{"id":563371,"date":"2026-04-15T01:33:35","date_gmt":"2026-04-14T23:33:35","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-20-mars-2026-n-2c-163-2026\/"},"modified":"2026-04-15T01:33:35","modified_gmt":"2026-04-14T23:33:35","slug":"tribunal-federal-suisse-20-mars-2026-n-2c-163-2026","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-20-mars-2026-n-2c-163-2026\/","title":{"rendered":"Tribunal f\u00e9d\u00e9ral suisse, 20 mars 2026, n\u00b0 2C 163-2026"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<p>Bundesgericht<\/p>\n<p>Tribunal f\u00e9d\u00e9ral<\/p>\n<p>Tribunale federale<\/p>\n<p>Tribunal federal<\/p>\n<p>2C_163\/2026<\/p>\n<p>Urteil vom 20. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>II. \u00f6ffentlich-rechtliche Abteilung<\/p>\n<p>Besetzung<\/p>\n<p>Bundesrichterin Aubry Girardin, Pr\u00e4sidentin,<\/p>\n<p>Gerichtsschreiberin Ivanov.<\/p>\n<p>Verfahrensbeteiligte<\/p>\n<p>A.________,<\/p>\n<p>Beschwerdef\u00fchrer,<\/p>\n<p>gegen<\/p>\n<p>Anwaltsaufsichtskommission des Kantons Appenzell Ausserrhoden, F\u00fcnfeckpalast, 9043 Trogen,<\/p>\n<p>Beschwerdegegnerin.<\/p>\n<p>Gegenstand<\/p>\n<p>Verletzung von Berufsregeln,<\/p>\n<p>Beschwerde gegen die Verf\u00fcgung des Obergerichts Appenzell Ausserrhoden, Einzelrichter, vom 3. Februar 2026 (O4V 25 36).<\/p>\n<p>Erw\u00e4gungen:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>1.1. Mit Entscheid der Anwaltsaufsichtskommission des Kantons Appenzell Ausserrhoden vom 20. Oktober 2025 wurde Rechtsanwalt A.________ wegen Verletzung der Berufsregeln mit Fr. 3&#039;000.&#8211; geb\u00fcsst. Dagegen erhob A.________ am 1. Dezember 2025 Beschwerde an das Obergericht Appenzell Ausserrhoden.<\/p>\n<p>Mit Verf\u00fcgung vom 10. Dezember 2025 forderte die Verfahrensleitung A.________ auf, innert zehn Tagen einen Kostenvorschuss in der H\u00f6he von Fr. 1&#039;000.&#8211; zu bezahlen. Diese Frist wurde ihm mit Verf\u00fcgung vom 31. Dezember 2025 letztmals bis zum 20. Januar 2026 erstreckt.<\/p>\n<p>1.2. Mit Verf\u00fcgung des Einzelrichters vom 3. Februar 2026 trat das Obergericht auf die Beschwerde nicht ein, da innert erstreckter Frist keine Vorschusszahlung bei der Obergerichtskasse eingegangen sei.<\/p>\n<p>1.3. Mit Eingabe vom 16. M\u00e4rz 2026 erhebt A.________ Beschwerde an das Bundesgericht und beantragt, es sei die Verf\u00fcgung vom 3. Februar 2026 aufzuheben und es sei die Sache zur Entscheidung an die Vorinstanz zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p>Es wurden keine Instruktionsmassnahmen angeordnet.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>2.1. Die angefochtene Verf\u00fcgung stellt einen Endentscheid einer letzten kantonalen Instanz (Art. 86 Abs. 1 lit. d und Art. 90 BGG) in einer Angelegenheit des \u00f6ffentlichen Rechts (anwaltsrechtliches Disziplinarverfahren) dar, welche unter keine der Ausnahmen gem\u00e4ss Art. 83 BGG f\u00e4llt. Damit steht die Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten grunds\u00e4tzlich zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>2.2. Nach Art. 42 BGG haben Rechtsschriften an das Bundesgericht die Begehren, deren Begr\u00fcndung mit Angabe der Beweismittel und die Unterschrift zu enthalten. Die Begr\u00fcndung hat sachbezogen zu sein; die beschwerdef\u00fchrende Partei hat in gezielter Auseinandersetzung mit den f\u00fcr das Ergebnis des angefochtenen Entscheids massgeblichen Erw\u00e4gungen plausibel aufzuzeigen, welche Rechte bzw. Rechtsnormen die Vorinstanz verletzt haben soll (BGE 148 IV 205 E. 2.6; 140 III 86 E. 2 mit Hinweisen). Ficht die beschwerdef\u00fchrende Partei &#8211; wie