{"id":642038,"date":"2026-04-22T00:11:54","date_gmt":"2026-04-21T22:11:54","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-19-avril-2023-n-4a-60-2023\/"},"modified":"2026-04-22T00:11:54","modified_gmt":"2026-04-21T22:11:54","slug":"tribunal-federal-suisse-19-avril-2023-n-4a-60-2023","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-19-avril-2023-n-4a-60-2023\/","title":{"rendered":"Tribunal f\u00e9d\u00e9ral suisse, 19 avril 2023, n\u00b0 4A 60-2023"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<p>Bundesgericht<\/p>\n<p>Tribunal f\u00e9d\u00e9ral<\/p>\n<p>Tribunale federale<\/p>\n<p>Tribunal federal<\/p>\n<p>4A_60\/2023<\/p>\n<p>Urteil vom 19. April 2023<\/p>\n<p>I. zivilrechtliche Abteilung<\/p>\n<p>Besetzung<\/p>\n<p>Bundesrichterin Jametti, Pr\u00e4sidentin,<\/p>\n<p>Bundesrichterinnen Kiss, May Canellas,<\/p>\n<p>Gerichtsschreiber St\u00e4hle.<\/p>\n<p>Verfahrensbeteiligte<\/p>\n<p>A.________ AG,<\/p>\n<p>vertreten durch<\/p>\n<p>Rechtsanwalt Dr. Nikodemus von Gleichenstein,<\/p>\n<p>Beschwerdef\u00fchrerin,<\/p>\n<p>gegen<\/p>\n<p>B.________ AG,<\/p>\n<p>vertreten durch F\u00fcrsprecher Arthur D. Ruckstuhl,<\/p>\n<p>Beschwerdegegnerin.<\/p>\n<p>Gegenstand<\/p>\n<p>Forderung aus Vertrag,<\/p>\n<p>Beschwerde gegen den Entscheid des Handelsgerichts des Kantons St. Gallen vom 6. Dezember 2022 (HG.2019.141-HGK).<\/p>\n<p>Sachverhalt:<\/p>\n<p>A.<\/p>\n<p>A.a. Die A.________ AG (Kl\u00e4gerin, Beschwerdef\u00fchrerin) erbringt Dienstleistungen in den Bereichen Unternehmensberatung und Kommunikation, namentlich Werbung.<\/p>\n<p>Die B.________ AG (Beklagte) bezweckt insbesondere die Produktion von K\u00e4se. Sie nahm im Jahr 2016 am &quot;World Championship Cheese Contest&quot; in den Vereinigten Staaten von Amerika teil. Ihr K\u00e4se gewann in der Kategorie &quot;X.________&quot; den &quot;Weltmeistertitel&quot;. Nach der R\u00fcckkehr aus den Vereinigten Staaten fand in U.________ aus diesem Anlass ein Empfangsap\u00e9ro statt.<\/p>\n<p>A.b. Im Zusammenhang mit dieser &quot;Weltmeisterschaft&quot; entwarf die Kl\u00e4gerin eine Marke (&quot;Y.________&quot;) und ein Logo f\u00fcr den K\u00e4se der Beklagten. Am 30. M\u00e4rz 2016 pr\u00e4sentierte die Kl\u00e4gerin der Beklagten diese Marke und das Logo, um sich damit f\u00fcr den Auftrag des K\u00e4se-Brandings zu bewerben. Es kam zum m\u00fcndlichen Abschluss eines Vertrags, und die Beklagte vertrieb in der Folge den K\u00e4se unter der von der Kl\u00e4gerin entwickelten Marke &quot;Y.________&quot; (nachfolgend: &quot;Y.________&quot;-K\u00e4se), unter Verwendung des von der Kl\u00e4gerin kreierten Logos.<\/p>\n<p>A.c. Am 20. April 2016 stellte die Kl\u00e4gerin der Beklagten Rechnung f\u00fcr verschiedene Leistungen, darunter &quot;Beratung, Konzeption und Projektleitung&quot;, &quot;Externe und interne Besprechungen und Briefings&quot;, &quot;Research und Ideenfindung&quot;, &quot;Medienplanung, Koordination und Projektmanagement&quot;, &quot;Budget, Kontrolle und Timing&quot;, &quot;Entwicklung eines Namens&quot;, &quot;Entwicklung eines Logos und entsprechender Key Visuals&quot;, &quot;Vorschl\u00e4ge Kommunikationsinstrumente&quot;, &quot;Fotografie&quot;, &quot;Packaging&quot;, &quot;Website&quot;, &quot;Einf\u00fchrungskampagne&quot; sowie &quot;PR und Medien&quot;.