{"id":565137,"date":"2026-04-15T05:45:40","date_gmt":"2026-04-15T03:45:40","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bag-9-senat-urteil-vom-27-01-2026-9-azr-32-25\/"},"modified":"2026-04-16T10:01:02","modified_gmt":"2026-04-16T08:01:02","slug":"bag-9-senat-urteil-vom-27-01-2026-9-azr-32-25","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bag-9-senat-urteil-vom-27-01-2026-9-azr-32-25\/","title":{"rendered":"Bundesarbeitsgericht, 9. Senat, Urteil, 2026-01-27, 9 AZR 32\/25"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:54pt\">1. Die Revision der Kl\u00e4gerin gegen das Urteil des Landesarbeitsgerichts Schleswig-Holstein vom 4.\u00a0Dezember 2024 &#8211;\u00a06\u00a0Sa 211 \u00f6D\/24\u00a0&#8211; wird zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:54pt\">2. Die Kl\u00e4gerin hat die Kosten der Revision zu tragen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4gerin begehrt eine Verringerung ihrer Arbeitszeit.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte betreibt ein Mehrspartenhaus der Verg\u00fctungsgruppe\u00a0B mit den Sparten Musiktheater, Schauspiel und Konzert. Die Kl\u00e4gerin ist dort seit dem 28.\u00a0August 2001 als Soloharfenistin besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Arbeitsvertrag der Parteien vom 26.\u00a0Juni 2001 nimmt Bezug auf den Tarifvertrag f\u00fcr Musiker in Kulturorchestern, jetzt Tarifvertrag f\u00fcr die Musiker in Konzert- und Theaterorchestern vom 1.\u00a0Oktober 2019 in der Fassung vom 1.\u00a0Februar 2021 (im Folgenden TVK).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>In \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK hei\u00dft es:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u201e(3)\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Teilzeitarbeit ist nur insoweit zul\u00e4ssig, als im Arbeitsvertrag vereinbart werden kann, dass der Musiker verpflichtet ist, innerhalb des in \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 vorgesehenen Ausgleichszeitraums h\u00f6chstens die H\u00e4lfte der Anzahl der dort vorgesehenen Dienste zu leisten.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u2026\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Antr\u00e4ge auf Teilzeitarbeit sind schriftlich zu stellen. Ein Anspruch auf Teilzeitarbeit besteht nicht, wenn die in Satz\u00a02 der Protokollnotiz zu Absatz\u00a03 f\u00fcr die Teilzeitarbeit in der jeweiligen Instrumentengruppe vorgesehenen Planstellen jeweils mit mindestens einem auf Teilzeit besch\u00e4ftigten Musiker bereits besetzt sind.\u201c<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Protokollnotiz zu \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK lautet:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u201eVon der Gesamtzahl der im Haushaltsplan f\u00fcr die Musiker ausgebrachten Planstellen (\u00a7\u00a017) d\u00fcrfen nicht mehr als 25\u00a0v.\u00a0H., jeweils auf die volle Zahl aufgerundet, mit Musikern in Teilzeitarbeit besetzt werden. In Instrumentengruppen, f\u00fcr die im Organisations- und Stellenplan des Orchesters elf oder mehr Stellen ausgewiesen sind, d\u00fcrfen h\u00f6chstens drei\u00a0Planstellen, in Instrumentengruppen mit sechs bis zehn solcherart ausgewiesenen Planstellen d\u00fcrfen h\u00f6chstens zwei\u00a0Planstellen und in Instrumentengruppen mit zwei bis\u00a0f\u00fcnf solcherart ausgewiesenen Planstellen darf h\u00f6chstens eine Planstelle in Teilzeit besetzt werden. Als Instrumentengruppe im Sinne dieser Protokollnotiz gelten die in der Protokollnotiz Nr.\u00a01 zu den Abs\u00e4tzen\u00a02 und\u00a07 des \u00a7\u00a017 genannten Gruppen. Im Einvernehmen mit dem Orchestervorstand k\u00f6nnen Planstellen in einzelnen Instrumentengruppen auch \u00fcber die in Satz\u00a02 festgelegten Kontingente hinaus in Teilzeit besetzt werden, sofern in einer anderen Instrumentengruppe die Anzahl der mit Teilzeit besetzten Planstellen entsprechend reduziert wird. K\u00fcndigungen durch den Arbeitgeber zum Zweck der Durchsetzung der Teilzeitarbeit sind unzul\u00e4ssig.\u201c<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 TVK regelt:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u201e(2)\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Die Anzahl der Dienste des Musikers richtet sich nach der Gr\u00f6\u00dfe und den Aufgaben des Orchesters. Der Musiker ist verpflichtet, in einem Ausgleichszeitraum von 24\u00a0Wochen h\u00f6chstens 183\u00a0Dienste zu leisten.\u201c<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Haushaltsplan der Beklagten sieht nur eine Planstelle f\u00fcr Harfen vor. Dies entspricht der Protokollnotiz Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a zu \u00a7\u00a017 Abs.\u00a02 und\u00a07 TVK, der zufolge der Instrumentengruppe Harfen bei Orchestern der Verg\u00fctungsgruppe\u00a0B eine Planstelle zugewiesen ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte besch\u00e4ftigt verschiedene Musiker in Teilzeit, darunter den Solooboisten und den 1.\u00a0Konzertmeister. Beginnend mit der Spielzeit 2019 arbeitete die Kl\u00e4gerin befristet f\u00fcr zwei Jahre in Teilzeit im Umfang von 50\u00a0vH einer Vollzeitstelle. Seit November 2021 arbeitet sie wieder in Vollzeit.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit Schreiben vom 5.\u00a0Mai 2023 beantragte die Kl\u00e4gerin eine Teilzeitbesch\u00e4ftigung im Umfang von 50\u00a0vH einer Vollzeitstelle \u201ef\u00fcr die kommende Spielzeit 2023\/24\u201c. Diesen Antrag lehnte die Beklagte ab. Dasselbe gilt f\u00fcr die nochmalige Geltendmachung vom 25.\u00a0Juli 2023, mit der die Kl\u00e4gerin sich \u201eauf den bereits geltend gemachten Anspruch\u201c bezog.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit ihrer der Beklagten am 20.