{"id":563344,"date":"2026-04-15T01:32:25","date_gmt":"2026-04-14T23:32:25","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-23-mars-2026-n-7b-28-2025\/"},"modified":"2026-04-15T01:32:25","modified_gmt":"2026-04-14T23:32:25","slug":"tribunal-federal-suisse-23-mars-2026-n-7b-28-2025","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-23-mars-2026-n-7b-28-2025\/","title":{"rendered":"Tribunal f\u00e9d\u00e9ral suisse, 23 mars 2026, n\u00b0 7B 28-2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<p>Bundesgericht<\/p>\n<p>Tribunal f\u00e9d\u00e9ral<\/p>\n<p>Tribunale federale<\/p>\n<p>Tribunal federal<\/p>\n<p>7B_28\/2025<\/p>\n<p>Urteil vom 23. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>II. strafrechtliche Abteilung<\/p>\n<p>Besetzung<\/p>\n<p>Bundesrichter Abrecht, Pr\u00e4sident,<\/p>\n<p>Bundesrichterinnen van de Graaf, Koch,<\/p>\n<p>Gerichtsschreiber Hahn.<\/p>\n<p>Verfahrensbeteiligte<\/p>\n<p>A.________,<\/p>\n<p>vertreten durch Rechtsanwalt Thomas H\u00e4usermann,<\/p>\n<p>Beschwerdef\u00fchrer,<\/p>\n<p>gegen<\/p>\n<p>Staatsanwaltschaft II des Kantons Z\u00fcrich, G\u00fcterstrasse 33, 8010 Z\u00fcrich,<\/p>\n<p>Beschwerdegegnerin.<\/p>\n<p>Gegenstand<\/p>\n<p>Entsiegelung,<\/p>\n<p>Beschwerde gegen die Verf\u00fcgung des Bezirksgerichts Dielsdorf, Zwangsmassnahmengericht, vom 25. November 2024 (GT240023-D\/U\/B-3\/rs).<\/p>\n<p>Sachverhalt:<\/p>\n<p>A.<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft II des Kantons Z\u00fcrich f\u00fchrt eine Strafuntersuchung gegen eine unbekannte T\u00e4terschaft, die im Verdacht steht, sich passiv bestechen zu lassen (Art. 322quater StGB), indem sie gegen Bezahlung Mobiltelefone in die Justizvollzugsanstalt P\u00f6schwies schmuggelt. In diesem Zusammenhang beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft mit Verf\u00fcgung vom 11. September 2024 das Mobiltelefon des in der Justizvollzugsanstalt P\u00f6schwies inhaftierten A.________. Das Mobiltelefon wurde A.________ anl\u00e4sslich einer Zellenkontrolle am 26. Mai 2024 abgenommen. In der Folge wurde das Mobiltelefon sichergestellt und der Kantonspolizei Z\u00fcrich \u00fcbergeben. A.________ verlangte am 4. Oktober 2024 dessen Siegelung.<\/p>\n<p>B.<\/p>\n<p>Die Staatsanwaltschaft stellte am 8. Oktober 2024 ein Gesuch um Entsiegelung des Mobiltelefons. Mit Verf\u00fcgung vom 25. November 2024 stellte das Zwangsmassnahmengericht des Bezirks Dielsdorf fest, es liege seitens von A.________ kein g\u00fcltiges Siegelungsgesuch vor, weshalb auf den Antrag auf Entsiegelung nicht einzutreten sei und das Mobiltelefon der Staatsanwaltschaft zur Durchsuchung freigegeben werde.<\/p>\n<p>C.<\/p>\n<p>A.________ f\u00fchrt mit Eingabe vom 13. Januar 2025 Beschwerde in Strafsachen. Er beantragt, die Verf\u00fcgung des Zwangsmassnahmengerichts des Bezirks Dielsdorf vom 25. November 2025 sei aufzuheben und ihm sei unter Abweisung des Gesuchs um Entsiegelung der Staatsanwaltschaft vom 8. Oktober 2024 sein Mobiltelefon zu seinen Effekten herauszugeben. In verfahrensrechtlicher Hinsicht beantragt er die Erteilung der aufschiebenden Wirkung und ersucht zudem um die Gew\u00e4hrung der unentgeltlichen Rechtspflege.