{"id":794481,"date":"2026-05-01T03:17:53","date_gmt":"2026-05-01T01:17:53","guid":{"rendered":"https:\/\/kohenavocats.com\/jurisprudences\/bundesarbeitsgericht-9-senat-eugh-vorlage-2020-07-07-9-azr-245-19-a-2\/"},"modified":"2026-05-01T03:17:53","modified_gmt":"2026-05-01T01:17:53","slug":"bundesarbeitsgericht-9-senat-eugh-vorlage-2020-07-07-9-azr-245-19-a-2","status":"publish","type":"kji_decision","link":"https:\/\/kohenavocats.com\/zh-hans\/jurisprudences\/bundesarbeitsgericht-9-senat-eugh-vorlage-2020-07-07-9-azr-245-19-a-2\/","title":{"rendered":"Bundesarbeitsgericht, 9. Senat, EuGH-Vorlage, 2020-07-07, 9 AZR 245\/19 (A)"},"content":{"rendered":"<div class=\"kji-decision\">\n<div class=\"kji-full-text\">\n<h3>Tenor<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:54pt\">I. Der Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union wird nach Art.\u00a0267 AEUV um Vorabentscheidung \u00fcber folgende Fragen ersucht:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:72pt\">1. Stehen Art.\u00a07 RL\u00a02003\/88\/EG des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 4.\u00a0November 2003 \u00fcber bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung und Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta der Grundrechte der Europ\u00e4ischen Union der Auslegung einer nationalen Regelung wie \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG entgegen, der zufolge der bisher nicht erf\u00fcllte Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub eines Arbeitnehmers, bei dem im Verlauf des Urlaubsjahres aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden eine volle Erwerbsminderung eintritt, der den Urlaub aber vor Beginn seiner Erwerbsminderung im Urlaubsjahr &#8211;\u00a0zumindest teilweise\u00a0&#8211; noch h\u00e4tte nehmen k\u00f6nnen, bei ununterbrochen fortbestehender Erwerbsminderung 15\u00a0Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres auch in dem Fall erlischt, in dem der Arbeitgeber den Arbeitnehmer nicht durch entsprechende Aufforderung und Hinweise tats\u00e4chlich in die Lage versetzt hat, seinen Urlaubsanspruch auszu\u00fcben?<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:72pt\">2. Sofern die Frage zu\u00a01. bejaht wird: Ist unter diesen Voraussetzungen bei fortbestehender voller Erwerbsminderung auch ein Verfall zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt ausgeschlossen?<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<p style=\"margin-left:54pt\">II. Das Revisionsverfahren wird bis zur Entscheidung des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union \u00fcber das Vorabentscheidungsverfahren ausgesetzt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<h3>Gr\u00fcnde<\/h3>\n<div>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_1\">1<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Das Vorabentscheidungsersuchen betrifft die Auslegung von Art.\u00a07 Abs.\u00a01 RL\u00a02003\/88\/EG des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 4.\u00a0November 2003 \u00fcber bestimmte Aspekte der Arbeitszeitgestaltung (Richtlinie\u00a02003\/88\/EG) und Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta der Grundrechte der Europ\u00e4ischen Union (Charta).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_2\">2<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\n                  <strong>A. Gegenstand des Ausgangsverfahrens<\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_3\">3<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Parteien streiten \u00fcber das Bestehen von Urlaubsanspr\u00fcchen des Kl\u00e4gers aus dem Jahr 2010, 2011 und 2014. F\u00fcr das vorliegende Vorabentscheidungsverfahren ist lediglich der Urlaub aus dem Jahr 2014 von Bedeutung. Hinsichtlich der Urlaubsanspr\u00fcche aus den Jahren 2010 und 2011 wird die Revision bereits deshalb zur\u00fcckzuweisen sein, weil die Berufung des Kl\u00e4gers insoweit mangels einer den gesetzlichen Anforderungen entsprechenden Begr\u00fcndung unzul\u00e4ssig war und deshalb unionsrechtliche Fragestellungen insoweit nicht entscheidungserheblich sind.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_4\">4<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Der als schwerbehinderter Mensch anerkannte Kl\u00e4ger ist seit dem Jahr 2000 als Frachtfahrer bei der Beklagten besch\u00e4ftigt. Seit dem 1. Dezember 2014 bezieht er Rente wegen voller Erwerbsminderung, die zuletzt bis August 2019 verl\u00e4ngert wurde. Er hat &#8211;\u00a0soweit f\u00fcr das Vorabentscheidungsverfahren von Relevanz\u00a0&#8211; geltend gemacht, ihm st\u00fcnden gegen die Beklagte noch 34\u00a0Arbeitstage Urlaub aus dem Jahr 2014 zu. Diese Anspr\u00fcche seien nicht verfallen, weil die Beklagte ihren Obliegenheiten, an der Gew\u00e4hrung und Inanspruchnahme von Urlaub mitzuwirken, nicht nachgekommen sei. Die Beklagte hat demgegen\u00fcber die Auffassung vertreten, der im Jahr 2014 nicht genommene Urlaub des Kl\u00e4gers sei mit Ablauf des 31.\u00a0M\u00e4rz 2016 erloschen. Sei ein Arbeitnehmer &#8211;\u00a0wie vorliegend der Kl\u00e4ger aufgrund der vollen Erwerbsminderung\u00a0&#8211; aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden langandauernd au\u00dferstande, seinen Urlaub anzutreten, trete der Verfall 15\u00a0Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres unabh\u00e4ngig von der Erf\u00fcllung der Mitwirkungsobliegenheiten ein.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_5\">5<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Vorinstanzen haben die Klage abgewiesen. Mit der Revision verfolgt der Kl\u00e4ger sein Klageziel weiter.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_6\">6<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\n                  <strong>B. Das einschl\u00e4gige nationale Recht<\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_7\">7<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Im Bundesurlaubsgesetz, das auf das Arbeitsverh\u00e4ltnis der Parteien Anwendung findet, hei\u00dft es ua.:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u201e<strong>\u00a7\u00a07<\/strong>\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\n                           <strong>Zeitpunkt, \u00dcbertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs<\/strong>\n                        <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">(1)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubsw\u00fcnsche des Arbeitnehmers zu ber\u00fccksichtigen, es sei denn, dass ihrer Ber\u00fccksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubsw\u00fcnsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen. Der Urlaub ist zu gew\u00e4hren, wenn der Arbeitnehmer dies im Anschluss an eine Ma\u00dfnahme der medizinischen Vorsorge oder Rehabilitation verlangt.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">(2)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Der Urlaub ist zusammenh\u00e4ngend zu gew\u00e4hren, es sei denn, dass dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gr\u00fcnde eine Teilung des Urlaubs erforderlich machen. Kann der Urlaub aus diesen Gr\u00fcnden nicht zusammenh\u00e4ngend gew\u00e4hrt werden, und hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Urlaub von mehr als zw\u00f6lf Werktagen, so muss einer der Urlaubsteile mindestens zw\u00f6lf aufeinanderfolgende Werktage umfassen.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">(3)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Der Urlaub muss im laufenden Kalenderjahr gew\u00e4hrt und genommen werden. Eine \u00dcbertragung des Urlaubs auf das n\u00e4chste Kalenderjahr ist nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gr\u00fcnde dies rechtfertigen. Im Fall der \u00dcbertragung muss der Urlaub in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahres gew\u00e4hrt und genommen werden. Auf Verlangen des Arbeitnehmers ist ein nach \u00a7\u00a05 Abs.