{"id":563251,"date":"2026-04-15T01:17:49","date_gmt":"2026-04-14T23:17:49","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bgh-4-zivilsenat-beschluss-vom-25-02-2026-iv-zb-30-24\/"},"modified":"2026-04-15T01:17:49","modified_gmt":"2026-04-14T23:17:49","slug":"bgh-4-zivilsenat-beschluss-vom-25-02-2026-iv-zb-30-24","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bgh-4-zivilsenat-beschluss-vom-25-02-2026-iv-zb-30-24\/","title":{"rendered":"BGH 4. Zivilsenat, Beschluss vom 25.02.2026, IV ZB 30\/24"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Die formlose Mitteilung eines Beschlusses nach \u00a7\u00a0304 Abs. 2 FamFG hat an den Vertreter der Staatskasse als Mitteilungsadressaten &#8211; und nicht an dessen Amtsstelle &#8211; zu erfolgen und setzt einen auf diesen bezogenen Mitteilungswillen des Verf\u00fcgenden voraus.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Ist die Staatskasse im erstinstanzlichen Verfahren nicht beteiligt, findet \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 Satz\u00a02\u00a0FamFG neben \u00a7 304 Abs. 2 FamFG keine Anwendung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Auf die Rechtsbeschwerde des Beteiligten zu\u00a01 wird der Beschluss des 12.\u00a0Zivilsenats des Oberlandesgerichts Braunschweig vom 26.\u00a0August 2024 aufgehoben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Sache wird zur anderweitigen Behandlung und Entscheidung, auch \u00fcber die au\u00dfergerichtlichen Kosten des Rechtsbeschwerdeverfahrens, an das Beschwerdegericht zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Das Rechtsbeschwerdeverfahren ist gerichtskostenfrei.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>I. Der Beteiligte zu 2 war berufsm\u00e4\u00dfiger Nachlasspfleger f\u00fcr die unbekannten Erben \u00fcber das Verm\u00f6gen der Erblasserin. Eine Beschr\u00e4nkung \u00fcber das Verm\u00f6gen ist nicht erfolgt. Mit Beschluss vom 6.\u00a0M\u00e4rz 2023 setzte das Nachlassgericht f\u00fcr seine T\u00e4tigkeit im Zeitraum 8.\u00a0September 2022 bis 23.\u00a0Januar 2023 eine aus der Staatskasse zu erstattende Verg\u00fctung in H\u00f6he von 3.600,52\u00a0\u20ac fest. Der Rechtspfleger verf\u00fcgte ferner, dass eine Abschrift dieses Beschlusses dem Landgericht mit dem Zusatz &#8220;Sie erhalten den Beschluss, um die Verg\u00fctung beim Insolvenzverwalter anmelden zu k\u00f6nnen (AG G\u00f6ttingen 71 IN 51\/22 EIN)\u201c, zugestellt werden soll. Die \u00dcbersendung einer Beschlussabschrift an den Bezirksrevisor wurde nicht angeordnet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Am 7.\u00a0M\u00e4rz 2023 ging eine Abschrift des Beschlusses nebst einem an das Landgericht adressierten Begleitschreiben, das den verf\u00fcgten Zusatz enthielt, bei dem Landgericht ein. Mit Schreiben vom 16.\u00a0M\u00e4rz 2023, dem die \u00fcbermittelten Dokumente beigef\u00fcgt waren, teilte die Pr\u00e4sidentin des Landgerichts dem Nachlassgericht mit, dass diese nach R\u00fccksprache mit der Bezirksrevisorin zust\u00e4ndigkeitshalber wieder zur\u00fcckgesandt w\u00fcrden. Sie f\u00fchrte weiter aus, dass f\u00fcr Anmeldungen der Nachlasspflegerverg\u00fctung nach der Vertretungsvorschrift des Landes Niedersachsen die Generalstaatsanwaltschaft Braunschweig zust\u00e4ndig sein d\u00fcrfte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit am 18.\u00a0Dezember 2023 bei dem Nachlassgericht eingegangenen Schreiben hat die Bezirksrevisorin als Vertreterin des Beteiligten zu 1 (des Landes) Beschwerde gegen den Beschluss vom 6.\u00a0M\u00e4rz 2023 eingelegt. Sie hat die H\u00f6he der Verg\u00fctung sowie die Festsetzung zu Lasten der Staatskasse beanstandet. Das Nachlassgericht hat der Beschwerde mit Beschluss vom 26.\u00a0Februar 2024 insoweit abgeholfen, als es die Verg\u00fctung auf 2.768,67\u00a0\u20ac herabgesetzt hat. Gegen diese Entscheidung hat der Beteiligte zu 2 fristgerecht Beschwerde eingelegt, der das Nachlassgericht nicht abgeholfen hat. Das Oberlandesgericht hat den Beschluss des Nachlassgerichts vom 26.\u00a0Februar 2024 aufgehoben und die Beschwerde des Beteiligten zu 1 gegen den Beschluss vom 6.\u00a0M\u00e4rz 2023 als unzul\u00e4ssig verworfen. Hiergegen richtet sich die vom Oberlandesgericht zugelassene Rechtsbeschwerde des Beteiligten zu 1.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>II. Die zul\u00e4ssige Rechtsbeschwerde ist begr\u00fcndet. Sie f\u00fchrt zur Aufhebung der angefochtenen Entscheidung und zur Zur\u00fcckverweisung der Sache an das Beschwerdegericht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Das Beschwerdegericht, dessen Entscheidung unter anderem in NJW 2024, 3792 ver\u00f6ffentlicht ist, ist der Ansicht, die Abhilfeentscheidung vom 26.