{"id":565374,"date":"2026-04-15T06:17:28","date_gmt":"2026-04-15T04:17:28","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bfh-7-senat-urteil-vom-20-01-2026-vii-r-19-24\/"},"modified":"2026-04-15T06:17:28","modified_gmt":"2026-04-15T04:17:28","slug":"bfh-7-senat-urteil-vom-20-01-2026-vii-r-19-24","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bfh-7-senat-urteil-vom-20-01-2026-vii-r-19-24\/","title":{"rendered":"BFH 7. Senat, Urteil vom 20.01.2026, VII R 19\/24"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>1. Getrocknete und zerteilte Strau\u00dfenm\u00e4gen sind unabh\u00e4ngig von ihrer Genie\u00dfbarkeit in Pos. 0504 der Kombinierten Nomenklatur (KN) einzureihen. Sie unterliegen nicht dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz, weil Strau\u00dfe nach der Anlage 2 zu \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 des Umsatzsteuergesetzes nicht als Hausgefl\u00fcgel gelten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>2. Pferdesehnen, Strau\u00dfenkniesehnen, Hirschsehnen und Strau\u00dfensehnen unterliegen dann dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz, wenn sie als genie\u00dfbare Schlachtnebenerzeugnisse angesprochen werden k\u00f6nnen. Sie sind genie\u00dfbar, wenn sie aufgrund ihrer objektiven Merkmale und Eigenschaften zur menschlichen Ern\u00e4hrung geeignet sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>3. Aus der Nennung von Sehnen in Unterpos. 0511 99 10 KN ergibt sich nicht, dass Sehnen generell als ungenie\u00dfbar gelten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Auf die Revision der Kl\u00e4gerin wird das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 09.06.2022 &#8211; 6 K 1542\/20 aufgehoben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht Rheinland-Pfalz zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Diesem wird die Entscheidung \u00fcber die Kosten des Verfahrens \u00fcbertragen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align:center\">I.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4gerin und Revisionskl\u00e4gerin (Kl\u00e4gerin) meldete Lieferungen von Pferdesehnen, Strau\u00dfenkniesehnen, Hirschsehnen, Strau\u00dfensehnen und Strau\u00dfenm\u00e4gen in den Veranlagungszeitr\u00e4umen 2014 bis 2016 mit dem erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz nach dem Umsatzsteuergesetz (UStG) zur Versteuerung an.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) kam nach einer Au\u00dfenpr\u00fcfung zu dem Ergebnis, dass diese Ums\u00e4tze dem Regelsteuersatz unterl\u00e4gen, und erlie\u00df am \u20262019 f\u00fcr die Streitjahre entsprechend ge\u00e4nderte Umsatzsteuerbescheide. Das Einspruchsverfahren blieb erfolglos.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Finanzgericht (FG) urteilte, das FA habe die hier streitigen Lieferungen zu Recht dem Regelsteuersatz unterworfen. Ausgehend von der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) und unter Ber\u00fccksichtigung der hier nicht unmittelbar anwendbaren Verordnung (EG) Nr.\u00a01125\/2006 der Kommission vom 21.07.2006 zur Einreihung von bestimmten Waren in die Kombinierte Nomenklatur &#8211;Verordnung (EG) Nr.\u00a01125\/2006&#8211; (Amtsblatt der Europ\u00e4ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; 2006, Nr.\u00a0L\u00a0200, 3) scheide eine Einreihung in Kap.\u00a023 der Kombinierten Nomenklatur (KN) aus. Eine Besteuerung der Ums\u00e4tze mit dem erm\u00e4\u00dfigten Steuersatz ergebe sich auch nicht aus \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 i.V.m. Anlage\u00a02 Nr.\u00a02 UStG, weil danach nur Fleisch und genie\u00dfbare Schlachtnebenerzeugnisse erm\u00e4\u00dfigt zu besteuern seien. Gegen eine Einordnung der Waren unter Kap.\u00a02 KN als genie\u00dfbare Schlachtnebenerzeugnisse spreche, dass die hier streitgegenst\u00e4ndlichen Sehnen in Unterpos.\u00a00511\u00a099\u00a010 KN genannt seien. In den Erl\u00e4uterungen zum Harmonisierten System (ErlHS) zu Kap.\u00a02 w\u00fcrden sie demgegen\u00fcber nicht genannt. Zudem habe der BFH entschieden, dass eine Einordnung als &#8220;genie\u00dfbare Schlachtnebenerzeugnisse&#8221; im Sinne von Kap.\u00a02 KN nicht nur ausscheide, wenn sie verdorben seien, sondern auch, wenn sie zur menschlichen Ern\u00e4hrung nicht geeignet seien. Ebenso seien die Ums\u00e4tze mit Strau\u00dfenm\u00e4gen mit dem Regelsteuersatz zu besteuern. F\u00fcr M\u00e4gen ergebe sich aus der Anm.\u00a01 Buchst.\u00a0b zu Kap.\u00a02, dass diese unter Kap.\u00a05 KN fielen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Ihre Revision begr\u00fcndet die Kl\u00e4gerin dahingehend, der erkennende Senat habe in seinen Entscheidungen vom 03.02.2004\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a033\/03 (BFH\/NV 2004, 849, Zeitschrift f\u00fcr Z\u00f6lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2004, 200) und vom 10.02.2009\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a016\/08 (BFH\/NV 2009, 979) entschieden, dass die Trocknung von Schweineohren eine Zubereitung im Sinne von Kap.\u00a023 KN darstelle, weil durch die Trocknung wesentliche Merkmale der Ausgangsstoffe, n\u00e4mlich die Eigenschaft zum menschlichen Verzehr, verloren gegangen seien. Die Verordnung (EG) Nr.