<\/p>\n<p>Die Vorinstanz hat auf eine Vernehmlassung verzichtet. Die Staatsanwaltschaft beantragt, auf die Beschwerde sei nicht einzutreten. Der Beschwerdef\u00fchrer hat auf eine Replik verzichtet.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident der II. Strafrechtlichen Abteilung erkannte der Beschwerde mit Verf\u00fcgung vom 31. Januar 2025 antragsgem\u00e4ss die aufschiebende Wirkung zu.<\/p>\n<p>Erw\u00e4gungen:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Angefochten ist ein kantonal letztinstanzlicher Entsiegelungsentscheid eines Zwangsmassnahmengerichts (Art. 80 Abs. 2 Satz 3 BGG i.V.m. Art. 248a Abs. 1 lit. a StPO). Dagegen steht die Beschwerde in Strafsachen nach Art. 78 ff. BGG grunds\u00e4tzlich offen (Urteil 7B_576\/2024 vom 20. M\u00e4rz 2025 E. 1.1). Der Beschwerdef\u00fchrer ist in der von der Staatsanwaltschaft gef\u00fchrten Strafuntersuchung gegen eine unbekannte T\u00e4terschaft eine nicht beschuldigte Person. Nach der Rechtsprechung stellt der vorinstanzliche Entscheid f\u00fcr ihn daher einen gem\u00e4ss Art. 91 lit. b BGG anfechtbaren Teilentscheid dar (Urteile 7B_1264\/2024 vom 10. Juni 2025 E. 2.1; 7B_318\/2023 vom 27. Dezember 2023 E. 1; 1B_543\/2021 vom 1. Juli 2022 E. 1; je mit Hinweisen). Die \u00fcbrigen Sachurteilsvoraussetzungen geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist einzutreten.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>2.1. Das Siegelungsverfahren nach Art. 248 f. StPO dient dem Geheimnisschutz im Hinblick auf eine anschliessende Durchsuchung von Aufzeichnungen und Gegenst\u00e4nden. Es gelangt daher nur zur Anwendung, wenn von den betroffenen Personen gesetzliche Geheimnisschutzgr\u00fcnde substanziiert angerufen werden (vgl. Urteile 7B_312\/2023 vom 21. Januar 2026 E. 1.3.3; 7B_184\/2025 vom 1. September 2025 E. 2.2; 7B_318\/2023 vom 27. Dezember 2023 E. 2).<\/p>\n<p>2.2. Die Vorinstanz h\u00e4lt fest, der Beschwerdef\u00fchrer habe im Entsiegelungsverfahren nicht hinreichend substanziiert dargelegt, welche gesetzlich gesch\u00fctzten Geheimnisrechte einer Durchsuchung seines Mobiltelefons entgegenst\u00fcnden. Mangels g\u00fcltigem Siegelungsantrag sei die Durchf\u00fchrung eines Entsiegelungsverfahrens nicht notwendig. Infolgedessen sei auf den Entsiegelungsantrag der Staatsanwaltschaft nicht einzutreten und sei das Mobiltelefon zur Durchsuchung und Verwendung in der laufenden Strafuntersuchung an die Staatsanwaltschaft herauszugeben.<\/p>\n<p>2.3. Der Beschwerdef\u00fchrer widerspricht dieser vorinstanzlichen Beurteilung. Er macht geltend, er habe sowohl in seinem Siegelungsantrag wie auch im nachfolgenden Entsiegelungsverfahren dargelegt, dass sich auf dem sichergestellten Mobiltelefon private Korrespondenz mit seiner Partnerin und seinen Eltern befinde. Damit sei er seinen Mitwirkungspflichten nachgekommen und es sei hinreichend dargetan, dass die geheimnisgesch\u00fctzten Daten in den Nachrichtenapplikationen seines Mobiltelefons abgespeichert seien. Zudem seien auch die Namen seiner Partnerin und seiner Eltern bekannt. Die Vorinstanz verletzte unter diesen Umst\u00e4nden Bundesrecht (Art. 248 Abs. 1 StPO), wenn sie von einem ungen\u00fcgenden Siegelungsantrag ausgehe.