{"id":654962,"date":"2026-04-23T04:16:53","date_gmt":"2026-04-23T02:16:53","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-3-strafsenat-beschluss-2022-10-20-ak-34-22\/"},"modified":"2026-04-23T04:16:53","modified_gmt":"2026-04-23T02:16:53","slug":"bundesgerichtshof-3-strafsenat-beschluss-2022-10-20-ak-34-22","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bundesgerichtshof-3-strafsenat-beschluss-2022-10-20-ak-34-22\/","title":{"rendered":"Bundesgerichtshof, 3. Strafsenat, Beschluss, 2022-10-20, AK 34\/22"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Untersuchungshaft hat fortzudauern.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Eine etwa erforderliche weitere Haftpr\u00fcfung durch den Bundesgerichtshof findet in drei Monaten statt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Haftpr\u00fcfung dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main \u00fcbertragen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>I.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Angeschuldigte ist am 31. M\u00e4rz 2022 festgenommen worden und befindet sich seitdem aufgrund Haftbefehls des Ermittlungsrichters des Bundesgerichtshofs vom 1. M\u00e4rz 2022 (2 BGs 102\/22), neu gefasst durch Beschluss des Ermittlungsrichters des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main vom 12. Mai 2022 (10 BJs 30\/22), ununterbrochen in Untersuchungshaft.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Gegenstand des aktuellen Haftbefehls ist der Vorwurf, die Angeschuldigte habe sich von Ende September 2013 bis M\u00e4rz 2019 in Syrien in drei F\u00e4llen als Mitglied an den ausl\u00e4ndischen terroristischen Vereinigungen &#8220;Jabhat al-Nusra&#8221; und &#8220;Islamischer Staat&#8221; (IS) beteiligt, deren Zwecke und deren T\u00e4tigkeit darauf gerichtet seien, Mord (\u00a7 211 StGB) oder Totschlag (\u00a7 212 StGB) oder Kriegsverbrechen (\u00a7\u00a7 8, 9, 10, 11 oder 12 VStGB) zu begehen, in einem Fall davon in Tateinheit mit der Verletzung der F\u00fcrsorge- oder Erziehungspflicht, strafbar gem\u00e4\u00df \u00a7 129a Abs. 1 Nr. 1, \u00a7 129b Abs. 1 Satz 1 und 2, \u00a7 171, \u00a7\u00a7 52, 53 StGB.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat mit Anklageschrift vom 18. August 2022 wegen der dem Haftbefehl zugrundeliegenden Tatvorw\u00fcrfe Anklage zum Oberlandesgericht Frankfurt am Main erhoben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>II.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Voraussetzungen f\u00fcr die Fortdauer der Untersuchungshaft \u00fcber sechs Monate hinaus liegen vor.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Die Angeschuldigte ist jedenfalls der ihr zur Last gelegten mitgliedschaftlichen Beteiligung an der ausl\u00e4ndischen terroristischen Vereinigung Jabhat al-Nusra dringend verd\u00e4chtig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Nach dem gegenw\u00e4rtigen Ermittlungsstand ist im Sinne eines dringenden Tatverdachts von folgendem Sachverhalt auszugehen:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Die Jabhat al-Nusra (&#8220;Jabhat al-nusra li-ahli ash-sham&#8221; [Hilfsfront f\u00fcr das Volk Gro\u00dfsyriens]) wurde Ende 2011 von Abu Muhammad al-Jawlani und anderen syrischen Mitgliedern der seinerzeitigen Organisation &#8220;Islamischer