\u00a01125\/2006 betreffe ausdr\u00fccklich nur die Einreihung getrockneter Schweineohren. Das FG habe diese Verordnung rechtsfehlerhaft auch auf die anderen Waren \u00fcbertragen. Es existiere ferner kein allgemeiner Rechtsgrundsatz, der es gestatte, von einer speziellen Regelung auf eine allgemeine Regelung zu schlie\u00dfen. Zudem unterschieden sich tierische Ohren in tats\u00e4chlicher Hinsicht stark von Sehnen und M\u00e4gen. Eine Pr\u00fcfung der Auswirkungen des konkreten Verarbeitungsvorgangs (Trocknung und W\u00fcrzung) auf die hier streitgegenst\u00e4ndlichen Waren durch Tatsachenfeststellung des FG f\u00fchre zu einer Einreihung in Kap.\u00a023 KN. Die Trocknung der Sehnen und M\u00e4gen habe einen Verlust wesentlicher Merkmale der Ausgangsstoffe bewirkt, weil durch die Trocknung die spezifische Zellstruktur verloren gegangen sei. Der Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) habe zudem entschieden, dass genie\u00dfbare Schlachtnebenerzeugnisse solche seien, die f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung geeignet seien. &#8220;Genusstauglich&#8221; bedeute demnach &#8220;essbar&#8221;, &#8220;verzehrbar&#8221; und &#8220;nicht gesundheitssch\u00e4dlich&#8221;. Auch der erkennende Senat habe entschieden, dass Genie\u00dfbarkeit vorliege, wenn die Ware nach ihren objektiven Merkmalen und Eigenschaften zum menschlichen Verzehr geeignet sei. Die Verordnung (EG) Nr.\u00a01125\/2006 k\u00f6nne nicht als Auslegungshilfe herangezogen werden, weil die darin angesprochenen Schweineohren und die hier streitgegenst\u00e4ndlichen Waren weder identisch noch hinreichend \u00e4hnlich seien. Der Verordnung sei auch kein allgemeiner Grundsatz zu entnehmen, wonach das Trocknen tierischer Bestandteile generell keine hinreichende Ver\u00e4nderung wesentlicher Merkmale der Ausgangsstoffe bewirken k\u00f6nne.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4gerin beantragt sinngem\u00e4\u00df,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und die Umsatzsteuerbescheide vom \u20262019 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom \u20262020 betreffend die Kalenderjahre 2014, 2015 und 2016 dahingehend zu \u00e4ndern, dass die in diesen Jahren ausgef\u00fchrten Lieferungen von Pferde-, Strau\u00dfenknie-, Hirsch- und Strau\u00dfensehnen sowie Strau\u00dfenm\u00e4gen dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz von 7\u00a0% unterworfen werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Getrocknete Pferdesehnen, Strau\u00dfenkniesehnen, Hirschsehnen sowie Strau\u00dfensehnen stellten kein zubereitetes Futter im Sinne des Kap.\u00a023 KN dar. Die Senatsurteile vom 03.02.2004\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a033\/03 (BFH\/NV 2004, 849, ZfZ 2004, 200) und vom 10.02.2009\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a016\/08 (BFH\/NV 2009, 979) seien durch die Verordnung (EG) Nr.\u00a01125\/2006 \u00fcberholt. Die Einreihungsverordnung gelte zwar unmittelbar nur f\u00fcr Schweineohren. Entgegen der Ansicht der Kl\u00e4gerin k\u00f6nne diese aber als Auslegungshilfe herangezogen werden, denn die Intention der Verordnung sei dahingehend zu verstehen, dass der reine Trocknungsvorgang nicht zu einer Zubereitung der gelieferten Waren f\u00fchren k\u00f6nne, weil dieser nicht die wesentlichen Merkmale des Ausgangsstoffes ver\u00e4ndere. Es sei unerheblich, ob der Trocknungsvorgang bei Schweineohren und den strittigen Waren etwas voneinander abweiche. Eine Zubereitung k\u00f6nne auch nicht angenommen werden, soweit Raucharoma oder Glukose beim Trocknungsvorgang zugef\u00fchrt worden sein sollten. Denn die nur in geringen Mengen verwendeten Zus\u00e4tze f\u00fchrten nicht dazu, dass die wesentlichen Merkmale des Ausgangsstoffes hinsichtlich Aussehen oder Konsistenz verloren gingen. Flechsen und Sehnen seien keine genie\u00dfbaren Erzeugnisse des Kap.\u00a02 KN. Wenn die Sehnen genie\u00dfbar w\u00e4ren, w\u00e4ren sie nicht in der Unterpos.\u00a00511\u00a099\u00a010 KN ausdr\u00fccklich genannt. Auf die Bestimmungen des nationalen (Lebensmittel-)Rechts oder auf hygienerechtliche Vorschriften komme es nicht an.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beteiligten haben auf die Durchf\u00fchrung einer m\u00fcndlichen Verhandlung verzichtet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align:center\">II.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Revision ist begr\u00fcndet und die Vorentscheidung daher aufzuheben. Die Sache ist an das FG zur\u00fcckzuverweisen (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a02 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Vorentscheidung verletzt Bundesrecht (\u00a7\u00a0118 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO). Das FG hat aus der Nennung von Sehnen in der Unterpos.\u00a00511\u00a099\u00a010 KN rechtsfehlerhaft geschlossen, dass Sehnen stets als ungenie\u00dfbar anzusehen sind, ohne im vorliegenden Streitfall Feststellungen zu den diesbez\u00fcglichen objektiven Merkmalen und Eigenschaften der Waren zu treffen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Senat entscheidet mit Einverst\u00e4ndnis der Beteiligten ohne m\u00fcndliche Verhandlung (\u00a7\u00a0121 Satz\u00a01, \u00a7\u00a090 Abs.\u00a02 FGO).