<\/p>\n<p>2.4. Die R\u00fcgen des Beschwerdef\u00fchrers sind begr\u00fcndet. Nach der bundesgerichtlichen Rechtsprechung wird nicht verlangt, dass die betroffene Person die Siegelungsgr\u00fcnde bereits im Rahmen ihres Antrags im Detail begr\u00fcndet. Erforderlich ist nur (aber immerhin), dass ein spezifischer Siegelungsgrund sinngem\u00e4ss angerufen wird (Urteile 7B_1364\/2025 vom 6. Februar 2026 E. 3.1; 7B_318\/2023 vom 27. Dezember 2023 E. 3.2; 1B_273\/2021 vom 2. M\u00e4rz 2022 E. 3.3; je mit Hinweisen). Nach den f\u00fcr das Bundesgericht verbindlichen Sachverhaltsfeststellungen der Vorinstanz (vgl. Art. 105 Abs. 1 BGG) machte der Beschwerdef\u00fchrer in seinem Siegelungsantrag geltend, auf dem Mobiltelefon bef\u00e4nden sich Chats mit seiner Freundin und der Familie, was er im Entsiegelungsverfahren gegen\u00fcber der Vorinstanz bekr\u00e4ftigte. Angesichts der Tatsache, dass bei privaten Smartphones rechtsprechungsgem\u00e4ss davon auszugehen ist, dass sich darauf pers\u00f6nliche Aufzeichnungen und Korrespondenz im Sinne von Art. 264 Abs. 1 lit. b StPO befindet, gen\u00fcgen diese Angaben des Beschwerdef\u00fchrers als Siegelungsantrag (vgl. BGE 151 IV 344 E. 2.7). Die Vorinstanz verletzt damit Bundesrecht, wenn sie von Gegenteiligem ausgeht. Die Beschwerde ist insoweit begr\u00fcndet.<\/p>\n<p>Bei dieser Sachlage stellt sich die Frage, ob der vorinstanzliche Entscheid aufzuheben und die Sache zur Neubeurteilung (Pr\u00fcfung, ob \u00fcberwiegende private Geheimnisrechte das Strafverfolgungsinteresse \u00fcberwiegen) an die Vorinstanz zur\u00fcckzuweisen ist. Aus Gr\u00fcnden der Prozess\u00f6konomie kann dies jedoch aus nachfolgenden Gr\u00fcnden unterbleiben, da im vorliegenden Siegelungsverfahren erhebliche Verfahrensfehler erfolgt sind, die eine vollumf\u00e4ngliche Beschwerdegutheissung und die R\u00fcckgabe des gesiegelten Mobiltelefons an den Beschwerdef\u00fchrer zur Folge haben (vgl. E. 3 hiernach).<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>3.1. Der Beschwerdef\u00fchrer r\u00fcgt, die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden h\u00e4tten im Zusammenhang mit der Sicherstellung, Beschlagnahme und sp\u00e4teren Siegelung seines Mobiltelefons mehrfach Bundesrecht (Art. 248 Abs. 1 StPO) verletzt, da durch den gew\u00e4hlten Siegelungsablauf und die Siegelungsmethode keine Gew\u00e4hr bestehe, dass sich die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden nicht bereits vor Abschluss des Entsieglungsverfahrens unbemerkt Zugriff auf die Daten des Mobiltelefons verschafft haben.<\/p>\n<p>3.2. Sinn und Zweck der Siegelung nach Art. 248 Abs. 1 StPO ist es, dass die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden keine Kenntnis der sichergestellten Gegenst\u00e4nde und Aufzeichnungen erhalten k\u00f6nnen, solange das zust\u00e4ndige Entsiegelungsgericht nicht \u00fcber die Zul\u00e4ssigkeit ihrer Verwertung zu Untersuchungszwecken entschieden hat (Urteile 7B_272\/2025 vom 20. November 2025 E. 4.3; 7B_901\/2024 vom 9. Dezember 2024 E. 1.3.2; 7B_127\/2022 vom 5. April 2024 E. 3.3). Wird die