{"id":567444,"date":"2026-04-15T11:10:53","date_gmt":"2026-04-15T09:10:53","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundessozialgericht-3-senat-urteil-2025-12-18-b-3-kr-16-24-r\/"},"modified":"2026-04-15T11:10:53","modified_gmt":"2026-04-15T09:10:53","slug":"bundessozialgericht-3-senat-urteil-2025-12-18-b-3-kr-16-24-r","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bundessozialgericht-3-senat-urteil-2025-12-18-b-3-kr-16-24-r\/","title":{"rendered":"Bundessozialgericht, 3. Senat, Urteil, 2025-12-18, B 3 KR 16\/24 R"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Auf die Revision des Kl\u00e4gers wird der Bescheid der Beklagten vom 9. Juni 2020 in Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 12. November 2021 aufgehoben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Im \u00dcbrigen wird die Revision zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger tr\u00e4gt die Kosten auch des Revisionsverfahrens.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Im Streit steht die H\u00f6he der Ausgleichszahlung f\u00fcr Leistungserbringer der Physiotherapie nach der COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung (COVID-19-VSt-SchutzV).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger ist ein seit 2013 zugelassener Heilmittelleistungserbringer und betreibt eine physiotherapeutische Praxis. Auf seinen Antrag zahlte die Beklagte dem Kl\u00e4ger am 9.6.2020 auf der Grundlage der vom GKV-Spitzenverband \u00fcbermittelten Daten 7123,06 Euro. Seinen Widerspruch mit dem Ziel einer h\u00f6heren Ausgleichszahlung auf der Grundlage der im vierten Quartal 2019 erbrachten Leistungen wies die Beklagte zur\u00fcck <em>(Widerspruchsbescheid vom 12.11.2021)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das SG hat die Klage auf eine weitere Ausgleichszahlung von 4453,34 Euro abgewiesen <em>(Gerichtsbescheid vom 4.7.2023)<\/em>. Das LSG hat die Berufung zur\u00fcckgewiesen: Der Kl\u00e4ger habe keinen Anspruch auf eine h\u00f6here Ausgleichszahlung. Zutreffend habe die Beklagte als allein ma\u00dfgeblich die dem GKV-Spitzenverband nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V vorliegenden Daten f\u00fcr das vierte Quartal 2019 zugrunde gelegt. Auf die tats\u00e4chlichen Ums\u00e4tze des Kl\u00e4gers in diesem Quartal komme es nicht an. Die mit der Verordnung gew\u00e4hlte Typisierung versto\u00dfe nicht gegen h\u00f6herrangiges Recht <em>(Urteil vom 22.7.2024)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit seiner vom Senat zugelassenen Revision r\u00fcgt der Kl\u00e4ger die Verletzung materiellen Rechts. Das typisierende Abstellen auf die Daten nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V verletze ihn in seinem Grundrecht aus Art 3 Abs 1 GG. Der R\u00fcckgriff auf diese nicht \u00fcberpr\u00fcfbaren Daten verletze ihn auch in seinem Grundrecht aus Art 19 Abs 4 GG. Im Wege einer verfassungskonformen Auslegung sei auf die tats\u00e4chliche Leistungserbringung im vierten Quartal 2019 abzustellen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Der Kl\u00e4ger beantragt,<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">das Urteil des Bayerischen Landessozialgerichts vom 22. Juli 2024 und den Gerichtsbescheid des Sozialgerichts N\u00fcrnberg vom 4. Juli 2023 aufzuheben sowie den Bescheid der Beklagten vom 9. Juni 2020 in Gestalt des Widerspruchsbescheids vom 12. November 2021 zu \u00e4ndern und die Beklagte zu verurteilen, ihm weitere 4435,34 Euro nebst Zinsen in H\u00f6he von f\u00fcnf Prozentpunkten \u00fcber dem Basiszinssatz j\u00e4hrlich ab Rechtsh\u00e4ngigkeit zu zahlen.