht dem Kl\u00e4ger weder ein Deckungsanspruch noch ein Schadensersatzanspruch gegen die Beklagte zu. Der geltend gemachte Rechtsschutzfall sei in der von dem Kl\u00e4ger unterhaltenen Verkehrs-Rechtsschutzversicherung nicht versichert. Nach \u00a7\u00a021 Abs. 1 VRB 2008 bestehe Versicherungsschutz f\u00fcr den Versicherungsnehmer in seiner Eigenschaft als Eigent\u00fcmer, Halter, Fahrer und Insasse aller bei Vertragsschluss auf ihn zugelassenen und im Versicherungsschein genannten Fahrzeuge. Nach dem eindeutigen Wortlaut beziehe sich dies auf Ereignisse, die dem Versicherungsnehmer als Eigent\u00fcmer usw. eines Fahrzeugs widerf\u00fchren, das bereits zugelassen ist. Entscheidend sei bei der Auslegung, dass das Wort &#8220;zugelassen&#8221; in den Bedingungen nur Sinn ergebe, wenn die Zulassung auch als Voraussetzung f\u00fcr das Bestehen von Rechtsschutz und als Zeitpunkt des Versicherungsbeginns angesehen werde. Aus \u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 VRB 1999 folge nichts anderes, so sei insbesondere nicht vom Erwerb des Fahrzeugs die Rede. Aus dem Vergleich mit \u00a7 21 Abs.\u00a08 Satz 4 VRB 1999, der ausdr\u00fccklich den Erwerbsakt unter Versicherungsschutz stellt, werde der Versicherungsnehmer ersehen, dass die Bezugnahme auf die Zulassung in \u00a7 21 Abs.\u00a02 VRB 1999 insofern einen f\u00fcr die Begrenzung des Versicherungsschutzes &#8211;\u00a0hier den Beginn\u00a0&#8211; ma\u00dfgeblichen Sinn habe. Er werde erkennen, dass die Formulierung &#8220;sp\u00e4ter w\u00e4hrend der Vertragsdauer zugelassen&#8221; zu keiner anderen Auslegung f\u00fchre, denn das &#8220;sp\u00e4ter&#8221; beziehe sich nicht auf &#8220;sp\u00e4ter zugelassen&#8221;, sondern &#8211;\u00a0in Abgrenzung zu Abs.\u00a01\u00a0&#8211; darauf, dass ein Fahrzeug nach Abschluss des Versicherungsvertrags hinzukomme. Es komme hinzu, dass es sich in \u00a7\u00a021 VRB 1999 um &#8220;Verkehrs&#8221;-Rechtsschutz handele, es also um die Teilnahme am Verkehr gehe, die der beh\u00f6rdlichen &#8220;Zulassung&#8221; bed\u00fcrfe. F\u00fcr die Anwendung der Unklarheitenregel bestehe daher kein Raum. Da ein Versicherungsfall zu verneinen sei, stelle die Deckungsablehnung der Beklagten auch keine Pflichtverletzung dar.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>II. Das h\u00e4lt rechtlicher Nachpr\u00fcfung im Wesentlichen nicht stand.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Die Revision ist gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0543 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 ZPO aufgrund der Zulassung durch das Berufungsgericht insgesamt statthaft und auch im \u00dcbrigen zul\u00e4ssig. Eine Beschr\u00e4nkung der Revisionszulassung l\u00e4sst sich dem Berufungsurteil nicht entnehmen. Soweit das Berufungsgericht in den Entscheidungsgr\u00fcnden ausgef\u00fchrt hat, es lasse die Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung zu, weil es in seiner Auslegung von \u00a7\u00a021 VRB 1999 von der Beurteilung des Oberlandesgerichts Hamm abweiche, liegt darin keine Beschr\u00e4nkung der Revision, sondern lediglich die Begr\u00fcndung f\u00fcr ihre Zulassung (vgl. Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV\u00a0ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn. 11 m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die Revision ist teilweise begr\u00fcndet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Entgegen der Auffassung des Berufungsgerichts besteht f\u00fcr den geltend gemachten Rechtsschutzfall Versicherungsschutz. Die vom Versicherer verwendeten Klauseln des \u00a7\u00a021\u00a0Abs.