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 UStG erm\u00e4\u00dfigt sich der Steuersatz von 19\u00a0% auf 7\u00a0% f\u00fcr Lieferungen der in Anlage\u00a02 bezeichneten Gegenst\u00e4nde. Dazu geh\u00f6ren genie\u00dfbare Schlachtnebenerzeugnisse des Kap.\u00a02 KN und M\u00e4gen von Hausgefl\u00fcgel aus Pos.\u00a00504 KN. Nicht genannt sind Sehnen des Kap.\u00a05 KN oder Waren der Pos.\u00a02309 KN. Beg\u00fcnstigt sind ferner nicht M\u00e4gen wild lebender V\u00f6gel.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>F\u00fcr die Auslegung des \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 UStG und seiner Anlage\u00a02 kommt es allein auf die zolltariflichen Vorschriften und Begriffe an (Senatsurteil vom 07.07.2015\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a065\/13, Rz\u00a09, m.w.N.). Das entscheidende Kriterium f\u00fcr die zollrechtliche Tarifierung von Waren ist allgemein in deren objektiven Merkmalen und Eigenschaften zu suchen, wie sie im Wortlaut der Positionen und Unterpositionen der Kombinierten Nomenklatur und in den Anmerkungen zu den Abschnitten oder Kapiteln festgelegt sind, sowie nach den Allgemeinen Vorschriften zur Auslegung der Kombinierten Nomenklatur (AV). Daneben gibt es Erl\u00e4uterungen und Einreihungsavise, die ein wichtiges, wenn auch nicht verbindliches Erkenntnismittel f\u00fcr die Auslegung der einzelnen Tarifpositionen sind (vgl. etwa Senatsurteil vom 26.09.2017\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a017\/16, Rz\u00a09, m.w.N.; EuGH-Urteil Metherma vom 27.11.2008\u00a0&#8211; C-403\/07, EU:C:2008:657). Auf den Verwendungszweck einer Ware darf abgestellt werden, wenn im Wortlaut der Bestimmungen oder in den Erl\u00e4uterungen hierauf Bezug genommen wird und er sich in den objektiven Eigenschaften und Merkmalen der Ware niedergeschlagen hat (vgl. etwa Senatsurteile vom 26.09.2017\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a017\/16, Rz\u00a09, und vom 16.04.2024\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a011\/21, Rz\u00a020, jeweils m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Demgegen\u00fcber kommt es nach der Senatsrechtsprechung f\u00fcr die Einreihung von Waren in den Zolltarif nicht ma\u00dfgeblich auf die Bestimmungen des nationalen (Lebensmittel-)Rechts oder auf hygienerechtliche Vorschriften an (Senatsurteil vom 07.07.2015\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a065\/13, Rz\u00a012; Senatsbeschluss vom 23.10.2018\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a036\/17, Rz\u00a010 unter Hinweis auf das EuGH-Urteil Oniors Bio vom 28.04.2016\u00a0&#8211; C-233\/15, EU:C:2016:305), sondern darauf, ob das Fleisch und die Schlachtnebenerzeugnisse nach ihren objektiven Merkmalen und Eigenschaften den Tatbestand bestimmter Positionen und Unterpositionen der Kombinierten Nomenklatur erf\u00fcllen (Senatsbeschluss vom 23.10.2018\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a036\/17, Rz\u00a08\u00a0f.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Einreihung ist im Streitfall die KN i.d.F. der Durchf\u00fchrungsverordnung (EU) Nr.\u00a01001\/2013 der Kommission vom 04.10.2013 zur \u00c4nderung von Anhang\u00a0I der Verordnung (EWG) Nr.\u00a02658\/87 des Rates \u00fcber die zolltarifliche und statistische Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif (ABlEU 2013, Nr.\u00a0L\u00a0290, 1) f\u00fcr die Ums\u00e4tze im Kalenderjahr 2014, die KN i.d.F. der Durchf\u00fchrungsverordnung (EU) Nr.\u00a01101\/2014 der Kommission vom 16.10.2014 zur \u00c4nderung des Anhangs\u00a0I der Verordnung (EWG) Nr.\u00a02658\/87 des Rates \u00fcber die zolltarifliche und statistische Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif (ABlEU 2014, Nr.\u00a0L\u00a0312, 1) f\u00fcr die Ums\u00e4tze im Kalenderjahr 2015 und die KN i.d.F. der Durchf\u00fchrungsverordnung (EU) 2015\/1754 der Kommission vom 6.10.2015 zur \u00c4nderung des Anhangs\u00a0I der Verordnung (EWG) Nr.\u00a02658\/87 des Rates \u00fcber die zolltarifliche und statistische Nomenklatur sowie den Gemeinsamen Zolltarif (ABlEU 2015, Nr.\u00a0L\u00a0285, 1) f\u00fcr die Ums\u00e4tze im Kalenderjahr 2016.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. F\u00fcr die Einreihung von Schlachtnebenerzeugnissen kommt es nach den zolltariflichen Vorgaben ma\u00dfgeblich darauf an, ob diese genie\u00dfbar sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Pos.\u00a00210 KN erfasst Fleisch und genie\u00dfbare Schlachtnebenerzeugnisse, gesalzen, in Salzlake, getrocknet oder ger\u00e4uchert; genie\u00dfbares Mehl von Fleisch oder von Schlachtnebenerzeugnissen. Aus dem Positionswortlaut ergibt sich demnach ausdr\u00fccklich, dass die hier angesprochenen Schlachtnebenerzeugnisse genie\u00dfbar sein m\u00fcssen, weshalb ungenie\u00dfbare Schlachtnebenerzeugnisse hier nicht eingereiht werden k\u00f6nnen. Dementsprechend werden auch nach Anm.\u00a01 Buchst.\u00a0a zu Kap.\u00a02 KN Waren der in den Pos.\u00a00201 bis 0208 und 0210 erfassten Art aus Kap.\u00a02 ausgewiesen, wenn sie ungenie\u00dfbar sind. Getrocknete Waren werden innerhalb des Kap.\u00a02 KN nur von Pos.\u00a00210 KN erfasst, weil sich die vorangehenden Positionen (z.B. Pos.