{"id":688869,"date":"2026-04-26T02:47:13","date_gmt":"2026-04-26T00:47:13","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesarbeitsgericht-1-senat-beschluss-2021-06-22-1-abr-28-20\/"},"modified":"2026-04-26T02:47:13","modified_gmt":"2026-04-26T00:47:13","slug":"bundesarbeitsgericht-1-senat-beschluss-2021-06-22-1-abr-28-20","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bundesarbeitsgericht-1-senat-beschluss-2021-06-22-1-abr-28-20\/","title":{"rendered":"Bundesarbeitsgericht, 1. Senat, Beschluss, 2021-06-22, 1 ABR 28\/20"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Leitsatz<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p>Die DHV &#8211; Die Berufsgewerkschaft e. V. ist seit dem 21. April 2015 nicht tariff\u00e4hig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:54pt\">Die Rechtsbeschwerden der Beteiligten zu\u00a05. und\u00a011. gegen den Beschluss des Landesarbeitsgerichts Hamburg vom 22.\u00a0Mai 2020 &#8211;\u00a05\u00a0TaBV 15\/18\u00a0&#8211; werden zur\u00fcckgewiesen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>A. Die Beteiligten streiten \u00fcber die Tariff\u00e4higkeit der am Verfahren zu\u00a05. beteiligten DHV\u00a0&#8211;\u00a0Die Berufsgewerkschaft e.\u00a0V. (DHV).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die DHV wurde 1893 als Handlungsgehilfenverband gegr\u00fcndet und nach ihrer Neugr\u00fcndung am 1.\u00a0Oktober 1950 als \u201eDeutscher Handlungsgehilfen-Verband e.\u00a0V., Gewerkschaft der Kaufmannsgehilfen\u201c am 20.\u00a0Dezember 1950 in das Vereinsregister des Amtsgerichts Hamburg eingetragen. 1956 benannte sie sich in die bis Oktober 2006 beibehaltene Bezeichnung \u201eDHV\u00a0&#8211;\u00a0Deutscher Handels- und Industrieangestellten-Verband e.\u00a0V.\u201c um. Entsprechend ihrer am 28.\/29.\u00a0Oktober 2006 beschlossenen Satzung hei\u00dft sie seitdem \u201eDHV\u00a0&#8211;\u00a0Die Berufsgewerkschaft e.\u00a0V.\u201c. Ihr Organisationsbereich erstreckt sich \u00fcber das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Nach den Regelungen ihrer am 8.\u00a0Juni 1952 und 19.\u00a0Juni 1954 beschlossenen Satzungen organisierte die DHV die Berufsgruppen der Kaufmannsgehilfen sowie &#8211;\u00a0nach Satzungs\u00e4nderung am 14.\u00a0Januar 1956\u00a0&#8211; auch der im \u00f6ffentlichen Dienst t\u00e4tigen Verwaltungsangestellten. Nach ihrer am 8.\/9.\u00a0Oktober 1966 beschlossenen Satzung richtete sie sich an die Angestellten in den Handels-, Industrie- und Verkehrsunternehmen sowie die Verwaltungsangestellten. Auch laut ihrer am 28.\/29.\u00a0Oktober 1972 beschlossenen Satzung (Satzung\u00a01972) verstand sie sich als Gewerkschaft der Angestellten im Handel, in der Industrie und dem privaten und \u00f6ffentlichen Dienstleistungsbereich. Durch Beschluss vom 8.\/9.\u00a0Juni 2002 wurde \u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 der Satzung (Satzung\u00a02002) dahin ge\u00e4ndert, dass die DHV \u201eeine Gewerkschaft der Arbeitnehmer in kaufm\u00e4nnischen und verwaltenden Berufen\u201c ist, \u201edie in der privaten Wirtschaft und dem \u00f6ffentlichen Dienst t\u00e4tig sind\u201c. In \u00a7\u00a03 Nr.\u00a02 der Satzung\u00a02002 war geregelt, dass \u201e[z]ur Wahrung gewerkschaftlicher Belange \u2026 der Hauptvorstand auch Arbeitnehmer aus anderen Berufsgruppen aufnehmen und deren Interessen wahrnehmen\u201c kann. Nach ihrer am 28.\/29.\u00a0Oktober 2006 beschlossenen und am 12.\u00a0M\u00e4rz 2007 in das Vereinsregister eingetragenen Satzung (Satzung\u00a02006) war die DHV eine \u201eGewerkschaft der Arbeitnehmer insbesondere in kaufm\u00e4nnischen und verwaltenden Berufen\u201c <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 der Satzung\u00a02006)<\/em>. Entsprechend konnten nach \u00a7\u00a03 Nr.\u00a01 der Satzung\u00a02006 \u201einsbesondere Arbeitnehmer in kaufm\u00e4nnischen und verwaltenden Berufen\u201c die Mitgliedschaft erwerben; die in \u00a7\u00a03 Nr.\u00a02 der Satzung\u00a02002 enthaltene Bestimmung wurde im \u00dcbrigen beibehalten. Nach \u00a7\u00a017 der Satzung\u00a02006 sollten die genannten \u00c4nderungen r\u00fcckwirkend zum 1.\u00a0Januar 2000 in Kraft treten. Aufgrund eines Beschlusses vom 9.\u00a0Mai 2009 sah die Satzung der DHV (Satzung\u00a02009) seit dem 12.\u00a0Juni 2009 &#8211;\u00a0neben der \u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 der Satzung\u00a02006 entsprechenden Regelung\u00a0&#8211; vor, dass andere Arbeitnehmergruppen in Tarifvertr\u00e4ge einbezogen werden k\u00f6nnen, wenn sie in einer Branche oder in Unternehmen besch\u00e4ftigt sind, die entweder durch kaufm\u00e4nnische und verwaltende T\u00e4tigkeiten gepr\u00e4gt sind <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Abs.\u00a02 der Satzung\u00a02009)<\/em>, in denen die DHV Tarifpartner ist oder in denen sie \u00fcber eine hinreichende Repr\u00e4sentativit\u00e4t verf\u00fcgt <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Abs.\u00a03 der Satzung\u00a02009)<\/em>. Zudem erstreckte sich ihre Tarifzust\u00e4ndigkeit auf Arbeitnehmer, die in die hiervon erfassten Branchen bzw. Unternehmen im Sinne des Arbeitnehmer\u00fcberlassungsgesetzes \u00fcberlassen wurden <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Abs.\u00a04 der Satzung\u00a02009)<\/em>. Im Anhang zu \u00a7\u00a02 der Satzung\u00a02009 waren neben \u201ePrivate[n] Kliniken und Krankenh\u00e4user[n], Reha-Einrichtungen \u2026\u201c ua. die \u201eMichelin Reifenwerke AG &amp; Co.\u00a0KGaA\u201c, das \u201eCockpitpersonal der LTU International Airlines (derzeit in Air\u00a0Berlin)\u201c, die \u201eEuropean Aeronautic Defence and Space Company EADS\u00a0N.V., Betriebsst\u00e4tten in Deutschland\u201c und die \u201eStena Line Scandinavia AB\/Betriebsst\u00e4tten der Stena Line Scandinavia AB in Deutschland\u201c aufgef\u00fchrt. Die genannten Satzungsinhalte waren in der ab dem 23.\u00a0Februar 2011 geltenden Satzung wortgleich enthalten. Nach \u00a7\u00a02 der am 16.\/17.\u00a0November 2012 beschlossenen und am 9.\u00a0Januar 2013 in das Vereinsregister eingetragenen Satzung (Satzung\u00a02012) war die DHV f\u00fcr Arbeitnehmer in kaufm\u00e4nnischen und verwaltenden Berufen <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a02 der Satzung\u00a02012)<\/em> sowie alle Arbeitnehmer &#8211;\u00a0einschlie\u00dflich der dorthin \u00fcberlassenen Leiharbeitnehmer\u00a0&#8211; in den Bereichen Banken, Sparkassen, Bausparkassen, Einzelhandel, Gro\u00df- und Au\u00dfenhandel, Handel mit Kraftfahrzeugen, gesetzliche Sozialversicherung, Lagerei und Warenlogistik, Versicherungswirtschaft, Einrichtungen der Kranken- und Altenpflege, Private Kliniken und Krankenh\u00e4user, Rettungsdienste, Arbeiterwohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz, Parit\u00e4tischer Wohlfahrtsverband, Chemische Reinigung und Textilreinigungsdienstleistungen sowie Fleischwarenindustrie tarifzust\u00e4ndig <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 und Nr.\u00a03 der Satzung\u00a02012)<\/em>. Auf ihrem Bundesgewerkschaftstag am 7.\/8.\u00a0November 2014 beschloss die DHV die am 25.\u00a0Februar 2015 in das Vereinsregister eingetragene Satzung (Satzung\u00a02014). Deren \u00a7\u00a02 lautet:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u201e1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Die DHV ist tarifzust\u00e4ndig f\u00fcr alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in den nachfolgenden Bereichen und schlie\u00dft f\u00fcr diese Tarifvertr\u00e4ge ab:<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">private Banken und Bausparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, Landes-\/F\u00f6rderbanken, Spezialinstitute, Sparkassen<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Einzelhandelsgesch\u00e4fte, Waren- und Kaufh\u00e4user, Verbraucherm\u00e4rkte, Filialbetriebe im Einzelhandel, Versandhandel, Drogerien, Zentrallager, Tankstellen, zuz\u00fcglich der handelsunterst\u00fctzenden, station\u00e4ren und stra\u00dfengebundenen Warenlogistik<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Binnengro\u00dfhandel, Cash- und Carrym\u00e4rkte, Handelsunternehmen und Auslieferungslager aller Industrien, Ein- und Ausfuhrhandel, genossenschaftlicher Gro\u00dfhandel, zuz\u00fcglich der handelsunterst\u00fctzenden, station\u00e4ren und stra\u00dfengebundenen Warenlogistik<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Gesetzliche Krankenkassen<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Privates und \u00f6ffentlich-rechtliches Versicherungsgewerbe<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Einrichtungen der privaten Alten- und Behindertenpflege sowie der Jugendhilfe<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Kliniken und Krankenh\u00e4user in privatrechtlicher Rechtsform<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Rettungsdienste<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Arbeiterwohlfahrt und Tochtergesellschaften<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Deutsches Rotes Kreuz und Tochtergesellschaften<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Textilreinigung und Textilreinigungsdienstleistungen<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Fleischwarenindustrie<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">IT\u00a0Dienstleistungsunternehmen f\u00fcr Steuerberater, Wirtschaftspr\u00fcfer und Rechtsanw\u00e4lte<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u25cf\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Reiseveranstalter<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">sowie Nebenbetriebe, die Dienstleistungen f\u00fcr diese erbringen, jedoch rechtlich ausgegliedert und selbst\u00e4ndig sind.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Die DHV ist auch tarifzust\u00e4ndig f\u00fcr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in kaufm\u00e4nnischen und verwaltenden Berufen bei kommunalen Arbeitgebern und bei K\u00f6rperschaften des \u00f6ffentlichen Rechts auf kommunaler Ebene.\u201c<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Tariff\u00e4higkeit der DHV war in der Vergangenheit mehrfach Gegenstand von Verfahren vor den Gerichten f\u00fcr Arbeitssachen. Das Arbeitsgericht Hamburg stellte mit rechtskr\u00e4ftigem Beschluss vom 10.\u00a0Dezember 1956 <em>(-\u00a02\u00a0BV 366\/1956\u00a0-)<\/em> fest, \u201eda\u00df der Beteiligte zu\u00a04)\u201c (DHV\u00a0&#8211;\u00a0Deutscher Handels- und Industrieangestellten-Verband e.\u00a0V.) \u201eeine tariff\u00e4hige Gewerkschaft im Sinne des \u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 TVG ist\u201c. Mit Beschluss vom 7.\u00a0Februar 1980 wies das Arbeitsgericht Hamburg <em>(-\u00a01\u00a0Bv 15\/78\u00a0-) <\/em>einen Antrag der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen auf Feststellung der Tarifunf\u00e4higkeit der DHV als unbegr\u00fcndet ab. Die dagegen gerichtete Beschwerde blieb vor dem Landesarbeitsgericht Hamburg <em>(29.\u00a0Oktober 1980 &#8211;\u00a05\u00a0TaBv 1\/80\u00a0-)<\/em> ohne Erfolg. Es hielt den Antrag f\u00fcr unzul\u00e4ssig, da \u201edie Rechtskraft des Beschlusses des Arbeitsgerichts Hamburg vom 10.\u00a0Dezember 1956 \u2026 auch heute noch in diesem Verfahren zu beachten\u201c sei. Das Arbeitsgericht Hamburg wies einen Antrag des Landes Hessen auf Feststellung, dass die DHV keine tariff\u00e4hige Gewerkschaft ist, am 11.\u00a0August 1992 <em>(-\u00a01\u00a0Bv 8\/92\u00a0-)<\/em> als unzul\u00e4ssig ab. Ein &#8211;\u00a0ebenfalls auf das Fehlen der Tariff\u00e4higkeit der DHV gerichteter\u00a0&#8211; Antrag der Industriegewerkschaft Metall (IG\u00a0Metall) wurde vom Landesarbeitsgericht Hamburg am 18.\u00a0Februar 1997 <em>(-\u00a02\u00a0TaBV 9\/95\u00a0-) <\/em>als unzul\u00e4ssig angesehen, weil ihm die Rechtskraft des Beschlusses des Arbeitsgerichts Hamburg vom 11.\u00a0August 1992 entgegenstehe; die Verh\u00e4ltnisse h\u00e4tten sich seit dieser Entscheidung nicht wesentlich ge\u00e4ndert. Die im Zeitpunkt dieser Entscheidung geltende Satzung der DHV vom 12.\/13.\u00a0November 1994 entsprach im Wesentlichen der Satzung\u00a01972.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Au\u00dferdem war die Tarifzust\u00e4ndigkeit der DHV auf der Grundlage ihrer Satzungen 2006, 2009, 2011 und 2012 Gegenstand von Verfahren und Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts <em>(10.\u00a0Februar 2009 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 36\/08\u00a0&#8211; BAGE\u00a0129, 322; 17.\u00a0April 2012 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 5\/11\u00a0&#8211; BAGE\u00a0141, 110; 11.\u00a0Juni 2013 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 32\/12\u00a0&#8211; BAGE\u00a0145, 211)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die DHV hat nach eigenen Angaben seit ihrer Neugr\u00fcndung im Jahr 1950 ca. 24.000\u00a0Tarifvertr\u00e4ge geschlossen, zu Warnstreiks aufgerufen und Tarifverhandlungen ggf. auch abgebrochen. Sie gliedert sich bundesweit in neun Landesverb\u00e4nde, unterh\u00e4lt nach ihren Darlegungen an elf verschiedenen Standorten B\u00fcror\u00e4ume und verf\u00fcgt \u00fcber 13\u00a0hauptamtliche Gewerkschaftssekret\u00e4re, 18\u00a0B\u00fcro- und Verwaltungskr\u00e4fte, neun Mitarbeiter der kaufm\u00e4nnischen Bildungseinrichtungen sowie &#8211;\u00a0je nach Arbeitsanfall\u00a0&#8211; bis zu zw\u00f6lf Honorarkr\u00e4fte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der Organisationsbereich der DHV nach der Satzung 2012 bezog sich nach den Feststellungen des Landesarbeitsgerichts auf etwa 15\u00a0Millionen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse. Ihr Organisationsbereich nach der Satzung\u00a02014 erfasst nach Vortrag der DHV insgesamt etwa 6,294\u00a0Millionen, nach den Ausf\u00fchrungen der Antragsteller ca. 11,127\u00a0Millionen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse. Die Zahl ihrer Mitglieder gibt die DHV zum 31.\u00a0Dezember 2014 mit 75.065, zum 19.\u00a0Januar 2016 mit 73.451 und zum 19.\u00a0Februar 2020 mit 71.829\u00a0Mitgliedern an, wobei von letzteren 66.826\u00a0Mitglieder in ihren nach der Satzung\u00a02014 reklamierten Zust\u00e4ndigkeitsbereich fallen und weitere 5.003\u00a0Mitglieder Rentner, Arbeitslose, Studenten oder au\u00dferhalb ihres Organisationsbereichs t\u00e4tig sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Mit einer der DHV am 16.\u00a0Dezember 2013 zugestellten Antragsschrift haben die zu\u00a01. beteiligte IG\u00a0Metall, die zu\u00a02. beteiligte ver.di\u00a0&#8211;\u00a0Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), die zu\u00a03. beteiligte Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastst\u00e4tten (NGG) und die zu\u00a04. beteiligte Senatsverwaltung f\u00fcr Integration, Arbeit und Soziales des Landes Berlin das vorliegende Verfahren eingeleitet. Das zu\u00a010. beteiligte Ministerium f\u00fcr Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hat sich mit Schriftsatz vom 13.\u00a0Februar 2014 diesem Antrag angeschlossen sowie diesen &#8211;\u00a0nach den Feststellungen des Landesarbeitsgerichts\u00a0&#8211; auch selbst gestellt. An dem Verfahren weiter beteiligt sind zu\u00a06. der Christliche Gewerkschaftsbund Deutschlands (CGB), dem die DHV angeh\u00f6rt, zu\u00a07. die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb\u00e4nde e.\u00a0V. (BDA), zu\u00a08. der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und zu\u00a09. das Bundesministerium f\u00fcr Arbeit und Soziales (BMAS). Beteiligter zu\u00a011. ist der Arbeitgeberverband Wohlfahrts- und Gesundheitsdienste e.\u00a0V., welcher nach seinen Angaben Tarifvertr\u00e4ge mit der DHV geschlossen hat.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Antragsteller haben &#8211;\u00a0ebenso wie der zu\u00a08. beteiligte DGB\u00a0&#8211; die Auffassung vertreten, bei der DHV handele es sich mit Blick auf den von ihr beanspruchten Organisationsbereich um keine Gewerkschaft. Sie verf\u00fcge insbesondere nicht \u00fcber die erforderliche hinreichende Durchsetzungskraft und organisatorische Leistungsf\u00e4higkeit. Der DHV geh\u00f6rten h\u00f6chstens 10.000\u00a0Mitglieder an.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Antragsteller haben beantragt<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">festzustellen, dass die DHV nicht tariff\u00e4hig ist.