{"id":664052,"date":"2026-04-23T22:05:20","date_gmt":"2026-04-23T20:05:20","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesfinanzhof-11-senat-urteil-2022-06-22-xi-r-46-20\/"},"modified":"2026-04-23T22:05:20","modified_gmt":"2026-04-23T20:05:20","slug":"bundesfinanzhof-11-senat-urteil-2022-06-22-xi-r-46-20","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bundesfinanzhof-11-senat-urteil-2022-06-22-xi-r-46-20\/","title":{"rendered":"Bundesfinanzhof, 11. Senat, Urteil, 2022-06-22, XI R 46\/20"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Besteht f\u00fcr einen Verg\u00fctungsanspruch, den das FA f\u00fcr einen Besteuerungszeitraum nach Insolvenzer\u00f6ffnung erstmals festsetzt, aufgrund der Rechtswidrigkeit dieser Steuerfestsetzung kein materieller Rechtsgrund, wird das FA diesen Verg\u00fctungsanspruch i.S. von \u00a7 96 Abs. 1 Nr. 1 InsO erst mit der Festsetzung und damit erst nach der Insolvenzer\u00f6ffnung zur Masse schuldig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Orientierungssatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kostenentscheidung im Tenor des Urteils vom 22.06.2022 &#8211; XI R 46\/20 wurde gem\u00e4\u00df \u00a7 107 FGO von &#8220;Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.&#8221; in &#8220;Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Beklagte zu tragen.&#8221; berichtigt (BFH-Beschluss vom 19.09.2022 &#8211; XI R 46\/20, nicht ver\u00f6ffentlicht).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Auf die Revision des Kl\u00e4gers werden das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 28.01.2019 &#8211; 5 K 2414\/17, der Abrechnungsbescheid der Beklagten vom 13.07.2017 und die Einspruchsentscheidung vom 14.12.2017 aufgehoben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align:center\">I.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Streitig ist die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit eines Abrechnungsbescheids.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Amtsgericht A er\u00f6ffnete am \u20262010 das Insolvenzverfahren \u00fcber das Verm\u00f6gen der X GmbH (X) und bestellte den Kl\u00e4ger und Revisionskl\u00e4ger (Kl\u00e4ger) zum Insolvenzverwalter. Das Finanzamt A (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) meldete offene Umsatzsteuerforderungen aus der Zeit vor Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens unbestritten zur Tabelle an.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit seiner Umsatzsteuererkl\u00e4rung 2013 machte der Kl\u00e4ger f\u00fcr die X eine Steuerberichtigung nach \u00a7\u00a017 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 Satz\u00a01 und Abs.\u00a01 Satz\u00a01 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) f\u00fcr Entgelte in H\u00f6he von 176.737,67\u00a0\u20ac geltend, die sich f\u00fcr vorinsolvenzrechtlich erbrachte Leistungen wegen Zahlungsunf\u00e4higkeit der Leistungsempf\u00e4nger ergeben habe. Im Rahmen einer Umsatzsteuersonderpr\u00fcfung f\u00fcr das Jahr 2013 stellte das FA fest, dass sich die uneinbringlichen Entgelte aus der Zeit vor der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens auf 173.108,33\u00a0\u20ac beliefen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Steuerberichtigung blieb in dem Bescheid \u00fcber Umsatzsteuer f\u00fcr das Jahr 2013 vom 09.04.2015 zun\u00e4chst unber\u00fccksichtigt. Auf den Einspruch des Kl\u00e4gers, mit dem dieser sich auf das Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 25.07.2012\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a029\/11 (BFHE 238, 307, BStBl II 2013, 36) berief, setzte das FA unter Ber\u00fccksichtigung der uneinbringlichen Forderungen mit \u00c4nderungsbescheid vom 28.06.2017 eine Steuerverg\u00fctung f\u00fcr das Jahr 2013 in H\u00f6he von 32.890,52\u00a0\u20ac unter der Steuernummer der Insolvenzmasse fest.