\u00a00206 KN) auf frische, gek\u00fchlte oder gefrorene Waren beziehen. Ein Zusatz von W\u00fcrzstoffen steht einer Einreihung in Pos.\u00a00210 KN grunds\u00e4tzlich nicht entgegen. Denn nach der Zus\u00e4tzlichen Anmerkung\u00a06 Buchst.\u00a0b zu Kap.\u00a02 KN verbleiben Erzeugnisse der Pos.\u00a00210 auch dann in dieser Position, wenn ihnen bei der Herstellung W\u00fcrzstoffe zugesetzt worden sind, sofern dadurch ihr Charakter als Erzeugnis der Pos.\u00a00210 nicht ver\u00e4ndert wird.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Unter welchen Voraussetzungen Schlachtnebenerzeugnisse als genie\u00dfbar angesehen werden k\u00f6nnen, ist in Kap.\u00a02 KN nicht geregelt. Den Erl\u00e4uterungen, die zur Auslegung der Kombinierten Nomenklatur herangezogen werden d\u00fcrfen, ist zu entnehmen, dass unter Genie\u00dfbarkeit die Eignung zur menschlichen Ern\u00e4hrung verstanden wird. Aus ErlHS\u00a002.0 zu Kap.\u00a02 ergibt sich, dass Fleisch und Schlachtnebenerzeugnisse aus Kap.\u00a02 ausgenommen sind, wenn sie zur menschlichen Ern\u00e4hrung nicht geeignet sind. Dies ist etwa dann der Fall, wenn sie verdorben sind (vgl. ErlHS\u00a008.0 zu Kap.\u00a02). Schlachtnebenerzeugnisse, die haupts\u00e4chlich zur menschlichen Ern\u00e4hrung verwendet werden (z.B. K\u00f6pfe und Teile davon &#8211;einschlie\u00dflich Ohren&#8211;, F\u00fc\u00dfe, Schw\u00e4nze, Herzen, Zungen, Nierenzapfen, Saumfleisch, Bauchnetz, Schlunde, Thymusdr\u00fcsen), frisch, gek\u00fchlt, gefroren, gesalzen, in Salzlake, getrocknet oder ger\u00e4uchert, bleiben in diesem Kapitel, au\u00dfer in den F\u00e4llen, in denen sie, da verdorben und zur menschlichen Ern\u00e4hrung nicht geeignet, der Pos.\u00a00511 zuzuweisen sind (ErlHS\u00a008.0 i.V.m. ErlHS\u00a004.0 zu Kap.\u00a02). Die Eignung von Schlachtnebenerzeugnissen zur menschlichen Ern\u00e4hrung entf\u00e4llt nicht allein dadurch, dass aus ihnen Tierfutter hergestellt werden soll. Denn nach den Erl\u00e4uterungen zur Kombinierten Nomenklatur (ErlKN)\u00a001.0 zu Kap.\u00a02 bleiben Fleisch und Schlachtnebenerzeugnisse, die zum menschlichen Verzehr geeignet sind, auch dann in Kap.\u00a02, wenn sie zum Herstellen von Tierfutter bestimmt sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Sind Schlachtnebenerzeugnisse ungenie\u00dfbar, kommt eine Einreihung in Kap.\u00a05 KN in Betracht. Pos.\u00a00511 KN erfasst Waren tierischen Ursprungs, anderweit weder genannt noch inbegriffen; nicht lebende Tiere des Kap.\u00a01 oder 3, ungenie\u00dfbar. Dass Kap.\u00a05 KN nur Waren erfasst, die anderweit weder genannt noch inbegriffen sind, das hei\u00dft keiner der Bezeichnungen der vier anderen Kapitel des Abschnitts entsprechen, ergibt sich auch aus der \u00dcberschrift zu Kap.\u00a05 KN (vgl. auch EuGH-Urteil P\u00e4rlitigu vom 16.07.2009\u00a0&#8211; C-56\/08, EU:C:2009:467, Rz\u00a025).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Aus ErlHS\u00a025.0 zu Pos.\u00a00511 ergibt sich weiter, dass diese Position unter anderem Flechsen und Sehnen, die haupts\u00e4chlich als Rohstoffe zum Herstellen von Leim dienen, erfasst. Zudem geh\u00f6ren nach ErlHS\u00a028.0 zu Pos.\u00a00511 Schlachtnebenerzeugnisse, die nicht genie\u00dfbar oder zur menschlichen Ern\u00e4hrung ungeeignet sind, ausgenommen Waren der Position\u00a00209 oder Waren anderer Positionen dieses Kapitels, zu Pos.\u00a00511. Insgesamt geh\u00f6rt zu Kap.\u00a05 eine Reihe von Waren tierischen Ursprungs, roh oder einfach bearbeitet, die \u00fcblicherweise nicht der menschlichen Ern\u00e4hrung dienen (abgesehen von bestimmtem Blut, von bestimmten D\u00e4rmen, Blasen und M\u00e4gen von Tieren) und die nicht in anderen Kapiteln der Nomenklatur erfasst sind (ErlHS\u00a001.0 zu Kap.\u00a05).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Tierm\u00e4gen werden in der Kombinierten Nomenklatur separat angesprochen und fallen nicht unter Schlachtnebenerzeugnisse im Sinne der Pos.\u00a00210 KN. M\u00e4gen von Tieren werden sowohl in genie\u00dfbarer als auch in ungenie\u00dfbarer Form von Kap.\u00a05 KN erfasst.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Wie Anm.\u00a01 Buchst.\u00a0b zu Kap.\u00a02 KN zu entnehmen ist, geh\u00f6ren D\u00e4rme, Blasen und M\u00e4gen von Tieren (Pos.\u00a00504) und tierisches Blut (Pos.\u00a00511 oder 3002) nicht in Kap.\u00a02. In Pos.\u00a00504 KN werden D\u00e4rme, Blasen und M\u00e4gen von anderen Tieren als Fischen, ganz oder zerteilt, frisch, gek\u00fchlt, gefroren, gesalzen, in Salzlake, getrocknet oder ger\u00e4uchert angesprochen. Danach, ob die Waren genie\u00dfbar oder ungenie\u00dfbar sein m\u00fcssen, wird in dieser Position nicht differenziert.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Dies best\u00e4tigt letztlich auch Anm.\u00a01 Buchst.\u00a0a zu Kap.\u00a05 KN. Danach geh\u00f6ren zu Kap.\u00a05 nicht genie\u00dfbare Waren (ausgenommen fl\u00fcssiges oder getrocknetes Tierblut und ganze oder zerteilte D\u00e4rme, Blasen und M\u00e4gen von Tieren). Daraus ergibt sich, dass genie\u00dfbare Waren aus Kap.\u00a05 KN grunds\u00e4tzlich ausgeschlossen sind. Anders stellt sich dies &#8211;ausgehend von der R\u00fcckausnahme in der Klammer&#8211; jedoch bei M\u00e4gen von Tieren dar, die auch in genie\u00dfbarer Form in Kap.\u00a05 verbleiben (vgl. auch ErlHS\u00a015.0 zu Kap.