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die DHV und der zu\u00a011. beteiligte Arbeitgeberverband haben beantragt, den Antrag abzuweisen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die DHV hat die Auffassung vertreten, der Antrag sei unzul\u00e4ssig; ihm stehe die Rechtskraft der Entscheidungen in den vorangegangenen Verfahren zu ihrer Tariff\u00e4higkeit entgegen. Das Verfahren sei zudem missbr\u00e4uchlich eingeleitet und dadurch motiviert, sie als Konkurrenzgewerkschaft aus dem gewerkschaftlichen Wettbewerb zu verdr\u00e4ngen. Die von der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung entwickelten Anforderungen an die Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmervereinigung seien verfassungs- und unionsrechtswidrig. Die Beurteilung der Durchsetzungsmacht d\u00fcrfe nicht lediglich organisationsbereichs- und mitgliederbezogen erfolgen; auch ihre Tarifabschl\u00fcsse seit 1950, jedenfalls aber seit Inkrafttreten ihrer Satzung\u00a02014 seien ein zwingend und ma\u00dfgeblich zu ber\u00fccksichtigendes Indiz f\u00fcr ihre Tariff\u00e4higkeit. Dar\u00fcber hinaus sei sie auch in einem nicht unbedeutenden Teilbereich ihrer Zust\u00e4ndigkeit &#8211;\u00a0insbesondere in ihren \u201eMarkenkernbereichen\u201c (Banken, Einzel- und Gro\u00dfhandel, gesetzliche Krankenkassen, Versicherungsgewerbe, Alten-\u00a0und Behindertenpflege, Krankenh\u00e4user in privatrechtlicher Rechtsform und Deutsches Rotes Kreuz)\u00a0&#8211; mit einem hohen Organisationsgrad vertreten. Im Bereich Banken verf\u00fcge sie &#8211;\u00a0ausgehend von etwa 540.000 dort besch\u00e4ftigten Arbeitnehmern\u00a0&#8211; \u00fcber ca. 6.780\u00a0Mitglieder und somit eine Organisationsst\u00e4rke von 1,256\u00a0vH. Im Einzelhandel seien etwa 2,26\u00a0Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer t\u00e4tig; hiervon organisiere sie mit 22.742\u00a0Mitgliedern ca. 1,01\u00a0vH. Im Gro\u00dfhandel belaufe sich der Anteil ihrer Mitglieder (14.506) an den in diesem Bereich insgesamt ungef\u00e4hr 1,16\u00a0Millionen sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten auf etwa 1,25\u00a0vH. Bei den gesetzlichen Krankenkassen seien (aufgerundet) 136.000\u00a0Arbeitnehmer t\u00e4tig, von denen 2.748 und damit 2,024\u00a0vH bei ihr organisiert seien. Im Versicherungsgewerbe seien &#8211;\u00a0von den dort etwa 166.800\u00a0Arbeitnehmern\u00a0&#8211; ca. 2,39\u00a0vH (3.985) bei ihr Mitglied. In der privaten Alten- und Krankenpflege habe sie &#8211;\u00a0bei dort insgesamt etwa 644.700\u00a0Arbeitnehmern und 4.348 Mitgliedern\u00a0&#8211; einen Organisationsgrad von 0,674\u00a0vH, in den Kliniken mit privatrechtlicher Rechtsform &#8211;\u00a0bei dort ca. 453.400\u00a0Besch\u00e4ftigten und 5.644\u00a0Mitgliedern\u00a0&#8211; von 1,245\u00a0vH und bei den Rettungsdiensten &#8211;\u00a0bei dort ungef\u00e4hr 62.400\u00a0Arbeitnehmern und 276\u00a0Mitgliedern\u00a0&#8211; von ca. 0,44\u00a0vH. Bei der Arbeiterwohlfahrt und ihren Tochtergesellschaften verf\u00fcge sie mit 1.531\u00a0Mitgliedern bei ca. 231.000\u00a0Besch\u00e4ftigten \u00fcber eine Organisationsst\u00e4rke von 0,663\u00a0vH und beim Deutschen Roten Kreuz (177.000\u00a0Arbeitnehmer, 2.461\u00a0Mitglieder) \u00fcber eine von 1,39\u00a0vH. Im Bereich der Textilreinigung habe sie 195\u00a0Mitglieder; dies entspreche bei etwa 23.500 dort Besch\u00e4ftigten einem Prozentsatz von etwa 0,83. In der Fleischwarenindustrie organisiere sie 317 und damit 1,223\u00a0vH der dort ca. 26.000\u00a0t\u00e4tigen Arbeitnehmer, bei den IT-Dienstleistungsunternehmen 124 und somit ca. 0,33\u00a0vH der dort ungef\u00e4hr 37.800\u00a0Besch\u00e4ftigten sowie bei den Reiseveranstaltern 236 und dementsprechend ca. 0,42\u00a0vH der dort ungef\u00e4hr 56.000\u00a0T\u00e4tigen. Die Anzahl der Arbeitnehmer, f\u00fcr die sie nach \u00a7\u00a02 Nr.\u00a02 der Satzung\u00a02014 zust\u00e4ndig sei, belaufe sich aufgerundet auf 323.500, von denen 935 und damit 0,29\u00a0vH bei ihr Mitglied seien. Auch ihre finanzielle Ausstattung sei ausreichend. Der durchschnittliche monatliche Mitgliedsbetrag betrage 11,66\u00a0Euro; sie verf\u00fcge zudem \u00fcber eine Streikr\u00fccklage iHv. ca. 800.000\u00a0Euro und eine zweckungebundene R\u00fccklage iHv. 2,4\u00a0Millionen Euro.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der zu\u00a06. beteiligte CGB hat ua. die Auffassung vertreten, die Anforderungen der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung zur Gewerkschaftseigenschaft einer Arbeitnehmerkoalition seien nicht verfassungs- und unionsrechtskonform; insoweit hat er die Aussetzung des Verfahrens und Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nach Art.\u00a0100 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 GG angeregt. Der zu\u00a011. beteiligte Arbeitgeberverband hat ein Vorabentscheidungsverfahren zum Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union begehrt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Arbeitsgericht hat dem Antrag entsprochen. Auf die Beschwerden der DHV und des zu\u00a011. beteiligten Arbeitgeberverbands hat das Landesarbeitsgericht durch Beschluss vom 4.\u00a0Mai 2016 <em>(-\u00a05\u00a0TaBV 8\/15\u00a0-)<\/em> den Antrag abgewiesen. Auf die Rechtsbeschwerden der Beteiligten zu\u00a01. bis\u00a04., 8. und\u00a010. hat das Bundesarbeitsgericht durch Beschluss vom 26.\u00a0Juni 2018 <em>(-\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0-)<\/em> den landesarbeitsgerichtlichen Beschluss aufgehoben und die Sache zur neuen Anh\u00f6rung und Entscheidung an das Landesarbeitsgericht zur\u00fcckverwiesen. Durch Beschluss vom 22.\u00a0Mai 2020 hat das Landesarbeitsgericht die Beschwerden der DHV und des Beteiligten zu\u00a011. gegen den arbeitsgerichtlichen Beschluss \u201emit der Ma\u00dfgabe zur\u00fcckgewiesen\u201c, dass festgestellt wird, dass die Beteiligte zu\u00a05. \u201eseit dem 21.\u00a0April 2015 nicht tariff\u00e4hig ist\u201c. Mit ihren Rechtsbeschwerden erstreben die DHV und der zu\u00a011. beteiligte Verband die Abweisung des Antrags; der Beteiligte zu\u00a011. begehrt hilfsweise die Feststellung einer Tarifunf\u00e4higkeit der DHV erst \u201emit Rechtskraft der Entscheidung\u201c.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>B. Die Rechtsbeschwerden sind erfolglos. Das Landesarbeitsgericht hat im Ergebnis zu Recht festgestellt, dass die DHV seit dem 21.\u00a0April 2015 nicht tariff\u00e4hig ist. Der mit diesem Inhalt im Rechtsbeschwerdeverfahren noch gegenst\u00e4ndliche Antrag ist zul\u00e4ssig und begr\u00fcndet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>I. Am Verfahren sind &#8211;\u00a0neben den Antragstellern (IG\u00a0Metall, ver.di, NGG, Senatsverwaltung f\u00fcr Integration, Arbeit und Soziales des Landes Berlin sowie das Ministerium f\u00fcr Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen)\u00a0&#8211; die DHV als Arbeitnehmervereinigung, \u00fcber deren Tariff\u00e4higkeit gestritten wird, der CGB, der DGB und die BDA als Spitzenorganisationen sowie der &#8211;\u00a0im Rechtsbeschwerdeverfahren vorrangig an seinem Begehren einer Antragsabweisung festhaltende\u00a0&#8211; Arbeitgeberverband Wohlfahrts- und Gesundheitsdienste e.\u00a0V. beteiligt <em>(vgl. ausf. dazu BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a018 bis\u00a021, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>. Da sich die beanspruchte Zust\u00e4ndigkeit der DHV auf das Gebiet mehrerer Bundesl\u00e4nder erstreckt, ist auch das BMAS als oberste Arbeitsbeh\u00f6rde des Bundes im Verfahren zu h\u00f6ren.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>II. Rechtsbeschwerderechtlicher Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist die Tariff\u00e4higkeit der DHV ab dem Zeitpunkt des 21.\u00a0April 2015.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Zwar sind nach allgemeinem und &#8211;\u00a0ausgehend vom Normzweck des \u00a7\u00a097 Abs.\u00a01 ArbGG\u00a0&#8211; gebotenem Verst\u00e4ndnis mit einem gegenwartsbezogenen Feststellungsantrag die in \u00a7\u00a02a Abs.\u00a01 Nr.\u00a04 ArbGG genannten Eigenschaften in zeitlicher Hinsicht grunds\u00e4tzlich ab dem Zeitpunkt der Zustellung der Antragsschrift bis zu dem der letzten Anh\u00f6rung zur gerichtlichen Entscheidung gestellt <em>(vgl. BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a016 mwN, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>. Allerdings hatte bereits das Arbeitsgericht seine dem Antrag stattgebende Entscheidung vom 19.\u00a0Juni 2015 in zeitlicher Hinsicht allein mit dem \u201ezum Zeitpunkt des Schlusses der m\u00fcndlichen Anh\u00f6rung\u201c (21.\u00a0April 2015) \u201egeltenden satzungsm\u00e4\u00dfigen Zust\u00e4ndigkeitsbereich\u201c begr\u00fcndet und damit \u00fcber die Tariff\u00e4higkeit der DHV im Zeitraum ab Zustellung der verfahrenseinleitenden Antragsschrift bis zum Inkrafttreten der Satzung\u00a02014 am 25.\u00a0Februar 2015 nicht befunden. Nachdem sich die erstinstanzlich obsiegenden Antragsteller mit ihrem Antrag auf Zur\u00fcckweisung der Beschwerde dieses Antragsverst\u00e4ndnis zu eigen gemacht hatten, beschr\u00e4nkte sich der Gegenstand des vorliegenden Verfahrens im Rahmen des ersten Rechtsbeschwerdeverfahrens und auch nach Zur\u00fcckverweisung der Sache an das Beschwerdegericht auf die Feststellung, dass die DHV ab Inkrafttreten der Satzung\u00a02014 und damit gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a071 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BGB iVm. \u00a7\u00a017 der Satzung\u00a02014 ab dem 25.\u00a0Februar 2015 nicht tariff\u00e4hig ist <em>(vgl. <\/em><br \/>\n                  <em>BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a015\u00a0ff., 23, aaO)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Demgegen\u00fcber hat das Landesarbeitsgericht in der angefochtenen Entscheidung angenommen, das Begehren der Antragsteller erfasse nur noch die Feststellung der Tarifunf\u00e4higkeit der DHV f\u00fcr die Zeit ab dem 21.\u00a0April 2015. Zwar hat es mit diesem Antragsverst\u00e4ndnis nicht gegen \u00a7\u00a0308 Abs.\u00a01 ZPO versto\u00dfen, da es nicht etwas anderes, sondern nur weniger zuerkannt hat. Denn das mit einem Antrag iSd. \u00a7\u00a097 Abs.\u00a01 ArbGG verfolgte Begehren, das Fehlen der Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmervereinigung ab einem bestimmten, vor der gerichtlichen Anh\u00f6rung liegenden Zeitpunkt feststellen zu lassen, ist in zeitlicher Hinsicht regelm\u00e4\u00dfig teilbar. Die darin dennoch liegende, rechtsfehlerhafte teilweise Nichtbescheidung des verfahrensgegenst\u00e4ndlichen Verlangens h\u00e4tte allerdings von den &#8211;\u00a0insoweit allein beschwerten\u00a0&#8211; Antragstellern durch eine angesichts der subjektiv beschr\u00e4nkten Zulassung der Rechtsbeschwerde allein statthafte Anschlussrechtsbeschwerde geltend gemacht werden m\u00fcssen <em>(vgl. BGH 5.\u00a0M\u00e4rz 2019 &#8211;\u00a0VIII\u00a0ZR 190\/18\u00a0&#8211; Rn.\u00a020 mwN)<\/em>. Ein solche Anschlie\u00dfung ist nicht &#8211;\u00a0auch nicht konkludent\u00a0&#8211; erfolgt. Damit beschr\u00e4nkt sich der rechtsbeschwerderechtliche Gegenstand des vorliegenden Verfahrens auf die Tariff\u00e4higkeit der DHV ab dem Zeitpunkt des 21.\u00a0April 2015.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>III. Der im Wege einer zul\u00e4ssigen subjektiven Antragsh\u00e4ufung <em>(vgl. BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a024, BAGE\u00a0163, 108) <\/em>angebrachte Antrag ist auch in seiner jetzigen Fassung zul\u00e4ssig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Er ist hinreichend bestimmt im Sinne des im arbeitsgerichtlichen Beschlussverfahren anwendbaren \u00a7\u00a0253 Abs.\u00a02 Nr.\u00a02 ZPO. Nach seinem zuletzt in der Rechtsbeschwerdeinstanz angefallenen Inhalt soll mit ihm gegenwarts- und zukunftsbezogen gekl\u00e4rt werden, ob die DHV ab dem 21.\u00a0April 2015 Tarifvertragspartei iSd. \u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 TVG sein kann.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die Antragsteller sind &#8211;\u00a0auch zum Zeitpunkt der letzten Anh\u00f6rung vor dem Senat\u00a0&#8211; antragsberechtigt <em>(siehe ausf. dazu BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a026 bis\u00a030, BAGE\u00a0163, 108) <\/em>und verf\u00fcgen damit \u00fcber ein ihrer Antragsbefugnis nach \u00a7\u00a097 Abs.\u00a01 ArbGG und der Erga-omnes-Wirkung eines Verfahrens nach \u00a7\u00a02a Abs.\u00a01 Nr.\u00a04 ArbGG immanentes Rechtsschutzinteresse f\u00fcr den &#8211;\u00a0von keinem der Antragsteller missbr\u00e4uchlich\u00a0&#8211; gestellten Antrag <em>(siehe ausf. dazu BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a031 bis\u00a034, aaO)<\/em>. F\u00fcr die zu\u00a01. bis\u00a03. antragstellenden Gewerkschaften ist nach deren satzungsm\u00e4\u00dfig jeweils beanspruchten Organisationsbereichen die erforderliche Zust\u00e4ndigkeitskonkurrenz gegen\u00fcber dem von der DHV reklamierten Organisationsbereich gegeben.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Der Zul\u00e4ssigkeit des Antrags steht nicht der Einwand der Rechtskraft iSd. \u00a7\u00a0322 Abs.\u00a01 ZPO entgegen. Da sich die f\u00fcr die Beurteilung der Tariff\u00e4higkeit der DHV ma\u00dfgebende Tatsachengrundlage nach der Entscheidung des Landesarbeitsgerichts Hamburg vom 18.\u00a0Februar 1997 erheblich ge\u00e4ndert hat, hindert die Rechtskraft der in den vorangegangenen Verfahren zur Tariff\u00e4higkeit der DHV ergangenen Beschl\u00fcsse eine Sachentscheidung im vorliegenden Verfahren nicht. Dies hat der Senat in seinem Beschluss vom 26.\u00a0Juni 2018 <em>(-\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a035 bis\u00a048, BAGE\u00a0163, 108) <\/em>bereits entschieden und ausf\u00fchrlich begr\u00fcndet.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>IV. Der Antrag ist begr\u00fcndet. Die DHV ist seit dem 21.\u00a0April 2015 nicht tariff\u00e4hig.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Weder das Grundgesetz noch das Tarifvertragsgesetz regeln ausdr\u00fccklich, wann eine Arbeitnehmerkoalition als tariff\u00e4hig und damit als Gewerkschaft anzusehen ist. \u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 TVG bestimmt den Begriff der tariff\u00e4higen Arbeitnehmerkoalition (Gewerkschaft) nicht, sondern setzt ihn voraus. Auch die Regelung in A\u00a0III\u00a02 des Gemeinsamen Protokolls \u00fcber Leits\u00e4tze zum Vertrag \u00fcber die Schaffung einer W\u00e4hrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik vom 18.\u00a0Mai 1990, die nahezu wortgleich den von der Rechtsprechung entwickelten Anforderungen entspricht, stellt keine gesetzliche Normierung der an die Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmervereinigung zu stellenden Voraussetzungen dar. Sie hat zwar durch das Zustimmungsgesetz vom 25.\u00a0Juni 1990 <em>(BGBl.\u00a0II S.\u00a0518) <\/em>Aufnahme in den Willen des Gesetzgebers gefunden. Materielles Gesetz ist sie dadurch aber nicht geworden. Solange der Gesetzgeber auf die Normierung der Voraussetzungen f\u00fcr die Gewerkschaftseigenschaft und die Tariff\u00e4higkeit im Einzelnen verzichtet, ist es daher Aufgabe der Gerichte f\u00fcr Arbeitssachen, im Rahmen der an sie herangetragenen Streitigkeit den unbestimmten Rechtsbegriff durch Auslegung im Lichte des Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG auszuf\u00fcllen <em>(vgl. BVerfG 13.\u00a0September 2019 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a08; BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a051 mwN, BAGE\u00a0163, 108)<\/em> und dabei die im Zustimmungsgesetz vom 25.\u00a0Juni 1990 zum Ausdruck gekommene Willensbekundung der Gesetzgebungsorgane der Bundesrepublik Deutschland zu beachten <em>(BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; aaO; 28.\u00a0M\u00e4rz 2006 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 58\/04\u00a0&#8211; Rn.\u00a036, BAGE\u00a0117, 308)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Nach der Rechtsprechung des Senats muss eine Arbeitnehmervereinigung bestimmte Mindestvoraussetzungen erf\u00fcllen, um tariff\u00e4hig zu sein.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Die Koalition muss sich als satzungsgem\u00e4\u00dfe Aufgabe die Wahrnehmung der Interessen ihrer Mitglieder in deren Eigenschaft als Arbeitnehmer gesetzt haben und willens sein, Tarifvertr\u00e4ge zu schlie\u00dfen. Sie muss zudem frei gebildet, gegnerfrei, unabh\u00e4ngig und auf \u00fcberbetrieblicher Grundlage organisiert sein und das geltende Tarifrecht als verbindlich anerkennen. Dar\u00fcber hinaus muss sie \u00fcber Durchsetzungskraft gegen\u00fcber dem sozialen Gegenspieler und \u00fcber eine leistungsf\u00e4hige Organisation verf\u00fcgen <em>(BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a053\u00a0f., BAGE\u00a0163, 108; 5.\u00a0Oktober 2010 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 88\/09\u00a0&#8211; Rn.\u00a029\u00a0f., BAGE\u00a0136, 1)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Das Erfordernis der Gegnerunabh\u00e4ngigkeit ist nicht im formalen, sondern im materiellen Sinne zu verstehen. Es soll sicherstellen, dass die Vereinigung durch ihre koalitionsm\u00e4\u00dfige Bet\u00e4tigung zu einer sinnvollen Ordnung des Arbeitslebens beitragen kann. Die erforderliche Gegnerunabh\u00e4ngigkeit fehlt, wenn die Abh\u00e4ngigkeit vom sozialen Gegenspieler in der Struktur der Arbeitnehmervereinigung angelegt und verstetigt und die eigenst\u00e4ndige Interessenwahrnehmung der Tarifvertragspartei durch personelle Verflechtungen, auf organisatorischem Weg oder durch wesentliche finanzielle Zuwendungen ernsthaft gef\u00e4hrdet ist <em>(BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a055, BAGE\u00a0163, 108; 5.\u00a0Oktober 2010 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 88\/09\u00a0&#8211; Rn.\u00a031, BAGE\u00a0136, 1)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Eine tariff\u00e4hige Arbeitnehmervereinigung muss sozial m\u00e4chtig und von ihrem organisatorischen Aufbau her in der Lage sein, die ihr gestellten Aufgaben einer Tarifvertragspartei zu erf\u00fcllen <em>(BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a056, BAGE\u00a0163, 108; 5.\u00a0Oktober 2010 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 88\/09\u00a0&#8211; Rn.\u00a032, BAGE\u00a0136, 1)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Nur diejenige Vereinigung, die ein Mindestma\u00df an Verhandlungsgewicht und damit eine gewisse Durchsetzungskraft gegen\u00fcber dem sozialen Gegenspieler aufweist, ist tariff\u00e4hig. Davon geht auch das Bundesverfassungsgericht aus <em>(11.