\u00a01 Buchstabe\u00a0a entstehender Teilurlaub jedoch auf das n\u00e4chste Kalenderjahr zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">(4)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses ganz oder teilweise nicht mehr gew\u00e4hrt werden, so ist er abzugelten.\u201c<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_8\">8<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Im Sozialgesetzbuch Sechstes Buch &#8211;\u00a0Gesetzliche Rentenversicherung\u00a0&#8211; (SGB\u00a0VI) hei\u00dft es auszugsweise:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u201e<strong>\u00a7\u00a043 Rente wegen Erwerbsminderung<\/strong>\n                        <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"3\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u2026\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">(2)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Versicherte haben bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze Anspruch auf Rente wegen voller Erwerbsminderung, wenn sie<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">voll erwerbsgemindert sind,<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">in den letzten f\u00fcnf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre Pflichtbeitr\u00e4ge f\u00fcr eine versicherte Besch\u00e4ftigung oder T\u00e4tigkeit haben und<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">3.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">vor Eintritt der Erwerbsminderung die allgemeine Wartezeit erf\u00fcllt haben.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen Krankheit oder Behinderung auf nicht absehbare Zeit au\u00dferstande sind, unter den \u00fcblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden t\u00e4glich erwerbst\u00e4tig zu sein. Voll erwerbsgemindert sind auch<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">1.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Versicherte nach \u00a7 1 Satz 1 Nr. 2, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt t\u00e4tig sein k\u00f6nnen, und<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">2.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Versicherte, die bereits vor Erf\u00fcllung der allgemeinen Wartezeit voll erwerbsgemindert waren, in der Zeit einer nicht erfolgreichen Eingliederung in den allgemeinen Arbeitsmarkt.\u201c<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_9\">9<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\n                  <strong>C. Einschl\u00e4gige Vorschriften des Unionsrechts<\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_10\">10<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Die Richtlinie\u00a02003\/88\/EG lautet auszugsweise:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u201e<strong>Artikel\u00a07<\/strong>\n                        <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\n                           <strong>Jahresurlaub<\/strong>\n                        <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">(1) Die Mitgliedstaaten treffen die erforderlichen Ma\u00dfnahmen, damit jeder Arbeitnehmer einen bezahlten Mindestjahresurlaub von vier Wochen nach Ma\u00dfgabe der Bedingungen f\u00fcr die Inanspruchnahme und die Gew\u00e4hrung erh\u00e4lt, die in den einzelstaatlichen Rechtsvorschriften und\/oder nach den einzelstaatlichen Gepflogenheiten vorgesehen sind.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">(2) Der bezahlte Mindestjahresurlaub darf au\u00dfer bei Beendigung des Arbeitsverh\u00e4ltnisses nicht durch eine finanzielle Verg\u00fctung ersetzt werden.\u201c<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_11\">11<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>In der Charta der Grundrechte der Europ\u00e4ischen Union hei\u00dft es ua.:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u201e<strong>Artikel\u00a031<\/strong>\n                        <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\n                           <strong>Gerechte und angemessene Arbeitsbedingungen<\/strong>\n                        <\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">\u2026\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">(2)\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:justify\">Jede Arbeitnehmerin und jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf eine Begrenzung der H\u00f6chstarbeitszeit, auf t\u00e4gliche und w\u00f6chentliche Ruhezeiten sowie auf bezahlten Jahresurlaub.\u201c<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_12\">12<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\n                  <strong>D. Nationale Rechtsprechung<\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_13\">13<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>I. Der gesetzliche Mindesturlaub entsteht gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a7\u00a01, 3 Abs.\u00a01 BUrlG f\u00fcr das Kalenderjahr als Urlaubsjahr und muss nach \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 BUrlG im laufenden Kalenderjahr gew\u00e4hrt und genommen werden. Eine \u00dcbertragung des Urlaubs auf das n\u00e4chste Kalenderjahr ist nach \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 BUrlG nur statthaft, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gr\u00fcnde dies rechtfertigen. Im Fall der \u00dcbertragung muss der Urlaub nach \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 BUrlG grunds\u00e4tzlich in den ersten drei Monaten des folgenden Kalenderjahrs gew\u00e4hrt und genommen werden; andernfalls erlischt er nach \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 BUrlG. Das Bundesarbeitsgericht hat diese Bestimmungen unter Beachtung der Entscheidungen des Gerichtshofs unter zwei Aspekten richtlinienkonform ausgelegt:<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_14\">14<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Im Anschluss an die Entscheidung des Gerichtshofs vom 6.\u00a0November 2018 <em>(-\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften])<\/em> zu Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG sowie zu Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta hat das Bundesarbeitsgericht erkannt, dass bei einer mit Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG konformen Auslegung von \u00a7\u00a07 BUrlG der Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub grunds\u00e4tzlich nur dann am Ende des Kalenderjahres <em>(\u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 Satz\u00a01 BUrlG)<\/em> oder eines zul\u00e4ssigen \u00dcbertragungszeitraums <em>(\u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 Satz\u00a02 und Satz\u00a04 BUrlG)<\/em> erlischt, wenn der Arbeitgeber den Arbeitnehmer zuvor in die Lage versetzt hat, seinen Urlaubsanspruch wahrzunehmen, und der Arbeitnehmer den Urlaub dennoch aus freien St\u00fccken nicht genommen hat.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_15\">15<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) In richtlinienkonformer Auslegung von \u00a7\u00a07 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BUrlG trifft den Arbeitgeber die Initiativlast bei der Verwirklichung des Urlaubsanspruchs. Die Befristung des Urlaubsanspruchs nach \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG setzt grunds\u00e4tzlich voraus, dass der Arbeitgeber konkret und in v\u00f6lliger Transparenz daf\u00fcr Sorge tr\u00e4gt, dass der Arbeitnehmer tats\u00e4chlich in der Lage ist, seinen bezahlten Jahresurlaub zu nehmen. Dazu muss er den Arbeitnehmer &#8211;\u00a0erforderlichenfalls f\u00f6rmlich\u00a0&#8211; auffordern, seinen Urlaub zu nehmen, und ihm klar und rechtzeitig mitteilen, dass der Urlaub mit Ablauf des Kalenderjahres oder \u00dcbertragungszeitraums verf\u00e4llt, wenn er ihn nicht beantragt<em> (BAG 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a039\u00a0ff., BAGE\u00a0165, 376)<\/em>. Zudem darf der Arbeitgeber, will er seinen Mitwirkungsobliegenheiten gen\u00fcgen, den Arbeitnehmer nicht in sonstiger Weise daran hindern, den Urlaub in Anspruch zu nehmen <em>(vgl. EuGH 29.