{"id":613832,"date":"2026-04-20T00:26:19","date_gmt":"2026-04-19T22:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-13-zivilsenat-beschluss-2023-09-26-xiii-zb-65-21\/"},"modified":"2026-04-20T00:26:19","modified_gmt":"2026-04-19T22:26:19","slug":"bundesgerichtshof-13-zivilsenat-beschluss-2023-09-26-xiii-zb-65-21","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-13-zivilsenat-beschluss-2023-09-26-xiii-zb-65-21\/","title":{"rendered":"Bundesgerichtshof, 13. Zivilsenat, Beschluss, 2023-09-26, XIII ZB 65\/21"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Ein Auf- oder Wiederaufnahmeersuchen an einen anderen Staat unterbricht die Vier-Wochen-Frist des \u00a7 14 Abs. 3 Satz 3 AsylG mit der Folge, dass sie im Falle der Ablehnung des Ersuchens erneut zu laufen beginnt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Rechtsbeschwerde gegen den Beschluss der 6. Zivilkammer des Landgerichts Landshut vom 10. Dezember 2021 wird auf Kosten des Betroffenen zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Der Gegenstandswert des Rechtsbeschwerdeverfahrens betr\u00e4gt 5.000 \u20ac.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>I. Der Betroffene, ein tunesischer Staatsangeh\u00f6riger, reiste am 16. Oktober 2021 \u00fcber die Schweiz in die Bundesrepublik ein. Am Bahnhof Weiden in der Oberpfalz wurde er in polizeilichen Gewahrsam genommen. Das zun\u00e4chst befasste Amtsgericht ordnete am 18. Oktober 2021 im Wege der einstweiligen Anordnung die vorl\u00e4ufige Freiheitsentziehung des Betroffenen bis zum 29. Oktober 2021 an. Der Betroffene stellte am 19. Oktober 2021 aus der Haft heraus einen Asylantrag. Am 25. Oktober 2021 ordnete das nunmehr \u00f6rtlich zust\u00e4ndige Amtsgericht Haft zur Sicherung der Abschiebung des Betroffenen bis einschlie\u00dflich 15. November 2021 an.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge (fortan: Bundesamt) h\u00f6rte den Betroffenen am 3. November 2021 zu seinem Asylantrag an. Dabei gab der Betroffene an, ein Jahr in Nizza gelebt zu haben. Das Bundesamt richtete daraufhin am 10. November 2021 ein \u00dcbernahmeersuchen an Frankreich nach der Verordnung (EU) Nr. 604\/2013 (Dublin-III-Verordnung).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Auf Antrag der beteiligten Beh\u00f6rde vom 10. November 2021 verl\u00e4ngerte das Amtsgericht mit Beschluss vom 12. November 2021 die angeordnete Sicherungshaft des Betroffenen bis zum 17. Dezember 2021.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit Schreiben vom 21. November 2021, eingegangen am 24. November 2021, lehnte Frankreich die \u00dcbernahme des Betroffenen ab. Mit dem Betroffenen am 2. Dezember 2021 zugestellten Bescheid vom 30. November 2021 lehnte das Bundesamt den Asylantrag als offensichtlich unbegr\u00fcndet ab. Am 15. Dezember 2021 ist er nach Tunesien abgeschoben worden. Seine gegen die Verl\u00e4ngerung der Sicherungshaft gerichtete Beschwerde hat das Landgericht mit Beschluss vom 10. Dezember 2021 zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit der Rechtsbeschwerde begehrt der Betroffene die Feststellung, durch die Verl\u00e4ngerung der Sicherungshaft in seinen Rechten verletzt worden zu sein.