{"id":671866,"date":"2026-04-24T11:26:47","date_gmt":"2026-04-24T09:26:47","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-15-mars-2022-n-2c-1038-2020\/"},"modified":"2026-04-24T11:26:47","modified_gmt":"2026-04-24T09:26:47","slug":"tribunal-federal-suisse-15-mars-2022-n-2c-1038-2020","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/tribunal-federal-suisse-15-mars-2022-n-2c-1038-2020\/","title":{"rendered":"Tribunal f\u00e9d\u00e9ral suisse, 15 mars 2022, n\u00b0 2C 1038-2020"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<p>Bundesgericht<\/p>\n<p>Tribunal f\u00e9d\u00e9ral<\/p>\n<p>Tribunale federale<\/p>\n<p>Tribunal federal<\/p>\n<p>2C_1038\/2020<\/p>\n<p>Urteil vom 15. M\u00e4rz 2022<\/p>\n<p>II. \u00f6ffentlich-rechtliche Abteilung<\/p>\n<p>Besetzung<\/p>\n<p>Bundesrichterin Aubry Girardin, Pr\u00e4sidentin,<\/p>\n<p>Bundesrichter Donzallaz, Bundesrichterin H\u00e4nni,<\/p>\n<p>Bundesrichter Beusch, Hartmann,<\/p>\n<p>Gerichtsschreiber Quinto.<\/p>\n<p>Verfahrensbeteiligte<\/p>\n<p>Eidgen\u00f6ssisches Justiz- und Polizeidepartement, Bundesamt f\u00fcr Justiz, Direktionsbereich \u00d6ffentliches Recht,<\/p>\n<p>Bundesrain 20, 3003 Bern,<\/p>\n<p>Beschwerdef\u00fchrer,<\/p>\n<p>gegen<\/p>\n<p>A.________ AG,<\/p>\n<p>Beschwerdegegnerin 1,<\/p>\n<p>Aufsichtskommission \u00fcber die Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte im Kanton Z\u00fcrich,<\/p>\n<p>c\/o Obergericht des Kantons Z\u00fcrich, Hirschengraben 13\/15, 8001 Z\u00fcrich,<\/p>\n<p>Beschwerdegegnerin 2.<\/p>\n<p>Gegenstand<\/p>\n<p>Anforderungen an eine Anwaltsk\u00f6rperschaft zur Eintragung in das kantonale Anwaltsregister,<\/p>\n<p>Beschwerde gegen die Verf\u00fcgung des Verwaltungsgerichts des Kantons Z\u00fcrich, 3. Abteilung, vom 14. Oktober 2020 (VB.2020.00430).<\/p>\n<p>Sachverhalt:<\/p>\n<p>A.<\/p>\n<p>Die A.________ AG wurde am 5. Februar 2020 in das Handelsregister eingetragen und bezweckt die Erbringung von Rechtsdienstleistungen durch in der Schweiz registrierte Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte und andere qualifizierte Berater. Deren Gr\u00fcnder und einziger Verwaltungsrat, Rechtsanwalt B.________, ersuchte die Aufsichtskommission \u00fcber die Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte des Kantons Z\u00fcrich (Aufsichtskommission) mit Schreiben vom 17. Februar 2020 um entsprechende Anpassung seines pers\u00f6nlichen Eintrags im Anwaltsregister.<\/p>\n<p>Die Aufsichtskommission gab dem Gesuch mit Beschluss vom 14. Mai 2020 statt, wobei sie im Beschlussdispositiv unter anderem feststellte, die Anwaltsk\u00f6rperschaft A.________ AG erf\u00fclle die einschl\u00e4gigen, aufsichtsrechtlichen Anforderungen.<\/p>\n<p>B.<\/p>\n<p>Mit Beschwerde vom 23. Juni 2020 an das Verwaltungsgericht des Kantons Z\u00fcrich beantragte das Eidgen\u00f6ssische Justiz- und Polizeidepartement EJPD die Aufhebung des vorgenannten Beschlusses der Aufsichtskommission, da die Organisationsstruktur (insbes. Statuten) der A.________ AG nicht den Vorgaben von BGE 144 II 147 entspreche.<\/p>\n<p>Noch w\u00e4hrend der laufenden Vernehmlassungsfrist passte Rechtsanwalt B.________ die Statuten an die Vorgaben von BGE 144 II 147 an, worauf die Aufsichtskommission mit Beschluss vom 11. August 2020 (erneut) im Dispositiv feststellte, die A.________ AG erf\u00fclle die aufsichtsrechtlichen Anforderungen.<\/p>\n<p>Mit Beschwerdeantwort vom 14. August 2020 beantragten Rechtsanwalt B.________ und die A.________ AG, unter Beilage des Beschlusses vom 11. August 2020 und da die Beschwerdegr\u00fcnde des EJPD damit als gegenstandslos dahingefallen seien, die entsprechende Abschreibung der Beschwerde des EJPD unter Kosten- und Entsch\u00e4digungsfolgen.<\/p>\n<p>Mit Verf\u00fcgung vom 14. Oktober 2020 schrieb das Verwaltungsgericht (Einzelrichterin) das vorgenannte Verfahren als gegenstandslos ab. Die Gerichtskosten von Fr. 1&#039;180.&#8211; wurden gem\u00e4ss Ziff. 3 Dispositiv zu je einem Drittel dem EJPD, der &quot;Beschwerdegegnerschaft 1-2&quot; (bestehend aus der A.________ AG und Rechtsanwalt B.________; unter solidarischer Haftung f\u00fcr diesen Drittel) und der Aufsichtskommission auferlegt.<\/p>\n<p>C.