Beschluss vom 20. Mai 2025
Unzulässige Verfassungsbeschwerden und Auferlegung einer Missbrauchsgebühr
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BUNDESVERFASSUNGSGERICHT
– 2 BvR 402/25 –
– 2 BvR 403/25 –
– 2 BvR 450/25 –
– 2 BvR 461/25 –
– 2 BvR 462/25 –
– 2 BvR 463/25 –
– 2 BvR 464/25 –
– 2 BvR 478/25 –
– 2 BvR 479/25 –
– 2 BvR 480/25 –
– 2 BvR 481/25 –
– 2 BvR 482/25 –
– 2 BvR 483/25 –
– 2 BvR 484/25 –
– 2 BvR 485/25 –
– 2 BvR 486/25 –
– 2 BvR 494/25 –
– 2 BvR 508/25 –
– 2 BvR 509/25 –
– 2 BvR 510/25 –
– 2 BvR 511/25 –
– 2 BvR 512/25 –
– 2 BvR 513/25 –
– 2 BvR 514/25 –
– 2 BvR 518/25 –
– 2 BvR 519/25 –
– 2 BvR 523/25 –
– 2 BvR 541/25 –
– 2 BvR 543/25 –
– 2 BvR 544/25 –
– 2 BvR 547/25 –
In den Verfahren
über
die Verfassungsbeschwerden
1. des (…),
gesetzlich vertreten durch (…),
2. der Frau (…),
– Bevollmächtigte: (…)
(zu 1.) –
I. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder)
vom 16. Januar 2025 – 255 Js 41/25 –
– 2 BvR 402/25 -,
II. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 27. Februar 2025 – 272 Js 983/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 403/25 -,
III. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder)
vom 12. Februar 2025 – 255 Js 4650/25 –
– 2 BvR 450/25 -,
IV. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder)
vom 20. Januar 2025 – 255 Js 1204/25 –
– 2 BvR 461/25 -,
V. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder)
vom 31. Januar 2025 – 255 Js 2869/25 –
– 2 BvR 462/25 -,
VI. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder)
vom 3. Februar 2025 – 255 Js 3270/25 –
– 2 BvR 463/25 -,
VII. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder)
vom 31. Januar 2025 – 255 Js 3219/25 –
– 2 BvR 464/25 -,
VIII. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 10. März 2025 – 282 Js 956/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 478/25 -,
IX. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 10. März 2025 – 282 Js 6923/24 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 479/25 -,
X. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 10. März 2025 – 282 Js 367/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 480/25 -,
XI. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder)
vom 26. Februar 2025 – 255 Js 6266/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 481/25 -,
XII. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder)
vom 26. Februar 2025 – 255 Js 6204/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 482/25 -,
XIII. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder)
vom 26. Februar 2025 – 255 Js 5605/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 483/25 -,
XIV. gegen
den Bescheid der Generalstaatsanwaltschaft Berlin
vom 13. März 2025 – 161 Zs 162/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 484/25 -,
XV. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 13. März 2025 – 284 Js 666/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 485/25 -,
XVI. gegen
den Bescheid der Generalstaatsanwaltschaft Berlin
vom 13. März 2025 – 121 Zs 126/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 486/25 -,
XVII. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 14. März 2025 – 262 Js 1398/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 494/25 -,
XVIII. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 6. März 2025 – 284 Js 599/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 508/25 -,
XIX. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 7. März 2025 – 282 Js 6845/24 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 509/25 -,
XX. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 10. März 2025 – 282 Js 424/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 510/25 -,
XXI. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 16. März 2025 – 262 Js 1378/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 511/25 -,
XXII. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 13. März 2025 – 284 Js 685/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 512/25 -,
XXIII. gegen
1.) den Bescheid der Generalstaatsanwaltschaft des Landes Brandenburg
vom 12. März 2025 – 54 Zs 142/25 -,
2.) den Bescheid der Generalstaatsanwaltschaft des Landes Brandenburg
vom 12. März 2025 – 54 Zs 198/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 513/25 -,
XXIV. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder)
vom 26. Februar 2025 – 255 Js 6248/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 514/25 -,
XXV. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 18. März 2025 – 282 Js 1495/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 518/25 -,
XXVI. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder)
vom 28. Februar 2025 – 255 Js 6187/25 –
– 2 BvR 519/25 -,
XXVII. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 7. März 2025 – 288 Js 650/25 –
– 2 BvR 523/25 -,
XXVIII. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Kiel
vom 17. März 2025 – 551 Js 10676/25 –
– 2 BvR 541/25 -,
XXIX. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 25. März 2025 – 253 Js 1675/25 –
– 2 BvR 543/25 -,
XXX. gegen
den Bescheid der Staatsanwaltschaft Berlin
vom 25. März 2025 – 253 Js 1074/25 –
– 2 BvR 544/25 -,
XXXI. gegen
den Bescheid der Generalstaatsanwaltschaft Berlin
vom 11. März 2025 – 161 Zs 148/25 –
und Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung
– 2 BvR 547/25 –
hat die 1. Kammer des Zweiten Senats des Bundesverfassungsgerichts durch
die Vizepräsidentin König
und die Richter Frank,
Wöckel
gemäß § 93b in Verbindung mit § 93a BVerfGG in der Fassung der Bekanntmachung
vom 11. August 1993 (BGBl I S. 1473)
am 20. Mai 2025 einstimmig beschlossen:
Tenor
Die Verfahren werden zur gemeinsamen Entscheidung verbunden.