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>II. Die zul\u00e4ssige Rechtsbeschwerde ist unbegr\u00fcndet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Das Beschwerdegericht hat zur Begr\u00fcndung seiner Entscheidung ausgef\u00fchrt, der Haftanordnung habe ein zul\u00e4ssiger Antrag der zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rde zugrunde gelegen. Es sei der Haftgrund der Fluchtgefahr, \u00a7 62 Abs. 3 Nr. 1 AufenthG, gegeben. Der Aufrechterhaltung der Haft habe nicht der Vier-Wochen-Zeitraum nach \u00a7 14 Abs. 3 Satz 3 AsylG entgegengestanden. Da das Bundesamt im Rahmen des Dublin-Verfahrens ein \u00dcbernahmeersuchen an Frankreich gestellt habe, k\u00f6nne die Haft ohne R\u00fccksicht auf den Asylantrag und die Dauer des Verfahrensgangs \u00fcber diesen Zeitraum hinaus fortgesetzt werden. Frankreich habe am 21. November 2021 die R\u00fcck\u00fcbernahme abgelehnt. Erst ab diesem Zeitpunkt sei die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Sachbearbeitung des Asylantrags auf Deutschland \u00fcbergegangen. Mit der Ablehnung habe die 4-Wochen-Frist erneut zu laufen begonnen. Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass das Ersuchen nur vorgeschoben gewesen sei, best\u00fcnden nicht. Im \u00dcbrigen seien Fragen bez\u00fcglich des Wiederaufnahmeersuchens nicht von der Pr\u00fcfkompetenz der Haftgerichte umfasst. Es liege auch kein Versto\u00df gegen den Beschleunigungsgrundsatz vor. Tunesien akzeptiere nur R\u00fcckf\u00fchrungen mittels Charterflug. Das h\u00e4tten eigene Ermittlungen ergeben. Eine fr\u00fchere R\u00fcckf\u00fchrung mit einem Linienflug scheide daher aus.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Diese Beurteilung h\u00e4lt rechtlicher \u00dcberpr\u00fcfung stand.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Der Haftverl\u00e4ngerungsantrag der beteiligten Beh\u00f6rde vom 10. November 2021 war nach \u00a7 417 Abs. 1 FamFG zul\u00e4ssig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Dem steht nicht entgegen, dass das Beschwerdegericht in Aus\u00fcbung seiner Amtsermittlungspflicht (\u00a7 26 FamFG) weitere Erkl\u00e4rungen von der beteiligten Beh\u00f6rde zum Stand der Identifizierung des Betroffenen durch die tunesischen Beh\u00f6rden, zum Erfordernis einer gesicherten R\u00fcckf\u00fchrung und zu der M\u00f6glichkeit einer fr\u00fcheren R\u00fcckf\u00fchrung durch einen Linienflug eingeholt hat. Der Haftantrag gen\u00fcgt den Anforderungen des \u00a7 417 Abs. 2 Satz 2 FamFG bereits dann, wenn die beteiligte Beh\u00f6rde zu den anzusprechenden Gesichtspunkten nachvollziehbar so vortr\u00e4gt, dass der Haftrichter konkrete Nachfragen stellen kann (vgl. BGH, Beschl\u00fcsse vom 19. Oktober 2020 &#8211; XIII ZB 43\/19, juris Rn. 17; vom 15. Dezember 2020 &#8211; XIII ZB 93\/19, juris Rn. 10). Diesem Ma\u00dfstab entsprachen die Angaben des Antrags.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Ohne Erfolg r\u00fcgt die Rechtsbeschwerde, das Beschwerdegericht habe es vers\u00e4umt, den Betroffenen erneut pers\u00f6nlich anzuh\u00f6ren, obwohl die Voraussetzungen des \u00a7 68 Abs. 3 Satz 2 FamFG nicht gegeben gewesen seien.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>M\u00e4ngel des Haftantrags k\u00f6nnen mit Wirkung f\u00fcr die Zukunft behoben werden, indem die Beh\u00f6rde von sich aus oder auf richterlichen Hinweis ihre Darlegungen erg\u00e4nzt und dadurch L\u00fccken in ihrem Haftantrag schlie\u00dft. Zwingende weitere Voraussetzung f\u00fcr eine rechtm\u00e4\u00dfige Haftanordnung ist in einem solchen Fall, dass der Betroffene zu den erg\u00e4nzenden Angaben pers\u00f6nlich angeh\u00f6rt wird (st. Rspr.; vgl. nur BGH, Beschl\u00fcsse vom 12. Februar 2020 &#8211; XIII ZB 38\/19, juris Rn. 13; vom 14. Juli 2020 &#8211; XIII ZB 74\/19, juris Rn. 12, jeweils mwN). Das erfordert die nach Art. 104 Abs. 1 Satz 1 GG zu beachtende Verfahrensvorschrift des \u00a7 420 Abs. 1 Satz 1 FamFG, wonach der Betroffene vor der Anordnung der Freiheitsentziehung pers\u00f6nlich anzuh\u00f6ren ist, weil er mangels zul\u00e4ssigen Haftantrags zuvor keine Gelegenheit hatte, zu den Grundlagen der gegen ihn verh\u00e4ngten Freiheitsentziehung pers\u00f6nlich Stellung zu nehmen (vgl. BGH, Beschluss vom 27. Oktober 2011 &#8211; V ZB 284\/10, juris Rn. 9).