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Diesem Bescheid war ein Schriftwechsel zwischen dem Finanzministerium des Landes Rheinland-Pfalz (FM), dem Landesamt f\u00fcr Steuern des Landes Rheinland-Pfalz (Landesamt) und dem FA vorausgegangen. Mit Schreiben vom 10.06.2016 hatte das Landesamt dem FM vorgeschlagen, in den F\u00e4llen wie dem Streitfall entgegen dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 09.12.2011 (BStBl I 2011, 1273) die Grunds\u00e4tze des BFH-Urteils vom 09.12.2010\u00a0&#8211; V\u00a0R\u00a022\/10 (BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996) anzuwenden. Dem widersprach das FM mit Schreiben vom 08.11.2016. Aufgrund der ausdr\u00fccklichen Regelung im BMF-Schreiben in BStBl I 2011, 1273 k\u00f6nne eine Ber\u00fccksichtigung der BFH-Rechtsprechung nicht im Steuerfestsetzungsverfahren, sondern nur im Erhebungsverfahren erfolgen. Im Streitfall wendete sich das FA mit Schreiben vom 07.02.2017 an das Landesamt und trug vor, dass f\u00fcr den Streitfall entscheidend sei, ob die Grunds\u00e4tze der Berichtigung aus Rechtsgr\u00fcnden mit allen Konsequenzen angewendet werden oder nicht. Es bat um entsprechende Weisung. Daraufhin verwies das Landesamt im Antwortschreiben vom 31.05.2017 auf die Weisung des FM vom 08.11.2016 und forderte das FA auf, entsprechend der Rechtsprechung des BFH erst im Erhebungsverfahren zu verfahren.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit Umbuchungsmitteilung vom 28.06.2017 teilte die Beklagte und Revisionsbeklagte (Landesfinanzkasse &#8211;L&#8211;) dem Kl\u00e4ger mit, dass sie 32.890,52\u00a0\u20ac und damit das Guthaben aus der Umsatzsteuer 2013 von der Steuernummer der Insolvenzmasse auf die Steuernummer der X vor Insolvenz f\u00fcr eine Vorauszahlungsschuld Umsatzsteuer Mai 2010 umgebucht habe.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger widersprach der Umbuchung mit Schreiben vom 11.07.2017. L erlie\u00df daraufhin am 13.07.2017 einen Abrechnungsbescheid, in dem sie die &#8220;Aufrechnung des Umsatzsteuerguthabens 2013 mit Insolvenzforderungen&#8221; damit begr\u00fcndete, dass aus Rechtsgr\u00fcnden eine Uneinbringlichkeit von Leistungen sp\u00e4testens mit Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens eingetreten sei, so dass der darauf entfallende Steuerbetrag gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a017 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 Satz\u00a01 i.V.m. Abs.\u00a01 Satz\u00a01 UStG im Jahr 2010 h\u00e4tte berichtigt werden m\u00fcssen. Der Einspruch des Kl\u00e4gers blieb erfolglos (Einspruchsentscheidung vom 14.12.2017).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die dagegen erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2019, 1702 ver\u00f6ffentlichten Urteil ab. Es entschied, die von L vorgenommene Aufrechnung des Umsatzsteuerguthabens aus der Umsatzsteuerfestsetzung f\u00fcr 2013 mit Umsatzsteuerschulden aus Mai 2010 sei rechtm\u00e4\u00dfig. Insbesondere stehe das Aufrechnungsverbot des \u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 der Insolvenzordnung (InsO) nicht entgegen. Denn L sei nicht erst nach der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens etwas zur Insolvenzmasse schuldig geworden. Die Forderungen der X seien mit der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens rechtlich uneinbringlich geworden. Der R\u00fcckforderungsanspruch hinsichtlich der Umsatzsteuer sei daher sp\u00e4testens in dem Moment vor der Insolvenzer\u00f6ffnung verwirklicht worden. Auf die formelle Steuerfestsetzung komme es nicht an.