{"id":688149,"date":"2026-04-26T00:21:38","date_gmt":"2026-04-25T22:21:38","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundessozialgericht-4-senat-urteil-2021-06-30-b-4-as-70-20-r\/"},"modified":"2026-04-26T00:21:38","modified_gmt":"2026-04-25T22:21:38","slug":"bundessozialgericht-4-senat-urteil-2021-06-30-b-4-as-70-20-r","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bundessozialgericht-4-senat-urteil-2021-06-30-b-4-as-70-20-r\/","title":{"rendered":"Bundessozialgericht, 4. Senat, Urteil, 2021-06-30, B 4 AS 70\/20 R"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Eine Berufung bedarf bei einem Beschwerdewert von bis zu 750 Euro der Zulassung, wenn im sogenannten \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren h\u00f6heres Arbeitslosengeld II f\u00fcr einen Zeitraum von mehr als einem Jahr begehrt wird, dies aber die R\u00fccknahme von bestandskr\u00e4ftigen Verwaltungsakten voraussetzt, mit denen Arbeitslosengeld II jeweils f\u00fcr sechs Monate bewilligt wurde.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Revision des Kl\u00e4gers gegen den Beschluss des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg vom 20. April 2020 wird zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die Beteiligten haben einander au\u00dfergerichtliche Kosten auch im Revisionsverfahren nicht zu erstatten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tatbestand<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger begehrt im \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren h\u00f6here Leistungen nach dem SGB II f\u00fcr Kosten der Unterkunft und Heizung (KdU) nach dem SGB II.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Beklagte bewilligte Alg II von Januar bis Februar 2013 <em>(bestandskr\u00e4ftige Bescheide vom 26.7.2012, 20.9.2012, 24.11.2012, jeweils bezogen auf den Zeitraum September 2012 bis Februar 2013)<\/em>, von M\u00e4rz bis August 2013 <em>(bestandskr\u00e4ftiger Bescheid vom 1.2.2013)<\/em> und von M\u00e4rz bis August 2014 <em>(bestandkr\u00e4ftiger Bescheid vom 17.2.2014)<\/em> unter Ber\u00fccksichtigung der Regelbedarfe in voller H\u00f6he (382 Euro f\u00fcr das Jahr 2013; 391 Euro f\u00fcr das Jahr 2014). F\u00fcr die tats\u00e4chlichen Unterkunftsaufwendungen (515 Euro f\u00fcr Januar bis August 2013; 480 Euro f\u00fcr M\u00e4rz bis August 2014) bewilligte er KdU nur in aus seiner Sicht angemessener H\u00f6he von 426,60 Euro (f\u00fcr das Jahr 2013) bzw 393,52 Euro (f\u00fcr das Jahr 2014).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Den Antrag des Kl\u00e4gers, die Bescheide vom 26.7.2012, 1.2.2013 und 17.2.2014 zu \u00fcberpr\u00fcfen und h\u00f6here Leistungen f\u00fcr KdU zu bewilligen, lehnte der Beklagte zun\u00e4chst ab <em>(Bescheid vom 14.10.2014)<\/em>; sp\u00e4ter bewilligte er KdU in H\u00f6he von 433,24 Euro f\u00fcr Januar bis August 2013 und 417,16 Euro f\u00fcr M\u00e4rz bis August 2014 <em>(\u00c4nderungsbescheid vom 5.3.2015; Widerspruchsbescheid vom 12.3.2015).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Im sozialgerichtlichen Verfahren mit dem Antrag des Kl\u00e4gers, &#8220;unter Ab\u00e4nderung des Bescheides vom 14.10.2014 in Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 12.03.2015 in Ab\u00e4nderung der hierzu ergangenen Bescheide vom 26.07.2012, 01.02.2013, 17.02.2014 f\u00fcr den Zeitraum 01.01.2013 bis 31.08.2013 monatlich weitere 81,76 Euro und vom 01.03.2014 bis 30.08.2014 monatlich weitere 64,76 Euro&#8221; zu bewilligen, hat das SG den Beklagten verurteilt, &#8220;unter Ab\u00e4nderung des \u00dcberpr\u00fcfungsbescheides vom 14.10.2014 sowie des Bewilligungsbescheides vom 26.7.2012 in der Fassung der \u00c4nderungsbescheide vom 20.9.2012, 24.11.2012 und 5.3.2015 (Zeitraum 1\/2013 und 2\/2013), des Bewilligungsbescheides vom 1.2.2013 in der Fassung des \u00c4nderungsbescheides vom 5.3.2015 (Zeitraum 3\/2013 &#8211; 8\/2013) und des Bewilligungsbescheides vom 17.2.2014 in der Fassung des \u00c4nderungsbescheides vom 5.3.2015 (Zeitraum 3\/2014 &#8211; 8\/2014) in der Gestalt des \u00dcberpr\u00fcfungswiderspruchsbescheides vom 12.3.2015&#8221; dem Kl\u00e4ger &#8220;weitere Kosten f\u00fcr die Nettokaltmiete \u2026 i. H. v. 28,80 \u20ac monatlich (d. h. insgesamt 403,20 Euro)&#8221; zu zahlen und die Klage im \u00dcbrigen abgewiesen <em>(Urteil vom 31.1.2017)<\/em>. Es bestehe ein Anspruch auf KdU nach den Werten der Wohngeldtabelle, weil der Beklagte nicht \u00fcber ein schl\u00fcssiges Konzept verf\u00fcge. In seiner Rechtsmittelbelehrung ist das SG von einer zul\u00e4ssigen Berufung ausgegangen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das LSG hat die Berufung als unzul\u00e4ssig verworfen, weil der Wert des Beschwerdegegenstandes in H\u00f6he von 750 Euro nicht erreicht werde <em>(Beschluss vom 20.4.2020)<\/em>. Die Voraussetzungen der R\u00fcckausnahme des \u00a7 144 Abs 1 Satz 2 SGG l\u00e4gen nicht vor. Der Zeitraum eines Jahres werde nicht \u00fcberschritten, weil der Rechtsstreit drei Bewilligungszeitr\u00e4ume von jeweils unter einem Jahr betreffe. Unerheblich sei, dass sich der \u00dcberpr\u00fcfungsantrag sowie die hierauf ergangenen Bescheide auf alle drei Zeitr\u00e4ume bez\u00f6gen. Dem Leistungsanspruch nach dem SGB II liege kein einheitliches Stammrecht zugrunde. Auch im \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren seien die Anspruchsvoraussetzungen f\u00fcr jeden Bewilligungsabschnitt erneut und unabh\u00e4ngig von fr\u00fcheren Bewilligungen zu pr\u00fcfen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit seiner vom LSG zugelassenen Revision r\u00fcgt der Kl\u00e4ger eine Verletzung von \u00a7 144 Abs 1 Satz 2 SGG. Gegenstand des Verfahrens sei ein einheitlicher \u00dcberpr\u00fcfungsbescheid bzw Widerspruchsbescheid, der einen Zeitraum von 14 Monaten umfasse. Das Berufungsgericht verkenne das m\u00f6gliche Prozessziel. Auch ein Verwaltungsakt, der laufende Leistungen f\u00fcr weniger als vier Monate ablehne, k\u00f6nne zu einer Berufungsf\u00e4higkeit f\u00fchren, wenn Alg II f\u00fcr mehr als zw\u00f6lf Monate geltend gemacht werde. Die Gestaltung des Streitgegenstandes erfolge durch die Beteiligten, die mittels der Klagebegr\u00fcndung oder des Klageantrags eine Beschr\u00e4nkung oder weitergehende Antragstellung vornehmen w\u00fcrden. Unabh\u00e4ngig hiervon sei das &#8220;Stammrecht&#8221; nach dem SGB II nicht auf zw\u00f6lf oder weniger Monate beschr\u00e4nkt, weil der Bewilligungszeitraum einen l\u00e4ngeren Zeitraum umfassen k\u00f6nne, etwa wenn SGB II-Leistungen nachtr\u00e4glich oder r\u00fcckwirkend f\u00fcr einen Zeitraum von mehr als zw\u00f6lf Monaten festgesetzt w\u00fcrden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Kl\u00e4ger beantragt,<br \/>den Beschluss des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg vom 20. April 2020 aufzuheben und das Urteil des Sozialgerichts Potsdam vom 31. Januar 2017 zu \u00e4ndern sowie den Beklagten unter \u00c4nderung des Bescheides vom 14. Oktober 2014 in der Gestalt des Bescheides vom 5. M\u00e4rz 2015 und des Widerspruchsbescheides vom 12. M\u00e4rz 2015 zu verpflichten, die Bescheide vom 26. Juli 2012, 1. Februar 2013 und 17. Februar 2014 teilweise zur\u00fcckzunehmen und dem Kl\u00e4ger f\u00fcr den Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis 31. August 2013 monatlich weitere 81,76 Euro sowie f\u00fcr den Zeitraum vom 1. M\u00e4rz 2014 bis 31. August 2014 monatlich weitere 62,84 Euro zu erbringen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Beklagte beantragt,<br \/>die Revision zur\u00fcckzuweisen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Beklagte bezieht sich auf das Urteil des LSG.