<\/p>\n<p>A.d. Am 24. Mai 2016 bezahlte die Beklagte der Kl\u00e4gerin Fr. 32&#039;720.&#8211;.<\/p>\n<p>B.<\/p>\n<p>B.a. Am 21. August 2019 reichte die Kl\u00e4gerin beim Handelsgericht des Kantons St. Gallen eine Klage ein. Sie st\u00fctzte sich auf den mit der Beklagten m\u00fcndlich abgeschlossenen Vertrag und machte geltend, von der Beklagten mit der (werbem\u00e4ssigen) Lancierung des &quot;Y.________&quot;-K\u00e4ses beauftragt worden zu sein. Die Beklagte habe ihr f\u00fcr ihre Leistungen folgendes Honorar versprochen:<\/p>\n<p>&#8211; einerseits die Bezahlung von Fr. 36&#039;720.&#8211; und WIR 10&#039;800.&#8211; (&quot;Fixhonorar&quot;). Hiervon habe die Beklagte Fr. 32&#039;720.&#8211; beglichen. Sie (die Kl\u00e4gerin) fordere die noch ausstehenden Betr\u00e4ge, konkret Fr. 4&#039;000.&#8211; und WIR 10&#039;800.&#8211; (eventualiter, falls kein WIR-Geld vorhanden, insgesamt Fr. 14&#039;800.&#8211;), je nebst Zins.<\/p>\n<p>&#8211; andererseits eine Verg\u00fctung von 20 Rappen pro bis 14. April 2018 verkauftem Kilogramm &quot;Y.________&quot;-K\u00e4se (sog. &quot;K\u00e4serappen&quot;; &quot;variables Honorar&quot;). Die Beklagte sei dementsprechend &#8211; so verlangte die Kl\u00e4gerin mit ihrer Klage weiter &#8211; zu verurteilen, ihr einen nach Abschluss des Beweisverfahrens zu beziffernden &quot;Provisionsanspruch&quot; von 20 Rappen pro im Zeitraum von 15. April 2016 bis 14. April 2018 verkauftem Kilogramm &quot;Y.________&quot;-K\u00e4se nebst Zins, mindestens aber Fr. 151&#039;986.25, zu bezahlen.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin brachte in der Klage ferner vor, dass sie den Empfangsap\u00e9ro in U.________ organisiert habe. F\u00fcr die in diesem Zusammenhang entstandenen Kosten begehrte sie von der Beklagten eine Entsch\u00e4digung in H\u00f6he von Fr. 1&#039;185.80.<\/p>\n<p>B.b. Das Handelsgericht kam mit Entscheid vom 6. Dezember 2022 zum Schluss, die Kl\u00e4gerin habe nicht beweisen k\u00f6nnen, dass ein Honorar von Fr. 36&#039;720.&#8211; und WIR 10&#039;800.&#8211; respektive ein &quot;K\u00e4serappen&quot; vereinbart worden sei. Ebenso wenig sei erstellt, dass die Beklagte die Kl\u00e4gerin mit der Organisation des Empfangsap\u00e9ros betraut habe. Auch sei nicht davon auszugehen, dass die Kl\u00e4gerin Leistungen erbracht habe, welche trotz Fehlens einer Preisabrede das eingeklagte Honorar rechtfertigten. Das Handelsgericht wies die Klage folglich ab.<\/p>\n<p>C.<\/p>\n<p>Die Kl\u00e4gerin verlangt mit Beschwerde in Zivilsachen, der Entscheid des Handelsgerichts sei aufzuheben. In der Sache wiederholt sie ihre vor Vorinstanz gestellten Begehren. Eventualiter sei die Sache zur neuen Beurteilung an das Handelsgericht zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<p>Die Beschwerdegegnerin begehrt, auf die Beschwerde nicht einzutreten. Eventualiter sei sie abzuweisen. Die Vorinstanz verzichtete auf Vernehmlassung, unter Hinweis auf die Ausf\u00fchrungen im angefochtenen Entscheid.<\/p>\n<p>Erw\u00e4gungen:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Die Beschwerdegegnerin zweifelt daran, dass die in den Vorakten liegende Vollmacht des Rechtsvertreters der Beschwerdef\u00fchrerin noch g\u00fcltig ist. Darauf bezieht sich ihr Nichteintretensantrag.