\u00a0Februar 2024 sei aufzuheben, weil die erfolgte Teilabhilfe durch das Nachlassgericht rechtlich nicht m\u00f6glich gewesen sei. Denn die von der Bezirksrevisorin eingelegte Beschwerde sei unzul\u00e4ssig, weil sie nicht fristgerecht eingelegt worden sei. Die Frist zur Einlegung der Beschwerde f\u00fcr die Vertreterin der Staatskasse betrage drei Monate und beginne mit der formlosen Mitteilung an sie. Die den Lauf der Beschwerdeeinlegungsfrist ausl\u00f6sende Mitteilung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG sei am 7.\u00a0M\u00e4rz 2023 erfolgt. Ausweislich des Schreibens vom 16.\u00a0M\u00e4rz 2023 sei der Verg\u00fctungsfestsetzungsbeschluss des Nachlassgerichts vom 6.\u00a0M\u00e4rz 2023 nicht nur der Pr\u00e4sidentin des Landgerichts, sondern auch gem\u00e4\u00df der in dem Schreiben erw\u00e4hnten R\u00fccksprache mit der Bezirksrevisorin zuvor dieser pers\u00f6nlich bekannt gegeben worden. Die formlose Mitteilung einer Entscheidung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG erfolge gegen\u00fcber der Amtsstelle und nicht gegen\u00fcber dem dort funktionell zust\u00e4ndigen Mitarbeiter. Dementsprechend bed\u00fcrfe es zur Bekanntgabe nicht einer \u00dcbersendung des Beschlusses pers\u00f6nlich an die Bezirksrevisorin.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Aber selbst dann, wenn im M\u00e4rz 2023 keine den Lauf der Beschwerdefrist in Gang setzende Mitteilung der Entscheidung nach \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG an die Vertreterin der Staatskasse erfolgt w\u00e4re, sei die Beschwerde der Bezirksrevisorin nicht fristgerecht, weil Verg\u00fctungsfestsetzungsbeschl\u00fcsse gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 FamFG acht Monate nach Erlass der Entscheidung rechtskr\u00e4ftig w\u00fcrden, wenn der Vertreter der Staatskasse vor deren Erlass nicht am Verfahren beteiligt worden sei. Danach sei eine zul\u00e4ssige Beschwerde nach dem 7.\u00a0November 2023 nicht mehr m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Das h\u00e4lt rechtlicher Nachpr\u00fcfung nicht stand. Das Beschwerdegericht ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass die f\u00fcr den Beteiligten zu\u00a01 erhobene Beschwerde der Bezirksrevisorin unzul\u00e4ssig ist, weil die Beschwerdefrist bereits vor Einlegung der Beschwerde am 18.\u00a0Dezember 2023 abgelaufen gewesen sei.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Die Feststellungen des Beschwerdegerichts bilden keine tragf\u00e4hige Grundlage f\u00fcr die Annahme, der Lauf der Beschwerdefrist sei gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG durch formlose Mitteilung am 7.\u00a0M\u00e4rz 2023 in Gang gesetzt worden und die Frist zum 7.\u00a0Juni 2023 abgelaufen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Noch zutreffend ist das Beschwerdegericht davon ausgegangen, dass die Frist zur Einlegung der Beschwerde durch den Vertreter der Staatskasse abweichend von \u00a7\u00a063 Abs.\u00a01, 3 Satz\u00a01 FamFG gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG drei Monate betr\u00e4gt und mit der formlosen Mitteilung an ihn beginnt. \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG gilt zwar unmittelbar nur f\u00fcr Verfahren in Betreuungsverfahren, wie sich aus der systematischen Stellung der Vorschrift in Buch 3 Abschnitt 1 des Gesetzes \u00fcber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit ergibt, der die \u00dcberschrift \u201cVerfahren in Betreuungssachen\u201c tr\u00e4gt. Die Vorschrift findet aber auch auf Nachlasspflegschaften entsprechende Anwendung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Dies folgt nicht bereits daraus, dass Nachlasspflegschaften den betreuungsrechtlichen Zuweisungssachen gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0340 Nr.\u00a01 FamFG zuzuordnen w\u00e4ren (so aber OLG Stuttgart ErbR 2011, 60 [juris Rn.\u00a013]; Grziwotz in M\u00fcnchKomm-FamFG, 4.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0342 Rn.\u00a07; Heinemann in BeckOGK-BGB, \u00a7\u00a01962 Rn.\u00a070 [Stand: 1.\u00a0Oktober 2025]; Lamberz in Sternal, FamFG 22.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0342 Rn.\u00a05; Schemmann in Hau\u00dfleiter, FamFG 2.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0342 Rn.\u00a05; Schl\u00f6gel in BeckOK FamFG, \u00a7\u00a0342 Rn.\u00a06 [Stand:\u00a01.\u00a0Dezember 2025]; Zorn in Pr\u00fctting\/Helms, FamFG 7.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0342 Rn.\u00a07; Zimmermann, ZEV 2009, 53, 57; BT-Drucks. 16\/6308, S.\u00a0283 li. Sp.; wohl auch OLG Hamm ZEV 2011, 191 [juris Rn.\u00a09]; \u00e4hnlich OLG Schleswig ZEV 2013, 443 [juris Rn.\u00a06]; \u00a7\u00a0340 Nr.\u00a03 FamFG; a.A. OLG K\u00f6ln FamRZ\u00a02018, 534 [juris Rn.\u00a015]; Giers in Sternal, FamFG 22.