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit der Revision r\u00fcgt der Kl\u00e4ger die Verletzung materiellen Rechts. Er tr\u00e4gt vor, dass hinsichtlich der Aufrechnungslage im Falle der Insolvenz die Vorschriften der \u00a7\u00a7\u00a095, 96 InsO zu beachten seien. Insbesondere greife das Aufrechnungsverbot des \u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 InsO ein. F\u00fcr die Beurteilung, ob das Aufrechnungsverbot eingreife, sei im Erhebungsverfahren die formelle Steuerfestsetzung ma\u00dfgeblich. Dies gelte auch hinsichtlich der zeitlichen Zuordnung eines Steuererstattungsanspruchs aus einer Berichtigung nach \u00a7\u00a017 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 Satz\u00a01 UStG. Auf eine Betrachtung nach dem materiellen Recht komme es nicht an. Diese Rechtsprechung stehe im Einklang mit der BFH-Rechtsprechung, wonach die im Festsetzungsverfahren vorgenommene Steuerfestsetzung f\u00fcr das Erhebungsverfahren vorgreiflich und bindend sei. Deshalb sei L den Erstattungsanspruch erst nach der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens zur Insolvenzmasse schuldig geworden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger beantragt sinngem\u00e4\u00df,<br \/>unter Aufhebung der Vorentscheidung den Abrechnungsbescheid vom 13.07.2017 und die Einspruchsentscheidung vom 14.12.2017 aufzuheben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>L beantragt,<br \/>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Sie tr\u00e4gt vor, nach der Rechtsprechung des BFH werde sp\u00e4testens mit der Insolvenzer\u00f6ffnung die Forderung f\u00fcr den Unternehmer uneinbringlich. Auf die Steuerfestsetzung komme es nicht an. Sie sei f\u00fcr die Begr\u00fcndetheit der steuerlichen Forderung nicht ma\u00dfgebend . Es komme f\u00fcr die Frage der Anwendung des \u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 InsO allein darauf an, ob in diesem Zeitpunkt die materiell-rechtlichen Voraussetzungen vorlagen. Der Zeitpunkt, wann der Steueranspruch geltend gemacht werde, sei unerheblich.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"text-align:center\">II.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Revision des Kl\u00e4gers ist begr\u00fcndet und f\u00fchrt unter Aufhebung der Entscheidung der Vorinstanz zur Klagestattgabe (\u00a7\u00a0126 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 Nr.\u00a01 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Die Klage ist als Anfechtungsklage, die an sich auf \u00c4nderung des Abrechnungsbescheids gerichtet ist, zul\u00e4ssig (vgl. BFH-Urteil vom 18.08.2020\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a039\/19, BFH\/NV 2021, 329, Rz\u00a022\u00a0f.), wobei es nach den Verh\u00e4ltnissen des Streitfalls ausnahmsweise ausreicht, dass der Abrechnungsbescheid, der das Erl\u00f6schen der Forderung festgestellt hat, aufgehoben wird (vgl. auch Alber in H\u00fcbschmann\/Hepp\/Spitaler, \u00a7\u00a0218 AO Rz\u00a0125), da L in der m\u00fcndlichen Verhandlung vor dem Senat erkl\u00e4rt hat, dass die Zul\u00e4ssigkeit der Aufrechnung der einzige Streitpunkt sei und entsprechend dem Urteil des Senats verfahren werde.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. In der Sache hat das FG gegen \u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 InsO versto\u00dfen. Die Vorentscheidung ist deshalb aufzuheben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Nach \u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 InsO ist eine Aufrechnung unzul\u00e4ssig, wenn ein Insolvenzgl\u00e4ubiger erst nach der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens etwas zur Insolvenzmasse schuldig geworden ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Ob ein Insolvenzgl\u00e4ubiger vor oder nach Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens i.S. des \u00a7\u00a096 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 InsO etwas zur Insolvenzmasse schuldig geworden ist, bestimmt sich bei Erstattungs- oder Verg\u00fctungsanspr\u00fcchen danach, ob s\u00e4mtliche materiell-rechtlichen Tatbestandsvoraussetzungen f\u00fcr die Entstehung dieses Anspruchs