<\/p>\n<p>Mit Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten an das Bundesgericht vom 14. Dezember 2020 beantragt das Eidgen\u00f6ssische Justiz- und Polizeidepartement EJPD (Beschwerdef\u00fchrer) die Aufhebung der Verf\u00fcgung des Verwaltungsgerichts vom 14. Oktober 2020 (Antrag 1). Der Beschwerdef\u00fchrer sei von allen Gerichtskosten zu befreien und letztere seien der A.________ AG (Beschwerdegegnerin 1) und\/oder der Aufsichtskommission (Beschwerdegegnerin 2) aufzuerlegen (Antrag 2).<\/p>\n<p>Die Vorinstanz beantragt in ihrer Vernehmlassung die Abweisung der Beschwerde. Die Beschwerdegegnerin 1 beantragt mit Vernehmlassung vom 11. Januar 2021, unter Beilage eines Zahlungsbelegs bez\u00fcglich der \u00dcberweisung von Fr. 1&#039;180.&#8211; an die Vorinstanz, sinngem\u00e4ss die Abschreibung des bundesgerichtlichen Verfahrens, da sie auch die dem EJPD im vorinstanzlichen Verfahren auferlegten Kosten (vgl. lit. B) bezahlt habe. Letzteres (Beschwerdef\u00fchrer) repliziert mit Eingabe vom 9. Februar 2021 und pr\u00e4zisiert seine Antr\u00e4ge dahingehend, dass sich die Beschwerde einzig gegen Ziff. 3 des Dispositivs der angefochtenen Verf\u00fcgung (vgl. lit. B) richte und der zweite Antrag der Beschwerde (vom 14. Dezember 2020) als Pr\u00e4zisierung des ersten Antrags (auf Aufhebung der angefochtenen Verf\u00fcgung) zu verstehen sei. Ausserdem f\u00fchre die Zahlung s\u00e4mtlicher (vorinstanzlicher) Gerichtskosten durch die Beschwerdegegnerin 1 nicht zur Gegenstandslosigkeit des bundesgerichtlichen Verfahrens (dazu E. 1.3 ff. unten). Die Beschwerdegegnerin 2 hat auf eine Vernehmlassung verzichtet.<\/p>\n<p>Die II. \u00f6ffentlich-rechtliche Abteilung hat ein Koordinationsverfahren im Sinne von Art. 23 Abs. 2 BGG eingeleitet (vgl. E. 3.3.8 unten).<\/p>\n<p>Erw\u00e4gungen:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>1.1. Aufgrund der Beschwerdebegr\u00fcndung, in deren Lichte die Antr\u00e4ge auszulegen sind (BGE 136 V 131 E. 1.2), und der Replik ist davon auszugehen, dass der Beschwerdef\u00fchrer neben dem reformatorischen Antrag bez\u00fcglich Kostenverteilung einzig die Aufhebung von Ziff. 3 des Dispositivs der angefochtenen Verf\u00fcgung beantragt. Streitgegenstand ist mithin ausschliesslich die vorinstanzliche Gerichtskostenverteilung, nicht mehr dagegen die (abschliessend positiv beantwortete) Frage, ob die A.________ AG bzw. Beschwerdegegnerin 1 den aufsichtsrechtlichen Anforderungen gen\u00fcgt.<\/p>\n<p>1.2. Der Streitgegenstand betrifft die Kostenverteilung in einem Verfahren gem\u00e4ss Bundesgesetz vom 23. Juni 2000 \u00fcber die Freiz\u00fcgigkeit der Anw\u00e4ltinnen und Anw\u00e4lte (BGFA; SR 935.61) und damit eine Angelegenheit des \u00f6ffentlichen Rechts (Art. 82 lit. a BGG). Ein Ausschlussgrund nach Art. 83 BGG liegt nicht vor. Bei der angefochtenen Verf\u00fcgung (vom 14. Oktober 2020) handelt es sich um einen Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG.<\/p>\n<p>1.3. Der Beschwerdef\u00fchrer beruft sich bez\u00fcglich Beschwerdeberechtigung auf Art. 89 Abs. 2 lit. a BGG, wonach (unter anderem) Departemente des Bundes zur Beschwerde berechtigt sind, wenn der angefochtene Akt die Bundesgesetzgebung in ihrem Aufgabenbereich verletzen kann (sog. Beh\u00f6rdenbeschwerde), und Art. 111 Abs. 2 BGG. Dass die vorliegende Angelegenheit den Aufgabenbereich des Beschwerdef\u00fchrers (Beh\u00f6rdenbeschwerden bzw. Aufsicht im Bereich BGFA) betrifft, ist unbestritten und zutreffend (vgl. Art. 7 Abs. 1 lit. d Organisationsverordnung vom 17. November 1999 f\u00fcr das Eidgen\u00f6ssische Justiz- und Polizeidepartement [OV-EJPD]; SR 172.213.1). Zu pr\u00fcfen ist jedoch, ob die Beschwerdeberechtigung vorliegend wegen der Bezahlung s\u00e4mtlicher vorinstanzlicher Gerichtskosten durch die Beschwerdegegnerin 1 entf\u00e4llt (vgl. lit. C). Dies wird vom Beschwerdef\u00fchrer verneint, da bei der Beh\u00f6rdenbeschwerde das allgemeine Interesse an der richtigen und einheitlichen Anwendung des Gesetzes gen\u00fcge.