{"id":563358,"date":"2026-04-15T01:33:01","date_gmt":"2026-04-14T23:33:01","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-23-mars-2026-n-8c-518-2025\/"},"modified":"2026-04-15T01:33:01","modified_gmt":"2026-04-14T23:33:01","slug":"tribunal-federal-suisse-23-mars-2026-n-8c-518-2025","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-23-mars-2026-n-8c-518-2025\/","title":{"rendered":"Tribunal f\u00e9d\u00e9ral suisse, 23 mars 2026, n\u00b0 8C 518-2025"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<p>Bundesgericht<\/p>\n<p>Tribunal f\u00e9d\u00e9ral<\/p>\n<p>Tribunale federale<\/p>\n<p>Tribunal federal<\/p>\n<p>8C_518\/2025<\/p>\n<p>Urteil vom 23. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>IV. \u00f6ffentlich-rechtliche Abteilung<\/p>\n<p>Besetzung<\/p>\n<p>Bundesrichterin Viscione, Pr\u00e4sidentin,<\/p>\n<p>Bundesrichter Maillard, M\u00e9tral,<\/p>\n<p>Gerichtsschreiberin Aliu.<\/p>\n<p>Verfahrensbeteiligte<\/p>\n<p>A.________,<\/p>\n<p>vertreten durch Procap Schweiz,<\/p>\n<p>Beschwerdef\u00fchrerin,<\/p>\n<p>gegen<\/p>\n<p>IV-Stelle Luzern,<\/p>\n<p>Landenbergstrasse 35, 6005 Luzern,<\/p>\n<p>Beschwerdegegnerin.<\/p>\n<p>Gegenstand<\/p>\n<p>Invalidenversicherung (Neuanmeldung; Invalidenrente),<\/p>\n<p>Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Luzern vom 22. Juli 2025 (5V 24 259).<\/p>\n<p>Sachverhalt:<\/p>\n<p>A.<\/p>\n<p>A.a. Die 1982 geborene A.________ war vom 5. Mai 2003 bis 30. April 2010 als Maschinistin und vom 1. Mai 2010 bis 31. Oktober 2011 als &quot;Buffettochter&quot; in einem Vollzeitpensum t\u00e4tig. Am 3. April 2013 meldete sie sich mit Hinweis auf psychische Beschwerden erneut (vgl. auch Anmeldung vom 5. Juli 2011 und ablehnende Verf\u00fcgung vom 27. September 2011) zum Leistungsbezug (berufliche Integration\/Rente) bei der |V-Stelle des Kantons Aargau (fortan: IV-Stelle Aargau) an. Diese unterst\u00fctzte A.________ im Rahmen der Fr\u00fchintervention mit Beratung und Unterst\u00fctzung bei der beruflichen Integration. Aufgrund der Verschlechterung des Gesundheitszustands brach die IV-Stelle Aargau die Eingliederungsmassnahmen mit Verf\u00fcgung vom 17. Februar 2014 ab und teilte A.________ mit, dass der Anspruch auf eine allf\u00e4llige Rente gepr\u00fcft werde. Daraufhin holte sie ein psychiatrisches Gutachten vom 30. Oktober 2014 ein. In der Folge veranlasste sie weitere Eingliederungsmassnahmen, welche mit Verf\u00fcgung vom 14. September 2016 wieder abgebrochen wurden. Nach R\u00fccksprache mit dem Regionalen \u00c4rztlichen Dienst (RAD; vgl. Stellungnahme vom 21. M\u00e4rz 2017) beauftragte die IV-Stelle Aargau Dr. med. B.________, FMH Psychiatrie und Psychotherapie, mit der Erstellung eines weiteren psychiatrischen Gutachtens, welches vom 24. Juni 2017 datiert. Nach durchgef\u00fchrtem Vorbescheidverfahren und erneuter Stellungnahme durch den RAD verf\u00fcgte die IV-Stelle Aargau am 6. Juli 2018 die Abweisung des Leistungsbegehrens. In teilweiser Gutheissung der hiergegen eingereichten Beschwerde hob das Versicherungsgericht des Kantons Aargau mit Urteil vom 6. Juni 2019 die Verf\u00fcgung vom 6. Juli 2018 auf und wies die Sache zur weiteren Abkl\u00e4rung im Sinne der Erw\u00e4gungen an die IV-Stelle Aargau zur\u00fcck.