\u00a0September 2023 zugestellten Klage hat die Kl\u00e4gerin &#8211;\u00a0soweit f\u00fcr die Revision relevant\u00a0&#8211; beantragt, die Beklagte zu verurteilen, einem Antrag auf unbefristete Teilzeitbesch\u00e4ftigung im Umfang von 50\u00a0vH einer Vollzeitstelle ab dem 1.\u00a0September 2023 zuzustimmen. Sie hat die Auffassung vertreten, der Tarifvertrag sei l\u00fcckenhaft, da er f\u00fcr planm\u00e4\u00dfig einfach besetzte Instrumentengruppen keine Teilzeitregelung enthalte. Sie k\u00f6nne sich daher auf den gesetzlichen Teilzeitanspruch berufen. Die Beklagte habe den Teilzeitwunsch nicht mit ihr er\u00f6rtert. Daher sei die Beklagte im Rechtsstreit mit den nun vorgebrachten Gr\u00fcnden pr\u00e4kludiert. Durch eine Besch\u00e4ftigung in Teilzeit w\u00fcrden weder betriebliche Belange wesentlich beeintr\u00e4chtigt noch unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Kosten verursacht. Dies habe die vormalige Teilzeitbesch\u00e4ftigung gezeigt. Schlie\u00dflich ergebe sich ihr Anspruch aus dem allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz, da die Beklagte auch andere Solok\u00fcnstler in Teilzeit besch\u00e4ftige.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4gerin hat zuletzt beantragt,<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">die Beklagte zu verurteilen, einer Verringerung ihrer Arbeitszeit ab dem 1.\u00a0September 2023 dahingehend zuzustimmen, dass die Arbeitszeit die H\u00e4lfte der Dienste einer vollbesch\u00e4ftigten Orchestermusikerin umfasst.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte hat Klageabweisung beantragt mit der Begr\u00fcndung, der Antrag sei bereits unzul\u00e4ssig, da die Kl\u00e4gerin zuvor f\u00fcr die mittlerweile abgelaufene Spielzeit 2023\/24 lediglich befristete Teilzeit beantragt und f\u00fcr die nunmehr verlangte unbefristete Teilzeit die Ank\u00fcndigungsfrist nicht gewahrt habe. Zudem st\u00fcnden dem Teilzeitbegehren der Kl\u00e4gerin betriebliche Gr\u00fcnde entgegen. Eine Auslegung des TVK ergebe, dass dieser bewusst keine Teilzeit vorsehe f\u00fcr Instrumentengruppen, denen nur eine Stelle zugewiesen sei. Die Beklagte beruft sich ferner auf entgegenstehende k\u00fcnstlerische Belange und stellt dabei insbesondere auf das homogene Klangbild des Orchesters ab. Der Umstand, dass sie der Kl\u00e4gerin vormals eine befristete Teilzeitbesch\u00e4ftigung erm\u00f6glicht habe, widerlege die betrieblichen Gr\u00fcnde nicht. Die Teilzeit sei seinerzeit im Anschluss an die Elternzeit der Kl\u00e4gerin gew\u00e4hrt worden. Die heute k\u00fcnstlerisch Verantwortlichen lehnten eine unbefristete Teilzeitbesch\u00e4ftigung ab. Auf den allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz k\u00f6nne sich die Kl\u00e4gerin nicht berufen. Es fehle schon an der Vergleichbarkeit mit anderen in Teilzeit besch\u00e4ftigten Orchestermusikern wie dem Solooboisten und dem 1.\u00a0Konzertmeister.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Arbeitsgericht hat die Klage abgewiesen. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung zur\u00fcckgewiesen. Mit der Revision verfolgt die Kl\u00e4gerin ihr Klageziel weiter.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die zul\u00e4ssige Revision ist unbegr\u00fcndet. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung gegen das Urteil des Arbeitsgerichts zu Recht zur\u00fcckgewiesen. Die Kl\u00e4gerin hat keinen Anspruch gegen die Beklagte auf die begehrte Verringerung der Arbeitszeit.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>I. Zutreffend hat das Landesarbeitsgericht erkannt, dass die Berufung nicht schon deshalb zur\u00fcckzuweisen war, weil die Klage unzul\u00e4ssig ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Die Kl\u00e4gerin begehrt die Zustimmung zur dauerhaften Verringerung ihrer Arbeitszeit um die H\u00e4lfte der Dienste einer vollbesch\u00e4ftigten Orchestermusikerin. Der Antrag ist auf Annahme des Angebots zur Vertrags\u00e4nderung und damit auf Abgabe einer Willenserkl\u00e4rung <em>(\u00a7\u00a0894 Satz\u00a01 ZPO)<\/em> gerichtet und als solcher zul\u00e4ssig <em>(vgl. BAG 23.\u00a0Juli 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 475\/18\u00a0&#8211; Rn.\u00a013 mwN)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Der Klageantrag, mit dem die Kl\u00e4gerin die Zustimmung zur Verringerung der Arbeitszeit der Kl\u00e4gerin auf die H\u00e4lfte der Dienste einer vollbesch\u00e4ftigten Orchestermusikerin begehrt, ist nach der gebotenen Auslegung hinreichend bestimmt iSd. \u00a7\u00a0253 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 ZPO. Der Arbeitnehmer soll zwar nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a02 TzBfG auch die gew\u00fcnschte Lage der Arbeitszeit angeben, ist dazu aber nicht verpflichtet. \u00c4u\u00dfert er sich im Rahmen seines Antrags nicht zur Verteilung der Arbeitszeit, so hat der Arbeitgeber sein Weisungsrecht nach \u00a7\u00a0106 GewO unter Beachtung der nach \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 iVm. \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK verringerten H\u00f6chstgrenze auszu\u00fcben <em>(vgl. BAG 10.\u00a0Dezember 2014 &#8211;\u00a010\u00a0AZR 63\/14\u00a0&#8211; Rn.\u00a025)<\/em>. Der so verstandene Antrag ist hinreichend bestimmt<em> (vgl. BAG 27.\u00a0April 2004 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 522\/03\u00a0&#8211; zu\u00a0A\u00a0I\u00a02 der Gr\u00fcnde, BAGE\u00a0110, 232)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>II. Das Landesarbeitsgericht hat die Berufung zu Recht mit der Begr\u00fcndung zur\u00fcckgewiesen, die Kl\u00e4gerin habe keinen Anspruch auf Zustimmung zur begehrten Verringerung ihrer Arbeitszeit.