\u00a0November 2017 &#8211;\u00a0C-214\/16\u00a0&#8211; [King] Rn.\u00a037\u00a0ff. mwN, 65; sh. auch 6.\u00a0November 2018 &#8211;\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften] Rn.\u00a041\u00a0f.; BAG 21.\u00a0Mai 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 579\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a050; 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a040, BAGE\u00a0165, 376)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_16\">16<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Hat der Arbeitgeber seinen Mitwirkungsobliegenheiten nicht entsprochen, tritt der am 31.\u00a0Dezember des Urlaubsjahres nicht verfallene Urlaub zu dem Urlaubsanspruch hinzu, der am 1.\u00a0Januar des Folgejahres entsteht. F\u00fcr ihn gelten, wie f\u00fcr den neu entstandenen Urlaubsanspruch, die Regelungen des \u00a7\u00a07 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 und Abs.\u00a03 BUrlG. Der Arbeitgeber kann deshalb das uneingeschr\u00e4nkte Kumulieren von Urlaubsanspr\u00fcchen aus mehreren Jahren dadurch vermeiden, dass er seine Mitwirkungsobliegenheiten f\u00fcr den Urlaub aus zur\u00fcckliegenden Urlaubsjahren im aktuellen Urlaubsjahr nachholt. Nimmt der Arbeitnehmer in einem solchen Fall den kumulierten Urlaubsanspruch im laufenden Urlaubsjahr nicht wahr, obwohl es ihm m\u00f6glich gewesen w\u00e4re, verf\u00e4llt der Urlaub am Ende des Kalenderjahres bzw. eines (zul\u00e4ssigen) \u00dcbertragungszeitraums <em>(<\/em><br \/>\n                  <em>grundl. BAG 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a044<\/em><br \/>\n                  <em>, BAGE\u00a0165, 376)<\/em>. Die Entscheidungen des Bundesarbeitsgerichts bezogen sich jeweils auf Sachverhalte, in denen die Arbeitnehmer nicht voll erwerbsgemindert waren.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_17\">17<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Das Bundesarbeitsgericht hat au\u00dferdem unter Beachtung der Rechtsprechung des Gerichtshofs vom 20.\u00a0Januar 2009<em> (-\u00a0C-350\/06 und C-520\/06\u00a0&#8211; [Schultz-Hoff] Rn.\u00a043, 49) <\/em>und vom 22.\u00a0November 2011 <em>(-\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS] Rn.\u00a028, 38, 44; best\u00e4tigt durch EuGH 29.\u00a0November 2017 &#8211;\u00a0C-214\/16\u00a0&#8211; [King] Rn.\u00a055\u00a0ff. und zuletzt 25.\u00a0Juni 2020 &#8211;\u00a0C-762\/18 und C-37\/19\u00a0&#8211; [Varhoven kasatsionen sad na Republika Bulgaria] Rn.\u00a071\u00a0ff.)<\/em> entschieden, dass der gesetzliche Urlaub nach \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG nicht verf\u00e4llt, wenn der Arbeitnehmer bis zum Ende des Urlaubsjahres und\/oder des \u00dcbertragungszeitraums krankheitsbedingt arbeitsunf\u00e4hig ist und es ihm deshalb nicht m\u00f6glich ist, den Urlaub zu nehmen. Der aufrechterhaltene Urlaubsanspruch tritt in diesem Fall zu dem im Folgejahr entstandenen Urlaubsanspruch hinzu und ist damit erneut nach \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG befristet. Er erlischt allerdings bei fortdauernder Arbeitsunf\u00e4higkeit 15\u00a0Monate nach dem Ende des Urlaubsjahres <em>(grundl. BAG <\/em><br \/>\n                  <em>7.\u00a0August 2012 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 353\/10\u00a0&#8211; Rn.\u00a023, 32\u00a0ff., BAGE\u00a0142, 371<\/em><br \/>\n                  <em>; vgl. auch 16.\u00a0Oktober 2012 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 63\/11\u00a0&#8211; Rn.\u00a09; 18.\u00a0M\u00e4rz 2014 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 669\/12\u00a0&#8211; Rn.\u00a014)<\/em>. Der Senat hat diese Rechtsprechung auch in F\u00e4llen angewendet, in denen der Arbeitnehmer eine Rente wegen Erwerbsminderung bezogen hat <em>(vgl. BAG 16.\u00a0Juli 2013 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 914\/11\u00a0&#8211; Rn.\u00a025\u00a0f.)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_18\">18<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>II. Im Nachgang zur Entscheidung des Gerichtshofs vom 6.\u00a0November 2018 <em>(-\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften])<\/em> bedurfte es bisher noch keiner Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts dar\u00fcber, ob und in welchen F\u00e4llen Urlaubsanspr\u00fcche voll erwerbsgeminderter Arbeitnehmer bei fortdauernder Arbeitsunf\u00e4higkeit 15\u00a0Monate nach dem Ende des Urlaubsjahres erl\u00f6schen <em>(vgl<\/em><br \/>\n                  <em>. BAG 22.\u00a0Oktober 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 98\/19\u00a0&#8211; Rn.\u00a023; 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a015<\/em><br \/>\n                  <em>, BAGE\u00a0165, 376)<\/em>. Mit dem Gerichtshof geht das Bundesarbeitsgericht davon aus, dass ein Erl\u00f6schen von Urlaubsanspr\u00fcchen in F\u00e4llen, in denen es dem Arbeitnehmer nicht m\u00f6glich war, den Urlaub zu nehmen, nur ausnahmsweise in Betracht kommt, wenn besondere Umst\u00e4nde vorliegen, die den Verfall des Urlaubs rechtfertigen <em>(vgl. EuGH <\/em><br \/>\n                  <em>25.\u00a0Juni 2020 &#8211;\u00a0C-762\/18 und C-37\/19\u00a0&#8211; [Varhoven kasatsionen sad na Republika Bulgaria] Rn.\u00a073\u00a0ff.; BAG 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 321\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a055\u00a0ff.; 21.\u00a0Mai 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 579\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a050; 22.\u00a0Oktober 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 98\/19\u00a0&#8211; Rn.\u00a028)<\/em>. Solche besonderen Umst\u00e4nde bestehen nach der Rechtsprechung des Senats grunds\u00e4tzlich nicht, wenn der Arbeitnehmer nicht in der Lage war, seinen Urlaub zu nehmen, weil der Arbeitgeber seinen Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten nicht nachgekommen ist<em> (BAG 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a039\u00a0ff., BAGE\u00a0165, 376)<\/em>, oder weil er den Arbeitnehmer in sonstiger Weise daran gehindert hat, seinen Urlaubsanspruch zu realisieren <em>(vgl. im Einzelnen BAG 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 321\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a055\u00a0ff.; 21.\u00a0Mai 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 579\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a050; 22.\u00a0Oktober 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 98\/19\u00a0&#8211; Rn.\u00a028)<\/em>. Die vom Senat unter Ber\u00fccksichtigung der Rechtsprechung des Gerichtshofs entwickelten Rechtsgrunds\u00e4tze zum Verfall von Urlaubsanspr\u00fcchen bei unterlassener Mitwirkung des Arbeitgebers sind jedoch in F\u00e4llen der vollen Erwerbsminderung von Arbeitnehmern weiter aufeinander abzustimmen. In den folgenden Fallkonstellationen ist &#8211;\u00a0nach dem Verst\u00e4ndnis des Senats\u00a0&#8211; eine mit dem Unionsrecht in Einklang stehende Auslegung des \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG m\u00f6glich, ohne dass es insoweit einer Vorabentscheidung des Gerichtshofs bedarf.