{"id":563236,"date":"2026-04-15T01:17:07","date_gmt":"2026-04-14T23:17:07","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bgh-2-zivilsenat-beschluss-vom-23-03-2026-ii-zr-113-23\/"},"modified":"2026-04-15T01:17:07","modified_gmt":"2026-04-14T23:17:07","slug":"bgh-2-zivilsenat-beschluss-vom-23-03-2026-ii-zr-113-23","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bgh-2-zivilsenat-beschluss-vom-23-03-2026-ii-zr-113-23\/","title":{"rendered":"BGH 2. Zivilsenat, Beschluss vom 23.03.2026, II ZR 113\/23"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung der Erinnerung gegen die Vollstreckung aus der Kostenrechnung (Kassenzeichen: 780024127968) vom 13. Mai 2024 wird zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align:center\">I.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger, ein Rechtsanwalt, wendet sich gegen die zwangsweise Beitreibung der Forderung aus einer Kostenrechnung und begehrt die Anordnung der aufschiebenden Wirkung seines Rechtsbehelfs.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 30. April 2024 wurde die Nichtzulassungsbeschwerde des Kl\u00e4gers auf dessen Kosten zur\u00fcckgewiesen. Der Streitwert des Beschwerdeverfahrens wurde auf 5.200.000 \u20ac festgesetzt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Unter dem 13. Mai 2024 erstellte die Rechnungsstelle des Bundesgerichtshofs zum Kassenzeichen 780024127968 eine Kostenrechnung (Sollbest\u00e4tigung) \u00fcber den Rechnungsbetrag von 45.026 \u20ac. Adressiert ist die Rechnung an die Kanzleiadresse des Kl\u00e4gers. Das Schreiben enth\u00e4lt die Aufforderung, den Rechnungsbetrag binnen 2 Wochen zu begleichen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit Schreiben vom 25. Februar 2026 teilte der Kl\u00e4ger mit, dass nach heutiger Auskunft der Gesch\u00e4ftsstelle die Kostenrechnung anstatt zu dem ihn beim Bundesgerichtshof vertretenden Prozessbevollm\u00e4chtigten an ihn selbst gesandt worden sei. Die Rechnung sei ihm nicht zugegangen. Es werde ersucht alle Pf\u00e4ndungsma\u00dfnahmen sofort zu beenden und aufzuheben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit Schreiben vom 9. M\u00e4rz 2026 legte der Kl\u00e4ger Vollstreckungserinnerung gem\u00e4\u00df \u00a7 766 ZPO ein und beantragte bis zur Entscheidung \u00fcber die Erinnerung die Aussetzung der Vollstreckung. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte er aus, die Kostenrechnung sei bisher nicht zugegangen. Mit Schreiben vom 12. M\u00e4rz 2026 verwies der Kl\u00e4ger darauf, dass die Erinnerung im Zweifel als solche nach \u00a7 66 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 5 Satz 3 GKG auszulegen sei. Mit weiterem Schreiben vom selben Tag beantragte der Kl\u00e4ger, die aufschiebende Wirkung der Erinnerung anzuordnen, da er bereits seit fast einem Monat nicht \u00fcber seine Konten verf\u00fcgen k\u00f6nne.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit schriftlicher Auskunft des Bundesamts f\u00fcr Justiz (Justizbeitreibungsstelle) vom 17. M\u00e4rz 2026 wurde mitgeteilt, dass dem Kl\u00e4ger eine Zahlungserinnerung und Vollstreckungsank\u00fcndigung am 16. August 2024 formlos per Briefpost \u00fcbersandt worden sei. Ein Postr\u00fcckl\u00e4ufer sei nicht eingegangen. Der Zahlungserinnerung beigef\u00fcgt war eine Forderungsaufstellung. Mit der schriftlichen Auskunft \u00fcbermittelt wurde ein Schreiben der beauftragten Gerichtsvollzieherin, an die Justizbeitreibungsstelle vom 10. November 2024, in dem mitgeteilt wurde, dass antragsgem\u00e4\u00df ein Termin zur Verm\u00f6gensauskunft