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0340 Rn.\u00a02; Fr\u00f6schle in Jox\/Fr\u00f6schle, PK Betreuungs- und Unterbringungsverfahren 4.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0340 FamFG Rn.\u00a03; Leipold in M\u00fcnchKomm-BGB, 9.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a01960 Rn.\u00a0119; M. Morgenstern in Siebert, Nachlasspflegschaft 7.\u00a0Aufl. Rn.\u00a01366; Schmidt-Recla in M\u00fcnchKomm-FamFG, 3.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0340 Rn.\u00a03; Leipold, ZEV 2011, 192, 193; wohl auch Brosey in Bahrenfu\u00df, FamFG 3.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0340 Rn.\u00a03). Denn diese sind in \u00a7\u00a0342 Abs.\u00a01 Nr.\u00a02 FamFG ausdr\u00fccklich als Nachlasssache ausgewiesen, was es nach der Systematik des FamFG ausschlie\u00dft, sie daneben als betreuungsgerichtliche Zuweisungssache zu behandeln (Leipold, ZEV 2011, 192, 193). Dass nach der Begr\u00fcndung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung f\u00fcr das Verfahren bei einer Nachlasspflegschaft \u00fcber \u00a7\u00a0340 FamFG die Vorschriften des Buches\u00a03 gelten sollen (BT-Drucks. 16\/6308, S.\u00a0283 li. Sp.), rechtfertigt keine andere Sichtweise. Die subjektive Vorstellung der am Gesetzgebungsverfahren beteiligten Organe oder einzelner ihrer Mitglieder \u00fcber die Anwendbarkeit von Bestimmungen ist angesichts des eindeutigen Gesetzeswortlauts und der Systematik des FamFG nicht ma\u00dfgeblich (vgl. auch BGH, Beschluss vom 5. Dezember 2012 &#8211; I ZB 48\/12, NJW-RR 2013, 751 Rn.\u00a021 m.w.N.). Denn abgesehen von der Einordnung der Nachlasspflegschaft als Nachlasssache fehlt es im Buch\u00a03 Abschnitt\u00a03 des FamFG, der die betreuungsgerichtlichen Zuweisungssachen regelt, auch an einer Vorschrift, welche die Regelungen des Buches\u00a03 Abschnitt\u00a01 &#8211; und damit auch des \u00a7\u00a0304 FamFG &#8211; allgemein f\u00fcr entsprechend anwendbar erkl\u00e4rt (Locher in jurisPK-BGB, 11.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a01888 Rn.\u00a032).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Ebenso wenig ergibt sich eine Anwendbarkeit des \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02\u00a0FamFG &#8211; wie das Beschwerdegericht meint und ein Teil der Literatur in Erw\u00e4gung zieht (vgl. G\u00f6tz in Gr\u00fcneberg, BGB 84.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a01888 Rn.\u00a01; Locher in jurisPK-BGB, 11.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a01888 Rn.\u00a033; Sch\u00f6pflin in BeckOKG-BGB, \u00a7\u00a01888 Rn.\u00a016 [Stand: 1.\u00a0Juni 2025]; kritisch OLG Celle ErbR 2025, 765 Rn.\u00a016 f.) &#8211; aus der Verweisung des \u00a7\u00a01888 Abs.\u00a01 BGB auf die Vorschriften des Betreuungsrechts. Denn der Wortlaut des \u00a7\u00a01888 Abs.\u00a01 BGB bietet keinen hinreichenden Anhaltspunkt daf\u00fcr, dass sich diese Verweisung auch auf Vorschriften au\u00dferhalb des B\u00fcrgerlichen Gesetzbuchs, n\u00e4mlich auf Verfahrensvorschriften des FamFG beziehen soll. Hiergegen spricht \u00fcberdies die Begr\u00fcndung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zu \u00a7\u00a01888 BGB, die sich ausschlie\u00dflich zur (Un-)Anwendbarkeit von Vorschriften des materiellen Betreuungsrechts verh\u00e4lt und Regelungen des FamFG nicht erw\u00e4hnt (BT-Drucks. 19\/24445, S.\u00a0316).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(3) Es liegen aber die Voraussetzungen f\u00fcr eine analoge Anwendung des \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG vor.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(a) Die erforderliche planwidrige Regelungsl\u00fccke (vgl. im Einzelnen Senatsbeschluss vom 24.\u00a0Juli 2024 &#8211; IV ZB 8\/23, ZEV 2024, 742 Rn.\u00a09 m.w.N.) ergibt sich daraus, dass &#8211; anders als die Vorschriften f\u00fcr das Betreuungsverfahren &#8211; die f\u00fcr das Nachlassverfahren geltenden Regelungen in Buch 4 Abschnitt 1 und 2 des Gesetzes \u00fcber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit keine Vorschrift zur L\u00e4nge und zum Beginn der f\u00fcr den Vertreter der Staatskasse geltenden Beschwerdefrist enthalten. Bei der Festsetzung einer Betreuerverg\u00fctung einerseits und einer Nachlasspflegerverg\u00fctung andererseits handelt es sich jedoch um in rechtlicher Hinsicht vergleichbare Tatbest\u00e4nde, wenn die Festsetzung zu Lasten der Staatskasse erfolgt. Ebenso wie in Betreuungsverfahren (vgl. \u00a7\u00a0274 Abs.\u00a01 FamFG) ist die Staatskasse in Nachlasspflegschaftsverfahren gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0345 Abs.\u00a04 Nr.\u00a01\u00a0FamFG nicht Muss-Beteiligte, der die Entscheidung zwingend gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a015 Abs.