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Vorliegend bestanden keine M\u00e4ngel, die den Haftverl\u00e4ngerungsantrag unzul\u00e4ssig machten. Vielmehr enthielt der Haftverl\u00e4ngerungsantrag bereits Angaben zur Bearbeitungsfrist des Identifizierungsverfahrens und zu der Erforderlichkeit einer R\u00fcckf\u00fchrung mittels gesicherten Charterflugs. Zu dem diese Angaben umfassenden Antrag ist der Betroffene vom Ausgangsgericht pers\u00f6nlich angeh\u00f6rt worden. Das Beschwerdegericht hat zu den genannten Punkten mit Schreiben vom 7. Dezember 2020 lediglich erg\u00e4nzende Ausk\u00fcnfte eingeholt, die von der Bundespolizeiinspektion mit Schreiben vom gleichen Tage beantwortet wurden. Die Kammervorsitzende hat au\u00dferdem am 8. Dezember 2021 mit der Beh\u00f6rde ein Telefongespr\u00e4ch gef\u00fchrt. Den \u00fcber das Gespr\u00e4ch gefertigten Vermerk sowie die Stellungnahme der Bundespolizei hat sie der Prozessbevollm\u00e4chtigten des Betroffenen zur Stellungnahme \u00fcbermittelt. Bei dieser Sachlage bedurfte es keiner erneuten pers\u00f6nlichen Anh\u00f6rung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Der Verl\u00e4ngerung der Haft bis zum 17. Dezember 2021 stehen auch nicht der Asylantrag des Betroffenen und der Ablauf der Vier-Wochen-Frist nach \u00a7 14 Abs. 3 Satz 3 AsylG entgegen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Sicherungshaft darf grunds\u00e4tzlich nicht angeordnet oder aufrechterhalten werden, wenn der Ausl\u00e4nder bei oder nach seiner Einreise erstmals um Asyl nachsucht, weil ihm dann der Aufenthalt im Bundesgebiet zur Durchf\u00fchrung des Asylverfahrens gestattet ist (\u00a7 55 Abs. 1 Satz 1 und 3 AsylG). Etwas anderes gilt jedoch nach \u00a7 14 Abs. 3 Satz 1 AsylG, wenn der Asylantrag aus der Haft heraus gestellt wird. Die Aufenthaltsgestattung steht dann der Aufrechterhaltung der Haft w\u00e4hrend der Pr\u00fcfung des Asylantrags grunds\u00e4tzlich nicht entgegen. Mit dieser Regelung m\u00f6chte der Gesetzgeber verhindern, dass Betroffene nach Anordnung von Haft zur Sicherung ihrer Abschiebung aus rein taktischen Erw\u00e4gungen und damit rechtsmissbr\u00e4uchlich einen Asylantrag stellen, so die sachlich nicht gerechtfertigte Aufhebung der Haft erreichen und sich dann dem Zugriff der Beh\u00f6rden entziehen. Er hat sich daher entschlossen, die Gestattungswirkung eines aus der (Abschiebungs-)Haft gestellten Asylantrags generell hinauszuschieben und in den in \u00a7 14 Abs. 3 Satz 3 Halbsatz 2 AsylG genannten Fallgruppen gar nicht eintreten zu lassen (BGH, Beschluss vom 6. Oktober 2020 &#8211; XIII ZB 115\/19, InfAuslR 2021, 119 Rn. 14, 15 mwN).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Die Haft endet grunds\u00e4tzlich mit Zustellung des Bescheids, wenn das Bundesamt den Asylantrag als &#8220;einfach&#8221; unzul\u00e4ssig oder unbegr\u00fcndet ablehnt oder ihm zumindest teilweise stattgibt. Sie endet unabh\u00e4ngig davon sp\u00e4testens vier Wochen nach Eingang des Asylantrags beim Bundesamt (\u00a7 14 Abs. 3 Satz 3 Halbsatz 1 AsylG). Denn der Umstand, dass die Bearbeitung des Asylantrags l\u00e4ngere Zeit in Anspruch nimmt, soll dem Betroffenen nicht angelastet werden (Entwurf eines Gesetzes zur \u00c4nderung straf-, ausl\u00e4nder- und asylverfahrensrechtlicher Vorschriften vom 18. Juni 1996, BT-Drucks. 