\u00a0Juli 2017 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1571\/15 ua.\u00a0&#8211; Rn.\u00a0164, BVerfGE\u00a0146, 71)<\/em>. Der einer Arbeitnehmerkoalition obliegenden Mitwirkung am Zustandekommen eines angemessenen, sozial befriedenden Interessenausgleichs kann diese nur sachgerecht nachkommen, wenn sie auf die Arbeitgeberseite zumindest so viel Druck aus\u00fcben kann, dass diese sich veranlasst sieht, sich ernsthaft auf Verhandlungen \u00fcber tarifvertraglich regelbare Arbeitsbedingungen einzulassen <em>(vgl. BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a057 mwN, BAGE\u00a0163, 108; 5.\u00a0Oktober 2010 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 88\/09\u00a0&#8211; Rn.\u00a032 mwN, BAGE\u00a0136, 1)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Von ihrem organisatorischen Aufbau her muss eine Gewerkschaft in der Lage sein, die ihr gestellten Aufgaben in ihrem selbst gew\u00e4hlten Zust\u00e4ndigkeitsbereich zu erf\u00fcllen. Ma\u00dfgebend sind auch insoweit die Umst\u00e4nde des Einzelfalls <em>(BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a058, BAGE\u00a0163, 108; 28.\u00a0M\u00e4rz 2006 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 58\/04\u00a0&#8211; Rn.\u00a053 mwN, BAGE\u00a0117, 308)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_32\">32<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(3) Daf\u00fcr gen\u00fcgt, dass die Arbeitnehmervereinigung Durchsetzungskraft und organisatorische Leistungsf\u00e4higkeit in einem zumindest nicht unbedeutenden Teil des beanspruchten Zust\u00e4ndigkeitsbereichs besitzt. Es gibt keine partielle, auf bestimmte Regionen, Berufskreise oder Branchen beschr\u00e4nkte Tariff\u00e4higkeit. Die Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmerorganisation f\u00fcr den beanspruchten Zust\u00e4ndigkeitsbereich ist einheitlich und unteilbar <em>(ausf. BAG 28.\u00a0M\u00e4rz 2006 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 58\/04\u00a0&#8211; Rn.\u00a056\u00a0ff., BAGE\u00a0117, 308)<\/em>. Danach kann einer Arbeitnehmerkoalition einerseits die Tariff\u00e4higkeit insgesamt nicht versagt werden, wenn die Durchsetzungskraft oder die organisatorische Leistungsf\u00e4higkeit in irgendeinem Teilbereich fehlt, w\u00e4hrend sie andererseits nicht festgestellt werden kann, wenn sie nur in irgendeinem Teilbereich ihrer Tarifzust\u00e4ndigkeit \u00fcber eine Durchsetzungskraft verf\u00fcgt <em>(BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a059, BAGE\u00a0163, 108; 14.\u00a0Dezember 2010 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 19\/10\u00a0&#8211; Rn.\u00a081 mwN, BAGE\u00a0136, 302)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_33\">33<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(4) Die nach \u00a7\u00a0286 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 ZPO festzustellende hinreichende Durchsetzungskraft und Leistungsf\u00e4higkeit einer Arbeitnehmervereinigung wird regelm\u00e4\u00dfig durch die Zahl ihrer Mitglieder vermittelt <em>(ausf. BAG 5.\u00a0Oktober 2010 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 88\/09\u00a0&#8211; Rn.\u00a038\u00a0ff., BAGE\u00a0136, 1; 6.\u00a0Juni 2000 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 10\/99\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a0II\u00a01 der Gr\u00fcnde, BAGE\u00a095, 36)<\/em>. Dabei ist die Organisationsst\u00e4rke im Verh\u00e4ltnis zu dem von der Arbeitnehmerkoalition selbst gew\u00e4hlten r\u00e4umlichen, fachlichen und ggf. pers\u00f6nlichen Organisationsbereich zu bewerten. In diesem muss sie sich gegen\u00fcber der Arbeitgeberseite &#8211;\u00a0vermittelt durch ihre Mitgliederst\u00e4rke\u00a0&#8211; durchsetzen k\u00f6nnen. Bei einer nur kleinen Zahl von Mitgliedern kann sich die M\u00f6glichkeit einer Arbeitnehmervereinigung, empfindlichen Druck auf den sozialen Gegenspieler auszu\u00fcben, daraus ergeben, dass es sich bei den organisierten Arbeitnehmern um solche in Schl\u00fcsselstellungen handelt, die von der Arbeitgeberseite im Falle eines Arbeitskampfs kurzfristig \u00fcberhaupt nicht oder nur schwer ersetzt werden k\u00f6nnen <em>(vgl. BAG 28.\u00a0M\u00e4rz 2006 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 58\/04\u00a0&#8211; Rn.\u00a064\u00a0f., BAGE\u00a0117, 308)<\/em>. Verbleiben danach Zweifel, k\u00f6nnen die Durchsetzungsf\u00e4higkeit und organisatorische Leistungsf\u00e4higkeit ausnahmsweise bei einer langj\u00e4hrig am Tarifgeschehen teilnehmenden Arbeitnehmervereinigung indiziert sein, wenn diese bereits in nennenswertem Umfang Tarifvertr\u00e4ge innerhalb ihrer weitgehend gleichbleibenden satzungsm\u00e4\u00dfigen Zust\u00e4ndigkeit abgeschlossen hat <em>(vgl. BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a060 mwN, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_34\">34<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) An dem Erfordernis einer Durchsetzungs- und Leistungsf\u00e4higkeit als Voraussetzung der Teilnahme an der tarifvertraglichen Regelung von Arbeitsbedingungen haben weder das Gesetz zur Tarifeinheit (Tarifeinheitsgesetz) vom 3.\u00a0Juli 2015 <em>(BGBl.\u00a0I S.\u00a01130) <\/em>noch das Gesetz zur Regelung eines allgemeinen Mindestlohns (Mindestlohngesetz\u00a0&#8211;\u00a0MiLoG) vom 11.\u00a0August 2014 <em>(BGBl.\u00a0I S.\u00a01348)<\/em> in der zuletzt durch Art.\u00a02 Abs.\u00a01 des Gesetzes vom 10.\u00a0Juli 2020 modifizierten Fassung <em>(BGBl.\u00a0I S.\u00a01657)<\/em> etwas ge\u00e4ndert <em>(vgl. BVerfG 13.\u00a0September 2019 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a010 mwN; ausf. dazu BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a065 bis\u00a070 mwN, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>. Das Bed\u00fcrfnis, zum Schutz der Funktionsf\u00e4higkeit der Tarifautonomie Mindestanforderungen an die Durchsetzungsf\u00e4higkeit von Gewerkschaften zu stellen, ist dadurch nicht entfallen. Der neue \u00a7\u00a04a TVG gestaltet nicht das Verh\u00e4ltnis der sozialen Gegenspieler als Tarifvertragsparteien zueinander, sondern das der tariff\u00e4higen Arbeitnehmervereinigungen untereinander. Auch unter der neuen Rechtslage bleiben zudem Tarifpluralit\u00e4ten im Betrieb m\u00f6glich. Der gesetzliche Mindestlohn zielt im Unterschied zum Tarifvertrag ebenfalls nicht darauf ab, einen umfassenden Schutz der Besch\u00e4ftigten sicherzustellen <em>(vgl. BVerfG 13.\u00a0September 2019 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a010 mwN)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_35\">35<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Die Anforderungen an die Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmerkoalition sichern die Funktionsf\u00e4higkeit der Tarifautonomie und sind gemessen an diesem Regelungsziel verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden <em>(ausf. schon BAG 5.\u00a0Oktober 2010 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 88\/09\u00a0&#8211; Rn.\u00a033 bis\u00a037, BAGE\u00a0136, 1; 28.\u00a0M\u00e4rz 2006 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 58\/04\u00a0&#8211; Rn.\u00a037 bis\u00a054, BAGE\u00a0117, 308)<\/em>. Das gilt insbesondere f\u00fcr das Erfordernis der Durchsetzungs- und Leistungsf\u00e4higkeit.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_36\">36<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Es ist mit dem Grundrecht der Koalitionsfreiheit vereinbar, lediglich solche Koalitionen an der Tarifautonomie teilnehmen zu lassen, die in der Lage sind, den von der staatlichen Rechtsordnung freigelassenen Raum des Arbeitslebens durch Tarifvertr\u00e4ge sinnvoll zu gestalten, um so die Gemeinschaft sozial zu befrieden <em>(BVerfG 9.\u00a0Juli 2020 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 719\/19 ua.\u00a0&#8211; Rn.\u00a023; 13.\u00a0September 2019 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a09 mwN)<\/em>. Die von Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG gesch\u00fctzte Tarifautonomie ist nur funktionsf\u00e4hig, solange zwischen den Tarifvertragsparteien ein ungef\u00e4hres Kr\u00e4ftegleichgewicht besteht <em>(vgl. BVerfG 11.\u00a0Juli 2017 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1571\/15 ua.\u00a0&#8211; Rn.\u00a0146 mwN, BVerfGE\u00a0146, 71)<\/em>. Parit\u00e4t zwischen den Tarifvertragsparteien als Funktionsbedingung f\u00fcr die Tarifautonomie setzt Durchsetzungskraft der Arbeitnehmerkoalition gegen\u00fcber dem sozialen Gegenspieler voraus <em>(vgl. auch BVerfG 24.\u00a0Februar 1999 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 123\/93\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a0II\u00a02\u00a0b\u00a0bb der Gr\u00fcnde, BVerfGE 100, 214)<\/em>. Die zur Gew\u00e4hrleistung einer ann\u00e4hernd gleichen Verhandlungsst\u00e4rke erforderliche Durchsetzungskraft stellt sicher, dass ein fairer und ausgewogener Ausgleich gegens\u00e4tzlicher Arbeitsvertragsinteressen im Wege kollektiver Verhandlungen erzielt werden kann <em>(vgl. auch BVerfG 9.\u00a0Juli 2020 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 719\/19 ua.\u00a0&#8211; Rn.\u00a014)<\/em>. Nur unter diesen Voraussetzungen greift die Vermutung der Angemessenheit des zwischen den Tarifvertragsparteien Ausgehandelten <em>(vgl. BVerfG 11.\u00a0Juli 2017 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1571\/15 ua.\u00a0&#8211; Rn.\u00a0146, aaO)<\/em>. Angesichts der arbeitsrechtlich strukturellen \u00dcberlegenheit der Arbeitgeberseite ist die soziale M\u00e4chtigkeit einer Gewerkschaft eine Voraussetzung daf\u00fcr, dass ein Verhandlungsgleichgewicht \u00fcberhaupt erst entstehen kann <em>(vgl. <\/em><br \/>\n                  <em>BVerfG 9.\u00a0Juli 2020 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 719\/19 ua.\u00a0&#8211; Rn.\u00a010, 24)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_37\">37<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Zudem ist die Funktionsf\u00e4higkeit der Tarifautonomie dort, wo der Gesetzgeber seine normativen Regelungskompetenzen zur Gestaltung von Arbeitsbedingungen wahrnimmt, eine notwendige Bedingung, um den Tarifvertragsparteien durch &#8211;\u00a0im Hinblick auf Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG ggf. sogar gebotene <em>(vgl. BVerfG 29.\u00a0Dezember 2004 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 2283\/03 ua.\u00a0&#8211; zu\u00a0C\u00a0II\u00a03\u00a0b\u00a0bb\u00a0(2)\u00a0(d) der Gr\u00fcnde)<\/em>\u00a0&#8211; Tarif\u00f6ffnungsklauseln Regelungsbefugnisse einzur\u00e4umen, die aus Gr\u00fcnden des Arbeitnehmerschutzes den Arbeitsvertragsparteien versagt sind. Zwingende Arbeitsschutzgesetze enthalten h\u00e4ufig Bestimmungen, die es den Tarifvertragsparteien gestatten, von der gesetzlichen Regelung zulasten der Arbeitnehmer abzuweichen <em>(vgl. etwa \u00a7\u00a08 Abs.\u00a04 Satz\u00a03 und Satz\u00a04, \u00a7\u00a09a Abs.\u00a06, \u00a7\u00a012 Abs.\u00a06, \u00a7\u00a013 Abs.\u00a04, \u00a7\u00a014 Abs.\u00a02 Satz\u00a03 und Satz\u00a04 TzBfG; \u00a7\u00a04 Abs.\u00a04 EFZG; \u00a7\u00a013 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 und Satz\u00a02 BUrlG; \u00a7\u00a019 Abs.\u00a01 und Abs.\u00a02 BetrAVG; \u00a7\u00a01 Abs.\u00a01b Satz\u00a03 und Satz\u00a04, \u00a7\u00a08 Abs.\u00a02 Satz\u00a01 und Satz\u00a03, Abs.\u00a04 Satz\u00a01 bis Satz\u00a03 A\u00dcG; vgl. auch \u00a7\u00a0622 Abs.\u00a04 BGB)<\/em>. Selbst wenn die Arbeitnehmer nicht der tarifvertragschlie\u00dfenden Gewerkschaft angeh\u00f6ren und die Tarifnormen deshalb f\u00fcr sie nicht unmittelbar und zwingend gelten, wird die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet, die f\u00fcr die Arbeitnehmer g\u00fcnstigere gesetzliche Regelung arbeitsvertraglich durch eine ung\u00fcnstigere tarifvertragliche Regelung zu ersetzen. Diese kann sich daher auch zum Nachteil nicht tarifgebundener Arbeitnehmer auswirken. Im \u00dcbrigen bestehen ua. nach \u00a7\u00a7\u00a07, 12 ArbZG weitreichende M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Tarifvertragsparteien, von gesetzlichen Standards zur Flexibilisierung und Anpassung an die Bed\u00fcrfnisse vor Ort abzuweichen. Die entsprechenden tariflichen Regelungen sind, auch wenn sie nur arbeitsvertraglich in Bezug genommen werden, nach \u00a7\u00a0310 Abs.\u00a04 BGB einer inhaltlichen Angemessenheitskontrolle durch die Gerichte entzogen. Diese gesetzlichen Konzeptionen beruhen auf der Annahme, dass Tarifvertr\u00e4gen eine materielle Angemessenheitsgew\u00e4hr zukommt. Eine solche ist nur gerechtfertigt, wenn zwischen den Tarifvertragsparteien ein Verhandlungsgleichgewicht besteht. Nur dann ist gew\u00e4hrleistet, dass vereinbarte tarifliche Regelungen den Bed\u00fcrfnissen beider Seiten gerecht werden und die widerstreitenden Interessen angemessen ausgleichen. Grundlage der den Tarifvertragsparteien mit der gesetzlich er\u00f6ffneten Abweichung von zwingenden Arbeitsschutzgesetzen zugewiesenen Ordnungs- und Schutzfunktion <em>(vgl. Richardi RdA\u00a02007, 117, 119\u00a0f.)<\/em> bildet die Funktionsf\u00e4higkeit der Tarifautonomie. Diese wird durch das Erfordernis einer Durchsetzungsf\u00e4higkeit und organisatorischen Leistungsf\u00e4higkeit der Arbeitnehmervereinigung sichergestellt. Eine Arbeitnehmerkoalition ohne hinreichende soziale M\u00e4chtigkeit ist au\u00dferstande, die strukturelle Unterlegenheit der Arbeitnehmerseite in Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite im Wege kollektiver Verhandlungen zu kompensieren.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_38\">38<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Bei der Beurteilung der sozialen M\u00e4chtigkeit einer Arbeitnehmervereinigung ma\u00dfgeblich auf die Anzahl und Zusammensetzung ihrer Mitglieder abzustellen, unterliegt gleichfalls keinen verfassungsrechtlichen Bedenken<em> (vgl. BVerfG 13.\u00a0September 2019 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a012)<\/em>. Die Mitgliederst\u00e4rke ist f\u00fcr die Durchsetzungskraft wesentlich <em>(vgl. BVerfG 11.\u00a0Juli 2017 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1571\/15 ua.\u00a0&#8211; Rn.\u00a0198, BVerfGE\u00a0146, 71)<\/em>. Ohne eine gewisse Geschlossenheit der Organisation und Durchsetzungskraft gegen\u00fcber dem sozialen Gegenspieler w\u00e4re eine Arbeitnehmervereinigung vom guten Willen der Arbeitgeberseite abh\u00e4ngig und k\u00f6nnte den Aufgaben der Tarifautonomie nicht gerecht werden <em>(vgl. BVerfG 13.\u00a0September 2019 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1\/16\u00a0&#8211; aaO; 24.\u00a0Februar 1999 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 123\/93\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a0II\u00a02\u00a0b\u00a0bb der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a0100, 214; 20.\u00a0Oktober 1981 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 404\/78\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a0I\u00a02 der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a058, 233)<\/em>. Von der Mitgliederzahl einer Koalition h\u00e4ngt ihre Verhandlungsst\u00e4rke ab <em>(BVerfG 13.\u00a0September 2019 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1\/16\u00a0&#8211; aaO; 14.\u00a0November 1995 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 601\/92\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a0I\u00a02 der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a093, 352)<\/em>. Vor allem gibt die Mitgliederzahl im selbst gew\u00e4hlten fachlichen und r\u00e4umlichen Zust\u00e4ndigkeitsbereich Aufschluss dar\u00fcber, ob eine Arbeitnehmervereinigung hinreichenden Druck auf den sozialen Gegenspieler aufbauen kann, um Verhandlungen \u00fcber den Abschluss eines Tarifvertrags ggf. auch gegen dessen Willen zu erzwingen und zu Ergebnissen zu gelangen, die den Belangen ihrer Mitglieder gen\u00fcgen und die sie diesen gegen\u00fcber verantwortet. Zudem bestimmt die Zahl der organisierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die finanzielle Ausstattung einer Koalition und deren organisatorische Leistungsf\u00e4higkeit; sie ist somit auch entscheidend daf\u00fcr, ob sie in der Lage ist, die mit dem Abschluss von Tarifvertr\u00e4gen verbundenen finanziellen und personellen Lasten zu tragen <em>(vgl. <\/em><br \/>\n                  <em>BVerfG 13.\u00a0September 2019 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1\/16\u00a0&#8211; aaO)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_39\">39<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>d) Die von der DHV und dem CGB erhobenen verfassungsrechtlichen Einw\u00e4nde gegen die Rechtsprechung des Senats zu den Mindestvoraussetzungen einer tariff\u00e4higen Arbeitnehmervereinigung greifen nicht durch.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_40\">40<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Die Annahme, die Funktionsf\u00e4higkeit der Tarifautonomie diene ausschlie\u00dflich der individuellen Koalitionsfreiheit und verm\u00f6ge daher das Erfordernis einer sozialen M\u00e4chtigkeit von Arbeitnehmerkoalitionen nicht zu rechtfertigen, verkennt, dass Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG alle koalitionsspezifischen Verhaltensweisen sch\u00fctzt und damit &#8211;\u00a0gleicherma\u00dfen und selbst\u00e4ndig neben der individuellen Koalitionsfreiheit\u00a0&#8211; auch die Tarifautonomie gew\u00e4hrleistet. Diese steht im Zentrum der den Koalitionen einger\u00e4umten M\u00f6glichkeiten zur Verfolgung ihrer Zwecke <em>(vgl. BVerfG 11.