\u00a02 und Abs. 8, \u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 Satz\u00a04 VRB 2008 sind unklar, so dass die Zweifel bei ihrer Auslegung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0305c Abs. 2 BGB zu seinen Lasten gehen (vgl. Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV\u00a0ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn.\u00a013 ff.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Macht der Versicherungsnehmer einen Schadensersatzanspruch geltend, so tritt nach \u00a7\u00a04 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 a) VRB 2008 der Rechtsschutzfall ein, wenn die Wahrnehmung der rechtlichen Interessen des Versicherten erforderlich wird, was f\u00fcr die Geltendmachung von Schadensersatzanspr\u00fcchen ab dem Zeitpunkt der Fall ist, in dem das dem Schadensersatzanspruch zugrundeliegende Schadensereignis eingetreten ist (vgl. im Einzelnen Senatsurteil vom 30.\u00a0April 2014 &#8211; IV ZR 47\/13, BGHZ 201, 73 Rn.\u00a016). Danach bildet in F\u00e4llen, in denen &#8211;\u00a0wie hier\u00a0&#8211; der Versicherungsnehmer Anspr\u00fcche auf Ersatz des Schadens geltend macht, der ihm aus dem Abschluss des Kaufvertrags \u00fcber ein Fahrzeug mit einer unzul\u00e4ssigen Abschalteinrichtung entstanden ist, der Erwerb dieses Fahrzeugs den Versicherungsfall, denn erst ab diesem Zeitpunkt existiert ein gesetzliches Schuldverh\u00e4ltnis zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Fahrzeughersteller, auf welches er seinen Anspruch st\u00fctzen kann; mit dem Erwerb wurde die von dem Kl\u00e4ger behauptete Verletzung von Rechtspflichten gerade ihm gegen\u00fcber begangen (vgl. Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV\u00a0ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn. 15 m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) F\u00fcr den so definierten Versicherungsfall besteht hier Versicherungsschutz. Dies ergibt sich aus der Unklarheitenregel des \u00a7\u00a0305c Abs.\u00a02\u00a0BGB, weil die Klauseln des \u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 und Abs.\u00a08, \u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 Satz\u00a04\u00a0VRB 2008 unklar im Sinne von \u00a7\u00a0305c Abs.\u00a02 BGB sind. Die Klauseln im Streitfall sind im Wesentlichen inhaltsgleich mit den Verkehrsrechtsschutz-Versicherungsbedingungen (VRB) 1994 der Beklagten, \u00fcber die der Senat mit im Einzelnen begr\u00fcndeten Urteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 (IV\u00a0ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn.\u00a016\u00a0ff.) entschieden hat.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Da das Fahrzeug zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses mit der Beklagten noch nicht auf den Kl\u00e4ger zugelassen war, ergibt sich der Versicherungsschutz allerdings nicht aus \u00a7\u00a021 Abs.\u00a01 VRB 2008, wie das Berufungsgericht zutreffend angenommen hat (vgl. im Einzelnen dazu Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn.\u00a019). Der Versicherungsnehmer entnimmt dem Wortlaut dieser Regelung nichts dazu, dass Versicherungsschutz auch f\u00fcr Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb des Fahrzeugs gew\u00e4hrt werden soll, wie der Senat mit Urteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 im Einzelnen zu \u00a7 21 Abs.