bestimmt und der Kl\u00e4ger zur Zahlung aufgefordert worden sei. In einem weiteren Schreiben der Gerichtsvollzieherin vom 12. August 2025 teilte diese mit, dass der Kl\u00e4ger unter anderem auf schriftliche Anforderung bislang nicht reagiert habe. Die Ladung zur Abgabe der Verm\u00f6gensauskunft war dem Kl\u00e4ger durch die Gerichtsvollzieherin am 12. November 2024 zugestellt worden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Gem\u00e4\u00df durch die Justizbeitreibungsstelle vorgelegter Postzustellungsurkunde nebst Auskunft wurden dem Kl\u00e4ger am 27. Februar 2026 die beiden Mitteilungen \u00fcber die Pf\u00e4ndungs- und \u00dcberweisungsbeschl\u00fcsse vom 6. Februar 2026 sowie deren Ausfertigung durch Einlegung in den zum Gesch\u00e4ftsraum geh\u00f6renden Briefkasten zugestellt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Laut einer Telefonnotiz der Justizbeitreibungsstelle vom 5. M\u00e4rz 2026, \u00fcbermittelt im Rahmen einer dienstlichen Stellungnahme vom 19. M\u00e4rz 2026, erkl\u00e4rte der Kl\u00e4ger auf die Frage hin, weshalb er sich erst jetzt beim &#8220;BfJ&#8221; melde und nicht bereits auf die Vollstreckungsank\u00fcndigung oder im Verlauf des Vollstreckungsauftrags (Ladung zur Abgabe der Verm\u00f6gensauskunft, Haftbefehl), dass diese Ma\u00dfnahmen keine Auswirkungen auf ihn gehabt h\u00e4tten, zumal die Kostenrechnung nicht wirksam bekannt gegeben worden sei.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align:center\">II.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Voraussetzungen f\u00fcr die Anordnung der aufschiebenden Wirkung der Erinnerung liegen nicht vor. Zwar ist die Erinnerung an sich statthaft und zul\u00e4ssig (dazu unten 1.), doch \u00fcberwiegt das \u00f6ffentliche Interesse gegen\u00fcber dem Aufschubinteresse des Kl\u00e4gers (dazu unten 2.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Das Rechtsschutzbegehren ist als Erinnerung iSv \u00a7 66 Abs. 1 GKG statthaft.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger st\u00fctzt seine Erinnerung gegen den Kostenansatz im Kern auf den Einwand, dass ihm die Kostenrechnung nicht wirksam bekannt gegeben worden sei, bevor Vollstreckungsma\u00dfnahmen gegen ihn ergriffen worden seien. Die Einwendung des Vollstreckungsschuldners, dass ihm keine Rechnung zugegangen sei, richtet sich gegen die Verpflichtung zur Duldung der Zwangsvollstreckung (BGH, Beschluss vom 19. August 2019 &#8211; X ARZ 329\/19, NJOZ 2020, 945 Rn. 13). Nach \u00a7 8 Abs. 1 Satz 1 JBeitrG sind Einwendungen, die die Verpflichtung zur Duldung der Vollstreckung betreffen, gerichtlich geltend zu machen, und zwar bei Anspr\u00fcchen nach \u00a7 1 Abs. 1 Nr. 4 JBeitrG, wie vorliegend, nach den Vorschriften \u00fcber die Erinnerung gegen den Kostenansatz.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die Voraussetzungen f\u00fcr eine Anordnung der aufschiebenden Wirkung der von dem Kostenschuldner erhobenen Erinnerung sind nicht erf\u00fcllt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Erinnerungen gegen den Kostenansatz haben nach \u00a7 66 Abs. 7 Satz 1 GKG keine aufschiebende Wirkung. Das Gericht kann die aufschiebende Wirkung jedoch ganz oder teilweise anordnen (\u00a7 66 Abs. 7 Satz 2 Halbsatz 1 GKG). Unter welchen Voraussetzungen die aufschiebende Wirkung anzuordnen ist, regelt das Gerichtskostengesetz zwar nicht ausdr\u00fccklich. Nach allgemeinen Grunds\u00e4tzen hat eine Abw\u00e4gung zwischen dem in \u00a7 66 Abs. 7 Satz 1 GKG zum Ausdruck kommenden \u00f6ffentlichen Interesse am sofortigen Vollzug der Kostenschuld und dem entgegenstehenden Interesse des Kostenschuldners, die ihm auferlegte Zahlungspflicht nicht vor einer Entscheidung \u00fcber die Erinnerung erf\u00fcllen zu m\u00fcssen, zu erfolgen (BeckOK KostR\/Laube, Stand 1.12.2025, GKG \u00a7 66 Rn. 169).