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Die Beklagte verteidigt die angegriffene Entscheidung und beantragt,<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die zul\u00e4ssige Revision ist \u00fcberwiegend unbegr\u00fcndet <em>(\u00a7 170 Abs 1 Satz 1, Abs 2 Satz 1 SGG)<\/em>. Zutreffend haben die Vorinstanzen einen Anspruch des Kl\u00e4gers auf eine h\u00f6here Ausgleichszahlung abgelehnt. Zu Recht sind f\u00fcr deren Berechnung nach der COVID-19-VSt-SchutzV allein die dem GKV-Spitzenverband nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V vorliegenden Daten f\u00fcr das vierte Quartal 2019 zugrunde gelegt worden. Begr\u00fcndet ist die Revision nur insoweit, als die Formalverwaltungsakte der Beklagten \u00fcber die Ausgleichszahlungen mangels Verwaltungsaktbefugnis aufzuheben waren.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Streitgegenstand des Revisionsverfahrens sind die vorinstanzlichen Entscheidungen sowie die Bescheide der beklagten Arbeitsgemeinschaft Heilmittelzulassung, mit denen die Vorinstanzen und die Beklagte das Begehren des Kl\u00e4gers auf eine h\u00f6here Ausgleichszahlung abgelehnt haben. Hiergegen wendet sich der Kl\u00e4ger mit einer Anfechtungsklage gegen die ergangenen Bescheide und in objektiver Klageh\u00e4ufung verbunden mit einer Leistungsklage auf eine h\u00f6here Ausgleichszahlung <em>(\u00a7 54 Abs 1 Satz 1, Abs 5 SGG)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Rechtsgrundlage f\u00fcr die Ausgleichszahlung ist \u00a7 2 COVID-19-VSt-SchutzV. Grundlage dieser Verordnungsregelung ist die Rechtsverordnungserm\u00e4chtigung in \u00a7 5 Abs 2 Nr 7 Buchst a IfSG <em>(idF des Gesetzes zum Schutz der Bev\u00f6lkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite vom 27.3.2020, BGBl I 587)<\/em>. Danach wird das Bundesministerium f\u00fcr Gesundheit im Rahmen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite unbeschadet der Befugnisse der L\u00e4nder erm\u00e4chtigt, durch Rechtsverordnung ohne Zustimmung des Bundesrates Ma\u00dfnahmen zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung in ambulanten Praxen, Apotheken, Krankenh\u00e4usern, Laboren, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen und in sonstigen Gesundheitseinrichtungen in Abweichung von bestehenden gesetzlichen Vorgaben vorzusehen und insbesondere untergesetzliche Richtlinien, Regelungen, Vereinbarungen und Beschl\u00fcsse der Selbstverwaltungspartner nach dem SGB V und nach Gesetzen, auf die im SGB V Bezug genommen wird, anzupassen, zu erg\u00e4nzen oder auszusetzen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Gest\u00fctzt ua auf diese Erm\u00e4chtigungsgrundlage ist die inzwischen wieder au\u00dfer Kraft getretene Verordnung zum Ausgleich COVID-19 bedingter finanzieller Belastungen der Zahn\u00e4rztinnen und Zahn\u00e4rzte, der Heilmittelerbringer und der Einrichtungen des M\u00fcttergenesungswerks oder gleichartigen Einrichtungen sowie zur Pflegehilfsmittelversorgung <em>(COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung &#8211; COVID-19-VSt-SchutzV vom 30.4.2020, in Kraft getreten am 5.5.2020, BAnz AT 4.5.2020 V1)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\u00a7 2 COVID-19-VSt-SchutzV regelt Ausgleichszahlungen an Heilmittelerbringer. Danach erhalten nach \u00a7 124 Abs 2 iVm Abs 1 SGB V zugelassene Leistungserbringer f\u00fcr den Zeitraum vom 1.4. bis 30.6.2020 auf Antrag eine Ausgleichszahlung f\u00fcr die Ausf\u00e4lle der Einnahmen, die ihnen aufgrund eines Behandlungsr\u00fcckgangs infolge der COVID-19-Epidemie entstehen, sofern die Zulassung des Leistungserbringers zum Zeitpunkt der Antragstellung nach Abs 3 besteht <em>(Abs 1)<\/em>. Die Ausgleichszahlung wird als Einmalzahlung gew\u00e4hrt <em>(Abs 2 Satz 1)<\/em>. Sie betr\u00e4gt f\u00fcr einen Leistungserbringer, der &#8211; wie hier &#8211; bis zum 30.9.2019 zugelassen worden ist, 40 % der Verg\u00fctung, die der Leistungserbringer im vierten Quartal 2019 f\u00fcr Heilmittel iS des \u00a7 32 Abs 1 SGB V gegen\u00fcber den Krankenkassen abgerechnet hat, einschlie\u00dflich der von den Versicherten geleisteten Zuzahlung <em>(Abs 2 Satz 2 Nr 1)<\/em>. Eine Anrechnung finanzieller Hilfen aufgrund anderer Anspruchsgrundlagen erfolgt nicht <em>(Abs 2 Satz 3)<\/em>. Der Antrag auf Gew\u00e4hrung der Ausgleichszahlung ist von dem Leistungserbringer bei der f\u00fcr ihn zust\u00e4ndigen Arbeitsgemeinschaft nach \u00a7 124 Abs 2 Satz 1 SGB V zu stellen und kann nur in dem Zeitraum vom 20.5. bis 30.6.2020 gestellt werden <em>(Abs 3 Satz 1 und 2)<\/em>. F\u00fcr die Berechnung der Ausgleichszahlungen nach Abs 2 Satz 2 Nr 1 sind die dem GKV-Spitzenverband nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V vorliegenden Daten f\u00fcr das vierte Quartal 2019 zugrunde zu legen <em>(Abs 4 Satz 1)<\/em>. Der GKV-Spitzenverband fasst die f\u00fcr die Berechnung der Ausgleichszahlung erforderlichen Daten leistungserbringerbezogen zusammen und \u00fcbermittelt diese Daten bis 19.5.2020 an die jeweils zust\u00e4ndige Arbeitsgemeinschaft <em>(Abs 4 Satz 2)<\/em>. Gezahlt werden die Ausgleichszahlungen aus der Liquidit\u00e4tsreserve des Gesundheitsfonds <em>(Abs 6 Satz 2)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. \u00dcber den Anspruch auf und die H\u00f6he von beantragten Ausgleichszahlungen nach \u00a7 2 COVID-19-VSt-SchutzV war von der Beklagten nicht durch Verwaltungsakt zu entscheiden. Anders als f\u00fcr die Entscheidungen \u00fcber die Zulassung von Heilmittelleistungserbringern <em>(\u00a7 124 Abs 2 Satz 2 SGB V)<\/em> und die Abrechnungserlaubnis f\u00fcr die Durchf\u00fchrung von besonderen Ma\u00dfnahmen der Physiotherapie <em>(\u00a7 124 Abs 2a Satz 3 SGB V)<\/em> ist hierf\u00fcr eine Verwaltungsaktbefugnis weder in der Verordnung noch ihrer gesetzlichen Erm\u00e4chtigungsgrundlage geregelt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Sie ergibt sich hier auch nicht aus allgemeinen Erw\u00e4gungen. Die Pr\u00fcfung eines Anspruchs auf Ausgleichszahlung und dessen Berechnung, jeweils auf der Grundlage der vom GKV-Spitzenverband \u00fcbermittelten Daten, sowie ggf die Anweisung der Zahlung erfolgten durch die Beklagte im f\u00fcr das Leistungserbringungsrecht der gesetzlichen Krankenversicherung typischen