Siegelung g\u00fcltig beantragt, muss die Strafverfolgungsbeh\u00f6rde die fraglichen sichergestellten Aufzeichnungen und Gegenst\u00e4nde siegeln. Die Siegelung bewirkt ein einstweiliges Durchsuchungs- und Verwertungsverbot und ist zugleich ein physischer Vorgang, bei welchem die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden die sichergestellten Aufzeichnungen und Gegenst\u00e4nde in einer Art und Weise zu verpacken haben, die den Zugriff auf diese Aufzeichnungen ohne Brechen des Siegels verunm\u00f6glicht (Urteile 7B_54\/2023 vom 12. Oktober 2023 E. 3.3; 7B_127\/2022 vom 5. April 2024 E. 3.3; 1B_80\/2023 vom 27. M\u00e4rz 2023 E. 3.2).<\/p>\n<p>Ersucht die Strafverfolgungsbeh\u00f6rde nach erfolgter Siegelung gem\u00e4ss Art. 248a Abs. 1 StPO um Entsiegelung der betreffenden Aufzeichnungen und Gegenst\u00e4nde, hat sie dem Zwangsmassnahmengericht die versiegelten Aufzeichnungen und Gegenst\u00e4nde zur Verf\u00fcgung zu stellen (vgl. Urteil 1B_611\/2019 vom 17. Dezember 2020 E. 4). Das Zwangsmassnahmengericht f\u00fchrt daraufhin das gesetzliche Entsiegelungsverfahren durch und pr\u00fcft dabei unter anderem, ob die Strafbeh\u00f6rden die Vorschriften \u00fcber die Siegelung eingehalten haben. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts ist bei rechtswidrigem Vorgehen im Zusammenhang mit der Siegelung von Aufzeichnungen und Gegenst\u00e4nden zwischen der Fortsetzung des Entsiegelungsverfahrens einerseits und der Verwertbarkeit von Beweismitteln andererseits zu unterscheiden. Bei schweren Verfahrensm\u00e4ngeln ist eine Fortsetzung des Entsiegelungsverfahrens ausgeschlossen und das Entsiegelungsbegehren abzuweisen (BGE 148 IV 221 E. 4; Urteil 7B_54\/2023 vom 12. Oktober 2023 E. 4.1). Das Bundesgericht sah einen nicht mehr korrigierbaren schweren Verfahrensfehler darin, dass im Zuge einer Datenspiegelung durch die Untersuchungsbeh\u00f6rde die &quot;M\u00f6glichkeit eines verfr\u00fchten Zugangs&quot; dieser Beh\u00f6rde zu den Daten bestand (BGE 148 IV 221 E. 3.2 und 4.2; Urteil 7B_54\/2023 vom 12. Oktober 2023 E. 4.2; zum Ganzen: Urteil 7B_127\/2022 vom 5. April 2024 E. 3.3). Zum gleichen Schluss gelangte das Bundesgericht in Bezug auf ein Mobiltelefon, welches mittels eines durchsichtigen Plastikbeutels gesiegelt wurde und durch ein aus dem Beutel herausragendes Ladekabel an den Strom angeschlossen war, wobei ein Bedienung des Mobiltelefons durch den Beutel m\u00f6glich war. Das Bundesgericht hielt fest, diese Siegelungsmethode stelle einen schweren Verfahrensfehler dar, da nicht gew\u00e4hrleistet sei, dass die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden keinen verfr\u00fchten Zugang bzw. Einblick in die auf dem Mobiltelefon gespeicherten Aufzeichnungen erhielten (Urteil 7B_54\/2023 vom 12. Oktober 2023 E. 2, E. 3.3 und E. 4.3).