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_19\">19<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Hat der Arbeitgeber seine Mitwirkungsobliegenheiten rechtzeitig erf\u00fcllt, ist \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG unver\u00e4ndert richtlinienkonform dahin auszulegen, dass der gesetzliche Urlaubsanspruch eines seit Beginn oder im Verlauf des Urlaubsjahres arbeitsunf\u00e4hig erkrankten Arbeitnehmers bei ununterbrochen fortbestehender Arbeitsunf\u00e4higkeit 15\u00a0Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres verf\u00e4llt. Besteht die Arbeitsunf\u00e4higkeit bis zum 31.\u00a0M\u00e4rz des zweiten auf das Urlaubsjahr folgenden Jahres fort, liegen besondere Umst\u00e4nde vor, die die Befristung des Urlaubsanspruchs zum Schutz eines \u00fcberwiegenden Interesses des Arbeitgebers vor dem unbegrenzten Ansammeln von Urlaubsanspr\u00fcchen rechtfertigen, obwohl es dem erkrankten Arbeitnehmer nicht m\u00f6glich war, den Urlaubsanspruch zu verwirklichen. Dies ist durch das Urteil des Gerichtshofs vom 25.\u00a0Juni 2020<em> (-\u00a0C-762\/18 und C-37\/19\u00a0&#8211; [Varhoven kasatsionen sad na Republika Bulgaria] Rn.\u00a071\u00a0ff.)<\/em> gekl\u00e4rt <em>(vgl. hierzu auch EuGH 22.\u00a0November 2011 &#8211;\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS] Rn.\u00a0<\/em><br \/>\n                  <em>28, 38, 44; <\/em><br \/>\n                  <em>29.\u00a0November 2017 &#8211;\u00a0C-214\/16\u00a0&#8211; [King] Rn.\u00a055\u00a0ff.)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_20\">20<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Hat der Arbeitgeber seine Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten nicht erf\u00fcllt und war es dem Arbeitnehmer bis zum 31.\u00a0M\u00e4rz des zweiten auf das Urlaubsjahr folgenden Kalenderjahres allein aufgrund durchgehend bestehender krankheitsbedingter Arbeitsunf\u00e4higkeit nicht m\u00f6glich, den Urlaub zu nehmen, ist \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG richtlinienkonform dahin auszulegen, dass der Anspruch des Arbeitnehmers auf bezahlten Jahresurlaub erlischt. Dies betrifft den Urlaub f\u00fcr Urlaubsjahre, in denen der Arbeitnehmer durchgehend arbeitsunf\u00e4hig krank war und deshalb &#8211;\u00a0unabh\u00e4ngig davon, ob der Arbeitgeber seine Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten erf\u00fcllt hat\u00a0&#8211; \u00fcberhaupt keinen Urlaub nehmen konnte. Auch in diesem Fall ist von besonderen Umst\u00e4nden auszugehen, die den Verfall des Urlaubsanspruchs rechtfertigen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_21\">21<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Allerdings bestehen &#8211;\u00a0anders als von den Vorinstanzen im vorliegenden Rechtsstreit angenommen\u00a0&#8211; die Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten des Arbeitgebers regelm\u00e4\u00dfig auch, wenn und solange der Arbeitnehmer arbeitsunf\u00e4hig ist. Sie k\u00f6nnen ihren Zweck erf\u00fcllen, weil sich die Dauer der Erkrankung nicht von vornherein absehen l\u00e4sst.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_22\">22<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Dem Arbeitgeber ist es m\u00f6glich, den voll erwerbsgeminderten Arbeitnehmer entsprechend den gesetzlichen Vorgaben<em> (vgl. BAG 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a041, 43, BAGE\u00a0165, 376)<\/em> rechtzeitig und zutreffend \u00fcber den Umfang und die Befristung des Urlaubsanspruchs unter Ber\u00fccksichtigung des bei einer langandauernden Erkrankung geltenden \u00dcbertragungszeitraums zu unterrichten. Der Arbeitgeber ist nicht gehindert, den Arbeitnehmer rechtzeitig aufzufordern, den Urlaub bei Wiedererlangung seiner Erwerbsf\u00e4higkeit vor Ablauf des Urlaubsjahres oder des \u00dcbertragungszeitraums zur Vermeidung des Verfalls so rechtzeitig zu beantragen, dass er innerhalb des laufenden Urlaubsjahres oder des \u00dcbertragungszeitraums gew\u00e4hrt und genommen werden kann.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_23\">23<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Die Aufforderungen und Hinweise des Arbeitgebers sind auch nicht entbehrlich. Das Bundesurlaubsgesetz erm\u00f6glicht es dem Arbeitnehmer mit den Regelungen in \u00a7\u00a07 Abs.\u00a01 und Abs.\u00a02 BUrlG, durch seine Urlaubsw\u00fcnsche, die sich auf das gesamte Urlaubsjahr bzw. ggf. den zul\u00e4ssigen \u00dcbertragungszeitraum beziehen k\u00f6nnen, bei Bedarf \u00fcber Erholungszeitr\u00e4ume zu verf\u00fcgen, die l\u00e4ngerfristig gestaffelt und geplant werden k\u00f6nnen <em>(vgl. zum Urlaub im \u00dcbertragungszeitraum EuGH 22.\u00a0November 2011 &#8211;\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS] Rn.\u00a038)<\/em>. Die rechtzeitige Erf\u00fcllung der Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten stellt sicher, dass der Arbeitnehmer die durch das Bundesurlaubsgesetz mit \u00a7\u00a07 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BUrlG intendierte Dispositionsm\u00f6glichkeit hinsichtlich des Zeitraums der Inanspruchnahme des Urlaubs nutzen und ab dem ersten Arbeitstag nach Wiedererlangung seiner Erwerbsf\u00e4higkeit Urlaub in Anspruch nehmen kann, sofern der Arbeitgeber nicht berechtigt ist, die Gew\u00e4hrung von Urlaub nach \u00a7\u00a07 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 Halbs.\u00a02 BUrlG abzulehnen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_24\">24<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Jedoch ist die Befristung des Urlaubsanspruchs bei einem richtlinienkonformen Verst\u00e4ndnis des \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG nicht von der Erf\u00fcllung der Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten abh\u00e4ngig, wenn es &#8211;\u00a0was erst im Nachhinein feststellbar ist\u00a0&#8211; objektiv unm\u00f6glich gewesen w\u00e4re, den Arbeitnehmer durch Mitwirkung des Arbeitgebers in die Lage zu versetzen, den Urlaubsanspruch zu realisieren.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_25\">25<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Der Zweck der aus \u00a7\u00a07 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 BUrlG abgeleiteten Obliegenheiten, zu verhindern, dass der Arbeitnehmer den Urlaubsanspruch verliert, weil er ihn in Unkenntnis der Befristung und des damit einhergehenden Risikos des Erl\u00f6schens nicht rechtzeitig gegen\u00fcber dem Arbeitgeber geltend macht<em> (vgl. BAG 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a025, BAGE\u00a0165, 376)<\/em>, bestimmt nicht nur den Inhalt der rechtlich gebotenen Aufforderungen und Hinweise<em> (vgl. hierzu BAG 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a040\u00a0f., aaO)<\/em>, sondern ist auch auf der Rechtsfolgenseite zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_26\">26<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(1) Regelm\u00e4\u00dfig ist dem Arbeitgeber die Berufung auf die Befristung und das Erl\u00f6schen des Urlaubsanspruchs versagt, wenn er seine Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten nicht erf\u00fcllt hat, denn ein verst\u00e4ndiger Arbeitnehmer h\u00e4tte bei gebotener Aufforderung und Unterrichtung seinen Urlaub typischerweise rechtzeitig vor dem Verfall beantragt <em>(vgl. EuGH 6.\u00a0November 2018 &#8211;\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften] Rn.