13\/4948 S. 11). Eine (R\u00fcck-)Ausnahme gilt, wenn ein Auf- oder Wiederaufnahmeersuchen an einen anderen Staat gerichtet wurde (\u00a7 14 Abs. 3 Satz 3 Halbsatz 2, 1. Alt. AsylG) oder der Asylantrag als unzul\u00e4ssig nach \u00a7 29 Absatz 1 Nummer 4 AsylG oder als offensichtlich unbegr\u00fcndet abgelehnt wird (\u00a7 14 Abs. 3 Satz 3 Halbsatz 2, 2. Alt. AsylG). Dann kann die Haft \u00fcber den Vier-Wochen-Zeitraum hinaus fortgesetzt werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Vorliegend wurde die Vier-Wochen-Frist durch das \u00dcbernahmeersuchen an Frankreich vom 10. November 2021 unterbrochen. Der Betroffene hat w\u00e4hrend der Haft am 19. Oktober 2021 einen Asylantrag gestellt. Die dadurch ausgel\u00f6ste Vier-Wochen-Frist begann mit dem Eingang des Antrags beim Bundesamt. Das Beschwerdegericht hat den Zeitpunkt des Eingangs nicht festgestellt. Selbst wenn der Antrag noch am gleichen Tag einging, endete die regul\u00e4re Frist jedenfalls fr\u00fchestens mit Ablauf des 16. November 2021. Das zwischenzeitlich gestellte \u00dcbernahmeersuchen unterbrach die Frist mit der Folge, dass sie nach dem Eingang der ablehnenden Entscheidung der franz\u00f6sischen Beh\u00f6rden am 24. November 2021 erneut zu laufen begann. Sie war damit am 15. Dezember, als der Betroffene abgeschoben wurde, noch nicht abgelaufen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Es ist nicht ausdr\u00fccklich geregelt, wann die Vier-Wochen-Frist endet, wenn der ersuchte Staat seine Zust\u00e4ndigkeit ablehnt. Hierzu werden in der Literatur verschiedene Auffassungen vertreten. Teilweise wird angenommen, die Haft ende bereits unmittelbar mit der Abweisung des Aufnahme- oder Wiederaufnahmeersuchens (Bruns in Hofmann, Ausl\u00e4nderrecht, 3. Aufl., \u00a7 14 AsylG Rn. 13). Nach anderer Ansicht soll die Vier-Wochen-Frist nach der ablehnenden Entscheidung neu zu laufen beginnen (vgl. Winkelmann in Bergmann\/Dienelt, Ausl\u00e4nderrecht, 13. Aufl, \u00a7 14 AsylG Rn. 30; Houben in Kluth\/Heusch, BeckOK Ausl\u00e4nderrecht, 37. Ed. 1. Januar 2023, \u00a7 14 AsylG Rn. 18c). Das wird damit begr\u00fcndet, dass erst mit der ablehnenden Antwort auf das Ersuchen die Bundesrepublik Deutschland f\u00fcr die Durchf\u00fchrung des Asylverfahrens zust\u00e4ndig werde.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Die zuletzt genannte Auffassung ist zutreffend. Zwar ist der Wortlaut der Bestimmung des \u00a7 14 Abs. 3 Satz 3 AsylG, wonach die Abschiebungshaft sp\u00e4testens vier Wochen nach Eingang des Asylantrags beim Bundesamt endet, &#8220;es sei denn&#8221; es wurde ein Auf- oder Wiederaufnahmeersuchen an einen anderen Staat gerichtet, nicht eindeutig; aus der Systematik, der Gesetzeshistorie und dem Sinn und Zweck der Vorschrift l\u00e4sst sich jedoch ableiten, dass die Frist durch das \u00dcbernahmeersuchen unterbrochen wird und nach der Ablehnung des Ersuchens neu zu laufen beginnt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(a) Die Ausnahmebestimmung des \u00a7 14 Abs. 3 Satz 3 Halbsatz 2, 1. Alt. AsylG wurde mit dem Gesetz zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europ\u00e4ischen Union vom 19. August 2007 eingef\u00fchrt. Der Gesetzgeber wollte damit sicherstellen, dass Ausl\u00e4nder, die nach der (damaligen) Verordnung (EG) Nr. 343\/2003 (Dublin II) kurzfristig in den f\u00fcr das Asylverfahren zust\u00e4ndigen Staat verbracht werden sollen, nicht vorzeitig aus der Haft entlassen werden und untertauchen (vgl. Entwurf eines Gesetzes zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europ\u00e4ischen Union vom 23. April 2017, BT-Drucks. 