{"id":613833,"date":"2026-04-20T00:26:22","date_gmt":"2026-04-19T22:26:22","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-10-zivilsenat-urteil-2023-09-26-x-zr-76-21\/"},"modified":"2026-04-20T00:26:22","modified_gmt":"2026-04-19T22:26:22","slug":"bundesgerichtshof-10-zivilsenat-urteil-2023-09-26-x-zr-76-21","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-10-zivilsenat-urteil-2023-09-26-x-zr-76-21\/","title":{"rendered":"Bundesgerichtshof, 10. Zivilsenat, Urteil, 2023-09-26, X ZR 76\/21"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Farb- und Helligkeitseinstellung<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Eine Verallgemeinerung ist unzul\u00e4ssig, wenn den urspr\u00fcnglich eingereichten Unterlagen zu entnehmen ist, dass einzelne Merkmale in untrennbarem Zusammenhang miteinander stehen, der Patentanspruch diese Merkmale aber nicht in ihrer Gesamtheit vorsieht (Best\u00e4tigung von BGH, Urteil vom 21. Juni 2016 &#8211; X ZR 41\/14, GRUR 2016, 1038 Rn. 48 &#8211; Fahrzeugscheibe II; Urteil vom 17. Februar 2015 &#8211; X ZR 161\/12, BGHZ 204, 199 Rn. 31 &#8211; Wundbehandlungsvorrichtung; Beschluss vom 11. September 2001 &#8211; X ZB 18\/00, GRUR 2002, 49, 51 &#8211; Drehmoment\u00fcbertragungseinrichtung). <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Auf die Berufung der Kl\u00e4gerinnen und unter Zur\u00fcckweisung der Berufung der Beklagten wird das Urteil des 4. Senats (Nichtigkeitssenats) des Bundespatentgerichts vom 29. Juni 2021 abge\u00e4ndert.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Das deutsche Patent 102 39 449 wird f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte tr\u00e4gt die Kosten des Rechtsstreits.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Von Rechts wegen<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beklagte ist Inhaberin des deutschen Patents 102 39 449 (Streitpatents), das am 28. August 2002 unter Inanspruchnahme einer deutschen Priorit\u00e4t vom 6. Februar 2002 angemeldet wurde und LED-Leuchten mit Farb- und Helligkeitseinstellung und ein dazugeh\u00f6riges Bedienelement betrifft.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Patentanspruch 1, auf den f\u00fcnfzehn weitere Patentanspr\u00fcche zur\u00fcckbezogen sind, lautet:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">Verfahren zur Farb- und Helligkeitseinstellung von LED-Leuchten mit einem dazugeh\u00f6rigen Bedienelement, dadurch gekennzeichnet,<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:54pt\">&#8211; dass das Bedienelement als ein vorzugsweise fl\u00e4chig ausgef\u00fchrtes Sensorarray mit aufgedrucktem oder andersartig beschrifteten Farbdreieck oder einem Farbkreis oder einer anderen Farbskala realisiert wird, womit \u00fcber die Position des Fingers des Bedieners die Farbe eingestellt wird und<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:54pt\">&#8211; dass die gew\u00e4hlte Helligkeit und Farbe \u00fcber rote, gr\u00fcne und blaue LEDs und ggf. zus\u00e4tzliche wei\u00dfe LEDs erzeugt wird und die vom Bediener eingestellte und gew\u00fcnschte Farbe und Helligkeit des Lichtes \u00fcber eine geeignete Elektronikschaltung w\u00e4hrend der Betriebszeit konstant gehalten wird.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Patentanspruch 17 stellt eine entsprechende Vorrichtung unter Schutz.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kl\u00e4gerinnen haben geltend gemacht, der Gegenstand des Streitpatents sei nicht patentf\u00e4hig und gehe \u00fcber den Inhalt der urspr\u00fcnglich eingereichten Anmeldung hinaus. Die Beklagte hat das Streitpatent in der erteilten Fassung unter Streichung der Anspr\u00fcche 3, 6 und 12 bis 16 und mit f\u00fcnf Hilfsantr\u00e4gen in ge\u00e4nderten Fassungen verteidigt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Patentgericht hat das Streitpatent f\u00fcr nichtig erkl\u00e4rt, soweit dessen Gegenstand \u00fcber die mit Hilfsantrag 3 verteidigte Fassung hinausgeht, und die weitergehende Klage abgewiesen. Dagegen wenden sich die Kl\u00e4gerinnen und die Beklagte mit der Berufung. Die Kl\u00e4gerinnen begehren weiterhin die vollst\u00e4ndige Nichtigerkl\u00e4rung des Streitpatents. Die Beklagte tritt dem Rechtsmittel entgegen und verteidigt das Streitpatent in der Fassung des erstinstanzlichen Hauptantrags und der Hilfsantr\u00e4ge 1 und 2 sowie mit ge\u00e4nderten Fassungen der Hilfsantr\u00e4ge 3 bis 5.