\u00a045\u00a0f<\/em><br \/>\n                  <em>.; BAG <\/em><br \/>\n                  <em>19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a016, 25<\/em><br \/>\n                  <em>, BAGE\u00a0165, 376)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_27\">27<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>(2) Anders verh\u00e4lt es sich, wenn auch bei Erf\u00fcllung der Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten deren Zweck nicht h\u00e4tte erreicht werden k\u00f6nnen, es dem Arbeitnehmer zu erm\u00f6glichen, in Kenntnis aller relevanten Umst\u00e4nde frei dar\u00fcber zu entscheiden, ob er seinen Urlaub in Anspruch nimmt<em> (vgl. BAG 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a040, BAGE\u00a0165, 376)<\/em>. Unter diesen Umst\u00e4nden ist es dem Arbeitgeber, der seinen Obliegenheiten nicht nachgekommen ist, nicht verwehrt, sich auf die Befristung und das Erl\u00f6schen des Urlaubsanspruchs zu berufen. War der Arbeitnehmer seit Beginn des Urlaubsjahres durchgehend bis zum 31.\u00a0M\u00e4rz des zweiten auf das Urlaubsjahr folgenden Kalenderjahres voll erwerbsgemindert oder trat die bis zu diesem Zeitpunkt fortbestehende volle Erwerbsminderung im Verlauf des Urlaubsjahres ein, ohne dass dem Arbeitnehmer vor deren Beginn (weiterer) Urlaub h\u00e4tte gew\u00e4hrt werden k\u00f6nnen, sind nicht Handlungen oder Unterlassungen des Arbeitgebers, sondern allein die volle Erwerbsminderung des Arbeitnehmers f\u00fcr den Verfall des Urlaubs kausal. Der Urlaubsanspruch ist auf eine bezahlte Befreiung von der Arbeitspflicht gerichtet <em>(st.\u00a0Rspr., vgl. BAG 24.\u00a0September 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 481\/18\u00a0&#8211; Rn.\u00a050; 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 321\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a017)<\/em>. Kann der Arbeitnehmer die geschuldete Arbeitsleistung aufgrund einer vollen Erwerbsminderung nicht erbringen, wird ihm die Arbeitsleistung unm\u00f6glich. Er wird nach \u00a7\u00a0275 Abs.\u00a01 BGB von der Pflicht zur Arbeitsleistung frei. Eine Befreiung von der Arbeitspflicht durch Urlaubsgew\u00e4hrung ist deshalb rechtlich unm\u00f6glich <em>(vgl. BAG 18.\u00a0M\u00e4rz 2014 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 669\/12\u00a0&#8211; Rn.\u00a016)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_28\">28<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) Dieses Ergebnis steht nach \u00dcberzeugung des Senats im Einklang mit der durch den Gerichtshof gefundenen Auslegung des Unionsrechts. Die gem\u00e4\u00df Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG und Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta bestehende Obliegenheit des Arbeitgebers, den Arbeitnehmer ua. erforderlichenfalls mittels entsprechender Aufforderungen und Hinweise in die Lage zu versetzen, den Urlaub wahrzunehmen <em>(EuGH 6.\u00a0November 2018 &#8211;\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften] Rn.\u00a045\u00a0f.)<\/em>, dient nach Feststellung des Gerichtshofs der Vermeidung einer Situation, in der die Aufgabe, f\u00fcr die tats\u00e4chliche Wahrnehmung des Anspruchs auf bezahlten Jahresurlaub zu sorgen, vollst\u00e4ndig auf den Arbeitnehmer verlagert w\u00fcrde, w\u00e4hrend der Arbeitgeber die M\u00f6glichkeit erhielte, sich unter Berufung auf den fehlenden Urlaubsantrag des Arbeitnehmers seinen eigenen Pflichten zu entziehen <em>(EuGH 6.\u00a0November 2018 &#8211;\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften] Rn.\u00a043)<\/em>. Ein Arbeitnehmer, der w\u00e4hrend des Bezugs- und\/oder \u00dcbertragungszeitraums krankheitsbedingt voll erwerbsgemindert ist, kann seinen Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub nicht aus\u00fcben <em>(st.\u00a0Rspr. des EuGH, vgl. <\/em><br \/>\n                  <em>EuGH <\/em><br \/>\n                  <em>6.\u00a0November 2018 &#8211;\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften] Rn.\u00a024; 22.\u00a0November 2011 &#8211;\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS] Rn.\u00a027)<\/em>. Eine freie Entscheidung \u00fcber die Verwirklichung des Anspruchs ist &#8211;\u00a0ohne dass es auf die Aufforderungen und Hinweise des Arbeitgebers ank\u00e4me\u00a0&#8211; von vornherein ausgeschlossen, weil die volle Erwerbsminderung auf psychischen oder physischen Beschwerden beruht und vom Willen des Arbeitnehmers unabh\u00e4ngig ist <em>(st.\u00a0Rspr., vgl. EuGH 25.\u00a0Juni 2020 &#8211;\u00a0C-762\/18 und C-37\/19\u00a0&#8211; [Varhoven kasatsionen sad na Republika Bulgaria] Rn.\u00a066; 4.\u00a0Oktober 2018 &#8211;\u00a0C-12\/17\u00a0&#8211; [Dicu] Rn.\u00a032, 33 mwN)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_29\">29<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\n                  <strong>E. Erforderlichkeit der Entscheidung des Gerichtshofs der Europ\u00e4ischen Union und Erl\u00e4uterung der Vorlagefragen<\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_30\">30<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>F\u00fcr die Entscheidung des Rechtstreits, soweit er den Urlaub aus dem Jahr 2014 betrifft, bedarf es einer Kl\u00e4rung durch den Gerichtshof, ob das Unionsrecht den Verfall des Urlaubsanspruchs bei ununterbrochen fortbestehender voller Erwerbsminderung 15\u00a0Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres oder ggf. einer l\u00e4ngeren Frist auch dann gestattet, wenn der Arbeitgeber seine Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten nicht erf\u00fcllt hat und der Arbeitnehmer den Urlaub im Urlaubsjahr bis zum Eintritt der vollen Erwerbsminderung zumindest noch teilweise h\u00e4tte nehmen k\u00f6nnen. Seit dem Ablauf der Umsetzungsfrist f\u00fcr die erste Arbeitszeitrichtlinie\u00a093\/104\/EG am 23.\u00a0November 1996 ist das Unionsrecht bei der Auslegung und Anwendung des \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG zu ber\u00fccksichtigen <em>(vgl. BAG 23.\u00a0M\u00e4rz 2010 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 128\/09\u00a0&#8211; Rn.\u00a0101\u00a0ff., BAGE\u00a0134, 1; 7.\u00a0August 2012 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 353\/10\u00a0&#8211; Rn.\u00a025, BAGE\u00a0142, 371; 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a018, BAGE\u00a0165, 376)<\/em>. F\u00fcr das Verst\u00e4ndnis der Bestimmung kommt es daher auf die Auslegung von Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG sowie von Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta an. Dar\u00fcber kann der Senat nicht befinden, ohne den Gerichtshof anzurufen, dem nach Art.\u00a0267 AEUV die Aufgabe der verbindlichen Auslegung des Unionsrechts zugewiesen ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_31\">31<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\n                  <strong>I. Erl\u00e4uterung der ersten Vorlagefrage<\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_32\">32<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Nach Erkenntnis des Gerichtshofs ist Art.\u00a07 Abs.\u00a01 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG dahin auszulegen, dass er einzelstaatlichen Rechtsvorschriften oder Gepflogenheiten nicht entgegensteht, die die M\u00f6glichkeit f\u00fcr einen w\u00e4hrend mehrerer Bezugszeitr\u00e4ume in Folge arbeitsunf\u00e4higen Arbeitnehmer, Anspr\u00fcche auf bezahlten Jahresurlaub anzusammeln, dadurch einschr\u00e4nken, dass sie einen \u00dcbertragungszeitraum von 15\u00a0Monaten vorsehen, nach dessen Ablauf der Anspruch auf bezahlten Urlaub erlischt <em>(<\/em><br \/>\n                  <em>EuGH 22.\u00a0November 2011 &#8211;\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS] Rn.\u00a028, 38, 44;<\/em><br \/>\n                  <em> zuletzt EuGH 25.\u00a0Juni 2020 &#8211;\u00a0C-762\/18 und C-37\/19\u00a0&#8211; [Varhoven kasatsionen sad na Republika Bulgaria] Rn.\u00a071\u00a0ff.; 29.\u00a0November 2017 &#8211;\u00a0C-214\/16\u00a0&#8211; [King] Rn.\u00a055\u00a0ff.)