Gleichordnungsverh\u00e4ltnis zum antragstellenden Leistungserbringer. Eine hoheitliche Regelung der Beklagten liegt weder einer Zahlung noch ggf einer Nichtzahlung in Umsetzung der ihr vom GKV-Spitzenverband \u00fcbermittelten Daten zugrunde, vielmehr handelte sie insoweit lediglich nach Pr\u00fcfung als eine Zahlstelle <em>(vgl so bereits zur Auszahlung des Sicherstellungszuschlags an Hebammen BSG vom 22.2.2023 &#8211; B 3 KR 13\/21 R &#8211; BSGE 135, 260 = SozR 4-2500 \u00a7 134a Nr 1, RdNr 12 ff; aA &#8211; vor der zitierten Entscheidung des Senats &#8211; Bockholdt in Schlegel\/Me\u00dfling\/Bockholdt, COVID-19-Corona-Gesetzgebung &#8211; Gesundheit und Soziales, 2. Aufl 2024, \u00a7 13 RdNr 28)<\/em>. Eine einseitig regelnde Verwaltungsentscheidung wie etwa bei an weitere Voraussetzungen gekn\u00fcpften wirtschaftlichen Subventionen war hier nach dem Verordnungskonzept ersichtlich nicht zu treffen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Auf die danach statthafte isolierte Anfechtungsklage, die der Sache nach <em>(\u00a7 123 SGG)<\/em> in der erhobenen kombinierten Anfechtungs- und Leistungsklage <em>(\u00a7 54 Abs 1 Satz 1, Abs 4 SGG)<\/em> von Beginn an enthalten war und die sich gegen die von der Beklagten als Verwaltungsakt angesehene Zahlung und ihren Widerspruchsbescheid richtet, unterliegen diese mangels hierf\u00fcr der Beklagten einger\u00e4umter Verwaltungsaktbefugnis als Formalverwaltungsakte der Aufhebung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Ohne Erfolg bleibt die danach statthafte echte Leistungsklage auf eine h\u00f6here Ausgleichszahlung. Im Streit steht zwischen den Beteiligten insoweit zu Recht allein, ob hier f\u00fcr die Berechnung der Ausgleichszahlung statt der dem GKV-Spitzenverband nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V vorliegenden Daten f\u00fcr das vierte Quartal 2019 die erbrachten Leistungen im vierten Quartal 2019 zugrunde zu legen sind. Ein Anspruch hierauf kann nicht auf \u00a7 2 COVID-19-VSt-SchutzV gest\u00fctzt werden <em>(dazu 5.)<\/em>. Eine verfassungskonforme Auslegung dieser Regelung, aus der sich ein Anspruch auf eine h\u00f6here Ausgleichszahlung zu ergeben verm\u00f6chte, ist nicht veranlasst <em>(dazu 6.)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>5. Nach \u00a7 2 Abs 4 Satz 1 COVID-19-VSt-SchutzV sind f\u00fcr die Berechnung der Ausgleichszahlungen f\u00fcr Leistungserbringer, die &#8211; wie hier &#8211; bis 30.9.2019 zugelassen worden sind, ausschlie\u00dflich die dem GKV-Spitzenverband nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V vorliegenden Daten zugrunde zu legen. Nach dem Wortlaut der Regelung ist damit Bezug genommen auf die zur Feststellung der aktuellen Entwicklung des tats\u00e4chlichen Ausgabevolumens erfassten abgerechneten Leistungen vor Durchf\u00fchrung der Abrechnungspr\u00fcfung (Controlling durch Schnellinformationen der Informationstechnischen Servicestelle der Gesetzlichen Krankenversicherung &lt;ITSG&gt; im GKV-Heilmittel-Informations-System &lt;GKV-HIS&gt;).