\u00a0Juli 2017 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1571\/15 ua.\u00a0&#8211; Rn.\u00a0131 mwN, BVerfGE\u00a0146, 71; 11.\u00a0Juli 2006 &#8211;\u00a01\u00a0BvL 4\/00\u00a0&#8211; Rn.\u00a070\u00a0f., BVerfGE\u00a0116, 202; 27.\u00a0April 1999 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 2203\/93 ua.\u00a0&#8211; zu B\u00a0II\u00a01\u00a0a der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a0100, 271; vgl. auch BVerfG 14.\u00a0Januar 2015 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 931\/12\u00a0&#8211; Rn.\u00a062, BVerfGE\u00a0138, 261 [\u201eGrundrecht der Tarifautonomie aus Art.\u00a09 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 GG\u201c])<\/em> und gew\u00e4hrt ihnen einen Freiraum, in dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber ihre Interessengegens\u00e4tze in eigener Verantwortung austragen k\u00f6nnen <em>(BVerfG 2.\u00a0M\u00e4rz 1993 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1213\/85\u00a0&#8211; zu\u00a0C\u00a0II der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a088, 103)<\/em>. Hierzu geh\u00f6rt das Aushandeln von Tarifvertr\u00e4gen, das einen wesentlichen Zweck der Koalitionen bildet <em>(vgl. etwa BVerfG 11.\u00a0Juli 2017 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1571\/15 ua.\u00a0&#8211; aaO)<\/em>. Schon vor diesem Hintergrund stellen weder eine erweiterte Inhaltskontrolle von Tarifvertr\u00e4gen noch eine &#8211;\u00a0wie auch immer geartete\u00a0&#8211; \u201eBagatellkontrolle\u201c ein milderes Mittel gegen\u00fcber der f\u00fcr die Funktionsf\u00e4higkeit der Tarifautonomie unerl\u00e4sslichen sozialen M\u00e4chtigkeit einer Arbeitnehmervereinigung als Voraussetzung f\u00fcr deren Tariff\u00e4higkeit dar. Eine \u00fcber die blo\u00dfe Rechtskontrolle hinausgehende inhaltliche Bewertung von Tarifvertr\u00e4gen w\u00e4re mit der grundrechtlich verb\u00fcrgten Tarifautonomie nicht vereinbar.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_41\">41<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Auch ein Versto\u00df gegen Art.\u00a020 Abs.\u00a02 und Abs.\u00a03 sowie Art.\u00a019 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 GG liegt nicht vor.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_42\">42<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Es ist unsch\u00e4dlich, dass die Anforderungen an die Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmervereinigung nicht auf einer formalgesetzlichen Grundlage beruhen. Die Gerichte f\u00fcr Arbeitssachen sind nicht nur befugt, sondern sogar gehalten, wenn und solange der Gesetzgeber die Voraussetzungen f\u00fcr die Gewerkschaftseigenschaft und damit die Tariff\u00e4higkeit nicht regelt, diese im Lichte des Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG n\u00e4her zu umschreiben <em>(vgl. <\/em><br \/>\n                  <em>BVerfG 13.\u00a0September 2019 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a08)<\/em>. Die Wesentlichkeitstheorie, nach welcher der Gesetzgeber in grundlegenden normativen Bereichen alle wesentlichen Entscheidungen selbst treffen muss <em>(vgl. etwa BVerfG 8.\u00a0August 1978 &#8211;\u00a02\u00a0BvL 8\/77\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a0II\u00a01\u00a0b der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a049, 89)<\/em>, gilt lediglich f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis von Staat und B\u00fcrger. Die Feststellung der Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmerorganisation betrifft hingegen das Verh\u00e4ltnis gleichgeordneter Grundrechtstr\u00e4ger. In diesem Bereich m\u00fcssen die Gerichte bei unzureichenden gesetzlichen Vorgaben das materielle Recht mit den anerkannten Methoden der Rechtsfindung aus den allgemeinen Rechtsgrundlagen ableiten, die f\u00fcr das betreffende Rechtsverh\u00e4ltnis ma\u00dfgeblich sind <em>(BVerfG 16.\u00a0September 1991 &#8211;\u00a01 BvR 453\/90\u00a0&#8211; zu\u00a01 der Gr\u00fcnde; vgl. auch BVerfG 26.\u00a0Juni 1991 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 779\/85\u00a0&#8211; C\u00a0I\u00a02\u00a0a der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a084, 212)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_43\">43<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Eine unzul\u00e4ssige richterliche Rechtsfortbildung <em>(vgl. zu den verfassungsrechtlichen Grenzen einer solchen etwa BVerfG 5.\u00a0Juli 2019 &#8211;\u00a02\u00a0BvR 167\/18\u00a0&#8211; Rn.\u00a041 mwN)<\/em> liegt schon deshalb nicht vor, weil die von der Rechtsprechung entwickelten Kriterien f\u00fcr die Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmervereinigung verfassungsrechtlich <em>(Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG) <\/em>determiniert sind und die sich hieraus ergebenden Grenzen beachten. Dass sich der Gesetzgeber im Interesse einer besseren Lesbarkeit und Verst\u00e4ndlichkeit des Tarifvertragsgesetzes daf\u00fcr entschieden hat, dort keine eigene Definition f\u00fcr den Gewerkschaftsbegriff aufzunehmen <em>(vgl. BAG 14.\u00a0Dezember 2010 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 19\/10\u00a0&#8211; Rn.\u00a064 mwN, BAGE\u00a0136, 302)<\/em>, bedeutet nicht, dass an die Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmervereinigung keine Anforderungen zu stellen sind. Im \u00dcbrigen hat das Erfordernis der \u201eM\u00e4chtigkeit\u201c bzw. \u201eDurchsetzungsf\u00e4higkeit\u201c einer Arbeitnehmerkoalition mit dem Zustimmungsgesetz vom 25.\u00a0Juni 1990 <em>(BGBl.\u00a0II S.\u00a0518) <\/em>zum Vertrag \u00fcber die Schaffung einer W\u00e4hrungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik vom 18.\u00a0Mai 1990 und dem Gemeinsamen Protokoll \u00fcber Leits\u00e4tze Aufnahme in den Willen des Gesetzgebers gefunden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_44\">44<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(3) Auch unter dem Gesichtspunkt der Bestimmtheit begegnet die Rechtsprechung zum Erfordernis der sozialen M\u00e4chtigkeit einer Arbeitnehmerorganisation keinen Bedenken <em>(vgl. schon BVerfG 16.\u00a0September 1991 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 453\/90\u00a0&#8211; zu\u00a01 der Gr\u00fcnde)<\/em>. Das Bestimmtheitsgebot verlangt nicht, dass h\u00f6chstrichterliche Rechtss\u00e4tze einen Tatbestand stets mit genau erfassbaren Merkmalen umschreiben m\u00fcssen, um \u201esubsumtionsf\u00e4hig\u201c zu sein <em>(vgl. BVerfG 17.\u00a0November 1992 &#8211;\u00a01\u00a0BvL 8\/87\u00a0&#8211; zu\u00a0C\u00a0II\u00a01 der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a087, 234)<\/em>. Ob die Durchsetzungsf\u00e4higkeit einer Arbeitnehmervereinigung gegeben ist, muss &#8211;\u00a0auch nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts <em>(20.\u00a0Oktober 1981 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 404\/78\u00a0&#8211; zu B\u00a0I\u00a02 der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a058, 233)<\/em>\u00a0&#8211; bei jeder Koalition nach ihrer konkreten Situation im Einzelfall beurteilt werden. Damit scheiden schon von Verfassungs wegen strikte schematische Vorgaben, etwa im Sinne eines Mindestprozentsatzes des Organisationsgrads <em>(vgl. etwa Rieble FS\u00a0Wiedemann 2002, 519, 537, der einen Nettoorganisationsgrad in Parallele zum Wahlrecht von 5\u00a0vH erw\u00e4gt)<\/em> oder (wie vom Landesarbeitsgericht angenommen) eines \u201eSchwellenwert[s] von 1,6\u00a0%\u201c, f\u00fcr die Annahme einer hinreichenden Durchsetzungskraft aus. Die notwendige einzelfallbezogene W\u00fcrdigung verletzt &#8211;\u00a0anders als die Rechtsbeschwerden meinen\u00a0&#8211; nicht die Koalitionsfreiheit kleinerer oder neugegr\u00fcndeter Gewerkschaften. Nimmt eine solche Arbeitnehmervereinigung am Tarifgeschehen teil, kann erwartet werden, dass sie sich Klarheit \u00fcber ihre F\u00e4higkeit verschafft, \u00fcber ihre Mitglieder einen Verhandlungsdruck auf die Gegenseite aufzubauen. Soweit die Anforderungen an die Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmerorganisation dieser in tats\u00e4chlicher Hinsicht erschweren sollte, Mitglieder zu gewinnen, w\u00e4re eine damit einhergehende Beeintr\u00e4chtigung ihrer Koalitionsbet\u00e4tigungsfreiheit aus Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG jedenfalls durch das Erfordernis der Funktionsf\u00e4higkeit der Tarifautonomie gerechtfertigt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_45\">45<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(4) Das in Art.\u00a019 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 GG normierte Verbot eines Einzelfallgesetzes bildet &#8211;\u00a0entgegen der Annahme der Rechtsbeschwerden\u00a0&#8211; schon deswegen keinen Ma\u00dfstab f\u00fcr die Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit h\u00f6chstrichterlicher Rechtsprechung, weil es sich an den Gesetzgeber richtet. Diesem ist es untersagt, aus einer Reihe gleichgelagerter Sachverhalte einen Fall herauszugreifen und zum Gegenstand einer Sonderregel zu machen <em>(vgl. BVerfG 6.\u00a0Dezember 2016 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 2821\/11\u00a0ua.\u00a0&#8211; Rn.\u00a0394 mwN, BVerfGE\u00a0143, 246)<\/em>. Ungeachtet dessen l\u00e4ge &#8211;\u00a0hieran gemessen\u00a0&#8211; auch keine unzul\u00e4ssige \u201eEinzelfallrechtsprechung\u201c vor. Die insoweit ma\u00dfgebenden Voraussetzungen f\u00fcr die Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmerkoalition gelten nicht nur f\u00fcr die DHV, sondern f\u00fcr alle Arbeitnehmerorganisationen gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_46\">46<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Den Anforderungen an die Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmervereinigung &#8211;\u00a0und insbesondere dem Erfordernis ihrer hinreichenden Durchsetzungs- und Leistungsf\u00e4higkeit\u00a0&#8211; stehen weder unions- noch v\u00f6lkerrechtliche Vorgaben entgegen <em>(ausf. BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a071 bis\u00a073 mwN, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>. Art.\u00a028 der Charta der Grundrechte der Europ\u00e4ischen Union (GRC) ist nicht anwendbar, da der Geltungsbereich des Unionsrechts nicht er\u00f6ffnet ist. Die Europ\u00e4ische Union hat gem\u00e4\u00df Art.\u00a0153 Abs.\u00a05 AEUV keine Kompetenz zur Regelung des Koalitionsrechts, Streikrechts sowie des Aussperrungsrechts <em>(ausf. BAG 20.\u00a0November 2012 &#8211;\u00a01\u00a0AZR 611\/11\u00a0&#8211; Rn.\u00a064 bis\u00a067, BAGE\u00a0144, 1)<\/em>. Ungeachtet dessen handelte es sich allenfalls um unionsrechtlich nicht vollst\u00e4ndig determiniertes innerstaatliches Recht, dessen Pr\u00fcfung allein am Ma\u00dfstab der deutschen Grundrechte zu erfolgen h\u00e4tte <em>(vgl. BVerfG 6.\u00a0November 2019 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 16\/13\u00a0&#8211; Rn.\u00a042\u00a0ff., BVerfGE\u00a0152, 152)<\/em>. Konkrete und hinreichende Anhaltspunkte, dass das Schutzniveau des Art.\u00a028 GRC dadurch nicht gewahrt sein k\u00f6nnte, bestehen nicht. Auch der mit Blick auf die Garantie der Koalitionsfreiheit aus Art.\u00a011 der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention (EMRK) und ihrer Zusatzprotokolle erwachsende Schutz reicht nicht \u00fcber das nach Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG Garantierte hinaus <em>(vgl. BVerfG 11.\u00a0Juli 2017 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1571\/15 ua.\u00a0&#8211; Rn.\u00a0207\u00a0ff., BVerfGE\u00a0146, 71)<\/em>. Der Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte hat eine Beschr\u00e4nkung des Rechts auf Kollektivverhandlungen auf repr\u00e4sentative Gewerkschaften im Interesse der Vertretung der Arbeitnehmer durch m\u00e4chtige (\u201epowerful\u201c) Arbeitnehmerkoalitionen ausdr\u00fccklich gebilligt, solange mit diesen Vorgaben keine anderen Ziele verfolgt werden und die Methoden zur Ermittlung der repr\u00e4sentierten Arbeitnehmer nicht unangemessen sind <em>(EGMR 4.\u00a0April 2017 &#8211;\u00a035009\/05\u00a0&#8211; Rn.\u00a040\u00a0ff.; vgl. EuArbRK\/Schubert 3.\u00a0Aufl. EMRK Art.\u00a011 Rn.\u00a068)<\/em>. Weitergehende Anforderungen lassen sich auch nicht aus der Europ\u00e4ischen Sozialcharta, Art.\u00a022 des Internationalen Pakts \u00fcber b\u00fcrgerliche und politische Rechte, Art.\u00a08 Abs.\u00a01 Buchst.\u00a0a des Internationalen Pakts \u00fcber wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte oder den \u00dcbereinkommen der Internationalen Arbeitsorganisation ableiten <em>(ausf. BVerfG 11.\u00a0Juli 2017 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1571\/15 ua.\u00a0&#8211; Rn.\u00a0206, 208, aaO)<\/em>. Gleiches gilt f\u00fcr die Gemeinschaftscharta der sozialen Grundrechte der Arbeitnehmer vom 9.\u00a0Dezember 1989 (SozGRCh). Ihr Titel\u00a0I Nr.\u00a011 entspricht Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG. Soweit Titel\u00a0I Nr.\u00a012 SozGRCh den Arbeitgebern und Arbeitgebervereinigungen einerseits und den Arbeitnehmervereinigungen andererseits das Recht garantiert, Tarifvertr\u00e4ge auszuhandeln und zu schlie\u00dfen, steht dies ausdr\u00fccklich unter den Bedingungen der einzelstaatlichen Rechtsvorschriften und Gepflogenheiten <em>(vgl. auch EuGH 18.\u00a0Dezember 2007 &#8211;\u00a0C-341\/05\u00a0&#8211; [Laval\u00a0un\u00a0Partneri] Rn.\u00a090\u00a0f.; 11.\u00a0Dezember 2007 &#8211;\u00a0C-438\/05\u00a0&#8211; [Viking] Rn.\u00a040\u00a0f.)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_47\">47<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>5. Gemessen hieran ist die DHV seit dem 21.\u00a0April 2015 nicht tariff\u00e4hig. Zwar hat sie sich nach \u00a7\u00a03 ihrer Satzung\u00a02014 ua. die Aufgabe gestellt, die Interessen ihrer Mitglieder in deren Eigenschaft als Arbeitnehmer wahrzunehmen. Auch ist sie willens, Tarifvertr\u00e4ge zu schlie\u00dfen. Des Weiteren ist davon auszugehen, dass sie frei und auf \u00fcberbetrieblicher Grundlage gebildet ist, das geltende Tarifrecht als verbindlich anerkennt sowie eigenst\u00e4ndig und gegnerunabh\u00e4ngig ist <em>(vgl. dazu BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a075, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>. Allerdings besitzt die DHV bezogen auf den von ihr mit der Satzung\u00a02014 beanspruchten Organisationsbereich nicht die erforderliche Durchsetzungsf\u00e4higkeit. Dies hat das Landesarbeitsgericht im Ergebnis zutreffend erkannt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_48\">48<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Unter Zugrundelegung der von der ihr genannten Mitgliederzahlen und der Verteilung ihrer Mitglieder auf die einzelnen Zust\u00e4ndigkeitsbereiche nach der Satzung\u00a02014 verf\u00fcgt die DHV nicht \u00fcber eine durch eine ausreichende Organisationsst\u00e4rke vermittelte, hinreichende soziale M\u00e4chtigkeit in einem zumindest nicht unerheblichen Teil ihres beanspruchten Zust\u00e4ndigkeitsbereichs. Dies ergibt die gebotene Gesamtw\u00fcrdigung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_49\">49<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Da die Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmervereinigung f\u00fcr den beanspruchten Zust\u00e4ndigkeitsbereich einheitlich und unteilbar ist, gen\u00fcgt es f\u00fcr die Annahme einer Durchsetzungskraft, dass die Arbeitnehmervereinigung diese in einem zumindest nicht unbedeutenden Teil des beanspruchten Zust\u00e4ndigkeitsbereichs besitzt <em>(vgl. <\/em><br \/>\n                  <em>BAG 28.\u00a0M\u00e4rz 2006 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 58\/04\u00a0&#8211; Rn.\u00a056, BAGE\u00a0117, 308)<\/em>. Dies l\u00e4sst im Normalfall erwarten, dass sich die Arbeitnehmerkoalition auch in den Bereichen, in denen es ihr an Durchsetzungskraft fehlt, beim Abschluss von Tarifvertr\u00e4gen nicht den Forderungen der Arbeitgeberseite unterwirft. Zugleich steht dies von vornherein einer Annahme entgegen, die Arbeitgeberseite lie\u00dfe sich dort nur auf Tarifverhandlungen und -abschl\u00fcsse mit der Arbeitnehmervereinigung ein, um auf diesem Weg gesetzliche Tarifvorbehalte oder -\u00f6ffnungen zu ihren Gunsten nutzen, die geltenden Regelungen einer weiteren Angemessenheitskontrolle entziehen <em>(vgl. \u00a7\u00a0310 Abs.