im Zeitpunkt der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens bereits erf\u00fcllt waren (st\u00e4ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 238, 307, BStBl II 2013, 36, Rz\u00a017; vom 18.08.2015\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a029\/14, BFH\/NV 2016, 87, Rz\u00a016; vom 08.11.2016\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a034\/15, BFHE 256, 6, BStBl II 2017, 496; vom 12.06.2018\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a019\/16, BFHE 261, 463, BStBl II 2020, 717, Rz\u00a013; vom 15.01.2019\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a023\/17, BFHE 263, 305, BStBl II 2019, 329, Rz\u00a012; vom 15.10.2019\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a031\/17, BFHE 266, 121, Rz\u00a018; vom 18.02.2020\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a039\/18, BFHE 268, 391, Rz\u00a027; BFH-Beschl\u00fcsse vom 26.08.2021\u00a0&#8211; V\u00a0R\u00a038\/20, BFH\/NV 2022, 146, Rz\u00a018, und vom 25.04.2018\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a018\/16, BFH\/NV 2018, 1289).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Seit der durch das BFH-Urteil in BFHE 238, 307, BStBl II 2013, 36 ge\u00e4nderten Rechtsprechung ist bei Steuerverg\u00fctungsfestsetzungen (\u00a7\u00a0168 Satz\u00a02 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;), die auf einem Steuerberichtigungsanspruch nach \u00a7\u00a017 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 und Abs.\u00a01 Satz\u00a01 UStG beruhen, entscheidend, &#8220;wann der materiell-rechtliche Berichtigungstatbestand&#8221; verwirklicht wird. Bei einem derartigen Verg\u00fctungsanspruch aufgrund von Uneinbringlichkeit kommt es daher darauf an, ob die Uneinbringlichkeit vor oder nach Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens eingetreten ist. Erst mit der Uneinbringlichkeit sind die materiell-rechtlichen Tatbestandsvoraussetzungen f\u00fcr die Entstehung eines darauf beruhenden Berichtigungsanspruchs, der zu einer Steuerverg\u00fctung f\u00fchren kann, erf\u00fcllt. Der Zeitpunkt der Abgabe der Steueranmeldung oder des Erlasses eines Steuerbescheides, in dem der Berichtigungsfall erfasst wird, ist unerheblich (vgl. BFH-Urteil in BFHE 238, 307, BStBl II 2013, 36, Rz\u00a017).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Danach ist die Aufrechnung entgegen dem Urteil des FG unzul\u00e4ssig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Im Streitfall bezieht sich der Berichtigungsanspruch nach \u00a7\u00a017 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 Satz\u00a01 und Abs.\u00a01 Satz\u00a01 UStG auf Entgelte f\u00fcr steuerpflichtige Leistungen, die die X vor der Er\u00f6ffnung des Insolvenzverfahrens \u00fcber ihr Verm\u00f6gen erbracht hatte. Diese Entgelte wurden nach st\u00e4ndiger BFH-Rechtsprechung bereits mit und dabei eine juristische Sekunde vor der Verfahrenser\u00f6ffnung aus Rechtsgr\u00fcnden uneinbringlich (BFH-Urteile in BFHE 232, 301, BStBl II 2011, 996, Rz\u00a030; vom 24.11.2011\u00a0&#8211; V\u00a0R\u00a013\/11, BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298, Rz\u00a051\u00a0ff.; vom 08.03.2012\u00a0&#8211; V\u00a0R\u00a024\/11, BFHE 236, 274, BStBl II 2012, 466, Rz\u00a018; vom 24.09.2014\u00a0&#8211; V\u00a0R\u00a048\/13, BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506, Rz\u00a027, und vom 27.09.2018\u00a0&#8211; V\u00a0R\u00a045\/16, BFHE 262, 214, BStBl II 2019, 356, Rz\u00a013). Da ein derart bereits uneinbringlich gewordenes Entgelt nicht nochmals uneinbringlich werden kann, kommt es auf nach der Insolvenzer\u00f6ffnung eintretende (tats\u00e4chliche) Zahlungsausf\u00e4lle in Bezug auf die gegen die Leistungsempf\u00e4nger des Insolvenzschuldners gerichteten Entgeltforderungen nicht an.