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Zutreffend hat das Landesarbeitsgericht erkannt, dass sich ein Anspruch nicht aus \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 TzBfG ergibt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Dem Begehren der Kl\u00e4gerin steht nicht schon entgegen, dass es auf eine r\u00fcckwirkende \u00c4nderung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses gerichtet ist. Dies ist seit Inkrafttreten des \u00a7\u00a0311a Abs.\u00a01 BGB unproblematisch <em>(st.\u00a0Rspr., vgl. BAG 3.\u00a0Dezember 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 95\/19\u00a0&#8211; Rn.\u00a019 mwN)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Ferner hindert den Anspruch nicht, dass die allgemeinen Voraussetzungen nach \u00a7\u00a08 TzBfG nicht vorlagen. Das Arbeitsverh\u00e4ltnis zwischen den Parteien bestand im Zeitpunkt des Teilzeitverlangens bereits l\u00e4nger als sechs Monate, \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 TzBfG. Die Beklagte besch\u00e4ftigte in der Regel mehr als 15\u00a0Arbeitnehmer, \u00a7\u00a08 Abs.\u00a07 TzBfG.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Dem Anspruch steht auch nicht entgegen, dass die Kl\u00e4gerin die Ank\u00fcndigungsfrist des \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 TzBfG nicht gewahrt hat. Zwar hat sie nicht drei Monate vor Beginn der begehrten Teilzeit einen Antrag auf unbefristete Teilzeit gestellt. Dies hat aber lediglich zur Folge, dass das Verlangen als auf einen sp\u00e4teren Zeitpunkt gerichtet anzusehen ist. Die entsprechende Auslegung durch das Landesarbeitsgericht h\u00e4lt einer revisionsrechtlichen \u00dcberpr\u00fcfung stand <em>(zum eingeschr\u00e4nkten Pr\u00fcfungsma\u00dfstab bei der Auslegungskontrolle BAG 9.\u00a0M\u00e4rz 2021 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 312\/20\u00a0&#8211; Rn.\u00a031, BAGE\u00a0174, 224)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Zutreffend hat das Landesarbeitsgericht erkannt, dass das dem streitgegenst\u00e4ndlichen Begehren vorausgehende, auf die Spielzeit 2023\/24 bezogene Teilzeitverlangen vom 5.\u00a0Mai 2023 befristet war. Gleiches gilt f\u00fcr die nochmalige Geltendmachung mit Schreiben vom 25.\u00a0Juli 2023, das auf das Begehren vom 5.\u00a0Mai 2023 Bezug nimmt. Beide waren nicht geeignet, die Ank\u00fcndigungsfrist bez\u00fcglich des unbefristeten Teilzeitbegehrens zu wahren.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Erst mit der der Beklagten am 20.\u00a0September 2023 zugestellten Klage hat die Kl\u00e4gerin die Zustimmung zur unbefristeten Teilzeitbesch\u00e4ftigung beantragt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Eine rechtzeitige Ank\u00fcndigung ist damit zwar nicht erfolgt. Die Fristwahrung nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 TzBfG ist jedoch keine materielle Wirksamkeitsvoraussetzung <em>(vgl. BAG 16.\u00a0Dezember 2008 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 893\/07\u00a0&#8211; Rn.\u00a039, BAGE\u00a0129, 56; 20.\u00a0Juli 2004 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 626\/03\u00a0&#8211; Rn.\u00a023, BAGE\u00a0111, 260)<\/em>. Es gilt die Auslegungsregel, dass ein zu kurzfristig gestelltes Verlangen als auf den Zeitpunkt gerichtet anzusehen ist, zu dem der Arbeitnehmer fr\u00fchestm\u00f6glich die Verringerung seiner Arbeitszeit verlangen kann. Dem Arbeitnehmer geht es typischerweise vor allem um das Ob und erst in zweiter Linie um den Zeitpunkt der Verringerung. Regelm\u00e4\u00dfig wird deshalb ein Teilzeitverlangen auf den Zeitpunkt gerichtet sein, zu dem der Arbeitnehmer den Beginn der Verringerung nach den gesetzlichen Regeln verlangen kann <em>(vgl. BAG 7.\u00a0September 2021 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 595\/20\u00a0&#8211; Rn.\u00a021, BAGE\u00a0175, 351)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) So liegt der Fall mangels anderer Anhaltspunkte auch hier. Der Antrag der Kl\u00e4gerin ist dahin auszulegen, dass die Verringerung zum n\u00e4chstzul\u00e4ssigen Termin, dh. dem 21.\u00a0Dezember 2023, wirken soll <em>(\u00a7\u00a0187 Abs.\u00a01, \u00a7\u00a0188 Abs.\u00a02 Halbs.\u00a02 BGB; zur Berechnung BAG 20.\u00a0Juli 2004 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 626\/03\u00a0&#8211; Rn.\u00a036, BAGE\u00a0111, 260)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>d) Wie das Landesarbeitsgericht zutreffend angenommen hat, wird die Zustimmung der Beklagten zum unbefristeten Teilzeitbegehren auch nicht nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a05 Satz\u00a02 TzBfG fingiert. Da die Kl\u00e4gerin ihr unbefristetes Teilzeitbegehren vor Klageerhebung nicht angek\u00fcndigt hat, konnte die Beklagte der Vorgabe aus \u00a7\u00a08 Abs.\u00a05 Satz\u00a01 TzBfG, ihre Entscheidung \u00fcber die Verringerung der Arbeitszeit und ihre Verteilung sp\u00e4testens einen Monat vor dem gew\u00fcnschten Beginn mitzuteilen, nicht nachkommen. Dies war ihr &#8211;\u00a0ebenso wie eine vorherige Er\u00f6rterung und Einigung \u00fcber das unbefristete Teilzeitbegehren\u00a0&#8211; unm\u00f6glich. Die Zustimmungsfiktion nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a05 Satz\u00a02 TzBfG kann daher nicht eintreten <em>(vgl. BAG 20.\u00a0Juli 2004 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 626\/03\u00a0&#8211; Rn.\u00a036, BAGE\u00a0111, 260)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>e) Dem Anspruch der Kl\u00e4gerin steht auch keine Sperrfrist nach einem vorausgegangenen Teilzeitbegehren entgegen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Zu Recht ist das Landesarbeitsgericht davon ausgegangen, die zweij\u00e4hrige Sperrfrist nach berechtigter Ablehnung eines vorangegangenen (befristeten) Antrags <em>(\u00a7\u00a09a Abs.\u00a05 Satz\u00a02 iVm. \u00a7\u00a08 Abs.