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Beide Berufungen sind zul\u00e4ssig. Nur die Berufung der Kl\u00e4gerinnen ist begr\u00fcndet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>I. Das Streitpatent betrifft die Einstellung der Farbe und Helligkeit von Leuchtmitteln, die zur Lichterzeugung Leuchtdioden (LED) einsetzen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Nach der Beschreibung des Streitpatents soll mit LED-Leuchten ein in Helligkeit und Farbe m\u00f6glichst konstantes Licht erzeugt werden. Allerdings ver\u00e4nderten sich die optischen Eigenschaften von Leuchtdioden in Abh\u00e4ngigkeit von Temperatur, Herstellungsstreuungen und Alterung (Abs. 7).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Das Streitpatent betrifft vor diesem Hintergrund das technische Problem, auf einfache Weise sowohl die Farbe als auch die Helligkeit einer LED-Leuchte einstellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Zur L\u00f6sung schl\u00e4gt das Streitpatent in der erteilten Fassung von Patentanspruch 1 ein Verfahren vor, dessen Merkmale sich wie folgt gliedern lassen:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">1. Verfahren zur Farb- und Helligkeitseinstellung von LED-Leuchten<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">2. mit einem dazugeh\u00f6rigen Bedienelement.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:54pt\">2.1 Das Bedienelement wird realisiert als ein vorzugsweise fl\u00e4chig ausgef\u00fchrtes Sensorarray<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:54pt\">2.2 mit aufgedrucktem oder andersartig beschriftetem Farbdreieck oder einem Farbkreis oder einer anderen Farbskala,<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:54pt\">2.3 womit \u00fcber die Position des Fingers des Bedieners die Farbe eingestellt wird.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">3. Die gew\u00e4hlte Helligkeit und Farbe wird \u00fcber rote, gr\u00fcne und blaue LEDs und ggf. zus\u00e4tzliche wei\u00dfe LEDs erzeugt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:36pt\">4. Die vom Bediener eingestellte und gew\u00fcnschte Farbe und Helligkeit des Lichtes wird \u00fcber eine geeignete Elektronikschaltung w\u00e4hrend der Betriebszeit konstant gehalten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Einige Merkmale bed\u00fcrfen der Erl\u00e4uterung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Die angestrebte Farbe und Helligkeit wird nach Merkmal 3 mit roten, gr\u00fcnen und blauen Leuchtdioden erzeugt. Der zus\u00e4tzliche Einsatz von wei\u00dfen Leuchtdioden ist optional.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Zur Einstellung dient nach Merkmal 2 ein als Sensorarray ausgef\u00fchrtes Bedienelement, das vorzugsweise, aber nicht zwingend fl\u00e4chig ausgef\u00fchrt ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Die Farbeinstellung erfolgt nach Merkmal 2.3 \u00fcber die Position des Fingers auf dem Sensorarray. Dieses enth\u00e4lt hierzu gem\u00e4\u00df Merkmal 2.2 einen Aufdruck oder eine sonstige Beschriftung mit einer Farbskala, zum Beispiel einem Farbdreieck oder Farbkreis.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Aus diesem Merkmal ergibt sich, dass die in einem Array angeordneten Sensoren in der Lage sein m\u00fcssen, eine Ber\u00fchrung mit dem Finger zu erfassen. Nicht ausreichend sind Sensoren, mit deren Hilfen anhand von geeigneten Messwerten die Position eines nicht mit ihnen in Ber\u00fchrung stehenden Fingers bestimmt werden kann.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Hinsichtlich der Helligkeit ergibt sich aus den Merkmalen 3 und 4 lediglich die Vorgabe, dass sie ebenfalls vom Bediener eingestellt bzw. gew\u00e4hlt werden kann.