<\/p>\n<p>A.b. In Nachachtung des vorgenannten Urteils veranlasste die IV-Stelle Aargau ein weiteres psychiatrisches Gutachten bei Dr. med. B.________, das am 2. Juli 2020 erging. Nach durchgef\u00fchrtem Vorbescheidverfahren wies die IV-Stelle Aargau das Leistungsbegehren &#8211; ausgehend von einer 100%igen Arbeitsf\u00e4higkeit und mangels wesentlicher Ver\u00e4nderung seit der Verf\u00fcgung vom 6. Juli 2018 &#8211; mit Verf\u00fcgung vom 7. Dezember 2020 ab. Diese Verf\u00fcgung erwuchs unangefochten in Rechtskraft.<\/p>\n<p>A.c. Am 18. Oktober 2023 (Postaufgabe) meldete sich A.________ bei der infolge Umzugs neu zust\u00e4ndigen IV-Stelle des Kantons Luzern (nachfolgend: IV-Stelle) mit Hinweis auf eine seit 2011 bestehende Depression und eine Angstst\u00f6rung erneut zum Leistungsbezug (berufliche Integration\/Rente) an. Die IV-Stelle f\u00fchrte medizinische Abkl\u00e4rungen durch und holte eine Beurteilung durch den RAD vom 25. M\u00e4rz 2024 ein. Mit Vorbescheid vom 26. M\u00e4rz 2024 stellte sie A.________ in Aussicht, auf ihr Leistungsgesuch k\u00f6nne nicht eingetreten werden, da im Vergleich zur letzten materiellen Beurteilung aus dem Jahr 2020 keine relevante Ver\u00e4nderung glaubhaft gemacht worden sei. Nach Pr\u00fcfung der eingereichten Einw\u00e4nde und Einholung einer RAD-Stellungnahme vom 14. Mai 2024 verf\u00fcgte die IV-Stelle am 2. Juli 2024 wie vorbeschieden.<\/p>\n<p>B.<\/p>\n<p>Die dagegen erhobene Beschwerde wies das Kantonsgericht Luzern mit Urteil vom 22. Juli 2025 ab.<\/p>\n<p>C.<\/p>\n<p>A.________ l\u00e4sst Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten f\u00fchren und beantragen, in Aufhebung des vorinstanzlichen Urteils sei die IV-Stelle zu verpflichten, auf die Neuanmeldung einzutreten, die erforderlichen Abkl\u00e4rungen zu t\u00e4tigen und anschliessend \u00fcber den Leistungsanspruch zu verf\u00fcgen. Im Falle einer (teilweisen) Gutheissung der Beschwerde sei die Sache zur Neuverlegung der Kosten und der Parteientsch\u00e4digung an die Vorinstanz zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p>Das Bundesgericht zieht die vorinstanzlichen Akten bei und verzichtet auf einen Schriftenwechsel.<\/p>\n<p>Erw\u00e4gungen:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Mit der Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann eine Rechtsverletzung nach Art. 95 f. BGG ger\u00fcgt werden. Das Bundesgericht wendet das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG). Es pr\u00fcft jedoch &#8211; offensichtliche Fehler vorbehalten &#8211; grunds\u00e4tzlich nur die in seinem Verfahren ger\u00fcgten Rechtsm\u00e4ngel (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG; BGE 148 V 209 E. 2.2 mit Hinweis). Es legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Es kann diesen berichtigen oder erg\u00e4nzen, wenn er offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht und wenn die Behebung des Mangels f\u00fcr den Verfahrensausgang entscheidend sein kann (Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG). &quot;Offensichtlich unrichtig&quot; bedeutet &quot;willk\u00fcrlich&quot; (BGE 148 V 366 E. 3.3 mit Hinweisen; zum Begriff der Willk\u00fcr: BGE 148 IV 356 E. 2.1). Sachverhaltsr\u00fcgen unterliegen deshalb dem qualifizierten R\u00fcgeprinzip (Art. 106 Abs. 2 BGG). Dazu gen\u00fcgt es nicht, einen von den tats\u00e4chlichen Feststellungen der Vorinstanz abweichenden Sachverhalt zu behaupten oder die eigene Beweisw\u00fcrdigung zu erl\u00e4utern (BGE 137 II 353 E. 5.1). Dass die von der Vorinstanz gezogenen Schl\u00fcsse nicht mit der Darstellung der Beschwerde f\u00fchrenden Partei \u00fcbereinstimmen, belegt keine Willk\u00fcr (BGE 148 V 366 E. 3.3 mit Hinweisen).