<\/p>\n<p>3.3. Nach den gem\u00e4ss Art. 105 Abs. 1 BGG f\u00fcr das Bundesgericht verbindlichen Feststellungen der Vorinstanz wurde dem Beschwerdef\u00fchrer sein Mobiltelefon anl\u00e4sslich einer Zellenkontrolle am 26. Mai 2024 abgenommen und durch das Sicherheitspersonal der Strafanstalt P\u00f6schwies sichergestellt. Im Anschluss wurde das Mobiltelefon an die Kantonspolizei \u00fcbergeben, wo es unversiegelt im Asservatenschrank gelagert wurde. Danach seien gem\u00e4ss den Ausf\u00fchrungen der Vorinstanz die tats\u00e4chlichen Besitz- und Nutzungsverh\u00e4ltnisse des Mobiltelefons abgekl\u00e4rt worden, ehe die Staatsanwaltschaft mit Verf\u00fcgung vom 11. September 2024 die Beschlagnahme desselbigen angeordnet habe. Am 4. Oktober 2024 sei der Beschwerdef\u00fchrer schliesslich auf das Siegelungsformular aufmerksam gemacht worden, woraufhin er umgehend die Siegelung beantragt habe. Wie der Beschwerdef\u00fchrer unter Hinweis auf die kantonalen Akten zu Recht geltend macht, zeigt die Fotoaufnahme des Siegelungsumschlags, dass das Mobiltelefon durch die Kantonspolizei am 22. Oktober 2024 versiegelt wurde.<\/p>\n<p>3.4. Dieser Siegelungsablauf verletzt in \u00dcbereinstimmung mit dem Beschwerdef\u00fchrer aus mehreren Gr\u00fcnden Bundesrecht.<\/p>\n<p>3.4.1. Den vorstehenden Grunds\u00e4tzen folgend ist der Sinn und Zweck der Siegelung, dass die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden keine Kenntnis der sichergestellten Gegenst\u00e4nde und Aufzeichnungen erhalten k\u00f6nnen, solange das zust\u00e4ndige Entsiegelungsgericht nicht \u00fcber die Zul\u00e4ssigkeit ihrer Verwertung zu Untersuchungszwecken entschieden hat. Vorliegend lag das Mobiltelefon des Beschwerdef\u00fchrers mehrere Monate ungesiegelt im Asservatenschrank der Kantonspolizei, ehe es am 22. Oktober 2024 gesiegelt wurde. Bei einer so langen Zeitspanne besteht nach der Rechtsprechung grunds\u00e4tzlich keine hinreichende Gew\u00e4hr, dass die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden keinen verfr\u00fchten Zugang zu den auf dem Mobiltelefon abgespeicherten Daten hatten (vgl. BGE 148 IV 221 E. 3.2). Daran \u00e4ndert auch der Umstand nichts, dass die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden nach ihren eigenen Angaben zun\u00e4chst die Eigentumsverh\u00e4ltnisse des Mobiltelefons kl\u00e4ren mussten. Einerseits ergibt sich aus den Feststellungen der Vorinstanz, dass das Mobiltelefon dem Beschwerdef\u00fchrer anl\u00e4sslich einer Zellenkontrolle abgenommen wurde. Aufgrund dieser Umst\u00e4nde musste er zu diesem Zeitpunkt als Inhaber des Mobiltelefons gelten und h\u00e4tte er damit von den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden im Zeitpunkt der Sicherstellung des Mobiltelefons \u00fcber sein Siegelungsrecht aufgekl\u00e4rt werden m\u00fcssen (vgl. zum gesetzlichen Begriff des Inhabers: BGE 140 IV 28 E. 4.3; THORMANN\/BRECHB\u00dcHL, in: Basler Kommentar StPO, 3. Aufl. 2023, N. 7 ff. zu Art. 248 StPO). Andererseits geht aus der im angefochtenen Entscheid genannten Beschlagnahmeverf\u00fcgung vom 11. September 2024 hervor, dass diese &#8211; nebst der Kantonspolizei &#8211; einzig dem Beschwerdef\u00fchrer er\u00f6ffnet wurde. Folglich h\u00e4tte er sp\u00e4testens zu diesem Zeitpunkt auf sein Siegelungsrecht hingewiesen werden m\u00fcssen. Dies passierte jedoch erst am 4. Oktober 2024. Selbst wenn von der Pr\u00e4misse der Staatsanwaltschaft ausgegangen wird und der Beschwerdef\u00fchrer erst am 11. September 2024 als Inhaber