\u00a01 FamFG bekanntzugeben ist und f\u00fcr die sich damit schon aufgrund ihrer Beteiligtenstellung der Beginn der Beschwerdefrist aus \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 FamFG ergibt. Der Zweck der Vorschrift des \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG, wonach erm\u00f6glicht werden soll, dass die Bezirksrevisoren ihre bisherige Praxis, in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden Revisionen vorzunehmen, beibehalten k\u00f6nnen (BT-Drucks. 16\/6308, S.\u00a0272 li. Sp.), beansprucht zudem nicht nur in Verfahren Geltung, in denen die Verg\u00fctung eines Betreuers gegen die Staatskasse festgesetzt wird, sondern auch in solchen, in denen der Fiskus mit der Verg\u00fctung eines Nachlasspflegers belastet wird.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(b) Das Fehlen einer \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG entsprechenden Regelung in den das Nachlasspflegschaftsverfahren regelnden Vorschriften beruht auch auf einem unbeabsichtigten Abweichen des Gesetzgebers von seinem &#8211;\u00a0dem konkreten Gesetzgebungsvorhaben zugrunde liegenden\u00a0&#8211; Regelungsplan. Dies ergibt sich daraus, dass f\u00fcr das Verfahren bei einer Nachlasspflegschaft in der Begr\u00fcndung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung ausdr\u00fccklich von einer Geltung der Vorschriften des Buches 3 &#8211;\u00a0und damit auch des \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG &#8211; ausgegangen worden (vgl. BT\u00adDrucks. 16\/6308, S.\u00a0283 li. Sp.) und ein hiervon abweichender gesetzgeberischer Wille im Gesetzgebungsverfahren nicht zum Ausdruck gekommen ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Dem Fristbeginn steht es nicht entgegen, dass das Nachlassgericht keine &#8211; gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG ausreichende &#8211; formlose Mitteilung, sondern eine f\u00f6rmliche Zustellung gegen Empfangsbekenntnis verf\u00fcgt hat. Denn es besteht im Anwendungsbereich des \u00a7\u00a015 Abs.\u00a03 FamFG, auf den \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG in einem Klammerzusatz verweist, keine Verpflichtung zu einer formlosen Mitteilung. Vielmehr liegt es im pflichtgem\u00e4\u00dfen Ermessen des Gerichts, nach den Umst\u00e4nden des Einzelfalls zu entscheiden, ob das Dokument formlos mitzuteilen oder in einer besonderen Form bekannt zu geben ist (BT-Drucks. 16\/6308, S.\u00a0183 li. Sp.; Fr\u00f6schle in Jox\/Fr\u00f6schle, PK Betreuungs- und Unterbringungsverfahren 4.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a015 FamFG Rn.\u00a020; Pabst in M\u00fcnchKomm-FamFG, 4.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a015 Rn.\u00a06; Sternal in Sternal, FamFG 22.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a015 Rn.\u00a092).<span style=\"color: rgb(20, 20, 20)\"> <\/span>Eine wirksame Zustellung gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a015 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 Alt.\u00a01 FamFG i.V.m. \u00a7\u00a7\u00a0166 ff. ZPO an die Bezirksrevisorin ist hier aber nicht erfolgt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Da<span> <\/span>\u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG ausdr\u00fccklich den Vertreter der Staatskasse als Adressaten der Mitteilung nennt, hat die Bekanntgabe des Beschlusses nach Ma\u00dfgabe des \u00a7\u00a0166 ZPO an diesen als Zustellungsadressaten (vgl. \u00a7\u00a0182 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 ZPO) zu erfolgen. Die Zustellung hat sich damit formell an den Bezirksrevisor und nicht &#8211; wie es das Beschwerdegericht f\u00fcr ausreichend erachtet &#8211; an dessen Amtsstelle zu richten. Nur auf diese Weise wird ihm die angemessene Gelegenheit verschafft, von dem Schriftst\u00fcck Kenntnis zu nehmen, und damit der Zweck der Zustellung (vgl. BT-Drucks. 14\/4554, S.\u00a015 re.\u00a0Sp.; BGH, Urteil vom 29.\u00a0M\u00e4rz 2017 &#8211;\u00a0VIII\u00a0ZR 11\/16, BGHZ 214, 294 Rn.\u00a055) erreicht. Auf den Bezirksrevisor als Zustellungsadressaten muss sich au\u00dferdem auch der f\u00fcr eine wirksame Zustellung erforderliche Wille zur Zustellung beziehen (vgl. BGH, Beschluss vom 4.\u00a0Juli 2017 &#8211; VIII ZB 85\/16, NJW-RR 2017, 1086 Rn.\u00a013; Urteil vom 29.\u00a0M\u00e4rz 2017 aaO Rn.\u00a036; Schultzky in Z\u00f6ller, ZPO 36.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0166 Rn.\u00a08). An beidem fehlt es hier.