\u00a04 BGB)<\/em> und die Arbeitsbedingungen auch der nichtorganisierten Arbeitnehmer durch entsprechende Verweise regeln zu k\u00f6nnen. Welche relative Gr\u00f6\u00dfe der (Teil-)Bereich einer mitgliedervermittelten Durchsetzungsf\u00e4higkeit im Verh\u00e4ltnis zum Gesamtzust\u00e4ndigkeitsbereich haben muss, ist dabei nicht generalisierend vorgegeben. Dies bedarf einer auf die voneinander abgegrenzten und abgrenzbaren Zust\u00e4ndigkeitsbereiche &#8211;\u00a0die ihrerseits in ihrem Verh\u00e4ltnis zueinander zu bewerten sind\u00a0&#8211; bezogenen Betrachtung. Organisiert sich eine Arbeitnehmerkoalition branchendivers, muss dieser Bereich eine gewisse Signifikanz aufweisen, die es rechtfertigt, die Durchsetzungsf\u00e4higkeit in einem oder mehreren Bereichen auch auf solche zu erstrecken, die durch v\u00f6llig andere Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen gekennzeichnet sind. Weil die Versagung der Tariff\u00e4higkeit einen erheblichen Eingriff in die Koalitionsfreiheit darstellt, ist hierbei eine grundrechtsfreundliche, eher gro\u00dfz\u00fcgige Bewertung geboten <em>(vgl. BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a092 mwN, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_50\">50<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) F\u00fcr die Beurteilung, ob der Mitgliederbestand einer Arbeitnehmerkoalition deren Durchsetzungsf\u00e4higkeit indiziert, kommt es auf ihre Organisationsst\u00e4rke in dem von der Vereinigung selbst gew\u00e4hlten r\u00e4umlichen, fachlichen und ggf. pers\u00f6nlichen (Teil-)Organisationsbereich an. Anders als von der DHV und dem CGB angenommen, kann die soziale M\u00e4chtigkeit einer Arbeitnehmervereinigung nicht anhand des Verh\u00e4ltnisses ihrer Mitgliederzahlen zu den insgesamt in ihrem Zust\u00e4ndigkeitsbereich gewerkschaftlich Organisierten beurteilt werden. Auch Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG gebietet dies nicht. Mit dem Erfordernis der Durchsetzungskraft soll die Gegen- und Gleichgewichtigkeit der Tarifvertragspartner zum Zwecke der Gew\u00e4hrleistung angemessener Tarifvertragsregelungen sichergestellt werden. Dies erfordert eine soziale M\u00e4chtigkeit gegen\u00fcber den antagonistischen Gegenspielern, nicht im Verh\u00e4ltnis zu einer etwaigen gewerkschaftlichen Konkurrenz. Im \u00dcbrigen h\u00e4tte eine solche Sichtweise zur Folge, dass eine Arbeitnehmervereinigung auch dann als sozial m\u00e4chtig anzusehen w\u00e4re, wenn sie bei einem verschwindend geringen Anteil insgesamt gewerkschaftlich organisierter Arbeitnehmer in einem nicht unerheblichen Teil ihres Zust\u00e4ndigkeitsbereichs dort \u00fcber nur wenige Mitglieder verf\u00fcgt. Die Annahme, auch eine nur sehr geringe Organisationsst\u00e4rke er\u00f6ffne einer Arbeitnehmerkoalition die M\u00f6glichkeit, empfindlichen Druck auf den sozialen Gegenspieler auszu\u00fcben, kann jedoch allenfalls dann gerechtfertigt sein, wenn es sich bei den Mitgliedern um Spezialisten in Schl\u00fcsselstellungen handelt, die &#8211;\u00a0im Fall eines Arbeitskampfs\u00a0&#8211; von Seiten der Arbeitgeber kurzfristig nicht oder nur schwerlich ersetzt werden k\u00f6nnen. Auch eine auf die Relation zur normativen Tarifbindung von Arbeitnehmern im von der Arbeitnehmervereinigung reklamierten Zust\u00e4ndigkeits(teil)bereich abstellende Bewertung l\u00e4sst keinen Schluss auf deren mitgliedervermittelte Organisationsst\u00e4rke zu. Dies verkennt, dass angesichts der M\u00f6glichkeit des Abschlusses von Firmentarifvertr\u00e4gen <em>(vgl. \u00a7\u00a02 Abs.\u00a01 TVG)<\/em>, aber vor allem wegen des Erfordernisses einer kongruenten Tarifbindung der Arbeitsvertragsparteien <em>(\u00a7\u00a03 Abs.\u00a01, \u00a7\u00a04 Abs.\u00a01 TVG)<\/em> die blo\u00dfe Mitgliedschaft in einer Arbeitnehmerkoalition nicht zur Folge hat, dass f\u00fcr die gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer auch stets ein Tarifvertrag unmittelbar und zwingend gilt. Zudem hinge damit die Durchsetzungskraft einer Arbeitnehmervereinigung mittelbar von der Mitgliederst\u00e4rke ihrer verbandlichen Gegenspieler ab. Dar\u00fcber hinaus kann auch eine junge Arbeitnehmerkoalition, die ihre Aktivit\u00e4t auf einen r\u00e4umlich, fachlich und ggf. pers\u00f6nlich eng begrenzten Bereich beschr\u00e4nkt, bereits fr\u00fchzeitig &#8211;\u00a0und ohne, dass es zu einem Abschluss fl\u00e4chendeckender Tarifvertr\u00e4ge gekommen sein muss\u00a0&#8211; schon eine hinreichende Durchsetzungskraft haben, wenn sie mangels ausreichenden Organisationsgrads \u00fcber eine Mitgliederstruktur verf\u00fcgt, die sich zwar aus einer vergleichsweise kleinen Berufsgruppe zusammensetzt, deren Angeh\u00f6rige aber wegen ihrer besonderen Stellung im Arbeitsprozess bei einem Arbeitskampf in der Lage sind, die Arbeitgeberseite gleichwohl unter einen erheblichen wirtschaftlichen Druck zu setzen, weil auch ihr kurzzeitiger Ausfall zu betr\u00e4chtlichen finanziellen Einbu\u00dfen f\u00fchren w\u00fcrde. In einem solchen Fall kann daher die Annahme gerechtfertigt sein, dass &#8211;\u00a0trotz ggf. anf\u00e4nglich noch fehlender oder geringer normativer Tarifbindung in diesem Bereich\u00a0&#8211; die Koalition eine ausreichende M\u00e4chtigkeit besitzt, um die Arbeitgeberseite zu ernsthaften Verhandlungen zu zwingen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_51\">51<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Bei der Beurteilung der Durchsetzungsf\u00e4higkeit ist die von der Arbeitnehmervereinigung selbst gew\u00e4hlte Organisationszust\u00e4ndigkeit in r\u00e4umlicher, fachlicher und ggf. personeller Hinsicht zugrunde zu legen. Anders als die DHV meint, kommt es nicht darauf an, in welchem Bereich die Arbeitnehmerkoalition, deren Tariff\u00e4higkeit umstritten ist, tats\u00e4chlich Tarifverhandlungen f\u00fchrt oder -abschl\u00fcsse t\u00e4tigt. Nicht das konkrete tarifliche Wollen, sondern das beanspruchte rechtliche K\u00f6nnen ist entscheidend. Die Tariff\u00e4higkeit ist die rechtliche F\u00e4higkeit, im selbst beanspruchten Organisationsbereich wirksame Tarifvertr\u00e4ge mit dem sozialen Gegenspieler abzuschlie\u00dfen. Diese F\u00e4higkeit ist einheitlich und unteilbar. Daher ist diejenige satzungsgem\u00e4\u00dfe Zust\u00e4ndigkeit ma\u00dfgebend, die eine Arbeitnehmervereinigung sich selbst gegeben hat. Der autonom von ihr in der Satzung festgelegte Organisationsbereich bestimmt nicht nur f\u00fcr die eigenen Mitglieder und Verbandsorgane, sondern auch f\u00fcr den sozialen Gegenspieler die &#8211;\u00a0selbst gezogene\u00a0&#8211; Grenze wirksamen Handelns der Vereinigung <em>(vgl. BAG 10.\u00a0Februar 2009 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 36\/08\u00a0&#8211; Rn.\u00a027, BAGE\u00a0129, 322)<\/em>. Ebenso wie ein blo\u00dfes T\u00e4tigwerden au\u00dferhalb des satzungsgem\u00e4\u00dfen Organisationsbereichs diesen nicht erweitern und eine nach der Satzung fehlende Tarifzust\u00e4ndigkeit nicht begr\u00fcnden kann <em>(vgl. BAG 17.\u00a0April 2012 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 5\/11\u00a0&#8211; Rn.\u00a055 mwN, BAGE 141, 110)<\/em>, verm\u00f6gen dahinter zur\u00fcckbleibende Aktivit\u00e4ten diese nicht einzuschr\u00e4nken. Aus Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG folgt nichts Gegenteiliges. Mit der Ausgestaltung ihres Organisationsbereichs legt die Arbeitnehmerkoalition ihre Tarifzust\u00e4ndigkeit fest. Die Selbstbestimmung \u00fcber ihre innere Ordnung ist wesentlicher Teil der durch Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG gew\u00e4hrleisteten Koalitionsfreiheit. Damit hat die jeweilige Vereinigung es selbst in der Hand, \u00fcber den Umfang ihrer reklamierten Zust\u00e4ndigkeit zu entscheiden und diesen nach Branchen, Fachbereichen oder Berufsgruppen abzugrenzen<em>. <\/em>Gerade weil das Grundgesetz \u201eKoalitionen in ihrer Mannigfaltigkeit\u201c sch\u00fctzt, w\u00e4re die Vorgabe eines bestimmten Profils unzul\u00e4ssig <em>(vgl. BVerfG 11.\u00a0Juli 2017 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 1571\/15 ua.\u00a0&#8211; <\/em><br \/>\n                  <em>Rn.\u00a0133 mwN, BVerfGE\u00a0146, 71)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_52\">52<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(3) Durchsetzungsf\u00e4higkeit gegen\u00fcber dem sozialen Gegenspieler bedeutet nicht, dass die Arbeitnehmervereinigung in einem &#8211;\u00a0f\u00fcr ihre Tariff\u00e4higkeit als Ganzes ausschlaggebenden\u00a0&#8211; nicht unbedeutenden Teilbereich ihrer satzungsm\u00e4\u00dfigen Gesamtzust\u00e4ndigkeit \u00fcber eine Organisationsst\u00e4rke verf\u00fcgen muss, die ihr die Chance des \u201evollst\u00e4ndigen Sieges\u201c gegen\u00fcber der Arbeitgeberseite vermittelt. Ausreichend ist es, wenn erwartet werden kann, dass sie vom Gegner ernst genommen wird und die Regelung der Arbeitsbedingungen damit nicht dessen \u201eDiktat\u201c entspringt, sondern ausgehandelt wird <em>(vgl. BVerfG 20.\u00a0Oktober 1981 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 404\/78\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a0I\u00a02 der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a058, 233)<\/em>. Dabei ist auch zu ber\u00fccksichtigen, dass der Gegenstand der durch Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG gesch\u00fctzten Gew\u00e4hrleistungen auf sich wandelnde wirtschaftliche und soziale Bedingungen bezogen ist, die &#8211;\u00a0mehr als bei anderen Freiheitsrechten\u00a0&#8211; die M\u00f6glichkeit zu Modifikationen und Fortentwicklungen lassen m\u00fcssen <em>(vgl. BVerfG 20.\u00a0Oktober 1981 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 404\/78\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a0I\u00a01 der Gr\u00fcnde, aaO; 1.\u00a0M\u00e4rz 1979 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 532\/77 ua.\u00a0&#8211; zu\u00a0C\u00a0IV\u00a01 der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a050, 290)<\/em>. Dieser Umstand gebietet es, bei den Voraussetzungen der Tariff\u00e4higkeit von Arbeitnehmerkoalitionen auch &#8211;\u00a0sich ggf. wandelnde\u00a0&#8211; gesellschaftliche Wirklichkeiten in den Blick zu nehmen, damit diese \u00fcberhaupt ihre Aufgabe erf\u00fcllen k\u00f6nnen <em>(vgl. BVerfG 20.\u00a0Oktober 1981 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 404\/78\u00a0&#8211; aaO; 1.\u00a0M\u00e4rz 1979 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 532\/77 ua.\u00a0&#8211; aaO)<\/em>. Bei der W\u00fcrdigung, ob eine Vereinigung von Arbeitnehmern die notwendige Autorit\u00e4t gegen\u00fcber ihren Gegenspielern bzw. deren Mitgliedern besitzt, d\u00fcrfen daher auch allgemeine Organisationsgrade nicht au\u00dfer Acht gelassen werden. Dies stellt sicher, dass keine Anforderungen an die Tariff\u00e4higkeit gestellt werden, die erheblich auf die Bildung und Bet\u00e4tigung einer Koalition zur\u00fcckwirken, diese unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig einschr\u00e4nken und so zur Aush\u00f6hlung der durch Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG gesicherten freien Koalitionsbildung und -bet\u00e4tigung f\u00fchren.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_53\">53<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(4) Der Einwand des Beteiligten zu\u00a011., angesichts von normativen Rahmenvorgaben sowie vor dem Hintergrund der gestiegenen Bedeutung sozialer Medien komme es f\u00fcr die soziale M\u00e4chtigkeit einer Arbeitnehmervereinigung nur noch begrenzt auf einen Mitgliederbezug an, \u00fcbersieht, dass die Funktionsf\u00e4higkeit der Tarifautonomie nur bei einer realen Durchsetzungsf\u00e4higkeit und Geschlossenheit einer Arbeitnehmervereinigung gegeben ist. Dies erfordert, dass die Arbeitnehmerorganisation \u00fcber ein hinreichendes mitgliederbegr\u00fcndetes Druckpotential gegen\u00fcber dem sozialen Gegenspieler verf\u00fcgt. Die Entkoppelung der Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmerkoalition von einer ausreichenden Mitgliederbasis liefe auf die Begr\u00fcndung einer virtuell-imagin\u00e4ren Tarifmacht hinaus <em>(Greiner NZA\u00a02011, 825, 827)<\/em>. Damit best\u00fcnde die Gefahr, dass sog. \u201ePhantomgewerkschaften\u201c Vorschub geleistet wird, also solchen Vereinigungen, denen keine oder nur eine zu vernachl\u00e4ssigende Zahl von Arbeitnehmern &#8211;\u00a0deren Arbeitsbedingungen zu regeln sind\u00a0&#8211; angeh\u00f6rt, und auf deren Verhandlungsangebot die Arbeitgeberseite letztlich deswegen eingeht, um die Arbeitsbedingungen der nichtorganisierten Arbeitnehmer durch Gleichstellungsabreden regeln und damit einer AGB-Kontrolle entziehen zu k\u00f6nnen <em>(vgl. BAG 5.\u00a0Oktober 2010 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 88\/09\u00a0&#8211; Rn.\u00a047, BAGE\u00a0136, 1)<\/em>. Das f\u00fcr eine funktionierende Tarifautonomie erforderliche (ungef\u00e4hre) Kr\u00e4ftegleichgewicht zwischen den sozialen Gegenspielern und die hieran ankn\u00fcpfende Vermutung der Angemessenheit tariflich ausgehandelter Arbeitsbedingungen im Sinne eines fairen Ausgleichs sind &#8211;\u00a0auch in Zeiten sinkender Organisationsgrade\u00a0&#8211; nur dann gegeben, wenn ein Mindestma\u00df an mitgliedervermittelter sozialer M\u00e4chtigkeit vorhanden ist. Je geringer die Organisationsst\u00e4rke der Arbeitnehmervereinigung in einem nicht unbeachtlichen Teilbereich ihrer selbst gew\u00e4hlten Zust\u00e4ndigkeit ist, desto weniger kann die Annahme gerechtfertigt sein, die Arbeitgeberseite lasse sich auch in den Bereichen, in denen es an einer Durchsetzungskraft fehlt, auf den Abschluss von Tarifvertr\u00e4gen ein, die den von Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG beabsichtigten Schutz gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_54\">54<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Hiervon ausgehend rechtfertigen &#8211;\u00a0auch bei Zugrundelegung eines gro\u00dfz\u00fcgigen Bewertungsma\u00dfstabs\u00a0&#8211; die von der DHV vorgebrachten Mitgliederzahlen nicht die Annahme, dass sie zumindest in einem hinreichend beachtlichen Teil ihres Zust\u00e4ndigkeitsbereichs \u00fcber eine Durchsetzungsmacht verf\u00fcgt, die ausreichen w\u00fcrde, um sich in dem f\u00fcr eine sinnvolle Ordnung und Befriedung des Arbeitslebens erforderlichen Mindestumfang gegen\u00fcber dem sozialen Gegenspieler durchsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_55\">55<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Obwohl das Landesarbeitsgericht weder Feststellungen zur Anzahl und Verteilung der Mitglieder der DHV auf ihre nach der Satzung\u00a02014 reklamierten Zust\u00e4ndigkeitsbereiche noch zur H\u00f6he der sich daraus ergebenden Organisationsgrade getroffen hat, ist dem Senat die notwendige W\u00fcrdigung, ob der Mitgliederbestand der DHV in einem zumindest nicht unbeachtlichen Teil ihres Zust\u00e4ndigkeitsbereichs deren Durchsetzungsf\u00e4higkeit indiziert, nicht verwehrt. Das Gericht kann diese Beurteilung auf der Grundlage der von der DHV in das Verfahren eingef\u00fchrten amtlichen Statistiken &#8211;\u00a0bei denen es sich um \u00f6ffentlich zug\u00e4ngliche Erkenntnisquellen handelt und die als allgemeinkundige Tatsachen iSd. \u00a7\u00a0291 ZPO keines Beweises bed\u00fcrfen <em>(vgl. BGH 6.\u00a0Mai 1993 &#8211;\u00a0I\u00a0ZR 84\/91\u00a0&#8211; zu\u00a0II\u00a03 der Gr\u00fcnde; vgl. auch BVerfG 3.\u00a0November 1959 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 13\/59\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a03 der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a010, 177; BGH 7.\u00a0Mai 2020 &#8211;\u00a0IX\u00a0ZB 84\/19\u00a0&#8211; Rn.\u00a015)\u00a0&#8211;<\/em> unter Heranziehung der von der DHV behaupteten und vorliegend zu ihren Gunsten als wahr unterstellten Mitgliederzahlen und deren Verteilung auf die einzelnen Teilbereiche ihrer Gesamtzust\u00e4ndigkeit selbst vornehmen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_56\">56<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Danach l\u00e4sst allein der von der DHV angegebene Organisationsgrad von nur wenig mehr als einem Prozent in dem von ihr insgesamt reklamierten Organisationsbereich nicht ohne Weiteres darauf schlie\u00dfen, sie verf\u00fcge \u00fcber eine ausreichende mitgliedervermittelte Durchsetzungsf\u00e4higkeit. Die DHV beansprucht mit der Satzung\u00a02014 eine Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr zahlreiche, g\u00e4nzlich verschiedene Wirtschaftszweige, Branchen und Berufe. Nicht nur die wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse in den einzelnen in \u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 und Nr.\u00a02 der Satzung\u00a02014 aufgef\u00fchrten Branchen und Bereichen, sondern auch die konkrete Besch\u00e4ftigungssituation und die Arbeitsbedingungen der dort t\u00e4tigen Arbeitnehmer unterscheiden sich grundlegend. Zudem steht der DHV &#8211;\u00a0bezogen auf die beanspruchte Gesamtzust\u00e4ndigkeit\u00a0&#8211; eine gro\u00dfe Anzahl erheblich heterogen zusammengesetzter sozialer Gegenspieler gegen\u00fcber, deren jeweilige \u00f6konomische Situation durch wesentlich unterschiedliche rechtliche und tats\u00e4chliche Rahmenbedingungen bestimmt ist. Etwaige synergetische Effekte, die sich aus wirtschaftlichen oder rechtlichen Ber\u00fchrungspunkten der Akteure in den einzelnen Teilbereichen der von der DHV reklamierten disparaten Zust\u00e4ndigkeiten ergeben, sind &#8211;\u00a0wenn \u00fcberhaupt\u00a0&#8211; nur in geringem Ma\u00dfe vorhanden. Angesichts der hieraus resultierenden Inhomogenit\u00e4t des von der DHV insgesamt in Anspruch genommenen Zust\u00e4ndigkeitsbereichs gen\u00fcgt eine mitgliedervermittelte Pr\u00e4senz von kaum mehr als einem Prozent f\u00fcr sich genommen nicht, um &#8211;\u00a0bezogen auf den gesamten Organisationsbereich, in dem (nach Angaben der DHV) ungef\u00e4hr 6,3\u00a0Millionen Arbeitnehmer t\u00e4tig sind\u00a0&#8211; eine f\u00fcr die Annahme der Tariff\u00e4higkeit erforderliche soziale M\u00e4chtigkeit zu begr\u00fcnden. Eine derartig geringe Organisationsst\u00e4rke in einem sich r\u00e4umlich auf alle Bundesl\u00e4nder und fachlich auf etliche divergierende Bereiche erstreckenden Gebiet bietet keine ausreichende Gew\u00e4hr daf\u00fcr, dass die DHV \u00fcber ein Druckpotential verf\u00fcgt, welches sie in hinreichendem Ma\u00dfe in die Lage versetzt, tarifliche Regelungen auszuhandeln, die den Interessen beider Seiten angemessen gerecht werden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_57\">57<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(3) Unabh\u00e4ngig davon liegt der Gesamtorganisationsgrad der DHV &#8211;\u00a0ausgehend von ihren in der Satzung\u00a02014 reklamierten Zust\u00e4ndigkeiten\u00a0&#8211; tats\u00e4chlich auch unterhalb von einem Prozent.