16\/5065, 215; Winkelmann\/Broscheit in Bergmann\/Dienelt, 14. Aufl. 2022, AsylG \u00a7 14 AsylG Rn. 30). Im Unterschied zur Systematik bei Entscheidungen als unbeachtlich oder offensichtlich unbegr\u00fcndet kann die Aufrechterhaltung der Haft bei diesen F\u00e4llen nicht an die Entscheidung des Bundesamts \u00fcber die Unzul\u00e4ssigkeit des Asylantrags wegen Unzust\u00e4ndigkeit gekn\u00fcpft werden; denn diese Entscheidung kann erst dann getroffen werden, wenn der ersuchte Staat seine Zust\u00e4ndigkeit anerkannt hat. Der Gesetzgeber hat es deshalb f\u00fcr notwendig befunden, eine Verl\u00e4ngerung der Haft \u00fcber die in der Norm genannten vier Wochen hinaus bereits durch die Einleitung des Dublin-Verfahrens zu erm\u00f6glichen (BT-Drucks. 16\/5065, 215). Das bedeutet, dass die Vier-Wochen-Frist w\u00e4hrend des anh\u00e4ngigen \u00dcbernahmeersuchens nicht laufen soll, um die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Durchf\u00fchrung des Dublin-Verfahrens zu erm\u00f6glichen. Wird dem Ersuchen entsprochen, ist der Betroffene im Anschluss zu \u00fcberstellen. Wird ihm nicht entsprochen, schlie\u00dft sich die Pr\u00fcfung des Asylantrags durch das dann (sachlich) zust\u00e4ndige Bundesamt an. Hierf\u00fcr gilt wiederum die Vier-Wochen-Frist, die der Gesetzgeber f\u00fcr erforderlich und ausreichend erachtet, um einerseits eine sorgf\u00e4ltige Pr\u00fcfung zu erm\u00f6glichen und andererseits Verz\u00f6gerungen im Interesse des inhaftierten Betroffenen zu vermeiden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(b) Die Unterbrechung der Frist und ihr Neubeginn im Falle der Ablehnung des \u00dcbernahmeersuchens stellt keinen unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigen Eingriff in die Freiheitsrechte des Betroffenen aus Art. 2 und Art. 104 GG dar. Die Freiheit der Person darf nur aus wichtigen Gr\u00fcnden entzogen werden (vgl. BVerfG, Beschluss vom 4. Oktober 2010 &#8211; 2 BvR 1825\/08, BVerfGK 18, 125 [juris Rn. 20 mwN]). Das Beschleunigungsgebot bei Freiheitsentziehungen verlangt, dass die Abschiebungshaft auf das unbedingt erforderliche Ma\u00df zu beschr\u00e4nken ist (vgl. BGH, Beschluss vom 24. Juni 2020 &#8211; XIII ZB 9\/19, juris Rn. 12 mwN). Das \u00dcbernahmeersuchen ist im Falle der Inhaftierung gem\u00e4\u00df Art. 28 Abs. 3 der Dublin-III-Verordnung an enge Fristen gebunden, um die Haft so kurz wie m\u00f6glich zu halten. Auch die Vier-Wochen-Frist tr\u00e4gt dem Beschleunigungsinteresse des Betroffenen Rechnung und stellt sicher, dass ihm Verz\u00f6gerungen der Bearbeitung des Asylantrags nicht angelastet werden. Unabh\u00e4ngig davon gelten f\u00fcr die Anordnung und Aufrechterhaltung der Haft die Voraussetzungen des \u00a7 62 AufenthG (Winkelmann\/Broscheit in Bergmann\/Dienelt, aaO, \u00a7 14 Rn. 32; Houben in BeckOK AuslR, aaO, \u00a7 14 Rn. 15c) und des \u00a7 420 FamFG, die dem Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeitsgrundsatz und den besonderen Verfahrensgarantien nach Art. 104 Abs. 1 bis 4 GG Rechnung tragen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>dd) Entgegen der Ansicht der Rechtsbeschwerde steht der Unterbrechung der Frist auch nicht entgegen, dass das Asylverfahren zun\u00e4chst in nationaler Zust\u00e4ndigkeit gef\u00fchrt wurde und sich Anhaltspunkte f\u00fcr die Zust\u00e4ndigkeit eines anderen Mitgliedsstaats nach Ma\u00dfgabe der Dublin-III-Verordnung erst w\u00e4hrend