<\/p>\n<p>Auf bundesgerichtliche Aufforderung hin reichte der Rechtsvertreter der Beschwerdef\u00fchrerin ein Schreiben seiner Klientin betreffend die G\u00fcltigkeit der in den Vorakten liegenden Vollmacht sowie eine neue Vollmacht im Original ein, die von zwei kollektivzeichnungsberechtigten Organen unterschrieben ist.<\/p>\n<p>Die Beschwerdef\u00fchrerin wird somit durch ihren Rechtsvertreter &#8211; Rechtsanwalt Nikodemus von Gleichenstein &#8211; rechtsg\u00fcltig vertreten.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>2.1. Der angefochtene Entscheid des Handelsgerichts ist ein Endentscheid (Art. 90 BGG) einer einzigen kantonalen Instanz im Sinne von Art. 75 Abs. 2 lit. b BGG. Dagegen steht grunds\u00e4tzlich die Beschwerde in Zivilsachen offen, gem\u00e4ss Art. 74 Abs. 2 lit. b BGG unabh\u00e4ngig vom Streitwert (BGE 139 III 67 E. 1.2; siehe auch BGE 138 III 799 E. 1.1, 2 E. 1.2.2 S. 5).<\/p>\n<p>2.2. Die Beschwerdef\u00fchrerin wiederholt in den Beschwerdebegehren ihre vor Handelsgericht gestellten Klagebegehren. So verlangt sie weiterhin die Bezahlung von Fr. 1&#039;185.80 f\u00fcr Kosten, die im Zusammenhang mit dem angeblich von ihr organisierten Empfangsap\u00e9ro in U.________ entstanden seien. In der Beschwerdebegr\u00fcndung geht sie darauf indes nicht ein; sie macht die entsprechenden vorinstanzlichen Erw\u00e4gungen nicht zum Thema ihrer Beschwerde. Auf dieses Beschwerdebegehren ist daher nicht einzutreten.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>3.1. Mit Beschwerde in Zivilsachen k\u00f6nnen Rechtsverletzungen nach Art. 95 und 96 BGG ger\u00fcgt werden. Die Beschwerde ist hinreichend zu begr\u00fcnden, ansonsten darauf nicht eingetreten werden kann (BGE 140 III 115 E. 2; 134 II 244 E. 2.1). In der Beschwerdeschrift ist in gedr\u00e4ngter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt (Art. 42 Abs. 2 BGG). Unerl\u00e4sslich ist dabei, dass auf die Begr\u00fcndung des angefochtenen Entscheids eingegangen und im Einzelnen aufgezeigt wird, worin eine vom Bundesgericht \u00fcberpr\u00fcfbare Rechtsverletzung liegt. Die beschwerdef\u00fchrende Partei soll in der Beschwerde an das Bundesgericht nicht bloss die Rechtsstandpunkte, die sie im kantonalen Verfahren eingenommen hat, erneut bekr\u00e4ftigen, sondern mit ihrer Kritik an den als rechtsfehlerhaft erachteten Erw\u00e4gungen der Vorinstanz ansetzen (BGE 140 III 115 E. 2, 86 E. 2).<\/p>\n<p>3.2. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Dazu geh\u00f6ren sowohl die Feststellungen \u00fcber den streitgegenst\u00e4ndlichen Lebenssachverhalt als auch jene \u00fcber den Ablauf des vor- und erstinstanzlichen Verfahrens, also die Feststellungen \u00fcber den Prozesssachverhalt (BGE 140 III 16 E. 1.3.1 mit Hinweisen). Es kann die Sachverhaltsfeststellung der Vorinstanz nur berichtigen oder erg\u00e4nzen, wenn sie offensichtlich unrichtig ist oder auf einer Rechtsverletzung im Sinne von Art. 95 BGG beruht (Art. 105 Abs. 2 BGG). &quot;Offensichtlich unrichtig&quot; bedeutet dabei &quot;willk\u00fcrlich&quot; (BGE 140 III 115 E. 2; 135 III 397 E. 1.5).