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_58\">58<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(a) Die Zahlenangaben der DHV f\u00fcr den Bereich Einzel- und Gro\u00dfhandel <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Punkt\u00a02 und\u00a03 der Satzung\u00a02014)<\/em> lassen au\u00dfer Acht, dass in diesen Bereichen nicht nur sozialversicherungspflichtig, sondern auch geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigte iSv. \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 SGB IV t\u00e4tig sind. Im Einzelhandel entf\u00e4llt ein nicht unbedeutender Anteil der dort insgesamt Besch\u00e4ftigten auf diese (gr\u00f6\u00dftenteils weibliche) Personengruppe. Ausweislich der amtlichen Statistik der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit <em>(\u201eBesch\u00e4ftigte nach Wirtschaftszweigen (WZ 2008)\u201c &#8211; Stand 30.\u00a0Juni 2019) <\/em>bel\u00e4uft sich die Anzahl der (ausschlie\u00dflich) geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigten im Einzel- und Gro\u00dfhandel auf eine Gr\u00f6\u00dfenordnung von um die 700.000. Die Ansicht der DHV, diese Personengruppe m\u00fcsse bei der Bewertung ihrer Durchsetzungskraft au\u00dfer Betracht bleiben, verf\u00e4ngt nicht. Die betroffenen Personen sind ungeachtet der sozialversicherungsrechtlichen Besonderheiten ihrer Arbeitsverh\u00e4ltnisse Arbeitnehmer und fallen in den von der DHV reklamierten Organisationsbereich. Ob und inwieweit sie bei einem Arbeitskampf mobilisiert werden k\u00f6nnen oder ob sie in einem solchen Fall ohne Weiteres ersetzbar sind, ist &#8211;\u00a0entgegen der Ansicht der DHV\u00a0&#8211; insoweit nicht bedeutsam. Unerheblich ist auch, ob diese Personengruppe im Einzelfall aus dem Geltungsbereich tariflicher Regelungen herausgenommen wird. Ohnehin ist angesichts der gesetzlichen Vorgaben f\u00fcr Teilzeitbesch\u00e4ftigte <em>(vgl. etwa \u00a7\u00a04 Abs.\u00a01 TzBfG)<\/em> und des Verbots einer mittelbaren Diskriminierung wegen des Geschlechts <em>(vgl. \u00a7\u00a7\u00a01, 3 Abs.\u00a02 AGG; Art.\u00a0157 AEUV)<\/em> ihr Ausschluss aus dem Anwendungsbereich eines Tarifvertrags nur dann zul\u00e4ssig, wenn hierf\u00fcr ausnahmsweise sachliche Gr\u00fcnde bestehen. Der Umstand einer entgeltgeringf\u00fcgigen Besch\u00e4ftigung iSv. \u00a7\u00a08 Abs.\u00a01 Nr.\u00a01 SGB\u00a0IV an sich gen\u00fcgt hierf\u00fcr typischerweise nicht. Vor diesem Hintergrund verf\u00e4ngt auch nicht der Einwand der DHV, die Arbeitsbedingungen &#8211;\u00a0insbesondere die Verg\u00fctungsh\u00f6he\u00a0&#8211; dieser Arbeitnehmer seien angesichts der monatlichen finanziellen Begrenzung einer entgeltgeringf\u00fcgigen Besch\u00e4ftigung nur beschr\u00e4nkt durch Arbeitskampfma\u00dfnahmen erzwingbar.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_59\">59<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(b) Bei dem von der DHV angegebenen Organisationsgrad unber\u00fccksichtigt ist zudem, dass sich ihre Zust\u00e4ndigkeit auch auf den Versand- und damit den Onlinehandel erstreckt <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Punkt\u00a02 der Satzung\u00a02014)<\/em>. Die dort besch\u00e4ftigten Arbeitnehmer m\u00fcssen bei der Bewertung ihrer mitgliederbezogenen Pr\u00e4senz ebenfalls einflie\u00dfen. Auf der Grundlage der in der amtlichen Statistik der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit ausgewiesenen Daten kann davon ausgegangen werden, dass in diesem Wirtschaftszweig eine weitere nicht v\u00f6llig unerhebliche Anzahl von Arbeitnehmern t\u00e4tig ist. Nach den sich aus dieser Statistik <em>(\u201eBesch\u00e4ftigte nach Wirtschaftszweigen (WZ 2008)\u201c &#8211;\u00a0Stand 30.\u00a0Juni 2019) <\/em>ergebenden Werten bel\u00e4uft sich die Zahl der dort sozialversicherungspflichtig und (ausschlie\u00dflich) geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigten &#8211;\u00a0allerdings einschlie\u00dflich des Wirtschaftszweigs Haust\u00fcr- und Automatenverkauf, der nicht in den von der DHV reklamierten Zust\u00e4ndigkeitsbereich f\u00e4llt\u00a0&#8211; auf eine Gr\u00f6\u00dfenordnung von um die 175.000.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_60\">60<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(c) Auch die Anzahl der Arbeitnehmer, die die DHV f\u00fcr ihren in \u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Punkt\u00a07 der Satzung\u00a02014 (\u201eKliniken und Krankenh\u00e4user in privatrechtlicher Rechtsform\u201c) reklamierten Organisationsbereich zugrunde legt, ist zu niedrig angesetzt. Die Zust\u00e4ndigkeit der DHV beschr\u00e4nkt sich nicht, wie noch nach der Satzung\u00a02012, auf \u201ePrivate Kliniken und Krankenh\u00e4user\u201c, also Einrichtungen, die sich in privater Tr\u00e4gerschaft befinden <em>(vgl. zur Unterscheidung zwischen \u00f6ffentlicher, freigemeinn\u00fctziger und privater Tr\u00e4gerschaft etwa <\/em><br \/>\n                  <em>Quaas\/Zuck\/Clemens\/Quaas Medizinrecht 4.\u00a0Aufl. \u00a7\u00a025 Rn.\u00a076)<\/em>. Vielmehr erfasst ihr selbst gew\u00e4hlter Organisationsbereich alle Kliniken und Krankenh\u00e4user &#8211;\u00a0unabh\u00e4ngig von der Tr\u00e4gerschaft\u00a0&#8211; in privatrechtlicher Rechtsform. Dass auch die DHV hiervon ausgeht, zeigt der Umstand, dass sie bei der Ermittlung der durch diese Zust\u00e4ndigkeit erfassten Arbeitnehmer diejenigen in Abzug bringt, die in einem vom Deutschen Roten Kreuz getragenen, jedoch privatrechtlich verfassten Krankenhaus t\u00e4tig sind. Unter Zugrundelegung der &#8211;\u00a0auch von der DHV herangezogenen\u00a0&#8211; Daten des Statistischen Bundesamts <em>(Fachserie\u00a012 Reihe\u00a06.1.1 Grunddaten der Krankenh\u00e4user\u00a02017 S.\u00a08)<\/em>, nach denen sich etwa 37\u00a0vH der Krankenh\u00e4user in privater und ungef\u00e4hr 29\u00a0vH in \u00f6ffentlich-rechtlicher Tr\u00e4gerschaft befinden, von denen ungef\u00e4hr 60\u00a0vH in privatrechtlicher Rechtsform gef\u00fchrt werden, ist davon auszugehen, dass dieser Teilbereich bei dort ausweislich der Statistik der Bundesagentur f\u00fcr Arbeit insgesamt etwa 1,5\u00a0Millionen besch\u00e4ftigten Arbeitnehmern <em>(\u201eBesch\u00e4ftigte nach Wirtschaftszweigen (WZ 2008)\u201c &#8211; Stand 30.\u00a0Juni 2019)<\/em> eine Gr\u00f6\u00dfenordnung von nicht weniger als 800.000 Besch\u00e4ftigten (anstatt der von der DHV behaupteten 453.400) umfasst. Dabei bleibt noch unber\u00fccksichtigt, dass nicht nur das von der DHV angef\u00fchrte Deutsche Rote Kreuz, sondern auch andere freigemeinn\u00fctzige Tr\u00e4ger Krankenh\u00e4user in privatrechtlicher Rechtsform unterhalten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_61\">61<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(d) H\u00f6her als von der DHV angegeben d\u00fcrfte auch die Anzahl der Arbeitnehmer sein, die in ihre nach \u00a7\u00a02 Nr.\u00a02 der Satzung\u00a02014 reklamierte Zust\u00e4ndigkeit fallen. Die DHV legt hier lediglich die sich aus den Daten des Statistischen Bundesamts <em>(Fachserie\u00a014 Reihe\u00a06 Personal des \u00f6ffentlichen Dienstes\u00a02019 S.\u00a066) <\/em>ergebende Anzahl von Arbeitnehmern zugrunde, die &#8211;\u00a0von insgesamt im kommunalen Bereich etwa 1,37\u00a0Millionen Besch\u00e4ftigten\u00a0&#8211; f\u00fcr die \u201eZentrale Verwaltung\u201c ausgewiesen ist. Dies verkennt, dass in den anderen in der Statistik aufgef\u00fchrten Bereichen (\u201eSchule und Kultur\u201c, \u201eSoziales und Jugend\u201c, \u201eGesundheit und Sport\u201c sowie \u201eGestaltung der Umwelt\u201c) durchaus auch Arbeitnehmer in verwaltenden Berufen t\u00e4tig sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_62\">62<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(4) Eine ausreichende Durchsetzungsmacht wird der DHV auch nicht dadurch verliehen, dass sie in einem hinreichend beachtlichen Teil ihres Zust\u00e4ndigkeitsbereichs eine mitgliederbezogene Pr\u00e4senz besitzt, die ausreichen w\u00fcrde, um sich in dem f\u00fcr eine angemessene Ordnung und Befriedung des Arbeitslebens erforderlichen Mindestumfang gegen\u00fcber dem sozialen Gegenspieler durchsetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_63\">63<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(a) Die DHV verf\u00fcgt &#8211;\u00a0nach ihrem Bekunden\u00a0&#8211; in den beiden Organisationsteilbereichen \u201eGesetzliche Krankenkassen\u201c <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Punkt\u00a04 der Satzung\u00a02014)<\/em> und \u201ePrivates und \u00f6ffentlich-rechtliches Versicherungsgewerbe\u201c <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Punkt\u00a05 der Satzung\u00a02014) <\/em>\u00fcber die h\u00f6chsten Organisationsgrade von um die zwei\u00a0Prozent bis etwa 2,3\u00a0vH. Selbst bei einer einheitlichen Betrachtung dieser beiden Teilbereiche sind dort allerdings nur weniger als 1\/20 aller in die gew\u00e4hlte Gesamtzust\u00e4ndigkeit der DHV fallenden Arbeitnehmer besch\u00e4ftigt. Hinzu kommt, dass es sich um fachlich eng umrissene Branchen mit einer \u00fcberschaubaren Anzahl an sozialen Gegenspielern handelt. Damit bilden diese beiden Bereiche keinen ausreichend signifikanten Teil des insgesamt von der DHV beanspruchten Organisationsbereichs. Daran \u00e4ndert auch der Umstand nichts, dass die DHV &#8211;\u00a0nach ihren Angaben\u00a0&#8211; dort etwa ein Drittel der normativ tarifgebundenen Arbeitnehmer organisiert. Der Anzahl der bei den gesetzlichen Krankenkassen und im Versicherungsgewerbe Besch\u00e4ftigten kommt im Verh\u00e4ltnis zur Zahl der Arbeitnehmer, f\u00fcr die die DHV mit ihrer Satzung\u00a02014 insgesamt eine Zust\u00e4ndigkeit reklamiert, nur eine untergeordnete Bedeutung zu. Selbst wenn die DHV in diesen Branchen \u00fcber eine soziale M\u00e4chtigkeit verf\u00fcgen sollte, spricht nichts daf\u00fcr, dass sich diese auch auf die g\u00e4nzlich anderen in \u00a7\u00a02 der Satzung\u00a02014 genannten Wirtschaftszweige und Bereiche, die durch v\u00f6llig abweichende Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen und damit Interessen einer Vielzahl anderer sozialer Gegenspieler gekennzeichnet sind, erstrecken k\u00f6nnte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_64\">64<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(b) Die h\u00f6chste Mitgliederzahl (22.742) weist die DHV im Zust\u00e4ndigkeitsbereich Einzelhandel <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Punkt\u00a02 der Satzung\u00a02014)<\/em> aus. Nach ihren Mitteilungen hat sie bei insgesamt um die 2,26\u00a0Millionen sozialversicherungspflichtig Besch\u00e4ftigten dort eine Mitgliederpr\u00e4senz von ungef\u00e4hr einem Prozent. Unter Ber\u00fccksichtigung nicht nur der sozialversicherungspflichtig, sondern auch der (ausschlie\u00dflich) geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigten (etwa 600.000) bel\u00e4uft sich die Zahl der in diesem Bereich t\u00e4tigen Arbeitnehmer &#8211;\u00a0auch ohne Ber\u00fccksichtigung des Versand- und damit des Onlinehandels\u00a0&#8211; auf um die 2,8\u00a0Millionen. Damit ergibt sich bei zutreffender Lesart des statistischen Zahlenmaterials eine Organisationsst\u00e4rke der DHV in diesem Wirtschaftszweig von weniger als einem Prozent (etwa 0,8\u00a0vH). Auch wenn im Einzelhandel der Anteil derjenigen Arbeitnehmer, die einer Gewerkschaft angeh\u00f6ren, nicht besonders hoch ist &#8211;\u00a0die DHV gibt diesen selbst mit insgesamt 8\u00a0vH an\u00a0&#8211; l\u00e4sst die Zahl der bei ihr mitgliedschaftlich organisierten Besch\u00e4ftigten vor dem Hintergrund der zahlreichen sozialen Gegenspieler im gesamten Einzelhandel nicht erkennen, dass die DHV damit im gesamten Teilbereich \u00fcber eine soziale M\u00e4chtigkeit verf\u00fcgen w\u00fcrde, die ihr bezogen auf die \u00fcbrigen, v\u00f6llig andersartigen Zust\u00e4ndigkeitsbereiche eine Tariff\u00e4higkeit vermittelt. Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass ihre Mitglieder in diesem Bereich ganz \u00fcberwiegend Berufsgruppen angeh\u00f6ren, die in wirtschaftlichen Schl\u00fcsselpositionen t\u00e4tig und daher im Fall eines Arbeitskampfs nicht kurzfristig ersetzbar sind oder zumindest bei einem Ausfall einen erheblichen wirtschaftlichen Schaden erzeugen w\u00fcrden, sind weder vorgebracht noch ersichtlich.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_65\">65<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(c) Entsprechendes gilt f\u00fcr den &#8211;\u00a0ebenfalls in \u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Punkt 3 der Satzung 2014 abgegrenzten und im Verh\u00e4ltnis zu den anderen reklamierten Zust\u00e4ndigkeiten abgrenzbaren\u00a0&#8211; Teilbereich Gro\u00dfhandel. Nach Behauptung der DHV liegt ihr Organisationsgrad dort (ohne Ber\u00fccksichtigung ausschlie\u00dflich geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigter) bei um die 1,25\u00a0vH; von den (aufgerundet) 1,16\u00a0Millionen Arbeitnehmern, die in diesem Bereich arbeiten, sind ca. 14.500 bei ihr Mitglied. Unter Einbeziehung der (ausschlie\u00dflich) geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigten (etwa 103.000) ergibt sich eine mitgliederbezogene Pr\u00e4senz der DHV im Gro\u00dfhandel von etwa 1,15\u00a0vH. Selbst wenn in Betracht gezogen wird, dass im Gro\u00dfhandel nur ein geringer Prozentsatz der Arbeitnehmer gewerkschaftlich organisiert ist (nach Angaben der DHV bel\u00e4uft er sich auf etwa 7\u00a0vH), vermag die niedrige Organisationsst\u00e4rke der DHV in diesem Teilbereich ihre soziale M\u00e4chtigkeit nicht zu indizieren. Dabei ist zu ber\u00fccksichtigen, dass der Bereich Gro\u00dfhandel nur ca. 1\/6 der Gesamtzust\u00e4ndigkeit der DHV ausmacht und damit &#8211;\u00a0im Verh\u00e4ltnis zu ihrer insgesamt beanspruchten Zust\u00e4ndigkeit\u00a0&#8211; keinen besonders bedeutsamen Teilbereich darstellt. Hinzu kommt, dass er sich durch eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl und Diversifikation der sozialen Gegenspieler auszeichnet. Angesichts dieser Umst\u00e4nde gew\u00e4hrleistet die mitgliedervermittelte Pr\u00e4senz der DHV in diesem Bereich nicht, dass sie \u00fcber eine M\u00e4chtigkeit verf\u00fcgt, die es ihr erm\u00f6glicht, die Arbeitgeberseite unter ausreichenden Druck zu setzen. Auch ist nicht ersichtlich, dass die Mitglieder der DHV in diesem Bereich in Funktionen t\u00e4tig sind, deren Ausfall dem sozialen Gegenspieler im Fall eines Arbeitskampfs wegen ihrer jedenfalls kurzfristigen Unersetzbarkeit empfindliche wirtschaftliche Einbu\u00dfen zuf\u00fcgen k\u00f6nnte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_66\">66<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(d) Eine auf den Bereich \u201eHandel\u201c als Ganzes bezogene W\u00fcrdigung f\u00fchrt zu keinem anderen Ergebnis. Zwar nimmt diese Branche einen erheblichen Teil der von der DHV insgesamt beanspruchten Zust\u00e4ndigkeit ein. Jedoch beliefe sich auch in einem derart zugeschnittenen Teil ihres Organisationsbereichs der Anteil der dort von ihr organisierten Arbeitnehmer &#8211;\u00a0nach Bekunden der DHV\u00a0&#8211; auf etwa ein Prozent; unter Ber\u00fccksichtigung auch der (ausschlie\u00dflich) geringf\u00fcgig Besch\u00e4ftigten sowie des Versandhandels betr\u00e4gt er weniger als ein Prozent. Eine solch geringe mitgliedervermittelte Pr\u00e4senz in diesem sich durch zahlreiche unterschiedliche Sozialpartner und verschiedenartige Wirtschafts- und Arbeitsbedingungen auszeichnenden Bereich stellt kein ausreichendes Indiz daf\u00fcr dar, dass die DHV dort in der Lage ist, hinreichend Druck auf die sozialen Gegenspieler auszu\u00fcben, um &#8211;\u00a0ggf. auch gegen deren Willen\u00a0&#8211; tarifliche Regelungen zu erzwingen, die den Interessen beider Seiten angemessen gerecht werden k\u00f6nnen. Entgegen der Ansicht der DHV kann einem derart konturierten Teilbereich \u201eHandel\u201c auch nicht die von ihr reklamierte Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Fleischwarenindustrie <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Punkt\u00a012 der Satzung\u00a02014) <\/em>zugeordnet werden. Dieser Wirtschaftszweig ist ma\u00dfgebend durch die industrielle Herstellung von &#8211;\u00a0erst sp\u00e4ter ver\u00e4u\u00dferten\u00a0&#8211; Fleischwaren gepr\u00e4gt. Damit unterscheiden sich die wirtschaftliche Situation und die rechtlichen Rahmenbedingungen der produzierenden Unternehmen und damit auch die tats\u00e4chlichen Arbeitsbedingungen der dort t\u00e4tigen Arbeitnehmer grundlegend von denjenigen des Handels. Aber selbst eine diesen Wirtschaftszweig integrierende Betrachtung erg\u00e4be keine andere Bewertung. Die DHV h\u00e4tte in diesem Bereich bei insgesamt etwa 4,1\u00a0Millionen dort t\u00e4tigen Arbeitnehmern &#8211;\u00a0ohne den Versandhandel\u00a0&#8211; (aufgerundet) 38.000\u00a0Mitglieder und damit einen Organisationsgrad von unter einem Prozent. Angesichts der Diversit\u00e4t dieses Bereichs und der hohen Anzahl unterschiedlichster Sozialpartner, die dort agieren, lie\u00dfe das auf keine hierauf bezogene hinreichende Organisationsst\u00e4rke schlie\u00dfen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_67\">67<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(e) Die anderen in \u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 der Satzung\u00a02014 angef\u00fchrten Branchen und Bereiche, die zum Teil von der DHV als \u201eLeuchtt\u00fcrme\u201c ihrer Tarifarbeit bezeichnet werden, sind &#8211;\u00a0ungeachtet der dort teilweise ohnehin nur geringen mitgliederbezogenen Pr\u00e4senz der DHV\u00a0&#8211; angesichts ihrer in Relation zum gesamten Organisationsbereich geringen Gr\u00f6\u00dfe ebenfalls nicht geeignet, deren Tariff\u00e4higkeit zu indizieren. Dies gilt insbesondere f\u00fcr das Bankengewerbe <em>(\u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Punkt\u00a01 der Satzung\u00a02014)<\/em>, das &#8211;\u00a0selbst bei Zugrundelegung der von der DHV vorgebrachten Gr\u00f6\u00dfenangaben\u00a0&#8211; nur ungef\u00e4hr 1\/12 der insgesamt von ihr beanspruchten Satzungszust\u00e4ndigkeit darstellt. Die DHV verf\u00fcgt auch bei gro\u00dfz\u00fcgiger Betrachtung in keinem hinreichend bedeutenden Zust\u00e4ndigkeitsbereich \u00fcber eine Organisationsst\u00e4rke, die signifikant genug w\u00e4re, um ihr f\u00fcr ihre jeweils im \u00dcbrigen beanspruchten Zust\u00e4ndigkeiten und damit insgesamt eine Tariff\u00e4higkeit zu vermitteln.