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Der Bezug ausschlie\u00dflich auf diese bei Inkrafttreten der Verordnung bereits vorliegenden Daten stimmt \u00fcberein mit dem Sinn und Zweck der Verordnung. Ausgehend von der Rechtsverordnungserm\u00e4chtigung im IfSG sah die Verordnung Ma\u00dfnahmen zur Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung auch in sonstigen Gesundheitseinrichtungen vor, zu denen ua physiotherapeutische Praxen z\u00e4hlen. Aus dem Ziel der Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung im Rahmen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite l\u00e4sst sich ableiten, dass entsprechende Ma\u00dfnahmen vorrangig diesem gesundheitspolitischen Ziel und nicht einem einzelfallgerechten Ausgleich epidemiebedingter finanzieller Belastungen f\u00fcr Leistungserbringer zu dienen hatten. Gesch\u00fctzt werden sollten allererst die Versorgungsstrukturen; zur Erreichung dieses Zwecks sollten finanzielle Belastungen auch der Heilmittelerbringer pauschal zeitnah ausgeglichen werden, ohne dass es auf den Nachweis von finanziellen Belastungen im Einzelfall ankam. Dies ordnete sich ein in das Gesamtkonzept der Gesetzgebung w\u00e4hrend der COVID-19-Epidemie, ein funktionsf\u00e4higes Gesundheitssystem bundesweit aufrechtzuerhalten und sicherzustellen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Diese Zielvorgaben sind leitend f\u00fcr die Auslegung auch des \u00a7 2 COVID-19-VSt-SchutzV. Dass der Berechnung der pauschalen einmaligen Ausgleichszahlung f\u00fcr Leistungserbringer, die bis 30.9.2019 zugelassen worden sind, ohne R\u00fccksicht auf das Vorliegen von Einnahmeausf\u00e4llen allein die dem GKV-Spitzenverband nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V vorliegenden Daten f\u00fcr das vierte Quartal 2019 zugrunde zu legen waren, steht danach mit der Rechtsverordnungserm\u00e4chtigung wie dem Sinn und Zweck der Verordnung insgesamt in Einklang.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) In systematischer Hinsicht ergibt sich der Bezug ausschlie\u00dflich auf diese bei Inkrafttreten der Verordnung bereits vorliegenden Daten aus den weiteren Regelungen des \u00a7 2 COVID-19-VSt-SchutzV zur zeitnahen Berechnung und Anweisung der pauschalen Ausgleichszahlungen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Dass der Verordnungsgeber in einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite dies f\u00fcr eilbed\u00fcrftig hielt, illustrieren weitere Regelungen des \u00a7 2 COVID-19-VSt-SchutzV: Heilmittelleistungserbringer erhielten aufgrund der am 5.5.2020 in Kraft getretenen Verordnung f\u00fcr den Zeitraum vom 1.4. bis 30.6.2020 eine Einmalausgleichszahlung f\u00fcr Einnahmeausf\u00e4lle aufgrund eines COVID-19 bedingten Behandlungsr\u00fcckgangs <em>(\u00a7 2 Abs 1 COVID-19-VSt-SchutzV)<\/em>, hatten aber in diesem Zeitraum konkret entstandene Einnahmeausf\u00e4lle als eine Anspruchsvoraussetzung nicht nachzuweisen. Vielmehr bedurfte es lediglich einer Antragstellung im Zeitraum vom 20.5. bis 30.6.2020 <em>(\u00a7 2 Abs 3 Satz 2 COVID-19-VSt-SchutzV)<\/em>. Bereits bis 11.5.2020 hatte der GKV-Spitzenverband ua den Arbeitsgemeinschaften die voraussichtliche Summe der Ausgleichszahlungen f\u00fcr das jeweilige Bundesland auf Grundlage der Daten nach Abs 4 Satz 1 zu \u00fcbermitteln <em>(\u00a7 2 Abs 5 COVID-19-VSt-SchutzV)<\/em>. Bis 15.5.2020 hatte der GKV-Spitzenverband das N\u00e4here zum Antragsverfahren und zur Anweisung der Ausgleichszahlung zu bestimmen <em>(\u00a7 2 Abs 3 Satz 4 COVID-19-VSt-SchutzV)<\/em>. Bis 