<\/p>\n<p>3.3. Soweit die Parteien die vorinstanzliche Beweisw\u00fcrdigung kritisieren, ist zu beachten, dass das Bundesgericht in diese nur eingreift, wenn sie willk\u00fcrlich ist. Willk\u00fcr liegt nach der Rechtsprechung nicht schon dann vor, wenn eine andere L\u00f6sung ebenfalls in Betracht zu ziehen oder gar vorzuziehen w\u00e4re, sondern bloss, wenn der angefochtene Entscheid offensichtlich unhaltbar ist, mit der tats\u00e4chlichen Situation in klarem Widerspruch steht, eine Norm oder einen unumstrittenen Rechtsgrundsatz krass verletzt oder in stossender Weise dem Gerechtigkeitsgedanken zuwiderl\u00e4uft (BGE 141 III 564 E. 4.1; 140 III 16 E. 2.1; je mit Hinweisen). Die Beweisw\u00fcrdigung ist mithin nicht schon dann willk\u00fcrlich, wenn sie nicht mit der Darstellung der beschwerdef\u00fchrenden Partei \u00fcbereinstimmt, sondern bloss, wenn sie offensichtlich unhaltbar ist (BGE 141 III 564 E. 4.1; 135 II 356 E. 4.2.1). Dies ist dann der Fall, wenn das Gericht Sinn und Tragweite eines Beweismittels offensichtlich verkannt hat, wenn es ohne sachlichen Grund ein wichtiges und entscheidwesentliches Beweismittel unber\u00fccksichtigt gelassen oder wenn es auf der Grundlage der festgestellten Tatsachen unhaltbare Schlussfolgerungen gezogen hat (BGE 140 III 264 E. 2.3; 137 III 226 E. 4.2; 136 III 552 E. 4.2). Inwiefern die Beweisw\u00fcrdigung willk\u00fcrlich sein soll, ist in der Beschwerde klar und detailliert aufzuzeigen (BGE 134 II 244 E. 2.2). Namentlich gen\u00fcgt es nicht, einzelne Beweise anzuf\u00fchren, die anders als im angefochtenen Entscheid gewichtet werden sollen, und dem Bundesgericht in appellatorischer Kritik die eigene Auffassung zu unterbreiten, als ob diesem freie Sachverhaltspr\u00fcfung zuk\u00e4me (vgl. BGE 140 III 264 E. 2.3; 116 Ia 85 E. 2b).<\/p>\n<p>3.4. Zu beachten ist ferner, dass der Beweisf\u00fchrungsanspruch nach Art. 29 Abs. 2 BV, Art. 8 ZGB beziehungsweise Art. 152 Abs. 1 ZPO zwar der beweispflichtigen Partei in allen bundesrechtlichen Zivilrechtsstreitigkeiten einen Anspruch darauf verschafft, f\u00fcr rechtserhebliche Vorbringen zum Beweis zugelassen zu werden, soweit entsprechende Antr\u00e4ge im kantonalen Verfahren form- und fristgerecht gestellt worden sind (vgl. BGE 143 III 297 E. 9.3.2; 133 III 295 E. 7.1; je mit Hinweisen). Diese Bestimmungen schreiben jedoch dem Gericht nicht vor, mit welchen Mitteln es den Sachverhalt abzukl\u00e4ren hat (vgl. BGE 114 II 289 E. 2a mit Hinweis), und sie schliessen namentlich die antizipierte Beweisw\u00fcrdigung nicht aus. Wenn ein Gericht darauf verzichtet, beantragte Beweise abzunehmen, weil es aufgrund bereits abgenommener Beweise seine \u00dcberzeugung gebildet hat und ohne Willk\u00fcr in vorweggenommener Beweisw\u00fcrdigung annehmen kann, dass seine \u00dcberzeugung durch weitere Beweiserhebungen nicht ge\u00e4ndert w\u00fcrde, ist der Beweisf\u00fchrungsanspruch nicht verletzt (BGE 136 I 229 E. 5.3; 134 I 140 E. 5.3; 130 II 425 E. 2.1; je mit Hinweisen).<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>Vor Bundesgericht umstritten sind die eingeklagten Honorare f\u00fcr die Leistungen, welche die Beschwerdef\u00fchrerin mit Blick auf die Lancierung des &quot;Y.________&quot;-K\u00e4ses erbracht haben will (&quot;Fixhonorar&quot; von Fr. 36&#039;720.&#8211; und WIR 10&#039;800.&#8211; sowie &quot;K\u00e4serappen&quot; von 20 Rappen pro verkauftem Kilogramm &quot;Y.________&quot;-K\u00e4se).<\/p>\n<p>5.