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_68\">68<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(f) Entgegen der Ansicht der DHV lassen ihre Mitgliederzahlen in den von ihr so genannten \u201eMarkenkernbereichen\u201c &#8211;\u00a0zu denen sie die Banken, den Einzel- und Gro\u00dfhandel, die gesetzlichen Krankenkassen, das Versicherungsgewerbe, die Alten- und Behindertenpflege, die Krankenh\u00e4user in privatrechtlicher Rechtsform und das Deutsche Rote Kreuz z\u00e4hlt\u00a0&#8211; keinen Schluss auf eine dadurch vermittelte Durchsetzungsf\u00e4higkeit zu. Das Prinzip der Einheitlichkeit und Unteilbarkeit der Tariff\u00e4higkeit beruht auf der Erwartung, eine Arbeitnehmervereinigung, die in einem zumindest nicht unbedeutenden Teil des von ihr beanspruchten Zust\u00e4ndigkeitsbereichs \u00fcber eine M\u00e4chtigkeit verf\u00fcgt, unterwerfe sich auch in den Bereichen, in denen es ihr an Durchsetzungskraft fehlt, beim Abschluss von Tarifvertr\u00e4gen nicht den Forderungen der Arbeitgeberseite und sei daher insgesamt durchsetzungsf\u00e4hig. Eine solche Annahme erfordert, dass der die Durchsetzungsmacht vermittelnde Teilbereich \u00fcber eine hinreichende innere Koh\u00e4renz verf\u00fcgt, die sich regelm\u00e4\u00dfig dadurch auszeichnet, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und damit auch die Arbeitsbedingungen in diesem Bereich vergleichbar sind. Bei einer auf verschiedene Branchen bezogenen Arbeitnehmerkoalition kann sich dies etwa daraus ergeben, dass sie in einer der von ihr beanspruchten Branchen &#8211;\u00a0deren Gr\u00f6\u00dfe gemessen an ihrem reklamierten Gesamtzust\u00e4ndigkeitsgebiet nicht unerheblich sein darf\u00a0&#8211; \u00fcber eine signifikante Repr\u00e4sentanz verf\u00fcgt. Beschr\u00e4nkt die Arbeitnehmerkoalition ihre Zust\u00e4ndigkeit auf einen bestimmten Wirtschafts- oder Berufszweig, kann sich ihre soziale M\u00e4chtigkeit auch daraus ableiten, dass sie in einem bestimmten r\u00e4umlichen oder regionalen Teil desselben \u00fcber eine Durchsetzungskraft verf\u00fcgt. Der Zuschnitt des ggf. eine Tariff\u00e4higkeit vermittelnden Teilbereichs kann hingegen nicht beliebig konturiert werden; stets bedarf es eines inneren Zusammenhangs. Dies gilt vor allem dann, wenn sich &#8211;\u00a0wie vorliegend\u00a0&#8211; der Kreis der Arbeitgeber(verb\u00e4nde) als sozialer Gegenspieler wegen der Diversit\u00e4t der beanspruchten Zust\u00e4ndigkeiten erheblich heterogen zusammensetzt. Eine solche, alle Gebiete umfassende Koh\u00e4renz lassen die von der DHV angef\u00fchrten \u201eMarkenkernbereiche\u201c nicht erkennen. Der blo\u00dfe Umstand, dass dort &#8211;\u00a0wie in einem Gro\u00dfteil aller Branchen und Wirtschaftszweige\u00a0&#8211; auch Arbeitnehmer besch\u00e4ftigt sind, die verwaltende oder kaufm\u00e4nnische Berufe aus\u00fcben, gen\u00fcgt hierf\u00fcr nicht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_69\">69<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(g) Entsprechendes gilt, soweit die DHV eine Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr den &#8211;\u00a0von ihr so bezeichneten\u00a0&#8211; Bereich \u201eFinanzdienstleistung\u201c (Banken, privates und \u00f6ffentlich-rechtliches Versicherungsgewerbe und IT-Dienstleistungsunternehmen f\u00fcr Steuerberater, Wirtschaftspr\u00fcfer und Rechtsanw\u00e4lte) reklamiert. Die den einzelnen Branchen angeh\u00f6renden Unternehmen und Institute agieren in einem grundlegend unterschiedlichen wirtschaftlichen und rechtlichen Umfeld. Die damit zum Teil erheblich anders gearteten Wirtschafts- und Arbeitsbedingungen stehen einer Zusammenfassung entgegen. Gleiches g\u00f6lte f\u00fcr einen &#8211;\u00a0von der DHV angef\u00fchrten\u00a0&#8211; Zust\u00e4ndigkeitsbereich \u201eGesundheit\u201c, zu dem sie die in \u00a7\u00a02 Nr.\u00a01 Punkt\u00a04 (\u201eGesetzliche Krankenkassen\u201c), Punkt\u00a06 (\u201eEinrichtungen der privaten Alten- und Behindertenpflege sowie der Jugendhilfe\u201c), Punkt\u00a07 (\u201eKliniken und Krankenh\u00e4user in privatrechtlicher Rechtsform\u201c), Punkt\u00a08 (\u201eRettungsdienste\u201c), Punkt\u00a09 (\u201eArbeiterwohlfahrt und Tochtergesellschaften\u201c) und Punkt\u00a010 (\u201eDeutsches Rotes Kreuz und Tochtergesellschaften\u201c) der Satzung\u00a02014 genannten Wirtschaftszweige und Arbeitgeber z\u00e4hlt. Ungeachtet dessen verf\u00fcgte die DHV in keinem dieser derart zugeschnittenen Bereiche \u00fcber eine Mitgliederst\u00e4rke, die den Schluss darauf zulassen k\u00f6nnte, dass sie bezogen auf ihre insgesamt beanspruchte, inhomogene Zust\u00e4ndigkeit eine ausreichende mitgliedervermittelte Durchsetzungsf\u00e4higkeit h\u00e4tte.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_70\">70<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(5) Soweit der DHV noch weitere Mitglieder angeh\u00f6ren, die entweder keiner Erwerbst\u00e4tigkeit (mehr) oder einer au\u00dferhalb der &#8211;\u00a0mit \u00a7\u00a02 der Satzung\u00a02014 beanspruchten\u00a0&#8211; Zust\u00e4ndigkeit liegenden nachgehen, kommt dem bei einer W\u00fcrdigung ihrer Durchsetzungsmacht keine ma\u00dfgebliche Bedeutung zu. Zwar tr\u00e4gt auch diese Personengruppe ggf. durch ihre Sachkenntnis zur Unterst\u00fctzung, jedenfalls aber durch ihre Mitgliedsbeitr\u00e4ge zur finanziellen Ausstattung der Arbeitnehmervereinigung bei, die wiederum \u00fcber deren organisatorische Leistungsf\u00e4higkeit und auch dar\u00fcber entscheidet, ob die Vereinigung in der Lage ist, die mit dem Abschluss von Tarifvertr\u00e4gen verbundenen finanziellen und personellen Lasten zu tragen <em>(vgl. BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a079, BAGE\u00a0163, 108; 5.\u00a0Oktober 2010 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 88\/09\u00a0&#8211; Rn.\u00a039 mwN, BAGE\u00a0136, 1)<\/em>. Allerdings kommt es f\u00fcr die Frage, ob eine Arbeitnehmervereinigung \u00fcberhaupt in der Lage ist, hinreichenden Druck auf den sozialen Gegenspieler aufzubauen, um Tarifvertr\u00e4ge auszuhandeln, die den Interessen beider Seiten gerecht werden, entscheidend auf solche Mitglieder an, die &#8211;\u00a0innerhalb der reklamierten Zust\u00e4ndigkeit der Vereinigung\u00a0&#8211; im Arbeitsleben stehen. Ihre Anzahl oder Stellung bestimmt, ob eine Arbeitnehmerkoalition auf ihre jeweilige Gegenseite f\u00fchlbaren Druck aus\u00fcben kann. Die Gegen- und Gleichgewichtigkeit der Sozialpartner verlangt ein gegenseitiges Spiel der Kr\u00e4fte, zu dem ein Druckpotential auf beiden Seiten geh\u00f6rt <em>(vgl. BAG 14.\u00a0M\u00e4rz 1978 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 2\/76\u00a0&#8211; zu\u00a0III\u00a02 der Gr\u00fcnde)<\/em>. Nur dieser \u201eDruck- und Gegendruckfaktor\u201c gew\u00e4hrleistet die Herbeif\u00fchrung eines Tarifvertrags, dem eine Angemessenheitsvermutung zukommen kann.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_71\">71<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Auch den von der DHV geschlossenen Tarifvertr\u00e4gen vermag keine ausschlaggebende Indizwirkung f\u00fcr ihre mit der Satzung\u00a02014 beanspruchte Tariff\u00e4higkeit zuzukommen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_72\">72<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Hat das Gericht Zweifel an der hinreichenden, mitgliedervermittelten Durchsetzungsf\u00e4higkeit einer Arbeitnehmervereinigung, kann diese ausnahmsweise auch durch deren langj\u00e4hrige Teilnahme am Tarifgeschehen indiziert sein. Die eigene aktive und dauerhafte Beteiligung am Prozess der tariflichen Regelung von Arbeitsbedingungen im beanspruchten Zust\u00e4ndigkeitsbereich &#8211;\u00a0oder in einem relevanten Teil davon\u00a0&#8211; ist ein gewichtiger Beleg daf\u00fcr, dass die Koalition von der Arbeitgeberseite wahr- und ernst genommen wird. Eine solche privilegierte Ber\u00fccksichtigung der indiziellen Wirkung bereits geschlossener Tarifvertr\u00e4ge kommt in typisierender Weise aber nur bei einer Arbeitnehmervereinigung in Betracht, die sich trotz eines marginalen Organisationsgrads langj\u00e4hrig am Tarifgeschehen beteiligt und hierdurch unter Beweis gestellt hat, dass sie von der Arbeitgeberseite dennoch nicht ignoriert werden konnte. Eine Indizwirkung f\u00fcr die soziale M\u00e4chtigkeit einer Arbeitnehmervereinigung allein und ausschlie\u00dflich aufgrund der Anzahl der von ihr in der Vergangenheit geschlossenen Tarifvertr\u00e4ge &#8211;\u00a0ohne jegliche Ber\u00fccksichtigung von Mitgliederzahlen\u00a0&#8211; scheidet aus. Eine solche Sichtweise verbietet sich, weil aus dem Umstand des Abschlusses von Tarifvertr\u00e4gen &#8211;\u00a0f\u00fcr sich gesehen\u00a0&#8211; nur bedingt Schl\u00fcsse f\u00fcr die Tariff\u00e4higkeit als Abschlussvoraussetzung gezogen werden k\u00f6nnen <em>(vgl. BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a079\u00a0f. mwN, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_73\">73<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Die Annahme, dass bei einer langj\u00e4hrig am Tarifgeschehen beteiligten Arbeitnehmervereinigung deren Durchsetzungskraft gegenwarts- und zukunftsbezogen belegt ist, setzt voraus, dass es sich bei den in der Vergangenheit geschlossenen Tarifvertr\u00e4gen in nennenswerter Zahl um solche in einem von der Arbeitnehmerkoalition &#8211;\u00a0jedenfalls im Wesentlichen\u00a0&#8211; damals und nach wie vor beanspruchten Zust\u00e4ndigkeitsbereich handelt. Weil die Tariff\u00e4higkeit einheitlich und unteilbar ist, ist es ausreichend, aber auch erforderlich, dass die bisherigen Tarifabschl\u00fcsse einen f\u00fcr den gegenw\u00e4rtig beanspruchten Organisationsbereich relevanten Teil betreffen. Nur insoweit kann davon ausgegangen werden, dass die Arbeitnehmervereinigung ein hinreichendes Gewicht besitzt, die Arbeitgeberseite zu Tarifvertragsverhandlungen und -abschl\u00fcssen zu veranlassen. Beansprucht eine langj\u00e4hrig in einem bestimmten Bereich am Tarifgeschehen beteiligte Arbeitnehmervereinigung nunmehr Zust\u00e4ndigkeiten in einem erheblich ge\u00e4nderten personellen, r\u00e4umlichen und\/oder fachlichen Zust\u00e4ndigkeitsbereich, der seinerseits f\u00fcr die Beurteilung ihrer Durchsetzungskraft und organisatorischen Leistungsf\u00e4higkeit von Bedeutung ist, ist die Zahl der im vormals anders gefassten Zust\u00e4ndigkeitsbereich geschlossenen Tarifvertr\u00e4ge nicht ma\u00dfgebend. Der durch die Anzahl geschlossener Tarifvertr\u00e4ge belegten Wahrnehmung der Koalition durch den sozialen Gegenspieler kommt dann auch im Hinblick auf eine im neuen Bereich ganz wesentlich anders zusammengesetzte Arbeitgeberseite von vornherein kein ausschlaggebendes Gewicht zu. Noch weniger vermittelt eine zust\u00e4ndigkeits\u00fcbersteigende Beteiligung am Prozess der tariflichen Regelung von Arbeitsbedingungen eine hinreichende Durchsetzungsmacht <em>(BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a081, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_74\">74<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Die Relativierung der Indizwirkung der bisherigen Teilnahme einer Arbeitnehmervereinigung am Tarifgeschehen im Fall einer erheblichen \u00c4nderung ihrer satzungsm\u00e4\u00dfigen Zust\u00e4ndigkeit beeintr\u00e4chtigt nicht unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig deren durch Art.\u00a09 Abs.\u00a03 GG gesch\u00fctztes Recht zur eigenverantwortlichen Festlegung desjenigen Bereichs, f\u00fcr den sie k\u00fcnftig bereit sein will, mit der Arbeitgeberseite die Arbeitsbedingungen ihrer Mitglieder zu regeln. Erstreckt sie ihre bisherige Tarifzust\u00e4ndigkeit in einem erheblichen Ma\u00df auf Bereiche, in denen sie bisher &#8211;\u00a0kraft eigenbestimmter Zust\u00e4ndigkeit\u00a0&#8211; keine Arbeitnehmer organisieren konnte, liegt es an ihr, sich die F\u00e4higkeit zu bewahren, auch f\u00fcr den erheblich ge\u00e4nderten Gesamtbereich in der Lage zu sein, tarifliche Regelungen auszuhandeln, die den Interessen beider Seiten gerecht werden <em>(BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a082, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_75\">75<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>dd) Danach kann den seit 1950 bis zum Inkrafttreten der Satzung\u00a02014 von der DHV geschlossenen Tarifvertr\u00e4gen, die ihre langj\u00e4hrige Beteiligung am Tarifgeschehen bekunden, keine ausschlaggebende Indizwirkung f\u00fcr ihre seitdem beanspruchte Tariff\u00e4higkeit zukommen. Dies hat der Senat im Beschluss vom 26.\u00a0Juni 2018<em> (-\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a083 bis\u00a087, BAGE\u00a0163, 108)<\/em> bereits ausf\u00fchrlich dargelegt. Die DHV hat Tarifvertr\u00e4ge in wechselnden Zust\u00e4ndigkeiten und zudem signifikant au\u00dferhalb ihres Organisationsbereichs geschlossen. Nach ihrer Satzungshistorie fehlt es der DHV an der erforderlichen Homogenit\u00e4t und Kontinuit\u00e4t des selbst gew\u00e4hlten Tarifzust\u00e4ndigkeitsbereichs, die es rechtfertigen w\u00fcrden, in den im Zeitraum von 1950 bis zum Inkrafttreten der Satzung\u00a02014 geschlossenen Tarifvertr\u00e4gen ein erheblich tragf\u00e4higes Zeugnis ihrer gegenw\u00e4rtigen sozialen M\u00e4chtigkeit zu sehen <em>(vgl. ausf. dazu BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a084\u00a0ff., aaO)<\/em>. Der hiergegen ua. von der DHV erhobene Einwand, bei den Tarifvertr\u00e4gen habe es sich \u00fcberwiegend um solche in den von ihr damals und heute beanspruchten Zust\u00e4ndigkeiten f\u00fcr die Bereiche Banken, Handel, gesetzliche Krankenkassen und Versicherungen sowie f\u00fcr Arbeitnehmer in kaufm\u00e4nnisch-verwaltenden Berufen &#8211;\u00a0ihrem \u201eMarkenkern\u201c\u00a0&#8211; gehandelt, greift nicht durch. Er \u00fcbersieht, dass sich die DHV in Folge ihrer fortlaufenden Satzungs\u00e4nderungen sukzessive von einer strikt berufsgruppenbezogenen und damit branchenunabh\u00e4ngigen Arbeitnehmervereinigung zu einer Organisation gewandelt hat, die &#8211;\u00a0wie das statistisch untermauerte Zahlenwerk zeigt\u00a0&#8211; den ganz \u00fcberwiegenden Schwerpunkt ihres selbst gew\u00e4hlten Zust\u00e4ndigkeitsbereichs nunmehr berufsgruppenunabh\u00e4ngig auf unterschiedlichste Wirtschaftszweige oder ausgew\u00e4hlte Teile davon erstreckt. Der jetzige Organisationsbereich der DHV nach ihrer Satzung\u00a02014 ist erheblich disparat zusammengesetzt und zeichnet sich durch eine Vielzahl verschiedenster Bereiche aus. Eine derartige Entwicklung von einer ausschlie\u00dflich berufsgruppenbezogen ausgerichteten Zust\u00e4ndigkeit zu einer diverse Wirtschaftszweige oder Teile davon umfassenden schlie\u00dft die Annahme aus, die fr\u00fcheren Tarifvertragsabschl\u00fcsse der DHV betrafen einen f\u00fcr den gegenw\u00e4rtig beanspruchten Organisationsbereich relevanten Teil. Eine solche Relevanz kann nur gegeben sein, wenn sich die langj\u00e4hrig in der Vergangenheit erfolgte Teilnahme einer Arbeitnehmerorganisation am Tarifgeschehen ganz \u00fcberwiegend auf die von ihr damals wie heute weitgehend identisch beanspruchte &#8211;\u00a0fachliche und pers\u00f6nliche\u00a0&#8211; Zust\u00e4ndigkeit bezieht.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_76\">76<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>ee) Die seit Inkrafttreten der Satzung\u00a02014 von der DHV erzielten Tarifabschl\u00fcsse verm\u00f6gen ihre Tariff\u00e4higkeit f\u00fcr die Zeit ab dem 21.\u00a0April 2015 ebenfalls nicht zu belegen. Nach Angaben der DHV handelt es sich hierbei neben einigen Zuordnungstarifvertr\u00e4gen iSd. \u00a7\u00a03 Abs.\u00a01 BetrVG &#8211;\u00a0denen eine relevante indizielle Bedeutung f\u00fcr die Durchsetzungskraft einer Arbeitnehmervereinigung bereits deshalb kaum zukommt, weil sie gleicherma\u00dfen im Interesse des Arbeitgebers und der Arbeitnehmer liegen k\u00f6nnen <em>(vgl. schon BAG 14.\u00a0Dezember 2004 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 51\/03\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a0III\u00a02\u00a0e\u00a0bb\u00a0(2) der Gr\u00fcnde, BAGE\u00a0113, 82; 6.