Staat im Irak&#8221; (ISI) im Auftrag deren Anf\u00fchrers Abu Bakr al-Baghdadi in Syrien gegr\u00fcndet und sollte als Ableger der irakischen Organisation im Nachbarland operieren. Die Gr\u00fcndung wurde im Januar 2012 in einem im Internet ver\u00f6ffentlichten Video bekannt gegeben. Zwischen den zwei Gruppierungen kam es im April 2013 zum Bruch, als al-Baghdadi die Vereinigung der Teilorganisationen ISI und Jabhat al-Nusra im neu ausgerufenen &#8220;Islamischen Staat im Irak und Gro\u00dfsyrien&#8221; (ISIG) verk\u00fcndete. Al-Jawlani wies dies als Anf\u00fchrer der Jabhat al-Nusra zur\u00fcck, betonte die Eigenst\u00e4ndigkeit seiner Gruppierung und legte den Treueeid auf den Emir der Kern-al-Qaida, Ayman al-Zawahiri, ab; die Jabhat al-Nusra fungierte danach als Regionalorganisation von al-Qaida in Syrien.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Ziel der Jabhat al-Nusra war der Sturz des Assad-Regimes in Syrien, das sie durch einen islamischen Staat auf der Grundlage ihrer eigenen Interpretation der Scharia ersetzen wollte. Dar\u00fcber hinaus erstrebte sie die &#8220;Befreiung&#8221; des historischen Gro\u00dfsyrien, das hei\u00dft Syriens einschlie\u00dflich von Teilen der s\u00fcdlichen T\u00fcrkei, des Libanon, Jordaniens, Israels und der pal\u00e4stinensischen Gebiete. Diese Ziele verfolgte die Vereinigung mittels milit\u00e4rischer Operationen, aber auch durch Sprengstoffanschl\u00e4ge, Selbstmordattentate, Entf\u00fchrungen, gezielte T\u00f6tungen von Angeh\u00f6rigen des syrischen Milit\u00e4r- und Sicherheitsapparats und nicht am Konflikt beteiligten Zivilisten. Insgesamt werden der Gruppierung mehr als 2.000 Anschl\u00e4ge zugerechnet, bei denen mindestens 10.000 Menschen get\u00f6tet wurden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Jabhat al-Nusra war milit\u00e4risch-hierarchisch organisiert. Dem Anf\u00fchrer al-Jawlani war ein aus f\u00fcnf bis sechs Personen gebildeter Schura-Rat zugeordnet. Unterhalb dieser F\u00fchrungsebene standen die Kommandeure der insgesamt aus mehreren Tausend Personen bestehenden k\u00e4mpfenden Einheiten, die ihrerseits in die vor Ort agierenden Kampfgruppen untergliedert waren. Ihre milit\u00e4rische Ausbildung erhielten die K\u00e4mpfer in einem verzweigten Netz von Trainingslagern. Daneben gab es Hinweise auf sogenannte &#8220;Scharia-Komitees&#8221; in den von der Organisation kontrollierten Gebieten, die religi\u00f6se Angelegenheiten regelten und den Aufbau eines eigenen Justiz- und Verwaltungssystems vorantrieben. F\u00fcr ihre \u00d6ffentlichkeitsarbeit bediente sie sich einer eigenen Medienstelle, \u00fcber die sie im Internet Verlautbarungen, Operationsberichte und Anschlagsvideos verbreitete. Dar\u00fcber hinaus unterhielt sie ein Netzwerk von &#8220;Korrespondenten&#8221; in Syrien, die ihre Berichte \u00fcber Twitter-Kan\u00e4le ver\u00f6ffentlichten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Der IS ist eine Organisation mit militant-fundamentalistischer islamischer Ausrichtung, die es sich urspr\u00fcnglich zum Ziel gesetzt hatte, einen das Gebiet des Irak und die historische Region &#8220;ash-Sham&#8221; &#8211; die heutigen Staaten Syrien, Libanon und Jordanien sowie Pal\u00e4stina &#8211; umfassenden und auf ihrer Ideologie gr\u00fcndenden &#8220;Gottesstaat&#8221; unter Geltung der Scharia zu errichten und dazu die schiitisch dominierte Regierung im Irak und das Regime des syrischen Pr\u00e4sidenten Assad zu st\u00fcrzen. Zivile Opfer nahm und nimmt sie bei ihrem fortgesetzten Kampf in Kauf, weil sie jeden, der sich ihren Anspr\u00fcchen entgegenstellt, als &#8220;Feind des Islam&#8221; begreift; die T\u00f6tung solcher &#8220;Feinde&#8221; oder ihre Einsch\u00fcchterung durch Gewaltakte sieht der IS als legitimes Mittel des Kampfes an.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die F\u00fchrung der Vereinigung, die sich mit dem Ausrufen des &#8220;Kalifats&#8221; im Juni 2014 von &#8220;Islamischer Staat im Irak und in Gro\u00dfsyrien&#8221; (ISIG\/ISIS) in IS umbenannte, hatte seit 2010 bis zu seinem Tod im Oktober 2019 der &#8220;Emir&#8221; Abu Bakr al-Baghdadi inne. Al-Baghdadi war von seinem Sprecher zum &#8220;Kalifen&#8221; erkl\u00e4rt worden, dem die Muslime weltweit Gehorsam zu leisten h\u00e4tten. Dem &#8220;Kalifen&#8221; unterstehen ein Stellvertreter sowie &#8220;Minister&#8221; als Verantwortliche f\u00fcr einzelne Bereiche, so ein &#8220;Kriegsminister&#8221; und ein &#8220;Propagandaminister&#8221;. Zur F\u00fchrungsebene geh\u00f6ren au\u00dferdem beratende &#8220;Schura-R\u00e4te&#8221;. Ver\u00f6ffentlichungen werden in der Medienabteilung &#8220;Al-Furqan&#8221; produziert und \u00fcber die Medienstelle &#8220;al-l\u2019tisam&#8221; verbreitet, die dazu einen eigenen Twitter-Kanal und ein Internetforum nutzt. Das auch von Kampfeinheiten verwendete Symbol der Vereinigung besteht aus dem &#8220;Prophetensiegel&#8221; (einem wei\u00dfen Oval mit der Inschrift: &#8220;Allah &#8211; Rasul &#8211; Muhammad&#8221;) auf schwarzem Grund, erg\u00e4nzt um das islamische Glaubensbekenntnis. Die zur Tatzeit mehreren Tausend K\u00e4mpfer waren dem &#8220;Kriegsminister&#8221; unterstellt und in lokale Kampfeinheiten mit jeweils einem Kommandeur gegliedert.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Vereinigung teilte die von ihr besetzten Gebiete in Gouvernements ein und richtete einen Geheimdienstapparat ein; diese Ma\u00dfnahmen zielten auf das Schaffen totalit\u00e4rer staatlicher Strukturen. Angeh\u00f6rige der syrischen Armee, aber auch von in Gegnerschaft zum IS stehenden Oppositionsgruppen, ausl\u00e4ndische Journalisten und Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen sowie Zivilisten, die den Herrschaftsbereich des IS in Frage stellten, sahen sich Verhaftung, Folter und Hinrichtung ausgesetzt. Zu Zwecken der Einsch\u00fcchterung ver\u00f6ffentlichte der IS Filmaufnahmen von besonders grausamen T\u00f6tungen. Dar\u00fcber hinaus beging die Vereinigung immer wieder Massaker an Teilen der Zivilbev\u00f6lkerung und au\u00dferhalb ihres Machtbereichs Terroranschl\u00e4ge. So hat sie etwa f\u00fcr Anschl\u00e4ge in Frankreich, Belgien und Deutschland die Verantwortung \u00fcbernommen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Am 28. September 2013 reisten die damals zwanzigj\u00e4hrige Angeschuldigte sowie ihr Ehemann aus Deutschland aus und begaben sich aufgrund ihrer gemeinsamen religi\u00f6sen, salafistisch gepr\u00e4gten \u00dcberzeugung nach Syrien. In der dortigen Provinz I.