<\/em>. Ein Zeitraum von 15\u00a0Monaten, in dem die \u00dcbertragung des Anspruchs auf bezahlten Jahresurlaub m\u00f6glich ist, entspricht nach der Feststellung des Gerichtshofs unter Ber\u00fccksichtigung der schutzw\u00fcrdigen Interessen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber den Anforderungen der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG und l\u00e4uft dem Zweck des Anspruchs auf bezahlten Jahresurlaub nicht zuwider, weil er dessen positive Wirkung f\u00fcr den Arbeitnehmer als Erholungszeit gew\u00e4hrleistet <em>(EuGH 22.\u00a0November 2011 &#8211;\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS] Rn.\u00a043)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_33\">33<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Gestattete es das Unionsrecht, diese Grunds\u00e4tze auch im Fall einer im Verlauf des Urlaubsjahres eintretenden vollen Erwerbsminderung anzuwenden, obwohl der Arbeitgeber den Arbeitnehmer vor Beginn der Arbeitsunf\u00e4higkeit nicht durch entsprechende Aufforderung und Hinweise tats\u00e4chlich in die Lage versetzt hat, seinen Urlaubsanspruch auszu\u00fcben und der Urlaub vor der Arbeitsunf\u00e4higkeit infolge voller Erwerbsminderung im Urlaubsjahr &#8211;\u00a0zumindest teilweise\u00a0&#8211; noch h\u00e4tte genommen werden k\u00f6nnen, w\u00e4re die Revision des Kl\u00e4gers in vollem Umfang unbegr\u00fcndet. Sein Urlaubsanspruch f\u00fcr das Jahr 2014 w\u00e4re gem\u00e4\u00df \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 BUrlG sp\u00e4testens mit Ablauf des 31.\u00a0M\u00e4rz 2016 erloschen <em>(st.\u00a0Rspr., vgl. grundl. BAG 7.\u00a0August 2012 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 353\/10\u00a0&#8211; Rn.\u00a032, BAGE\u00a0142, 371)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_34\">34<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Demgegen\u00fcber w\u00e4re die Revision des Kl\u00e4gers hinsichtlich des Urlaubsanspruchs f\u00fcr das Jahr 2014 begr\u00fcndet, wenn das Unionsrecht unter den genannten Umst\u00e4nden bei unterlassenen Aufforderungen und Hinweisen des Arbeitgebers eine Auslegung von \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 Satz\u00a03 BUrlG nicht zulie\u00dfe, der zufolge der aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden nicht erf\u00fcllbare gesetzliche Urlaubsanspruch bei fortdauernder vollen Erwerbsminderung des Arbeitnehmers mit Ablauf eines \u00dcbertragungszeitraums von 15\u00a0Monaten untergeht, es sei denn, der Urlaubsanspruch w\u00e4re zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt erloschen (vgl. dazu die zweite Vorlagefrage).<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_35\">35<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Durch die Rechtsprechung des Gerichtshofs ist bislang &#8211;\u00a0soweit ersichtlich\u00a0&#8211; nicht zweifelsfrei gekl\u00e4rt, ob und unter welchen Voraussetzungen der Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub eines Arbeitnehmers, bei dem im Verlauf des Urlaubsjahres eine volle Erwerbsminderung eintritt, bei seither ununterbrochen fortbestehender voller Erwerbsminderung 15\u00a0Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres erl\u00f6schen kann, wenn der Arbeitgeber seinen Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten nicht nachgekommen ist. F\u00fcr diesen Fall stellt sich mit Blick &#8211;\u00a0einerseits\u00a0&#8211; auf die Entscheidung des Gerichtshofs vom 22.\u00a0November 2011 <em>(-\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS])<\/em> und &#8211;\u00a0andererseits\u00a0&#8211; ua. die Entscheidung des Gerichtshofs vom 6.\u00a0November 2018 <em>(-\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften])<\/em> die Frage, ob mit R\u00fccksicht auf den Erholungszweck des Urlaubs der Grundsatz, dass das Erl\u00f6schen des Anspruchs von der Erf\u00fcllung der Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten abh\u00e4ngt, nur eingeschr\u00e4nkt gilt.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_36\">36<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>a) Ausgangspunkt ist die Entscheidung des Gerichtshof vom 6.\u00a0November 2018 <em>(-\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften])<\/em>, dass Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG und Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta einer nationalen Regelung entgegensteht, nach der ein Arbeitnehmer, der im Bezugszeitraum keinen Antrag auf Wahrnehmung seines gem\u00e4\u00df diesen Bestimmungen erworbenen Anspruchs auf bezahlten Jahresurlaub gestellt hat, automatisch, ohne vorherige Pr\u00fcfung, ob der Arbeitgeber ihn tats\u00e4chlich in die Lage versetzt hat, diesen Anspruch wahrzunehmen, am Ende des Bezugszeitraums die ihm f\u00fcr diesen Zeitraum zustehenden Urlaubstage verliert<em>(EuGH 6.\u00a0November 2018 &#8211;\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften] Rn.\u00a055)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_37\">37<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) In diesem Urteil hat der Gerichtshof betont, dass jede Praxis oder Unterlassung eines Arbeitgebers, die den Arbeitnehmer davon abhalten kann, den Jahresurlaub zu nehmen, gegen das mit dem Recht auf Jahresurlaub verfolgte Ziel verst\u00f6\u00dft <em>(EuGH 6.\u00a0November 2018 &#8211;\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften] Rn.\u00a042; 29.\u00a0November 2017 &#8211;\u00a0C-214\/16\u00a0&#8211; [King] Rn.\u00a039)<\/em>. Der Arbeitgeber, der einen Arbeitnehmer nicht in die Lage versetzt hat, seinen Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub auszu\u00fcben, habe die sich hieraus ergebenden Folgen zu tragen <em>(EuGH 25.\u00a0Juni 2020 &#8211;\u00a0C-762\/18 und C-37\/19\u00a0&#8211; [Varhoven kasatsionen sad na Republika Bulgaria] Rn.\u00a077; 29.\u00a0November 2017 &#8211;\u00a0C-214\/16\u00a0&#8211; [King] Rn.\u00a063)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_38\">38<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) G\u00f6lten diese Grunds\u00e4tze auch bezogen auf das Urlaubsjahr, in dem die seither ununterbrochen fortbestehende volle Erwerbsminderung des Arbeitnehmers eingetreten ist, tr\u00e4te ein Verfall des Urlaubs auch 15\u00a0Monate nach Ablauf dieses Urlaubsjahres insoweit nicht ein, als der Arbeitnehmer seinen Jahresurlaub bei rechtzeitiger Erf\u00fcllung der Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten vor Beginn seiner vollen Erwerbsminderung noch h\u00e4tte in Anspruch nehmen k\u00f6nnen. Der Arbeitgeber h\u00e4tte bei Unterlassen der gebotenen Aufforderung und Hinweise das Risiko zu tragen, dass der Urlaubsanspruch nicht vollst\u00e4ndig verf\u00e4llt, auch wenn der Arbeitnehmer \u00fcber den 31.\u00a0M\u00e4rz des zweiten auf das Urlaubsjahr folgenden Urlaubsjahres hinaus voll erwerbsgemindert ist. Er k\u00f6nnte dieses Risiko faktisch nur dann ausschlie\u00dfen, wenn er seinen Obliegenheiten bereits zu Beginn des Kalenderjahres nachk\u00e4me. Der Arbeitnehmer h\u00e4tte unter den genannten Voraussetzungen (nur dann) das Risiko zu tragen, den Urlaubsanspruch wegen einer im Verlauf des Urlaubsjahres eintretenden, unter Umst\u00e4nden langandauernden vollen Erwerbsminderung nicht mehr in vollem Umfang realisieren zu k\u00f6nnen, wenn der Arbeitgeber die Mitwirkungsobliegenheiten &#8211;\u00a0in diesem Sinne\u00a0&#8211; rechtzeitig erf\u00fcllt und damit die Voraussetzungen der Befristung des Urlaubsanspruchs nach \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG geschaffen hat.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_39\">39<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>b) Demgegen\u00fcber hat der Gerichtshof mit Urteil vom 22.