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Entscheidungsgr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die zul\u00e4ssige Revision des Kl\u00e4gers ist unbegr\u00fcndet <em>(\u00a7 170 Abs 1 Satz 1 SGG)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Streitgegenstand des Revisionsverfahrens ist neben dem Beschluss des LSG vom 20.4.2020 und dem Urteil des SG vom 31.1.2017 der Bescheid vom 14.10.2014 in der Gestalt des Bescheides vom 5.3.2015 und des Widerspruchsbescheides vom 12.3.2015 sowie das dagegen gerichtete Begehren des Kl\u00e4gers, den Beklagten unter Aufhebung der ablehnenden \u00dcberpr\u00fcfungsbescheide zu verpflichten, die Ausgangsbescheide zu \u00e4ndern und ihm f\u00fcr die streitigen Zeitr\u00e4ume weitere SGB II-Leistungen f\u00fcr Unterkunftskosten zu erbringen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Das LSG hat die Berufung des Kl\u00e4gers gegen das Urteil des SG zu Recht als unzul\u00e4ssig verworfen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Nach \u00a7 144 Abs 1 Satz 1 Nr 1 SGG in der Fassung des Gesetzes zur \u00c4nderung des Sozialgerichtsgesetzes und des Arbeitsgerichtsgesetzes (SGGArb\u00c4ndG) vom 26.3.2008 <em>(BGBl I 444)<\/em> bedarf die Berufung der Zulassung in dem Urteil des SG oder auf Beschwerde durch Beschluss des LSG, wenn der Wert des Beschwerdegegenstandes bei einer Klage, die eine Geld-, Dienst- oder Sachleistung oder einen hierauf gerichteten Verwaltungsakt betrifft, 750 Euro nicht \u00fcbersteigt. Dies gilt nur dann nicht, wenn die Berufung wiederkehrende oder laufende Leistungen f\u00fcr mehr als ein Jahr betrifft <em>(\u00a7 144 Abs 1 Satz 2 SGG <\/em><br \/>\n                  <em>in der Fassung des Gesetzes zur Entlastung der Rechtspflege <\/em><br \/>\n                  <em>vom 11.1.1993 &lt;BGBl I 50&gt;)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die durch \u00a7 144 Abs 1 SGG normierte Berufungsbeschr\u00e4nkung kn\u00fcpft an das Begehren (urspr\u00fcngliches Klageziel) des Berufungskl\u00e4gers an, soweit dieses im Berufungsverfahren weiter verfolgt wird. Ma\u00dfgeblich ist der Zeitpunkt der Berufungseinlegung <em>(vgl letztens BSG vom 19.3.2020 &#8211; B 4 AS 4\/20 R &#8211; SozR 4-1500 \u00a7 144 Nr 10 RdNr 14 mwN)<\/em>. Unter dem so verstandenen Klageanspruch ist der prozessuale, nicht der materiell-rechtliche (tats\u00e4chlich bestehende) Anspruch zu verstehen. Der prozessuale Anspruch (Streitgegenstand) ist das Begehren (Klageantrag) auf einen rechtskr\u00e4ftigen Ausspruch bestimmter Rechtsfolgen, die sich nach Meinung des Kl\u00e4gers aus einem zugrunde liegenden (Lebens-)Sachverhalt (Klagegrund) ergeben <em>(vgl nur BSG vom 15.8.2018 &#8211; B 13 R 66\/18 B &#8211; RdNr 12 mit Verweis auf BSG vom 16.4.1964 &#8211; 11\/1 RA 206\/61 &#8211; BSGE 21, 13 = SozR Nr 5 zu \u00a7 156 SGG, juris RdNr 14)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Zul\u00e4ssigkeit von Rechtsmitteln unter Ber\u00fccksichtigung des Klagebegehrens ist bei Anwendung des \u00a7 144 Abs 1 Satz 1 Nr 1 SGG und des \u00a7 144 Abs 1 Satz 2 SGG hinsichtlich jedes selbst\u00e4ndigen prozessualen Anspruchs gesondert zu betrachten. Dies gilt auch bei einer Verbindung von Verfahren <em>(\u00a7 113 SGG)<\/em> und in Fallgestaltungen, in denen innerhalb eines Klageverfahrens mehrere prozessuale Anspr\u00fcche (&#8220;teilbare Streitgegenst\u00e4nde&#8221;) im Wege der objektiven Klageh\u00e4ufung <em>(\u00a7 56 SGG)<\/em> geltend gemacht werden <em>(vgl zur gesonderten Pr\u00fcfung der Statthaftigkeit BSG vom 12.2.1980 &#8211; 7 RAr 107\/78 &#8211; SozR 4100 \u00a7 119 Nr 12 S 51, juris RdNr 16; BSG vom 18.3.1982 &#8211; 7 RAr 50\/80 &#8211; SozR 4100 \u00a7 118 Nr 10 S 54; BSG vom 22.3.1989 &#8211; 7 RAr 106\/88 &#8211; juris RdNr 12; BSG vom 30.10.2007 &#8211; B 2 U 272\/07 B &#8211; SozR 4-1500 \u00a7 160a Nr 19 RdNr 3). <\/em>Entsprechend kann ein Rechtsmittel auf einen von mehreren eigenst\u00e4ndigen