\u00a02 und Abs. 8, \u00a7 23 Abs. 3 Satz 4 VRB 94 ausgef\u00fchrt hat (aaO Rn.\u00a020\u00a0ff.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Nimmt der Versicherungsnehmer sodann aber \u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 und Abs.\u00a08 sowie \u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 Satz\u00a04 VRB 2008 in den Blick, ist auch eine Auslegung m\u00f6glich, wonach Versicherungsschutz im Zusammenhang mit der Anschaffung eines Ersatzfahrzeugs besteht (vgl. Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211; IV\u00a0ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn. 24 ff.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(a) Isoliert aus dem Wortlaut des \u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 VRB 2008 wird der Versicherungsnehmer zwar nicht schlie\u00dfen k\u00f6nnen, dass der Versicherer f\u00fcr Versicherungsf\u00e4lle, die vor dem Zeitpunkt der Zulassung des nach Abschluss des Versicherungsvertrags erworbenen Fahrzeugs der im Versicherungsschein aufgef\u00fchrten Gruppe eingetreten sind, Versicherungsschutz gew\u00e4hrt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(b)\u00a0(aa)\u00a0Wendet sich der Versicherungsnehmer aber den Regelungen in \u00a7\u00a021 Abs.\u00a08 Satz\u00a04 (\u00a7 21 Abs. 2 verweist hier ausdr\u00fccklich auf Abs. 8) und \u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 Satz\u00a04 VRB 2008 zu, wird er diesen entnehmen, dass der Versicherer f\u00fcr mit dem streitgegenst\u00e4ndlichen Fall im \u00dcbrigen gleichgelagerte Versicherungsf\u00e4lle jedenfalls dann Versicherungsschutz gew\u00e4hrt, wenn das Fahrzeug hinzuerworben worden ist und in die Gruppe eines versicherten Fahrzeugs f\u00e4llt. Denn in diesen F\u00e4llen besteht Versicherungsschutz nach dem ausdr\u00fccklichen Wortlaut der Klausel auch f\u00fcr Rechtsschutzf\u00e4lle, die im Zusammenhang mit dem Vertrag \u00fcber den Erwerb stehen (vgl. Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV\u00a0ZR\u00a086\/24, VersR\u00a02025, 1450 Rn. 26).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(bb) Anders als das Berufungsgericht meint, wird der Versicherungsnehmer bei aufmerksamer Lekt\u00fcre der Versicherungsbedingungen weiter annehmen, dass Schadensersatzanspr\u00fcche gegen den Hersteller eines erworbenen Fahrzeugs wegen Verwendung unzul\u00e4ssiger Abschalteinrichtungen f\u00fcr die Abgasreinigung in diesem Sinne im Zusammenhang mit dem Vertrag \u00fcber den Erwerb stehen. Denn \u00a7\u00a021 Abs.\u00a08 Satz\u00a04 VRB\u00a02008 beschr\u00e4nkt den Versicherungsschutz nicht auf die gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a021 Abs.\u00a06 b), \u00a7\u00a02 Satz\u00a02 Nr.\u00a02 VRB 2008 vereinbarte Leistungsart des Vertrags-Rechtsschutzes, weshalb von der Erweiterung des Versicherungsschutzes nicht nur Versicherungsf\u00e4lle erfasst werden, in denen der Versicherungsnehmer vertragliche Anspr\u00fcche gegen den Verk\u00e4ufer eines von ihm erworbenen Fahrzeugs geltend macht. Vielmehr erstreckt sich das Leistungsversprechen des Versicherers gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a021 Abs.\u00a06 a), \u00a7\u00a02 Satz\u00a02 Nr.\u00a01 VRB 2008 auch auf die Leistungsart des Schadensersatz-Rechtsschutzes, solange der Versicherungsfall im Zusammenhang mit dem Vertrag \u00fcber den Erwerb steht (vgl. im Einzelnen Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV\u00a0ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn.\u00a027\u00a0f.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(c) Nimmt der Versicherungsnehmer dann \u00a7\u00a021 Abs.\u00a09 VRB\u00a02008 und \u00a7\u00a023 Abs.\u00a02 a), Abs. 3 Satz\u00a01, 4 VRB 2008 in den Blick, so wird er erkennen, dass der Versicherer nicht nur in den F\u00e4llen, in denen sich die Anzahl der Fahrzeuge der versicherten Gruppe nach Vertragsabschluss erh\u00f6ht, sondern auch in denjenigen, in denen s\u00e4mtliche vom Versicherungsschutz umfassten Fahrzeuge wegfallen, Versicherungsschutz f\u00fcr Rechtsschutzf\u00e4lle der streitgegenst\u00e4ndlichen Art gew\u00e4hrt (vgl. Senatsurteil vom 15. Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV\u00a0ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn.\u00a029).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(d) Der durchschnittliche, um Verst\u00e4ndnis bem\u00fchte Versicherungsnehmer wird hieraus schlie\u00dfen, dass auch f\u00fcr den Fall des Erwerbs eines Ersatzfahrzeugs der versicherten Fahrzeuggruppe nach Abschluss des Versicherungsvertrags Versicherungsf\u00e4lle der streitgegenst\u00e4ndlichen Art vom Leistungsversprechen des Versicherers umfasst sind (vgl. Senatsurteil vom 15. Oktober 2025 aaO Rn. 30). Zum gleichen Schluss wird er mit Blick auf die Rechtslage kommen, die sich beim Wegfall des versicherten Fahrzeugs und der sp\u00e4teren Zulassung eines Fahrzeugs ergibt. Auch dann w\u00e4re der Versicherungsfall hier mitversichert, ohne dass sich der Versicherer f\u00fcr die \u00dcbernahme dieses erh\u00f6hten Risikos eine h\u00f6here Pr\u00e4mie versprechen lie\u00dfe (vgl. im Einzelnen Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 aaO Rn.\u00a030\u00a0f.). Dass in all den F\u00e4llen bei Eintritt eines Versicherungsfalls wie dem streitgegenst\u00e4ndlichen Versicherungsschutz gew\u00e4hrt werden soll, nicht aber f\u00fcr den Fall, dass Au\u00dferbetriebsetzung oder Ummeldung des versicherten und Zulassung des dieses ersetzenden Fahrzeugs zeitlich zusammenfallen, wird der durchschnittliche Versicherungsnehmer bei verst\u00e4ndiger W\u00fcrdigung der Klausel nicht annehmen. Vielmehr wird er angesichts des erkennbaren Sinns und Zwecks der Regelungen in \u00a7\u00a021 Abs.\u00a08 Satz\u00a04, \u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 Satz\u00a04 VRB 2008, den Versicherungsschutz auf Versicherungsf\u00e4lle im Zusammenhang mit dem Erwerb eines nach Vertragsabschluss auf den Versicherungsnehmer zugelassenen Fahrzeugs zu erstrecken, davon ausgehen, dass sich der in diesen Klauseln vereinbarte Versicherungsschutz jedenfalls dann auch auf ein Ersatzfahrzeug bezieht, wenn dieses &#8211;\u00a0wie hier\u00a0&#8211;\u00a0der Gruppe des versicherten Fahrzeugs angeh\u00f6rt (vgl. Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 aaO Rn.\u00a032 m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Beide Auslegungen sind vertretbar. Den Klauseln von \u00a7\u00a021 Abs.\u00a02 und Abs.\u00a08, \u00a7\u00a023 Abs.