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Zum einen war die Beschlussabschrift weder an den Bezirksrevisor adressiert noch ergab sich dessen Adressatenstellung zweifelsfrei aus den objektiven Begleitumst\u00e4nden der Zustellung. Denn die Zustellung erfolgte ausweislich des der Beschlussabschrift beigef\u00fcgten Schreibens an das Landgericht G\u00f6ttingen zur Vornahme einer Amtshandlung, die nicht in die Zust\u00e4ndigkeit des Bezirksrevisors fiel, weil eine Vertretung des Landes Niedersachsen durch diesen nach Ziff. VII. 1. und 2. der die Vertretung regelnden Verwaltungsvorschrift (Gem. RdErl. d. StK u. s\u00e4mtl. Min. vom 12.\u00a0Juli 2012; Nds. MBl. 2012 Nr. 26, S.\u00a0578) nur in kostenrechtlichen Nebenverfahren, nicht aber im Insolvenzverfahren vorgesehen ist. Damit war der Bezirksrevisor nicht mit der f\u00fcr eine Zustellung erforderlichen Klarheit als Adressat des Dokuments zu erkennen (vgl. BGH, Urteil vom 29.\u00a0M\u00e4rz 2017 &#8211; VIII ZR 11\/16, BGHZ 214, 294 Rn.\u00a057).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Zum anderen entsprach es auch nicht dem &#8211; insoweit ma\u00dfgeblichen (vgl. BGH, Urteil vom 16. Oktober 1956 &#8211; VI ZR 174\/55, NJW 1956, 1878 1879; Diehm in Kern\/Diehm, ZPO 2.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0166 Rn.\u00a03; Schultzky in Z\u00f6ller, ZPO 36.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0166 Rn.\u00a08) &#8211; Willen des Rechtspflegers des Nachlassgerichts, der die Zustellung gerade nicht an den Bezirksrevisor verf\u00fcgt hat, ihm durch die \u00dcbermittlung der Beschlussabschrift Kenntnis von dem Beschluss zu verschaffen. Vielmehr wurde die Bekanntgabe ausweislich des Begleitschreibens allein zu dem darin aufgef\u00fchrten Zweck vorgenommen, ohne dass es dem Rechtspfleger darauf angekommen w\u00e4re, dass diese gerade an den Bezirksrevisor erfolgte. Dies gen\u00fcgt f\u00fcr die Annahme eines auf den Bezirksrevisor gerichteten Zustellungswillens nicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(3) Etwas anderes ergibt sich &#8211; entgegen der Auffassung des Beschwerdegerichts &#8211; auch nicht aus \u00a7\u00a0174 ZPO. Abgesehen davon, dass eine Zustellung nach \u00a7\u00a0174 ZPO das Gericht, das die Zustellung veranlasst, nicht von der Auswahl des richtigen Zustellungsadressaten entbindet und einen auf diesen gerichteten Zustellungswillen voraussetzt, regelt diese Norm schon ausweislich ihres Wortlauts keine Zustellung durch Aush\u00e4ndigung an eine Amtsstelle, sondern die Zustellung an den Zustellungsadressaten oder dessen Vertreter durch pers\u00f6nliche \u00dcbergabe des zuzustellenden Dokuments an der Amtsstelle, mithin im Regelfall in den Dienstr\u00e4umen des f\u00fcr die Zustellung zust\u00e4ndigen Gerichts (H\u00e4ublein\/M\u00fcller in M\u00fcnchKomm-ZPO, 7.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0174 Rn.\u00a03; Vogt-Beheim in Anders\/Gehle, ZPO 84.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0174 Rn.\u00a07; vgl. auch BT-Drucks. 14\/4554, S.\u00a017 re.\u00a0Sp.). Die Vorschrift w\u00e4re hier damit nur einschl\u00e4gig, wenn eine an die Bezirksrevisorin adressierte Beschlussabschrift dieser mit Zustellungswillen in den R\u00e4umen des Landgerichts pers\u00f6nlich \u00fcbergeben worden w\u00e4re. Dies ist nicht der Fall.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(4) Da sich der Zustellungswille des Gerichts nicht auf die Bezirksrevisorin bezog, kommt &#8211; unabh\u00e4ngig davon, ob ihr das Dokument tats\u00e4chlich zugegangen ist\u00a0&#8211; eine Heilung des Zustellungsmangels gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a0189\u00a0ZPO nicht in Betracht. Denn auch im Rahmen des \u00a7\u00a0189 ZPO muss sich der Zustellungswille des Gerichts auf die Person beziehen, der gegen\u00fcber die Heilung nach \u00a7\u00a0189 ZPO eintreten soll (vgl. BGH, Urteil vom 29.\u00a0M\u00e4rz 2017 &#8211; VIII ZR 11\/16, BGHZ 214, 294 Rn.\u00a034-37).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Die Frist ist auch nicht durch eine formlose Mitteilung im Sinne des \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG in Gang gesetzt worden. Dabei kann offenbleiben, ob bei gewollter, aber nicht ordnungsgem\u00e4\u00dfer Durchf\u00fchrung der f\u00f6rmlichen Bekanntgabe eine Umdeutung in eine formlose Mitteilung zul\u00e4ssig ist (verneinend Fr\u00f6schle in Jox\/Fr\u00f6schle, PK Betreuungs- und Unterbringungsverfahren 4.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a015 FamFG Rn.\u00a020). Denn auch eine formlose Mitteilung setzt den Willen voraus, den Inhalt des Dokuments dem Adressaten zu er\u00f6ffnen (Bartels in Dutta\/Jacoby\/Schwab, FamFG 4.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a015 Rn.\u00a041; Fr\u00f6schle in Jox\/ Fr\u00f6schle, PK Betreuungs- und Unterbringungsverfahren 4.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a015 FamFG Rn.\u00a020; Pabst in M\u00fcnchKomm-FamFG, 4. Aufl. \u00a7\u00a015 Rn.\u00a05; Sternal in Sternal, FamFG 22.