<\/p>\n<p>1.4. Beim seitens der Beschwerdegegnerin 1 vernehmlassungsweise vorgelegten Zahlungsnachweis handelt es sich um eine neue Tatsache, welche als solche nicht vorbehaltlos in das bundesgerichtliche Verfahren eingef\u00fchrt werden darf (Art. 99 Abs. 1 BGG). Betrifft sie Umst\u00e4nde, die zur Gegenstandslosigkeit des Verfahrens f\u00fchren k\u00f6nnen &#8211; was vorliegend grunds\u00e4tzlich der Fall ist &#8211; ist sie allerdings auch noch vor Bundesgericht zul\u00e4ssig (Urteil 2C_994\/2016 vom 9. M\u00e4rz 2018 E. 1.5.2, nicht publ. in: BGE 144 II 177).<\/p>\n<p>1.5. Das Beschwerderecht der Bundesbeh\u00f6rden im Sinne von Art. 89 Abs. 2 lit. a BGG dient dazu, den Vollzug des Bundesrechts in den Kantonen und in der Bundesverwaltung zu \u00fcberwachen und dessen richtige und einheitliche Anwendung &#8211; wenn n\u00f6tig letztinstanzlich durch das Bundesgericht &#8211; sicherzustellen (BGE 142 II 324 E. 1.3.1; 136 II 359 E. 1.2; 135 II 338 E. 1.2.1). Ein dar\u00fcber hinausgehendes, spezifisches schutzw\u00fcrdiges, \u00f6ffentliches Interesse ist nicht erforderlich (BGE 135 II 338 E. 1.2.1). Verlangt wird jedoch rechtsprechungsgem\u00e4ss ein zureichendes Interesse an der Kl\u00e4rung der vom Beschwerdef\u00fchrer aufgeworfenen Frage. Letztere muss sich auf einen konkreten Fall beziehen, d.h. eine davon losgel\u00f6ste, abstrakte Frage des objektiven Rechts gen\u00fcgt nicht (BGE 135 II 338 E. 1.2.1; Urteil 1C_283\/2019 vom 24. Juli 2020 E. 2.3.1). Zudem muss die zu kl\u00e4rende Frage &#8211; sollte kein aktuelles praktisches Interesse vorliegen &#8211; zumindest noch von einer gewissen Aktualit\u00e4t sein, welche darin zum Ausdruck kommt, dass sie f\u00fcr weitere F\u00e4lle zumindest potentiell relevant ist (BGE 138 II 42 E. 1.3; Urteil 2C_1040\/2018 vom 18. M\u00e4rz 2021 E. 2.2.2). Es geht mit anderen Worten darum, aufgeworfene Fragen zu kl\u00e4ren, welche sich unter gleichen oder \u00e4hnlichen Umst\u00e4nden jederzeit wieder stellen k\u00f6nnen, wobei eine rechtzeitige \u00dcberpr\u00fcfung im Einzelfall kaum je m\u00f6glich w\u00e4re und die Beantwortung wegen deren grunds\u00e4tzlicher Bedeutung im \u00f6ffentlichen Interesse liegt (BGE 139 I 206 E. 1.1 mit Hinweisen; Urteil 2C_1040\/2018 vom 18. M\u00e4rz 2021 E. 2.2.2 mit Hinweisen).<\/p>\n<p>1.6. Vorliegend macht der Beschwerdef\u00fchrer prim\u00e4r geltend, unabh\u00e4ngig vom kantonalen Verfahrensrecht d\u00fcrften ihm als Bundesbeh\u00f6rde im Rahmen einer Beh\u00f6rdenbeschwerde gem\u00e4ss Art. 111 Abs. 2 BGG auf Stufe Kanton keine Gerichtskosten auferlegt werden. Konkret stellt sich folgende Frage: K\u00f6nnen einer Bundesbeh\u00f6rde, welche im Rahmen einer Beh\u00f6rdenbeschwerde ihre spezialgesetzlich vorgesehene Aufsichtsfunktion (ohne jegliche Verm\u00f6gensinteressen) im kantonalen Verfahren wahrnimmt, auch dann kantonale Gerichtskosten auferlegt werden, wenn keine Ausnahme im Sinne von Art. 66 Abs. 4 BGG vorliegt? Diese Frage betrifft die Anwendung von Bundesrecht, wobei es nicht (mehr) um den Vollzug des BGFA geht, sondern die Handhabung der Beh\u00f6rdenbeschwerde im Sinne von Art. 111 Abs. 2 BGG. Der Bezug zu einem konkreten Fall ist offenkundig. Ausserdem ist die Fragestellung von potentieller Relevanz in vorgenanntem Sinne. Auf die vorliegende Beh\u00f6rdenbeschwerde ist deshalb einzutreten.<\/p>\n<p>1.7. Der Beschwerdef\u00fchrer richtet seine Beschwerde (neben der Aufsichtskommission als Beschwerdegegnerin 2) nur gegen die A.________ AG als Beschwerdegegnerin 1, nicht aber gegen Rechtsanwalt B.________, obwohl letzterer gem\u00e4ss Dispositiv der angefochtenen Verf\u00fcgung als weiterer Beschwerdegegner aufgef\u00fchrt war (vgl. lit. B). Nachdem sich jedoch ergeben hat, dass die A.________ AG, welcher (gem\u00e4ss angefochtener Verf\u00fcgung) ein Drittel der Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens unter solidarischer Haftung mit Rechtsanwalt B.________ auferlegt wurde, diese Gerichtskosten vollumf\u00e4nglich bezahlt hat, rechtfertigt es sich, auf den Einbezug von Rechtsanwalt B.________ als weiteren Beschwerdegegner im vorliegenden Verfahren (mangels Rechtsschutzinteresse) zu verzichten.