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Die vorliegend bereits mit der Insolvenzer\u00f6ffnung eingetretene Uneinbringlichkeit hatte das FA an sich zutreffend erkannt. Es sah sich aber aufgrund der Weisungen des FM und des Landesamts daran gehindert, nach der bereits damals bekannten BFH-Rechtsprechung von einer Uneinbringlichkeit im Zeitpunkt der Er\u00f6ffnung des (vorl\u00e4ufigen) Insolvenzverfahrens auszugehen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Daher hat das FA im Umsatzsteuerbescheid 2013 vom 28.06.2017 der Steuerfestsetzung einen &#8211;im Hinblick auf die mit der Insolvenzer\u00f6ffnung bereits eingetretene Uneinbringlichkeit&#8211; nicht bestehenden Berichtigungsanspruch zugrunde gelegt, indem es entgegen der eigenen Rechtsauffassung angenommen hat, dass nach \u00a7\u00a017 Abs.\u00a02 Nr.\u00a01 Satz\u00a01, Abs.\u00a01 Satz\u00a01 UStG der Steuerbetrag f\u00fcr steuerpflichtige Ausgangsleistungen des Unternehmens zu berichtigen sei, weil sich eine Uneinbringlichkeit vorinsolvenzrechtlicher Entgelte erst aus der Zahlungsunf\u00e4higkeit der Leistungsempf\u00e4nger ergeben habe.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Da f\u00fcr einen nach dem materiellen Recht von vornherein nicht existenten Anspruch keine materiell-rechtlichen Entstehungsvoraussetzungen bestehen, kann es hierf\u00fcr auch keinen &#8220;materiellen Rechtsgrund&#8221; geben. Es ist entgegen dem FG-Urteil auch nicht m\u00f6glich, den Rechtsgrund f\u00fcr einen bei der Steuerfestsetzung 2013 ber\u00fccksichtigten Berichtigungsanspruch in dem bereits mit der Insolvenzer\u00f6ffnung in 2010 entstandenen Berichtigungsanspruch zu sehen. Hiergegen spricht bereits, dass es sich um zwei in ihren Voraussetzungen v\u00f6llig unterschiedliche Anspr\u00fcche handelt. So kommt es f\u00fcr den wohl in 2010 tats\u00e4chlich entstandenen Berichtigungsanspruch auf die Insolvenzer\u00f6ffnung \u00fcber das Verm\u00f6gen des Leistenden &#8211;oder im Fall der vorherigen Bestellung eines vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalters mit allgemeinen Zustimmungsvorbehalt auf diese Bestellung (BFH-Urteil in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506)&#8211; an, w\u00e4hrend der vom FA festgesetzte Berichtigungsanspruch auf Zahlungsausf\u00e4lle und damit auf Umst\u00e4nde in der Person des jeweiligen Leistungsempf\u00e4ngers abstellt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Die Sache ist spruchreif.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Besteht f\u00fcr einen Verg\u00fctungsanspruch, den das FA f\u00fcr einen Besteuerungszeitraum nach Insolvenzer\u00f6ffnung erstmals festsetzt, aufgrund der Rechtswidrigkeit dieser Steuerfestsetzung kein materieller Rechtsgrund, wird das FA diesen Verg\u00fctungsanspruch erst mit der Festsetzung (und damit vorliegend nach der Insolvenzer\u00f6ffnung) zur Masse schuldig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Dies unterscheidet den Streitfall von einer Erstattungsfestsetzung zugunsten des Steuerpflichtigen als Korrektur einer vorherigen rechtswidrigen (oder anderweitig \u00fcberh\u00f6hten) Festsetzung, bei der dann auf den die Erstattungsforderung begr\u00fcndenden Sachverhalt abzustellen sein kann (vgl. zur &#8220;Rechtsgrundlegung&#8221; f\u00fcr eine Erstattung von Einkommensteuer bereits mit der Leistung der entsprechenden Vorauszahlungen BFH-Urteil vom 28.02.2012\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a036\/11, BFHE 236, 202, BStBl II 2012, 451, Rz\u00a010). Ma\u00dfgeblich f\u00fcr diese Differenzierung ist, dass die Berichtigung nach \u00a7\u00a017 UStG einen eigenst\u00e4ndigen Anspruch mit jeweils eigenen materiell-rechtlichen Tatbestandsvoraussetzungen gew\u00e4hrt, an die sich besondere Rechtsfolgen kn\u00fcpfen, denen keine R\u00fcckwirkung zukommt, was auf den Erstattungsanspruch nach \u00a7\u00a037 Abs.