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Aus dem Zusammenhang mit den Merkmalen 1 und 2 ergibt sich dar\u00fcber hinaus, dass diese Einstellung bzw. Auswahl ebenfalls mit Hilfe des Bedienelements gem\u00e4\u00df den Merkmalen 2 und 2.1 erfolgt, wie dies auch bei dem in der Beschreibung geschilderten Ausf\u00fchrungsbeispiel der Fall ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>F\u00fcr dieses Verst\u00e4ndnis spricht der Umstand, dass der Patentanspruch kein anderes Bauteil f\u00fcr die Einstellung der Helligkeit vorsieht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Best\u00e4tigt wird dies durch die in Merkmal 2 verwendete Formulierung, wonach das Bedienelement dem Verfahren zur Farb- und Helligkeitseinstellung gem\u00e4\u00df Merkmal 1 &#8220;zugeh\u00f6rig&#8221; ist. Vor dem aufgezeigten Hintergrund ist dies dahin zu verstehen, dass das Bedienelement das Mittel zur Verwirklichung der in Merkmal 1 vorgesehenen Funktionen ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Nicht zwingend erforderlich ist demgegen\u00fcber, dass die Einstellung der Helligkeit \u00fcber die Dauer der Fingerber\u00fchrung auf dem Bedienelement erfolgt, wie dies in der Beschreibung geschildert wird.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beschreibung bezeichnet eine solche Ausgestaltung lediglich als bevorzugt (Abs. 17, 29). Patentanspruch 1 greift sie weder ausdr\u00fccklich noch implizit auf.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Daraus ergibt sich, dass eine Einstellung der Helligkeit mit Hilfe des Bedienelements auch auf andere Weise m\u00f6glich ist, etwa durch mehrmaliges Tippen auf das Bedienelement.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(3) Entgegen der Ansicht des Patentgerichts ist Patentanspruch 1 auch nicht die Vorgabe zu entnehmen, dass die Einstellung der Helligkeit in demselben Bereich des Sensorarrays m\u00f6glich sein muss wie die Einstellung der Farbe.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Merkmal 2.2 schreibt nicht vor, dass sich die Farbskala \u00fcber den gesamten Bereich des Sensorarrays im Sinne von Merkmal 2.1 erstrecken muss. Dies l\u00e4sst die M\u00f6glichkeit offen, einen au\u00dferhalb der Farbskala gelegenen Bereich des Sensorarrays zur Einstellung der Helligkeit zu nutzen. Zwingend erforderlich ist lediglich, dass es sich ungeachtet einer solchen Einteilung um ein einheitliches Bedienelement handelt, das die Einstellung bzw. Auswahl beider Parameter erm\u00f6glicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Die in Merkmal 4 vorgesehene Elektronikschaltung, die die vom Bediener eingestellte Farbe und Helligkeit \u00fcber die Betriebszeit konstant h\u00e4lt, hat die Funktion, unerw\u00fcnschte \u00c4nderungen auszugleichen, wie sie w\u00e4hrend des Betriebs aus den in der Beschreibung genannten Gr\u00fcnden auftreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Zu diesem Zweck k\u00f6nnen nach der Beschreibung einzelne Leuchtdioden kurzzeitig als Photodioden betrieben werden, mit denen Farbe und Helligkeit gemessen werden k\u00f6nnen. Auf Grundlage einer solchen Messung k\u00f6nnen Farbe und Helligkeit bei Bedarf nachreguliert werden (Abs. 19).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Patentanspruch 1 sieht eine solche Ausgestaltung nicht zwingend vor. Das Konstanthalten von Farbe und Helligkeit kann vielmehr auch mit jeder anderen hierf\u00fcr geeigneten Elektronikschaltung bewirkt werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>II. Das Patentgericht hat seine Entscheidung, soweit im Berufungsverfahren noch von Interesse, im Wesentlichen wie folgt begr\u00fcndet:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der mit dem Hauptantrag sowie den Hilfsantr\u00e4gen 1 und 2 verteidigte Gegenstand von Patentanspruch 1 sei gegen\u00fcber dem Gegenstand der urspr\u00fcnglich eingereichten Anmeldeunterlagen unzul\u00e4ssig erweitert.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>In den Anmeldeunterlagen diene das Sensorarray durchgehend sowohl zur Einstellung der Farbe \u00fcber die Position des Fingers als auch zur Einstellung der Helligkeit \u00fcber die Dauer der verharrenden Ber\u00fchrung des Fingers eines Bedieners. Nach dem Hauptantrag und den Hilfsantr\u00e4gen 1 und 2 k\u00f6nne die Helligkeitseinstellung mittels des Sensorarrays hingegen auch durch jede beliebige andere Aktion des Bedieners erfolgen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Merkmal 4 sei hingegen nicht unzul\u00e4ssig erweitert. Es bestehe kein unaufl\u00f6sbarer Zusammenhang zwischen der im urspr\u00fcnglich eingereichten Anspruch 1 vorgesehenen zus\u00e4tzlichen Nutzung einzelner Leuchtdioden zur Farb- und Helligkeitsmessung und der R\u00fcckkoppelung der Messergebnisse in einen Regelkreis. Vielmehr sei der urspr\u00fcnglichen Beschreibung zu entnehmen, dass die Regelung der Helligkeit direkt oder mittels einer unterlagerten Regelung des effektiven Stromes erfolgen k\u00f6nne. Als weitere Alternative k\u00f6nnten auch separate Leuchtdioden zur Messung von Helligkeit und Farbe genutzt werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_32\">32<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>In der Fassung des Hilfsantrags 3 (im Berufungsverfahren: Hilfsantrag 4) sei Patentanspruch 1 patentf\u00e4hig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_33\">33<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>III. Diese Beurteilung h\u00e4lt der \u00dcberpr\u00fcfung im Berufungsverfahren nicht stand.