<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>2.1. Streitig und zu pr\u00fcfen ist, ob die Vorinstanz Bundesrecht verletzte, indem sie die Verf\u00fcgung der IV-Stelle vom 2. Juli 2024 best\u00e4tigte, mit der auf die Neuanmeldung der Beschwerdef\u00fchrerin nicht eingetreten wurde.<\/p>\n<p>2.2. Bei einer Neuanmeldung zum Leistungsbezug finden die Grunds\u00e4tze zur Rentenrevision (vgl. Art. 17 Abs. 1 ATSG) analog Anwendung (Art. 87 Abs. 2 und 3 IVV; BGE 130 V 71 E. 3.2.3). Eine Neuanmeldung nach vorangegangener Ablehnung eines Rentengesuchs ist daher nur zu pr\u00fcfen, wenn die versicherte Person eine seit der letzten umfassenden Anspruchspr\u00fcfung eingetretene leistungsrelevante \u00c4nderung der tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnisse glaubhaft macht (Art. 87 Abs. 3 in Verbindung mit Abs. 2 IVV; BGE 130 V 71 E. 2.2 und E. 3 mit Hinweisen). Gelingt ihr dies nicht, so wird auf das Gesuch nicht eingetreten (Urteil 8C_532\/2024 vom 26. Juni 2025 E. 3.1). Damit soll verhindert werden, dass sich die Verwaltung immer wieder mit gleichlautenden und nicht n\u00e4her begr\u00fcndeten Leistungsgesuchen befassen muss (BGE 149 V 177 E. 4.6 mit Hinweisen). Die Beweislast f\u00fcr das Vorliegen einer \u00c4nderung liegt bei der versicherten Person (Urteil 8C_296\/2025 vom 30. Januar 2026 E. 3.1 mit Hinweis). Mit dem Beweismass des Glaubhaftmachens sind herabgesetzte Anforderungen an den Beweis verbunden. Es gen\u00fcgt, dass wenigstens gewisse Anhaltspunkte f\u00fcr das Vorhandensein des geltend gemachten rechtserheblichen Sachumstands bestehen, auch wenn durchaus noch mit der M\u00f6glichkeit zu rechnen ist, bei eingehender Abkl\u00e4rung werde sich die behauptete \u00c4nderung nicht erstellen lassen. Erheblich ist eine Sachverhalts\u00e4nderung, wenn angenommen werden kann, der Anspruch auf eine Invalidenrente sei begr\u00fcndet, falls sich die geltend gemachten Umst\u00e4nde als richtig erweisen sollten (BGE 149 V 177 E. 4.7). Weder eine im Vergleich zu fr\u00fcheren \u00e4rztlichen Einsch\u00e4tzungen ungleich attestierte Arbeitsunf\u00e4higkeit noch eine unterschiedliche diagnostische Einordnung des geltend gemachten Leidens gen\u00fcgt per se, um auf einen ver\u00e4nderten Gesundheitszustand zu schliessen; notwendig ist vielmehr eine (erheblich) ver\u00e4nderte Befundlage (BGE 141 V 9 E. 2.3; Urteil 8C_508\/2024 vom 18. Juni 2025 E. 3.5 mit Hinweisen).<\/p>\n<p>2.3. Ob eine anspruchserhebliche \u00c4nderung im Sinne von Art. 87 Abs. 2 IVV glaubhaft gemacht ist, betrifft eine Tatfrage, die das Bundesgericht nur unter dem Blickwinkel von Art. 105 Abs. 2 BGG \u00fcberpr\u00fcfen kann. Frei zu beurteilende Rechtsfrage ist hingegen, welche Anforderungen an das Glaubhaftmachen im Sinne von Art. 87 Abs. 3 IVV zu stellen sind (Urteil 8C_296\/2025 vom 30. Januar 2026 E. 3.2 mit Hinweis).