der Haft bei der Anh\u00f6rung vom 3. November 2021 ergaben. Zweck der Ausnahmebestimmung des \u00a7 14 Abs. 3 Satz 3 Halbsatz 2, 1. Alt. AsylG ist es, dass Ausl\u00e4nder, die im Rahmen des Dublin-Verfahrens in den f\u00fcr das Asylverfahren zust\u00e4ndigen Staat verbracht werden sollen, nicht vorzeitig aus der Haft entlassen werden und untertauchen. Denn die Entscheidung \u00fcber den Asylantrag kann nicht getroffen werden, bevor der ersuchte Staat seine Zust\u00e4ndigkeit anerkannt oder abgelehnt hat. Es ist aufgrund dessen notwendig, dass eine Verl\u00e4ngerung der Haft \u00fcber die sonst vorgeschriebenen vier Wochen hinaus erm\u00f6glicht wird (vgl. BT-Drucks. 16\/5065, 215). Diesem Zweck steht es nicht entgegen, wenn die Haft zun\u00e4chst zur Sicherung der Abschiebung angeordnet wird und sich erst w\u00e4hrend der Haft &#8211; vor Ablauf der Vier-Wochen-Frist &#8211; Anhaltspunkte f\u00fcr die Zust\u00e4ndigkeit eines anderen Mitgliedstaats und die M\u00f6glichkeit einer \u00dcberstellung ergeben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>ee) Es kommt auch nicht darauf an, ob das Bundesamt &#8211; wie hier von der beteiligten Beh\u00f6rde im Haftverl\u00e4ngerungsantrag vom 10. November 2021 ausgef\u00fchrt &#8211; mit hoher Wahrscheinlichkeit von der Ablehnung des Ersuchens ausgeht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Von F\u00e4llen evidenter Rechtsverletzung abgesehen, haben die Haftgerichte nicht zu pr\u00fcfen, ob eine Aufnahme- oder Wiederaufnahmeverpflichtung des Zielstaates unter Einhaltung der Regelungen der Dublin-III-Verordnung entstanden ist und ob die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde die \u00dcberstellung zu Recht betreibt. Mit der Pr\u00fcfung dieser Fragen w\u00fcrde der Haftrichter in unzul\u00e4ssiger Weise in den Zust\u00e4ndigkeitsbereich der Verwaltungsgerichtsbarkeit \u00fcbergreifen (st. Rspr., vgl. BGH, Beschl\u00fcsse vom 25. September 1980 &#8211; VII ZB 5\/80, BGHZ 78, 145, 147; vom 21. August 2019 &#8211; V ZB 174\/17, juris Rn. 8 mwN; vom 7. April 2020 &#8211; XIII ZB 53\/19, InfAuslR 2020, 283 Rn. 12).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Von einer evidenten Rechtsverletzung war vorliegend nicht auszugehen. Das Ersuchen darf nicht offensichtlich vorgeschoben sein, um dem Bundesamt eine l\u00e4ngere Bearbeitung des Asylgesuchs w\u00e4hrend der Haftzeit zu erm\u00f6glichen. Das in Freiheitsentziehungssachen zu beachtende Beschleunigungsgebot gilt auch f\u00fcr das Auf- und Wiederaufnahmeverfahren nach der Dublin III-Verordnung (vgl. BGH, Beschl\u00fcsse vom 7. April 2011 &#8211; V ZB 111\/10, NVwZ 2011, 1214 Rn. 13; vom 30. Juni 2011 &#8211; V ZB 274\/10, FGPrax 2011, 315 Rn. 25 zur Dublin-II-Verordnung). Es erfordert, dass der Betroffene unverz\u00fcglich nach seinem Einreiseversuch befragt wird und dass die f\u00fcr die Zur\u00fcckweisung erforderlichen Ma\u00dfnahmen unverz\u00fcglich in die Wege geleitet werden (BGH, FGPrax 2011, 315 Rn. 24). Zudem ist erforderlich, dass das Aufnahmeersuchen korrekt gestellt wird (BGH, FGPrax 2011, 315 Rn. 25).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Beschwerdegericht hat zu Recht angenommen, dass diesen Anforderungen gen\u00fcgt wurde. Nach den Feststellungen des Beschwerdegerichts hat der Betroffene bei seiner asylrechtlichen Anh\u00f6rung am 3. November 2021 selbst angegeben, f\u00fcr etwa ein Jahr in Nizza (Frankreich) gelebt zu haben. Danach war &#8211; die Richtigkeit der Einlassung des Betroffenen unterstellt &#8211; eine Zust\u00e4ndigkeit Frankreichs nach Art. 7 Abs. 1, Art. 13 Abs. 2 Dublin-III-VO gegeben. Das entsprechende Ersuchen erfolgte innerhalb der in Art. 21 Abs. 1 Dublin-III-VO vorgesehenen Frist. Von dem Ersuchen war nicht allein deshalb abzusehen, weil nach den Erfahrungen des Bundesamts &#8211; ungeachtet einer Aufnahmeverpflichtung Frankreichs &#8211; wahrscheinlich mit seiner Ablehnung zu rechnen war.