\u00a0November 2011 <em>(-\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS])<\/em> erkannt, dass mit dem in Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta und in Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG verankerten Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub ein doppelter Zweck verfolgt wird, der darin besteht, es dem Arbeitnehmer zu erm\u00f6glichen, sich zum einen von der Aus\u00fcbung der ihm nach seinem Arbeitsvertrag obliegenden Aufgaben zu erholen und zum anderen \u00fcber einen Zeitraum f\u00fcr Entspannung und Freizeit zu verf\u00fcgen. Ein Recht auf ein unbegrenztes Ansammeln von Anspr\u00fcchen auf bezahlten Jahresurlaub aus mehreren Bezugszeitr\u00e4umen, die w\u00e4hrend eines Zeitraums der Arbeitsunf\u00e4higkeit erworben wurden, entspr\u00e4che nicht mehr dem Zweck des Anspruchs auf bezahlten Jahresurlaub <em>(EuGH 22.\u00a0November 2011 &#8211;\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS] Rn.\u00a030\u00a0f.)<\/em>. Dessen positive Wirkung f\u00fcr die Sicherheit und die Gesundheit des Arbeitnehmers verliere zwar nicht an Bedeutung, wenn der Urlaub zu einer sp\u00e4teren Zeit genommen werde. Der Urlaub k\u00f6nne seiner Zweckbestimmung jedoch nur insoweit entsprechen, als der \u00dcbertrag eine gewisse zeitliche Grenze nicht \u00fcberschreite. \u00dcber eine solche Grenze hinaus fehle dem Jahresurlaub seine positive Wirkung f\u00fcr den Arbeitnehmer als Erholungszeit; erhalten bleibe ihm lediglich seine Eigenschaft als Zeitraum f\u00fcr Entspannung und Freizeit<em> (EuGH 22.\u00a0November 2011 &#8211;\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS] Rn.\u00a033)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_40\">40<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>aa) Unter Ber\u00fccksichtigung dieser Erw\u00e4gungen hat der Gerichtshof festgestellt, dass Art.\u00a07 Abs.\u00a01 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG einzelstaatlichen Rechtsvorschriften nicht entgegensteht, die in F\u00e4llen der Langzeiterkrankung von Arbeitnehmern einen auf 15\u00a0Monate begrenzten \u00dcbertragungszeitraum vorsehen, nach dessen Ablauf der Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub erlischt <em>(EuGH 22.\u00a0November 2011 &#8211;\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS] Rn.\u00a043\u00a0f.)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_41\">41<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>bb) F\u00e4nden diese Grunds\u00e4tze auch bezogen auf das Urlaubsjahr Anwendung, in dem die seither ununterbrochen fortbestehende volle Erwerbsminderung des Arbeitnehmers eingetreten ist, k\u00f6nnte dieser Urlaub 15\u00a0Monate nach Ablauf dieses Urlaubsjahres auch dann verfallen, wenn der Arbeitgeber seinen Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten nicht nachgekommen ist. Vor der vollen Erwerbsminderung liegende Anspr\u00fcche aus dem Urlaubsjahr w\u00fcrden dann erl\u00f6schen, auch soweit der Arbeitnehmer seinen Jahresurlaub bei rechtzeitiger Erf\u00fcllung der Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten vor Beginn seiner Erkrankung noch h\u00e4tte in Anspruch nehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_42\">42<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>c) Die Bewertung, ob Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG und Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta im Hinblick auf den Erholungszweck des Anspruchs auf bezahlten Jahresurlaub eine Einschr\u00e4nkung des Grundsatzes, dem zufolge die Befristung des Urlaubsanspruchs die Erf\u00fcllung der Mitwirkungsobliegenheiten voraussetzt, zulassen, wenn Arbeitnehmer wegen einer vollen Erwerbsminderung daran gehindert waren, den Urlaub zu nehmen, sie den Urlaubsanspruch aber vor Eintritt ihrer vollen Erwerbsminderung im Verlauf des Urlaubsjahres bei Erf\u00fcllung der Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten noch h\u00e4tten realisieren k\u00f6nnen, hat der Gerichtshof bisher nicht vorgenommen; die unter Rn.\u00a036\u00a0f. genannten Entscheidungen betrafen nicht den Urlaubsanspruch von Arbeitnehmern, die &#8211;\u00a0wie der Kl\u00e4ger\u00a0&#8211; \u00fcber einen langen Zeitraum voll erwerbsgemindert waren. Die mit den Vorabentscheidungsersuchen gestellte erste Frage ist daher aus Sicht des Senats bisher durch den Gerichtshof nicht gekl\u00e4rt. Ebenso ist durch den Gerichtshof bisher nicht gekl\u00e4rt, ob Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG und Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta einen Zeitpunkt im Urlaubsjahr vorgeben, bis zu dem der Arbeitgeber sp\u00e4testens seinen Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten nachzukommen hat, um den Anforderungen an deren \u201eRechtzeitigkeit\u201c im Sinne des Unionsrechts zu gen\u00fcgen, was f\u00fcr die unter Rn.\u00a038 dargestellte und ggf. &#8211;\u00a0unter Beachtung der Beantwortung des Vorlageersuchens durch den Gerichtshof\u00a0&#8211; vorzunehmende Risikoverteilung von Bedeutung ist.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_43\">43<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Der Senat kann erst nach der Auslegung von Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG und Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta durch den Gerichtshof beurteilen, ob und inwieweit \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG &#8211;\u00a0unter Ber\u00fccksichtigung des gesamten innerstaatlichen Rechts und unter Anwendung der danach anerkannten Auslegungsmethoden\u00a0&#8211; so ausgelegt werden kann, dass die volle Wirksamkeit des Unionsrechts gew\u00e4hrleistet wird, ohne eine Auslegung contra legem zu erfordern <em>(vgl. EuGH 19.\u00a0April 2016 &#8211;\u00a0C-441\/14\u00a0&#8211; [Dansk Industri] Rn.\u00a031; BVerfG 17.\u00a0November 2017 &#8211;\u00a02\u00a0BvR 1131\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a037; BAG 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a019, BAGE\u00a0165, 376; 25.\u00a0Oktober 2018 &#8211;\u00a08\u00a0AZR 501\/14\u00a0&#8211; Rn.\u00a039\u00a0f., BAGE\u00a0164, 117)<\/em>. Dabei schlie\u00dft der Grundsatz der unionsrechtskonformen Auslegung im deutschen Recht &#8211;\u00a0wo dies n\u00f6tig und m\u00f6glich ist\u00a0&#8211; das Gebot einer richtlinienkonformen Rechtsfortbildung ein <em>(BAG 28.\u00a0Juli 2016 &#8211;\u00a02\u00a0AZR 746\/14\u00a0(A)\u00a0&#8211; Rn.\u00a035, BAGE\u00a0156, 23; 17.\u00a0M\u00e4rz 2016 &#8211;\u00a08\u00a0AZR 501\/14\u00a0(A)\u00a0&#8211; Rn.\u00a051 mwN, BAGE\u00a0154, 285)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_44\">44<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>4. Der Gerichtshof hat in seiner Entscheidung vom 6.\u00a0November 2018 <em>(-\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften])<\/em> ausgef\u00fchrt, dass eine nationale Regelung \u00fcber den Verfall des Urlaubs nicht anzuwenden sei, wenn sie nicht im Einklang mit Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG und Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta ausgelegt werden k\u00f6nne. Das nationale Gericht habe aber auch dann daf\u00fcr Sorge zu tragen, dass der Arbeitnehmer, wenn der Arbeitgeber nicht nachweisen k\u00f6nne, dass er ihn tats\u00e4chlich in die Lage versetzt habe, den ihm nach dem Unionsrecht zustehenden bezahlten Jahresurlaub zu nehmen, seine erworbenen Anspr\u00fcche auf bezahlten Jahresurlaub nicht verliere <em>(vgl. EuGH 6.\u00a0November 2018 &#8211;\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften] Rn.