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>2.1. Mit der Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten kann insbesondere die Verletzung von Bundesrecht ger\u00fcgt werden (Art. 95 lit. a BGG). Bei der Pr\u00fcfung wendet das Bundesgericht das Recht von Amtes wegen an (Art. 106 Abs. 1 BGG), wobei es unter Ber\u00fccksichtigung der allgemeinen R\u00fcge- und Begr\u00fcndungspflicht (Art. 42 Abs. 1 und 2 BGG) grunds\u00e4tzlich nur die geltend gemachten Rechtsverletzungen pr\u00fcft, sofern rechtliche M\u00e4ngel nicht geradezu offensichtlich sind (BGE 142 I 135 E. 1.5). Der Eingriff in kantonales oder kommunales Recht bildet &#8211; soweit vorliegend interessierend &#8211; nur insofern einen eigenst\u00e4ndigen Beschwerdegrund, als die Verletzung kantonaler verfassungsm\u00e4ssiger Rechte geltend gemacht wird (Art. 95 lit. c BGG). Abgesehen davon kann das Bundesgericht die Auslegung und Anwendung kantonalen Rechts lediglich daraufhin \u00fcberpr\u00fcfen, ob dadurch Bundes-, V\u00f6lker- oder interkantonales Recht verletzt wird (Art. 95 lit. a, b und e BGG). In der Praxis steht die Verletzung verfassungsm\u00e4ssiger Rechte, insbesondere des Willk\u00fcrverbots (Art. 9 BV), im Vordergrund (BGE 142 V 94 E. 1.3; 138 I 162 E. 3.3; 136 I 241 E. 2.5.2). Diesbez\u00fcglich und in Bezug auf die Verletzung von kantonalem und interkantonalem Recht gilt eine qualifizierte R\u00fcge- und Begr\u00fcndungspflicht, d. h. es ist klar und detailliert anhand der Erw\u00e4gungen des angefochtenen Entscheids aufzuzeigen, inwiefern die entsprechenden Rechtsnormen verletzt worden sein sollen (Art. 106 Abs. 2 BGG; BGE 139 I 229 E. 2.2 mit Hinweisen).<\/p>\n<p>2.2. Das Bundesgericht legt seinem Urteil den Sachverhalt zugrunde, den die Vorinstanz festgestellt hat (Art. 105 Abs. 1 BGG). Eine Berichtigung oder Erg\u00e4nzung der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen ist von Amtes wegen (Art. 105 Abs. 2 BGG) oder auf R\u00fcge hin (Art. 97 Abs. 1 BGG) m\u00f6glich, wobei eine Sachverhaltsr\u00fcge substanziiert vorzubringen ist (BGE 140 III 264 E. 2.3; 139 II 404 E. 10.1; 137 I 58 E. 4.1).<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>3.1. Der Beschwerdef\u00fchrer r\u00fcgt zun\u00e4chst eine Verletzung von Art. 66 Abs. 4 BGG sowie von Art. 49 Abs. 2 und Art. 186 Abs. 4 BV. Er macht im Wesentlichen geltend, in Art. 66 Abs. 4 BGG komme der bundesrechtliche Grundsatz zum Ausdruck, wonach Beh\u00f6rden, welche gemeinsam amtliche Aufgaben wahrnehmen w\u00fcrden, sich nicht gegenseitig Kosten auferlegen. Bundesbeh\u00f6rden d\u00fcrften im Rahmen einer Beh\u00f6rdenbeschwerde im Sinne von Art. 89 Abs. 2 lit. a BGG aufgrund Bundesrecht auch im kantonalen Verfahren keine Gerichtskosten auferlegt werden. Art. 66 Abs. 4 BGG sei bei Beh\u00f6rdenbeschwerden des Bundes im kantonalen Verfahren zumindest sinngem\u00e4ss wenn nicht direkt anzuwenden. Gem\u00e4ss Art. 111 Abs. 2 BGG werde das kantonale Rechtsmittelsystem bei der Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes f\u00fcr die Zwecke der Bundesaufsicht instrumentalisiert. Dass dem Beschwerdef\u00fchrer vor kantonaler Instanz Gerichtskosten auferlegt worden seien, verletze auch Sinn und Geist der Bundesaufsicht nach Art. 49 Abs. 2 BV i.V.m. Art. 186 Abs. 4 BV. Die Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes sei ein Aufsichtsmittel desselben im Rahmen von Art. 49 Abs. 2 BV.<\/p>\n<p>3.2. Die Vorinstanz hat im Wesentlichen erwogen, das Verwaltungsrechtspflegegesetz vom 24. Mai 1959 des Kantons Z\u00fcrich (VRG ZH; LS 175.2) enthalte keine Vorschrift \u00fcber die Kostenauflage bei Gegenstandslosigkeit des Verfahrens. Es sei nicht auszuschliessen, dass die A.________ AG ihre Statuten bereits angepasst h\u00e4tte, wenn sie telefonisch oder postalisch auf die Vorbehalte aufmerksam gemacht worden w\u00e4re. Dem Beschwerdef\u00fchrer sei es frei gestanden, Beschwerde zu erheben, wobei er an die 30-t\u00e4gige Beschwerdefrist gebunden gewesen sei. Da alle Parteien zu einem gewissen Teil das Verfahren erforderlich gemacht bzw. dessen Gegenstandslosigkeit verursacht h\u00e4tten, erscheine es gerechtfertigt die Gerichtskosten den Beteiligten gest\u00fctzt auf \u00a7 65a Abs. 2 i.V.m. \u00a7 13 Abs. 2 Satz 1 VRG ZH zu je einem Drittel aufzuerlegen (vgl. im Detail lit. B oben).<\/p>\n<p>3.3.