\u00a06 TzBfG)<\/em> sei auf unbefristete Teilzeitbegehren nach \u00a7\u00a08 TzBfG nicht anwendbar. Dies folgt aus einer Auslegung des \u00a7\u00a09a Abs.\u00a05 Satz\u00a02 TzBfG.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Daf\u00fcr, dass \u00a7\u00a09a Abs.\u00a05 Satz\u00a02 TzBfG nur (weitere) befristete Teilzeitbegehren sperrt, spricht, dass die Norm einen \u201eerneuten Antrag auf Verringerung der Arbeitszeit\u201c voraussetzt und zugleich, dass ein vorangegangenes Gesuch nach \u00a7\u00a09a Abs.\u00a02 Satz\u00a01 TzBfG abgelehnt wurde. Diese Vorschrift stellt auf \u201edas Verlangen\u201c ab und bezieht sich damit auf Teilzeitantr\u00e4ge nach dem vorausgehenden \u00a7\u00a09a Abs.\u00a01 TzBfG. Darin geht es ausdr\u00fccklich um eine Verringerung der Arbeitszeit f\u00fcr einen bestimmten Zeitraum, also um befristete Gew\u00e4hrung von Teilzeit.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Anders als \u00a7\u00a09a Abs.\u00a05 Satz\u00a01 TzBfG, der die Sperrfrist f\u00fcr den Fall einer vorherigen R\u00fcckkehr zur urspr\u00fcnglichen vertraglichen Arbeitszeit regelt, stellt \u00a7\u00a09a Abs.\u00a05 Satz\u00a02 TzBfG nicht auf eine \u201eerneute Verringerung der Arbeitszeit nach diesem Gesetz\u201c ab, die auch solche gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a08 TzBfG umfasst. Die Frist nach Satz\u00a01 sperrt eindeutig auch unbefristete Arbeitszeitverringerungen. In \u00a7\u00a09a Abs.\u00a05 Satz\u00a02 TzBfG hingegen fehlt der Zusatz \u201enach diesem Gesetz\u201c. Das macht deutlich, dass die Sperrfrist nach Satz\u00a02 nur befristete Teilzeitbegehren erfasst <em>(so auch HWK\/Rennpferdt 11.\u00a0Aufl. TzBfG \u00a7\u00a09a Rn.\u00a047; HK-TzBfG\/Boecken 7.\u00a0Aufl. TzBfG \u00a7\u00a09a Rn.\u00a068; <\/em><br \/>\n                  <em>MHdB ArbR\/Sch\u00fcren 6.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a050 Rn.\u00a098; aA MHH\/TzBfG 6.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a09a Rn.\u00a049)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_32\">32<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(3) F\u00fcr das gefundene Ergebnis spricht ferner, dass die Sperrwirkung nach \u00a7\u00a09a Abs.\u00a05 Satz\u00a01 TzBfG ausweislich der Gesetzesbegr\u00fcndung ausdr\u00fccklich auch f\u00fcr Teilzeitbegehren nach \u00a7\u00a08 TzBfG gelten soll <em>(BT-Drs.\u00a019\/3452 S.\u00a019)<\/em>. Ein entsprechender Hinweis l\u00e4sst sich der Gesetzesbegr\u00fcndung f\u00fcr Satz\u00a02 hingegen nicht entnehmen. Aus dem Umkehrschluss folgt, dass \u00a7\u00a09a Abs.\u00a05 Satz\u00a01 TzBfG einen Anspruch nach \u00a7\u00a08 TzBfG nicht sperrt<em> (vgl. ErfK\/Preis 26.\u00a0Aufl. TzBfG \u00a7\u00a7\u00a08, 9a Rn.\u00a067)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_33\">33<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Das Landesarbeitsgericht ist &#8211;\u00a0stillschweigend\u00a0&#8211; zutreffend davon ausgegangen, dass sich eine Sperrwirkung auch nicht aus \u00a7\u00a08 Abs.\u00a06 TzBfG ergibt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_34\">34<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) \u00a7\u00a08 Abs.\u00a06 TzBfG regelt die Sperrung eines unbefristeten Teilzeitverlangens. \u00a7\u00a08 TzBfG ist insoweit Spezialnorm. Die Vorschrift sieht vor, dass der Arbeitnehmer eine erneute Verringerung der Arbeitszeit fr\u00fchestens nach Ablauf von zwei Jahren verlangen kann, nachdem der Arbeitgeber einer Verringerung zugestimmt oder sie berechtigt abgelehnt hat. Auch wenn der Wortlaut von \u00a7\u00a08 Abs.\u00a06 TzBfG dies nicht klar zu erkennen gibt, sperrt nur die Zustimmung oder berechtigte Ablehnung eines <em>unbefristeten<\/em> Gesuchs einen nachfolgenden Anspruch, nicht auch die Zustimmung oder berechtigte Ablehnung eines <em>befristeten<\/em> Teilzeitverlangens nach \u00a7\u00a09a TzBfG <em>(vgl. HK-TzBfG\/Boecken 7.\u00a0Aufl. TzBfG \u00a7\u00a08 Rn.\u00a0136; MHH\/TzBfG 6.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a08 Rn.\u00a0106; HK-ArbR\/Ahrendt\/Schmiegel 5.\u00a0Aufl. TzBfG \u00a7\u00a08 Rn.\u00a067)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_35\">35<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Da bei Verabschiedung des \u00a7\u00a08 TzBfG die erst sp\u00e4ter ins Gesetz eingef\u00fcgte M\u00f6glichkeit der zeitlich befristeten Verringerung der Arbeitszeit nach \u00a7\u00a09a TzBfG noch nicht existierte, konnte der historische Gesetzgeber den Beginn der Sperrfrist nicht an die Entscheidung \u00fcber ein befristetes Teilzeitverlangen kn\u00fcpfen. Daf\u00fcr, dass es nach gesetzgeberischem Willen auch dabei bleiben sollte, spricht der bei der Gesetzesnovellierung unver\u00e4ndert gebliebene Wortlaut der Norm. \u00a7\u00a08 Abs.\u00a06 TzBfG kn\u00fcpft &#8211;\u00a0anders als der nachtr\u00e4glich eingef\u00fcgte \u00a7\u00a09a Abs.\u00a05 Satz\u00a01 TzBfG\u00a0&#8211; nicht an eine \u201eerneute Verringerung der Arbeitszeit nach diesem Gesetz\u201c an. Das Fehlen des Zusatzes \u201enach diesem Gesetz\u201c l\u00e4sst darauf schlie\u00dfen, dass nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a06 TzBfG nicht auch ein vorangegangenes Teilzeitbegehren nach \u00a7\u00a09a TzBfG die Sperrfrist ausl\u00f6sen soll.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_36\">36<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(3) Dieses Verst\u00e4ndnis wird durch den in der Gesetzeskonzeption angelegten Grundsatz der rechtlichen Eigenst\u00e4ndigkeit der Anspr\u00fcche auf unbefristete Teilzeit <em>(\u00a7\u00a08 TzBfG)<\/em> und befristete Teilzeit <em>(\u00a7\u00a09a TzBfG)<\/em> best\u00e4tigt. Die Anspr\u00fcche sind in eigenst\u00e4ndigen Normen geregelt. Daraus folgt grunds\u00e4tzlich, dass \u00a7\u00a08 TzBfG die Voraussetzungen und Rechtsfolgen bzgl. der unbefristeten Arbeitszeitverringerung regelt und \u00a7\u00a09a TzBfG die der befristeten Arbeitszeitverringerung <em>(vgl. HK-TzBfG\/Boecken 7.