{"id":563355,"date":"2026-04-15T01:32:53","date_gmt":"2026-04-14T23:32:53","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-23-mars-2026-n-9c-166-2026\/"},"modified":"2026-04-15T01:32:53","modified_gmt":"2026-04-14T23:32:53","slug":"tribunal-federal-suisse-23-mars-2026-n-9c-166-2026","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-23-mars-2026-n-9c-166-2026\/","title":{"rendered":"Tribunal f\u00e9d\u00e9ral suisse, 23 mars 2026, n\u00b0 9C 166-2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<p>Bundesgericht<\/p>\n<p>Tribunal f\u00e9d\u00e9ral<\/p>\n<p>Tribunale federale<\/p>\n<p>Tribunal federal<\/p>\n<p>9C_166\/2026<\/p>\n<p>Urteil vom 23. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>III. \u00f6ffentlich-rechtliche Abteilung<\/p>\n<p>Besetzung<\/p>\n<p>Bundesrichterin Moser-Szeless, Pr\u00e4sidentin,<\/p>\n<p>Gerichtsschreiberin Stefanelli.<\/p>\n<p>Verfahrensbeteiligte<\/p>\n<p>A.________,<\/p>\n<p>Beschwerdef\u00fchrer,<\/p>\n<p>gegen<\/p>\n<p>Serafe AG, Summelenweg 91, 8808 Pf\u00e4ffikon,<\/p>\n<p>Beschwerdegegnerin.<\/p>\n<p>Gegenstand<\/p>\n<p>Haushaltabgabe,<\/p>\n<p>Beschwerde gegen die Zwischenverf\u00fcgung des Bundesverwaltungsgerichts vom 9. Februar 2026 (A-919\/2026).<\/p>\n<p>Erw\u00e4gungen:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>1.1. Mit Zwischenverf\u00fcgung vom 9. Februar 2026 verpflichtete das Bundesverwaltungsgericht A.________, betreffend eine Beschwerde gegen eine Verf\u00fcgung der Serafe AG zur Erhebung der Haushaltsabgabe, zur Bezahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 1&#039;000.- bis zum 2. M\u00e4rz 2026 zugunsten der Gerichtskasse (Dispositiv-Ziffer 1); andernfalls auf die Beschwerde unter Kostenfolge nicht eingetreten werde (Dispositiv-Ziffer 2).<\/p>\n<p>1.2. Mit Eingabe vom 3. M\u00e4rz 2026 gelangt A.________ dagegen an das Bundesgericht und bringt vor, er sei als Bez\u00fcger von Erg\u00e4nzungsleistungen nicht in der Lage, einen solchen Kostenvorschuss, weder vor dem Bundesverwaltungsgericht noch vor dem Bundesgericht, zu leisten.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Rechtsbegehren sind nach Treu und Glauben auszulegen, insbesondere im Lichte der dazu gegebenen Begr\u00fcndung. Es gen\u00fcgt, wenn der Beschwerde insgesamt entnommen werden kann, was die beschwerdef\u00fchrende Partei verlangt (BGE 151 II 657 E. 4.2; 149 V 57 E. 10.3; 137 II 313 E. 1.3; Urteil 9C_9\/2026 vom 2. M\u00e4rz 2026 E. 1.2.1). Aus der Eingabe des Beschwerdef\u00fchrers l\u00e4sst sich sinngem\u00e4ss entnehmen, dass er Antr\u00e4ge auf unentgeltliche Rechtspflege stellt.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>3.1. Bei der vorinstanzlichen Kostenvorschussverf\u00fcgung (mit Androhung des Nichteintretens f\u00fcr den Fall einer Nichtleistung) handelt es sich um einen nicht verfahrensabschliessenden Entscheid, der weder die Zust\u00e4ndigkeit noch den Ausstand betrifft (vgl. Art. 90 und 92 BGG). Sie stellt einen &quot;anderen selbst\u00e4ndig er\u00f6ffneten&quot; Zwischenentscheid im Sinn von Art. 93 Abs. 1 BGG dar. Gegen solche Zwischenentscheide ist die Beschwerde unter anderem dann zul\u00e4ssig, wenn sie einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil bewirken k\u00f6nnen (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG).<\/p>\n<p>3.2. Das Bundesgericht pr\u00fcft die Sachurteilsvoraussetzungen zwar von Amtes wegen und mit freier Kognition (Art. 29 Abs. 1 BGG; BGE 150 II 346 E. 1.1; 150 III 248 E. 1). Nach Art. 42 Abs. 1 BGG ist die beschwerdef\u00fchrende Person gleichwohl gehalten, die Eintretensvoraussetzungen darzutun, sofern diese Fragen aufwerfen (vgl. BGE 141 IV 289 E. 1.3; Urteil 9C_467\/2024 vom 20. Januar 2025 E. 1.1). Dass im konkreten Fall ein nicht wieder gutzumachender Nachteil droht, ist somit in der Beschwerdebegr\u00fcndung aufzuzeigen, sofern er nicht ohne Weiteres auf der Hand liegt (BGE 144 III 475 E. 1.2; Urteil 9C_575\/2025 vom 24. Oktober 2025 E. 2.2).<\/p>\n<p>Der Beschwerdef\u00fchrer legt nicht dar, dass ihm durch den angefochtenen Zwischenentscheid ein nicht wieder gutzumachender Nachteil im Sinn von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG drohen k\u00f6nnte. Schon insoweit gen\u00fcgt das Rechtsmittel den Anforderungen an eine Beschwerdeschrift nicht.