<\/p>\n<p>3.3.1. Gem\u00e4ss Art. 111 Abs. 2 BGG k\u00f6nnen Bundesbeh\u00f6rden, die zur Beschwerde an das Bundesgericht berechtigt sind, die Rechtsmittel des kantonalen Rechts ergreifen und sich vor jeder kantonalen Instanz am Verfahren beteiligen, wenn sie dies beantragen. Die Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes im Sinne von Art. 111 Abs. 2 bzw. Art. 89 Abs. 2 lit. a BGG ist Ausfluss von Art. 49 Abs. 2 BV, wonach der Bund \u00fcber die Einhaltung des Bundesrechts durch die Kantone zu wachen hat (BERNHARD EHRENZELLER, in: Basler Kommentar BGG, 3. Aufl. 2018 [BSK-BGG], N. 11 zu Art. 111 BGG; ALEXANDER RUCH, in: Die schweizerische Bundesverfassung, St. Galler Kommentar, 3. Aufl. 2014 [SGK-BV], N. 29 zu Art. 49 BV). Sie ist demnach ein Instrument der Bundesaufsicht, dem zumindest gem\u00e4ss der Lehre Priorit\u00e4t gegen\u00fcber anderen Aufsichtsmitteln (wie direkten Weisungen an die Kantone, Kassation von kantonalen Akten) einzur\u00e4umen ist (BERNHARD WALDMANN, in: Basler Kommentar BV, 2015 [BSK-BV], N. 44 zu Art. 49 BV; MICHAEL PFL\u00dcGER, Die Legitimation des Gemeinwesens zur Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, 2013, Rz. 826 ff.; K\u00d6LZ\/H\u00c4NER\/BERTSCHI, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des Bundes, 3. Aufl. 2013 [K\u00d6LZ\/H\u00c4NER\/BERTSCHI, Verwaltungsrechtspflege], Rz. 1495).<\/p>\n<p>3.3.2. Art. 111 BGG steht unter dem Randtitel &quot;Einheit des Verfahrens&quot;. Diese Einheit soll unter anderem dadurch sichergestellt werden, dass die vor Bundesgericht beschwerdeberechtigten Bundesbeh\u00f6rden auch im vorinstanzlichen, kantonalen Verfahren legitimiert sind und die entsprechenden Rechtsmittel einlegen k\u00f6nnen. Das Bundesrecht greift in diesem Sinne auf die kantonalen Rechtsmittel zur\u00fcck. Die Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes ist nicht nur unabh\u00e4ngig von den allgemeinen Legitimationsvoraussetzungen von Art. 89 Abs. 1 BGG, d.h. erfordert deshalb kein besonderes Ber\u00fchrtsein (im Sinne eines gesteigerten, \u00f6ffentlichen Interesses) und ist insofern &quot;abstrakt&quot;. Sie ist aufgrund ihrer Ausgestaltung zudem &quot;autonom&quot;, denn die Bundesbeh\u00f6rde kann (entgegen Art. 89 Abs. 1 lit. a BGG) auch erst gegen den letztinstanzlichen, kantonalen Entscheid Beschwerde erheben und ist nicht an Einschr\u00e4nkungen des Streitgegenstandes im kantonalen Verfahren gebunden, sondern kann neue Begehren stellen (BGE 136 II 359 E. 1.2).<\/p>\n<p>3.3.3. Art. 111 Abs. 2 BGG verweist nicht auf Art. 66 Abs. 4 BGG, wonach dem Bund in der Regel keine Gerichtskosten auferlegt werden d\u00fcrfen, wenn er in seinem amtlichen Wirkungskreis betroffen ist und es sich nicht um seine Verm\u00f6gensinteressen handelt. Der Gesetzgeber hat allerdings zu dieser Bestimmung ausgef\u00fchrt, der Bund sei von Verfassung wegen von den Gerichtskosten befreit (Botschaft vom 28. Februar 2001 zur Totalrevision der Bundesrechtspflege [Botschaft Bundesrechtspflege], BBl 2001 4202 ff., 4305). Zu Art. 111 BGG hat er festgehalten, die Aufsicht des Bundes \u00fcber den kantonalen Vollzug von Bundesrecht solle mit Hilfe von Rechtsmitteln gew\u00e4hrleistet werden. Da die Aufsichtsmittel des Bundes nur l\u00fcckenhaft geregelt seien, nutze der Bund die kantonalen Rechtsmittel, was den Vorteil habe, dass die Kantone \u00fcber eigene Gerichte allf\u00e4llige Verletzungen von Bundesrecht korrigieren k\u00f6nnten. Diesbez\u00fcglich k\u00f6nne der Bund s\u00e4mtliche Parteirechte des kantonalen Rechts aus\u00fcben, z.B. Beweisantr\u00e4ge stellen oder sich am Verfahren beteiligen, ohne selbst Partei zu sein (Botschaft Bundesrechtspflege, BBl 2001 4202 ff., 4349 f.; BGE 135 II 338 E. 2.1; YVES DONZALLAZ, Commentaire LTF, 2008, Rz. 4429. Ausserdem kann der Bund ohne Beteiligung am kantonalen Verfahren die Beh\u00f6rdenbeschwerde erst vor Bundesgericht ergreifen, vgl. E. 3.3.2 oben.). Angesichts der Nutzung des kantonalen Rechtsmittelsystems f\u00fcr die Zwecke der Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes stellt sich die Frage, ob sich diesbez\u00fcglich die Kostenverteilungsregel nicht aus Bundesrecht ergibt bzw. ob die Bundesbeh\u00f6rde das Risiko der Auferlegung kantonaler Gerichtskosten in Kauf nehmen muss.