hier &#8211; einen Nichteintretensentscheid an, haben sich ihre Rechtsbegehren und deren Begr\u00fcndung zwingend auf die vorinstanzlichen Erw\u00e4gungen zu beziehen, die zum Nichteintreten gef\u00fchrt haben (Urteile 2C_509\/2024 vom 23. Oktober 2024 E. 2.2; 2C_487\/2023 vom 20. September 2023 E. 2.2). Die Anwendung kantonalen Rechts pr\u00fcft das Bundesgericht &#8211; von hier nicht zutreffenden Ausnahmen (Art. 95 lit. c-e BGG) abgesehen &#8211; nur auf Bundesrechtsverletzungen, namentlich auf Willk\u00fcr hin (BGE 149 IV 183 E. 2.4; 143 I 321 E. 6.1; 141 I 105 E. 3.3.1). In Bezug auf die Verletzung von Grundrechten, einschliesslich des Willk\u00fcrverbots, und von kantonalem Recht gilt eine qualifizierte R\u00fcge- und Begr\u00fcndungspflicht (Art. 106 Abs. 2 BGG; vgl. BGE 150 II 346 E. 1.5.3; 149 I 248 E. 3.1; 143 II 283 E. 1.2.2).<\/p>\n<p>2.3. Seinem Urteil legt das Bundesgericht den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Die vorinstanzliche Sachverhaltsfeststellung bzw. die Beweisw\u00fcrdigung kann nur ger\u00fcgt werden, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (vgl. Art. 97 Abs. 1 und Art. 105 Abs. 2 BGG) und die Behebung des Mangels f\u00fcr den Verfahrensausgang entscheidend sein kann (BGE 147 I 73 E. 2.2; 140 III 264 E. 2.3). F\u00fcr eine Kritik am festgestellten Sachverhalt gilt das strenge R\u00fcgeprinzip von Art. 106 Abs. 2 BGG (BGE 148 V 366 E. 3.3; 140 III 264 E. 2.3; 137 I 58 E. 4.1.2).<\/p>\n<p>2.4. Vorliegend hat die Vorinstanz im Wesentlichen festgehalten, dass sie den Beschwerdef\u00fchrer mit Verf\u00fcgung vom 10. Dezember 2025 gest\u00fctzt auf das kantonale Verfahrensrecht aufgefordert habe, innert zehn Tagen einen Kostenvorschuss von Fr. 1&#039;000.&#8211; zu leisten (Art. 21 des kantonalen Gesetzes \u00fcber die Verwaltungsrechtspflege vom 9. September 2002 [VRPG\/AR; bGS 143.1]). Diese Aufforderung sei mit dem Hinweis verbunden gewesen, dass bei S\u00e4umnis auf die Beschwerde nicht eingetreten werde. Auf Gesuch des Beschwerdef\u00fchrers hin sei ihm die Frist am 31. Dezember 2025 letztmalig bis zum 20. Januar 2026 erstreckt worden. Indessen sei innert erstreckter Frist keine Vorschusszahlung bei der Obergerichtskasse eingegangen. In der Folge ist das Obergericht auf die Beschwerde mit Verf\u00fcgung vom 3. Februar 2026 nicht eingetreten.<\/p>\n<p>2.5. Der Beschwerdef\u00fchrer behauptet nicht, dass er den Kostenvorschuss innert der angesetzten Nachfrist, d.h. bis zum 20. Januar 2026, oder allenfalls sp\u00e4ter geleistet h\u00e4tte. Er macht einzig geltend, er habe innert erstreckter Frist erneut um eine Fristverl\u00e4ngerung ersucht. Das entsprechende Schreiben habe er per A-Post am 19. Januar 2026 bei der Post aufgegeben. Die Vorinstanz habe den Antrag ignoriert und das Verfahren zu Unrecht abgeschrieben.<\/p>\n<p>2.6. Zun\u00e4chst ist festzuhalten, dass die angefochtene Verf\u00fcgung keine Hinweise auf den von dem Beschwerdef\u00fchrer erw\u00e4hnten Fristerstreckungsantrag enth\u00e4lt. Der Beschwerdef\u00fchrer legt zwar ein vom 19. Januar 2026 datiertes Schreiben ins Recht, welches an das Obergericht Appenzell Ausserrhoden adressiert ist und einen Fristerstreckungsantrag f\u00fcr die Leistung des Kostenvorschusses enth\u00e4lt. Belege daf\u00fcr, dass dieses Schreiben tats\u00e4chlich der Post \u00fcbergeben worden sei, reicht er indessen nicht ein. Soweit er &#8211; ohne weitere Begr\u00fcndung &#8211; als Beweis die Befragung einer Zeugin anbietet, ist darauf hinzuweisen, dass das Bundesgericht in Beschwerdeverfahren nur bei Vorliegen aussergew\u00f6hnlicher Umst\u00e4nde Beweismassnahmen