<\/p>\n<p>5.1. Das Handelsgericht hielt fest, auf den von den Parteien m\u00fcndlich abgeschlossenen Vertrag sei teilweise Werkvertragsrecht (so etwa bez\u00fcglich der &quot;Entwicklung eines Marketingkonzepts&quot;) und teilweise Auftragsrecht (beispielsweise hinsichtlich der &quot;Beratung und Projektleitung&quot;) anwendbar. Dies wird vor Bundesgericht weder von der Beschwerdef\u00fchrerin noch von der Beschwerdegegnerin in Frage gestellt.<\/p>\n<p>5.2. Durch den Werkvertrag verpflichtet sich der Besteller zur Leistung einer Verg\u00fctung (Art. 363 OR). Die Entgeltlichkeit geh\u00f6rt somit typwesentlich zum Werkvertrag (BGE 127 III 519 E. 2b). Die H\u00f6he der Verg\u00fctung muss freilich nicht zum Voraus festgelegt werden. Die Parteien haben sich nur darin einig zu sein, dass die Leistungen des Unternehmers gegen Entgelt erfolgen. Ist der Preis zum Voraus nicht bestimmt worden, so wird er nach Massgabe des Werts der Arbeit und der Aufwendungen des Unternehmers festgesetzt (Art. 374 OR). Die Beweislast daf\u00fcr, dass f\u00fcr die Werkleistungen eine Verg\u00fctung vereinbart wurde, tr\u00e4gt der Unternehmer (BGE 127 III 519 E. 2a).<\/p>\n<p>Beim Auftrag ist eine Verg\u00fctung zu leisten, wenn sie verabredet oder \u00fcblich ist (Art. 394 Abs. 3 OR). Der Beauftragte ist beweispflichtig in Bezug auf die Existenz der Honorarabsprache sowie die Art der Verg\u00fctung (Urteile 4A_606\/2016 vom 10. M\u00e4rz 2017 E. 3.1; 4A_278\/2014 vom 18. September 2014 E. 4.1; 4A_230\/2013 vom 17. September 2013 E. 2; 4A_100\/2008 vom 29. Mai 2008 E. 4.1).<\/p>\n<p>6.<\/p>\n<p>Das Handelsgericht stellte zun\u00e4chst fest, dass die Parteien in ihrem Vertrag keinen Preis bestimmt h\u00e4tten. Sie seien sich aber darin einig gewesen, dass die Leistungen der Beschwerdef\u00fchrerin gegen Entgelt erfolgen sollten und insofern grunds\u00e4tzlich eine Verg\u00fctungspflicht bestehe, ob nun Werkvertrags- oder Auftragsrecht Anwendung finde.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die Beweislast f\u00fchrte die Vorinstanz weiter aus, dass die Beschwerdef\u00fchrerin als Unternehmerin respektive Beauftragte beweisen m\u00fcsse, welche Leistungen konkret vereinbart und erbracht worden und wie diese Leistungen zu verg\u00fcten seien. Die Beschwerdef\u00fchrerin habe aber erstens &quot;gar keine Ausf\u00fchrungen&quot; zum Entgelt f\u00fcr ihre angeblich erbrachten Leistungen gemacht, weshalb nicht nachvollzogen werden k\u00f6nne, &quot;welcher Preis f\u00fcr die von ihr behaupteten Leistungen geschuldet&quot; sei. Die Beschwerdef\u00fchrerin habe zweitens nicht nachgewiesen, dass die behaupteten Leistungen vereinbart gewesen seien respektive dass sie diese \u00fcberhaupt erbracht habe. Einzig die Aufwendungen f\u00fcr die Entwicklung der Marke und des Logos, f\u00fcr den Internetauftritt und f\u00fcr das Erscheinungsbild der Verpackungen seien erstellt, von den Vertr\u00e4gen gedeckt und von der Beschwerdegegnerin denn auch mit Fr. 32&#039;720.&#8211; verg\u00fctet worden. Dar\u00fcber hinaus schulde die Beschwerdegegnerin aber keine Entsch\u00e4digung. Somit sei die Klage abzuweisen.<\/p>\n<p>7.<\/p>\n<p>7.1. Diese Ausf\u00fchrungen beruhen zu grossen Teilen auf einer W\u00fcrdigung der im Recht liegenden Beweismittel. Dass die handelsgerichtliche Beweisw\u00fcrdigung geradezu willk\u00fcrlich w\u00e4re &#8211; wie die Beschwerdef\u00fchrerin vor Bundesgericht (einzig) r\u00fcgen k\u00f6nnte (Erw\u00e4gung 3.3) -, zeigt diese nicht hinreichend auf. Insofern h\u00e4lt der angefochtene Entscheid der bundesgerichtlichen \u00dcberpr\u00fcfung jedenfalls stand.