\u00a02 AO aufgrund zu hoher oder materiell-rechtlich nicht geschuldeter Vorauszahlungen nicht zutrifft (BFH-Urteil in BFHE 266, 121, Rz\u00a022).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Da es sich zudem vorliegend um eine Steuerfestsetzung f\u00fcr einen Besteuerungszeitraum nach Insolvenzer\u00f6ffnung handelt, ist nicht zu entscheiden, ob dasselbe f\u00fcr eine rechtswidrige Steuerverg\u00fctungsfestsetzung f\u00fcr einen Zeitraum vor Insolvenzer\u00f6ffnung gelten w\u00fcrde.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Unerheblich ist, dass dem FM, dem Landesamt und dem FA die Rechtswidrigkeit der Steuerfestsetzung von vornherein bekannt war und sie dabei davon ausgingen, im Festsetzungsverfahren entgegen und im Erhebungsverfahren entsprechend der BFH-Rechtsprechung zu entscheiden. Damit wurde verkannt, dass es bei der Pr\u00fcfung des insolvenzrechtlichen Aufrechnungsverbots auf den festgesetzten Verg\u00fctungsanspruch ankommt und dementsprechend dieser Pr\u00fcfung kein anderer als der festgesetzte Anspruch zugrunde zu legen ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Dementsprechend ist auch ohne Bedeutung, dass die Aufrechnung zul\u00e4ssig gewesen w\u00e4re, wenn das FA entgegen seiner Weisungslage den Berichtigungsanspruch entsprechend der BFH-Rechtsprechung f\u00fcr den Besteuerungszeitraum der Insolvenzer\u00f6ffnung (BFH-Urteil vom 16.12.2008\u00a0&#8211; VII\u00a0R\u00a017\/08, BFHE 224, 463, BStBl II 2010, 91, unter II.2.) im Rahmen der Steuerberechnung f\u00fcr den vorinsolvenzrechtlichen Unternehmensteil (BFH-Urteile in BFHE 235, 137, BStBl II 2012, 298, Rz\u00a014, und in BFHE 262, 214, BStBl II 2019, 356, Rz\u00a017) mit der Folge einer Verg\u00fctungsfestsetzung f\u00fcr diesen Besteuerungszeitraum ber\u00fccksichtigt h\u00e4tte. Derart hypothetische Betrachtungen sind weder im Festsetzungs- noch im Erhebungsverfahren anzustellen. Hiergegen spricht auch, dass dann eine vorrangige Verrechnung mit anderen Besteuerungsgrundlagen dieses Besteuerungszeitraums im Rahmen der vorinsolvenzrechtlichen Steuerberechnung vorzunehmen gewesen w\u00e4re, was z.B. zur Minderung einer f\u00fcr diesen Besteuerungszeitraum bestehenden Steuerforderung gef\u00fchrt h\u00e4tte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Ob der Berichtigungsanspruch bereits mit der Bestellung eines vorl\u00e4ufigen Insolvenzverwalters mit Zustimmungsvorbehalt entstanden sein k\u00f6nnte (vgl. BFH-Urteil in BFHE 247, 460, BStBl II 2015, 506), ist f\u00fcr die hier zu treffende Entscheidung unerheblich.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7\u00a0135 Abs.\u00a01 FGO.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-STRE202210206&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BFH_XI_R_46-20_STRE202210206.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Besteht f\u00fcr einen Verg\u00fctungsanspruch, den das FA f\u00fcr einen Besteuerungszeitraum nach Insolvenzer\u00f6ffnung erstmals festsetzt, aufgrund der Rechtswidrigkeit dieser Steuerfestsetzung kein materieller Rechtsgrund, wird das FA diesen Verg\u00fctungsanspruch i.S. von \u00a7 96 Abs. 1 Nr. 1 InsO erst mit der Festsetzung und damit erst nach der Insolvenzer\u00f6ffnung zur Masse schuldig.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_crdt_document":""},"kji_country":[7802],"kji_court":[8473],"kji_chamber":[9764],"kji_year":[32183],"kji_subject":[7646],"kji_keyword":[8475,8215,8476,8017],"kji_language":[7805],"class_list":["post-664052","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundesfinanzhof","kji_chamber-11-senat","kji_year-32183","kji_subject-divers","kji_keyword-bundesfinanzhof","kji_keyword-leitsatz","kji_keyword-senat","kji_keyword-urteil","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.4 (Yoast SEO v27.4) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Bundesfinanzhof, 11. 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