\u00a0Aufl. TzBfG \u00a7\u00a09a Rn.\u00a060)<\/em>. Soweit der Gesetzgeber den Grundsatz punktuell durchbrochen hat, indem er in \u00a7\u00a09a Abs.\u00a05 Satz\u00a01 TzBfG eine Regelung aufnahm, die auch unbefristete Teilzeitbegehren sperrt, handelt es sich um eine sprachlich klar zum Ausdruck kommende Ausnahme.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_37\">37<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>f) Das Landesarbeitsgericht ist zutreffend davon ausgegangen, dass dem Anspruch betriebliche Belange entgegenstehen <em>(\u00a7\u00a08 Abs.\u00a04 TzBfG)<\/em>. Mit Erfolg kann sich die Beklagte auf den tariflichen \u00dcberforderungsschutz berufen <em>(\u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK iVm. den Protokollnotizen zu \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK und \u00a7\u00a017 Abs.\u00a02 und\u00a07 TVK)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_38\">38<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a04 Satz\u00a01 TzBfG hat der Arbeitgeber der Verringerung der Arbeitszeit zuzustimmen, soweit betriebliche Gr\u00fcnde nicht entgegenstehen. Ein betrieblicher Grund liegt nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a04 Satz\u00a02 TzBfG insbesondere vor, wenn die Verringerung der Arbeitszeit die Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeintr\u00e4chtigt oder unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfige Kosten verursacht. Die Aufz\u00e4hlung der betrieblichen Gr\u00fcnde in Satz\u00a02 der Vorschrift ist nicht abschlie\u00dfend, sondern beispielhaft <em>(BAG 20.\u00a0Januar 2015 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 735\/13\u00a0&#8211; Rn.\u00a017\u00a0f.)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_39\">39<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a04 Satz\u00a03 TzBfG k\u00f6nnen die Ablehnungsgr\u00fcnde im Tarifvertrag festgelegt werden. In der Gesetzesbegr\u00fcndung hei\u00dft es, die Regelung \u201eerm\u00e4chtige\u201c die Tarifvertragsparteien, die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Ablehnung der Verringerung der Arbeitszeit zu konkretisieren und \u201eden spezifischen Erfordernissen des jeweiligen Wirtschaftszweiges Rechnung zu tragen\u201c <em>(BT-Drs.\u00a014\/4374 S.\u00a017)<\/em>. Von der tariflichen Typisierungsbefugnis nach \u00a7\u00a08 Abs.\u00a04 Satz\u00a03 TzBfG ist ein \u00dcberforderungsschutz oder eine H\u00f6chstgrenze von Teilzeitarbeitspl\u00e4tzen gedeckt und kann zwischen den Tarifvertragsparteien wirksam vereinbart werden <em>(st.\u00a0Rspr., BAG 21.\u00a0November 2006 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 138\/06\u00a0&#8211; Rn.\u00a030; 27.\u00a0April 2004 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 522\/03\u00a0&#8211; zu\u00a0A\u00a0II\u00a04\u00a0d\u00a0bb der Gr\u00fcnde, BAGE\u00a0110, 232)<\/em>. In einem solchen Fall gen\u00fcgt es, wenn der Arbeitgeber darlegt, dass die Quote \u00fcberschritten ist <em>(BAG 24.\u00a0Juni 2008 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 313\/07\u00a0&#8211; Rn.\u00a042)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_40\">40<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Die Regelungsbefugnis der Tarifvertragsparteien ist dabei nicht unbegrenzt. \u00a7\u00a08 Abs.\u00a04 Satz\u00a03 TzBfG gestattet nicht, \u00fcber das Gesetz hinausgehende, weitere Voraussetzungen f\u00fcr die Geltendmachung von Verringerungsanspr\u00fcchen aufzustellen. Insoweit bleibt es bei \u00a7\u00a022 Abs.\u00a01 TzBfG, der abweichende Regelungen zu Ungunsten des Arbeitnehmers untersagt <em>(BAG 21.\u00a0November 2006 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 138\/06\u00a0&#8211; Rn.\u00a028)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_41\">41<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>dd) Ausgehend von diesen Grunds\u00e4tzen stehen \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK iVm. den Protokollnotizen zu \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 und zu \u00a7\u00a017 Abs.\u00a02 und\u00a07 TVK dem Teilzeitverlangen der Kl\u00e4gerin entgegen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_42\">42<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Zutreffend ist das Landesarbeitsgericht davon ausgegangen, dass die im TVK enthaltenen Vorschriften zum \u00dcberforderungsschutz anwendbar sind. Auf eine Tarifgebundenheit der Parteien kommt es nicht an. Es gen\u00fcgt, dass die Parteien den TVK vertraglich in Bezug genommen haben <em>(\u00a7\u00a08 Abs.\u00a04 Satz\u00a04 TzBfG)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_43\">43<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Die Tarifvertragsparteien haben ihre Regelungskompetenz aus \u00a7\u00a08 Abs.\u00a04 Satz\u00a03 TzBfG nicht \u00fcberschritten. Die Begrenzung der Zul\u00e4ssigkeit von Teilzeit unter Einbezug aller Instrumentengruppen einschlie\u00dflich solcher, denen nur eine Planstelle zugewiesen ist, ist zul\u00e4ssig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_44\">44<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(a) \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK legt fest, dass Teilzeit nur in der Weise m\u00f6glich ist, dass ein Musiker die H\u00e4lfte der tariflich vorgesehenen Dienste <em>(\u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 TVK: maximal 183\u00a0Dienste innerhalb eines Ausgleichszeitraums von 24\u00a0Wochen)<\/em> absolviert. In der Protokollnotiz hierzu sind weitere Regelungen enthalten, die wegen ihres erg\u00e4nzenden Charakters normativer Teil des TVK sind <em>(vgl. BAG 13.