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_34\">34<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Entgegen der Auffassung des Patentgerichts geht der Gegenstand von Patentanspruch 1 nicht nur in der erteilten Fassung und den Fassungen der Hilfsantr\u00e4ge 1 und 2, sondern auch in den Fassungen der restlichen Hilfsantr\u00e4ge \u00fcber den Inhalt der urspr\u00fcnglich eingereichten Anmeldeunterlagen hinaus.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_35\">35<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Anders als das Patentgericht meint, liegt allerdings in dem Umstand, dass die Einstellung der Helligkeit nach dem Hauptantrag und den Hilfsantr\u00e4gen 1 und 2 nicht zwingend \u00fcber die Dauer der verharrenden Ber\u00fchrung des Fingers erfolgen muss, keine unzul\u00e4ssige \u00c4nderung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_36\">36<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Sowohl den allgemeinen Ausf\u00fchrungen (Abs. 8) als auch der Schilderung des in Figur 2 dargestellten Ausf\u00fchrungsbeispiels (Abs. 22) in der Beschreibung der Anmeldung, deren Inhalt mit der Offenlegungsschrift (GDM1a) \u00fcbereinstimmt, ist zu entnehmen, dass die Helligkeitseinstellung \u00fcber die Dauer der Ber\u00fchrung lediglich eine bevorzugte Ausgestaltung darstellt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_37\">37<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Daraus ergibt sich hinreichend deutlich, dass die Anmeldung nicht auf eine solche Ausgestaltung beschr\u00e4nkt ist, sondern auch andere Einstellm\u00f6glichkeiten umfasst.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_38\">38<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Dass der in der Anmeldung formulierte Anspruch 1 eine Helligkeitseinstellung \u00fcber die Dauer der Ber\u00fchrung zwingend vorsieht, f\u00fchrt entgegen der Auffassung des Patentgerichts nicht zu einer abweichenden Beurteilung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_39\">39<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Offenbarungsgehalt einer Patentanmeldung wird nicht allein durch die darin formulierten Anspr\u00fcche bestimmt, sondern auch durch Beschreibung und Zeichnungen. Dem Umstand, dass der in der Anmeldung formulierte Hauptanspruch eine in der Beschreibung als vorzugsw\u00fcrdig bezeichnete Ausgestaltung zwingend vorsieht, ist deshalb nicht ohne weiteres zu entnehmen, dass nur diese Ausgestaltung als zur Erfindung geh\u00f6rend beansprucht wird. Besondere Umst\u00e4nde, die im Streitfall zu einer abweichenden Beurteilung f\u00fchren k\u00f6nnten, sind weder aufgezeigt noch sonst ersichtlich.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_40\">40<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Das Patentgericht ist jedoch zu Unrecht zu dem Ergebnis gelangt, dass Merkmal 4 in der Anmeldung als zur Erfindung geh\u00f6rend offenbart ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_41\">41<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Der Inhalt der Anmeldung ist anhand der Gesamtheit der urspr\u00fcnglich eingereichten Unterlagen zu ermitteln. Entscheidend ist, was der Fachmann diesen Unterlagen unmittelbar und eindeutig als zur Erfindung geh\u00f6rend entnehmen kann (BGH, Urteil vom 15. September 2015 &#8211; X ZR 112\/13, GRUR 2016, 50 Rn. 24 &#8211; Teilreflektierende Folie; Urteil vom 17. Februar 2015 &#8211; X ZR 161\/12, BGHZ 204, 199= GRUR 2015, 573 Rn. 21 &#8211; Wundbehandlungsvorrichtung). Bei der Aussch\u00f6pfung des Offenbarungsgehalts sind Verallgemeinerungen nicht schlechthin ausgeschlossen. So ist die Verallgemeinerung ursprungsoffenbarter Ausf\u00fchrungsbeispiele zul\u00e4ssig, wenn von mehreren Merkmalen eines Ausf\u00fchrungsbeispiels, die zusammengenommen, aber auch f\u00fcr sich betrachtet dem erfindungsgem\u00e4\u00dfen Erfolg f\u00f6rderlich sind, nur eines oder nur einzelne in den Anspruch aufgenommen worden sind (BGH, Urteil vom 11. Februar 2014 &#8211; X ZR 107\/12, GRUR 2014, 542 Rn. 24 &#8211; Kommunikationskanal; Beschluss vom 8. November 2016 &#8211; X ZB 1\/16, BGHZ 212, 351Rn. 45 &#8211; Ventileinrichtung; Urteil vom 23. April 2020 &#8211; X ZR 38\/18, GRUR 2020, 974 Rn. 39 &#8211; Niederflurschienenfahrzeug).