<\/p>\n<p>3.3.4. \u00a7 65a Abs. 2 VRG ZH verweist bez\u00fcglich der Kostenverteilung im (kantonalen) verwaltungsgerichtlichen Verfahren auf \u00a7\u00a7 13 &#8211; 16 VRG ZH. Laut \u00a7 13 Abs. 2 Satz 1 VRG ZH sind die Kosten in der Regel nach dem Unterliegerprinzip zu verteilen. Gem\u00e4ss kantonaler Praxis k\u00f6nnen auch der Bund, der Kanton oder die Gemeinden kostenpflichtig werden f\u00fcr Amtshandlungen, die auch f\u00fcr Private kostenpflichtig gewesen w\u00e4ren, wobei in der Lehre das Beispiel eines kantonalen Hochbauvorhabens, sprich der Kanton als Bauherr, genannt wird. Zudem sollen erstinstanzlich anordnenden Beh\u00f6rden Verfahrenskosten auferlegt werden k\u00f6nnen, nicht aber weiteren Vorinstanzen, da letztere ausschliesslich die ihnen anvertrauten \u00f6ffentlichen Interessen zu wahren haben (KASPAR PL\u00dcSS, in: Alain Griffel [Hrsg.], Kommentar VRG, 3. Aufl. 2014 [Kommentar VRG], N. 46 ff. zu \u00a7 13 VRG ZH). Eine spezifische Regelung, wie die Kosten im Falle einer Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes auf kantonaler Ebene zu verteilen sind, enth\u00e4lt das VRG ZH nicht. Ebenso wenig regelt es die Kostenverteilung bei Gegenstandslosigkeit des Verfahrens. Praxisgem\u00e4ss orientieren sich die Z\u00fcrcher Beh\u00f6rden diesbez\u00fcglich an den Regeln, welchen auch das Bundesgericht folgt. Bei Gegenstandslosigkeit ohne Zutun der Parteien werden die Kosten nach den Prozessaussichten bzw. dem mutmasslichen Prozessausgang verteilt (KASPAR PL\u00dcSS, in: Kommentar VRG, N. 74 f. zu \u00a7 13 VRG ZH; HANSJ\u00d6RG SEILER, in: SHK, Seiler\/von Werdt\/G\u00fcngerich\/Oberholzer [Hrsg.], Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2015 [SHK-BGG], N. 37 zu Art. 66 BGG; Art. 71 BGG i.V.m. Art. 72 BZP; BGE 142 V 551 E. 8.2). Ist die Gegenstandslosigkeit auf die Abstandserkl\u00e4rung einer Partei bzw. deren ausdr\u00fcckliche oder konkludente Unterziehung zur\u00fcckzuf\u00fchren, gilt die den Abstand erkl\u00e4rende Partei als unterliegend und hat folglich die Gerichtskosten nach dem Unterliegerprinzip zu tragen (KASPAR PL\u00dcSS, in: Kommentar VRG, N. 79 zu \u00a7 13 VRG ZH; HANSJ\u00d6RG SEILER, in: SHK-BGG, N. 35 zu Art. 66 BGG; Urteil 5A_658\/2016 vom 9. Mai 2017).<\/p>\n<p>3.3.5. Gem\u00e4ss bundesgerichtlicher Rechtsprechung darf kantonales Verfahrensrecht von Bundesrechts wegen nicht so ausgestaltet oder angewendet werden, dass dadurch die Verwirklichung von Bundesrecht vereitelt oder wesentlich erschwert wird (BGE 137 II 182 E. 3.7.4.1; 134 I 125 E. 2.1; 116 Ib 50 E. 4.a). Dieser Grundsatz folgt aus Art. 49 Abs. 1 BV bzw. dem Vorrang von Bundesrecht gegen\u00fcber kantonalem Recht (BGE 134 I 125 E. 2.1; K\u00d6LZ\/H\u00c4NER\/BERTSCHI, Verwaltungsrechtspflege, Rz. 107). Demgem\u00e4ss dr\u00e4ngt s\u00e4mtliches Bundesrecht widersprechendes kantonales Recht zur\u00fcck (BGE 143 I 272 E. 2.2.1). Ob kantonales Recht mit dem Vereitelungsverbot vereinbar ist, pr\u00fcft das Bundesgericht mit freier Kognition (BGE 134 I 125 E. 2.1; 133 I 286 E. 4.2).<\/p>\n<p>3.3.6. Nachdem das einschl\u00e4gige, kantonale Verfahrensrecht gar keine explizite Regelung enth\u00e4lt, wie bei einer Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes die Gerichtskosten zu verteilen sind, und sich bei anderen nicht ausdr\u00fccklich geregelten Fragestellungen bez\u00fcglich Kosten an den Normen f\u00fcr das bundesgerichtliche Verfahren oder der Praxis des Bundesgerichts orientiert, erscheint es naheliegend, auch bez\u00fcglich der Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes auf kantonaler Ebene den Fokus auf den Sinn und Zweck der Beh\u00f6rdenbeschwerde zu legen. Dies ist insofern angezeigt, als die Kostenbelastung einer Bundesbeh\u00f6rde, welche mittels Beh\u00f6rdenbeschwerde auf kantonaler Ebene ihre Aufsichtsfunktion wahrnimmt, durchaus geeignet ist, die Ergreifung der Beh\u00f6rdenbeschwerde auf kantonaler Ebene und damit die Verwirklichung von Bundesrecht wesentlich zu erschweren. Die Gerichtskosten eines einzelnen Verfahrens m\u00f6gen wie vorliegend bescheiden sein. In der Summe mehrerer Verfahren k\u00f6nnen sie jedoch ein erhebliches Ausmass annehmen. Wenn die Beh\u00f6rdenbeschwerde der Bundesbeh\u00f6rden als &quot;autonomes&quot; Rechtsmittel (BGE 136 II 359 E. 1.2) oder als integrale Beschwerde (K\u00d6LZ\/H\u00c4NER\/BERTSCHI, Verwaltungsrechtspflege, Rz. 1495; PIERRE TSCHANNEN, Staatsrecht der schweizerischen Eidgenossenschaft, 5. Aufl. 2021, Rz. 983; KIENER\/R\u00dcTSCHE\/KUHN, \u00d6ffentliches Verfahrensrecht, 3. Aufl. 2021, Rz. 1477; BERTSCHI, in: Kommentar VRG, N. 139 zu \u00a7 21 VRG ZH) verstanden wird, muss dieses Rechtsmittel konsequenterweise bez\u00fcglich Kostenbelastung auch entsprechend seiner Funktion behandelt werden.