prozessualen Anspr\u00fcchen beschr\u00e4nkt werden <em>(vgl BSG vom 25.6.1998 &#8211; B 7 AL 2\/98 R &#8211; BSGE 82, 198 = SozR 3-4100 \u00a7 242v Nr 1, juris RdNr 27 mwN)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Unerheblich daf\u00fcr, ob ein Berufungsausschluss eintritt, ist die prozessuale Gestalt der Klage. Entscheidend ist der materielle Kern des Verfahrens, das mit der Klage bzw der Berufung sachlich verfolgte Ziel <em>(vgl BSG vom 22.9.1976 &#8211; 7 RAr 107\/75 &#8211; BSGE 42, 212, 213 &#8211; SozR 1500 \u00a7 131 Nr 3 = SozR 1500 \u00a7 144 Nr 5 S 13, juris RdNr 18; BSG vom 12.2.1980 &#8211; 7 RAr 107\/78 &#8211; SozR 4100 \u00a7 119 Nr 12 S 51, juris RdNr 16)<\/em>. Entsprechend hat das BSG entschieden, dass \u00a7 144 Abs 1 Satz 1 Nr 1 SGG, also die Bestimmung der Zul\u00e4ssigkeit einer Berufung anhand des Beschwerdewertes, auch dann einschl\u00e4gig ist, wenn Gegenstand des Berufungsverfahrens eine Unt\u00e4tigkeitsklage <em>(\u00a7 88 SGG)<\/em> ist <em>(vgl BSG vom 6.10.2011 &#8211; B 9 SB 45\/11 B &#8211; SozR 4-1500 \u00a7 144 Nr 7 RdNr 10 ff; BSG vom 10.10.2017 &#8211; B 12 KR 3\/16 R &#8211; RdNr 13)<\/em> oder im R\u00fccknahme- oder Erledigungsstreit dar\u00fcber gestritten wird, ob das Verfahren bereits beendet ist <em>(vgl letztens BSG vom 19.3.2020 &#8211; B 4 AS 4\/20 R &#8211; SozR 4-1500 \u00a7 144 Nr 10 RdNr 16)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>In Anwendung dieser Grunds\u00e4tze ist das LSG zutreffend davon ausgegangen, dass die Berufung des Kl\u00e4gers nach \u00a7 144 Abs 1 Satz 1 Nr 1 SGG und \u00a7 144 Abs 1 Satz 2 SGG der Zulassung bedurfte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Die Berufung betraf auf Geldleistungen gerichtete Verwaltungsakte mit einem Wert des Beschwerdegegenstandes von unter 750 Euro <em>(\u00a7 144 Abs 1 Satz 1 SGG)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Begehren des Kl\u00e4gers war auf die teilweise R\u00fccknahme der urspr\u00fcnglichen Bewilligungsbescheide und h\u00f6heres Alg II gerichtet. Zwar sind die zur \u00dcberpr\u00fcfung gestellten Anspr\u00fcche auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach der rechtlichen Ausgangslage im Recht der Grundsicherung f\u00fcr Arbeitsuchende auf Bewilligungsabschnitte bezogen <em>(vgl hierzu n\u00e4her unter c)<\/em>; jedoch sind &#8211; in Abweichung von der gesonderten Betrachtung der Zul\u00e4ssigkeit der Berufung bei &#8220;teilbaren Streitgegenst\u00e4nden&#8221; &#8211; bei der Ermittlung des Beschwerdewertes nach \u00a7 144 Abs 1 Satz 1 Nr 1 SGG mehrere in einer Klage geltend gemachte prozessuale Anspr\u00fcche zusammenzurechnen. Insofern hat das BSG mit Bezug auf den ma\u00dfgebenden Begriff des Beschwerdewertes \u00fcber \u00a7 202 SGG auf \u00a7 5 ZPO zur\u00fcckgegriffen. \u00a7 5 ZPO ordnet an, dass mehrere in einer Klage geltend gemachte Anspr\u00fcche zusammengerechnet werden <em>(vgl BSG vom 5.2.1998 &#8211; B 11 AL 19\/97 R &#8211; SozR 3-4100 \u00a7 65 Nr 3 S 10, juris RdNr 15; BSG vom 6.8.2019 &#8211; B 14 AS 182\/18 B &#8211; RdNr 4 mwN; siehe bereits Meyer-Ladewig zu den \u00c4nderungen durch das RPflEntlG, NZS 1993, 137, 139; Kummer, NZS 1993, 285, 289)<\/em>. Der Beschwerdewert von 750 Euro wird dennoch nicht erreicht. Das LSG hat zu Recht darauf abgestellt, dass der Kl\u00e4ger mit seinem Antrag vor dem SG urspr\u00fcnglich einen Betrag in H\u00f6he von insgesamt 1042,64 Euro geltend gemacht hat. Seine Klage ist in einem Umfang von 403,20 Euro erfolgreich gewesen, weshalb er mit einem Betrag in H\u00f6he von 639,44 Euro, also weniger als 750 Euro, unterlegen ist. Nur dieser Betrag ist der Wert des Beschwerdegegenstandes des Berufungsverfahrens iS von \u00a7 144 Abs 1 Satz 1 Nr 1 SGG.