\u00a081)<\/em>. Stehe dem Arbeitnehmer in einem Rechtsstreit ein staatlicher Arbeitgeber gegen\u00fcber, ergebe sich dieses Ergebnis aus Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG und aus Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta. Stehe ihm ein privater Arbeitgeber gegen\u00fcber, folge dies aus Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta <em>(vgl. EuGH 6.\u00a0November 2018 &#8211;\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften] Rn.\u00a063\u00a0f., 74\u00a0ff.)<\/em>. Die Beklagte ist eine Aktiengesellschaft (AG), dh. ein privater Arbeitgeber. Sollte \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG einer unionsrechtskonformen Auslegung nicht zug\u00e4nglich sein, was allerdings erst auf der Grundlage der Auslegung von Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG und Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta durch den Gerichtshof festgestellt werden k\u00f6nnte, stellte sich die Frage, ob \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG &#8211;\u00a0ggf. teilweise\u00a0&#8211; unangewendet zu lassen w\u00e4re.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_45\">45<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>\n                  <strong>II. Erl\u00e4uterung der zweiten Vorlagefrage<\/strong>\n               <\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_46\">46<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>Sollte der Gerichtshof die erste Vorlagefrage bejahen, ist es f\u00fcr den Rechtsstreit entscheidungserheblich, ob Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG und Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta unter den in der Frage zu\u00a01. genannten Umst\u00e4nden der Auslegung einer nationalen Regelung wie \u00a7\u00a07 Abs.\u00a03 BUrlG entgegen steht, der zufolge der bisher nicht erf\u00fcllte Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt als 15\u00a0Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres erlischt, wenn die volle Erwerbsminderung &#8211;\u00a0wie bei dem Kl\u00e4ger\u00a0&#8211; \u00fcber den 31.\u00a0M\u00e4rz des zweiten auf das Urlaubsjahr folgenden Jahres hinaus ununterbrochen fortbesteht. Auch diese Frage ist bislang &#8211;\u00a0soweit ersichtlich\u00a0&#8211; durch die Entscheidung des Gerichtshofs vom 6.\u00a0November 2018 <em>(-\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften])<\/em> nicht zweifelsfrei gekl\u00e4rt, denn der Gerichtshof hat in seiner Entscheidung vom 22.\u00a0November 2011<em> (-\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS])<\/em> erkannt, dass ein unbegrenztes Ansammeln von Anspr\u00fcchen auf bezahlten Jahresurlaub aus mehreren Bezugszeitr\u00e4umen, die w\u00e4hrend eines Zeitraums der Arbeitsunf\u00e4higkeit erworben wurden, nicht mehr dem Zweck des Anspruchs auf bezahlten Jahresurlaub entspricht <em>(EuGH 22.\u00a0November 2011 &#8211;\u00a0C-214\/10\u00a0&#8211; [KHS] Rn.\u00a030\u00a0f.)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_47\">47<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>1. Im Anschluss an die Entscheidung des Gerichtshofs vom 6.\u00a0November 2018 <em>(-\u00a0C-684\/16\u00a0&#8211; [Max-Planck-Gesellschaft zur F\u00f6rderung der Wissenschaften])<\/em> tritt nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts der infolge unterlassener Erf\u00fcllung der Mitwirkungsobliegenheiten am 31.\u00a0Dezember des Urlaubsjahres nicht verfallene Urlaub zu dem Urlaubsanspruch hinzu, der am 1.\u00a0Januar des Folgejahres entsteht. F\u00fcr ihn gelten, wie f\u00fcr den neu entstandenen Urlaubsanspruch, die Regelungen des \u00a7\u00a07 Abs.\u00a01 Satz\u00a01 und Abs.\u00a03 BUrlG<em> (BAG 19.\u00a0Februar 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 423\/16\u00a0&#8211; Rn.\u00a044, BAGE\u00a0165, 376; seither st.\u00a0Rspr., vgl. zuletzt BAG 22.\u00a0Oktober 2019 &#8211;\u00a09\u00a0AZR 98\/19\u00a0&#8211; Rn.\u00a016)<\/em>.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_48\">48<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>2. Aus Sicht des Senats ist &#8211;\u00a0bejahte der Gerichtshof die erste Vorlagefrage\u00a0&#8211; durch die Rechtsprechung des Gerichtshofs bisher nicht gekl\u00e4rt, ob Art.\u00a07 der Richtlinie\u00a02003\/88\/EG sowie Art.\u00a031 Abs.\u00a02 der Charta es zulie\u00dfen, dass der ggf. wegen unterlassener Aufforderung und Hinweise nicht verfallene Urlaubsanspruch aus dem fraglichen Urlaubsjahr &#8211;\u00a0im Streitfall das Urlaubsjahr 2014\u00a0&#8211; bei fortbestehender Arbeitsunf\u00e4higkeit uneingeschr\u00e4nkt das Schicksal des im ersten Folgejahr &#8211;\u00a0hier das Urlaubsjahr 2015\u00a0&#8211; entstehenden Urlaubsanspruchs teilt. Der Urlaub aus dem ersten Folgejahr w\u00e4re unabh\u00e4ngig davon, ob der Arbeitgeber seine Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten erf\u00fcllt hat, nach Ablauf von 15\u00a0Monaten verfallen, weil es objektiv unm\u00f6glich gewesen w\u00e4re, den schon zu Beginn des ersten Folgeurlaubsjahres weiterhin durchgehend voll erwerbsgeminderten Arbeitnehmer durch Mitwirkung des Arbeitgebers in die Lage zu versetzen, den Urlaubsanspruch zu realisieren <em>(vgl. die Ausf\u00fchrungen unter Rn.\u00a027\u00a0f.)<\/em>. Lie\u00dfe das Unionsrecht diese zeitliche Begrenzung der \u00dcbertragung des Anspruchs auf bezahlten Jahresurlaub zu, w\u00e4re der Urlaubsanspruch des Kl\u00e4gers aus dem Jahr 2014 aufgrund fortbestehender voller Erwerbsminderung sp\u00e4testens 15\u00a0Monate nach Ablauf des auf das Urlaubsjahr folgenden Jahres erloschen, dh. am 31.\u00a0M\u00e4rz 2017.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt>\n               <a name=\"rd_49\">49<\/a>\n            <\/dt>\n<dd>\n<p>3. Ebenfalls ungekl\u00e4rt ist aus Sicht des Senats, ob der Arbeitgeber auch nach Eintritt der vollen Erwerbsminderung des Arbeitnehmers seine Aufforderungs- und Hinweisobliegenheiten noch erf\u00fcllen und so die Befristung des Urlaubsanspruchs und dessen Erl\u00f6schen zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt als 15\u00a0Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres herbeif\u00fchren kann, wenn der Arbeitnehmer w\u00e4hrend der gesamten Zeit fortdauernd voll erwerbsgemindert bleibt und deshalb seinen Urlaubsanspruch nicht realisieren kann.<\/p>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Kiel\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Suckow\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Zimmermann\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0G.\u00a0M\u00fcller\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<p style=\"text-align:center\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Lipphaus\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/p>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl>\n<dl class=\"RspDL\">\n<dt><\/dt>\n<dd>\n<\/dd>\n<\/dl><\/div>\n<\/div>\n<hr class=\"kji-sep\" \/>\n<p class=\"kji-source-links\"><strong>Sources officielles :<\/strong> <a class=\"kji-source-link\" href=\"http:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/?quelle=jlink&#038;docid=jb-KARE600060308&#038;psml=bsjrsprod.psml&#038;max=true\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">consulter la page source<\/a> &middot; <a class=\"kji-pdf-link\" href=\"https:\/\/www.rechtsprechung-im-internet.de\/jportal\/portal\/page\/bsjrsprod.psml\/screen\/JWPDFScreen\/filename\/BAG_9_AZR_245-19__A__KARE600060308.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">PDF officiel<\/a><\/p>\n<p class=\"kji-license-note\"><em>Rechtsprechung im Internet (BMJV\/BfJ) : les decisions sont mises a disposition gratuitement en HTML, PDF et XML pour libre utilisation et re-utilisation.<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tenor I. 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