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a015 Rn.\u00a092). Ebenso wie bei der f\u00f6rmlichen Zustellung ist richtiger Adressat einer formlosen Mitteilung nach dem eindeutigen Wortlaut des \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG der Vertreter der Staatskasse, mithin der Bezirksrevisor, und kommt es auf den Willen des die Mitteilung Verf\u00fcgenden &#8211; hier des Rechtspflegers des Nachlassgerichts &#8211; an. Dass die Bekanntgabe im Streitfall nicht an den Bezirksrevisor erfolgte und der Rechtspfleger \u00fcberdies nicht in dem Willen handelte, die Entscheidung gerade diesem zur Kenntnis zu bringen, wurde unter bb) (2) bereits dargelegt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Die Beschwerde des Beteiligten zu 1 ist entgegen der Auffassung des Beschwerdegerichts auch nicht deshalb verfristet, weil die Bezirksrevisorin von der Entscheidung im Zuge einer R\u00fccksprache mit der Pr\u00e4sidentin des Landgerichts im M\u00e4rz 2023 rein tats\u00e4chlich Kenntnis erlangte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Zwar w\u00fcrde eine solche Kenntnisnahme nichts am Fehlen einer Mitteilung nach \u00a7\u00a0304 FamFG \u00e4ndern. Die Beschwerdefrist beginnt aber in Ermangelung einer Mitteilung nach \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG sp\u00e4testens durch tats\u00e4chliche Kenntnisnahme (Bumiller in Bumiller\/Harders\/Schwamb, FamFG 13.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0304 Rn.\u00a03; Grund in BeckOGK-FamFG, \u00a7\u00a0304 Rn.\u00a011 [Stand: 1.\u00a0September 2025]; vgl. auch BT-Drucks. 16\/6308, S.\u00a0272 li. Sp; a. A. Fr\u00f6schle in Pr\u00fctting\/Helms, FamFG 6. Aufl. \u00a7\u00a0304 Rn.\u00a017). Das folgt aus dem Sinn und Zweck der Norm, den Bezirksrevisoren die Vornahme von Revisionen in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden zu erm\u00f6glichen (vgl. BT-Drucks.\u00a016\/6308, S.\u00a0272 li. Sp.). Dieser Aufgabe kann der Revisor sp\u00e4testens mit tats\u00e4chlicher Kenntnisnahme von der Entscheidung nachkommen, ohne dass es darauf ank\u00e4me, ob dieser Kenntnisnahme eine Mitteilung durch das Nachlassgericht vorausgegangen ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Dahinstehen kann, ob die Beschwerdefrist bereits dadurch in Gang gesetzt wird, dass der Bezirksrevisor von der blo\u00dfen Existenz einer Entscheidung Kenntnis erlangt, ohne deren Inhalt zu kennen (offengelassen von BGH, Urteil vom 10.\u00a0Juni 2021 &#8211; IX ZR 6\/18, BGHZ 230, 147 Rn.\u00a037 f\u00fcr einen erstinstanzlich nicht hinzugezogenen Muss-Beteiligten), weil es hier schon an hinreichenden Feststellungen dazu fehlt, dass die Bezirksrevisorin auf irgendeine Weise von der Existenz des Beschlusses mehr als drei Monate vor Einlegung der Beschwerde am 18.\u00a0Dezember 2023 Kenntnis erlangt hat. Eine solche Kenntnis folgt entgegen der Auffassung des Beschwerdegerichts nicht aus dem Inhalt des Schreibens der Pr\u00e4sidentin des Landgerichts vom 16.\u00a0M\u00e4rz 2023, denn aus ihm ergibt sich nur, dass eine R\u00fccksprache mit der Bezirksrevisorin erfolgt ist, nicht jedoch welchen Inhalt diese hatte. Ob der Beschluss \u00fcberhaupt Gegenstand des Gespr\u00e4chs war oder lediglich &#8211; wie die Rechtsbeschwerde geltend macht &#8211; allgemein ohne Bezug auf ein konkretes Verfahren die Frage er\u00f6rtert wurde, wer f\u00fcr die Anmeldung von Forderungen des Landes Niedersachsen zum Insolvenzverfahren zust\u00e4ndig ist, l\u00e4sst sich dem Schreiben nicht entnehmen. Die Annahme des Beschwerdegerichts, die Bezirksrevisorin sei im Rahmen der R\u00fccksprache \u00fcber die Existenz des Verg\u00fctungsfestsetzungsbeschlusses in Kenntnis gesetzt worden, entbehrt erforderlicher Feststellungen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Rechtsfehlerhaft ist \u00fcberdies die Annahme des Beschwerdegerichts, die Frist zur Einlegung der Beschwerde sei unabh\u00e4ngig davon, ob diese durch eine formlose Mitteilung im Sinne des \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG in Gang gesetzt worden ist, jedenfalls am 7.\u00a0November 2023 abgelaufen, weil Verg\u00fctungsfestsetzungsbeschl\u00fcsse gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 FamFG acht Monate nach Erlass der Entscheidung rechtskr\u00e4ftig w\u00fcrden, wenn der Vertreter der Staatskasse vor deren Erlass nicht am Verfahren beteiligt worden sei. Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 FamFG beginnt die Beschwerdefrist sp\u00e4testens mit Ablauf von f\u00fcnf Monaten nach Erlass des Beschlusses, wenn die schriftliche Bekanntgabe an einen Beteiligten nicht bewirkt werden kann. Wie der Bundesgerichtshof mit Beschluss vom 1.\u00a0Februar 2017 (XII\u00a0ZB 299\/15, FamRZ 2017, 758 Rn.