\u00a0Juni 2000 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 10\/99\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a0II\u00a02\u00a0b\u00a0aa\u00a0(2) der Gr\u00fcnde, BAGE\u00a095, 36)<\/em>\u00a0&#8211; und lediglich schuldrechtlich wirkenden Verhandlungsverpflichtungen um ungef\u00e4hr 580 tarifliche Vereinbarungen (einschlie\u00dflich der hierzu jeweils am selben Tag mit demselben sozialen Gegenspieler geschlossenen und daher indiziell nicht gesondert zu ber\u00fccksichtigenden Anlagen bzw. deren \u00c4nderungen), die bis Ende 2020 getroffen wurden.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_77\">77<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Diese Tarifabschl\u00fcsse verm\u00f6gen &#8211;\u00a0trotz ihrer Anzahl\u00a0&#8211; die soziale M\u00e4chtigkeit der DHV schon deshalb nicht zu indizieren, weil eine mitgliedervermittelte Durchsetzungsmacht bezogen auf ihre insgesamt oder in relevanten Teilbereichen nach der Satzung\u00a02014 beanspruchte Zust\u00e4ndigkeit nicht ersichtlich ist. Die Funktionsf\u00e4higkeit der Tarifautonomie ist nur dann gew\u00e4hrleistet, wenn nicht blo\u00df die Arbeitgeber-, sondern auch die Arbeitnehmerseite in der Lage ist, einen hinreichenden Druck auszu\u00fcben. Fehlt es hieran, weil die Arbeitnehmervereinigung in einem relevanten Teilbereich ihrer Zust\u00e4ndigkeit nicht \u00fcber eine mitgliederbezogene Durchsetzungskraft verf\u00fcgt, k\u00f6nnen auch die mit dem sozialen Gegenspieler geschlossenen Vereinbarungen nicht den Beleg daf\u00fcr erbringen, dass sie die notwendige soziale M\u00e4chtigkeit besitzt. Ohne ausreichendes Druckpotential besteht das Risiko, dass die Arbeitgeberseite auf das Verhandlungsangebot einer Arbeitnehmervereinigung blo\u00df deshalb eingeht, um die Arbeitsbedingungen der nichtorganisierten Arbeitnehmer durch vertragliche Bezugnahmeklausel auf die tariflichen Bestimmungen zu regeln und sie damit nach \u00a7\u00a0310 Abs.\u00a04 BGB einer Angemessenheitskontrolle zu entziehen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_78\">78<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Im \u00dcbrigen verschlie\u00dfen sich die von der DHV seit Februar 2015 geschlossenen Tarifvertr\u00e4ge einer Belegwirkung f\u00fcr deren soziale M\u00e4chtigkeit f\u00fcr die Zeit ab dem 21.\u00a0April 2015 auch deshalb, weil sie erst nach Inkrafttreten der Satzung\u00a02014 zustande gekommen sind und sich demnach auf einen zeitlich \u00fcberschaubaren Zeitraum beziehen. Grunds\u00e4tzlich kann die Durchsetzungskraft einer Arbeitnehmerorganisation gegenwarts- und zukunftsbezogen nur ausnahmsweise durch eine dauerhafte, \u00fcber mehrere Jahrzehnte in der Vergangenheit erfolgte Beteiligung am Prozess der tariflichen Regelung von Arbeitsbedingungen indiziert werden. Eine Tariff\u00e4higkeit entsteht nicht durch den Abschluss von Tarifvertr\u00e4gen, sondern ist f\u00fcr deren Wirksamkeit Voraussetzung <em>(vgl. auch BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a080, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>. Aus der Vereinbarung von Tarifvertr\u00e4gen kann daher f\u00fcr sich genommen nicht der Schluss gezogen werden, dass die Arbeitnehmerkoalition zu diesem Zeitpunkt auch tariff\u00e4hig ist; dazu bedarf es vielmehr einer erheblichen zeitlichen Kontinuit\u00e4t, die ausschlie\u00dft, dass die Arbeitnehmervereinigung nur um den Abschluss eines Tarifvertrags zu erwirken, sich dem Willen der Arbeitgeberseite unterwirft. Dar\u00fcber hinaus ist zu ber\u00fccksichtigen, dass es sich bei den genannten Tarifvertr\u00e4gen um solche handelt, die nach Einleitung des Verfahrens zur Feststellung der Tariff\u00e4higkeit iSv. \u00a7\u00a097 ArbGG geschlossen wurden. Derartigen Tarifabschl\u00fcssen kann bei einer Arbeitnehmervereinigung, die &#8211;\u00a0wie vorliegend die DHV\u00a0&#8211; \u00fcber eine nicht hinreichende, mitgliedervermittelte Organisationsst\u00e4rke verf\u00fcgt, keine ausschlaggebende Indizwirkung f\u00fcr deren soziale M\u00e4chtigkeit zukommen. Mit der grundrechtlichen Garantie der Tarifautonomie wird den Tarifpartnern ein Freiraum einger\u00e4umt, in dem sie ihre Interessengegens\u00e4tze in eigener Verantwortung austragen k\u00f6nnen und die M\u00f6glichkeit haben &#8211;\u00a0im Sinne der Tarifvertr\u00e4gen zukommenden Angemessenheitsvermutung\u00a0&#8211; sinnvolle Wirtschafts- und Arbeitsbedingungen auszuhandeln. Ziel des damit verb\u00fcrgten kollektiven Vertragssystems ist es, die strukturelle Unterlegenheit der einzelnen Arbeitnehmer zu \u00fcberwinden. Die ausschlaggebende Ber\u00fccksichtigung auch solcher Tarifvertr\u00e4ge, die eine in ihrem beanspruchten Organisationsbereich nicht ausreichend repr\u00e4sentierte Arbeitnehmervereinigung w\u00e4hrend eines laufenden Verfahrens nach \u00a7\u00a02a Abs.\u00a01 Nr.\u00a04 ArbGG schlie\u00dft, birgt typischerweise die Gefahr, dass diese sich auf deren Abschluss bereits deswegen einl\u00e4sst, weil sie sich hiervon eine indizielle Bedeutung f\u00fcr den Ausgang des Tariff\u00e4higkeitsverfahrens verspricht. K\u00e4me solchen Tarifabschl\u00fcssen entscheidende Indizwirkung f\u00fcr eine soziale M\u00e4chtigkeit der Arbeitnehmerkoalition zu, k\u00f6nnte nicht ausgeschlossen werden, dass die Funktionsf\u00e4higkeit der Tarifautonomie beeintr\u00e4chtigt w\u00fcrde.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_79\">79<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Entgegen der Ansicht der DHV ist auch ihr sonstiges Vorbringen nicht geeignet, ihre soziale M\u00e4chtigkeit zu belegen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_80\">80<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Im Rahmen der erforderlichen Gesamtw\u00fcrdigung k\u00f6nnen die von ihr angef\u00fchrten, bei Betriebsrats-, Personalrats- und Aufsichtsratswahlen errungenen Mandate nicht ber\u00fccksichtigt werden. Denn diese besagen nichts \u00fcber die Verbandsmacht der DHV <em>(vgl. f\u00fcr Betriebsratsmandate BAG 14.\u00a0M\u00e4rz 1978 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 2\/76\u00a0&#8211; zu\u00a0IV\u00a06 der Gr\u00fcnde)<\/em>, welche sich nicht betriebs- oder dienststellenbezogen bemisst und angesichts der Satzung\u00a02014 auch nicht unternehmensbezogen determiniert ist <em>(vgl. BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a097, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_81\">81<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Auch die Berufung von Mitgliedern der DHV zu ehrenamtlichen Richtern in der Arbeits- und Sozialgerichtsbarkeit l\u00e4sst keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf ihre Tariff\u00e4higkeit zu. Dies folgt schon daraus, dass hierf\u00fcr nach \u00a7\u00a020 Abs.\u00a02 ArbGG, \u00a7\u00a014 Abs.\u00a01 Satz\u00a02 SGG neben Gewerkschaften auch selbst\u00e4ndige Vereinigungen von Arbeitnehmern mit sozial- oder berufspolitischer Zwecksetzung vorschlagsberechtigt sind <em>(vgl. BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a097, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_82\">82<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>cc) Die Mitgliedschaften der DHV in der europ\u00e4ischen Organisation CESI (\u201eConf\u00e9d\u00e9ration Europ\u00e9enne des Syndicats Ind\u00e9pendants\u201c &#8211; Europ\u00e4ische Union der Unabh\u00e4ngigen Gewerkschaften) und der Weltorganisation der Arbeitnehmer (WOW &#8211; \u201eWorld Organization of Workers\u201c) geben f\u00fcr die nach nationalem Recht zu entscheidende Frage, ob sie eine tariff\u00e4hige Arbeitnehmerkoalition ist, ebenfalls nichts her <em>(vgl. BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a097, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>. Es sind keine Anhaltspunkte daf\u00fcr ersichtlich, dass diese Mitgliedschaften die DHV bef\u00e4higen w\u00fcrden, bei Tarifverhandlungen in der Bundesrepublik Deutschland einen ausreichenden Druck aus\u00fcben zu k\u00f6nnen <em>(vgl. BVerfG 20.\u00a0Oktober 1981 &#8211;\u00a01\u00a0BvR 404\/78\u00a0&#8211; zu\u00a0B\u00a0I\u00a03\u00a0f der Gr\u00fcnde, BVerfGE\u00a058, 233)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_83\">83<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>dd) Keine Aussagekraft \u00fcber die Durchsetzungsm\u00e4chtigkeit hat zudem die von der DHV vorgebrachte Anerkennung ihrer Gewerkschaftseigenschaft durch Vertreter oder Repr\u00e4sentanten von Regierungen und Parteien. Die Tariff\u00e4higkeit muss tats\u00e4chlich vorliegen. Subjektive Einsch\u00e4tzungen oder politische Anerkennungen sind ohne Bedeutung <em>(BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a097, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_84\">84<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>ee) Kein Beleg f\u00fcr die soziale M\u00e4chtigkeit der DHV sind schlie\u00dflich die von ihr angef\u00fchrten Betriebs- und Bundesfachgruppen, die unterschiedlichen von ihr herausgegebenen Informationsmaterialien sowie ihre sonstigen &#8211;\u00a0zum Teil f\u00fcr bestimmte Bereiche bzw. einzelne Arbeitgeber ausf\u00fchrlich dargelegten\u00a0&#8211; \u201egewerkschaftlichen\u201c Aktivit\u00e4ten. Auch diese erm\u00f6glichen &#8211;\u00a0ebenso wie ihre ehrenamtlichen Funktionstr\u00e4ger und Multiplikatoren\u00a0&#8211; keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf eine hinreichende Durchsetzungsf\u00e4higkeit der DHV im Sinne einer Verbandsmacht gegen\u00fcber den tariflichen Gegenspielern.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_85\">85<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>6. Soweit der Beteiligte zu\u00a011. &#8211;\u00a0wie sein Verfahrensbevollm\u00e4chtigter in der Anh\u00f6rung vor dem Senat klargestellt hat\u00a0&#8211; mit seinem Verlangen, die fehlende Tariff\u00e4higkeit der DHV erst mit Rechtskraft der Entscheidung des Senats festzustellen, eine Gew\u00e4hrung von Vertrauensschutz f\u00fcr seine Mitglieder erstrebt, blieb dies erfolglos. Zwar handelte es sich bei diesem erstmals in der Rechtsbeschwerde hilfsweise angebrachten Begehren nicht um eine unzul\u00e4ssige Erweiterung des Verfahrensgegenstands. Denn der auf die Feststellung der Tarifunf\u00e4higkeit ab einem bestimmten &#8211;\u00a0vor dem Schluss der letzten m\u00fcndlichen Anh\u00f6rung vor Gericht liegenden\u00a0&#8211; Zeitpunkt gerichtete Antrag umfasst als Weniger immer die Pr\u00fcfung, ob die Tariff\u00e4higkeit ggf. erst ab einem sp\u00e4teren Zeitpunkt und damit sp\u00e4testens mit Rechtskraft der letztinstanzlichen Entscheidung fehlt. Die Gew\u00e4hrung von Vertrauensschutz f\u00fcr eine Tariff\u00e4higkeit der DHV vom 21.\u00a0April 2015 bis zur zweiten Anh\u00f6rung vor dem Senat am 22.\u00a0Juni 2021 schied aber schon deshalb aus, weil die hierf\u00fcr erforderlichen Voraussetzungen nicht vorlagen. Ein Vertrauenstatbestand kann allenfalls durch eine gefestigte h\u00f6chstrichterliche Rechtsprechung begr\u00fcndet werden <em>(vgl. ausf. dazu BAG 12.\u00a0Juni 2019 &#8211;\u00a07\u00a0AZR 477\/17\u00a0&#8211; Rn.\u00a033)<\/em>. Hieran fehlt es. Zudem w\u00e4re ein etwaiges Vertrauen in die Tariff\u00e4higkeit der DHV bis zur Entscheidung des Senats nicht schutzw\u00fcrdig, da das vorliegende Verfahren bereits seit 2013 rechtsh\u00e4ngig war.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_86\">86<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>V. Das Verfahren war nicht im Hinblick auf die Einholung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts nach Art.\u00a0100 GG oder die Durchf\u00fchrung eines Vorabentscheidungsverfahrens vor dem Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union nach Art.\u00a0267 AEUV auszusetzen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_87\">87<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Die Voraussetzungen eines Normenkontrollverfahrens nach Art.\u00a0100 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Alt.\u00a02 GG liegen weder in Bezug auf die h\u00f6chstrichterlichen Grunds\u00e4tze zu den Anforderungen an die Tariff\u00e4higkeit einer Arbeitnehmervereinigung noch hinsichtlich \u00a7\u00a097 iVm. \u00a7\u00a02a Abs.\u00a01 Nr.\u00a04 ArbGG vor. Dies hat der Senat in seinem das vorliegende Verfahren betreffenden Beschluss vom 26.\u00a0Juni 2018 <em>(-\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a099 bis\u00a0104, BAGE\u00a0163, 108)<\/em> bereits ausf\u00fchrlich begr\u00fcndet. Die Rechtsbeschwerdef\u00fchrer bzw. der Beteiligte zu\u00a06. haben nach der Zur\u00fcckverweisung des Verfahrens an das Beschwerdegericht keine neuen Erw\u00e4gungen vorgebracht, die eine andere Entscheidung rechtfertigen k\u00f6nnten.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_88\">88<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Eine Vorlage an den Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (Gerichtshof) nach Art.\u00a0267 Abs.\u00a03 AEUV ist ebenfalls nicht geboten <em>(siehe dazu auch schon BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a0105 bis\u00a0108, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_89\">89<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Eine Vorlagepflicht des Senats als national letztinstanzlichem Gericht besteht nach Art.\u00a0267 Abs.\u00a03 AEUV, wenn sich in dem Verfahren eine Frage des Unionsrechts stellt, diese entscheidungserheblich ist und nicht bereits Gegenstand einer Auslegung durch den Gerichtshof war (\u201eacte \u00e9clair\u00e9\u201c) oder die richtige Anwendung des Unionsrechts nicht derart offenkundig ist, dass f\u00fcr einen vern\u00fcnftigen Zweifel keinerlei Raum bleibt (\u201eacte clair\u201c) <em>(vgl. EuGH 15.\u00a0September 2005 &#8211;\u00a0C-495\/03\u00a0&#8211; [Intermodal Transports] Rn.\u00a033)<\/em>. Unterf\u00e4llt ein Sachverhalt nicht dem Unionsrecht und geht es auch nicht um die Anwendung nationaler Regelungen, mit denen Unionsrecht durchgef\u00fchrt wird, ist der Gerichtshof nicht zust\u00e4ndig <em>(BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a0106 mwN, BAGE\u00a0163, 108)<\/em>. Dessen Zust\u00e4ndigkeit beschr\u00e4nkt sich auf die Pr\u00fcfung der Bestimmungen des Unionsrechts <em>(EuGH 1.\u00a0M\u00e4rz 2011 &#8211;\u00a0C-457\/09\u00a0&#8211; [Chartry] Rn.\u00a021\u00a0ff.)<\/em>. Als Ankn\u00fcpfungspunkt kommt grunds\u00e4tzlich das gesamte unionsrechtliche Prim\u00e4r- und Sekund\u00e4rrecht in Betracht <em>(BAG 26.\u00a0Juni 2018 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 37\/16\u00a0&#8211; aaO)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_90\">90<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Danach fehlt es vorliegend an einem unionsrechtlichen Ankn\u00fcpfungspunkt. Das Verfahren wirft keine entscheidungserhebliche unionsrechtliche Rechtsfrage auf. Sofern das insoweit vom Beteiligten zu\u00a011. angeregte Vorabentscheidungsersuchen sich auch auf Art.\u00a028 GRC beziehen sollte, findet diese unionsrechtliche Vorgabe &#8211;\u00a0wie bereits ausgef\u00fchrt\u00a0&#8211; keine Anwendung.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_91\">91<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>VI. Die von den Rechtsbeschwerdef\u00fchrern erhobenen Verfahrensr\u00fcgen greifen nicht durch.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_92\">92<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Die Voraussetzungen des nach \u00a7\u00a093 Abs.\u00a01 Satz\u00a01, \u00a7\u00a092 Abs.\u00a02 Satz\u00a01, \u00a7\u00a072 Abs.\u00a05 ArbGG auch im Beschlussverfahren anwendbaren absoluten \u201eRevisions\u201cgrunds nach \u00a7\u00a0547 Nr.\u00a06 ZPO liegen nicht vor. Entgegen der Ansicht der DHV stellt der angefochtene Beschluss des Beschwerdegerichts keine Entscheidung ohne Gr\u00fcnde dar. Eine Entscheidung ist iSd. \u00a7\u00a0547 Nr.\u00a06 ZPO nur dann \u201enicht mit Gr\u00fcnden versehen\u201c, wenn aus ihr nicht zu erkennen ist, welche tats\u00e4chlichen Feststellungen und rechtlichen Erw\u00e4gungen f\u00fcr die getroffene Entscheidung ma\u00dfgebend waren oder auf welchen \u00dcberlegungen diese beruht <em>(vgl. etwa BAG 21.\u00a0Oktober 2014 &#8211;\u00a01\u00a0ABR 10\/13\u00a0&#8211; Rn.\u00a011 mwN)<\/em>. Das ist vorliegend nicht der Fall.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_93\">93<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Die vom Beteiligten zu\u00a011. erhobene R\u00fcge einer Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh\u00f6r wegen Zustellung der von der DHV eingereichten Rechtsbeschwerdebegr\u00fcndung erst am Tag des Fristablaufs zur Begr\u00fcndung der von ihm eingelegten Rechtsbeschwerde ist unzul\u00e4ssig. Ungeachtet dessen, dass sich der Beteiligte zu\u00a011. den Inhalt der Rechtsbeschwerdebegr\u00fcndung der DHV ausdr\u00fccklich zu eigen gemacht hat, war es ihm nicht verwehrt, hierzu noch nach Fristablauf Stellung zu nehmen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_94\">94<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Auf die \u00fcbrigen von der DHV erhobenen Verfahrensr\u00fcgen gegen die angefochtene Entscheidung kam es nach alledem nicht mehr an.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Schmidt\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0K.\u00a0Schmidt\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Ahrendt\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Hayen\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Dr.\u00a0Ronny Schimmer\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KARE600062794&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BAG_1_ABR_28-20_KARE600062794.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die DHV &#8211; Die Berufsgewerkschaft e. 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