Die Verfassungsbeschwerden werden nicht zur Entscheidung angenommen.
Mit der Nichtannahme der Verfassungsbeschwerden werden die Anträge auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegenstandslos (§ 40 Abs. 3 GOBVerfG).
Der Beschwerdeführerin zu 2. wird eine Missbrauchsgebühr in Höhe von 500 Euro (in Worten: fünfhundert Euro) auferlegt.
Gründe
G r ü n d e :
I.
1
Die Verfassungsbeschwerden sind nicht zur Entscheidung anzunehmen, weil die Voraussetzungen des § 93a Abs. 2 BVerfGG nicht vorliegen. Die Verfassungsbeschwerden haben keine grundsätzliche verfassungsrechtliche Bedeutung. Ihre Annahme ist auch nicht zur Durchsetzung der von den Beschwerdeführern als verletzt bezeichneten Grundrechte und grundrechtsgleichen Rechte angezeigt. Die Verfassungsbeschwerden haben keine Aussicht auf Erfolg, da sie offensichtlich unzulässig sind. Sie genügen jeweils offensichtlich nicht den Begründungsanforderungen nach § 23 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 1, § 92 BVerfGG. Soweit die Beschwerdeführer nach § 172 Abs. 1 StPO statthafte Beschwerden nicht erhoben und nach § 172 Abs. 2 Satz 1 StPO statthafte Anträge auf gerichtliche Entscheidung nicht gestellt haben, haben sie überdies entgegen § 90 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG den Rechtsweg nicht erschöpft (zur Möglichkeit eines Ermittlungserzwingungsantrags vgl. BVerfG, Beschluss der 2. Kammer des Zweiten Senats vom 23. Februar 2021 ‑ 2 BvR 1304/17 ‑, Rn. 15).
2
Von einer weiteren Begründung wird nach § 93d Abs. 1 Satz 3 BVerfGG abgesehen.
II.
3
Die Auferlegung einer Missbrauchsgebühr in hier angemessener Höhe von 500 Euro beruht auf § 34 Abs. 2 BVerfGG.
4
Ein Missbrauch des Rechtsbehelfs der Verfassungsbeschwerde liegt unter anderem dann vor, wenn die Verfassungsbeschwerde offensichtlich unzulässig oder unbegründet ist und ihre Einlegung von jedem Einsichtigen als völlig aussichtslos angesehen werden muss (vgl. BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 9. Juni 2004 – 1 BvR 915/04 -, Rn. 3; Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 14. August 2013 – 1 BvR 923/13 -, juris, Rn. 9; Beschluss der 2. Kammer des Ersten Senats vom 2. April 2020 – 1 BvR 447/20 -, Rn. 3; Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 28. Juni 2023 – 1 BvR 1017/23 -, Rn. 4; Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 3. Februar 2025 – 1 BvR 2568/24 -, Rn. 4). Das Bundesverfassungsgericht muss nicht hinnehmen, dass es an der Erfüllung seiner Aufgaben durch an gravierenden Zulässigkeitsmängeln leidende und damit für jedermann erkennbar aussichtslose Verfassungsbeschwerden behindert wird und dadurch anderen Bürgerinnen und Bürgern den ihnen zukommenden Grundrechtsschutz nur verzögert gewähren kann (vgl. BVerfGK 10, 94 <97>; BVerfG, Beschluss der 3. Kammer des Ersten Senats vom 13. Oktober 2022 – 1 BvR 1204/22 -, Rn. 5; Beschluss der 1. Kammer des Ersten Senats vom 28. Juni 2023 – 1 BvR 1017/23 -, Rn. 4).
5
Die Kammer hatte der Beschwerdeführerin zu 2. bereits mit Beschlüssen vom 20. März 2025 ‑ 2 BvR 382/25 und andere sowie 2 BvR 387/25 und andere ‑ die Auferlegung einer Missbrauchsgebühr angedroht, weil die in diesen sowie in vorangegangenen Verfahren erhobenen Verfassungsbeschwerden aufgrund fehlender Rechtswegerschöpfung und nicht erfüllter Begründungsanforderungen offensichtlich unzulässig waren. Nachdem die Beschwerdeführer trotz der Androhung zahlreiche weitere, an vergleichbaren offensichtlichen Zulässigkeitsmängeln leidende Verfassungsbeschwerden erhoben haben, war nunmehr die Auferlegung einer Missbrauchsgebühr veranlasst.
6
Der Vorwurf missbräuchlichen Verhaltens trifft vorrangig die Beschwerdeführerin zu 2., die die Verfassungsbeschwerden jeweils im eigenen Namen und – in ihrer Eigenschaft als Rechtsanwältin – als Bevollmächtigte des minderjährigen Beschwerdeführers zu 1., ihres Sohnes, in dessen Namen erhoben hat. Daher wird die Missbrauchsgebühr nur ihr auferlegt.
7
Diese Entscheidung ist unanfechtbar. Dies gilt auch hinsichtlich des Ausspruchs über die Missbrauchsgebühr (vgl. BVerfGE 133, 163 <167 Rn. 10>).
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