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Ohne Bedeutung ist, dass der Kl\u00e4ger ungeachtet des vor dem SG erzielten Teilerfolgs mit seinem Berufungsantrag erneut eine Verurteilung des Beklagten in H\u00f6he des urspr\u00fcnglich mit der Klage geltend gemachten Gesamtbetrags begehrt hat. Dies hat das LSG zu Recht als unbeachtlich angesehen, weil die Aufrechterhaltung der Berufung hinsichtlich des bei Klageerhebung streitigen Betrags mangels vern\u00fcnftigen Grundes teilweise rechtsmissbr\u00e4uchlich gewesen ist. Die Voraussetzungen einer rechtsmissbr\u00e4uchlichen Antragstellung liegen vor, wenn entgegen der eindeutigen Rechtslage Antr\u00e4ge willk\u00fcrlich nur gestellt werden, um eine Berufungsf\u00e4higkeit zu erreichen <em>(Keller in Meyer-Ladewig\/Keller\/Leitherer\/Schmidt, SGG, 13. Aufl 2020, \u00a7 144 RdNr 14a mwN; BSG vom 22.8.1990 &#8211; 10 RKg 29\/88 &#8211; BSGE 67, 194, 195 = SozR 3-5870 \u00a7 27 Nr 1 S 2, juris RdNr 14). <\/em>Streitig war allein die H\u00f6he der KdU, weil der Beklagte die Regelleistungen durchgehend in voller H\u00f6he bewilligt hatte. Die Differenz hinsichtlich der im sozialgerichtlichen Verfahren geltend gemachten KdU abz\u00fcglich des zugesprochenen Betrags entspricht dem Betrag der (noch) offenen tats\u00e4chlichen Unterkunftskosten in H\u00f6he von 639,44 Euro.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Die Ausnahmeregelung des \u00a7 144 Abs 1 Satz 2 SGG, nach der eine Berufung auch bei einem Beschwerdewert unterhalb von 750 Euro zul\u00e4ssig ist, greift nicht ein. Die hierf\u00fcr erforderliche Voraussetzung, dass die Berufung wiederkehrende oder laufende Leistungen f\u00fcr mehr als ein Jahr betrifft, liegt nicht vor.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Zwar ist Alg II als Sozialleistung nach \u00a7 19a SGB I eine Geldleistung iS von \u00a7 144 Abs 1 Satz 2 SGG und es handelt sich bezogen auf den jeweiligen Bewilligungszeitraum um eine laufende Leistung, weil sie wiederholt gezahlt wird, gleichartig ist und innerhalb eines Bewilligungszeitraums auf demselben Rechtsgrund beruht <em>(BSG vom 22.7.2010 &#8211; B 4 AS 77\/10 B &#8211; RdNr 7)<\/em>. Der Zeitraum von einem Jahr wird aber nicht \u00fcberschritten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit den zur \u00dcberpr\u00fcfung gestellten Ausgangsbescheiden ist Alg II nach \u00a7 41 Abs 1 Satz 4 SGB II in der Fassung der Bekanntmachung der Neufassung des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch vom 13.5.2011 <em>(BGBl I 850; im Folgenden \u00a7 41 SGB II aF)<\/em> jeweils nur f\u00fcr sechs Monate bewilligt worden. Nach der rechtlichen Ausgangslage im Bereich der Grundsicherung f\u00fcr Arbeitsuchende sind Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem SGB II f\u00fcr die jeweiligen Bewilligungsabschnitte unterschiedliche Streitgegenst\u00e4nde. Das Ende des Bewilligungszeitraums stellt eine zeitliche Z\u00e4sur dar, die den jeweiligen Streitgegenstand in zeitlicher Hinsicht umschreibt <em>(BSG vom 30.7.2008 &#8211; B 14 AS 7\/08 B &#8211; RdNr 5; BSG vom 22.7.2010 &#8211; B 4 AS 77\/10 B &#8211; RdNr 7; vgl zur Nichtanwendbarkeit des \u00a7 96 SGG<\/em>: <em>BSG vom 7.11.2006 &#8211; B 7b AS 14\/06 R &#8211; BSGE 97, 242 = SozR 4-4200 \u00a7 20 Nr 1, RdNr 30; BSG vom 23.11.2006 &#8211; B 11b AS 9\/06 R &#8211; SozR 4-4300 \u00a7 428 Nr 3 RdNr 14; BSG vom 26.9.2013 &#8211; B 14 AS 148\/13 B &#8211; RdNr 6)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das \u00dcberpr\u00fcfungsbegehren des Kl\u00e4gers nach \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 SGB II iVm \u00a7 44 SGB X bezog sich auf die (teilweise) R\u00fccknahme der drei getrennt zu betrachtenden Bescheide. Ohne deren R\u00fccknahme konnte er kein h\u00f6heres Alg II erhalten, weil Leistungen nach dem SGB II l\u00e4ngstens f\u00fcr einen Zeitraum von einem Jahr vor der R\u00fccknahme erst nach R\u00fccknahme des zu \u00fcberpr\u00fcfenden Verwaltungsaktes erbracht werden <em>(vgl \u00a7 40 Abs 1 Satz 2 Nr 