19.5.2020 hatte der GKV-Spitzenverband die f\u00fcr die Berechnung der Ausgleichszahlung erforderlichen Daten leistungserbringerbezogen zusammenzufassen und an die jeweils zust\u00e4ndige Arbeitsgemeinschaft zu \u00fcbermitteln <em>(\u00a7 2 Abs 4 Satz 2 COVID-19-VSt-SchutzV)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>In diese durch die Verordnung vorgesehenen Abl\u00e4ufe ordnet sich die Zugrundelegung allein der dem GKV-Spitzenverband nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V vorliegenden Daten f\u00fcr das vierte Quartal 2019 in \u00a7 2 Abs 4 Satz 1 COVID-19-VSt-SchutzV ein. Bei Ber\u00fccksichtigung anderer Daten, wie die der tats\u00e4chlich im vierten Quartal 2019 von den Heilmittelerbringern erbrachten Leistungen oder der mit den Krankenkassen abgerechneten Verg\u00fctung, die bei Inkrafttreten der Verordnung noch nicht dem GKV-Spitzenverband vorlagen, h\u00e4tten Ausgleichszahlungen nicht wie in der von der Verordnung vorgesehenen Weise zeitnah erbracht werden k\u00f6nnen. Der Verordnungsgeber hat sich mit seiner Verordnung gewordenen Konzeption von dem noch aus dem Referentenentwurf vom 16.4.2020 ersichtlichen Vorhaben gel\u00f6st, wonach f\u00fcr die Berechnung der Ausgleichszahlung diejenige Verg\u00fctung zugrunde gelegt werden sollte, die der Leistungserbringer im vierten Quartal 2019 gegen\u00fcber den Krankenkassen abgerechnet hatte, und nur f\u00fcr die Ermittlung der Summe der Ausgleichszahlungen f\u00fcr das jeweilige Bundesland, die der GKV-Spitzenverband den Arbeitsgemeinschaften vorab zu \u00fcbermitteln hatte, auf die dem GKV-Spitzenverband nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V vorliegenden Daten Bezug genommen wurde <em>(Referentenentwurf des Bundesministeriums f\u00fcr Gesundheit, Bearbeitungsstand 16.4.2020, 16:16 Uhr, <a href=\"http:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/service\/gesetze-und-verordnungen\/detail\/covid-19-versorgungsstrukturen-schutzverordnung\" rel=\"nofollow\">http:\/\/www.bundesgesundheitsministerium.de\/service\/gesetze-und-verordnungen\/detail\/covid-19-versorgungsstrukturen-schutzverordnung<\/a>; aufgerufen am 27.12.2025)<\/em>. Auch dies illustriert die vom Verordnungsgeber gesehene Eilbed\u00fcrftigkeit der Ausgleichszahlung, der zu gen\u00fcgen durch die Zugrundelegung allein der nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V vorliegenden Daten f\u00fcr das vierte Quartal 2019 sichergestellt war. Entsprechend erhielt auch der Kl\u00e4ger auf seinen Antrag vom 31.5.2020 bereits am 9.6.2020 die Ausgleichszahlung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>6. Verfassungsrecht steht dem nicht entgegen. Zu einer &#8211; vom Kl\u00e4ger f\u00fcr erforderlich gehaltenen &#8211; verfassungskonformen Auslegung des \u00a7 2 COVID-19-VSt-SchutzV besteht kein Anlass. In einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite zum effektiven Schutz von Strukturen der Gesundheitsversorgung durch Geldleistungen insbesondere auf typisierende und pauschalierende Regelungen zur\u00fcckzugreifen, steht mit Verfassungsrecht in Einklang.