<\/p>\n<p>Unter rechtlichen Gesichtspunkten ist was folgt zu bemerken:<\/p>\n<p>7.2. Die Beschwerdef\u00fchrerin moniert nicht, dass die vorinstanzlichen \u00dcberlegungen gegen werkvertrags- oder auftragsrechtliche Bestimmungen betreffend die Verg\u00fctung (Erw\u00e4gung 5) verstossen w\u00fcrden. Ebenso wenig beklagt sie eine Verletzung der Regeln \u00fcber die Verteilung der Beweislast.<\/p>\n<p>7.3.<\/p>\n<p>7.3.1. Die Beschwerdef\u00fchrerin ist aber der Meinung, das Handelsgericht habe von ihr beantragte Beweise &quot;\u00fcber Art und H\u00f6he der vereinbarten Verg\u00fctung&quot; nicht abgenommen. Dies stelle eine Missachtung von &quot;Art. 8 ZPO&quot; (gemeint wohl: Art. 8 ZGB), von Art. 150 Abs. 1 und Art. 152 Abs. 1 ZPO sowie ihres Anspruchs auf rechtliches Geh\u00f6r (Art. 29 Abs. 2 BV) dar.<\/p>\n<p>Konkret st\u00f6rt sie sich daran, dass die Vorinstanz ihren Verwaltungsratspr\u00e4sidenten C.________ sowie zwei ihrer Arbeitnehmer &#8211; D.________ und E.________ &#8211; nicht im Rahmen einer Partei- respektive Zeugenbefragung einvernommen hat. Sie (die Beschwerdef\u00fchrerin) habe diese Personen zum Beweis der Tatsache angerufen, dass einerseits ein &quot;Fixhonorar&quot; von Fr. 36&#039;720.&#8211; sowie WIR 10&#039;800.&#8211; und andererseits ein &quot;variables Honorar&quot; in Form des &quot;K\u00e4serappens&quot; vereinbart worden sei. Diese Personen seien an der Pr\u00e4sentation vom 30. M\u00e4rz 2016 (Bewerbung f\u00fcr das K\u00e4se-Branding; siehe Sachverhalt Bst. A.b) anwesend gewesen und aus diesem Grund in der Lage, \u00fcber diese Honorarbestandteile auszusagen. Deren Erkl\u00e4rungen seien f\u00fcr den Verfahrensausgang &quot;entscheidend&quot;, was das Handelsgericht verkannt habe.<\/p>\n<p>7.3.2. Auch nach der &#8211; durch diese Personen angeblich gest\u00fctzten &#8211; Konzeption der Beschwerdef\u00fchrerin sind die eingeklagten Honorare (&quot;Fixhonorar&quot; und &quot;K\u00e4serappen&quot;) nicht leistungsunabh\u00e4ngig, sondern &quot;f\u00fcr die Leistungen der Beschwerdef\u00fchrerin geschuldet&quot;. Die Beschwerdef\u00fchrerin bestreitet mit anderen Worten nicht, dass eine Verg\u00fctung nur soweit zu bezahlen war, als sie Leistungen erbracht hat. Dass sie die vereinbarten Leistungen &#8211; \u00fcber das von der Beschwerdegegnerin bereits mit Fr. 32&#039;720.&#8211; verg\u00fctete Mass hinaus &#8211; aber erbracht h\u00e4tte, ist vorinstanzlich gerade nicht festgestellt. Das Handelsgericht kam im Gegenteil zum Schluss, dass es der Beschwerdef\u00fchrerin misslungen sei, &quot;die Vereinbarung und\/oder die Erbringung von \u00fcber den Betrag von CHF 32&#039;20.00 hinausgehenden Leistungen nachzuweisen&quot;. Diese &#8211; wie erw\u00e4hnt: nicht willk\u00fcrliche &#8211; Feststellung ist ausschlaggebend. Inwiefern die Befragung des Verwaltungsratspr\u00e4sidenten C.________ sowie der beiden Arbeitnehmer D.________ und E.________ vor diesem Hintergrund zum Beweis eines rechtserheblichen Vorbringens h\u00e4tte tauglich sein k\u00f6nnen (Erw\u00e4gung 3.4), l\u00e4sst sich der Beschwerde nicht entnehmen.<\/p>\n<p>7.3.3. Der Vorinstanz ist folglich keine Bundesrechtsverletzung vorzuwerfen, wenn sie von der beantragten Partei- beziehungsweise Zeugenbefragung absah und zur Erkenntnis gelangte, es bestehe &quot;kein Anspruch auf weitere Beweisabnahmen&quot;.