<\/p>\n<p>3.3.7. Sinn und Zweck der Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes im Sinne von Art. 89 Abs. 2 lit. a und Art. 111 Abs. 2 BGG ist die Sicherstellung der einheitlichen und korrekten Anwendung von Bundesrecht. Sie ist ein Mittel der Bundesaufsicht (vgl. E. 1.5 und 3.3.1 oben). Dem ist durch verfassungs- respektive bundesrechtskonforme Auslegung des VRG ZH Rechnung zu tragen (vgl. zur verfassungskonformen Auslegung BGE 146 I 70 E. 4; 145 I 73 E. 2; 138 I 321 E. 2; Urteile 2C_187\/2020 vom 9. Juli 2020 E. 4.1; 1C_262\/2007 vom 31. Januar 2008 E. 4.2 ff.). Der Zweck der Beh\u00f6rdenbeschwerde des Bundes wird wesentlich erschwert, wenn \u00a7 13 VRG ZH bzw. das VRG ZH in einer Weise angewendet wird, dass Bundesbeh\u00f6rden bei Einlegung des genannten Rechtsmittels auf kantonaler Stufe die Gerichtskosten auferlegt werden k\u00f6nnen (unter Vorbehalt der nachfolgenden Ausnahmen). Eine solche Auslegung und Anwendung kantonalen Rechts verst\u00f6sst gegen den Sinn und Geist von Art. 49 Abs. 2 BV und Art. 111 Abs. 2 BGG und hat deshalb als bundesrechtswidrig zur\u00fcckzutreten.<\/p>\n<p>Davon abzugrenzen sind Konstellationen, bei denen gem\u00e4ss expliziter bundesrechtlicher Vorschrift im kantonalen Verfahren der unterliegenden Partei die (kantonalen) Gerichtskosten aufzuerlegen sind (vgl. beispielsweise Art. 144 Abs. 1 und Art. 145 Abs. 2 DBG) und die Bundesbeh\u00f6rde mit ihrer Beh\u00f6rdenbeschwerde nicht nur eine Aufsichtsfunktion wahrnimmt, sondern auch Verm\u00f6gensinteressen verfolgt (sog. Doppelnatur der Beh\u00f6rdenbeschwerde). Wenn somit beispielsweise die Eidgen\u00f6ssische Steuerverwaltung ESTV im kantonalen Verfahren eine Beh\u00f6rdenbeschwerde ergreift &#8211; mithin als Beschwerdef\u00fchrerin auftritt und nicht bloss eine Vernehmlassung einreicht &#8211; ist davon auszugehen, dass sie auch Verm\u00f6gensinteressen verfolgt, weshalb es sich in solchen F\u00e4llen rechtfertigt, der Bundesbeh\u00f6rde im Falle des Unterliegens die kantonalen Gerichtskosten aufzuerlegen (vgl. Urteil 2C_200\/2014 vom 4. Juni 2015 E. 3.4 ff. mit zahlreichen Hinweisen).<\/p>\n<p>Ebenso muss die M\u00f6glichkeit vorbehalten bleiben, einer Bundesbeh\u00f6rde im Rahmen eines Beh\u00f6rdenbeschwerdeverfahrens ausnahmsweise die kantonalen Gerichtskosten aufzuerlegen, wenn sie unn\u00f6tige Kosten verursacht hat. Art. 66 Abs. 4 i.V.m. Art. 66 Abs. 3 BGG erlaubt in einem solchen Fall, einer Beh\u00f6rde (oder mit \u00f6ffentlich-rechtlichen Aufgaben betrauten Organisation) ausnahmsweise die Gerichtskosten des bundesgerichtlichen Verfahrens aufzuerlegen (Der Gesetzeswortlaut &quot;in der Regel&quot; von Art. 66 Abs. 4 BGG l\u00e4sst daf\u00fcr den n\u00f6tigen Spielraum. Vgl. dazu beispielsweise BGE 142 V 551 E. 9; Urteil 9C_354\/2020 vom 8. September 2020 E. 5). Im vorliegenden Kontext w\u00e4re dies etwa denkbar, wenn eine im kantonalen Bewilligungsverfahren begr\u00fcsste Bundesbeh\u00f6rde vernehmlassungsweise zun\u00e4chst keine Bedenken \u00e4ussert, dann aber die entsprechende Verf\u00fcgung oder den entsprechenden Entscheid beim kantonalen Verwaltungsgericht anficht.