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Eine unzul\u00e4ssige, gegen Art 3 Abs 1 GG versto\u00dfende Typisierung liegt nicht darin, dass f\u00fcr alle Leistungserbringer, die bis zum 30.9.2019 zugelassen worden sind, die dem GKV-Spitzenverband nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V vorliegenden Daten f\u00fcr das vierte Quartal 2019 \u00fcber abgerechnete Leistungen zugrunde zu legen waren <em>(vgl zu Wirkungen des Art 3 Abs 1 GG im Zusammenhang mit dem Leistungserbringungsrecht der gesetzlichen Krankenversicherung zuletzt BVerfG 7.5.2025 &#8211; 1 BvR 1507\/23 ua &#8211; juris RdNr 63 ff, 108 ff)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Verordnungsgeber der COVID-19-VSt-SchutzV durfte typisierend davon ausgehen, dass vor dem vierten Quartal 2019 zugelassene Leistungserbringer in diesem Quartal Leistungen abrechnen konnten, und allein hieran ankn\u00fcpfen. Er war in der bei Verordnungserlass bestehenden epidemischen Lage von nationaler Tragweite weder verpflichtet, f\u00fcr die Berechnung der insoweit f\u00fcr alle diese Leistungserbringer gleichen pauschalen zeitnahen Ausgleichszahlungen auf die jeweils tats\u00e4chlich erbrachten Leistungen im vierten Quartal 2019 abzustellen noch f\u00fcr die Berechnung zwischen den Leistungserbringern nach ihrer jeweiligen unterschiedlichen Abrechnungspraxis gegen\u00fcber den Krankenkassen zu differenzieren (etwa nach Abrechnungsterminen oder der Nutzung von Rechenzentren). Dies w\u00e4re mit Blick auf den besonderen Verordnungszweck des Schutzes von Strukturen der Gesundheitsversorgung in einer solchen Lage weder effektiv noch sachgerecht gewesen <em>(vgl zum \u00fcberragend wichtigen Gemeinwohlbelang der Aufrechterhaltung eines bundesweit funktionsf\u00e4higen Gesundheitssystems nur BVerfG vom 19.11.2021 &#8211; 1 BvR 781\/21 ua &#8211; BVerfGE 159, 223, RdNr 174 ff &lt;Bundesnotbremse I&gt;)<\/em>. Die Ankn\u00fcpfung an die bei Inkrafttreten der Verordnung dem GKV-Spitzenverband bereits vorliegenden Daten eines vergangenen Quartals, die mit dem zeitnahen Controlling des Ausgabevolumens f\u00fcr Heilmittelleistungen auf Grundlage ungepr\u00fcfter Abrechnungsdatens\u00e4tze der Leistungserbringer (Schnellinformationen) zu einem anderen Zweck als der Berechnung der Ausgleichszahlungen erhoben worden waren, war vielmehr in besonderer Weise geeignet, die H\u00f6he der Ausgleichszahlungen ohne weiteren Verwaltungsaufwand z\u00fcgig zu berechnen und die Zahlungen anzuweisen. Sie h\u00e4lt sich im weiten Gestaltungsspielraum des Gesetz- und Verordnungsgebers bei einem intendierten zeitnahen Schutz von notwendigen Versorgungsstrukturen im Gesundheitswesen vor epidemiebedingten Gef\u00e4hrdungen, die bei Normerlass die Sicherstellung der Versorgung auch \u00fcber die Epidemielage hinaus in Frage stellen konnten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Es verst\u00f6\u00dft zudem nicht gegen Art 19 Abs 4 GG, dass diese dem GKV-Spitzenverband vorliegenden und deshalb f\u00fcr die Berechnung der pauschalen zeitnahen Ausgleichszahlungen nach der COVID-19-VSt-SchutzV sofort verwertbaren Daten zugrunde gelegt worden waren, obgleich diese weder f\u00fcr die Beteiligten noch die Gerichte auf Richtigkeit und Vollst\u00e4ndigkeit mit Bezug auf im vierten Quartal 2019 tats\u00e4chlich erbrachte Leistungen oder abgerechnete Verg\u00fctung nachpr\u00fcfbar gewesen sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Entscheidend ist allein, dass diese zuvor dem