\u00a0Juni 2019 &#8211;\u00a06\u00a0AZR 392\/18\u00a0&#8211; Rn.\u00a015)<\/em>. Die Protokollnotiz sieht vor, dass insgesamt nicht mehr als 25\u00a0vH, jeweils auf die volle Zahl gerundet, mit Teilzeitkr\u00e4ften besetzt sein d\u00fcrfen. Gestaffelt nach Instrumentengruppen, welche in \u00a7\u00a017 Abs.\u00a02 TVK und der dazugeh\u00f6rigen Protokollnotiz n\u00e4her definiert sind, ist eine weitere Unterteilung und Konkretisierung vorgenommen: Bei Instrumentengruppen mit elf und mehr Stellen laut Organisationsplan d\u00fcrfen h\u00f6chstens drei Planstellen, bei Instrumentengruppen mit sechs bis zehn Planstellen h\u00f6chstens zwei und bei Instrumentengruppen mit zwei bis f\u00fcnf Stellen darf h\u00f6chstens eine mit Musikern in Teilzeit besetzt werden. F\u00fcr Instrumentengruppen, denen nur eine Planstelle zugewiesen ist, sieht der TVK keine Teilzeitm\u00f6glichkeit vor.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_45\">45<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(b) Wenngleich die Protokollnotiz nicht ausdr\u00fccklich regelt, dass Teilzeit in Bezug auf Instrumentengruppen, f\u00fcr die nur eine Planstelle ausgewiesen ist, ausgeschlossen ist, ist die Protokollnotiz in diesem Sinne auszulegen. Sie regelt abschlie\u00dfend, in welchem Umfang Teilzeit zul\u00e4ssig ist. Dies folgt aus der Regelungssystematik sowie Sinn und Zweck der Regelung <em>(vgl. zu den Grunds\u00e4tzen der Tarifauslegung die st.\u00a0Rspr., zB BAG 17.\u00a0Oktober 2023 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 39\/23\u00a0&#8211; Rn.\u00a019; 20.\u00a0Juli 2022 &#8211;\u00a07\u00a0AZR 247\/21\u00a0&#8211; Rn.\u00a020)<\/em>. Das Gebot der verfassungskonformen Auslegung <em>(zum Grundsatz der verfassungskonformen Auslegung von Tarifvertr\u00e4gen BAG 31.\u00a0Januar 2023 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 244\/20\u00a0&#8211; Rn.\u00a069, BAGE\u00a0180, 108) <\/em>steht dem ebenso wenig entgegen wie dasjenige der unionsrechtskonformen Auslegung <em>(vgl. zur richtlinienkonformen Auslegung von Tarifvertr\u00e4gen <\/em><br \/>\n                  <em>BAG 28.\u00a0M\u00e4rz 2023 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 219\/22\u00a0&#8211; Rn.\u00a012)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_46\">46<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(aa) Die blo\u00dfe Wortlautauslegung der Protokollnotiz zu \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK l\u00e4sst kein eindeutiges Ergebnis zu. Aus der Regelung zu den Instrumentengruppen mit zwei bis f\u00fcnf Stellen folgt nicht schon sprachlogisch, dass Teilzeit bei Instrumentengruppen mit nur einer Stelle nicht gewollt ist. Zutreffend hat das Landesarbeitsgericht zwar angenommen, es h\u00e4tte nahegelegen, die Tarifvertragsparteien h\u00e4tten geregelt, dass bei Instrumentengruppen mit einer bis f\u00fcnf Planstellen h\u00f6chstens eine Stelle in Teilzeit besetzt werden darf, wenn sie die M\u00f6glichkeit der Besetzung einer Stelle mit Teilzeit auch bei der einzigen Stelle einer Instrumentengruppe gewollt h\u00e4tten. Damit ist allerdings nicht ausgeschlossen, dass die Tarifvertragsparteien f\u00fcr Instrumentengruppen mit nur einer Stelle bewusst keine Regelung trafen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_47\">47<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(bb) Die Systematik spricht hingegen deutlich daf\u00fcr, dass die Protokollnotiz abschlie\u00dfend bestimmt, in welchem Umfang Teilzeit m\u00f6glich sein soll. Die Staffelung nach Instrumentengruppen in Kopplung an die Anzahl der zugeordneten Planstellen macht folgende Systematik deutlich: Je mehr Planstellen einer Instrumentengruppe innerhalb eines Orchesters zugewiesen sind, desto mehr Stellen d\u00fcrfen in Teilzeit besetzt werden. Umgekehrt d\u00fcrfen umso weniger Stellen in Teilzeit besetzt werden, je geringer die Anzahl der Planstellen ist, die einer Instrumentengruppe zugeordnet ist. Dabei gilt in Bezug auf alle explizit geregelten Instrumentengruppen, dass weniger Stellen in Teilzeit besetzt werden d\u00fcrfen, als der jeweiligen Instrumentengruppe Planstellen zugewiesen sind. Die konsequente Fortsetzung dieser Grunds\u00e4tze auf Instrumentengruppen, denen der TVK nur eine Stelle zuweist, bedeutet, dass dort keine Teilzeit m\u00f6glich sein soll. Es kann nicht weniger als eine Stelle in Teilzeit besetzt werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_48\">48<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(cc) Es entspricht auch dem Sinn und Zweck der \u00dcberforderungsschutzregelung, dass die Tarifvertragsparteien Teilzeit f\u00fcr Instrumentengruppen, denen nur eine Planstelle nach dem TVK zugewiesen ist, ausschlie\u00dfen wollten. \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK iVm. mit der zugeh\u00f6rigen Protokollnotiz bezwecken den Schutz des Arbeitgebers vor einer ihn \u00fcberfordernden Teilzeitquote. Wesen eines Orchesters ist die Verschmelzung einer durch unterschiedliche Instrumente und Instrumentengruppen erzeugten Klangvielfalt in einem harmonischen Klangk\u00f6rper. Diesem Wesen kann ein Orchester nur dann vollst\u00e4ndig gerecht werden, wenn alle Instrumentengruppen hinreichend vertreten sind. Dem kann eine hohe Teilzeitquote zuwiderlaufen, da in Teilzeit besch\u00e4ftigte Musiker nur in geringerem Umfang zu Diensten <em>(Auff\u00fchrungen und Proben, \u00a7\u00a012 Abs.