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_42\">42<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Unzul\u00e4ssig ist eine Verallgemeinerung hingegen, wenn den urspr\u00fcnglich eingereichten Unterlagen zu entnehmen ist, dass einzelne Merkmale in untrennbarem Zusammenhang miteinander stehen, der Patentanspruch diese Merkmale aber nicht in ihrer Gesamtheit vorsieht (BGH, Urteil vom 21. Juni 2016 &#8211; X ZR 41\/14, GRUR 2016, 1038 Rn. 48 &#8211; Fahrzeugscheibe II; Urteil vom 17. Februar 2015 &#8211; X ZR 161\/12, BGHZ 204, 199 Rn. 31 &#8211; Wundbehandlungsvorrichtung; Beschluss vom 11. September 2001 &#8211; X ZB 18\/00, GRUR 2002, 49, 51 &#8211; Drehmoment\u00fcbertragungseinrichtung).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_43\">43<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Gemessen daran ist Patentanspruch 1 mit der Aufnahme von Merkmal 4 unzul\u00e4ssig erweitert.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_44\">44<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) In der Beschreibung der Anmeldung wird ausgef\u00fchrt, Farb- und Helligkeitsstreuungen der eingesetzten Leuchtdioden w\u00fcrden erfindungsgem\u00e4\u00df durch ein geeignetes Elektronikschaltkonzept kompensiert. Dabei w\u00fcrden einzelne Leuchtdioden zeitweilig als Photodioden genutzt (Abs. 1). Dies erm\u00f6gliche den Einsatz unselektierter, kosteng\u00fcnstiger Leuchtdioden (Abs. 9 Z. 25-30). Nach der Einstellung der gew\u00fcnschten Farbe und Helligkeit durch den Bediener w\u00fcrden \u00fcber die Farb- und Helligkeitsmessung mit den Leuchtdioden und einer geeigneten Elektronikschaltung die Farbe und die Helligkeit konstant gehalten (Abs. 9 Z. 41-45).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_45\">45<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Konstanthaltung von Farbe und Helligkeit durch Messung mittels kurzzeitig als Photodioden betriebener Leuchtdioden und Steuerung \u00fcber eine geeignete Elektronikschaltung sieht auch der in der Anmeldung formulierte Anspruch 1 vor.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_46\">46<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Messung durch Leuchtdioden und das Konstanthalten durch eine Elektronikschaltung stellen sich danach als technisch aufeinander bezogene Merkmale dar, die beide verwirklicht sein m\u00fcssen, um die ihnen nach der Erfindung zukommende Funktion zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_47\">47<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Dass ein Konstanthalten mit einer Elektronikschaltung auch f\u00fcr sich gesehen zur Erfindung geh\u00f6ren soll, ist der Anmeldung demgegen\u00fcber nicht zu entnehmen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_48\">48<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) In Anspruch 1 der Anmeldung werden die Festlegungen zum Einsatz von Leuchtdioden zur Lichterzeugung und zur Farbmessung allerdings mit den W\u00f6rtern &#8220;und\/oder&#8221; eingeleitet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_49\">49<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Daraus ist jedoch nur zu entnehmen, dass die Messung wahlweise auch mit Leuchtdioden erfolgen kann, die nicht zur Lichterzeugung eingesetzt werden, wie dies auch in der Beschreibung der Anmeldung (Abs. 15) als Alternative angef\u00fchrt ist. Dass eine Konstanthaltung auch ohne Messung von Helligkeit und Farbe zur Erfindung geh\u00f6ren soll, ergibt sich daraus nicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_50\">50<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Aus dem Hinweis, alternativ zu einer direkten Regelung der Helligkeit der Leuchtdioden k\u00f6nne eine unterlagerte Regelung des effektiven Stroms durchgef\u00fchrt werden, wie dies prinzipiell in der nachfolgend