\u00a0\u00a0\u00a0schlossen sich die Eheleute der Jabhat al-Nusra an. Der Ehemann stand der Organisation als bewaffneter K\u00e4mpfer zur Verf\u00fcgung und verteilte Hilfsmittel f\u00fcr sie. Dies entsprach ihrem Bestreben, durch die Versorgung der Zivilbev\u00f6lkerung deren Wohlwollen zu gewinnen. Dementsprechend verteilte die Angeschuldigte ebenfalls Sachspenden wie Kleidung und Lebensmittel. Zudem f\u00fchrte sie in Syrien den gemeinsamen Haushalt und versorgte die am 18. Februar 2014 geborene Tochter. Infolge von Auseinandersetzungen zwischen der Jabhat al-Nusra und dem rivalisierenden IS begab sich die Familie im Mai oder Juni 2014 in die T\u00fcrkei, um nach Deutschland zur\u00fcckzukehren. Als es nicht gelang, in Is.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0f\u00fcr die Tochter eine Geburtsurkunde oder einen Pass zu erhalten, reisten sie im November 2019 abermals nach Syrien und nahmen die Tochter mit in das Konfliktgebiet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Ehemann der Angeschuldigten gliederte sich in den IS ein und absolvierte rund einen halben Monat eine milit\u00e4rische Ausbildung. W\u00e4hrend dieser Zeit war die Angeschuldigte mit ihrer Tochter in einem G\u00e4stehaus untergebracht. Danach zog die Familie gemeinsam nach\u00a0\u00a0\u00a0S.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0, wo der Ehemann in der Finanzverwaltung des IS t\u00e4tig war und von diesem eine regelm\u00e4\u00dfige Alimentation in H\u00f6he von insgesamt 135 US-Dollar f\u00fcr sich, seine Frau und die Tochter erhielt. Die Angeschuldigte k\u00fcmmerte sich erneut um den Haushalt. Nach drei bis vier Monaten siedelte die Familie wegen der T\u00e4tigkeiten des Ehemannes f\u00fcr den IS nach R.\u00a0\u00a0\u00a0, Mitte 2016 nach\u00a0\u00a0\u00a0M.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0um. Ab Mitte 2017 fl\u00fcchteten die Eheleute mehrfach mit ihren &#8211; schlie\u00dflich vier &#8211; Kindern aufgrund zunehmender K\u00e4mpfe. Die Angeschuldigte wurde im Februar 2019 von kurdischen Kr\u00e4ften festgenommen und mit den Kindern bis zu ihrer R\u00fcckf\u00fchrung nach Deutschland am 30. M\u00e4rz 2022 in zwei Lagern festgehalten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Der dringende Tatverdacht beruht hinsichtlich der au\u00dfereurop\u00e4ischen terroristischen Vereinigungen Jabhat al-Nusra und IS insbesondere auf islamwissenschaftlichen Gutachten des Sachverst\u00e4ndigen\u00a0\u00a0\u00a0St.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0und detaillierten Auswerteberichten des Bundeskriminalamts sowie den dort in Bezug genommenen und dargestellten weiteren Quellen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Angeschuldigte hat sich im Strafverfahren nicht zur Sache eingelassen, allerdings bei einer Befragung auf dem R\u00fcckflug nach Deutschland allgemein die Ausreise nach Syrien, die R\u00fcckreise in die T\u00fcrkei und die anschlie\u00dfende R\u00fcckkehr nach Syrien geschildert. Ihr Ehemann hat sich zu dem Geschehen gegen\u00fcber einer sachverst\u00e4ndigen Zeugin ge\u00e4u\u00dfert und dabei Aktivit\u00e4ten f\u00fcr den IS ausdr\u00fccklich einger\u00e4umt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>F\u00fcr eine T\u00e4tigkeit der Eheleute f\u00fcr die Jabhat al-Nusra spricht neben weiteren Umst\u00e4nden die Aussage