\u00a02). Bei M\u00e4gen kommt es somit &#8211;entsprechend dem Positionswortlaut&#8211; nicht darauf an, ob diese genie\u00dfbar sind oder nicht. Auch nach der Rechtsprechung des erkennenden Senats geh\u00f6ren zu Pos.\u00a00504 KN D\u00e4rme, Blasen und M\u00e4gen von Tieren (ausgenommen von Fischen), ganz oder geteilt, ohne R\u00fccksicht darauf, ob sie zur menschlichen Ern\u00e4hrung geeignet sind oder nicht (vgl. Senatsbeschluss vom 23.10.2018\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a036\/17, Rz\u00a016).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Unter Pos.\u00a02309 KN fallen Zubereitungen von der zur F\u00fctterung verwendeten Art. Nach Anm.\u00a01 Satz\u00a01 zu Kap.\u00a023 KN geh\u00f6ren zu Pos.\u00a02309 auch Erzeugnisse der zur F\u00fctterung verwendeten Art, anderweit weder genannt noch inbegriffen, die aus der Verarbeitung von pflanzlichen oder tierischen Stoffen stammen und die durch die Verarbeitung die wesentlichen Merkmale der Ausgangsstoffe verloren haben. Dies ist jedoch nicht die einzige M\u00f6glichkeit (&#8220;auch&#8221;), sodass es f\u00fcr eine Einreihung in Kap.\u00a023 KN nicht in jedem Fall erforderlich ist, dass die Waren die wesentlichen Merkmale der Ausgangsstoffe verloren haben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Aus der Systematik der Kombinierten Nomenklatur ist zu schlie\u00dfen, dass die Trocknung allein noch nicht als Zubereitung im Sinne der Pos.\u00a02309 KN anzusehen ist, weil ansonsten getrocknete Schlachtnebenerzeugnisse nicht mehr in Pos.\u00a00210 KN eingereiht werden k\u00f6nnten und diese Position dann insofern keinen Anwendungsbereich h\u00e4tte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Auch bei dem Zerteilen kann es sich nicht um eine Zubereitung handeln. Die Nennung zerteilter M\u00e4gen in Pos.\u00a00504 KN ginge ins Leere, wenn das Zerteilen allein dazu f\u00fchrte, dass die Ware als Zubereitung im Sinne von Pos.\u00a02309 KN einzureihen w\u00e4re.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>5. Mit der Verordnung (EG) Nr.\u00a01125\/2006 wurden genie\u00dfbare getrocknete Schweineohren (Schlachtnebenerzeugnis), auch wenn diese als Tierfutter verwendet werden, in die Unterpos.\u00a00210\u00a099\u00a049 KN und nicht f\u00fcr den menschlichen Verzehr geeignete getrocknete Schweineohren (Schlachtnebenerzeugnis) in die Unterpos.\u00a00511\u00a099\u00a090 KN eingereiht. In der Begr\u00fcndung wies die Kommission darauf hin, dass das Trocknen der Schweineohren nicht die wesentlichen Merkmale des Ausgangsstoffes \u00e4ndert, wie in Anm.\u00a01 zu Kap.\u00a023 KN beschrieben, und zudem nicht deren Eignung f\u00fcr den menschlichen Verzehr beeintr\u00e4chtigt. Letzteres ist auch dem Wortlaut der Pos.\u00a00210 KN zu entnehmen, der voraussetzt, dass Schlachtnebenerzeugnisse auch dann genie\u00dfbar sein k\u00f6nnen, wenn sie getrocknet sind. Schl\u00f6ssen sich Trocknung und Genie\u00dfbarkeit gegenseitig aus, h\u00e4tte diese Position insofern keinen Anwendungsbereich.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Nach der Rechtsprechung des EuGH ist eine Einreihungsverordnung auf Waren, die mit denen, die Gegenstand der Verordnung sind, nicht identisch sind, sondern ihnen nur entsprechen, zwar nicht unmittelbar, aber entsprechend anwendbar (EuGH-Urteile Kreyenhop &amp; Kluge vom 06.09.2018\u00a0&#8211; C-471\/17, EU:C:2018:681, Rz\u00a032, m.w.N., und PR Pet vom 22.06.2023\u00a0&#8211; C-24\/22, EU:C:2023:507, Rz\u00a070). F\u00fcr eine entsprechende Anwendung einer Einreihungsverordnung m\u00fcssen die einzureihenden und die in der Verordnung bezeichneten Waren allerdings einander hinreichend \u00e4hnlich sein. Insoweit ist auch die Begr\u00fcndung der Verordnung zu ber\u00fccksichtigen (EuGH-Urteile Kreyenhop &amp; Kluge vom 06.09.2018\u00a0&#8211; C-471\/17, EU:C:2018:681, Rz\u00a033, und GROFA u.a. vom 22.03.2017\u00a0&#8211; C-435\/15 und C-666\/15, EU:C:2017:232, Rz\u00a038, m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Das FG hat zu den objektiven Beschaffenheitsmerkmalen der hier streitgegenst\u00e4ndlichen Sehnen und M\u00e4gen &#8211;abgesehen davon, dass diese getrocknet sind&#8211; keine Feststellungen getroffen. Es kann daher vorliegend nicht beurteilt werden, inwieweit die in der Verordnung (EG) Nr.\u00a01125\/2006 angesprochenen und die streitgegenst\u00e4ndlichen Waren einander hinreichend \u00e4hnlich sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>6. Der erkennende Senat hat die Verordnung (EG) Nr.\u00a01125\/2006 in seiner Rechtsprechung ber\u00fccksichtigt und seine Bewertung des Trocknungsvorgangs angepasst.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Vor Erlass dieser Einreihungsverordnung beziehungsweise f\u00fcr zeitlich vor deren In-Kraft-Treten liegende Vorg\u00e4nge ging der Senat davon aus, dass getrocknete Schweineohren in die Pos.\u00a02309 KN einzureihen sind, weil die Schweineohren durch die Trocknung einem Verarbeitungsvorgang unterzogen wurden. Weiterhin nahm der Senat an, dass die Schweineohren durch die Trocknung ihre Eignung zum menschlichen Verzehr verloren hatten (vgl. Senatsurteile vom 03.02.2004\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a033\/03, BFH\/NV 2004, 849, ZfZ 2004,200, unter II.2.b, und vom 10.02.2009\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a016\/08, BFH\/NV 2009, 979, unter II.1).