wiedergegebenen Figur 3 dargestellt sei (Abs. 13), ergibt sich kein weitergehender Offenbarungsgehalt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align:center\">\n                  <img decoding=\"async\" width=\"567px\" src=\"bild1_0.jpg\" alt=\"Abbildung\" title=\"Abbildung\" style=\"margin-top: 3px\">\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_51\">51<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>In Figur 3 ist die Strommessung lediglich als zus\u00e4tzliches Regelungsmittel vorgesehen, nicht aber als Ersatz f\u00fcr eine Farb- und Helligkeitsmessung. Auch in der erw\u00e4hnten Passage der Beschreibung wird die unterlagerte Regelung nicht als Alternative zu einer Farb- und Helligkeitsmessung dargestellt, sondern als Alternative zu einer direkten Regelung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_52\">52<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(3) Entsprechendes gilt f\u00fcr die Ausf\u00fchrungen, wonach f\u00fcr einen optimalen Betrieb der Leuchtdioden eine zus\u00e4tzliche Temperaturmessung erfolge (Abs. 14).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_53\">53<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Auch diesen Ausf\u00fchrungen ist nicht zu entnehmen, dass die Temperaturmessung an die Stelle einer Messung von Farbe und Helligkeit treten kann.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_54\">54<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(4) Nichts anderes gilt hinsichtlich der Ausf\u00fchrungen, beim Leistungsteil der Elektronik k\u00f6nne der Stromfluss durch geeignet geschaltete Induktivit\u00e4ten oder Kondensatoren verstetigt werden (Abs. 11 Z. 58-60).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_55\">55<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Daraus ist ebenfalls nicht zu entnehmen, dass die angef\u00fchrten Mittel als Alternative f\u00fcr eine Farb- und Helligkeitsmessung mittels Leuchtdioden dienen sollen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_56\">56<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Ob dem Inhalt der Anmeldung bei erg\u00e4nzender Heranziehung von Fachwissen zu entnehmen ist, dass ein Konstanthalten von Farbe und Helligkeit auch ohne Messung dieser Parameter m\u00f6glich ist, bedarf keiner abschlie\u00dfenden Beurteilung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_57\">57<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>F\u00fcr eine unmittelbare und eindeutige Offenbarung reicht es nicht aus, wenn der Gegenstand der erteilten oder verteidigten Fassung des Streitpatents aus dem Inhalt der urspr\u00fcnglichen Unterlagen lediglich aufgrund eigenst\u00e4ndiger fachlicher \u00dcberlegungen hergeleitet werden kann. Hierbei ist unerheblich, ob es naheliegend war, solche \u00dcberlegungen anzustellen (BGH, Urteil vom 28. Juni 2022 &#8211; X ZR 67\/20, GRUR 2022, 1575 Rn. 82 &#8211; \u00dcbertragungsparameter).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_58\">58<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) F\u00fcr die Hilfsantr\u00e4ge, die durchweg ebenfalls das Merkmal 4 enthalten, ergibt sich keine abweichende Beurteilung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_59\">59<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>IV. Die Kostenentscheidung folgt aus \u00a7 121 Abs. 2 PatG sowie \u00a7 97 Abs. 1 und \u00a7 91 Abs. 1 Satz 1 ZPO.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Bacher\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Hoffmann\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Deichfu\u00df<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Rombach\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">Crummenerl\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:left\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KORE311322023&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BGH_X_ZR_76-21_KORE311322023.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Farb- und Helligkeitseinstellung Eine Verallgemeinerung ist unzul\u00e4ssig, wenn den urspr\u00fcnglich eingereichten Unterlagen zu entnehmen ist, dass einzelne Merkmale in untrennbarem Zusammenhang miteinander stehen, der Patentanspruch diese Merkmale aber nicht in ihrer Gesamtheit vorsieht (Best\u00e4tigung von BGH, Urteil vom 21. 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