2 SGB II iVm \u00a7 44 Abs 4 Satz 1 SGB X)<\/em>. Erfolgt die \u00dcberpr\u00fcfung nach \u00a7 44 SGB X &#8211; wie vorliegend &#8211; aufgrund eines Antrags des Leistungsberechtigten, l\u00f6st dieser Antrag eine auf jeden gesonderten Bescheid bezogene Pr\u00fcfpflicht des Leistungstr\u00e4gers aus; gleichzeitig bestimmt dieser Antrag auch den Umfang des Pr\u00fcfauftrags der Verwaltung im Hinblick darauf, ob bei Erlass des Verwaltungsakts das Recht unrichtig angewandt oder von einem unrichtigen Sachverhalt ausgegangen worden ist <em>(BSG vom 13.2.2014 &#8211; B 4 AS 22\/13 R &#8211; BSGE 115, 126 = SozR 4-1300 \u00a7 44 Nr 28, RdNr 13)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Entsprechend war das \u00dcberpr\u00fcfungsbegehren des Kl\u00e4gers parallel zu den jeweils auf sechs Monate befristeten Bewilligungen durch die Ausgangsbescheide auf die Zeitr\u00e4ume vom 1.1. bis 28.2.2013, 1.3. bis 31.8.2013 und 1.3. bis 31.8.2014 bezogen <em>(vgl zur zeitlichen Begrenzung im \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren BSG vom 19.3.2008 &#8211; B 11b AS 23\/06 R &#8211; SozR 4-4200 \u00a7 24 Nr 3 RdNr 18)<\/em>. In zeitlicher Hinsicht lagen (hinsichtlich des Klagegrundes) voneinander getrennte Lebenssachverhalte vor. Nach dem Inhalt seines \u00dcberpr\u00fcfungsantrags sowie seiner erst- und zweitinstanzlichen Antr\u00e4ge begehrte der Kl\u00e4ger auch keine durchgehende Bewilligung von SGB II-Leistungen von Januar 2013 bis August 2014, die im \u00dcbrigen mit der anzuwendenden Gesetzeslage unvereinbar w\u00e4re. Gegenstand des Klagebegehrens war allein die H\u00f6he der KdU in getrennt zu betrachtenden Bewilligungszeitr\u00e4umen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Im Rahmen von \u00a7 144 Abs 1 Satz 2 SGG ist eine Zusammenrechnung der Bezugszeitr\u00e4ume verschiedener prozessualer Anspr\u00fcche auch nicht in erg\u00e4nzender Anwendung der ZPO-Vorschriften m\u00f6glich. Bei der Ermittlung des Beschwerdegegenstandes nach \u00a7 144 Abs 1 Satz 1 Nr 1 SGG folgt die Addition der Beschwerdewerte aus \u00a7 202 SGG iVm \u00a7 5 ZPO mit der M\u00f6glichkeit des R\u00fcckgriffs auf den zivilprozessualen Begriff des Beschwerdewertes <em>(vgl bereits unter b)<\/em>. Die Bezugszeitr\u00e4ume verschiedener Klageanspr\u00fcche k\u00f6nnen dagegen nicht addiert werden, weil der Gesetzgeber des RPflEntlG &#8211; zur Entlastung der Berufungsgerichte von Bagatellstreitigkeiten &#8211; die Beschwer mit der besonderen Regelung des \u00a7 144 Abs 1 Satz 2 SGG ausdr\u00fccklich durch die L\u00e4nge des jeweils streitgegenst\u00e4ndlichen Zeitraums zum Ausdruck gebracht hat, f\u00fcr den wiederkehrende Leistungen (Bezugsdauer) im Streit stehen <em>(vgl BSG vom 18.3.1982 &#8211; 7 RAr 50\/80 &#8211; SozR 4100 \u00a7 118 Nr 10 S 54, juris RdNr 34; BSG vom 22.3.1989 &#8211; 7 RAr 106\/88 &#8211; juris RdNr 15; vgl Meyer-Ladewig, NZS 1993, 137, 140; Sommer in Roos\/Wahrendorf\/M\u00fcller, SGG, 2. Aufl 2021, \u00a7 144 RdNr 34)<\/em> und insofern keine Abweichung von dem Grundsatz der getrennten Betrachtung verschiedener prozessualer Anspr\u00fcche <em>(vgl hierzu unter a)<\/em> m\u00f6glich ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Der Umstand, dass der Beklagte im \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren nach \u00a7 44 SGB X nicht durch getrennte Bescheide entschieden, sondern das Ergebnis der Pr\u00fcfungen in einem einheitlichen Bescheid mit mehreren getrennten Verf\u00fcgungen zusammengefasst hat, f\u00fchrt nicht zu einer \u00c4nderung der Streitgegenst\u00e4nde <em>(so auch LSG Mecklenburg-Vorpommern vom 5.12.2011 &#8211; L 8 B 430\/10 NZB; LSG Baden-W\u00fcrttemberg vom 26.3.2014 &#8211; L 2 SO 3177\/13 &#8211; RdNr 27; LSG Baden-W\u00fcrttemberg vom 12.2.2020 &#8211; L 3 AS 4066\/19 &#8211; RdNr 21; Wehrhahn in Schlegel\/Voelzke, jurisPK-SGG, 1. Aufl 2017, \u00a7 144 RdNr 27). <\/em>Insofern gelten keine anderen Grunds\u00e4tze als bei einem Streit \u00fcber h\u00f6here Leistungen f\u00fcr verschiedene Bewilligungsabschnitte im Ausgangsverfahren.