<\/p>\n<p>3.3. Ohnedies verursacht die angefochtene Zwischenverf\u00fcgung, mit welcher die beschwerdef\u00fchrende Partei unter Androhung des Nichteintretens zur Bezahlung eines Kostenvorschusses aufgefordert wird, keinen nicht wieder gutzumachenden Nachteil: Diese Voraussetzung gilt regelm\u00e4ssig dann als gegeben, wenn im betreffenden Zwischenentscheid die unentgeltliche Rechtspflege verweigert und aus diesem Grund ein Kostenvorschuss einverlangt wird (BGE 129 I 129 E. 1.1; Urteile 9C_575\/2025 vom 24. Oktober 2025 E. 2.3 und 9C_490\/2023 vom 29. November 2023 E. 2.1). Vorliegend stand kein vorinstanzliches Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege im Raum und Entsprechendes wurde auch in der angefochtenen Zwischenverf\u00fcgung nicht thematisiert. Die strittige Kostenvorschussverf\u00fcgung gef\u00e4hrdet den Zugang des Beschwerdef\u00fchrers zum gerichtlichen Rechtsschutz nicht; \u00fcber die beanstandete Kostenvorschusspflicht k\u00f6nnte ohne Weiteres noch in einem Endentscheid (Art. 90 BGG) befunden werden (zum Ganzen Urteil 9C_193\/2024 vom 6. Mai 2024 E. 2.1).<\/p>\n<p>Dem Beschwerdef\u00fchrer steht es offen, f\u00fcr das vorinstanzliche Verfahren ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu stellen (vgl. auch Urteil 9C_102\/2026 vom 17. Februar 2026 E. 3.2). Soweit die Eingabe des Beschwerdef\u00fchrers als Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege interpretiert werden k\u00f6nnte, so w\u00e4re dieses bei der f\u00fcr das Verfahren zust\u00e4ndigen Instanz, dem Bundesverwaltungsgericht, zu stellen. Das Bundesgericht \u00fcberweist die Sache insoweit zust\u00e4ndigkeitshalber von Amtes wegen an das Bundesverwaltungsgericht (vgl. Art. 30 Abs. 2 BGG).<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>4.1. Insgesamt gen\u00fcgt die Beschwerde an das Bundesgericht den gesetzlichen Anforderungen offensichtlich nicht. Deshalb ist im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG auf die Beschwerde nicht einzutreten.<\/p>\n<p>4.2. Die Vorinstanz setzt eine Frist zur Einzahlung des Kostenvorschusses bis zum 2. M\u00e4rz 2026. Entscheide des Bundesgerichts werden am Tag ihrer Ausf\u00e4llung rechtskr\u00e4ftig (Art. 61 BGG). Nachdem das Bundesgericht mit vorliegendem Entscheid auf die Beschwerde gegen die vorinstanzliche Verf\u00fcgung nicht eintritt, gilt das grunds\u00e4tzlich auch f\u00fcr diesen (vgl. Urteil 9C_102\/2026 vom 17. Februar 2026 E. 3.2). Der zum heutigen Zeitpunkt in der Vergangenheit liegende Endtermin der Zahlungsfrist, wie er in der angefochtenen Zwischenverf\u00fcgung angegeben ist, muss indessen neu angesetzt werden (vgl. BGE 128 V 199 E. 9; Urteil 9C_104\/2025 vom 19. M\u00e4rz 2025 E. 6).<\/p>\n<p>4.3. Es rechtfertigt sich, auf die Erhebung von Gerichtskosten zu verzichten (Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG). Damit wird das Gesuch um unentgeltliche Prozessf\u00fchrung f\u00fcr das bundesgerichtliche Verfahren gegenstandslos. Das Gesuch um unentgeltliche Verbeist\u00e4ndung ist wegen aussichtsloser Beschwerdef\u00fchrung abzuweisen (Art. 64 Abs. 1 und 3 BGG). Der Schweizerischen Eidgenossenschaft, die in ihrem amtlichen Wirkungskreis obsiegt, ist keine Entsch\u00e4digung zuzusprechen (Art. 68 Abs. 3 BGG).<\/p>\n<p>Demnach erkennt die Pr\u00e4sidentin:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten. Die Eingabe wird zust\u00e4ndigkeitshalber an das Bundesverwaltungsgericht \u00fcberwiesen.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen, soweit es nicht gegenstandslos geworden ist.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Es werden keine Gerichtskosten erhoben.<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>Dieses Urteil wird den Parteien und dem Bundesverwaltungsgericht, Abteilung I, schriftlich mitgeteilt.<\/p>\n<p>Luzern, 23. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>Im Namen der III. \u00f6ffentlich-rechtlichen Abteilung<\/p>\n<p>des Schweizerischen Bundesgerichts<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sidentin: Moser-Szeless<\/p>\n<p>Die Gerichtsschreiberin: Stefanelli<\/p>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&#038;type=highlight_simple_query&#038;page=6&#038;from_date=&#038;to_date=&#038;sort=relevance&#038;insertion_date=&#038;top_subcollection_aza=all&#038;query_words=tribunal+federal&#038;rank=52&#038;azaclir=aza&#038;highlight_docid=aza%3A%2F%2F23-03-2026-9C_166-2026&#038;number_of_ranks=167925\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Source officielle Tribunal federal suisse. 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