\u00a08) entschieden hat, findet \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 FamFG neben \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG keine Anwendung (so auch Abramenko in Pr\u00fctting\/Helms, FamFG 6.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a063 Rn.\u00a011; Giers in Sternal, FamFG 22.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0304 Rn.\u00a06; Kretz in J\u00fcrgens, Betreuungsrecht 8.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a063 Rn.\u00a06; M\u00fcther in Dutta\/Jacoby\/Schwab, FamFG 4.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a063 Rn.\u00a01.1; Staib in Damrau\/Zimmermann, Betreuungsrecht 5.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0304 FamFG Rn.\u00a010). Dies gilt jedenfalls dann, wenn die Staatskasse &#8211; wie hier &#8211; im erstinstanzlichen Verfahren nicht beteiligt worden ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Die Unanwendbarkeit des \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 FamFG folgt in diesen F\u00e4llen bereits aus dessen Wortlaut. Denn die Auffangfrist des \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 FamFG gilt nur unter der Voraussetzung, dass eine Bekanntgabe der Entscheidung an einen erstinstanzlich Beteiligten innerhalb von f\u00fcnf Monaten nicht gelingt (BT-Drucks. 16\/9733, S.\u00a0289 re Sp.). Sie kn\u00fcpft damit an die f\u00f6rmliche Beteiligung des Beschwerdeberechtigten an (BGH, Beschl\u00fcsse vom 15.\u00a0Februar 2017 &#8211; XII ZB 405\/16, NJW-RR 2017, 970 Rn.\u00a07, 22 f.; vom 5.\u00a0Dezember 2012 &#8211; I ZB 48\/12, NJW-RR 2013, 751 Rn.\u00a026). Eine solche ist hier nicht erfolgt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Entgegen der Ansicht des Beschwerdegerichts und einer Literaturmeinung (Bauer in Bauer\/L\u00fctgens\/Schwedler, Heidelberger Kommentar zum Betreuungs- und Unterbringungsrecht \u00a7\u00a0304 FamFG Rn.\u00a052 f. [Stand: August 2025]) kann Gegenteiliges der Begr\u00fcndung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zu \u00a7\u00a063 FamFG (BT-Drucks. 16\/6308) nicht entnommen werden. Soweit dort ausgef\u00fchrt wird, die Vorschrift lege erstmals einen Zeitpunkt fest, ab dem die Rechtsmittelfrist sp\u00e4testens in Gang gesetzt wird, wenn eine schriftliche Bekanntgabe nicht erfolgt ist (BT\u00adDrucks.\u00a016\/6308, S. 206 li. Sp.), liegt dem eine nicht in Kraft getretene Entwurfsfassung des \u00a7\u00a063 FamFG zugrunde, die vorsah, dass der Fristbeginn mit der schriftlichen Bekanntgabe des Beschlusses, sp\u00e4testens mit Ablauf von f\u00fcnf Monaten nach dessen Erlass, erfolgen sollte (BT\u00adDrucks.\u00a016\/6308, S.\u00a025 re.\u00a0Sp.). Die geltende Fassung des \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 FamFG macht jedoch den Beginn der F\u00fcnfmonatsfrist ausdr\u00fccklich davon abh\u00e4ngig, dass die schriftliche Bekanntgabe an einen Beteiligten nicht bewirkt werden kann. Aufgrund der \u00c4nderung der Vorschrift in diesem entscheidenden Punkt im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens kann aus der Begr\u00fcndung des Gesetzentwurfs zur Entwurfsfassung nicht der Schluss gezogen werden, \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 FamFG komme unabh\u00e4ngig davon, ob eine Beteiligung im erstinstanzlichen Verfahren erfolgt ist, zur Anwendung. Vielmehr folgt gerade aus dem weiteren Verlauf des Gesetzgebungsverfahrens, namentlich aus der Begr\u00fcndung der Beschlussempfehlung des Rechtsausschusses zu dem vorgenannten Gesetzentwurf der Bundesregierung, dass eine Anwendbarkeit des \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 FamFG die Beteiligung des Beschwerdeberechtigten im erstinstanzlichen Verfahren voraussetzt (BT-Drucks. 16\/9733, S.\u00a0289 re. Sp.; vgl. auch BGH, Beschluss vom 5.\u00a0Dezember 2012 &#8211;\u00a0I\u00a0ZB\u00a048\/12, NJW\u00adRR\u00a02013, 751 Rn.\u00a025\u00a0f.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Der Umstand, dass \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG den Fristbeginn umfassend regelt und damit als lex specialis \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 FamFG verdr\u00e4ngt, zeigt auch die Begr\u00fcndung des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zu \u00a7\u00a0304\u00a0FamFG. Danach wird in \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG der Beginn der Beschwerdefrist abweichend von \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 FamFG geregelt (BT\u00adDrucks.\u00a016\/6308, S. 272 li. Sp.). Eine Einschr\u00e4nkung erfolgte nicht, obwohl bereits der Entwurf des \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 FamFG in seinem Halbsatz 2 die Formulierung enthielt, dass die Frist sp\u00e4testens mit Ablauf von f\u00fcnf Monaten nach Erlass des Beschlusses beginnen soll (BT-Drucks. 