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>ff) Ohne Erfolg macht die Rechtsbeschwerde geltend, das Wiederaufnahmeersuchen habe deshalb nicht zu einer Unterbrechung und einem Neubeginn der Vier-Wochen-Frist f\u00fchren k\u00f6nnen, weil nicht festgestellt sei, dass es dem Betroffenen vor Ablauf der (urspr\u00fcnglichen) Frist f\u00f6rmlich mitgeteilt worden ist. Im rechtswissenschaftlichen Schrifttum wird vereinzelt die Auffassung vertreten, es bed\u00fcrfe einer solchen f\u00f6rmlichen Mitteilung, damit sich der Betroffene darauf einstellen kann, ob die Abschiebungshaft nach Ablauf der vier Wochen endet oder fortdauern wird (vgl. Houben in BeckOK AuslR, aaO, \u00a7 14 Rn. 18c). Es kann offen bleiben, ob dieser Auffassung beizutreten ist. Im Haftverl\u00e4ngerungsantrag der beteiligten Beh\u00f6rde, der dem Betroffenen zugeleitet und \u00fcbersetzt wurde, wird ausgef\u00fchrt, dass das Bundesamt am 9. November 2021 telefonisch mitgeteilt hat, der Asylantrag werde als offensichtlich unbegr\u00fcndet abgelehnt, die Bescheidung sei aber derzeit gehemmt, weil ein Aufnahmeverfahren nach der Dublin-III-VO eingeleitet worden sei. Frankreich werde mit hoher Wahrscheinlichkeit die \u00dcbernahme ablehnen, sodass dieses Verfahren h\u00f6chstens zwei Wochen in Anspruch nehmen werde. Diese Angaben waren ausreichend, um dem Betroffenen vor Augen zu f\u00fchren, dass die Haft nicht innerhalb der Vier-Wochen-Frist &#8211; gerechnet ab Eingang des Asylantrags vom 19. Oktober 2021 &#8211; enden wird. Es kommt bei dieser Sachlage nicht darauf an, ob ihm das Wiederaufnahmegesuch zug\u00e4nglich gemacht wurde.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7 84 FamFG. Die Festsetzung des Gegenstandswerts folgt aus \u00a7 36 Abs. 2 und 3 GNotKG.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Kirchhoff\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Roloff\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Vogt-Beheim<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Holzinger\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Kochend\u00f6rfer\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KORE311272023&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BGH_XIII_ZB_65-21_KORE311272023.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Auf- oder Wiederaufnahmeersuchen an einen anderen Staat unterbricht die Vier-Wochen-Frist des \u00a7 14 Abs. 3 Satz 3 AsylG mit der Folge, dass sie im Falle der Ablehnung des Ersuchens erneut zu laufen beginnt.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_crdt_document":""},"kji_country":[7802],"kji_court":[7803],"kji_chamber":[10348],"kji_year":[24566],"kji_subject":[7724],"kji_keyword":[7808,7806,8215,7807],"kji_language":[7805],"class_list":["post-613832","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundesgerichtshof","kji_chamber-13-zivilsenat","kji_year-24566","kji_subject-civil","kji_keyword-beschluss","kji_keyword-bundesgerichtshof","kji_keyword-leitsatz","kji_keyword-zivilsenat","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.4 (Yoast SEO v27.4) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Bundesgerichtshof, 13. 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