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die zeitliche Dauer der jeweiligen Bewilligungen wurde im \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren auch nicht korrigiert. Der \u00dcberpr\u00fcfungsbescheid vom 14.10.2014 in der Gestalt des \u00c4nderungsbescheides vom 5.3.2015 sowie des Widerspruchsbescheides vom 12.3.2015 bezieht sich entsprechend auf die urspr\u00fcnglichen Bewilligungen. Insofern liegt eine andere tats\u00e4chliche Ausgangslage vor als in den vom Kl\u00e4ger im Revisionsverfahren angesprochenen Konstellationen einer vollst\u00e4ndigen Leistungsablehnung mit einer r\u00fcckwirkenden erstmaligen Anerkennung eines Leistungsanspruchs.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>dd) Zwar gilt der Grundsatz, dass die Statthaftigkeit eines Rechtsmittels f\u00fcr jeden Anspruch gesondert zu pr\u00fcfen ist, im Rahmen des \u00a7 144 Abs 1 Satz 2 SGG nicht uneingeschr\u00e4nkt; jedoch kann f\u00fcr das \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren nach \u00a7 44 SGB X keine (weitere) Ausnahme anerkannt werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Besteht nach der materiell-rechtlichen Gestaltung der Rechtslage ein Zusammenhang zwischen den in Streit stehenden wiederkehrenden Leistungen derart, dass sie im Wesentlichen auf demselben Rechtsverh\u00e4ltnis (Stammrecht) beruhen bzw denselben Entstehungsgrund haben, so ist hinsichtlich der auf die Bezugsdauer abstellenden Beschwer des \u00a7 144 Abs 1 Satz 2 SGG in Abweichung von den dargestellten Grunds\u00e4tzen nicht entscheidend, ob diese Leistungen durch einen oder mehrere prozessuale Anspr\u00fcche geltend gemacht werden m\u00fcssen oder ob die streitigen durch unstreitige Bezugszeiten unterbrochen sind. Dies ist von der Rechtsprechung des BSG angenommen worden f\u00fcr Anspr\u00fcche nach dem SGB III (Alg, \u00dcbg), die auf einem einheitlichen Stammrecht beruhen, nicht jedoch f\u00fcr solche Anspr\u00fcche auf Alg, denen eine neue Anwartschaft und damit ein neu entstandener Anspruch auf Alg zugrunde liegt <em>(vgl BSG vom 18.3.1982 &#8211; 7 RAr 50\/80 &#8211; SozR 4100 \u00a7 118 Nr 10 S 54, juris RdNr 16 mwN; BSG vom 22.3.1989 &#8211; 7 RAr 106\/88 &#8211; juris RdNr 15)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Jedoch beruhen SGB II-Anspr\u00fcche, anders als Anspr\u00fcche nach dem SGB III, von vornherein nicht auf einem einheitlichen Stammrecht <em>(aA wohl Th\u00fcringer LSG vom 10.1.2013 &#8211; L 9 AS 831\/10 &#8211; RdNr 27).<\/em> F\u00fcr die jeweiligen Bewilligungsabschnitte werden sie als materiell-rechtlich selbst\u00e4ndige Anspr\u00fcche regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr k\u00fcrzere Zeitr\u00e4ume bewilligt. Die Pr\u00fcfung der Leistungsvoraussetzungen erfolgt gesondert f\u00fcr jeden Bewilligungsabschnitt, f\u00fcr den ein konstitutiv wirkender Antrag <em>(\u00a7 37 Abs 1 Satz 1 SGB II)<\/em> zu stellen ist. Die Leistungstr\u00e4ger nach dem SGB II m\u00fcssen \u00c4nderungen bei der Ber\u00fccksichtigung von Einkommen und Verm\u00f6gen und der Ermittlung der Bedarfe, zumeist nicht nur f\u00fcr eine Person, sondern oft f\u00fcr mehrere Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft jeweils erneut pr\u00fcfen. Die Zuerkennung von Leistungen f\u00fcr einen Bewilligungszeitraum einschlie\u00dflich der Beurteilung einzelner Tatbestandsmerkmale entfaltet keine Bindungswirkung f\u00fcr Folgezeitr\u00e4ume <em>(BSG vom 26.5.2011 &#8211; B 14 AS 146\/10 R &#8211; BSGE 108, 235 = SozR 4-4200 \u00a7 20 Nr 13, RdNr 15; BSG vom 14.2.2013 &#8211; B 14 AS 48\/12 R &#8211; SozR 4-4200 \u00a7 21 Nr 15 RdNr 9).