<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Nach W\u00fcrdigung der Aktenlage und einl\u00e4sslicher Auseinandersetzung mit den Vorbringen der Beschwerdef\u00fchrerin erwog die Vorinstanz im Wesentlichen, im Vergleich zur leistungsablehnenden Verf\u00fcgung vom 7. Dezember 2020 seien keine konkreten Anhaltspunkte vorhanden, dass sich der somatische Befund ver\u00e4ndert h\u00e4tte. Auch in Bezug auf den psychiatrischen Gesundheitszustand sei keine Ver\u00e4nderung der Befundlage zu erkennen, die nicht bereits im Gutachten von Dr. med. B.________ vom 2. Juli 2020, welches der leistungsablehnenden Verf\u00fcgung vom 7. Dezember 2020 zu Grunde gelegen habe, beurteilt worden w\u00e4re. Folglich habe die Beschwerdef\u00fchrerin keine anspruchsrelevante Ver\u00e4nderung der tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnisse seit der vorgenannten Verf\u00fcgung glaubhaft darlegen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>Die Einw\u00e4nde der Beschwerdef\u00fchrerin sind nicht geeignet, eine Verletzung von Bundesrecht durch die Vorinstanz auszuweisen.<\/p>\n<p>4.1. Zun\u00e4chst ist festzuhalten, dass der Vergleichszeitpunkt (vgl. hierzu: BGE 134 V 131 E. 3; 133 V 108 E. 5.4; 130 V 71 E. 3) unbestrittenermassen die leistungsablehnende Verf\u00fcgung vom 7. Dezember 2020 bildet. Diese st\u00fctzte sich auf die entsprechenden medizinischen Abkl\u00e4rungen, die vor dem Verf\u00fcgungszeitpunkt get\u00e4tigt wurden. F\u00fcr die Beurteilung, ob im Vergleich zum damaligen Zeitpunkt eine Verschlechterung glaubhaft gemacht werden konnte, m\u00fcssen und d\u00fcrfen diese medizinischen Untersuchungen herangezogen werden. Ein unzul\u00e4ssiges Vorgehen der Vorinstanz liegt diesbez\u00fcglich somit nicht vor.<\/p>\n<p>4.2. Des Weiteren sind die R\u00fcgen der Beschwerdef\u00fchrerin im Zusammenhang mit den vorinstanzlichen Erw\u00e4gungen zur Elektrokonvulsionstherapie (EKT) nicht stichhaltig. Auch wenn sich die Vorinstanz zur eingetretenen Verbesserung im Rahmen der EKT \u00e4usserte, best\u00e4tigte sie damit noch keine Verschlechterung des Gesundheitszustands. Insbesondere st\u00fctzte sich die Vorinstanz hierbei nicht lediglich auf den Umstand, dass eine weitere Besserung nach der station\u00e4ren Hospitalisation nicht ausgeschlossen werden k\u00f6nne. Vielmehr erwog sie, die station\u00e4re Behandlung f\u00fcr sich allein weise noch nicht auf eine wesentliche Verschlechterung des psychischen Zustands hin. Hierbei w\u00fcrdigte sie den diesbez\u00fcglichen Austrittsbericht vom 7. M\u00e4rz 2022 bundesrechtskonform und erkl\u00e4rte, dass sich Dr. med. B.________ bereits mit der darin erw\u00e4hnten Diagnose einer rezidivierenden depressiven St\u00f6rung auseinandergesetzt habe und der Bericht keine neuen Erkenntnisse hierzu bringe. Somit begr\u00fcndete die Vorinstanz ihre Schlussfolgerung nicht nur damit, dass die Beschwerdef\u00fchrerin bereits vor der Verf\u00fcgung vom 7. Dezember 2020 station\u00e4r behandelt worden sei. Vielmehr legte sie in Einhaltung des Willk\u00fcrverbots dar, die im Rahmen dieses station\u00e4ren Aufenthalts begonnene EKT-Behandlung lasse ebenfalls keinen Schluss auf eine