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Nach In-Kraft-Treten der Verordnung (EU) Nr.\u00a01125\/2006 hat der Senat entschieden, dass getrocknete Schweineohren in die Unterpos.\u00a00210\u00a099\u00a049 KN einzureihen sind, weil das Trocknen nicht deren Eignung f\u00fcr den menschlichen Verzehr beeintr\u00e4chtigt. Getrocknete, nicht genie\u00dfbare Schweineohren geh\u00f6ren demgegen\u00fcber in die Pos.\u00a00511 KN (Senatsurteil vom 07.07.2015\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a065\/13, Rz\u00a011). Da Schweineohren von Menschen ohnehin regelm\u00e4\u00dfig nicht in getrocknetem Zustand, sondern erst nach einem Garvorgang verzehrt werden k\u00f6nnen, verlieren die Ohren ihre Eignung f\u00fcr den menschlichen Verzehr auch nicht allein deshalb, weil sie in einem den Anforderungen des deutschen Lebensmittelrechts nicht unterliegenden Betrieb getrocknet wurden. Vielmehr m\u00fcssten weitere Umst\u00e4nde hinzukommen, durch die die Eignung der Schweineohren f\u00fcr den menschlichen Verzehr aufgehoben wird (wie z.B. F\u00e4ulnis, Schimmel oder sonstige ein Verderben und damit die Ungenie\u00dfbarkeit herbeif\u00fchrende Umst\u00e4nde, Senatsurteil vom 07.07.2015\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a065\/13, Rz\u00a014).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_32\">32<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit Beschluss vom 23.10.2018\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a036\/17, Rz\u00a013 hat der Senat erneut best\u00e4tigt, dass es von den Umst\u00e4nden des Einzelfalls abh\u00e4ngt, ob eine Ware nach ihren objektiven Merkmalen und Eigenschaften f\u00fcr den menschlichen Verzehr geeignet ist. Insbesondere bei Waren, die nicht unverarbeitet, sondern regelm\u00e4\u00dfig nur gegart verzehrt werden, m\u00fcssen weitere Umst\u00e4nde hinzukommen, durch die ihre Eignung f\u00fcr den menschlichen Verzehr aufgehoben wird (s. oben).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_33\">33<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>7. Der EuGH sieht eine Ware ebenfalls als &#8220;genie\u00dfbar&#8221; an, wenn sie &#8220;f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung geeignet&#8221; ist (vgl. EuGH-Urteil Rakvere Lihakombinaat vom 29.10.2009\u00a0&#8211; C-140\/08, EU:C:2009:667, Rz\u00a044 zu Pos.\u00a00207 KN). Ma\u00dfgeblich f\u00fcr die Beurteilung, ob eine Ware genie\u00dfbar ist oder nicht, sind die objektiven Merkmale und Eigenschaften der Ware und nicht beispielsweise ihr Wert oder ihre Menge (vgl. EuGH-Urteile P\u00e4rlitigu vom 16.07.2009\u00a0&#8211; C-56\/08, EU:C:2009:467, Rz\u00a029, und Oniors Bio vom 28.04.2016\u00a0&#8211; C-233\/15, EU:C:2016:305, Rz\u00a039 und Rz\u00a042). Wenn das Vorliegen von f\u00fcr die menschliche Gesundheit sch\u00e4dlichen Stoffen in der Ware nicht ausgeschlossen werden kann, stellt das einen relevanten Gesichtspunkt dar, der geeignet ist, die Einstufung einer Ware als &#8220;ungenie\u00dfbar&#8221; im Hinblick auf ihre objektiven Merkmale und Eigenschaften zu rechtfertigen (EuGH-Urteil Oniors Bio vom 28.04.2016\u00a0&#8211; C-233\/15, EU:C:2016:305, Rz\u00a043). Schlachtnebenerzeugnisse hat der EuGH als genie\u00dfbare Teile von Tieren, die f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung bestimmt sind, angesehen (EuGH-Urteil Rakvere Lihakombinaat vom 29.10.2009\u00a0&#8211; C-140\/08, EU:C:2009:667, Rz\u00a046).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_34\">34<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit der Rechtsprechung des EuGH steht es im Einklang, dass die Kommission in der Durchf\u00fchrungsverordnung (EU) 2023\/248 der Kommission vom 01.02.2023 zur Einreihung bestimmter Waren in die Kombinierte Nomenklatur (ABlEU 2023, Nr.\u00a0L\u00a034, 6) davon ausgegangen ist, dass Waren nicht f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung geeignet sind, wenn die Herstellung und der Transport nicht unter Einhaltung von Lebensmittelhygienestandards erfolgt ist. Hierbei kann es sich um einen Fall handeln, in dem f\u00fcr die menschliche Gesundheit sch\u00e4dliche Stoffe in der Ware nicht ausgeschlossen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_35\">35<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>8. Ausgehend von diesen rechtlichen Grundlagen sind die Strau\u00dfenm\u00e4gen in die Unterpos.\u00a00504\u00a000\u00a000 KN und die Pferdesehnen, Strau\u00dfenkniesehnen, Hirschsehnen und Strau\u00dfensehnen in die Unterpos.\u00a00210\u00a099\u00a085 KN einzureihen, sofern die Sehnen genie\u00dfbar sind. Ob dies der Fall ist, wird das FG im zweiten Rechtsgang festzustellen haben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_36\">36<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Die getrockneten Strau\u00dfenm\u00e4gen sind in die Unterpos.\u00a00504\u00a000\u00a000 KN einzureihen. Sie unterliegen nicht dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz, da Strau\u00dfe nicht als Hausgefl\u00fcgel anzusehen sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_37\">37<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Getrocknete und zerteilte M\u00e4gen von anderen Tieren als Fischen, also auch von Strau\u00dfen, sind ausgehend vom Wortlaut der Pos.