anordnet (vgl. Art. 55 BGG), da es seine rechtliche W\u00fcrdigung grunds\u00e4tzlich auf der von der Vorinstanz festgestellten Sachverhaltsgrundlage vornimmt (vgl. BGE 136 II 101 E. 2; Urteil 2C_551\/2024 vom 16. September 2025 E. 3.2). Der Beschwerdef\u00fchrer legt nicht dar, inwiefern solche aussergew\u00f6hnlichen Umst\u00e4nde vorliegen sollen bzw. was diese Zeugin zur Kl\u00e4rung des Sachverhalts beitragen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>2.7. Die Frage, ob das Obergericht den neuen Fristerstreckungsantrag erhalten habe oder nicht, kann aber letztlich offenbleiben, denn der Beschwerdef\u00fchrer legt nicht ansatzweise dar, inwiefern sich aus dem kantonalen Verfahrensrecht oder aus dem Bundesrecht im konkreten Fall ein Anspruch auf eine weitere Fristerstreckung ergeben h\u00e4tte. Dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Vorinstanz gem\u00e4ss der angefochtenen Verf\u00fcgung dem Beschwerdef\u00fchrer am 31. Dezember 2025 bereits eine Fristerstreckung gew\u00e4hrt und ihn darauf hingewiesen hatte, dass es sich dabei um eine letztmalige Verl\u00e4ngerung handle, was der Beschwerdef\u00fchrer im \u00dcbrigen auch nicht bestreitet. Folglich zeigt der Beschwerdef\u00fchrer nicht substanziiert auf, inwiefern sein neues Fristerstreckungsgesuch f\u00fcr den Ausgang des Verfahrens entscheidend sein k\u00f6nnte (Art. 97 Abs. 1 BGG; vgl. E. 2.3 hiervor). Weitere R\u00fcgen in Bezug auf die Gr\u00fcnde, die zum Nichteintreten auf seine Beschwerde gef\u00fchrt haben, enth\u00e4lt die knapp anderthalb Seiten umfassende Eingabe des Beschwerdef\u00fchrers nicht. Damit entbehrt die Beschwerde offensichtlich einer rechtsgen\u00fcgenden Begr\u00fcndung (Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG).<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>3.1. Auf die offensichtlich nicht hinreichend begr\u00fcndete Beschwerde ist mit Entscheid der Abteilungspr\u00e4sidentin als Einzelrichterin im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 BGG (Abs. 1 lit. b) nicht einzutreten.<\/p>\n<p>3.2. Der unterliegende Beschwerdef\u00fchrer tr\u00e4gt die Kosten des bundesgerichtlichen Verfahrens (Art. 66 Abs. 1 Satz 1 BGG). Parteientsch\u00e4digungen sind nicht geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).<\/p>\n<p>Demnach erkennt die Pr\u00e4sidentin:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Die Gerichtskosten von Fr. 800.&#8211; werden dem Beschwerdef\u00fchrer auferlegt.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten, dem Obergericht Appenzell Ausserrhoden, Einzelrichter, und dem Bundesamt f\u00fcr Justiz BJ mitgeteilt.<\/p>\n<p>Lausanne, 20. M\u00e4rz 2026<\/p>\n<p>Im Namen der II. \u00f6ffentlich-rechtlichen Abteilung<\/p>\n<p>des Schweizerischen Bundesgerichts<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sidentin: F. Aubry Girardin<\/p>\n<p>Die Gerichtsschreiberin: D. Ivanov<\/p>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&#038;type=highlight_simple_query&#038;page=7&#038;from_date=&#038;to_date=&#038;sort=relevance&#038;insertion_date=&#038;top_subcollection_aza=all&#038;query_words=tribunal+federal&#038;rank=69&#038;azaclir=aza&#038;highlight_docid=aza%3A%2F%2F20-03-2026-2C_163-2026&#038;number_of_ranks=167925\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Source officielle Tribunal federal suisse. Contenu HTML public, PDF non garanti en version gratuite.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesgericht Tribunal f\u00e9d\u00e9ral Tribunale federale Tribunal federal 2C_163\/2026 Urteil vom 20. 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