tats\u00e4chliche Ver\u00e4nderung des Gesundheitszustands zu. Diesbez\u00fcglich wies sie zudem zu Recht auf die Ausf\u00fchrungen des Behandlers hin, wonach die Beschwerdef\u00fchrerin auf die 29. EKT-Behandlung emotional-affektiv wechselhaft reagiert habe, mit leichter Depression, was allerdings mit deutlichen unerw\u00fcnschten Wirkungen im Ged\u00e4chtnisbereich und der gesamten Orientierung zusammenh\u00e4nge. Der Verlauf der EKT-Behandlung sei mithin nicht geeignet, eine Verschlechterung des psychischen Gesundheitszustands glaubhaft zu machen.<\/p>\n<p>Die Dauer der EKT-Behandlung l\u00e4sst diese vorinstanzlichen Schl\u00fcsse ebenso wenig als bundesrechtswidrig erscheinen, zumal sich daraus keine Anhaltspunkte f\u00fcr eine tats\u00e4chliche Ver\u00e4nderung des psychischen Gesundheitszustands der Beschwerdef\u00fchrerin ergeben. Die Vorinstanz erwog hierzu in einl\u00e4sslicher Auseinandersetzung mit der medizinischen Aktenlage willk\u00fcrfrei, dass keine Ver\u00e4nderung der Befundlage (vgl. vorangehende E. 2.2) zu erkennen sei, die nicht bereits im Gutachten von Dr. med. B.________ beurteilt worden w\u00e4re. Damit dringt die Beschwerdef\u00fchrerin mit ihren Einw\u00e4nden zum zeitlichen Erfordernis nicht durch.<\/p>\n<p>4.3. Sodann vermag die Beschwerdef\u00fchrerin aus der neuen Medikation und der Erh\u00f6hung der Dosis ebenfalls keine glaubhaft gemachte ver\u00e4nderte Befundlage aufzuzeigen. Insbesondere f\u00fchrt sie keine medizinischen Einsch\u00e4tzungen auf, die eine solche ausweisen k\u00f6nnten und von der Vorinstanz bundesrechtswidrig unber\u00fccksichtigt geblieben sind. Stattdessen kritisiert sie die vorinstanzlichen Ausf\u00fchrungen in appellatorischer Weise, indem sie darlegt, wie die medizinischen Akten zu w\u00fcrdigen und welche rechtlichen Schl\u00fcsse daraus zu ziehen sind. Damit l\u00e4sst sich jedenfalls keine Bundesrechtsverletzung begr\u00fcnden (E. 1 hiervor; vgl. zur unzul\u00e4ssigen appellatorischen Kritik: BGE 148 IV 205 E. 2.6; 144 V 50 E. 4.2; 137 V 57 E. 1.3 und 136 I 65 E. 1.3.1). Einzig die ver\u00e4nderte Behandlungsstrategie ohne entsprechende Ver\u00e4nderung der Befundlage reicht folglich f\u00fcr die Glaubhaftmachung einer erheblichen Tatsachenver\u00e4nderung nicht aus, wie die Vorinstanz bereits bundesrechtskonform erwog.<\/p>\n<p>4.4. In Bezug auf die Erfahrungstatsache, wonach Behandler in Zweifelsf\u00e4llen mitunter eher zugunsten ihrer Patienten aussagen (vgl. hierzu: BGE 135 V 465 E. 4.5; 125 V 351 E. 3a\/cc mit weiteren Hinweisen), ist ferner darauf hinzuweisen, dass die Vorinstanz lediglich am Rande auf diese Erfahrungstatsache hinwies. In ihrer Begr\u00fcndung st\u00fctzte sie sich haupts\u00e4chlich auf die fehlenden ver\u00e4nderten Befunde, die gem\u00e4ss ihrer Einsch\u00e4tzung auch den Berichten der Behandler nicht entnommen werden konnten. Stattdessen liege eine andere Beurteilung der gleichen medizinischen Befundlage vor. Damit zielt die Beschwerdef\u00fchrerin mit der Kritik zum von der Vorinstanz im Zusammenhang mit der vorgenannten Erfahrungstatsache zitierten Urteil 8C_756\/2019 vom 11. Februar 2020 ebenfalls ins Leere.