\u00a01 TVK) <\/em>herangezogen werden d\u00fcrfen. Der \u00dcberforderungsschutz soll ua. diesen Effekt begrenzen. Er soll gew\u00e4hrleisten, dass jede einzelne Instrumentengruppe des Orchesters ausreichend vertreten ist, wobei die Regelung zu Instrumentengruppen mit zwei bis f\u00fcnf Planstellen deutlich macht, dass jede Instrumentengruppe mit mindestens einer vollen Stelle vertreten sein soll. Ist einer Instrumentengruppe nur eine Planstelle zugewiesen, w\u00fcrde bei einer Besetzung derselben in Teilzeit dem intendierten \u00dcberforderungsschutz nicht konsequent Rechnung getragen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_49\">49<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(dd) Das Auslegungsergebnis begegnet keinen verfassungsrechtlichen Bedenken.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_50\">50<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(aaa) Die tariflichen \u00dcberforderungsschutzregeln sind nach der gebotenen Auslegung mit dem allgemeinen Gleichheitssatz <em>(Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG) <\/em>vereinbar <em>(zur Bindung der Tarifvertragsparteien an Art.\u00a03 Abs.\u00a01 GG BVerfG 11.\u00a0Dezember 2024 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1109\/21, 1\u00a0BvR 1422\/23\u00a0&#8211; Rn.\u00a0146\u00a0ff., BVerfGE\u00a0171, 71)<\/em>. Zwar stellt der Umstand, dass f\u00fcr Solomusiker keine M\u00f6glichkeit der Teilzeit gegeben ist, eine Schlechterstellung derselben gegen\u00fcber Musikern anderer Instrumentengruppen dar, die &#8211;\u00a0zumindest solange die jeweilige \u00dcberforderungsquote nicht erreicht ist\u00a0&#8211; Teilzeit in Anspruch nehmen k\u00f6nnen. Die Tarifvertragsparteien haben hierdurch die Grenzen ihrer Regelungsbefugnis aber nicht \u00fcberschritten. Im Kernbereich von Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen stehen ihnen weite Einsch\u00e4tzungs-, Wertungs- und Gestaltungsspielr\u00e4ume zu. Sie d\u00fcrfen Typisierungen und Generalisierungen vornehmen und m\u00fcssen nicht die objektiv vern\u00fcnftigste und sachgerechteste L\u00f6sung treffen <em>(vgl. zur Reichweite und Begrenzung der Regelungsbefugnis BVerfG 11.\u00a0Dezember 2024 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1109\/21, 1\u00a0BvR 1422\/23\u00a0&#8211; Rn.\u00a0160\u00a0f., aaO)<\/em>. Diese Spielr\u00e4ume sind vorliegend auch nicht verengt. Die Regelungen kn\u00fcpfen weder an personenbezogene Merkmale an noch liegen Anhaltspunkte daf\u00fcr vor, dass sie spezifische Interessen auf systematische Weise vernachl\u00e4ssigen. Bei Instrumentengruppen, denen nur eine Stelle zugewiesen ist, wirkt sich Teilzeit in besonderer Weise aus. Ist die Stelle bei Auff\u00fchrungen oder Proben nicht besetzt, ist der Klangk\u00f6rper unvollst\u00e4ndig. Aus diesem Grund duften die Tarifvertragsparteien wegen ihrer Sachn\u00e4he und bei Ber\u00fccksichtigung der Erfordernisse von Orchestern eine Teilzeit f\u00fcr Solomusiker ausschlie\u00dfen. Dabei waren sie befugt, die Klangvielfalt des Orchesters ebenso wie die das Interesse an einer kontinuierlichen Stellenbesetzung mit derselben Person als in Art.\u00a05 Abs.\u00a03 GG verankerte k\u00fcnstlerische Belange des Arbeitgebers pauschalierend zu ber\u00fccksichtigen <em>(zur grds. Eignung k\u00fcnstlerischer Interessen als entgegenstehender Grund BAG 27.\u00a0April 2004 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 522\/03\u00a0&#8211; Rn.\u00a057\u00a0f., BAGE\u00a0110, 232)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_51\">51<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(bbb) Art.\u00a012 Abs.\u00a01 GG, auf den sich die Kl\u00e4gerin in der Revision beruft, steht diesem Verst\u00e4ndnis nicht entgegen. Das Grundrecht sch\u00fctzt ua. die freie Berufsaus\u00fcbung, die die Gestaltung der Arbeitsbedingungen einschlie\u00dflich der Dauer der Arbeitszeit umfasst. \u00a7\u00a08 TzBfG bringt die Berufsaus\u00fcbungsfreiheit des Arbeitnehmers und die des Arbeitgebers in einen angemessenen Ausgleich, indem er unter bestimmten pers\u00f6nlichen und betrieblichen Bedingungen einen Teilzeitanspruch des Arbeitnehmers vorsieht, diesen aber davon abh\u00e4ngig macht, dass keine betrieblichen Gr\u00fcnde des Arbeitgebers entgegenstehen <em>(vgl. BVerfG 29.\u00a0Juli 2020 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1902\/19\u00a0&#8211; Rn.\u00a03)<\/em>. Die gesetzliche Ausgestaltung der Berufsaus\u00fcbungsfreiheit ist schon dann verfassungsgem\u00e4\u00df, wenn sie durch vern\u00fcnftige Gr\u00fcnde des Gemeinwohls gerechtfertigt und verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig ist <em>(vgl. zur Vereinbarkeit von \u00a7\u00a08 TzBfG\u00a0aF mit der Berufsaus\u00fcbungsfreiheit des Arbeitgebers BAG 18.\u00a0Februar 2003 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 164\/02\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a0III\u00a04\u00a0b\u00a0bb der Gr\u00fcnde, BAGE\u00a0105, 107)<\/em>. \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK in Verbindung mit der Protokollnotiz typisieren betriebliche Gr\u00fcnde unter Ber\u00fccksichtigung der spezifischen Erfordernisse von Orchestern <em>(Rn.\u00a050)<\/em>. Dies steht mit Art.\u00a012 Abs.\u00a01 GG im Einklang.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_52\">52<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(ee) Das Unionsrecht erfordert ebenfalls kein anderes Auslegungsergebnis. In \u00a7\u00a05 Abs.\u00a03a der Rahmenvereinbarung \u00fcber Teilzeitarbeit <em>(Richtlinie\u00a097\/81\/EG)<\/em> wird lediglich eine Empfehlung an die Arbeitgeber ausgesprochen, Antr\u00e4ge von Vollzeitbesch\u00e4ftigten auf Wechsel in ein zur Verf\u00fcgung stehendes Teilzeitarbeitsverh\u00e4ltnis zu ber\u00fccksichtigen. Die Rahmenvereinbarung sieht damit offenkundig (sog. acte claire) schon keinen Teilzeitanspruch vor. Daher lassen sich aus ihr keine Vorgaben f\u00fcr die Auslegung einer den &#8211;\u00a0nationalrechtlichen\u00a0&#8211; Teilzeitanspruch limitierenden tariflichen \u00dcberlastquote herleiten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_53\">53<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(c) Eine erg\u00e4nzende Tarifvertragsauslegung kommt entgegen der Auffassung der Kl\u00e4gerin nicht in Betracht. Die Protokollnotiz zu \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK regelt die Zul\u00e4ssigkeit von Teilzeit f\u00fcr alle Instrumentengruppen abschlie\u00dfend. Es fehlt daher an einer f\u00fcr die erg\u00e4nzende Vertragsauslegung erforderlichen planwidrigen Regelungsl\u00fccke <em>(vgl. zu diesem Erfordernis BAG 20.