<\/p>\n<p>7.4. Unter dem Titel &quot;Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh\u00f6r nach Art. 29 Abs. 2 BV durch unzureichende Ber\u00fccksichtigung der Vorbringen der Beschwerdef\u00fchrerin&quot; r\u00fcgt diese, dass sich das Handelsgericht nicht &quot;angemessen&quot; mit ihren Argumenten &quot;bez\u00fcglich des vereinbarten Honorars f\u00fcr die Lancierung des &#039;Y.________&#039;-K\u00e4ses auseinander[ge]setzt&quot; habe. In dieser Allgemeinheit ist dieser nicht weiter begr\u00fcndete Vorwurf unzutreffend, wie die vorstehenden Erw\u00e4gungen zeigen.<\/p>\n<p>7.5. Die Beschwerdef\u00fchrerin beklagt sodann eine Verletzung der Dispositionsmaxime, ohne aber nachvollziehbar darzulegen, inwiefern das Handelsgericht einer Partei mehr oder anderes zugesprochen haben soll, als diese verlangte, oder aber weniger, als die Gegenpartei anerkannt hat (Art. 58 Abs. 1 ZPO).<\/p>\n<p>7.6. Schliesslich kritisiert die Beschwerdef\u00fchrerin, dass der &quot;K\u00e4serappen [&#8230;] wenn schon nicht vollst\u00e4ndig, so doch zumindest proportional f\u00fcr die von der Beschwerdegegnerin anerkannten und bezahlten Leistungen geschuldet&quot; sei, und in einem solchen reduzierten Umfang h\u00e4tte zugesprochen werden m\u00fcssen. Indes ergibt sich aus den f\u00fcr das Bundesgericht massgebenden Feststellungen im angefochtenen Entscheid nichts, was auf einen derartigen vertraglichen Anspruch schliessen liesse.<\/p>\n<p>7.7. Weitere hinreichend begr\u00fcndete Rechtsr\u00fcgen (Erw\u00e4gung 3.1) tr\u00e4gt die Beschwerdef\u00fchrerin nicht vor.<\/p>\n<p>8.<\/p>\n<p>Die Beschwerde ist abzuweisen, soweit darauf eingetreten werden kann. Bei diesem Ausgang des Verfahrens wird die Beschwerdef\u00fchrerin kosten- und entsch\u00e4digungspflichtig (siehe Art. 66 Abs. 1 und Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG).<\/p>\n<p>Demnach erkennt das Bundesgericht:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Die Beschwerde wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Die Gerichtskosten von Fr. 5&#039;500.&#8211; werden der Beschwerdef\u00fchrerin auferlegt.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Die Beschwerdef\u00fchrerin hat die Beschwerdegegnerin f\u00fcr das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 6&#039;500.&#8211; zu entsch\u00e4digen.<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>Dieses Urteil wird den Parteien und dem Handelsgericht des Kantons St. Gallen schriftlich mitgeteilt.<\/p>\n<p>Lausanne, 19. April 2023<\/p>\n<p>Im Namen der I. zivilrechtlichen Abteilung<\/p>\n<p>des Schweizerischen Bundesgerichts<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sidentin: Jametti<\/p>\n<p>Der Gerichtsschreiber: St\u00e4hle<\/p>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&#038;type=highlight_simple_query&#038;page=1&#038;from_date=&#038;to_date=&#038;sort=relevance&#038;insertion_date=&#038;top_subcollection_aza=all&#038;query_words=vertrag&#038;rank=8&#038;azaclir=aza&#038;highlight_docid=aza%3A%2F%2F19-04-2023-4A_60-2023&#038;number_of_ranks=5540\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Source officielle Tribunal federal suisse. 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