16\/6308, S. 25 re. Sp.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) \u00dcber den Wortlaut und die Entstehungsgeschichte hinaus sprechen auch Sinn und Zweck der Vorschrift jedenfalls in F\u00e4llen, in denen die Staatskasse &#8211; wie hier &#8211; nicht am erstinstanzlichen Verfahren beteiligt war, gegen eine (analoge) Anwendbarkeit des \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 FamFG. W\u00fcrde man f\u00fcr die Anwendung der Vorschrift auf das Erfordernis einer vorausgegangenen f\u00f6rmlichen Beteiligung verzichten, so h\u00e4tte dies zur Folge, dass die Aus\u00fcbung des Rechts der Staatskasse, gegen zu ihren Lasten getroffene Entscheidungen Beschwerde einzulegen, in sachlich nicht zu rechtfertigender Weise erschwert w\u00fcrde. Denn der Bezirksrevisor hat in einem solchen Fall &#8211; anders als der Beteiligte &#8211; keine Kenntnis vom Verfahren und daher auch keinen Anlass, sich nach dessen Stand zu erkundigen. Damit bliebe es letztlich dem Zufall \u00fcberlassen, ob zum Zeitpunkt der von ihm vorgenommenen Revision eine m\u00f6gliche Beschwerde bereits verfristet w\u00e4re. Dies steht mit dem Gesetzeszweck, wonach \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG gerade sicherstellen soll, dass die Bezirksrevisoren ihre bisherige Praxis beibehalten und in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden Revisionen vornehmen k\u00f6nnen (BT-Drucks. 16\/6308, S.\u00a0272 li. Sp.), nicht in Einklang (vgl. Toussaint, NJW 2024, 3792, 3796). Denn die Gew\u00e4hrung einer im Vergleich zu \u00a7\u00a063 Abs.\u00a01 FamFG verl\u00e4ngerten Frist zum Zwecke der \u00dcberpr\u00fcfung der Entscheidung w\u00e4re sinnlos, wenn diese zu dem Zeitpunkt, in welchem dem Bezirksrevisor die Entscheidung mitgeteilt wird oder er von ihr tats\u00e4chlich Kenntnis nimmt, bereits abgelaufen w\u00e4re.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Dieser Sichtweise stehen \u00fcberwiegende Interessen des Nachlasspflegers nicht entgegen. Zwar wird bei unterbliebener formloser Mitteilung die Rechtskraft der Entscheidung zun\u00e4chst auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben. Der Nachlasspfleger kann deren Eintritt aber aktiv f\u00f6rdern, indem er auf eine gerichtliche Mitteilung der Entscheidung an den Bezirksrevisor hinwirkt. Erfolgt eine solche nicht, kann er den Beginn der Beschwerdefrist f\u00fcr die Staatskasse auch selbst in Lauf setzen, indem er dem Bezirksrevisor die ihm bekannt gegebene Entscheidung zur Kenntnis bringt. Denn wie unter b) aa) bereits festgestellt, beginnt die Beschwerdefrist sp\u00e4testens durch tats\u00e4chliche Kenntnisnahme zu laufen, ohne dass dieser eine (gerichtliche) Mitteilung im Sinne des \u00a7\u00a0304 Abs.\u00a02 FamFG vorausgehen muss. Anders als bei einem Beteiligten, an den die Bekanntgabe aus rechtlichen oder tats\u00e4chlichen Gr\u00fcnden, etwa weil sein Aufenthalt nicht ermittelt werden kann, nicht bewirkt werden kann, ist eine formlose Mitteilung an den Vertreter der Staatskasse jederzeit m\u00f6glich (Fritzsche in BeckOGK-FamFG, \u00a7\u00a063 Rn.\u00a063 [Stand: 1.\u00a0September 2025]; Fr\u00f6schle in Pr\u00fctting\/Helms, FamFG 6.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a0304 Rn.\u00a017). Es besteht damit schon kein Bed\u00fcrfnis f\u00fcr die Anwendbarkeit der Regelung des \u00a7\u00a063 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 FamFG zum Zwecke der Herbeif\u00fchrung der Rechtskraft.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>III. Die Sache ist daher zur erneuten Pr\u00fcfung und Entscheidung an das Beschwerdegericht zur\u00fcckzuverweisen (\u00a7\u00a074 Abs.\u00a06 Satz\u00a02 FamFG). Gelangt das Beschwerdegericht zu dem Ergebnis, dass eine tats\u00e4chliche Kenntnisnahme durch die Bezirksrevisorin vor dem 16.\u00a0September 2023 nicht erwiesen ist, so wird es die erforderlichen Feststellungen zur Verg\u00fctungsh\u00f6he und zu den Voraussetzungen einer Festsetzung zu Lasten der Staatskasse nachzuholen haben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align: left\">\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align: left\">Prof. Dr. Karczewski\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Harsdorf-Gebhardt\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Dr. Brockm\u00f6ller<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Bu\u00dfmann\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Piontek<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KORE705522026&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BGH_IV_ZB_30-24_KORE705522026.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. 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