<\/em>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_32\">32<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Anders als der Kl\u00e4ger meint, kann sich ein einheitliches Stammrecht auch nicht aus dem Umstand ergeben, dass etwa bei der Anrechnung von Einkommen als einer tatbestandlichen Voraussetzung der Leistungsbewilligung eine normative Ber\u00fccksichtigung des anrechenbaren Einkommens \u00fcber den aktuellen Bewilligungsabschnitt hinaus vorgenommen wird. Auch sind f\u00fcr die Zul\u00e4ssigkeit der Berufung nicht einzelne Anspruchsvoraussetzungen relevant, sondern allein derjenige prozessuale Anspruch, der auch Streitgegenstand sein kann. Die Zeitr\u00e4ume verschiedener Bewilligungszeitr\u00e4ume k\u00f6nnen nicht allein deshalb bei Anwendung des \u00a7 144 Abs 1 Satz 2 SGG zusammengerechnet werden, weil teilweise gleiche Leistungsparameter im Streit stehen <em>(dies bef\u00fcrwortend Groth in Krasney\/Udsching, Handbuch des sozialgerichtlichen Verfahrens, 7. Aufl 2016, VIII. Kap, RdNr 20a)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_33\">33<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>ee) Anders als der Kl\u00e4ger meint, sind damit Anspr\u00fcche nach dem SGB II auch nicht generell vom Berufungsausschluss des \u00a7 144 Abs 1 SGG betroffen. Auch innerhalb eines Bewilligungszeitraums nach dem SGB II kann der Beschwerdewert \u00fcber 750 Euro liegen. Zudem bleibt jedenfalls bei zeitlich unbegrenzten Leistungsablehnungen bei ungewisser oder geringer H\u00f6he des Leistungsanspruchs die Berufung zul\u00e4ssig. Zutreffend verweist der Kl\u00e4ger auf Fallgestaltungen, in denen ein Leistungstr\u00e4ger wegen einer vermeintlichen Verletzung von Mitwirkungsobliegenheiten die SGB II-Leistungen versagt hat oder er eine Bewilligung abgelehnt hat und Leistungen f\u00fcr einen vergangenen Zeitraum ohne vorherige Bestimmung der Dauer nachtr\u00e4glich festsetzt werden. Eine solche Konstellation liegt dem Rechtsstreit jedoch nicht zugrunde.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_34\">34<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Das Berufungsgericht ist auch zu Recht davon ausgegangen, dass das SG allein durch die vorliegende, fehlerhafte Rechtsmittelbelehrung keine Zulassung der Berufung ausgesprochen hat <em>(vgl BSG vom 19.11.1996 &#8211; 1 RK 18\/95 &#8211; SozR 3-1500 \u00a7 158 Nr 1)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_35\">35<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Die Kostenentscheidung beruht auf \u00a7 193 SGG.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KSRE140060209&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BSG_B_4_AS_70-20_R_KSRE140060209.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Berufung bedarf bei einem Beschwerdewert von bis zu 750 Euro der Zulassung, wenn im sogenannten \u00dcberpr\u00fcfungsverfahren h\u00f6heres Arbeitslosengeld II f\u00fcr einen Zeitraum von mehr als einem Jahr begehrt wird, dies aber die R\u00fccknahme von bestandskr\u00e4ftigen Verwaltungsakten voraussetzt, mit denen Arbeitslosengeld II jeweils f\u00fcr sechs Monate bewilligt wurde.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_crdt_document":""},"kji_country":[7802],"kji_court":[9722],"kji_chamber":[9109],"kji_year":[36297],"kji_subject":[7712],"kji_keyword":[9723,8215,8476,8017],"kji_language":[7805],"class_list":["post-688149","kji_decision","type-kji_decision","status-publish","hentry","kji_country-allemagne","kji_court-bundessozialgericht","kji_chamber-4-senat","kji_year-36297","kji_subject-social","kji_keyword-bundessozialgericht","kji_keyword-leitsatz","kji_keyword-senat","kji_keyword-urteil","kji_language-allemand"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO Premium plugin v27.5 (Yoast SEO v27.5) - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-premium-wordpress\/ -->\n<title>Bundessozialgericht, 4. 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