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Vorliegend \u00fcberwiegt das \u00f6ffentliche Interesse. Die aufschiebende Wirkung zugunsten des Kostenschuldners ist in Anlehnung an den Ma\u00dfstab in \u00a7 80 Abs. 2 Nr. 1, Abs. 4 Satz 3 VwGO bzw. \u00a7 69 Abs. 3 Satz 1 FGO anzuordnen, wenn bei summarischer Pr\u00fcfung die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des angefochtenen Kostenansatzes ernstlich zweifelhaft ist oder bei offener Rechtslage, wenn die Vollstreckung f\u00fcr den Antragsteller eine unbillige H\u00e4rte zur Folge h\u00e4tte (BFH, Beschluss vom 18. Januar 2017 &#8211; IV S 8\/16, BeckRS 2017, 94268 Rn. 10). Hier bestehen schon keine ernstlichen Zweifel an der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Vollstreckung (dazu unten a)). Selbst wenn man von einer offenen Rechtslage ausgehen wollte, l\u00e4ge eine unbillige H\u00e4rte f\u00fcr den Kl\u00e4ger nicht vor (dazu unten b)).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Die gerichtliche Kostenrechnung ist ein (Justiz-)Verwaltungsakt (BVerwG, NVwZ 2020, 891 Rn. 5 mwN). Ein solcher Verwaltungsakt ist, um wirksam zu werden, dem Kostenschuldner bekannt zu machen. Nur dann bildet er die Grundlage f\u00fcr eine Vollstreckung. Die Vollstreckung darf nach \u00a7 4 Satz 1 JBeitrG daher erst dann durchgef\u00fchrt werden, wenn der Vollstreckungsschuldner zuvor zur Leistung oder zur Duldung der Vollstreckung verpflichtet wurde. Bestreitet der Empf\u00e4nger, wie hier, den Zugang der Rechnung, kann von ihm zwar keine weitere Substantiierung verlangt werden (Finanzgericht des Landes Sachsen-Anhalt, Beschluss vom 30. August 2022 &#8211; 5 Ko 481\/22, juris Rn. 61 ff.; BeckOK VwVfG\/Tiedemann, 70. Ed. 1.1.2026, VwVfG \u00a7 41 Rn. 49; jeweils mwN), allerdings sind die Glaubhaftigkeit seines Vortrags und seine Glaubw\u00fcrdigkeit zu w\u00fcrdigen (BVerwG, NVwZ 2024, 746).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Bei summarischer Pr\u00fcfung ist davon auszugehen, dass der Kl\u00e4ger die Kostenrechnung tats\u00e4chlich erhalten hat. Nach der dienstlichen Stellungnahme der zust\u00e4ndigen Sachbearbeiterin der Justizbeitreibungsstelle vom 19. M\u00e4rz 2026 hat der Kl\u00e4ger im Rahmen eines Telefonats ihr gegen\u00fcber am 5. M\u00e4rz 2026 einger\u00e4umt, die Vollstreckungsandrohung erhalten zu haben, die eine Aufstellung der zugrunde liegenden Forderung enth\u00e4lt. Dass er sich nicht bereits nach der Vollstreckungsandrohung im Jahr 2024 bzw. im Laufe des Vollstreckungsauftrags gemeldet habe, h\u00e4nge damit zusammen, dass diese Ma\u00dfnahmen keine Auswirkungen auf ihn gehabt h\u00e4tten und die Rechnung ihm nicht wirksam bekannt gegeben worden sei. Diese Einlassung, zusammen mit dem Umstand, dass es keine Postr\u00fcckl\u00e4ufer gab, ist ein starkes Beweisanzeichen daf\u00fcr, dass die Rechnung dem Kl\u00e4ger an seiner Kanzleianschrift tats\u00e4chlich zugegangen sein muss. Es erscheint lebensfremd, dass ein Rechtsanwalt, dem nach eigenen Angaben eine Vollstreckungsandrohung \u00fcber eine erhebliche (nach eigenen Angaben existenzgef\u00e4hrdende) Forderung zugegangen ist, die in Aussicht gestellte Vollstreckungsma\u00dfnahme unwidersprochen hinnimmt, obgleich er, wie er behauptet, zuvor nie eine Aufforderung erhalten haben will, die der Androhung zugrunde liegende Forderung zu begleichen. Dieser Eindruck wird verst\u00e4rkt, durch die Unt\u00e4tigkeit des Kl\u00e4gers auf die ihm an seiner Kanzleiadresse zugestellte Aufforderung der Gerichtsvollzieherin zur Abgabe der Verm\u00f6gensauskunft hin.