einer Zeugin, dass die Angeschuldigte und ihr Ehemann etwa von April bis Mai 2014 bei der Zeugin in Syrien gewohnt h\u00e4tten; der Mann m\u00fcsse &#8220;auch zu uns \u2026 also zur Jabhat al-Nusra&#8221; geh\u00f6rt haben. Zudem habe die Angeschuldigte mit einer anderen Frau &#8220;die Spenden gemacht&#8221;. Da sie diese Aktivit\u00e4t in einem von der Jabhat al-Nusra kontrollierten Gebiet vornahm, sie mit ihrem Ehemann bei einer der Organisation zugeh\u00f6rigen Zeugin lebte und diese dem Ehemann die Rolle eines Mudschahed beima\u00df, liegt nach den Gesamtumst\u00e4nden nahe, dass die Angeschuldigte bewusst innerhalb des Zusammenschlusses mit dessen Billigung handelte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Erg\u00e4nzende Erkenntnisse, namentlich zu dem zwischenzeitlichen Aufenthalt in der T\u00fcrkei, ergeben sich aus \u00fcberwachter sowie auf einem sichergestellten Mobiltelefon gespeicherter Telekommunikation und Beh\u00f6rdenerkl\u00e4rungen des Bundesnachrichtendienstes. Wegen weiterer Einzelheiten zur vorl\u00e4ufigen Bewertung der Beweislage wird auf den Haftbefehl und die Darstellung des wesentlichen Ergebnisses der Ermittlungen in der Anklageschrift der Generalstaatsanwaltschaft Bezug genommen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) In rechtlicher Hinsicht folgt daraus, dass sich die Angeschuldigte mit hoher Wahrscheinlichkeit zumindest wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland strafbar gemacht hat (\u00a7 129a Abs. 1 Nr. 1, \u00a7 129b Abs. 1 S\u00e4tze 1 und 2 StGB).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Sowohl unter Zugrundelegung des bis zum 21. Juli 2017 nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs ma\u00dfgeblichen Vereinigungsbegriffs als auch auf der Grundlage der Legaldefinition des seit dem Folgetag g\u00fcltigen \u00a7 129 Abs. 2 i.V.m. \u00a7 129a Abs. 1 StGB setzt die mitgliedschaftliche Beteiligung an einer Vereinigung zum einen eine gewisse einvernehmliche Eingliederung des T\u00e4ters in die Organisation (die Mitgliedschaft) und zum anderen eine aktive T\u00e4tigkeit zur F\u00f6rderung ihrer Ziele (die Beteiligungshandlungen) voraus (s. im Einzelnen etwa BGH, Beschluss vom 21. April 2022 &#8211; AK 14\/22, juris Rn. 27 ff. mwN).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Daran gemessen belegen die bislang ermittelten Tatsachen eine Eingliederung der Angeschuldigten in die Jabhat al-Nusra ebenso wie vereinigungstypische T\u00e4tigkeiten f\u00fcr deren Zwecke mit ausreichender Wahrscheinlichkeit. Dies ergibt sich insbesondere daraus, dass die Angeschuldigte mit ihrem f\u00fcr die Organisation als K\u00e4mpfer zur Verf\u00fcgung stehenden Ehemann vor Ort bei einem anderen Mitglied l\u00e4ngerfristig wohnte und im Interesse der Vereinigung Bedarfsg\u00fcter verteilte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>d) Ob dar\u00fcber hinaus eine mitgliedschaftliche Beteiligung der Angeschuldigten am IS (vgl. zu m\u00f6glichen Beteiligungshandlungen BGH, Beschluss vom 21. April 2022 &#8211; AK 18\/22, juris Rn. 21 f.) und eine Verletzung der F\u00fcrsorge- oder Erziehungspflicht (\u00a7 171 StGB) gegeben sind, bedarf f\u00fcr die Haftfortdauer derzeit keiner Entscheidung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Es liegt