eruriert werden konnte, lag das Mobiltelefon somit noch immer fast einen Monat unversiegelt bei den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden. Das Bundesgericht hat in einem \u00e4hnlich gelagerten Fall entschieden, dass die Siegelung eines Datentr\u00e4gers zwecklos geworden sei, wenn dieser bereits vor dem Siegelungsverfahren gespiegelt und sich w\u00e4hrend mehreren Monaten unversiegelt im Gewahrsam der Strafverfolgungsbeh\u00f6rden befunden habe (Urteil 7B_127\/2022 vom 5. April 2024 E. 3.4).<\/p>\n<p>3.4.2. Im Vergleich zum Sachverhalt, der dem Urteil 7B_127\/2022 vom 5. April 2024 zugrunde lag, kommt vorliegend erschwerend hinzu, dass das Mobiltelefon gem\u00e4ss dem angebrachten Siegel erst am 22. Oktober 2024 gesiegelt wurde, obwohl der Beschwerdef\u00fchrer gegen\u00fcber der Staatsanwaltschaft bereits am 4. Oktober 2024 den Siegelungsantrag gestellt hatte. Die Siegelung erfolgte damit mehr als zwei Wochen nach dem Siegelungsbegehren und dar\u00fcber hinaus nach dem Entsiegelungsantrag, den die Staatsanwaltschaft bei der Vorinstanz am 8. Oktober 2024 stellte. Selbst nachdem der Beschwerdef\u00fchrer \u00fcber seine Rechte aufgekl\u00e4rt wurde und die Siegelung des Mobiltelefons beantragt hatte, lag dieses somit noch \u00fcber zwei Wochen unversiegelt bei den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden. Unter diesen Umst\u00e4nden muss in \u00dcbereinstimmung mit dem Beschwerdef\u00fchrer von einem schweren Verfahrensfehler der Staatsanwaltschaft ausgegangen werden, der eine Fortsetzung des Entsiegelungsverfahrens ausschliesst. Das Siegelungsverfahren beinhaltet n\u00e4mlich zwingend auch eine physische Komponente, bei welchem die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden nach Kenntnis des Siegelungsantrags die sichergestellten Unterlagen oder Datentr\u00e4ger in einer Art und Weise zu verpacken haben, die den Zugriff auf diese Aufzeichnungen ohne Brechen des Siegels verunm\u00f6glicht (vgl. Urteile 7B_54\/2023 vom 12. Oktober 2023 E. 3.3; 1B_412\/2021 vom 29. November 2021 E. 3.3.3). Andernfalls w\u00fcrde das Siegelungsrecht als Sofortmassnahme, welches f\u00fcr die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden ein suspensiv bedingtes Verwertungs- bzw. Verwendungsverbot bis zum Entscheid des Entsiegelungsgerichts bewirkt (vgl. Urteil 1B_80\/2023 vom 27. M\u00e4rz 2023 E. 3.2 mit Hinweisen; THORMANN\/BRECHB\u00dcHL, a.a.O., N. 1 zu Art. 248 StPO), seines Gehalts entleert, da ohne umgehende Anbringung eines physischen Siegels keine Gew\u00e4hr best\u00fcnde, dass die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden die sichergestellten Aufzeichnungen erst nach dem Entscheid des Entsiegelungsgerichts verwenden bzw. einsehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>3.5. Zusammengefasst unterliefen den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden im vorliegenden Siegelungsverfahren mehrere Verfahrensfehler, wobei namentlich die nach Kenntnis des Siegelungsantrags w\u00e4hrend mehr als zwei Wochen unterbliebene Siegelung des Mobiltelefons schwer wiegt. Dies schliesst eine Fortsetzung des Entsiegelungsverfahrens aus und das Entsiegelungsbegehren ist folglich abzuweisen (vgl. Urteil 7B_54\/2023 vom 12. Oktober 2023 E. 4.2). Antragsgem\u00e4ss ist das Mobiltelefon dem Beschwerdef\u00fchrer zu seinen bei der Strafanstalt P\u00f6schwies gelagerten pers\u00f6nlichen Effekten herauszugeben.