<\/p>\n<p>3.3.8. Die Vereinigung der betroffenen Abteilungen des Bundesgerichts (I. und II. \u00f6ffentlich-rechtliche Abteilung, I. und II. sozialversicherungsrechtliche Abteilung) hat an ihrer Sitzung vom 18. Januar 2022 im Rahmen eines Verfahrens nach Art. 23 Abs. 2 BGG aufgrund des Gesagten verneint, dass einer Bundesbeh\u00f6rde, welche im Rahmen einer Beh\u00f6rdenbeschwerde ihre spezialgesetzlich vorgesehene Aufsichtsfunktion (ohne jegliche Verm\u00f6gensinteressen) im kantonalen Verfahren wahrnimmt, auch dann kantonale Gerichtskosten auferlegt werden k\u00f6nnen, wenn keine Ausnahme im Sinne von Art. 66 Abs. 4 BGG vorliegt. Dies gilt entsprechend auch f\u00fcr \u00a7 13 VRG ZH bzw. das VRG ZH generell. Vorliegend verfolgte der Beschwerdef\u00fchrer mit seiner Beh\u00f6rdenbeschwerde im Rahmen des kantonalen Rechtsmittelverfahrens lediglich eine Aufsichtsfunktion und keine Verm\u00f6gensinteressen, setzte er sich doch daf\u00fcr ein, dass eine kantonale Aufsichtsbeh\u00f6rde die einschl\u00e4gige Rechtsprechung des Bundesgerichts beachte (lit. B oben). Der Umstand, dass die Beschwerdegegnerin 1 nach Eingang der verwaltungsgerichtlichen Beschwerde ihre Statuten rasch angepasst hat (lit. B oben), bedeutet zudem nicht, dass die Ergreifung dieses Rechtsmittels unn\u00f6tig war bzw. der Beschwerdef\u00fchrer unn\u00f6tige Kosten verursacht hat.<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>4.1. Die Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten erweist sich damit als begr\u00fcndet und ist gutzuheissen. Ziff. 3 des Dispositivs der angefochtenen Verf\u00fcgung ist aufzuheben. Angesichts der besonderen Ausgangslage &#8211; insbesondere da Streitgegenstand die vorinstanzliche Kostenverteilung ist und die H\u00f6he der entsprechenden Gerichtskosten feststeht &#8211; rechtfertigt es sich vorliegend, dass das Bundesgericht von seiner M\u00f6glichkeit Gebrauch macht und die Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens (Fr. 1&#039;180.&#8211;) selbst neu verteilt (Art. 67 BGG). Die vorinstanzlichen Gerichtskosten werden demnach im Sinne der vorangegangenen Erw\u00e4gungen, d.h. ohne Kostenbelastung des Beschwerdef\u00fchrers, der Beschwerdegegnerin 1 und der Beschwerdegegnerin 2 (Aufsichtskommission) je zur H\u00e4lfte auferlegt.<\/p>\n<p>4.2. Damit er\u00fcbrigt es sich, auf die weitere R\u00fcge des Beschwerdef\u00fchrers, wonach die Vorinstanz \u00a7 13 Abs. 2 VRG ZH willk\u00fcrlich angewendet habe, einzugehen.<\/p>\n<p>4.3. Bei diesem Verfahrensausgang werden die Gerichtskosten des bundesgerichtlichen Verfahrens in reduziertem Umfang der Beschwerdegegnerin 1 auferlegt (Art. 65, Art. 66 Abs. 1 BGG). Eine Parteientsch\u00e4digung ist nicht geschuldet (Art. 68 Abs. 3 BGG).<\/p>\n<p>Demnach erkennt das Bundesgericht:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p>Die Beschwerde in \u00f6ffentlich-rechtlichen Angelegenheiten wird gutgeheissen. Ziff. 3 des Dispositivs der Verf\u00fcgung des Verwaltungsgerichts des Kantons Z\u00fcrich (Einzelrichterin), 3. Abteilung, vom 14. Oktober 2020 wird aufgehoben.<\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p>Die Gerichtskosten des vorinstanzlichen Verfahrens im Betrag von Fr. 1&#039;180.&#8211; werden je zur H\u00e4lfte der Beschwerdegegnerin 1 und der Beschwerdegegnerin 2 auferlegt.<\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p>Der Beschwerdegegnerin 1 werden f\u00fcr das bundesgerichtliche Verfahren Gerichtskosten im Betrag von Fr. 500.&#8211; auferlegt.<\/p>\n<p>4.<\/p>\n<p>Dieses Urteil wird den Verfahrensbeteiligten und dem Verwaltungsgericht des Kantons Z\u00fcrich, 3. Abteilung, mitgeteilt.<\/p>\n<p>Lausanne, 15. M\u00e4rz 2022<\/p>\n<p>Im Namen der II. \u00f6ffentlich-rechtlichen Abteilung<\/p>\n<p>des Schweizerischen Bundesgerichts<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4sidentin: F. Aubry Girardin<\/p>\n<p>Der Gerichtsschreiber: C. Quinto<\/p>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"https:\/\/search.bger.ch\/ext\/eurospider\/live\/fr\/php\/aza\/http\/index.php?lang=fr&#038;type=highlight_simple_query&#038;page=1&#038;from_date=&#038;to_date=&#038;sort=relevance&#038;insertion_date=&#038;top_subcollection_aza=all&#038;query_words=oeffentliches+recht&#038;rank=3&#038;azaclir=aza&#038;highlight_docid=aza%3A%2F%2F15-03-2022-2C_1038-2020&#038;number_of_ranks=4117\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Source officielle Tribunal federal suisse. Contenu HTML public, PDF non garanti en version gratuite.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesgericht Tribunal f\u00e9d\u00e9ral Tribunale federale Tribunal federal 2C_1038\/2020 Urteil vom 15. 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