wenigstens &#8211; auch bei der gebotenen restriktiven Auslegung des \u00a7 112 Abs. 3 StPO &#8211; der Haftgrund der Schwerkriminalit\u00e4t vor. Danach kann schon die zwar nicht mit bestimmten Tatsachen belegbare, aber nach den Umst\u00e4nden des Falls doch nicht auszuschlie\u00dfende Fluchtgefahr gen\u00fcgen. Ausreichend, aber auch erforderlich ist die Feststellung, dass eine verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig geringe oder entfernte Gefahr dieser Art besteht (BGH, Beschluss vom 24. Januar 2019 &#8211; AK 57\/18, juris Rn. 31).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Eine derartige Gefahr ist vor dem Hintergrund gegeben, dass die Angeschuldigte bereits im Falle einer Verurteilung wegen mitgliedschaftlicher Beteiligung an der Jabhat al-Nusra eine deutliche Freiheitsstrafe oder Jugendstrafe f\u00fcr den Fall der Anwendung von Jugendstrafrecht zu erwarten hat. Zudem hat sie in Deutschland nach langj\u00e4hriger Abwesenheit keine solchen Bindungen, die einer etwaigen Flucht entgegenst\u00fcnden. Ihre famili\u00e4ren Beziehungen hielten sie nicht von der Ausreise nach Syrien ab. Dass ihre minderj\u00e4hrigen Kinder bewirken, sich dem Strafverfahren mit einer drohenden zu vollstreckenden Strafe und damit einhergehender weiterer Trennung von ihnen zu stellen, ist nicht abzusehen. Soweit sie sich um die R\u00fcckholung aus dem kurdischen Lager nach Deutschland bem\u00fchte, war naheliegender Beweggrund, der dortigen Situation zu entkommen, nicht, einem Strafverfahren in Deutschland zur Verf\u00fcgung zu stehen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der durch die Straferwartung begr\u00fcndete Fluchtanreiz wird nicht dadurch gesenkt, dass eine etwaige Verb\u00fc\u00dfungsdauer durch die Anrechnung in kurdischen Lagern verbrachter Zeiten herabgesetzt w\u00e4re. Ungeachtet der Frage, ob bei den Lagern ein Festhalten durch eine \u00f6ffentliche Gewalt und damit \u00fcberhaupt eine Freiheitsentziehung im Sinne von \u00a7 51 Abs. 3 Satz 2, Abs. 1 StGB gegeben sind, setzt eine Anrechnung regelm\u00e4\u00dfig voraus, dass die Freiheitsentziehung auf ein in- oder ausl\u00e4ndisches Strafverfahren zur\u00fcckzuf\u00fchren ist (vgl. BGH, Beschluss vom 13. Oktober 2021 &#8211; AK 44\/21, juris Rn. 45 f.). Nach aktueller Erkenntnislage ergibt sich nicht, dass die Inhaftierung repressive und nicht pr\u00e4ventive Zwecke verfolgte (s. BGH, Beschl\u00fcsse vom 13. Oktober 2021 &#8211; AK 44\/21, juris Rn. 45; vom 21. April 2022 &#8211; AK 14\/22, juris Rn. 44; vom 20. September 2022 &#8211; AK 30\/22, juris Rn. 29). Dass die Angeschuldigte laut vorliegender Urkunden in Syrien &#8220;unter dem Verdacht terroristischer Vereinigungen\/Aktivit\u00e4ten&#8221; biometrisch erfasst wurde, l\u00e4sst f\u00fcr den Grund ihrer Inhaftierung keinen n\u00e4heren R\u00fcckschluss zu; denn ein solcher Verdacht kann Anlass f\u00fcr eine Ma\u00dfnahme sowohl zum Zwecke einer sp\u00e4teren Strafverfolgung als auch zur Abwehr weiterer terroristischer Handlungen geben. Eine Einordnung des konkreten Freiheitsentzugs folgt auch nicht aus der in einem Schriftsatz der Verteidigerin zitierten allgemein gehaltenen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage, nach der &#8220;die sogenannte kurdische &#8216;Selbstverwaltung&#8217; in Nordost-Syrien im Jahr 2020&#8221; gegen\u00fcber der Bundesregierung angek\u00fcndigt habe, &#8220;dass sie ihrerseits Strafverfahren gegen ausl\u00e4ndische IS-Anh\u00e4ngerinnen anstrebt&#8221; (BT-Drucks. 