\u00a0Juli 2023 &#8211;\u00a06\u00a0AZR 256\/22\u00a0&#8211; Rn.\u00a032\u00a0ff., BAGE\u00a0181, 331; 14.\u00a0September 2016 &#8211;\u00a04\u00a0AZR 1006\/13\u00a0&#8211; Rn.\u00a021\u00a0f.)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_54\">54<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(d) Zutreffend hat das Landesarbeitsgericht &#8211;\u00a0stillschweigend\u00a0&#8211; auch keinen Versto\u00df gegen \u00a7\u00a022 TzBfG angenommen. Ein solcher ergibt sich nicht daraus, dass f\u00fcr Solomusiker Teilzeit ausgeschlossen ist. Darin liegt keine Abweichung von den Vorschriften des TzBfG zu Lasten der Arbeitnehmer. \u00a7\u00a08 Abs.\u00a04 Satz\u00a03 TzBfG l\u00e4sst die pauschale Konkretisierung von Ablehnungsgr\u00fcnden zu. Die Gr\u00fcnde m\u00fcssen allerdings das Gewicht eines betrieblichen Grundes haben, wobei den Tarifvertragsparteien diesbez\u00fcglich mit Blick auf ihre Tarifautonomie <em>(Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG)<\/em> eine Einsch\u00e4tzungspr\u00e4rogative zukommt. \u00a7\u00a022 TzBfG steht einer tariflichen Regelung, die Personen von Teilzeit ausschlie\u00dft, nicht entgegen, wenn die Regelung einen anerkannten Ablehnungsgrund konkretisiert und keine zus\u00e4tzlichen, in \u00a7\u00a08 TzBfG nicht geregelten Anspruchsvoraussetzungen aufstellt <em>(Rn.\u00a040)<\/em>. \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK iVm. der Protokollnotiz zu \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK beschr\u00e4nkt sich darauf, den in der Senatsrechtsprechung anerkannten Ablehnungsgrund des \u00dcberforderungsschutzes unter Ber\u00fccksichtigung der spezifischen Erfordernisse von Orchestern zu definieren. \u00dcber das Gesetz hinausgehende Voraussetzungen f\u00fcr die Geltendmachung von Verringerungsanspr\u00fcchen werden hierdurch nicht aufgestellt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_55\">55<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(3) Da dem Orchester der Beklagten f\u00fcr die Instrumentengruppe Harfen nur eine Stelle zugewiesen ist <em>(Protokollnotiz Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0a zu \u00a7\u00a017 Abs.\u00a02 und\u00a07 TVK)<\/em>, steht dem Teilzeitbegehren der Kl\u00e4gerin der tarifliche \u00dcberforderungsschutz nach \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK iVm. der Protokollnotiz zu \u00a7\u00a03 Abs.\u00a03 TVK entgegen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_56\">56<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Zutreffend hat das Landesarbeitsgericht angenommen, ein Anspruch der Kl\u00e4gerin auf \u00c4nderung des Arbeitsvertrags ergebe sich auch nicht aus dem arbeitsrechtlichen Gleichbehandlungsgrundsatz.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_57\">57<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Dieser greift nur ein, wenn der Arbeitgeber aufgrund gestaltenden Verhaltens ein eigenes Regelwerk oder eine eigene Ordnung schafft, nicht hingegen bei blo\u00dfem &#8211;\u00a0auch vermeintlichem\u00a0&#8211; Normenvollzug <em>(st.\u00a0Rspr., BAG 19.\u00a0Dezember 2024 &#8211;\u00a06\u00a0AZR 209\/23\u00a0&#8211; Rn.\u00a018 mwN; 22.\u00a0Dezember 2009 &#8211;\u00a03\u00a0AZR 895\/07\u00a0&#8211; Rn.\u00a021, BAGE\u00a0133, 33)<\/em>. Die Beklagte hat das Teilzeitbegehren unter Verweis auf den \u00dcberforderungsschutz nach dem TVK abgelehnt. Der Umstand, dass der TVK auf der Grundlage einer arbeitsvertraglichen Inbezugnahme zur Anwendung gelangt, \u00e4ndert nichts daran, dass ein blo\u00dfer Vollzug eines fremden Regelungswerks vorliegt <em>(BAG 2.\u00a0Juli 2024 &#8211;\u00a03\u00a0AZR 244\/23\u00a0&#8211; Rn.\u00a021)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_58\">58<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Die Kl\u00e4gerin ist entgegen ihrer Annahme zudem mit anderen Orchestermusikern der Instrumentengruppe der Ersten Violine (1.\u00a0Konzertmeister) und Oboen (Solooboist) tariflich nicht vergleichbar. Sie zieht unzutreffend das \u201eSoloinstrument\u201c als relevante Vergleichsgruppe heran. Der TVK differenziert hingegen nach Instrumentengruppen abh\u00e4ngig von der Anzahl der hierf\u00fcr vorgesehenen Planstellen und stellt damit ein anderes Unterscheidungskriterium auf. F\u00fcr die Oboen und Violinen sind im Stellenplan jeweils mehrere Planstellen vorgesehen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_59\">59<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>III. Die Kl\u00e4gerin hat gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a097 Abs.\u00a01 ZPO die Kosten der erfolglosen Revision zu tragen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Kiel\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Niemann\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Darsow-Faller\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0G. Folkerts\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Thau\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KARE600071607&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BAG_9_AZR_32-25_KARE600071607.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tenor 1. 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