\u00a03 Satz\u00a04 VRB 2008 l\u00e4sst sich nach ihrem Wortlaut unter Ber\u00fccksichtigung ihres Sinns und Zwecks aus der ma\u00dfgeblichen Sicht eines um Verst\u00e4ndnis bem\u00fchten durchschnittlichen Versicherungsnehmers nicht eindeutig entnehmen, dass der Versicherer die versprochene Deckung auch im Fall eines Ersatzfahrzeugs auf Rechtsschutzf\u00e4lle aus Ereignissen begrenzen will, die dem Versicherungsnehmer als Eigent\u00fcmer, Halter, Fahrer oder Insasse eines auf ihn zugelassenen Fahrzeugs widerfahren. Vielmehr ist auch eine Auslegung m\u00f6glich, dass jedenfalls im Fall der Anschaffung eines Ersatzfahrzeugs der Deckungsschutz ebenfalls F\u00e4lle erfasst, die ihn in seiner Eigenschaft als Erwerber eines in der Folge erst noch zuzulassenden Fahrzeugs betreffen (vgl. Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV\u00a0ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn.\u00a033). Diese Auslegungszweifel gehen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0305c Abs.\u00a02 BGB zu Lasten des Verwenders.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>dd) Das Urteil des Berufungsgerichts stellt sich nach dessen Feststellungen insoweit auch nicht aus anderen Gr\u00fcnden als richtig dar (\u00a7\u00a0561 ZPO).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Die beabsichtigte au\u00dfergerichtliche und gerichtliche Geltendmachung eines deliktischen Schadensersatzanspruchs aus \u00a7\u00a0823 Abs.\u00a02 BGB i.V.m. \u00a7\u00a06 Abs.\u00a01, \u00a7\u00a027 Abs.\u00a01 der Verordnung \u00fcber die EG-Genehmigung f\u00fcr Kraftfahrzeuge und ihre Anh\u00e4nger sowie f\u00fcr Systeme, Bauteile und selbst\u00e4ndige technische Einheiten f\u00fcr diese Fahrzeuge (EG-Fahrzeuggenehmigungsverordnung &#8211; EG-FGV; im Folgenden: EG-FGV), Art.\u00a05 Abs.\u00a02 der Verordnung (EG) 715\/2007 des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 20.\u00a0Juni 2007 \u00fcber die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen hinsichtlich der Emissionen von leichten Personenkraftwagen und Nutzfahrzeugen (Euro\u00a05 und Euro\u00a06) und \u00fcber den Zugang zu Reparatur- und Wartungsinformationen f\u00fcr Fahrzeuge (ABl.\u00a0EU\u00a02007\u00a0L\u00a0171, S.\u00a01; im Folgenden: VO\u00a0(EG) Nr.\u00a0715\/2007) und Art.\u00a018 Abs.\u00a01, Art.\u00a026 Abs.\u00a01 und Art.\u00a046 der Richtlinie 2007\/46\/EG des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 5.\u00a0September 2007 zur Schaffung eines Rahmens f\u00fcr die Genehmigung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganh\u00e4ngern sowie von Systemen, Bauteilen und selbstst\u00e4ndigen technischen Einheiten f\u00fcr diese Fahrzeuge (ABl.\u00a0EU\u00a02007 L\u00a0263, S.\u00a01; im Folgenden: RL\u00a02007\/46\/EG (Rahmenrichtlinie)) k\u00f6nnte im Streitfall hinreichende Aussicht auf Erfolg im Sinne von \u00a7 17 Abs. 2 VRB 2008 haben (vgl. im Einzelnen Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211; IV\u00a0ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn.\u00a035\u00a0ff. m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Den Anforderungen der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung an eine erfolgversprechende Geltendmachung eines Schadensersatzanspruchs aus \u00a7\u00a0823 Abs.\u00a02 BGB i.V.m. \u00a7\u00a06 Abs.\u00a01, \u00a7 27 Abs.\u00a01 EG-FGV gegen die Herstellerin (vgl. Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV\u00a0ZR\u00a086\/24, VersR 2025, 1450 Rn.\u00a037\u00a0f. m.w.N.) k\u00f6nnte das Rechtsschutzbegehren des Kl\u00e4gers gerecht werden. Denn nach den bisherigen Feststellungen des Berufungsgerichts w\u00e4re der von ihm vorgetragene Sachverhalt im Falle einer gerichtlichen Geltendmachung des Anspruchs hinreichend schl\u00fcssig und in tats\u00e4chlicher Hinsicht beweisbar. Der Kl\u00e4ger hat in seiner Deckungsanfrage im Einzelnen dargelegt, das von ihm erworbene Fahrzeug sei unter anderem mit einem sogenannten Thermofenster ausgestattet. Hierbei kann es sich um eine unzul\u00e4ssige Abschalteinrichtung im Sinne der Art.