\u00a00504 KN in diese Position einzureihen (AV\u00a01). Hierbei kommt es nicht darauf an, ob die Strau\u00dfenm\u00e4gen genie\u00dfbar sind oder nicht, weil diese Eigenschaft in Pos.\u00a00504 KN nicht angesprochen wird. M\u00e4gen von Tieren werden durch Anm.\u00a01 Buchst.\u00a0a zu Kap.\u00a05 KN nicht aus diesem Kapitel ausgewiesen. Somit verbleiben M\u00e4gen, auch wenn sie genie\u00dfbar sind, in Kap.\u00a05 (vgl. auch ErlHS\u00a015.0 zu Kap.\u00a02).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_38\">38<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Eine Einreihung in die Pos.\u00a00210 KN kommt ferner auch deshalb nicht in Betracht, weil die Pos.\u00a00504 KN unabh\u00e4ngig davon, ob die streitgegenst\u00e4ndlichen Strau\u00dfenm\u00e4gen genie\u00dfbar sind oder nicht, demgegen\u00fcber spezieller ist. Denn hier werden M\u00e4gen im Einzelnen angesprochen. Die Pos.\u00a00504 KN ist damit jedenfalls die Position mit der genaueren Warenbezeichnung (AV\u00a03 Buchst.\u00a0a).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_39\">39<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Strau\u00dfenm\u00e4gen k\u00f6nnen nicht in Pos.\u00a00511 KN eingereiht werden, weil sie bereits anderweit, n\u00e4mlich in Pos.\u00a00504 KN, genannt werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_40\">40<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Strau\u00dfenm\u00e4gen k\u00f6nnen auch nicht als Zubereitung im Sinne von Pos.\u00a02309 KN angesprochen werden, weil das blo\u00dfe Trocknen der M\u00e4gen nicht ausreicht, um diese als eine Zubereitung anzusehen. Auch wenn die M\u00e4gen zerteilt sein sollten, f\u00fchrt dies nicht zu einer Einreihung in Pos.\u00a02309 KN.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_41\">41<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Innerhalb der Pos.\u00a00504 KN verbleibt es mangels weiterer Differenzierung in Unterpositionen bei der Einreihung der getrockneten Strau\u00dfenm\u00e4gen in die Unterpos.\u00a00504\u00a000\u00a000 KN (AV\u00a06).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_42\">42<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Allerdings unterliegen nach Nr.\u00a05 Buchst.\u00a0a der Anlage\u00a02 zu \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 und 2 UStG nur M\u00e4gen von Hausgefl\u00fcgel dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz, w\u00e4hrend M\u00e4gen wild lebender V\u00f6gel dort nicht genannt werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_43\">43<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Welche Tiere als Hausgefl\u00fcgel anzusehen sind, ergibt sich aus der Lfd.\u00a0Nr.\u00a01 Buchst.\u00a0g der Anlage\u00a02 zu \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 und 2 UStG, wonach H\u00fchner, Enten, G\u00e4nse, Truth\u00fchner und Perlh\u00fchner Hausgefl\u00fcgel darstellen. Strau\u00dfe werden hier nicht dem Hausgefl\u00fcgel zugeordnet. Abgesehen davon orientiert sich die Anlage\u00a02 an der Kombinierten Nomenklatur, sodass bei der Beurteilung, ob es sich bei einem Strau\u00df um ein Hausgefl\u00fcgel handelt oder nicht, das zolltarifliche Verst\u00e4ndnis zugrunde zu legen ist. Nach ErlHS\u00a001.0 zu Pos.\u00a00105 und ErlKN\u00a002.4 zu Pos.\u00a00105 handelt es sich &#8211;in \u00dcbereinstimmung mit Anlage\u00a02 zu \u00a7\u00a012 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 und 2 UStG&#8211; bei Hausgefl\u00fcgel nur um H\u00fchner, Enten, G\u00e4nse, Truth\u00fchner, Perlh\u00fchner. Andere lebende V\u00f6gel sind ausgenommen und geh\u00f6ren zu Pos.\u00a00106 (ErlHS\u00a010.1 zu Pos.\u00a00106).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_44\">44<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Die Pferdesehnen, Strau\u00dfenkniesehnen, Hirschsehnen und Strau\u00dfensehnen sind in die Pos.\u00a00210 KN (Unterpos.\u00a00210\u00a099\u00a085 KN) einzureihen, wenn sie genie\u00dfbar sind. Sofern sie nicht genie\u00dfbar sind, geh\u00f6ren sie in die Pos.\u00a00511 KN (Unterpos.\u00a00511\u00a099\u00a010 KN).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_45\">45<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Soweit das FG aus der ausdr\u00fccklichen Nennung von Sehnen in der Unterpos.\u00a00511\u00a099\u00a010 KN gefolgert hat, dass Sehnen nicht &#8220;genie\u00dfbar&#8221; sind und deshalb nicht von Kap.\u00a02 KN erfasst werden, liegt darin ein Versto\u00df gegen AV\u00a01 und 6. Nach der Systematik des Zolltarifs ist zuerst die einschl\u00e4gige Position zu suchen. Erst wenn diese ermittelt wurde, ist innerhalb der einschl\u00e4gigen Position die passende Unterposition zu ermitteln. Ein unmittelbarer Durchgriff auf eine bestimmte Unterposition ist unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_46\">46<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Dar\u00fcber hinaus richtet sich die Einreihung nach der eingangs dargestellten Rechtsprechung nach den objektiven Beschaffenheitsmerkmalen der Waren, die das FG nach \u00a7\u00a076 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 FGO festzustellen hat. Wie oben dargestellt, ist die Genie\u00dfbarkeit der Waren danach zu beurteilen, ob sie f\u00fcr den menschlichen Verzehr geeignet oder etwa verdorben und damit daf\u00fcr ungeeignet sind. Der Schluss, dass Sehnen aufgrund ihrer Nennung in der Unterpos.