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Auch wenn es nicht mehr darauf ankommt, liegt keine unbillige H\u00e4rte vor. Soweit der Kl\u00e4ger geltend macht, nicht mehr \u00fcber seine Konten verf\u00fcgen zu k\u00f6nnen und hierin eine Existenzgef\u00e4hrdung sieht, l\u00e4sst er unber\u00fccksichtigt, dass er einer solchen durch Umwandlung des betroffenen Kontos in ein Pf\u00e4ndungsschutzkonto begegnen kann. Gem. \u00a7 850k Abs. 1 ZPO kann eine nat\u00fcrliche Person jederzeit von dem Kreditinstitut verlangen, dass ein von ihr dort gef\u00fchrtes Zahlungskonto als Pf\u00e4ndungsschutzkonto gef\u00fchrt wird. Ist Guthaben auf dem Zahlungskonto bereits gepf\u00e4ndet worden, kann der Schuldner nach \u00a7 850k Abs. 2 ZPO die F\u00fchrung dieses Kontos als Pf\u00e4ndungsschutzkonto zum Beginn des vierten auf sein Verlangen folgenden Gesch\u00e4ftstages fordern. Der Schuldner genie\u00dft dadurch insbesondere Schutz vor einer Kontensperrung bei Pf\u00e4ndungen \u00fcber den im Haben gebuchten Betrag hinaus. Weiter kann der Schuldner aus dem gesch\u00fctzten Betrag alle bank\u00fcblichen Vorg\u00e4nge einleiten, also \u00dcberweisungen, Lastschriften, Barabhebungen t\u00e4tigen oder Dauerauftr\u00e4ge einrichten (M\u00fcKoZPO\/Smid, 7. Aufl., ZPO \u00a7 850k Rn. 2). Auch wenn es sich bei der Einrichtung eines Pf\u00e4ndungsschutzkontos um eine niedrigschwellige Schutzm\u00f6glichkeit handeln mag (BFH, NZI 2024, 423 Rn. 34), schlie\u00dfen die dadurch begr\u00fcndeten Sicherungsvorkehrungen das Vorliegen einer unbilligen H\u00e4rte f\u00fcr den Kl\u00e4ger aus, zumal er dadurch eine Sperrung des Kontos, wie von ihm moniert, verhindern k\u00f6nnte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. \u00dcber die Anordnung der aufschiebenden Wirkung der Erinnerung gegen den Kostenansatz entscheidet der Vorsitzende als Einzelrichter (\u00a7 66 Abs. 6 Satz 1, \u00a7 66 Abs. 7 Satz 2 Halbsatz 2 GKG).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Die Entscheidung ergeht gerichtsgeb\u00fchrenfrei(\u00a7 66 Abs. 8 GKG).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Born<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KORE605172026&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BGH_II_ZR_113-23_KORE605172026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tenor Der Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung der Erinnerung gegen die Vollstreckung aus der Kostenrechnung (Kassenzeichen: 780024127968) vom 13. 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Zivilsenat, Beschluss vom 23.03.2026, II ZR 113\/23 - Ma\u00eetre Hassan Kohen, avocat en droit p\u00e9nal \u00e0 Paris<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bgh-2-zivilsenat-beschluss-vom-23-03-2026-ii-zr-113-23\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"zh_CN\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"BGH 2. Zivilsenat, Beschluss vom 23.03.2026, II ZR 113\/23\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Tenor Der Antrag auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung der Erinnerung gegen die Vollstreckung aus der Kostenrechnung (Kassenzeichen: 780024127968) vom 13. Mai 2024 wird zur\u00fcckgewiesen. 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