<\/p>\n<p>4.5. Schliesslich ist der vorliegende Fall auch nicht mit dem von der Beschwerdef\u00fchrerin genannten Urteil 8C_688\/2024 vom 18. Juni 2025 vergleichbar, zumal hier unbestrittenermassen keine Erkenntnisse von durchgef\u00fchrten Eingliederungsmassnahmen vorliegen. Wie gesagt (E. 4.2 bis 4.4 hiervor), erkl\u00e4rte die Vorinstanz bundesrechtskonform, weshalb im Vergleich zur leistungsablehnenden Verf\u00fcgung vom 7. Dezember 2020 keine ver\u00e4nderte Befundlage glaubhaft gemacht worden ist, die den Sachverhalt in medizinischer Hinsicht m\u00f6glicherweise bedeutsam ver\u00e4ndert haben k\u00f6nnte (E. 2.2 hiervor).<\/p>\n<p>5.<\/p>\n<p>Nach dem Ausgef\u00fchrten ist das kantonale Gericht weder in Willk\u00fcr verfallen noch hat es zu hohe Anforderungen an das Beweismass der Glaubhaftmachung gestellt, als es erwog, die Beschwerdef\u00fchrerin habe eine anspruchsrelevante Ver\u00e4nderung der tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnisse seit der Verf\u00fcgung vom 7. Dezember 2020 nicht glaubhaft darzulegen vermocht und entsprechend das Nichteintreten der Beschwerdegegnerin auf die Neuanmeldung best\u00e4tigte. Demnach ist die Beschwerde abzuweisen und es er\u00fcbrigen sich Weiterungen zur beantragten R\u00fcckweisung zur Neuverlegung der Kosten und der Parteientsch\u00e4digung im vorinstanzlichen Verfahren.<\/p>\n<p>6.<\/p>\n<p>Die unterliegende Beschwerdef\u00fchrerin tr\u00e4gt die Gerichtskosten (Art. 66 Abs. 1 BGG).<\/p>\n<p>Demnach erkennt das Bundesgericht:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Die Beschwerde wird abgewiesen.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Die Gerichtskosten von Fr. 800.- werden der Beschwerdef\u00fchrerin auferlegt.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Luzern und dem Bundesamt f\u00fcr Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.<\/p>\n<p>Luzern, 23. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>Im Namen der IV. \u00f6ffentlich-rechtlichen Abteilung<\/p>\n<p>des Schweizerischen Bundesgerichts<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sidentin: Viscione<\/p>\n<p>Die Gerichtsschreiberin: Aliu<\/p>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&#038;type=highlight_simple_query&#038;page=5&#038;from_date=&#038;to_date=&#038;sort=relevance&#038;insertion_date=&#038;top_subcollection_aza=all&#038;query_words=tribunal+federal&#038;rank=49&#038;azaclir=aza&#038;highlight_docid=aza%3A%2F%2F23-03-2026-8C_518-2025&#038;number_of_ranks=167925\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Source officielle Tribunal federal suisse. Contenu HTML public, PDF non garanti en version gratuite.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesgericht Tribunal f\u00e9d\u00e9ral Tribunale federale Tribunal federal 8C_518\/2025 Urteil vom 23. M\u00e4rz 2026 IV. \u00f6ffentlich-rechtliche Abteilung Besetzung Bundesrichterin Viscione, Pr\u00e4sidentin, Bundesrichter Maillard, M\u00e9tral, Gerichtsschreiberin Aliu. Verfahrensbeteiligte A.________, vertreten durch Procap Schweiz, Beschwerdef\u00fchrerin, gegen IV-Stelle Luzern, Landenbergstrasse 35, 6005 Luzern, Beschwerdegegnerin. Gegenstand Invalidenversicherung (Neuanmeldung; Invalidenrente), Beschwerde gegen den Entscheid des Kantonsgerichts Luzern vom 22. 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