\u00a03 Nr.\u00a010, Art.\u00a05 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 VO\u00a0(EG) Nr.\u00a0715\/2007 handeln. Bereits mit Urteil vom 14.\u00a0Juli 2022 hat der Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (GSMB Invest, C-128\/20, EU:C:2022:570\u00a0=\u00a0NJW 2022, 2605 Rn.\u00a047) entschieden, dass eine Einrichtung, welche die Einhaltung der in dieser Verordnung vorgesehenen Emissionsgrenzwerte nur innerhalb eines Thermofensters gew\u00e4hrleistet, eine &#8220;Abschalteinrichtung&#8221; im Sinne des Art.\u00a03 Nr.\u00a010 VO\u00a0(EG) Nr.\u00a0715\/2007 darstellt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Zur Schadensh\u00f6he hat der Kl\u00e4ger zun\u00e4chst die R\u00fcckzahlung des Kaufpreises abz\u00fcglich des Nutzungsersatzes Zug um Zug gegen R\u00fcckgabe und R\u00fcck\u00fcbereignung des Fahrzeugs erstrebt. Im Verlauf des erstinstanzlichen Verfahrens hat er erkl\u00e4rt, er stelle sein Begehren im Prozess gegen die Herstellerin auf die Zahlung von 15\u00a0% des Bruttokaufpreises unter gegebenenfalls notwendiger Anrechnung eines Nutzungsersatzes um. Dies stellt keine \u00c4nderung der auf bedingungsgem\u00e4\u00dfen Rechtsschutz f\u00fcr die Geltendmachung von Schadensersatzanspr\u00fcchen gegen die Herstellerin gerichteten Klage dar, denn dem \u00dcbergang vom &#8220;gro\u00dfen&#8221; Schadensersatz auf den Differenzschaden liegen lediglich unterschiedliche Methoden der Schadensberechnung zugrunde, die im Kern an die Vertrauensinvestition des K\u00e4ufers bei Abschluss des Kaufvertrags ankn\u00fcpfen (BGH, Urteil vom 26.\u00a0Juni 2023 &#8211;\u00a0VIa\u00a0ZR 335\/21, BGHZ 237, 245 Rn.\u00a045).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt ist bisher allerdings, ob der Differenzschaden durch Nutzungsvorteile, welche der Kl\u00e4ger erlangt hat, und den Restwert des Fahrzeugs zum Zeitpunkt der letzten m\u00fcndlichen Verhandlung in der Tatsacheninstanz im Verfahren gegen die Herstellerin bereits aufgezehrt war und dem Kl\u00e4ger daher zu diesem f\u00fcr die Beurteilung der Erfolgsaussichten im Deckungsprozess ma\u00dfgeblichen Zeitpunkt kein Schadensersatzanspruch mehr zustand (vgl. dazu im Einzelnen Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV\u00a0ZR\u00a086\/24, VersR\u00a02025, 1450 Rn.\u00a038 m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Zu Unrecht hat das Berufungsgericht \u00fcberdies angenommen, dass der Kl\u00e4ger mangels Versicherungsschutzes keinen Anspruch auf Feststellung der Verpflichtung der Beklagten zum Ersatz s\u00e4mtlicher materieller Sch\u00e4den hat, die daraus resultieren, dass die Beklagte die begehrte Deckungszusage nicht erteilt hat. Denn das Leistungsversprechen des Rechtsschutzversicherers bezieht sich auch auf den eingetretenen Versicherungsfall (s. hierzu bereits unter a)). Die Entscheidung des Berufungsgerichts stellt sich insoweit allerdings aus anderen Gr\u00fcnden als richtig dar (\u00a7\u00a0561 ZPO). Dieser Feststellungsantrag ist daher unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Eine Haftung des Rechtsschutzversicherers aus \u00a7\u00a0280 Abs.