<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>Die Beschwerde erweist sich als begr\u00fcndet und ist gutzuheissen. Die angefochtene Verf\u00fcgung des Zwangsmassnahmengerichts des Bezirks Dielsdorf vom 25. November 2024 ist aufzuheben und das Entsiegelungsgesuch der Staatsanwaltschaft II des Kantons Z\u00fcrich vom 8. Oktober 2024 ist abzuweisen. Bei diesem Verfahrensausgang sind f\u00fcr das bundesgerichtliche Verfahren keine Kosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 und Abs. 4 BGG). Der Rechtsvertretung des Beschwerdef\u00fchrers ist eine angemessene Parteientsch\u00e4digung zuzusprechen (Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG). Damit wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege des Beschwerdef\u00fchrers gegenstandslos.<\/p>\n<p>Demnach erkennt das Bundesgericht:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verf\u00fcgung des Zwangsmassnahmengerichts des Bezirks Dielsdorf vom 25. November 2024 wird aufgehoben. Das Gesuch der Staatsanwaltschaft II des Kantons Z\u00fcrich vom 8. Oktober 2024 um Entsiegelung und Durchsuchung wird abgewiesen.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Es werden keine Kosten erhoben.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Der Kanton Z\u00fcrich hat den Rechtsvertreter des Beschwerdef\u00fchrers, Rechtsanwalt Thomas H\u00e4usermann, mit Fr. 2&#039;000.&#8211; zu entsch\u00e4digen.<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>Dieses Urteil wird den Parteien und dem Bezirksgericht Dielsdorf, Zwangsmassnahmengericht, schriftlich mitgeteilt.<\/p>\n<p>Lausanne, 23. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung<\/p>\n<p>des Schweizerischen Bundesgerichts<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sident: Abrecht<\/p>\n<p>Der Gerichtsschreiber: Hahn<\/p>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&#038;type=highlight_simple_query&#038;page=7&#038;from_date=&#038;to_date=&#038;sort=relevance&#038;insertion_date=&#038;top_subcollection_aza=all&#038;query_words=tribunal+federal&#038;rank=63&#038;azaclir=aza&#038;highlight_docid=aza%3A%2F%2F23-03-2026-7B_28-2025&#038;number_of_ranks=167925\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Source officielle Tribunal federal suisse. Contenu HTML public, PDF non garanti en version gratuite.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesgericht Tribunal f\u00e9d\u00e9ral Tribunale federale Tribunal federal 7B_28\/2025 Urteil vom 23. M\u00e4rz 2026 II. strafrechtliche Abteilung Besetzung Bundesrichter Abrecht, Pr\u00e4sident, Bundesrichterinnen van de Graaf, Koch, Gerichtsschreiber Hahn. Verfahrensbeteiligte A.________, vertreten durch Rechtsanwalt Thomas H\u00e4usermann, Beschwerdef\u00fchrer, gegen Staatsanwaltschaft II des Kantons Z\u00fcrich, G\u00fcterstrasse 33, 8010 Z\u00fcrich, Beschwerdegegnerin. 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