19\/26668 S. 7). Hierbei ist zudem zu beachten, dass die Angeschuldigte bereits im Februar 2019 von kurdischen Kr\u00e4ften festgenommen wurde und diese nach der Auskunft augenscheinlich lediglich k\u00fcnftig Strafverfahren anstreben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Eine &#8211; bei verfassungskonformer Auslegung auch im Rahmen des \u00a7 112 Abs. 3 StPO m\u00f6gliche &#8211; Au\u00dfervollzugsetzung des Haftbefehls (\u00a7 116 StPO) ist nicht erfolgversprechend. Unter den genannten Umst\u00e4nden kann der Zweck der Untersuchungshaft nicht durch weniger einschneidende Ma\u00dfnahmen als ihren Vollzug erreicht werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Die Voraussetzungen f\u00fcr die Fortdauer der Untersuchungshaft \u00fcber sechs Monate hinaus (\u00a7 121 Abs. 1 StPO) sind gegeben. Die besondere Schwierigkeit und der Umfang der Ermittlungen haben ein Urteil noch nicht zugelassen und rechtfertigen die Haftfortdauer. Die Generalstaatsanwaltschaft hat die Anklage nicht einmal zwei Wochen nach \u00dcbersendung eines &#8211; ohne Verz\u00f6gerung erstellten &#8211; vorl\u00e4ufigen klinisch-rechtsmedizinischen Gutachtens zu einer etwaigen Schussverletzung der \u00e4ltesten Tochter der Angeschuldigten erhoben, das sich auf den vom Haftbefehl umfassten Vorwurf der Verletzung der F\u00fcrsorge- oder Erziehungspflicht bezieht. Der mit der Sache befasste Strafsenat des Oberlandesgerichts hat mit Zustellung der Anklage eine angemessene Erkl\u00e4rungsfrist gesetzt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Soweit die bereits bei Haftbefehlsverk\u00fcndung beantragte m\u00fcndliche Haftpr\u00fcfung &#8211; wie von der Verteidigerin in ihrer Stellungnahme n\u00e4her vorgebracht &#8211; vom Ermittlungsrichter des Oberlandesgerichts zun\u00e4chst auf den 19. April 2022 terminiert worden ist und dann nach einem Befangenheitsantrag erst am 12. Mai 2022 stattgefunden hat, hat dies den Verfahrensabschluss nicht beeintr\u00e4chtigt. Insbesondere haben sich daraus weder Verz\u00f6gerungen des Ermittlungsverfahrens noch eine l\u00e4ngere Dauer der Untersuchungshaft ergeben. Entsprechendes gilt f\u00fcr die Bescheidung weiterer haftbezogener Antr\u00e4ge der Angeschuldigten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Schlie\u00dflich steht die Untersuchungshaft nach Abw\u00e4gung zwischen dem Freiheitsgrundrecht der Angeschuldigten einerseits sowie dem Strafverfolgungsinteresse der Allgemeinheit andererseits nicht zu der Bedeutung der Sache und der zu erwartenden Strafe au\u00dfer Verh\u00e4ltnis (\u00a7 120 Abs. 1 Satz 1 StPO).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Sch\u00e4fer\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Hohoff\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Anst\u00f6tz<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KORE677352022&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BGH_AK_34-22_KORE677352022.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tenor Die Untersuchungshaft hat fortzudauern. 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