\u00a01 BGB kommt grunds\u00e4tzlich in Betracht, wenn der Versicherungsnehmer einen Schaden dadurch erleidet, dass er infolge einer vertragswidrigen Verweigerung der Deckungszusage einen beabsichtigten Rechtsstreit nicht f\u00fchren kann (vgl. Senatsurteil vom 15.\u00a0M\u00e4rz 2006 &#8211;\u00a0IV\u00a0ZR\u00a04\/05, VersR\u00a02006, 830 Rn.\u00a021 m.w.N.). F\u00fchrt er diesen trotz verweigerter Deckungszusage, erstreckt sich die Schadensersatzpflicht auf diejenigen Aufwendungen, die aus der ma\u00dfgeblichen Sicht des Versicherungsnehmers zur Wahrnehmung seiner Rechte erforderlich und zweckm\u00e4\u00dfig waren (vgl. Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn. 48 m.w.N.). Ob und gegebenenfalls in welcher H\u00f6he die Kosten eines Prozessfinanzierers nach dieser Ma\u00dfgabe einen erstattungsf\u00e4higen Schaden darstellen, kann hier dahinstehen (vgl. Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober aaO m.w.N.), denn es fehlt bereits am haftungsbegr\u00fcndenden Tatbestand.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Eine Verletzung vertraglicher Pflichten liegt nicht darin begr\u00fcndet, dass die Beklagte mit Schreiben vom 8.\u00a0Dezember 2021 und vom 28.\u00a0Dezember 2022 trotz hinreichender Erfolgsaussichten eine Deckung ablehnte. Denn zu diesen Zeitpunkten hatte die von dem Kl\u00e4ger beabsichtigte Schadensersatzklage keine hinreichende Aussicht auf Erfolg, weil das Urteil des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union vom 21.\u00a0M\u00e4rz 2023 (Mercedes-Benz Group, C-100\/21, EU:C:2023:229 = NJW 2023, 1111) noch nicht vorlag. An der bis dahin gefestigten Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, wonach ein auf den Einbau einer unzul\u00e4ssigen Abschalteinrichtung gest\u00fctzter Anspruch aus \u00a7\u00a0823 Abs.\u00a02 BGB i.V.m. \u00a7\u00a06 Abs.\u00a01, \u00a7\u00a027 Abs.\u00a01 EG-FGV, Art.\u00a05 Abs.\u00a02\u00a0VO (EG) Nr.\u00a0715\/2007 nicht bestehe (BGH, Urteile vom 16.\u00a0September 2021 &#8211; VII ZR 190\/20, VersR 2022, 254 Rn.\u00a035 f.; vom 30.\u00a0Juli 2020 &#8211; VI ZR 5\/20, VersR 2020, 1267 Rn.\u00a010-15; vom 25.\u00a0Mai 2020 &#8211;\u00a0VI\u00a0ZR\u00a0252\/19, NJW 2020, 1962 Rn.\u00a076), hat sich die Beklagte ausgerichtet. Orientiert sich der Versicherer bei der Beurteilung der hinreichenden Erfolgsaussicht &#8211; wie hier\u00a0&#8211; an der zum Zeitpunkt der Bewilligungsreife geltenden h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung und lehnt diese einen Anspruch mangels Anspruchsgrundlage in vergleichbaren F\u00e4llen ab, ist f\u00fcr den Vorwurf einer Vertragsverletzung wegen Verweigerung der Deckungszusage kein Raum (vgl. Senatsurteil vom 15. Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn. 48 ff.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_32\">32<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Ein Schadensersatzanspruch ergibt sich ferner nicht daraus, dass die Beklagte vertragswidrig die Bindungswirkung der Entscheidung des Schiedsgutachters nach \u00a7\u00a017 Abs.\u00a03 VRB 2008 missachtete. Denn selbst wenn dem Stichentscheid Bindungswirkung zuk\u00e4me, fehlt es f\u00fcr eine zum Schadensersatz verpflichtende Vertragsverletzung jedenfalls an einem Verschulden der Beklagten (\u00a7\u00a0280 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 BGB). Bis zur Kl\u00e4rung der Rechtslage durch den Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union mit Urteil vom 21.