GKV-Spitzenverband von den Krankenkassen \u00fcbermittelten sowie von ihm weiterverarbeiteten Daten bei Inkrafttreten der Verordnung am 5.5.2020 vorgelegen haben und von ihm f\u00fcr den Zweck der Verordnung erneut leistungserbringerbezogen weiterverarbeitet sowie an die jeweils zust\u00e4ndige Arbeitsgemeinschaft \u00fcbermittelt werden konnten. Der Verordnungszweck, der im Schutz der Versorgungsstrukturen w\u00e4hrend einer &#8211; hinsichtlich ihrer weiteren Entwicklung ungewissen &#8211; Epidemielage liegt und vom einzelnen Leistungserbringer abstrahiert, erforderte weder einen Abgleich der f\u00fcr das vierte Quartal 2019 vorliegenden Daten nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V mit den tats\u00e4chlich erbrachten Leistungen noch mit der abgerechneten Verg\u00fctung in diesem Quartal, um die pauschale zeitnahe Ausgleichszahlung gest\u00fctzt auf die vorliegenden Daten berechnen zu k\u00f6nnen. Die der Berechnung dieser Ausgleichszahlung zugrunde zu legenden Daten beanspruchten entsprechend der Konzeption der Verordnung von vornherein nicht eine vollst\u00e4ndige Erfassung aller rechtm\u00e4\u00dfig erbrachten oder abgerechneten Leistungen im vierten Quartal 2019. Die Ausgleichszahlung unterliegt als allein epidemiebedingte, einmalige und zudem nicht r\u00fcckzahlbare pauschale zeitnahe F\u00f6rderleistung sowie als Element eines Gesamtkonzepts zum Schutz von notwendigen Strukturen der Gesundheitsversorgung, in dem viele unterschiedliche Belange abzuw\u00e4gen sind <em>(vgl zum Abstellen auf ein Gesamtschutzkonzept des Normgebers in einer epidemischen Lage insoweit auch BVerfG vom 19.11.2021 &#8211; 1 BvR 781\/21 ua &#8211; BVerfGE 159, 223, RdNr 290)<\/em>, weder den sonst geltenden Ma\u00dfst\u00e4ben f\u00fcr eine leistungsgerechte Verg\u00fctung f\u00fcr erbrachte Leistungen noch den Anforderungen an eine Entsch\u00e4digung f\u00fcr konkrete Einnahmeausf\u00e4lle oder an zweckgebundene wirtschaftliche Subventionen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass der Ausgleichszahlung der Beklagten an den Kl\u00e4ger hier nicht die allein ma\u00dfgeblichen, dem GKV-Spitzenverband vorgelegenen Daten nach \u00a7 84 Abs 7 iVm Abs 5 SGB V vollst\u00e4ndig zugrunde gelegen haben oder diese von vornherein unverwertbar gewesen sein k\u00f6nnten, sind nicht ersichtlich. Eine weitergehende einzelfallbezogene \u00dcberpr\u00fcfbarkeit dieser Daten in Abgleich zu anderen Leistungserbringungs- und Abrechnungsdaten war vor dem Hintergrund des vom Gesetz- und Verordnungsgeber verfolgten Schutzkonzepts verfassungsrechtlich nicht geboten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7 197a Abs 1 Satz 1 SGG iVm \u00a7 154 Abs 2 VwGO. Die Bildung einer Kostenquote war nicht veranlasst, weil der Kl\u00e4ger ungeachtet der Aufhebung der Formalverwaltungsakte der Beklagten mangels Verwaltungsaktbefugnis mit seinem zentralen Rechtsschutzziel einer h\u00f6heren Ausgleichszahlung unterlegen ist.\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KSRE158110118&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BSG_B_3_KR_16-24_R_KSRE158110118.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tenor Auf die Revision des Kl\u00e4gers wird der Bescheid der Beklagten vom 9. 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