\u00a00511\u00a099\u00a010 KN immer ungenie\u00dfbar sind, wird dem nicht gerecht. Weiterhin f\u00fchrt allein das Trocknen nicht dazu, die Sehnen als ungenie\u00dfbar anzusehen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_47\">47<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Das FG wird im zweiten Rechtsgang festzustellen haben, ob die Pferde-, Strau\u00dfenknie-, Hirsch- und Strau\u00dfensehnen genie\u00dfbar sind oder nicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_48\">48<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der anschlie\u00dfend vorzunehmenden Tarifierung durch das FG steht nicht entgegen, dass der Kl\u00e4gerin f\u00fcr die Strau\u00dfensehnen und Strau\u00dfenm\u00e4gen unverbindliche Zolltarifausk\u00fcnfte f\u00fcr Umsatzsteuerzwecke (uvZTA) erteilt worden sind, in denen die Strau\u00dfensehnen in die Codenummer 0511\u00a099\u00a010\u00a000\u00a00 eingereiht worden sind. Das FG hat die Tarifierung selbst vorzunehmen und ist dabei an die mit der uvZTA vertretenen Tarifauffassung nicht gebunden (Senatsurteil vom 10.02.2009\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a016\/08, BFH\/NV 2009, 979, unter II.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_49\">49<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Werden die Tiersehnen von Pos.\u00a00210 KN erfasst, sind sie mit dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz zu besteuern. Im Fall einer Einreihung in Pos.\u00a00511 KN unterliegen sie dem Regelsteuersatz, da diese Position in Anlage\u00a02 nicht genannt ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_50\">50<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Ob die Verordnung (EG) Nr.\u00a01125\/2006 auf die Tiersehnen entsprechend angewandt werden kann, kann dahinstehen, da es jedenfalls auch nach Auffassung der Kommission f\u00fcr die Einreihung auf die Genie\u00dfbarkeit ankommt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_51\">51<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Sofern die Tiersehnen dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz unterliegen, ist die H\u00f6he der f\u00fcr das jeweilige Streitjahr festgesetzten Umsatzsteuer herabzusetzen. Ein Umsatzsteuerbescheid kann nicht hinsichtlich einzelner Ums\u00e4tze aufgehoben werden, da Streitgegenstand nicht das einzelne Besteuerungsmerkmal, sondern die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit des jeweiligen Steuerbescheids ist (vgl. BFH-Urteil vom 01.12.2010\u00a0&#8211; XI\u00a0R\u00a046\/08, BFHE 232, 232, BStBl II 2023, 269, Rz\u00a052, und BFH-Beschluss vom 19.11.2013\u00a0&#8211; XI\u00a0B\u00a09\/13, Rz\u00a03, jeweils m.w.N.).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_52\">52<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>9. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7\u00a0143 Abs.\u00a02 FGO.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-STRE202610057&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BFH_VII_R_19-24_STRE202610057.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Getrocknete und zerteilte Strau\u00dfenm\u00e4gen sind unabh\u00e4ngig von ihrer Genie\u00dfbarkeit in Pos. 0504 der Kombinierten Nomenklatur (KN) einzureihen. Sie unterliegen nicht dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz, weil Strau\u00dfe nach der Anlage 2 zu \u00a7 12 Abs. 2 Nr. 1 und 2 des Umsatzsteuergesetzes nicht als Hausgefl\u00fcgel gelten. 2. Pferdesehnen, Strau\u00dfenkniesehnen, Hirschsehnen und Strau\u00dfensehnen unterliegen dann dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz, wenn sie als genie\u00dfbare Schlachtnebenerzeugnisse angesprochen werden k\u00f6nnen. Sie sind genie\u00dfbar, wenn sie aufgrund ihrer objektiven Merkmale und Eigenschaften zur menschlichen Ern\u00e4hrung geeignet sind. 3. Aus der Nennung von Sehnen in Unterpos. 0511 99 10 KN ergibt sich nicht, dass Sehnen generell als ungenie\u00dfbar gelten.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_crdt_document":""},"kji_country":[7802],"kji_court":[8473],"kji_chamber":[9577],"kji_year":[7610],"kji_subject":[7646],"kji_keyword":[8215,8476,8017],"kji_language":[7805],"class_list":["post-565374","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundesfinanzhof","kji_chamber-7-senat","kji_year-7610","kji_subject-divers","kji_keyword-leitsatz","kji_keyword-senat","kji_keyword-urteil","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.5 (Yoast SEO v27.5) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>BFH 7. 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Pferdesehnen, Strau\u00dfenkniesehnen, Hirschsehnen und Strau\u00dfensehnen unterliegen dann dem erm\u00e4\u00dfigten Umsatzsteuersatz, wenn sie als genie\u00dfbare Schlachtnebenerzeugnisse angesprochen werden k\u00f6nnen. Sie sind genie\u00dfbar, wenn sie aufgrund ihrer objektiven Merkmale und Eigenschaften zur menschlichen Ern\u00e4hrung geeignet sind. 3. 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