\u00a0M\u00e4rz 2023 (Mercedes-Benz Group, C-100\/21, EU:C:2023:229\u00a0= NJW\u00a02023, 1111) durfte die Beklagte, ohne die ihr obliegende Sorgfalt zu verletzen, darauf vertrauen, dass die bis zu diesem Zeitpunkt ergangene Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (s. hierzu bereits unter bb)) auf der &#8220;wirklichen Rechtslage&#8221; im Sinne des \u00a7\u00a017 Abs.\u00a03 VRB 2008 beruht (vgl. Senatsurteil vom 15.\u00a0Oktober 2025 &#8211;\u00a0IV ZR 86\/24, VersR 2025, 1450 Rn. 50). Sie durfte &#8211; ohne dass dies den Vorwurf der Fahrl\u00e4ssigkeit begr\u00fcndete &#8211; davon ausgehen, dass der Stichentscheid von der wirklichen Rechtslage erheblich abwich (vgl. n\u00e4her Senatsurteil vom 15. Oktober 2025 aaO Rn. 50 m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_33\">33<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>III. Das angefochtene Urteil ist danach aufzuheben, soweit die Klage auf Feststellung der Verpflichtung der Beklagten, f\u00fcr die erstinstanzliche Geltendmachung von Schadensersatzanspr\u00fcchen gegen die Fahrzeugherstellerin bedingungsgem\u00e4\u00dfen Deckungsschutz zu gew\u00e4hren, abgewiesen worden ist. Da sich das Berufungsgericht &#8211;\u00a0von seinem Standpunkt aus folgerichtig\u00a0&#8211; bisher nicht mit der Schadensh\u00f6he und insbesondere der Frage befasst hat, ob der vom Kl\u00e4ger verfolgte Differenzschaden unter Umst\u00e4nden durch Nutzungsvorteile und den Restwert derart aufgezehrt worden sein k\u00f6nnte, dass kein Raum f\u00fcr einen Schadensersatzanspruch gegen die Herstellerin verbleibt, ist die Sache mangels Entscheidungsreife zur weiteren Aufkl\u00e4rung und neuen Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht zur\u00fcckzuverweisen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align: left\">Prof. Dr. Karczewski\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Harsdorf-Gebhardt\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Dr. Brockm\u00f6ller<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align: left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Dr. Bu\u00dfmann\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Piontek<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KORE705732026&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BGH_IV_ZR_30-25_KORE705732026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kl\u00e4ger nimmt die Beklagte, ein Schadensabwicklungsunternehmen des Rechtsschutzversicherers, auf Feststellung der Verpflichtung zur Gew\u00e4hrung von Deckungsschutz f\u00fcr die erstinstanzliche Wahrnehmung seiner rechtlichen Interessen gegen die Fahrzeugherstellerin wegen der Verwendung unzul\u00e4ssiger Abschalteinrichtungen f\u00fcr die Abgasreinigung bei einem von ihm erworbenen Pkw sowie auf Schadensersatz wegen Nichterteilung der Deckungszusage in Anspruch.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_crdt_document":""},"kji_country":[7802],"kji_court":[7803],"kji_chamber":[9108],"kji_year":[7610],"kji_subject":[7724],"kji_keyword":[7809,8017,7807],"kji_language":[7805],"class_list":["post-562880","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundesgerichtshof","kji_chamber-4-zivilsenat","kji_year-7610","kji_subject-civil","kji_keyword-tenor","kji_keyword-urteil","kji_keyword-zivilsenat","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.5 (Yoast SEO v27.5) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>BGH 4. 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